[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schnee- und/oder Eisfangvorrichtung mit den
Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 1 sowie eine von First- in Traufrichtung geneigte
und in Neigungsrichtung profilierte Dachfläche mit einer Schnee- und/oder Eisfangvorrichtung
mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 7.
[0002] Zur Vermeidung von Unfällen durch unkontrolliert abrutschenden Schnee werden Schneefangsysteme
oder andere Schneefangvorrichtungen unterschiedlicher Ausführungsvarianten eingesetzt.
Herkömmliche Schneefangsysteme für Satteldächer sollen das Abrutschen von Schneebrettern
und Eisplatten weitgehend verhindern. Bei stärker profilierten Dächern, bspw. aus
Metallblech oder aus Wellplatten, können ebenfalls herkömmliche Schneefangsysteme
montiert werden. Da diese parallel zur Traufrichtung und damit quer zur Profilierung
der Dächer verlaufen, entstehen unterhalb der Sockel- oder Basisabschnitte Lücken,
da die Schneefangsysteme oder Schneefangvorrichtungen nicht in die Profiltäler der
profilierten Dachflächen reichen, sondern normalerweise auf den Profilerhebungen montiert
sind.
[0003] Die nicht abgedeckten Profiltäler können jedoch Probleme verursachen, da die Lücken
oftmals groß genug sind, um Eisplatten hindurch rutschen zu lassen, die sich von der
Dachoberfläche lösen und weitgehend ungehindert nach unten abrutschen können. Das
Lösen solcher Schneebretter oder Eisplatten wird besonders bei Blechdächern begünstigt,
da diese starken Temperaturschwankungen unterliegen können. Besonders bei nicht wärmeisolierten
Dächern schwanken die Temperaturen der Dachfläche stark, während der auf dem Dach
liegende Schnee isolierend wirkt. Die auf dem Dach liegende Grenzschicht des Schnees
kann mehrfach angetaut und in Eis verwandelt werden, wodurch das Schneebrett leicht
abrutschen und entlang des Profiltals unter dem Schneefangsysteme hindurch nach unten
abrutschen kann. In solchen Fällen kann das Schneefangsystem seine vorgesehene Schutzaufgabe
nur unzureichend erfüllen.
[0004] Um diesem Problem abzuhelfen, sind verschiedene Anbauvorrichtungen als Ergänzungen
zu herkömmlichen Schneefangvorrichtungen bekannt geworden, die allesamt das Problem
der unzureichend abgedeckten Dachprofile von profilierten Dachflächen lösen sollen.
So schlägt bspw. die
JP 92 87 258 A (
JP 34 48 154 B2) einen mit einem Basisabschnitt eines Schneefanggitters oder -profils verschraubbaren
Dachschneefänger vor, der als hängende Platte ausgebildet ist und dazu dienen soll,
Eis und Schnee bei einem wellenförmigen Dach zurückzuhalten.
[0005] Die
JP 110 22 123 A (
JP 35 14 952 B2) offenbart einen Dachschneefänger mit einem Winkelprofil für ein Faltdach. An dem
Winkelprofil ist ein drahtförmiger Arm angeordnet, der über gebogene Aufhänger mit
dem Winkelprofil verbunden ist. Der Arm soll dazu dienen, Schnee und Eis zurückzuhalten.
[0006] Eine ähnliche Schneefangvorrichtung ist weiterhin aus der
JP 2007 211 444 A bekannt. Bei dieser Vorrichtung sind die Arme als plattenförmige Bleche ausgebildet,
die einzeln an einer Profilschiene montierbar sind.
[0007] Weiterhin offenbart die
DE 1759 272 A eine Schnee- und Eis-Fangvorrichtung für Welldächer, bei welcher an vordefinierten
Stellen Lappen in Richtung der Dachfläche weisen.
[0008] Die bekannten Schneefangvorrichtungen für profilierte Dachflächen erfüllen zwar weitgehend
den ihnen zugedachten Zweck. Sie weisen jedoch teilweise eine nur unzureichende mechanische
Stabilität auf und erfordern allesamt einen nicht unerheblichen zusätzlichen Montageaufwand,
da sie nicht universell für verschiedene Profilweiten und/oder -tiefen der Dachflächen
geeignet sind. Der Benutzer kommt nicht umhin, die zusätzlichen Schutzvorrichtungen
nach der Montage der Basisschiene einzeln an den geeigneten Stellen zur Abdeckung
der Profiltäler zu montieren.
