[0001] Die Erfindung betrifft einen Nockenwellen-Phasensteller zur Verstellung der Drehwinkelposition
einer Nockenwelle relativ zu einer Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine und spezieller
eine Verbesserung bezüglich einer Verriegelung und Entriegelung des Phasenstellers.
[0002] Zur Erhöhung von Leistung und Drehmoment, aber auch zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs
und der Abgasschadstoffemissionen von Verbrennungsmotoren für Straßenfahrzeuge haben
Nockenwellen-Phasensteller zur Variation der Einlass- und auch Auslasssteuerzeiten
Verbreitung gefunden. Aufgrund der hohen Zuverlässigkeit, aber auch im Hinblick auf
eine günstige Kosten-Nutzen-Relation haben sich hydraulische, durch das Schmieröl
für die Brennkraftmaschine betätigte Phasensteller nach dem Prinzip des hydraulischen
Schwenkmotors bewährt. Verschärfte Anforderungen an den Kraftstoffverbrauch und die
Schadstoffemission erfordern hohe Stellgeschwindigkeiten. Zur Steigerung der Stellgeschwindigkeit,
insbesondere bei niedrigem Schmieröldruck und niedriger Öltemperatur und entsprechend
hoher Viskosität, sieht die
EP 1 985 813 A2 in der Schmierölversorgung des Phasenstellers eine Druckspeichereinrichtung vor,
die auch in bezüglich der Hydraulikversorgung problematischen Betriebssituationen
der Brennkraftmaschine einen ausreichend hohen Stelldruck für den Phasensteller gewährleistet.
[0003] Die hydraulischen Phasensteller können beim Stillstand der Brennkraftmaschine leer
laufen. Beim Starten der Brennkraftmaschine kann die mit dem Phasensteller zu verstellende
Nockenwelle undefinierte Winkelpositionen einnehmen, bis der Phasensteller wieder
vollständig befüllt ist. Hierdurch verschlechtern sich das Startverhalten und die
Abgasschadstoffemissionen der Brennkraftmaschine. Zudem führt das ungleichförmige
Drehmoment der Nockenwelle bei entleertem Phasensteller zu schlagenden Geräuschen.
Zur Vermeidung dieser Effekte werden Nockenwellen-Phasensteller mit Verriegelungseinrichtungen
versehen, die gewährleisten, dass die Nockenwelle beim Start der Brennkraftmaschine
eine definierte Position in Relation zur Kurbelwelle einnimmt. Praktisch wird die
Verriegelung durch einen beispielsweise im Rotor integrierten federbelasteten Verriegelungspin
realisiert, der in eine Aufnahme des Stators eintaucht, also einriegelt, und gegen
die Federkraft einer Verriegelungsfeder durch Beaufschlagung mit dem Druckfluid des
Phasenstellers entriegelt wird. Ein Lösen der Verriegelung und eine dann mögliche
Verstellung der Phasenlage der Nockenwelle sind erst möglich, wenn sich ein für die
Verstellung der Nockenwelle ausreichender Druck im Druckfluidsystem aufgebaut hat.
Insbesondere eine Auslegung der Verriegelungseinrichtung für eine Verriegelung der
Nockenwelle in der "früh"-Winkelposition bereitet in der Praxis häufig Schwierigkeiten,
da sich bei der Entriegelung das Schleppmoment der Nockenwelle und das Verstellmoment
des Verstellers zur Verstellung der Nockenwelle in Richtung "spät" addieren und diese
Drehmomente Verkantungskräfte auf den Verriegelungspin verursachen, wodurch die Entriegelung
erschwert wird. Bei der Auslegung und Abstimmung der Verriegelungseinrichtung besteht
daher ein Zielkonflikt bezüglich einer sicheren Entriegelung bereits bei sehr niedrigen
Fluiddrücken und Nockenwellendrehzahlen einerseits und einer sicheren Verriegelung
auch unter ungünstigen Randbedingungen wie etwa beim Kaltstart der Brennkraftmaschine
bei leergelaufenem Phasensteller andererseits, insbesondere dann, wenn beim Abstellen
der Brennkraftmaschine die Verriegelungsposition nicht angefahren wurde.
[0004] Aus der
DE 196 23 818 C5 sind verriegelbare Phasensteller bekannt, bei denen sich der Verriegelungspin zu
einem freien Ende hin konisch verjüngt. Der Konus des Verriegelungspins ist so gestaltet,
dass der Rotor des Phasenstellers im Zusammenwirken des Verriegelungspins mit einer
Bohrung in eine Drehwinkelendposition gezwungen wird. Beim Entriegeln besteht die
Gefahr, dass der Verriegelungspin im Kontakt mit der Bohrung klemmt und ein sicheres
Entriegeln bei Erreichen eines Entriegelungsmindestdrucks, auf den die Verriegelungseinrichtung
ausgelegt ist, nicht gewährleistet ist.
[0005] Bei einem aus der
DE 10 2004 028 015 A1 bekannten Phasensteller weist der Verriegelungspin eine Kugel- oder Halbkugelfläche
auf, die im Verriegelungseingriff spielfrei in eine konische Aufnahme eingreift, um
den Rotor relativ zum Stator zu blockieren. Um Verschleiß automatisch zu kompensieren,
dringt die Kugel oder Halbkugel im Verriegelungseingriff nicht ganz bis zur Äquatorlinie
in die Aufnahme ein, so dass sie bei am Umfang auftretendem Verschleiß durch Federkraft
entsprechend tiefer in die Aufnahme gedrückt werden kann. Ob ein derartiger Verriegelungseingriff
bei noch nicht vollständig gefülltem Phasensteller wie etwa in der Startphase der
Brennkraftmaschine die Verriegelung gewährleistet, ist fraglich. Aufgrund der Kugelform
besteht im Verriegelungseingriff in Eingriffsrichtung gesehen auch nur Punktkontakt,
wodurch der zu kompensierende Verschleiß erhöht wird. In Bezug auf den punktartigen
Kontakt das Gleiche gilt für einen aus der
DE 10 2005 051 692 A1 bekannten Verriegelungspin, der über seinen gesamten wirksamen Eingriffsbereich eine
nach außen gewölbte, beispielsweise paraboloide Kontur aufweist. Zudem weist diese
Wirkkontur zur Ver- und Entriegelungsrichtung des Verriegelungspins eine so geringe
Neigung auf, dass auch bei nur geringfügigem Eindringen in die Aufnahme die Gefahr
eines ungewollten Blockierens des Rotors besteht.
[0006] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, einen Nockenwellen-Phasensteller mit einer Verriegelungseinrichtung
zu schaffen, die den Phasenstellers in Startphasen einer Brennkraftmaschine sicher
verriegelt, aber ein Entriegeln auch bei niedrigen Drücken eines den Phasensteller
beaufschlagenden Druckfluids, wie sie etwa im Leerlauf der betriebswarmen Brennkraftmaschine
auftreten, mit größerer Sicherheit gewährleistet, so dass auch die Gefahr reduziert
wird, dass sie im falschen Moment verriegelt, wenn der Rotor des Phasenstellers beispielsweise
aus der verriegelbaren Drehwinkelposition verstellt werden soll.
[0007] Die Erfindung geht von einem Nockenwellen-Phasensteller zur Verstellung der Drehwinkelposition
einer Nockenwelle relativ zu einer Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine aus, der einen
von der Kurbelwelle in vorzugsweise fester Drehzahlbeziehung drehantreibbaren Stator
und einen vom Stator drehantreibbaren und zum Drehantreiben der Nockenwelle mit dieser
koppelbaren Rotor umfasst. Im montierten Zustand wird der Stator von der Kurbelwelle
drehangetrieben und treibt auf den Rotor ab, der wiederum mit der Nockenwelle gekoppelt
ist und dadurch die Nockenwelle drehantreibt. Der Stator kann insbesondere mit einem
Antriebsrad eines Zugmitteltriebs, beispielsweise Ketten- oder Zahnriementriebs, oder
eines Zahnradtriebs, drehmomentfest verbunden sein, wobei das Antriebsrad vorzugsweise
ein fester Bestandteil des Stators ist. Der Rotor ist im montierten Zustand drehmomentübertragend,
vorzugsweise drehfest, mit der Nockenwelle verbunden, also für solch eine Montage
eingerichtet.
[0008] Der Nockenwellen-Phasensteller weist wenigstens eine Frühstellkammer zur Erzeugung
eines auf den Rotor relativ zum Stator in Richtung Voreilung wirkenden Drehmoments
und wenigstens eine Spätstellkammer zur Erzeugung eines auf den Rotor in die Gegendrehrichtung
relativ zum Stator in Richtung Nacheilung wirkenden Drehmoments auf. Vorzugsweise
umfasst der Phasenstellers mehrere Frühstellkammern und mehrere Spätstellkammern,
um die zur Erzeugung des jeweiligen Drehmoments erforderliche Kraft um die Drehachse
des Rotors gleichmäßig und auf eine größere Druckfläche zu verteilen. Für die Verstellung
der Drehwinkelposition des Rotors in Richtung Frühstellung bzw. Voreilung ist die
wenigstens eine Frühstellkammer oder sind die bevorzugt mehreren Frühstellkammern
gemeinsam mit dem Druckfluid beaufschlagbar und die wenigstens eine Spätstellkammer
oder die bevorzugt mehreren Spätstellkammern in Bezug auf den Druck entlastbar. Das
Umgekehrte gilt für eine Verstellung des Rotors in Richtung Spätstellung bzw. Nacheilung.