[0009] Eine universell einsetzbare Schnee- und Eisfangvorrichtung ist aus der
WO 2007/045724 A1 bekannt. Dieses Dokument zeigt eine Schnee- und/oder Eisfangvorrichtung, bei welcher
im montierten und im vormontierten Zustand permanent einzelne Zungen von der Vorrichtung
abstehen. Die Zungen sollen das Herabrutschen von Schnee und Eis verhindern. Eine
Verletzung an den Zungen der Schnee- und Eisfangvorrichtung bei Montage kann hierbei
nicht ausgeschlossen werden.
[0010] Das Ziel der vorliegenden Erfindung wird darin gesehen, eine vormontierbare und universell
verwendbare Eis- und/oder Schneefangvorrichtung zur Verfügung zu stellen, die sich
für unterschiedlich profilierte Dachflächen eignet.
[0011] Dieses Ziel der Erfindung wird mit dem Gegenstand des unabhängigen Anspruchs erreicht.
Merkmale vorteilhafter Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den jeweiligen
abhängigen Ansprüchen. Zur Erreichung des genannten Ziels schlägt die Erfindung eine
Schnee- und/oder Eisfangvorrichtung für Dachflächen, die von First- in Traufrichtung
geneigt und in Neigungsrichtung profiliert sind, mit den Merkmalen des unabhängigen
Anspruchs 1 vor. Diese Schnee- und/oder Eisfangvorrichtung umfasst eine quer zur Neigungsrichtung
der Dachfläche verlaufende Schiene, die ein L-Profil mit einem ungefähr parallel zur
Dachfläche verlaufenden Basisabschnitt und einer sich daran anschließenden, gegenüber
der Dachfläche aufragenden Barriere aufweist. Die Vorrichtung ist erfindungsgemäß
gekennzeichnet durch eine Mehrzahl von im Basisabschnitt ausgeformten Zinken, von
denen zumindest einige jeweils mit der Oberfläche des Basisabschnitts einen spitzen
Winkel einschließen und in Firstrichtung schräg zur Dachfläche weisen. Die zur Dachfläche
weisenden Zinken sind zumindest diejenigen, die im Bereich von Wellen- oder Profiltälern
der profilierten Dachfläche angeordnet sind. Nicht für die Funktionsweise der Schnee-
und/oder Eisfangvorrichtung benötigte Zinken sind solche, die im Bereich von Wellenbergen
oder Profilerhebungen der Dachfläche angeordnet sind. Diese Zinken werden normalerweise
nicht in eine sog. Betriebslage gebracht, sondern verbleiben in ihrer ursprünglichen
Ausgangslage, parallel zur Ebene des Basisabschnitts.
[0012] Dadurch, dass die Zinken jeweils in Profiltälern der in Neigungsrichtung profilierten
Dachfläche angeordnet sind, können sie an die unterschiedlichsten Profilierungen angepasst
werden, sowohl was die Tiefe der Profiltäler als auch deren Breite und Abstände voneinander
betrifft. Diese Wellentäler bzw. Profiltäler können bspw. auch als Untergurte des
Profils bezeichnet werden. Die Wellenberge bzw. Profilerhebungen können bspw. auch
als Obergurte des Profils bezeichnet werden. Wenn also im Zusammenhang der vorliegenden
Anmeldung von Profiltälern oder Untergurten sowie von Profilerhebungen oder Obergurten
die Rede ist, so bezieht sich dies auf alle Arten von regelmäßig quer zur First-Traufrichtung
profilierten Dachflächen, ob dies nun kantige oder wellenförmige Profilierungen sind.
Die Zinken sind jeweils einstückig mit dem Basisabschnitt ausgebildet Zudem kann der
Basisabschnitt einstückig mit der Barriere ausgebildet sein. Die Barriere kann bspw.
als durchgängiges Blech ausgebildet sein, wahlweise mit Durchbrüchen, die insbesondere
ausgestanzt sein können. Die Zinken sind jeweils im Basisabschnitt ausgestanzt. Auf
diese Weise können die Zinken jeweils aus der Ebene des Basisabschnitts in Richtung
zur Dachfläche gebogen bzw. abgeknickt sein, wodurch sie in idealer Weise an die unterschiedlichsten
Dachkonturen und Profile angepasst werden können. So müssen keineswegs alle vorhandenen
Zinken nach unten zur Dachfläche gebogen sein, sondern vorzugsweise nur diejenigen,
die im Bereich von Profiltälern angeordnet sind. Nicht benötigte Zinken verbleiben
im ungebogenen Zustand im Basisabschnitt. Die einzeln abknickbaren Zinken ermöglichen
die Montage der Profilschiene auf dem Dach und das anschließende Aktivieren der jeweils
benötigten Zinken, um gefährdete Flächen unterhalb des Daches optimal gegen herab
rutschenden Schnee oder sich lösende Eisplatten zu sichern. Diese Schnee- oder Eisplatten
bleiben an den nach unten in Richtung zur Dachfläche gebogenen und in Firstrichtung
weisenden Zinken hängen und verhaken sich dort, wobei die Zinken durch die anliegenden
Schnee- oder Eislasten in vorteilhafter Weise zusätzlich nach unten in Richtung zur
Dachfläche gebogen werden, was ein Nachgeben oder Versagen der Schutzfunktion zuverlässig
verhindert.
[0013] Die Zinken können insbesondere jeweils als Zungen ausgebildet sein, die entlang einer
parallel zur Längserstreckungsrichtung des L-Profils verlaufenden Knick- und/oder
Biegelinie in Richtung zur Dachfläche nach unten gebogen sind. Die nicht benötigten
Zinken, die im Bereich von Profilerhebungen, Wellenbergen oder Obergurten angeordnet
sind, sind dagegen nicht nach unten gebogen, sondern bleiben ungeachtet ihres gestanzten
Umrisses in der Ebene des Basisabschnitts liegen.
[0014] Wahlweise können die Zinken als Streifen konstanter Breite mit kantiger oder abgerundeter
Spitze ausgebildet sein. Vorzugsweise jedoch verjüngen sich die Zinken jeweils in
Richtung zu ihren zur Dachfläche weisenden freien Enden und/oder laufen in Richtung
ihrer freien Enden spitz zu.
[0015] Auch wird eine als L-Profil-Schiene ausgebildete Schnee- und/oder Eisfangvorrichtung,
insbesondere für Dachflächen, die von First- in Traufrichtung geneigt und in Neigungsrichtung
profiliert sind, offenbart. Die L-Profil-Schiene umfassent einen flachen oder auch
leicht gewölbten und/oder gewellten Basisabschnitt und einen sich an einer Längsseite
anschließenden Schenkel. Im Basisabschnitt ist eine Mehrzahl von ausgeformten und
ausgestanzten Zinken vorgesehen, die jeweils als Zungen ausgebildet sind, die entlang
einer parallel zur Längserstreckungsrichtung des L-Profils verlaufenden Knick- und/oder
Biegelinie abwinkelbar sind. Die L-Profil-Schiene kann insbesondere durch einen Blechprofilabschnitt
gebildet sein, bei dem die Zinken vorzugsweise regelmäßig voneinander beabstandet
sind und jeweils gleiche Längen aufweisen. Die L-Profil-Schiene kann bspw. eine Blechstärke
von 2 bis 3 mm aufweisen, wobei als Material insbesondere lackiertes oder pulverbeschichtetes
Stahlblech, ggf. mit einer galvanischen Verzinkung oder einer Feuerverzinkung, einer
Emaillebeschichtung o. dgl. zum Einsatz kommen kann. Darüber hinaus eignen sich auch
andere Metallsorten zur Herstellung derartiger Schienen wie bspw. Kupfer, Edelstahl
(rostfreie Stahlsorten, Aluminium oder entsprechende kupfer- oder aluminiumhaltige
oder -basierte Legierungen. Sinnvolle Abmessungen können bspw. Längeneinheiten der
Profilschiene zwischen ca. 0,5 bis ca. 5 Meter Längen vorsehen. Grundsätzlich kann
die Profilschiene jedoch nahezu beliebige Längen aufweisen. Der Basisabschnitt kann
bspw. eine Breite zwischen 80 und 150 mm aufweisen, ebenso der Barrierenabschnitt.