In bevorzugten Ausführungen sind die Früh- und Spätstellkammer(n) mittels einer Regelungseinrichtung
auch derart wechselseitig mit dem Druckfluid beaufschlagbar, dass der Rotor nicht
nur in einer der beiden oder in den beiden Endpositionen, der Frühstellung oder der
Spätstellung, sondern auch in einer Drehwinkelzwischenposition, von beiden Endpositionen
beabstandet, geregelt eingestellt werden kann.
[0009] Das Druckfluid kann in Abhängigkeit von der Drehzahl der Kurbelwelle gefördert werden,
so dass sein Druck mit der Drehzahl der Kurbelwelle steigt. Die Abhängigkeit kann
beispielsweise derart sein, dass der Druck des Druckfluids der Drehzahl quasi ständig
folgt, im Extremfall kontinuierlich, die Abhängigkeit kann aber auch so gestaltet
sein, dass der Druck des Druckfluids bei steigender Drehzahl der Kurbelwelle nur in
diskreten Schritten, in Stufen, gegebenenfalls auch nur in einer einzigen Stufe steigt.
Das Druckfluid wird in bevorzugten Ausführungen mittels einer Verdrängerpumpe gefördert,
die von der Brennkraftmaschine in Abhängigkeit von der Drehzahl der Kurbelwelle angetrieben
wird. Der Phasenstellers ist für die Zuführung des Druckfluids zu den Stellkammern
an eine Hochdruckseite eines Druckfluidsystems und für die Abführung des Druckfluids
aus den Stellkammern an eine Niederdruckseite des Druckfluidsystems anschließbar.
[0010] Bei dem Druckfluid kann es sich insbesondere um ein der Schmierung der Brennkraftmaschine
dienendes Schmieröl handeln. Die Vorrichtung kann entsprechend in einem Schmierölversorgungssystem
der Brennkraftmaschine angeordnet sein, das in diesem Fall das Druckfluidsystem bildet.
[0011] Der Phasensteller umfasst eine Verriegelungseinrichtung, die zwischen einem Verriegelungszustand
und einem Freigabezustand wechseln kann. Im Verriegelungszustand blockiert sie den
Rotor in einer bestimmten Drehwinkelposition relativ zum Stator formschlüssig. Sie
ist im Verriegelungszustand mit dem Druckfluid beaufschlagbar, derart, dass sie durch
Beaufschlagung mit dem Druckfluid gegen eine Federkraft in den die Verstellung der
Drehwinkelposition des Rotors zulassenden Freigabezustand wechselt, wenn der Druck
des Druckfluids einen Entriegelungsmindestdruck erreicht hat.
[0012] Die Verriegelungseinrichtung umfasst einen hin und her beweglichen Verriegelungspin,
der gegen eine Federkraft aus einem Verriegelungseingriff und entsprechend mittels
der Federkraft in den Verriegelungseingriff beweglich ist. Der Verriegelungseingriff
des Pins entspricht dem Verriegelungszustand der Verriegelungseinrichtung. Zur Erzeugung
der Federkraft kann eine Verriegelungsfeder, vorzugsweise eine mechanische Feder,
vorgesehen sein. Der Verriegelungspin kann insbesondere am Rotor abgestützt sein und
vom Rotor in eine Ver- und Entriegelungsrichtung zwischen dem Verriegelungseingriff
und einer dem Freigabezustand entsprechenden Freigabeposition hin und her beweglich
geführt sein. Der Verriegelungspin kann über die Verriegelungsfeder am Rotor in die
Entriegelungsrichtung beweglich abgestützt sein. Grundsätzlich wäre eine Abstützung
am Stator und Führung durch den Stator aber stattdessen ebenfalls möglich. Der Verriegelungspin
ist in und aus dem Ver- und Entriegelungseingriff in die vorzugsweise über eine Stirnseite
des Rotors oder des Stators hinausführende Verriegelungsrichtung beweglich abgestützt,
bevorzugt wie gesagt am Rotor, grundsätzlich wäre aber auch eine radiale Beweglichkeit
des Verriegelungspins denkbar. Besonders bevorzugt wird eine axiale Beweglichkeit.
[0013] Die Verriegelungseinrichtung umfasst ferner eine Aufnahme für ein Zusammenwirken
mit dem Verriegelungspin. Bei Abstützung des Pins am Rotor, ist die Aufnahme drehfest
mit dem Stator. Bei Abstützung des Pins am Stator, ist die Aufnahme drehfest mit dem
Rotor. Die Aufnahme weist eine Öffnung auf, durch die der Verriegelungspin bei bestehendem
Verriegelungseingriff mit einem Eingriffsbereich in die Aufnahme eingreift. Der Eingriffsbereich
umfasst einen bis zum freien Ende des Pins erstreckten vorderen Pinabschnitt und einen
vom freien Ende entfernten, zumindest durch den vorderen Pinabschnitt vom freien Ende
getrennten hinteren Pinabschnitt, der sich im Verriegelungseingriff vom freien Ende
des Pins aus gesehen bis wenigstens auf die Höhe des Rands der Öffnung der Aufnahme
erstreckt.
[0014] Die Aufnahme weist Aufnahmeabschnitte auf, die in Ver- und Entriegelungsrichtung
mit den Pinabschnitten korrespondierende Längen aufweisen, nämlich einen unteren Aufnahmeabschnitt,
der wenigstens so lang wie der vordere Pinabschnitt ist, und einen oberen Aufnahmeabschnitt,
der sich vom Rand der Aufnahmeöffnung, dem Öffnungsrand, in Richtung auf den unteren
Aufnahmeabschnitt, vorzugsweise bis zum unteren Aufnahmeabschnitt erstreckt und so
lang wie der hintere Pinabschnitt ist. Im Verriegelungseingriff überlappen der vordere
Pinabschnitt mit dem unteren Aufnahmeabschnitt und der hintere Pinabschnitt mit dem
oberen Aufnahmeabschnitt.
[0015] Nach der Erfindung wirkt im Verriegelungseingriff von Verriegelungspin und Aufnahme
entweder der hintere Pinabschnitt mit dem oberen Aufnahmeabschnitt oder der vordere
Pinabschnitt mit dem unteren Aufnahmeabschnitt blockierend zusammen. Der Verriegelungspin
wird mit anderen Worten in der zweiten Alternative mit seinem vorderen Pinabschnitt
im unteren Aufnahmeabschnitt blockiert, aber nicht im hinteren Pinabschnitt. In der
bevorzugten ersten Alternative wird die Blockierung im Zusammenwirken des hinteren
Pinabschnitts und oberen Aufnahmeabschnitts erzielt, während vom vorderen Pinabschnitt
keine Blockierwirkung ausgeht. In der ersten Alternative weist der vordere Pinabschnitt
an seinem äußeren Umfang zur Ver- und Entriegelungsrichtung eine Neigung auf, die
über die gesamte Länge des vorderen Pinabschnitts so groß ist, dass der Rotor nur
durch den Eingriff des vorderen Pinabschnitts nicht blockierbar ist, also der Eingriff
des hinteren Pinabschnitt die Blockierung bewirkt. In der zweiten Alternative weist
stattdessen der obere Aufnahmeabschnitt an einem inneren Umfang zur Ver- und Entriegelungsrichtung
eine Neigung auf, die über die gesamte Länge des oberen Aufnahmeabschnitts so groß
ist, dass der Rotor nur durch Eingriff des vorderen Pinabschnitts in den oberen Aufnahmeabschnitt
nicht blockiert werden kann, jedoch der Eingriff des vorderen Pinabschnitts in den
unteren Aufnahmeabschnitt die Blockierung bewirkt. Da Leckagen mit zunehmendem Querschnitt
der Öffnung der Aufnahme schwieriger zu verhindern sind, wird einer Verjüngung des
Verriegelungspins im vorderen Pinabschnitts gegenüber einer Aufweitung der Aufnahme
zur Aufnahmeöffnung hin der Vorzug gegeben.