Die ausgestanzten Blechzungen der Zinken können bspw. jeweils Längen zwischen 50 und
ca. 120 mm aufweisen, bei Breiten der Zungen von bspw. zwischen 10 und 25 mm. Die
Abstände der Zungen voneinander können bspw. zwischen ca. 25 und 75 mm betragen. Im
Bereich der Knicklinie zur Barriere können im Basisabschnitt vorzugsweise mehrere
Langlöcher vorgesehen sein, um den Basisabschnitt problemlos auf der Dachfläche anschrauben
zu können. Die Langlöcher erlauben eine beliebige Montage auf Wellenbergen oder Profilerhebungen
der profilierten Dachfläche, unabhängig von den jeweiligen Profilteilungen und/oder
den Abständen der Wellenberge und/oder Wellentäler bzw. der Profilerhebungen oder
Profilsenken. Darüber hinaus kann der Barrierenabschnitt an seiner oberen Kante leicht
in Firstrichtung des Daches abgeknickt sein. Grundsätzlich ist es für die Funktion
unerheblich, ob der Basisabschnitt und/oder die Barriere jeweils flach oder in Längserstreckungsrichtung
der Schiene gewölbt oder profiliert sind und wie diese Wölbung oder Profilierung dimensioniert
ist, sofern vorhanden. Sofern eine solche Profilierung zumindest im Basisabschnitt
vorhanden ist, weisen die Zinken vorzugsweise ebenfalls die Profilierung auf, was
jedoch ihre Funktion in keiner Weise beeinträchtigt oder beeinflusst.
[0016] Schließlich umfasst die Erfindung eine von der First- in die Traufrichtung geneigte
und in Neigungsrichtung profilierte Dachfläche, mit wenigstens einer durchgängigen
oder unterbrochenen und abschnittsweise in Nähe einer Dachtraufe befestigten Schnee-
und/oder Eisfangvorrichtung gemäß einer Ausführungsform der vorherigen Beschreibung.Grundsätzlich
können auch mehrere parallele Reihen von derartigen Schnee- und/oder Eisfangvorrichtungen
auf der Dachfläche montiert sein, wahlweise in durchgängiger Ausgestaltung oder als
ein- oder mehrfach unterbrochene Schienen, die in den parallelen Reihen bspw. versetzt
zueinander auf der Dachfläche angeordnet sein können, falls die zu erwartenden Schneelasten
dies erfordern oder sinnvoll erscheinen lassen.
[0017] Wenn im vorliegenden Zusammenhang von einer Betriebslage oder einer aktivierten Lage
der Zinken die Rede ist, so ist damit die abgewinkelte Lage nach der Montage der Schiene
auf der Dachfläche gemeint. Die vorgestanzten Zinken, die im Bereich von Wellen- oder
Profiltälern des profilierten Daches liegen, können mit einfachen Werkzeugen abgewinkelt
und nach unten gebogen werden, so sie ihrer eigentlichen Aufgabe, dem Stoppen von
abrutschenden Schnee- und/oder Eislasten in optimaler Weise nachkommen können. Wenn
im Zusammenhang der vorliegenden Beschreibung zudem von Wellentälern und von Wellenbergen
des profilierten Daches die Rede ist, so sind damit in gleicher Weise alle denkbaren
Formen und Konturen von Profiltälern und Profilerhebungen des profilierten Daches
mit umfasst. Diese Wellentäler bzw. Profiltäler können bspw. auch als Untergurte des
Profils bezeichnet werden. Die Wellenberge bzw. Profilerhebungen können bspw. auch
als Obergurte des Profils bezeichnet werden.
[0018] Im Folgenden sollen Ausführungsbeispiele die Erfindung und ihre Vorteile anhand der
beigefügten Figuren näher erläutern. Die Größenverhältnisse der einzelnen Elemente
zueinander in den Figuren entsprechen nicht immer den realen Größenverhältnissen,
da einige Formen vereinfacht und andere Formen zur besseren Veranschaulichung vergrößert
im Verhältnis zu anderen Elementen dargestellt sind.
Fig. 1 zeigt eine schematische Perspektivansicht einer Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen
Schnee- und/oder Eisfangvorrichtung.
Fig. 2 zeigt die auf einem profilierten Gebäudedach montierte Schnee- und/oder Eisfangvorrichtung
in einer seitlichen Perspektivansicht.
Fig. 3 zeigt die Vorrichtung gemäß Fig. 2 in einer Frontalansicht in Traufrichtung
des Gebäudedachs.