[0016] Der vordere Pinabschnitt ist in Ver- und Entriegelungsrichtung wenigstens 0.2 mal,
vorzugsweise wenigstens halb so lang wie der hintere Pinabschnitt. Andererseits ist
der hintere Pinabschnitt zweckmäßigerweise wenigstens halb so lang wie der vordere
Pinabschnitt. Vorzugsweise ist das Verhältnis der Länge des vorderen Pinabschnitts
zur Länge des hinteren Pinabschnitts gleich 1 ± 0.5. Der vordere Pinabschnitt kann
sogar länger als der hintere Pinabschnitt sein. Vorzugsweise ist jedoch der hintere
Pinabschnitt länger als der vordere. Zweckmäßigerweise ist zumindest derjenige Pinabschnitt,
der im Verriegelungseingriff im Zusammenwirken mit dem zugeordneten Aufnahmeabschnitt
die Blockierung bewirkt, wenigstens 0.5 mm, bevorzugt wenigstens 1 mm lang. Im Verriegelungseingriff
sollte zwischen denjenigen Abschnitten, die blockierend zusammenwirken, in Ver- und
Entriegelungsrichtung Linienkontakt bestehen. Bevorzugt besteht ein flächiger Blockierkontakt.
[0017] Die vorstehend für das Längenverhältnis genannte untere Grenze, dass nämlich der
hintere Pinabschnitt bis zu etwa fünfmal so lang wie der vordere Pinabschnitt sein
kann, gilt insbesondere für Ausführungen, in denen sich sowohl der vordere Pinabschnitt
ausgeprägt verjüngt als auch der obere Aufnahmeabschnitt vom Öffnungsrand der Aufnahme
ausgeprägt verjüngt bzw., anders ausgedrückt, sich zum Öffnungsrand hin mit einer
großen Neigung aufweitet. Die für das Längenverhältnis von vorderem Pinabschnitt zu
hinterem Pinabschnitt genannte untere Grenze gilt insbesondere auch oder stattdessen
für Ausführungen, in denen der hintere Pinabschnitt und hierzu vorzugsweise korrespondierend
der obere Aufnahmeabschnitt nicht zylindrisch ist oder sind, sondern sich ebenfalls
in Richtung zum vorderen Pinabschnitt bzw. unteren Aufnahmeabschnitt verjüngt, vorzugsweise
sich jeweils verjüngen und in derartigen Ausbildungen bevorzugt kongruent. Der Verriegelungspin
weist in derartigen Ausführungen vorzugsweise den sich ausgeprägt verjüngenden vorderen
Pinabschnitt und den sich weniger stark verjüngenden, vorzugsweise mit einer geringen
Neigung von höchstens 20° sich verjüngenden hinteren Pinabschnitt auf. Vorzugsweise
verjüngt sich der hintere Pinabschnitt in derartigen Ausführungen über seine gesamte,
im Verriegelungszustand in die Aufnahme ragende Länge. Die Aufnahme verjüngt sich
in derartigen Ausführungen vorzugsweise vom Öffnungsrand bis zum unteren Aufnahmeabschnitt
oder bis in ihren Grund in einem sich an den unteren Aufnahmeabschnitt anschließenden
unteren Teilabschnitt des oberen Aufnahmeabschnitts, gegebenenfalls auch im unteren
Aufnahmeabschnitt, mit einer geringen Neigung, die zweckmäßigerweise gleich oder geringer
als 20°, bevorzugter gleich oder geringer als 10° ist. Ein oberer Teilabschnitt des
oberen Aufnahmeabschnitts, der sich bis zum Öffnungsrand erstreckt, kann die bereits
genannte ausgeprägte Neigung von vorzugsweise mehr als 30° aufweisen. Der hintere
Pinabschnitt oder der obere Aufnahmeabschnitt bzw. der untere Teilabschnitt des oberen
Aufnahmeabschnitts ist oder sind in derartigen Ausführungen mit solch einer Neigung
versehen, die im Verriegelungseingriff eine Blockierung des Verriegelungspins sicherstellt.
[0018] Die genannte Neigung, entweder des vorderen Pinabschnitts oder des oberen Aufnahmeabschnitts
oder des oberen Teilabschnitts des oberen Aufnahmeabschnitts, ist größer als 30°,
um eine Selbsthemmung von Pin und Aufnahme zu vermeiden. Vorzugsweise ist die gegen
die Ver- und Entriegelungsrichtung gemessene Neigung wenigstens 45°. Die Neigung beträgt
vorzugsweise weniger als 80° und noch bevorzugter höchstens 75°. Die Neigung kann
insbesondere 60° ± 10° betragen. Falls der vordere Pinabschnitt sich in Richtung auf
das freie Ende des Verriegelungspins verjüngt, kann der vordere Pinabschnitt zumindest
in einem Umfangswirkbereich, in dem der vordere Pinabschnitt den Öffnungsrand der
Aufnahme kontaktieren kann, konisch, also mit konstanter Neigung, oder mit variabler
Neigung und in solchen Ausführungen vorzugsweise von außen gesehen konkav verjüngt
sein. Besonders bevorzugt ist der vordere Pinabschnitt kegelstumpfförmig. In Ausführungen,
in denen sich der obere Aufnahmeabschnitt in Richtung auf den unteren Aufnahmeabschnitt
verjüngt bzw. sich in Richtung auf den Rand der Aufnahmeöffnung aufweitet, gilt sinngemäß
das gleiche.
[0019] Falls im Verriegelungseingriff wie bevorzugt der hintere Pinabschnitt mit dem oberen
Aufnahmeabschnitt in dem Blockierkontakt ist, kann der hintere Pinabschnitt über wenigstens
einen Teil seiner Länge, vorzugsweise über seine gesamte Länge, wenigstens in einem
Umfangwirkbereich, mit dem er im Verriegelungseingriff im Blockierkontakt ist, zylindrisch
sein oder eine Neigung von weniger als 20°, vorzugsweise weniger als 10° aufweisen.
Sinngemäß das gleiche gilt in der alternativen Ausführung für den vorderen Pinabschnitt,
falls nämlich der vordere Pinabschnitt im Verriegelungseingriff mit dem unteren Aufnahmeabschnitt
im Blockierkontakt ist.
[0020] Der Verriegelungspin ist in bevorzugten einfachen Ausführungen um eine in die Ver-
und Entriegelungsrichtung weisende Längsachse rotationssymmetrisch. Die Aufnahme ist
in bevorzugten einfachen Ausführungen in Bezug auf eine in Ver- und Entriegelungsrichtung
weisende Längsachse rotationssymmetrisch. Rotationssymmetrie ist insbesondere mit
Blick auf die Fertigungskosten, aber auch in Bezug auf die Abdichtproblematik günstig.
[0021] In bevorzugten Ausführungen ist der hintere Pinabschnitts zylindrisch oder mit einer
Neigung von weniger als 20°, vorzugsweise weniger als 10° konisch und der vordere
Pinabschnitt konisch mit einer gegen die Ver- und Entriegelungsrichtung gemessenen
Neigung von vorzugsweise 60° ± 10°.
[0022] Der Verriegelungspin ist am vorderen Ende vorzugsweise abgeflacht. Er kann am vorderen
Ende aber stattdessen auch ballig, nach außen gewölbt sein. In bevorzugten Ausführungen
ist der vordere Pinabschnitt kegelstumpfförmig, so dass am vorderen Ende des Verriegelungspins
eine plane, zur Ver-und Entriegelungsrichtung orthogonale Stirnfläche erhalten wird.
[0023] Im unteren Aufnahmeabschnitt ist an der dem Verriegelungspin im Verriegelungseingriff
gegenüberliegenden Stirnfläche in einem zentralen Flächenbereich vorzugsweise eine
lokale, flache Erhebung gebildet, gegen die der Verriegelungspin im Verriegelungseingriff
zur Anlage gelangt, um den Verriegelungspin im Verriegelungseingriff von der besagten
Stirnfläche der Aufnahme freizuhalten und einen raschen Druckaufbau zum Entriegeln
zu fördern. Verjüngt sich der vordere Pinabschnitt bis zum freien Ende des Verriegelungspins
wird eine Freistellung für einen raschen Druckaufbau aber auch bereits von Hause aus
erhalten.
[0024] Der Rotor wird im Verriegelungseingriff des Verriegelungspins relativ zum Stator
vorzugsweise in einer Frühstellung fixiert. Die Verriegelungseinrichtung könnte durch
entsprechende Anordnung von Verriegelungspin und Aufnahme stattdessen aber auch dafür
eingerichtet sein, den Rotor in der Spätstellung im Verriegelungseingriff zu fixieren
oder aber in einer zwischen diesen beiden Extrempositionen liegenden Zwischenstellung.
Die Verriegelungseinrichtung kann in noch einer Variante dafür eingerichtet sein,
den Rotor in mehr als nur einer einzigen der genannten Stellungen relativ zum Stator
in jeweils einem Verriegelungseingriff zu fixieren. Für das Entriegeln ist eine Beaufschlagung
der Verriegelungseinrichtung durch das Druckfluid der Frühstellkammer von Vorteil.
Die Druckbeaufschlagung der Frühstellkammer entlastet die Verriegelungseinrichtung
zumindest zu einem Teil vom Schleppmoment der Nockenwelle, so dass dem Entriegeln
entgegenwirkende Quer- bzw. Scherkräfte im Vergleich zu einer Beaufschlagung der Verriegelungseinrichtung
aus der Spätstellkammer verringert werden. Es gibt Anlass zu der Vermutung, dass die
von Schleppmomentschwankungen herrührenden Druckpulsationen in der Frühstellkammer
bei im Verriegelungseingriff bestehendem Verriegelungsspiel den Verriegelungseingriff
von Quer- bzw. Scherkräften entlasten und die Entriegelung erleichtern oder überhaupt
erst ermöglichen. Eine Erhöhung des Schleppmoments bewirkt über ein Verriegelungsspiel
eine geringfügige Verkleinerung der Frühstellkammer, so dass der Druck sich in der
Frühstellkammer erhöht und die Verriegelungseinrichtung im Verriegelungseingriff entlastet.
In bevorzugten Ausführungen ist die Verriegelungseinrichtung zum Lösen des Verriegelungseingriffs
nur mit der Frühstellkammer verbunden.
[0025] Andererseits kann es von Vorteil sein, wenn die Verriegelungseinrichtung zum Lösen
des Verriegelungseingriffs direkt mit der Spätstellkammer oder indirekt mit dieser
über eine Zuführung oder Abführung zu oder von der Spätstellkammer, vorzugsweise nur
mit der Spätstellkammer direkt oder indirekt verbunden ist. Hierdurch kann bei Verriegelung
in der Frühstellung besonders sicher gewährleistet werden, dass sich der Verriegelungspin
beim Abstellen der Brennkraftmaschine in den Verriegelungseingriff bewegt, da der
Einfahrbewegung in die Aufnahme kein etwa noch vorhandener Restdruck aus der Frühstellkammer
entgegenwirken kann. Bei Verriegelung in der Frühstellung kann dies insbesondere in
Ausführungen mit Druckspeicher von Vorteil sein und auch in Ausführungen, in denen
stromaufwärts solch eines Druckspeichers oder, ungeachtet der Frage, ob ein Druckspeicher
vorgesehen ist, stromaufwärts von einem Steuerventil des Phasenstellers oder gegebenenfalls
im Steuerventil des Phasenstellers eine Rücksperreinrichtung vorgesehen ist.
[0026] Der Verriegelungspin weist vorzugsweise wenigstens eine Druckfläche auf, an der er
mit dem Druckfluid beaufschlagbar ist, um den Verriegelungspin aus dem Verriegelungseingriff
in die Freigabeposition zu bewegen und die Verriegelungseinrichtung dadurch in die
Freigabezustand zu überführen. Der Verriegelungspin kann als ein einfacher Kolben
mit nur einer einzigen Druckfläche für die Beaufschlagung mit dem Druckfluid gebildet
sein. In bevorzugten ersten Ausführungen ist der Verriegelungspin als Stufenkolben
ausgeführt und weist den Eingriffsbereich und einen Führungsabschnitt auf. Der Verriegelungspin
weist eine erste Druckfläche in einem Übergangsbereich zwischen dem Eingriffsbereich
und dem Führungsabschnitt auf. Eine zweite Druckfläche ist am Eingriffsbereich vorgesehen.
Die Druckflächen sind jeweils mit dem Druckfluid beaufschlagbar, um den Verriegelungseingriff
zu lösen. Die erste und die zweite Druckfläche können fluidisch voneinander getrennt
und die eine der Druckflächen mit der Frühstellkammer und die andere mit der Spätstellkammer
verbunden sein, wie dies bei Phasenstellern mit stufigem Verriegelungspin üblich ist,
um sowohl bei Druckbeaufschlagung der Frühstellkammer als auch bei Druckbeaufschlagung
der Spätstellkammer entriegeln zu können. In bevorzugten Ausführungen der Erfindung
sind die erste Druckfläche und die zweite Druckfläche hingegen miteinander verbunden,
so dass das Druckfluid zum Lösen des Verriegelungseingriffs zu einer der Druckflächen
und von dort zu der anderen der Druckflächen gelangt. Eine Zuführung kann stattdessen
auch verzweigen und von der Verzweigungsstelle zu jeder der Druckflächen geführt werden.
Eine kombinierte Beaufschlagung findet in derartigen Ausführungen mit fluidisch verbundenen
Druckflächen nicht statt. Die Verriegelungseinrichtung ist nur entweder mit der Spätstellkammer
oder nur mit der Frühstellkammer verbunden, allerdings werden entsprechend dem Druck
in der betreffenden Stellkammer beide Druckflächen zugleich beaufschlagt. Es ergibt
sich eine im Vergleich zum Stand der Technik große Druckgesamtfläche und hierdurch
eine auch bei kleinem Druck im Vergleich größere für das Entriegeln zur Verfügung
stehende Kraft. Daher kann die Verriegelungsfeder eine größere Federsteifigkeit als
sonst bei Stufenkolben üblich aufweisen oder mit höherer Vorspannung eingebaut sein.
Entsprechend sicher hält die Verriegelungsfeder den Verriegelungspin bis zum Erreichen
des Entriegelungsmindestdrucks im Verriegelungseingriff. Die Druckflächen werden vorzugsweise
über einen bezüglich der Verriegelungseinrichtung inneren Verbindungskanal miteinander
verbunden, so dass der Strömungswiderstand innerhalb der Verbindung gering ist. Der
Verbindungskanal ist vorzugsweise ein geometrisch gesehen innerer Kanal des Rotors.
[0027] In vorteilhaften Ausführungen, in denen der Rotor den Verriegelungspin beweglich
lagert, weist dieser einen in Bezug auf die Verriegelungseinrichtung äußeren Verbindungskanal
auf, der in eine der
[0028] Stellkammern, vorzugsweise die Frühstellkammer, mündet und die Verriegelungseinrichtung
zum Lösen des Verriegelungseingriffs mit dieser Stellkammer verbindet, vorzugsweise
kurzschließt. Bevorzugt ist die Verriegelungseinrichtung nur über den Rotor mit der
betreffenden Stellkammer verbunden. Der äußere Verbindungskanal mündet an einer äußeren
Fläche des Rotors, die die betreffende Stellkammer begrenzt. Hierdurch entsteht eine
kurze, konstruktiv einfache, hydraulisch verlustarme Verbindung zwischen dieser Stellkammer,
die im Folgenden auch als Entriegelungsstellkammer bezeichnet wird, und der einzigen
Druckfläche oder der alternativ mehreren Druckflächen des Verriegelungspins.
[0029] Der Verriegelungspin ist vorzugsweise in einem radial abragenden Flügel des Rotors
beweglich angeordnet. Der Verbindungskanal zwischen Verriegelungseinrichtung und Entriegelungsstellkammer
kann auf kurzem Wege aus einer inneren Kammer des Rotorflügels, die von besagter Druckfläche
des Verriegelungspins an einer Seite begrenzt wird, bis zur Mündung an der Seitenfläche
des Rotorflügels direkt in die Entriegelungsstellkammer, vorzugsweise die Frühstellkammer,
geführt sein, bevorzugt als nur gerader Kanal ohne Richtungsänderung. Die Mündung
des äußeren Verbindungskanals weist von beiden Stirnseite des Rotors vorzugsweise
jeweils einen Abstand auf, so dass die Mündung vollständig in der Rotorflügelfläche
liegt.
[0030] Ist der Verriegelungspin nicht als Stufenkolben, sondern als einfacher Kolben mit
einfach zylindrischer Führung gebildet, kann mit Vorteil in Ausführungen, in denen
der Verriegelungspin im Rotor beweglich geführt wird, im Führungsbereich, d.h. am
Führungsumfangsbereich des Verriegelungspins oder am Führungsumfangsbereich des Rotors,
der innere Verbindungskanal vorgesehen sein. Bevorzugt wird auch für derartige Ausführungen,
dass der externe Verbindungskanal unmittelbar die Entriegelungsstellkammer mit dem
internen Verbindungskanal verbindet, indem der externe Verbindungskanal des Rotors
sowohl unmittelbar in die Entriegelungsstellkammer als auch unmittelbar in den internen
Verbindungskanal mündet, wobei im Mündungsbereich ein Verteilerraum gebildet sein
kann, beispielsweise eine umlaufende Vertiefung an einer der beiden genannten Führungsumfangsflächen.
[0031] Bei Anordnung des Verriegelungspins in einem Rotorflügel ist es von Vorteil, wenn
der Verriegelungspin in einer Stirnansicht des Rotors gesehen in Umfangsrichtung exzentrisch
angeordnet ist. Bezogen auf eine Radiale zur Drehachse des Rotors, die den Rotorflügel
in der Stirnansicht gesehen mittig teilt, ist der Verriegelungspin zumindest mit seinem
Zentrum nicht auf der Radialen angeordnet, sondern in Umfangsrichtung daneben. Vorzugsweise
ist der Verriegelungspin in der Stirnansicht gesehen in Umfangsrichtung näher bei
der Entriegelungsstellkammer als bei der zur anderen Seite des Rotorflügels befindlichen
Stellkammer angeordnet. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die Verriegelungseinrichtung
zum Lösen des Verriegelungseingriffs unmittelbar mit der Entriegelungsstellkammer
verbunden ist. An der Stirnseite des Rotorflügels wird in Umfangsrichtung ein vorteilhaft
langer Dichtsteg zwischen der Führung für den Verriegelungspin und der gegenüberliegenden
Stellkammer erhalten.