[0019] Gleiche oder gleich wirkende Elemente sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen
mit gleichen Bezugsziffern bezeichnet. Ferner werden der Übersicht halber nur Bezugszeichen
in den einzelnen Figuren dargestellt, die für die Beschreibung der jeweiligen Figur
erforderlich sind. Die dargestellten Ausführungsformen stellen lediglich Beispiele
dar, wie die erfindungsgemäße Vorrichtung ausgestaltet sein kann und stellen keine
abschließende Begrenzung dar.
[0020] Die schematische Perspektivansicht der Fig. 1 zeigt eine Ausführungsvariante einer
erfindungsgemäßen Schnee- und/oder Eisfangvorrichtung. Die Fig. 2 zeigt die auf einem
profilierten Gebäudedach montierte Schnee- und/oder Eisfangvorrichtung in einer seitlichen
Perspektivansicht, während die Fig. 3 die Vorrichtung gemäß Fig. 2 in einer Frontalansicht
in Traufrichtung des Gebäudedachs verdeutlicht. Die in den Figuren 1 bis 3 dargestellte
Schnee- und/oder Eisfangvorrichtung 10 ist zur Montage auf Dachflächen vorgesehen,
die von Firstrichtung FR in Traufrichtung TR geneigt und in Neigungsrichtung profiliert
sind. Die Vorrichtung 10 umfasst eine quer zur Neigungsrichtung der Dachfläche 12
verlaufende Schiene 14, die ein L-Profil mit einem ungefähr parallel zur Dachfläche
12 verlaufenden Basisabschnitt 16 und einer sich daran anschließenden, gegenüber der
Dachfläche 12 aufragenden Barriere 18 aufweist, die je nach ihrer Höhe die eigentliche
Schneelast zurückhält. Im gezeigten Ausführungsbeispiel kann die Barriere mehrere
regelmäßig voneinander beabstandete Durchbrüche 20 aufweisen, die wahlweise entsprechend
der in Fig. 1 gezeigten Darstellung oder auch anders geformt sein können. Grundsätzlich
sind die Durchbrüche 20 jedoch für die Funktion der erfindungsgemäßen Vorrichtung
10 unerheblich.
[0021] Gemäß der Erfindung weist die Schnee- und/oder Eisfangvorrichtung 10 eine Mehrzahl
von im Basisabschnitt 16 ausgeformten Zinken 22 auf, die in ihrer Betriebslage (vgl.
Fig. 2 und Fig. 3) jeweils mit der Oberfläche des Basisabschnitts 16 einen spitzen
Winkel einschließen und in Firstrichtung FR schräg zur Dachfläche 12 weisen. Einige
der regelmäßig voneinander beabstandeten Zinken 22 sind in ihrer Betriebslage jeweils
in Wellen- oder Profiltälern 24 der in Neigungsrichtung profilierten Dachfläche 12
angeordnet, wodurch sie an die unterschiedlichsten Profilierungen der Dachfläche 12
angepasst werden können, sowohl was die Tiefe der Wellen- oder Profiltäler 24 als
auch deren Breite und Abstände voneinander betrifft, was anhand der Fig. 3 besonders
gut erkennbar ist. Im Basisabschnitt 16 sind in Nähe der rechtwinkelig nach oben ragenden
Barriere 18 eine Reihe von Langlöchern 26 angeordnet, die zum Anschrauben auf der
Dachfläche 12 dienen, wie dies in Fig. 2 und in Fig. 3 verdeutlicht ist. Zu diesem
Zweck sind an einigen oder an allen Wellenbergen oder Profilerhebungen 28 der Dachfläche
12 sog. Stockschrauben 30 verankert, an denen die Schiene 14 verschraubt werden kann,
indem die Stockschrauben 30 an passenden Positionen durch die Langlöcher 26 geführt
und mittels Gewindemuttern 32 in gewünschter Höhe befestigt werden.