[0032] Ein Merkmal, dass mit der in Umfangsrichtung exzentrischen Anordnung vorteilhafterweise
gemeinsam, grundsätzlich aber auch stattdessen verwirklicht sein kann, ist eine Anordnung
des Verriegelungspins näher einem radialen Ende des Rotorflügels als der Drehachse.
Eine Anordnung nahe dem radialen Ende trägt ebenfalls zur Reduzierung der bereits
diskutierten Scherkraft bei, die das Entriegeln erschwert.
[0033] Zur Anordnung des Verriegelungspins im Rotorflügel ist noch zu bemerken, dass in
den bevorzugten mehrflügligen Ausführungen des Rotors derjenige Flügel, in dem der
Verriegelungspin beweglich angeordnet ist, in Umfangsrichtung gemessen vorzugsweise
breiter ist als der wenigstens eine andere oder die mehreren anderen Flügel des Rotors.
Dies schafft Bauraum für die Verriegelungseinrichtung und ermöglicht an der Rotorstimseite
die Ausbildung eines langen Dichtstegs an der in Bezug auf die Umfangsrichtung von
der Entriegelungssteilkammer abgewandten Seite der Verriegelungseinrichtung. Der Abstand
der beiden Statorflügel, zwischen die der breitere Rotorflügel ragt, ist vorteilhafterweise
der größeren Flügelbreite angepasst ebenfalls größer als zwischen dem oder den anderen
einander benachbarten Paar(en) von Statorflügeln, vorzugsweise um zumindest im Wesentlichen
die Differenz in der Rotorflügelbreite.
[0034] In einer Weiterbildung ist in der Fluidzuführung zum Phasensteller eine Druckspeichereinrichtung
angeordnet, um die Druckfluidversorgung und somit eine dem Betrieb der Brennkraftmaschine
angemessene Stellgeschwindigkeit des Phasenstellers auch bei kurzzeitigen Druckschwankungen
im Druckfluidsystem zu gewährleisten. Druckschwankungen können beispielsweise bei
Lastwechseln, beim Starten der Brennkraftmaschine oder bei Stellvorgängen des Phasenstellers
oder mit dem Druckfluid zu versorgender weiterer Aggregate auftreten. Fällt der Systemdruck
in der Druckfluidversorgung stromauf vom Phasensteller und der Druckspeichereinrichtung
bei einer derartigen Druckschwankung ab, versorgt die Druckspeichereinrichtung den
Phasensteller bis entweder der Systemdruck stromauf von Phasensteller und Druckspeichereinrichtung
wieder über den Druck der Druckspeichereinrichtung angestiegen oder die Druckspeichereinrichtung
entleert ist. Das Speichervolumen der Druckspeichereinrichtung ist vorteilhafterweise
wenigstens so groß, dass im Falle eines Druckabfalls gewährleistet ist, dass der Phasensteller
wenigstens einen kompletten Stellvorgang, bevorzugt wenigstens zwei komplette Stellvorgänge,
aus einer in die andere Endposition ausführen kann.
[0035] Die Druckspeichereinrichtung umfasst eine Federeinrichtung und wenigstens eine Speicherkammer,
die gegen eine rückstellende Federkraft der Federeinrichtung mit dem Druckfluid befüllbar
ist. Die Federeinrichtung kann von einem einzigen Federglied gebildet werden oder
auch mehrere Federglieder in einer geeigneten Federschaltung umfassen. Das Federglied
oder die mehreren Federglieder kann oder können Gasdruckfeder(n), insbesondere pneumatische
Feder(n), oder bevorzugt eine oder mehrere mechanische Feder(n) sein. Besonders geeignet
sind auf Druck gespannte Schraubenfedern.
[0036] Die Druckspeichereinrichtung weist eine die Speicherkammer begrenzende Wandstruktur
auf, die zum Laden der Druckspeichereinrichtung gegen die Federkraft und zum Entladen
durch die Federkraft beweglich ist. Das gefüllte Volumen der Speicherkammer entspricht
vorzugsweise stets dem Gleichgewicht von Fluiddruck und Federkraft, so dass die Druckspeichereinrichtung
während des Betriebs der Brennkraftmaschine jederzeit ohne Verzug ihre Ausgleichsfunktion
erfüllen kann. Die bewegliche Wandstruktur kann eine elastisch flexible, aber fluiddichte
Wandstruktur oder vorzugsweise ein in der Druckkammer hin und her beweglicher Kolben
sein. Im ersten Fall kann die Wandstruktur an einer Kammerwand der Speicherkammer
befestigt sein. Sie kann selbst die Federeinrichtung bilden. Der Druckspeicher wäre
in einer derartigen Ausführung ein Membranspeicher mit einer elastischen oder gegebenenfalls
nur flexiblen Membran, die im letzteren Fall von einem zusätzlichen Federglied gespannt
wird. In bevorzugten Ausführungen als Kolben stützt sich der Kolben an der Federeinrichtung
ab.
[0037] Ist die Wandstruktur als hin und her beweglicher Kolben gebildet, kann die Speicherkammer
in ersten Ausführungen über den Umfang des Kolbens allein durch einen entsprechend
engen Spalt, dichtringlos, oder aber mit einem Dichtring, vorzugsweise Kolbenring,
oder gegebenenfalls auch mehreren in Richtung der hin und hergehenden Beweglichkeit
des Kolbens voneinander beabstandeten Dichtringen abgedichtet sein. Ein Kolbenring
ist vorteilhafterweise aus einem der Wärmedehnung nach artgleichen Material wie der
Kolben geformt. So kann der Kolben insbesondere aus Aluminium oder einer Aluminiumbasislegierung
und ein als Kolbenring gebildeter Dichtring oder gegebenenfalls mehrere solcher Dichtringe
jeweils ebenfalls aus Aluminium oder einer Aluminiumbasislegierung gefertigt sein,
wobei im Falle von chemisch nicht exakt gleichen Materialien die unterschiedlichen
Materialien den gleichen oder nahezu gleiche Wärmedehnungskoeffizienten aufweisen.
Der Dichtring kann an zumindest seiner den Spalt dichtenden Dichtfläche reibungsvermindernd
beschichtet sein, beispielsweise eine Hardcoat
®-Glatt-Gleitschicht (HC-GL-Gleitschicht) aufweisen. Eine solche Gleitschicht kann
insbesondere durch Eloxieren hergestellt werden, wobei Hardcoat
®-Glatt-Elektrolyte aus einer Mischung von Oxalsäure und Additiven bestehen können.
In der Regel wird Schwefelsäure verwendet
[0038] Die Druckspeichereinrichtung kann insbesondere so ausgelegt sein, dass sich die Speicherkammer
gegen die Federkraft der Federeinrichtung bereits bei einem Füllbeginndruck zu füllen
beginnt, der höchstens so groß wie ein Heißleerlaufdruck im Zuführzweig der Druckfluidversorgung
ist. Die Druckspeichereinrichtung ist in bevorzugten Ausführungen so ausgelegt, dass
sich die Speicherkammer bei Überschreiten des Heißleerlaufdrucks gegen die Federkraft
weiter füllt. In bevorzugten Ausführungen liegt der Füllbeginndruck unter dem Heißleerlaufdruck,
so dass der Füllvorgang bereits unterhalb des Heißleerlaufdrucks beginnt und die Speicherkammer
bei im Zuführzweig herrschendem Heißleerlaufdruck bereits teilweise gefüllt ist und
ihre Ausgleichsfunktion erfüllen kann, um in diesem kritischen Zustand der Brennkraftmaschine
erforderlichenfalls Druckfluid für den Phasensteller bereit zu stellen. Wäre die Druckspeichereinrichtung
bereits dann vollständig gefüllt, wenn der Zuführzweig unter Heißleerlaufdruck steht,
könnte bei einer Erhöhung der Drehzahl der Kurbelwelle eine an die erhöhte Drehzahl
angepasste Verstellgeschwindigkeit durch den Phasenstellers nicht erzielt werden,
da die Speicherkammer Druckfluid nur mit Heißleerlaufdruck nachlieferte. Eine derartige
Auslegung soll andererseits aber auch nicht ausgeschlossen werden. Bei bevorzugter
Auslegung hingegen liefert die Druckspeichereinrichtung in solch einem Bedarfsfall
das Druckfluid mit einem über dem Heißleerlaufdruck liegenden Druck nach und gewährleistet
daher auch noch bei höheren Drehzahlen der Kurbelwelle eine ausreichend schnelle Verstellung
der Phasenlage der Nockenwelle, bei denen bezogen auf die Anzahl der Verbrennungszyklen
pro Zeiteinheit absolut nur eine kürzere Zeitspanne für die Verstellung zur Verfügung
steht. Ist die Druckspeichereinrichtung wie bevorzugt stromabwärts von einer Rücksperreinrichtung,
also zwischen der Sperreinrichtung und dem Phasenstellers angeordnet, kann sie sich
sogar im Heißleerlauf der Brennkraftmaschine dann teilweise aufladen, wenn ihr Füllbeginndruck
dem Heißleerlaufdruck entspricht, insbesondere bei Druckpulsationen in der oder den
beaufschlagten Stellkammern. Die Druckspeichereinrichtung kann derartige Druckpulsationen
bei niedriger Drehzahl und insbesondere auch bei über der Leerlaufdrehzahl liegenden
Drehzahlen ausgleichen, so dass der Phasensteller auch dann noch mit angepasster Stellgeschwindigkeit
arbeitet.
[0039] Von Vorteil ist, wenn die Druckspeichereinrichtung so ausgelegt ist, insbesondere
nach Volumen und Querschnittsfläche der Speicherkammer und Federkraft, dass die in
Bogengrad pro Sekunde gemessene Stellgeschwindigkeit, mit der die Drehwinkelposition
des Rotors relativ zum Stator verstellt wird, bis wenigstens zur 1,5-fachen oder bevorzugt
bis wenigstens zur doppelten, noch bevorzugter bis wenigstens zur dreifachen Leerlaufdrehzahl
der Brennkraftmaschine bei Druckabfall im Zuführzweig durch Nachlieferung aus der
Druckspeichereinrichtung der Frequenz der Verbrennungszyklen der Brennkraftmaschine
angepasst ist. Das Verhältnis von Phasensteller-Stellgeschwindigkeit und Kurbelwellendrehzahl
ist in derartigen Ausführungen wenigstens bis zur 1,5-fachen oder doppelten, vorzugsweise
bis wenigstens zur dreifachen Leerlaufdrehzahl auch bei Druckschwankungen zumindest
im Wesentlichen konstant.
[0040] Der Heißleerlaufdruck kann im Zuführzweig des Druckfluidsystems unmittelbar stromauf
vom Phasensteller oder der Druckspeichereinrichtung gemessen werden. Sind der Phasensteller
und die Druckspeichereinrichtung wie bevorzugt mittels einer Rücksperreinrichtung
von anderen mit dem Druckfluid zu versorgenden Verbrauchern getrennt, so dass Druckfluid
nicht von der die Druckspeichereinrichtung und den Phasensteller, gegebenenfalls einen
oder mehrere weitere Phasensteller umfassenden Vorrichtung im Zuführzweig zurückströmen
kann, wird der als Bezugsgröße dienende Heißleerlaufdruck vorzugsweise unmittelbar
stromauf von einer Absperrstelle der Rücksperreinrichtung gemessen, sonst vorteilhafterweise
stromauf vom Speicher und möglichst nahe bei diesem. Unter Heißleerlaufdruck wird
wie üblich der Druck bei Leerlauf im betriebswarmen Zustand der Brennkraftmaschine
verstanden, in dem die Temperatur des Druckfluids, falls es sich hierbei um das Schmieröl
handelt, beispielsweise im Bereich von etwa 80° bis 120°C liegt. Da höherfrequente
Druckschwankungen im Zuführzweig unvermeidbar sind, nämlich Druckschwankungen mit
einer höheren Frequenz als mittels der Druckspeichereinrichtung auszugleichenden Druckschwankungen,
wird als die Bezugsgröße der sich unter solch höherfrequenten Druckschwankungen ergebende
Mittelwert des Drucks verstanden. Höherfrequente Druckschwankungen können beispielsweise
durch Förderpulsationen einer das Druckfluid fördernden Pumpe oder Rohrleitungsschwingungen
entstehen. Die Frequenz dieser Schwankungen ist so hoch, dass der Druck für die praktischen
Belange, auch die Versorgung der erfindungsgemäßen Vorrichtung, durch den Mittelwert
repräsentiert wird. In Bezug auf Druckpulsationen aufgrund Schleppmomentschwankungen,
die von der Nockenwelle herrühren und auf den Phasensteller wirken, kann dies für
den oberen Drehzahlbereich der Kurbelwelle ebenfalls gelten, während im unteren und
vorzugsweise auch noch bis wenigstens in den mittleren Drehzahlbereich solche Druckpulsationen
vorteilhafterweise zumindest teilweise von der Druckspeichereinrichtung ausgeglichen
werden.
[0041] In bevorzugten Ausführungen ist die Verriegelungseinrichtung so ausgelegt, dass der
Entriegelungsmindestdruck höchstens so groß wie der Heißleerlaufdruck oder der Füllbeginndruck
ist. Das Wort "oder" wird hier wie auch sonst von der Erfindung im üblichen logischen
Sinne eines "inklusiv oder" verstanden, umfasst also sowohl die Bedeutung von "entweder
... oder" als auch die Bedeutung von "und", soweit sich aus dem jeweils konkreten
Zusammenhang nicht ausschließlich nur eine dieser beiden Bedeutungen ergeben kann.
Bezogen auf den Entriegelungsmindestdruck bedeutet dies, dass dieser in einer ersten
Variante höchstens so groß wie der Heißleerlaufdruck, vorzugsweise kleiner als der
Heißleerlaufdruck, und in einer zweiten Variante höchstens so groß wie der Füllbeginndruck,
vorzugsweise kleiner als der Füllbeginndruck, ist. Die zweite Variante beinhaltet
aufgrund der erfindungsgemäßen Auslegung der Druckspeichereinrichtung auch die "und"-Bedeutung
des Worts "oder", da der Entriegelungsmindestdruck bei Verwirklichung der zweiten
Variante von Hause aus höchstens so groß wie der Heißleerlaufdruck ist.
[0042] Umfasst der Phasensteller die Druckspeichereinrichtung, ist diese vorzugsweise mit
der Verriegelungseinrichtung verbunden, so dass im Falle von Druckschwankungen eine
frühzeitige Entriegelung des Phasenstellers mittels der Druckspeichereinrichtung sicherer
gewährleistet werden kann. Ist der Entriegelungsmindestdruck kleiner als der Füllbeginndruck,
setzt vor dem Entriegeln der Verriegelungseinrichtung auch nicht zuerst das Befüllen
der Druckspeichereinrichtung ein, was zu einer Verzögerung der Entriegelung führen
würde. Stellt die Verriegelungseinrichtung im Verriegelungseingriff die Fixierung
des Rotors wie bevorzugt formschlüssig her, so wirken im Verriegelungseingriff nicht
nur die aus dem Verriegelungseingriff führende Druckkraft des Druckfluids, sondern
auch eine quer zu dieser Druckkraft weisende Scherkraft. Die Scherkraft hängt vom
Schleppmoment der Nockenwelle ab, die bei bestehendem Verriegelungseingriff über den
Stator, den Verriegelungseingriff und den Rotor drehangetriegen wird, und ferner von
den Druckverhältnissen in den Stellkammern. Entsprechend ist insbesondere bei in Frühstellung
verriegeltem Rotor eine frühzeitige Entriegelung, bei niedriger Drehzahl, auch im
Hinblick auf eine vorteilhaft niedrige Scherkraft erstrebenswert. Die erläuterte Abstimmung
von Druckspeicher- und Verriegelungseinrichtung gewährleistet eine frühzeitige, dennoch
sichere Entriegelung des Phasenstellers und eine ausreichende Stellgeschwindigkeit
auch im Lastbetrieb der Brennkraftmaschine, oberhalb der Heißleerlaufdrehzahl, in
Kombination.
[0043] In der Praxis können der Entriegelungsmindestdruck beispielsweise 0,4-0,8 bar, der
Füllbeginndruck entsprechend höher, beispielsweise 0,5-1,0 bar, und ein Mindestfülldruck,
bei dessen Erreichen die Speicherkammer vollständig gefüllt ist, beispielsweise 1,5-2,5
bar betragen. Der Heißleerlaufdruck liegt entsprechend zwischen dem Füllbeginndruck
und dem für die vollständige Befüllung der Speicherkammer erforderlichen Mindestfülldruck.
Wie bereits zum Heißleerlaufdruck erläutert, werden als repräsentative Maßzahlen für
die unterschiedlichen Kenndrücke die sich aus den höherfrequenten Druckschwankungen
ergebenden Druckmittelwerte verwendet. Die miteinander zu vergleichenden Drücke werden
zweckmäßigerweise in stationären Betriebszuständen der Brennkraftmaschine gemessen,
in denen auch keine zusätzlichen Aggregate, die optional an das Druckfluidversorgungssystem
angeschlossen sein können, zu- oder abgeschaltet werden. Während der Messung führt
der Phasensteller zweckmäßigerweise auch keinen Stellvorgang aus.