[0022] Die Zinken 22 sind jeweils einstückig mit dem Basisabschnitt 16 ausgebildet. Ebenso
ist der Basisabschnitt 16 einstückig mit der Barriere 18 ausgebildet. Die gesamte
Schiene 14 kann in einfacher Weise durch einen Stanz- und Abkantvorgang aus einem
geeigneten Stück Stahlblech gefertigt sein. Die Zinken 22 können insbesondere ausgestanzt
sein, wie dies in Fig. 1 erkennbar ist. Auf diese Weise können nach Montage der Schiene
14 auf der Dachfläche 12 die jeweils im Bereich von Wellen- oder Profiltälern 24 angeordneten
Zinken 22 entsprechend Fig. 3 jeweils aus der Ebene des Basisabschnitts 16 in Richtung
zur Dachfläche 12 gebogen bzw. abgeknickt werden, wodurch sie in idealer Weise an
die unterschiedlichsten Dachkonturen und Profile angepasst werden können. Dieses Abbiegen
oder Abknicken der Zinken 22 kann nach der Montage der Schiene 14 auf der Dachfläche
12 mit einfachem Werkzeug von Hand erfolgen.
[0023] Wie die Figuren 2 und 3 verdeutlichen, sind nicht alle vorhandenen Zinken 22 nach
unten zur Dachfläche 12 gebogen, sondern nur diejenigen, die im Bereich der Wellen-
oder Profiltäler 24 angeordnet sind. Nicht benötigte Zinken 22, die im Bereich von
Wellenbergen oder Profilerhebungen 28 angeordnet sind, verbleiben ungebogen im Basisabschnitt
16, ungeachtet ihrer Ausstanzungen. Die einzeln abknickbaren Zinken 22 ermöglichen
die Montage der Profilschiene 14 auf dem Dach 12 und das anschließende Aktivieren
der jeweils benötigten Zinken 22, um das Dach 12 optimal gegen herab rutschenden Schnee
oder sich lösende Eisplatten abzusichern. Solche Schnee- oder Eisplatten bleiben an
den nach unten in Richtung zur Dachfläche 12 gebogenen und in Firstrichtung FR weisenden
Zinken 22 hängen und verhaken sich dort, wobei die Zinken 22 durch die anliegenden
Schnee- oder Eislasten in vorteilhafter Weise zusätzlich nach unten in Richtung zur
Dachfläche 12 gebogen werden, was ein Nachgeben oder Versagen der Schutzfunktion zuverlässig
verhindert.
[0024] Die L-Profil-Schiene 14 kann insbesondere durch einen Blechprofilabschnitt gebildet
sein, bei dem die Zinken 22 vorzugsweise regelmäßig voneinander beabstandet sind und
jeweils gleiche Längen aufweisen. Die L-Profil-Schiene 14 kann bspw. eine Blechstärke
von 2 bis 3 mm aufweisen, wobei als Material insbesondere lackiertes oder pulverbeschichtetes
Stahlblech, ggf. mit einer galvanischen Verzinkung oder einer Feuerverzinkung o. dgl.
Beschichtung zum Einsatz kommen kann. Darüber hinaus können die Schienen 14 auch aus
anderen Metallsorten gefertigt sein, so bspw. aus Kupfer, Aluminium oder rostfreiem
und/oder lackiertem Stahl. Sinnvolle Abmessungen können bspw. Längeneinheiten der
Profilschiene 14 zwischen ca. 0,5 bis ca. 5 Meter Längen vorsehen. Grundsätzlich kann
die Profilschiene 14 jedoch nahezu beliebige Längen aufweisen. Der Basisabschnitt
16 kann bspw. eine Breite zwischen 80 und 150 mm aufweisen, ebenso der Barrierenabschnitt
18. Die ausgestanzten Blechzungen der Zinken 22 können bspw. jeweils Längen zwischen
50 und ca. 120 mm aufweisen, bei Breiten der Zungen von bspw. zwischen 10 und 25 mm.
Die Abstände der Zungen voneinander können bspw. zwischen ca. 25 und 75 mm betragen.
Im Bereich der Knicklinie zur Barriere 18 sind im Basisabschnitt 16 vorzugsweise mehrere
Langlöcher 26 vorgesehen (vgl. Fig. 1), um den Basisabschnitt 16 problemlos auf der
Dachfläche 12 anschrauben zu können. Die Langlöcher 26 erlauben eine beliebige Montage
auf Wellenbergen oder Profilerhebungen 28 der profilierten Dachfläche 12, unabhängig
von den jeweiligen Profilteilungen und/oder den Abständen der Wellenbergen oder Profilerhebungen
28 und/oder Wellen- oder Profiltäler 24. Darüber hinaus kann der Barrierenabschnitt
18 an seiner oberen Kante leicht in Firstrichtung des Daches abgeknickt sein.
[0025] Die Erfindung wurde unter Bezugnahme auf eine bevorzugte Ausführungsform beschrieben.
Es ist jedoch für einen Fachmann vorstellbar, dass Abwandlungen oder Änderungen der
Erfindung gemacht werden können, ohne dabei den Schutzbereich der nachstehenden Ansprüche
zu verlassen.
Bezugszeichenliste:
[0026]
- 10
- Schnee- und/oder Eisfangvorrichtung
- 12
- Dachfläche
- 14
- Schiene, Profilschiene
- 16
- Basisabschnitt
- 18
- Barriere
- 20
- Durchbruch
- 22
- Zinken, Zungen
- 24
- Profiltal, Profilsenke, Untergurt (Wellental)
- 26
- Langloch
- 28
- Profilerhebung, Obergurt (Wellenberg)
- 30
- Stockschraube
- 32
- Gewindemutter
- FR
- Firstrichtung
- TR
- Traufrichtung
1. Schnee- und/oder Eisfangvorrichtung (10) für Dachflächen (12), die von First- (FR)
in Traufrichtung (TR) geneigt und in Neigungsrichtung profiliert sind, umfassend eine
quer zur Neigungsrichtung der Dachfläche (12) verlaufende Schiene (14), die ein L-Profil
mit einem im Gebrauchszustand ungefähr parallel zur Dachfläche (12) verlaufenden Basisabschnitt
(16) und einer sich daran anschließenden, gegenüber der Dachfläche (12) aufragenden
Barriere (18) und eine Mehrzahl von jeweils einstückig mit dem Basisabschnitt (16)
ausgebildeten Zinken (22) aufweist, wobei die Zinken (22) im Basisabschnitt (16) ausgeformt-und
ausgestanzt sind, wobei
- zumindest einige Zinken (22) jeweils mit der Oberfläche des Basisabschnitts (16)
einen spitzen Winkel einschließen und in Firstrichtung (FR) schräg zur Dachfläche
(12) weisen und
- nicht benötigte Zinken (22) ungeachtet ihrer Ausstanzung ungebogen im Basisabschnitt
(16) verbleiben können.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der die Zinken (22) jeweils in Profiltälern (24)
der in Neigungsrichtung profilierten Dachfläche (12) angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, bei welcher der Basisabschnitt (16) einstückig
mit der Barriere (18) ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei der die Zinken (22) jeweils als
Zungen ausgebildet sind, von denen zumindest einige entlang einer parallel zur Längserstreckungsrichtung
des L-Profils (14) verlaufenden Knick- und/oder Biegelinie in Richtung zur Dachfläche
(12) nach unten gebogen sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei der sich die Zinken (22) jeweils
in Richtung zu ihren zur Dachfläche (12) weisenden freien Enden verjüngen und/oder
spitz zulaufen.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei der die Zinken (22) regelmäßig voneinander
beabstandet sind und jeweils gleiche Längen aufweisen.
7. Von First- in Traufrichtung geneigte und in Neigungsrichtung profilierte Dachfläche
(12), mit einer durchgängigen oder unterbrochenen und abschnittsweise, vorzugsweise
in Nähe einer Dachtraufe oder in mehreren parallelen und/oder versetzten Reihen auf
der Dachfläche (12) befestigten Schnee- und/oder Eisfangvorrichtung (10) nach einem
der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
- Zinken (22), die im Bereich von Profilerhebungen, Wellenbergen oder Obergurten angeordnet
sind, nicht nach unten gebogen sind und ungeachtet ihrer Ausstanzung ungebogen im
Basisabschnitt verbleiben.
1. A snow guard and/or ice guard device (10) for roof surfaces (12) that are sloped from
ridge direction (FR) to eaves direction (TR) and that are profiled in slope direction,
comprising a rail (14) running transversely to the slope direction of the roof surface
(12), which rail (14) has an L-profile with a base section (16) running approximately
parallel to the roof surface (12) in a state of being used, and, subsequent thereto,
with a barrier (18) rising up from the roof surface (12), and a plurality of tines
(22) that are in each case formed in one piece with the base section (16), wherein
the tines (22) are formed in the base section (16) and are punched out, wherein
- at least some tines (22) together with the surface of the base section (16) in each
case enclose an acute angle and face in ridge direction (FR) obliquely to the roof
surface (12), and
- tines (22) that are not required can remain unbent in the base section (16) regardless
of their being punched out.
2. The device as recited in claim 1, with the tines (22) being in each case disposed
in profile valleys (24) of the roof surface (12) that is profiled in slope direction.
3. The device as recited in claim 1 or claim 2, with the base section (16) being formed
in one piece with the barrier (18).
4. The device as recited in one of the claims 1 to 3, with the tines (22) each being
formed as tongues, at least some of which are bent downward toward the roof surface
(12) along a folding line and/or bending line running parallel to the longitudinal
extension direction of the L-profile (14).
5. The device as recited in one of the claims 1 to 4, with the tines (22) each tapering
and/or becoming pointed toward their free ends facing toward the roof surface (12).
6. The device as recited in one of the claims 1 to 5, with the tines (22) being regularly
spaced apart from each other and each having the same lengths.
7. A roof surface (12) that is sloped from ridge direction (FR) to eaves direction (TR)
and that is profiled in slope direction, with a continuous or interrupted snow guard
and/or ice guard device (10) as recited in one of the claims 1 to 6, the snow guard
and/or ice guard device (10) being attached in sections, preferably in the vicinity
of eaves or in a plurality of parallel and/or offset rows on the roof surface (12),
characterised in that
- tines (22) that are disposed in the area of profile crests, of wave crests, or of
top flanges are not bent downward and remain unbent in the base section regardless
of their being punched out.
1. Dispositif pare-neige et/ou pare-glace (10) pour des surfaces de toit (12) qui sont
inclinées de la direction de faîte (FR) dans la direction de chéneau (TR) et qui sont
profilées dans la direction d'inclinaison, comprenant un rail (14) qui s'étend transversalement
à la direction d'inclinaison de la surface de toit (12) et qui présente un profilé
en L ayant une portion de base (16) s'étendant à peu près parallèlement à la surface
de toit (12) en état d'utilisation et une barrière (18) contiguë à celle-ci et se
dressant par rapport à la surface de toit (12), ainsi qu'une pluralité de dents (22)
réalisées chacune d'un seul tenant avec ladite portion de base (16), dans lequel lesdites
dents (22) sont formées et découpées dans la portion de base (16), dans lequel
- au moins quelques-unes des dents (22) forment chacune un angle aigu avec la surface
de la portion de base (16) et montrent transversalement à la surface de toit (12)
dans la direction de faîte (FR), et
- des dents (22) dont on n'a pas besoin peuvent rester dans la portion de base (16)
sans être pliées, en dépit de leur découpage.
2. Dispositif selon la revendication 1, dans lequel les dents (22) sont disposées chacune
dans des creux de profil (24) de la surface de toit (12) profilée dans la direction
d'inclinaison.
3. Dispositif selon la revendication 1 ou la revendication 2, dans lequel ladite portion
de base (16) est réalisée d'un seul tenant avec ladite barrière (18).
4. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, dans lequel les dents
(22) sont réalisées chacune en tant que languettes dont au moins quelques-unes sont
pliées vers le bas en direction de la surface de toit (12) le long d'une ligne de
brisure et/ou de pliage s'étendant parallèlement à la direction d'extension longitudinale
du profilé en L (14).
5. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, dans lequel les dents
(22) se rétrécissent et/ou s'effilent chacune en direction de leurs extrémités libres
montrant vers la surface de toit (12).
6. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, dans lequel les dents
(22) sont espacées régulièrement les unes des autres et présentent chacune des longueurs
identiques.
7. Surface de toit (12) inclinée de la direction de faîte dans la direction de chéneau
et profilée dans la direction d'inclinaison, comprenant un dispositif pare-neige et/ou
pare-glace (10) selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, qui est continu ou
interrompu et fixé par sections, de préférence à proximité d'un chéneau ou en plusieurs
rangées parallèles et/ou décalées sur ladite surface de toit (12),
caractérisée par le fait que
- des dents (22) qui sont disposées au niveau de saillies de profil, de crêtes d'onde
ou de membrures supérieures, ne sont pas pliées vers le bas et restent dans la portion
de base sans être pliées, en dépit de leur découpage.