[0044] Die Druckspeichereinrichtung ist in bevorzugten Ausführungen in einem Anbaugehäuse
angeordnet, das an einem Maschinengehäuse der Brennkraftmaschine, beispielsweise einem
Hauptgehäuse oder einem Zylinderkopfgehäuse des Maschinengehäuses montiert werden
kann. Auf diese Weise kann die Druckspeichereinrichtung durch Montage des Anbaugehäuses
als Einheit an der Brennkraftmaschine montiert werden. Falls der Phasensteller und
die Druckspeichereinrichtung mittels einer Rücksperreinrichtung vom restlichen Druckfluidsystem
getrennt sind, nämlich in Bezug auf ein Zurückströmen durch den Zuführzweig, kann
auch die Rücksperreinrichtung vorteilhafterweise im Anbaugehäuse angeordnet sein.
Ungeachtet der Anordnung der Druckspeichereinrichtung und der Rücksperreinrichtung
in einem gemeinsamen Anbaugehäuse oder separat voneinander, ist die Rücksperreinrichtung
vorzugsweise nur dem Phasensteller oder gegebenenfalls mehreren Phasenstellern für
mehrere Nockenwellen zugeordnet, sichert also speziell nur den Phasensteller oder
gegebenenfalls mehrere Phasensteller gegen ein Zurückströmen von Druckfluid durch
die Fluidzuführung ab, sollte der Druck unmittelbar stromauf von der Rücksperreinrichtung
kleiner als der stromabwärtige Druck sein. Die Druckspeichereinrichtung ist vorzugsweise
zusammen mit dem Phasensteller und diesem unmittelbar zugeordnet ebenfalls stromabwärts
von der Rücksperreinrichtung, also im Fluidstrom zwischen der Rücksperreinrichtung
und dem Phasensteller angeordnet.
[0045] In einer Weiterbildung ist an einer Montageseite des Anbaugehäuse, mit dem dieses
an der Brennkraftmaschine, vorzugsweise dem Maschinengehäuse, befestigt wird, eine
separat vom Anbaugehäuse gefertigte Dichtung angeordnet, die mittels wenigstens eines
Zentrierelements, das bei der Montage des Anbaugehäuses für eine einfache korrekte
Positionierung des Anbaugehäuses relativ zur Brennkraftmaschine dient, am Anbaugehäuse
gehalten wird. Vorzugsweise ist die Dichtung an mehreren derartigen Zentrierelementen
des Anbaugehäuses an diesem gehalten. Die Halterung am Anbaugehäuse kann reibschlüssig
sein, ist aber vorzugsweise formschlüssig oder beinhaltet zumindest einen Formschluss,
indem die Dichtung in einem Hintergriff mit dem wenigstens einen Zentrierelement oder
bevorzugt im Hintergriff mit jeweils einem von mehreren Zentrierelementen ist. Das
oder die Zentrierelement(e) können an einer an der Montageseite gelegenen Fügefläche
des Anbaugehäuses insbesondere vorragen. Die Fügefläche des Anbaugehäuses, an der
das oder die Zentrierelement(e) abragt oder abragen oder alternativ als Vertiefung(en)
geformt ist oder sind, ist eine Fläche, mit der im montierten Zustand das Anbaugehäuse
gegen die Brennkraftmaschine gespannt wird, vorzugsweise mittels einer Schraubverbindung.
Es kann sich insbesondere um eine Stirnfläche handeln, die eine Drehachse der Stator-Rotor-Anordnung
umgibt. Die Halterung der Dichtung ist vorzugsweise verliersicher, also derart ausgebildet,
dass die Dichtung in der für die Montage geeigneten Position relativ zum Anbaugehäuse
auch dann verbleibt, wenn das Anbaugehäuse mit der Montageseite frei nach unten weisend
gehalten wird. Das wenigstens eine der Halterung der Dichtung dienende Zentrierelement
oder wenigstens eines von mehreren der Halterung der Dichtung dienenden Zentrierelemente
kann einen Durchgang aufweisen, beispielsweise als Hülse geformt sein, wobei der Durchgang
ausreichend groß ist, um durch solch ein hohles Zentrierelement eine Schraube für
eine Schraubverbindung mit der Brennkraftmaschine oder ein bolzenförmiges Spannelement
einer anderen Fügeverbindung führen zu können. Die Anmelderin behält es sich vor,
auf ein Anbaugehäuse für den Phasensteller oder die Druckspeichereinrichtung, insbesondere
ein Anbaugehäuse gemeinsam für die Druckspeichereinrichtung und die Rücksperreinrichtung,
optional auch dem Phasensteller, mit einer derart gehaltenen Dichtung einen eigenen
Anspruch zu richten. Ganz allgemein ist die Halterung der Dichtung aber auch für die
Verbindung eines anderen Zwecken dienenden Gehäuses an der Brennkraftmaschine oder
einem anderen Aggregat von Vorteil.
[0046] Der Rotor und der Stator bilden wie bereits erwähnt in bevorzugten Ausführungen einen
hydraulischen Schwenkmotor. In solch einer Ausbildung können der Rotor und der Stator
zueinander innenachsig angeordnet sein und jeweils wenigstens einen radial abragenden
Flügel aufweisen. Grundsätzlich kann zwar der Rotor ein Hohlrad und mit wenigstens
einem nach innen abragenden Flügel und der Stator ein Innenrad mit wenigstens einem
nach radial außen abragenden Flügel sein. Bevorzugt bildet jedoch der Stator das Hohlrad
und weist wenigstens einen, vorzugsweise mehrere nach innen vorragende Flügel auf,
und der Rotor bildet das Innenrad mit wenigstens einem, vorzugsweise mehreren nach
außen vorragenden Flügel(n). Der oder die Rotorflügel und der oder die Statorflügel
begrenzen in Umfangsrichtung die Stellkammern. Wird die Frühstellkammer mit Druckfluid
beaufschlagt, erzeugt dies eine in Umfangsrichtung wirkende Kraft und somit ein Drehmoment,
das relativ zum Stator gesehen in Richtung Brühstellung bzw. Voreilung auf den Rotor
wirkt. Umgekehrt liegen die Verhältnisse, wenn die Spätstellkammer mit dem Druckfluid
beaufschlagt und die Frühstellkammer entlastet wird.
[0047] Wird der Phasensteller wie bevorzugt mit dem Schmieröl für die Brennkraftmaschine
betrieben, kann das Schmieröl von der Nockenwelle zum Phasenstellers und der optionalen
Druckspeichereinrichtung oder über die Druckspeichereinrichtung zur Nockenwelle und
von dieser zum Phasensteller geführt werden. Grundsätzlich muss das Schmieröl aber
nicht über die Nockenwelle zum Phasensteller geführt, sondern kann diesem auch auf
anderem Wege zugeführt werden. In ersten Ausführungen wird das Druckfluid über die
Druckspeichereinrichtung zum Phasensteller geführt, d.h. das Druckfluid strömt in
die Speicherkammer und wird nur über diese dem Phasensteller bzw. den Stellkammern
zugeführt. Die Druckspeichereinrichtung ist in den ersten Ausführungen im Hauptstrom
angeordnet. In zweiten Ausführungen sind die Stellkammern und die Druckspeichereinrichtung
in Bezug auf die Fluidströmung parallel angeordnet, wobei auf dem Strömungsweg des
Druckfluids zu der oder den Stellkammern eine Abzweigung zur Druckspeichereinrichtung
führt. Die Druckspeichereinrichtung ist in den zweiten Ausführungen im Nebenstrom
angeordnet, bezogen auf den zum Phasensteller führenden Hauptstrom. Der Hauptstrom
zur erfindungsgemäßen Vorrichtung ist zum Versorgungsstrom beispielsweise zu Zylindern
der Brennkraftmaschine oder Lagern der Nockenwelle und dergleichen vorzugsweise parallel
angeordnet, so dass der Vorrichtung das Druckfluid verlustarm zuströmt.
[0048] Als besonders vorteilhaft haben sich Ausführungen erwiesen, in denen der Phasensteller
ein Steuerventil für die Steuerung des Drucks in den Stellkammern aufweist, das in
Bezug zur Stator-Rotor-Anordnung zentral, vorzugsweise an einem Ende der Nockenwelle,
und vorzugsweise auch in Bezug auf deren Drehachse zentral angeordnet ist, beispielsweise
ganz oder teilweise in einem hohlen Nockenwellenende. Das Druckfluid wird in derartigen
Ausführungen vorzugsweise über die Nockenwelle zum Steuerventil geführt und von diesem
entsprechend der gewünschten relativen Drehwinkelposition der oder den Früh- oder
Spätstellkammern(n) zugeführt.
[0049] Vorteilhafte Merkmale werden auch in den Unteransprüchen und deren Kombinationen
offenbart.
[0050] Die vorliegende Anmeldung ist auf die Verriegelung des Phasenstellers gerichtet.
Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass im Zusammenhang mit diesem Erfindungsgedanken
beschriebene weitere Erfindungsgedanken auch ohne diesen Grundgedanken mit Vorteil
zur Anwendung gelangen können. Die Anmelderin behält es sich vor, auf eine Vorrichtung
gemäß den Merkmalen (a) bis (d), optional auch noch den Merkmalen (e) und (f), eine
eigene Anmeldung zu richten, die beispielsweise die Verbindung der Verriegelungseinrichtung
mit der Entriegelungsstellkammer, nämlich entweder der Frühstellkammer, und dann vorzugsweise
nur mit der Frühstellkammer, oder der Spätstellkammer, und dann vorzugsweise nur mit
der Spätstellkammer, betrifft. Noch ein eigenständiger Gegenstand, der nicht unumgänglich
mit den Merkmalen (e) bis (h) des Anspruchs 1 verbunden sein muss, ist die Ausbildung
des Verriegelungspins als Stufenkolben und Beaufschlagung der sich hieraus ergebenden
mehreren Druckflächen, wenigstens zwei Druckflächen, mit dem gleichen Druckfluid,
bevorzugt dem Druckfluid aus der Entriegelungsstellkammer oder dem für die Entriegelungsstellkammer(n)
bestimmten Druckfluid. Noch einen weiteren, eigenständigen Gegenstand bildet die in
Bezug auf die Umfangsrichtung exzentrische Anordnung des Verriegelungspins in einem
Rotorflügel Auch dieser Erfindungsgedanke kann grundsätzlich ohne die Anspruchsmerkmale
(e) bis (h) verwirklicht werden. Allerdings ist vorzugsweise auch in solchen Ausführungen
jeweils eine Druckspeichereinrichtung vorgesehen, die in Bezug auf die Druckniveaus
wie Füllbeginndruck, Heißleerlaufdruck, Mindestfülldruck der vollständigen Befüllung
und Entriegelungsmindestdruck mit Vorteil wie unter wenigstens einem der vorstehend
erläuterten Aspekte ausgebildet sein kann. So sind folgende Merkmalskombinationen
ebenfalls von Vorteil:
- A. Vorrichtung zur Verstellung der Drehwinkelposition einer Nockenwelle relativ zu
einer Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine, die Vorrichtung umfassend:
- (a) einen mit in fester Drehzahlbeziehung von der Kurbelwelle drehantreibbaren Stator
(3),
- (b) einen vom Stator (3) drehantreibbaren und zum Drehantreiben der Nockenwelle (1)
mit dieser koppelbaren Rotor (7),
- (c) eine Frühstellkammer (8) zur Erzeugung eines auf den Rotor (7) relativ zum Stator
(3) in Richtung Voreilung wirkenden Drehmoments und eine Spätstellkammer (9) zur Erzeugung
eines auf den Rotor (7) relativ zum Stator (3) in Richtung Nacheilung wirkenden Drehmoments,
die zur Erzeugung des jeweiligen Drehmoments mit einem Druckfluid, dessen Druck bei
steigender Drehzahl der Kurbelwelle ebenfalls steigt, beaufschlagbar sind, um die
Drehwinkelposition des Rotors (7) relativ zum Stator (3) verstellen zu können,
- (d) und einen Zuführzweig (50-53) für die Zuführung und einen Abführzweig (4') für
die Abführung des Druckfluids zu und aus den Stellkammern (8, 9).
- B. Vorrichtung nach Absatz A, die ferner eine im Zuführzweig (50-53) angeordnete Druckspeichereinrichtung
(40) mit einer Federeinrichtung (43) und einer Speicherkammer (41), die gegen eine
rückstellende Federkraft der Federeinrichtung (43) mit dem Druckfluid befüllbar ist,
umfasst.
- C. Vorrichtung nach Absatz B, dadurch gekennzeichnet, dass die Speicherkammer (41)
sich gegen die Federkraft bei einem Füllbeginndruck (PFB) zu füllen beginnt, der höchstens so groß wie ein Heißleerlaufdruck (PHL) ist, den das Druckfluid im betriebswarmen Zustand im Leerlauf der Brennkraftmaschine
aufweist.
- D. Vorrichtung nach Absatz C, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Speicherkammer
(41) bei Überschreiten des Heißleerlaufdrucks (PHL) gegen die Federkraft weiter füllt.
- E. Vorrichtung nach einem der Absätze A bis D, umfassend eine Verriegelungseinrichtung
(30), die in einem Verriegelungseingriff den Rotor (7) in einer bestimmten Drehwinkelposition
relativ zum Stator (3) mechanisch fixiert und durch Beaufschlagung mit dein Druckfluid
in einen die Verstellung der Drehwinkelposition des Rotors (7) zulassenden Freigabezustand
wechselt, wenn der Druck des Druckfluids einen Entriegelungsmindestdruck (PE) erreicht hat, der höchstens so groß wie der Heißleerlaufdruck (PHL) oder der Füllbeginndruck (PFB) ist.
- F. Vorrichtung nach einem der Absätze A bis E in Kombination mit B, dadurch gekennzeichnet,
dass die Druckspeichereinrichtung (40) nach Volumen und Querschnittsfläche der Speicherkammer
(41) und Federkraft so ausgelegt ist, dass die Stellgeschwindigkeit (ϕ/s), mit der
die Drehwinkelposition des Rotors (7) relativ zum Stator (3) verstellt wird, bis wenigstens
zur 1.5-fachen, vorzugsweise bis wenigstens zur doppelten Leerlaufdrehzahl der Brennkraftmaschine
auch bei momentanem Druckabfall im stromauf der Druckspeichereinrichtung (40) gelegenen
Teil des Zuführzweigs (50-53) für das Druckfluid durch Nachlieferung aus der Druckspeichereinrichtung
(40) der Frequenz der Verbrennungszyklen der Brennkraftmaschine angepasst ist, derart,
dass das Verhältnis von Stellgeschwindigkeit und Kurbelwellendrehzahl bis wenigstens
zur 1.5-fachen, vorzugsweise bis wenigstens zur zweifachen Leerlaufdrehzahl zumindest
im Wesentlichen konstant ist.
- G. Vorrichtung nach einem der Absätze A bis F, umfassend eine Verriegelungseinrichtung
(30), die in einem Verriegelungseingriff den Rotor (7) in einer bestimmten Drehwinkelposition
relativ zum Stator (3) mechanisch fixiert und durch Beaufschlagung mit dem Druckfluid
in einen die Verstellung der Drehwinkelposition des Rotors (7) zulassenden Freigabezustand
wechselt, wobei die Verriegelungseinrichtung (30) zum Lösen des Verriegelungseingriffs
mit der Frühstellkammer (8), vorzugsweise nur mit der Frühstellkammer (8), oder der
Spätstellkammer (9), vorzugsweise nur mit der Spätstellkammer (9), verbunden ist.
- H. Vorrichtung nach einem der Absätze A bis G, umfassend eine Verriegelungseinrichtung
(30) mit einer Verriegelungsfeder (32) und einem Verriegelungspin (31; 60; 70), das
gegen eine rückstellende Federkraft der Verriegelungsfeder (32) aus einem Verriegelungseingriff,
in der es den Rotor (7) in einer bestimmten Drehwinkelposition relativ zum Stator
(3) mechanisch fixiert, durch Beaufschlagung mit dem Druckfluid in eine Freigabeposition
bewegbar ist, in der es die Verstellung der relativen Drehwinkelposition des Rotors
(7) zulässt.
- I. Vorrichtung nach Absatz H, dadurch gekennzeichnet, dass der Verriegelungspin (31;
70; 80) über die Verriegelungsfeder (32) an einem aus Rotor (7) und Stator (3) abgestützt
ist und von dem einen aus Rotor (7) und Stator (3) zwischen dem Verriegelungseingriff
und der Freigabeposition hin und her beweglich, vorzugsweise axial beweglich geführt
wird.
- J. Vorrichtung nach Absatz H oder I, dadurch gekennzeichnet, dass der Verriegelungspin
(31; 60; 70; 100) mit einem Eingriffsbereich (31b; 61, 62; 71, 72; 101, 102) im Verriegelungseingriff
in eine Aufnahme (33; 80; 90; 110) eingreift, die in einem aus Stator (3) und Rotor
(7) geformt ist, und eine bei bestehendem Verriegelungseingriff außerhalb der Aufnahme
in dem anderen aus Stator (3) und Rotor (7) befindliche ringförmige erste Druckfläche
(31c; 63; 103) und eine bei bestehendem Verriegelungseingriff in der Aufnahme befindliche
zweite Druckfläche (31d; 64; 104) aufweist, die zum Lösen des Verriegelungseingriffs
jeweils mit dem Druckfluid beauschlagbar sind, und die Druckflächen miteinander verbunden
sind, vorzugsweise über einen in Bezug auf die Verriegelungseinrichtung (30) inneren
Verbindungskanal (38), so dass das Druckfluid zum Lösen des Verriegelungseingriffs
zu einer der Druckflächen und von dort auch zu der anderen der Druckflächen gelangt,
vorzugsweise über den inneren Verbindungskanal (38).
- K. Vorrichtung nach einem der Absätze H bis J, dadurch gekennzeichnet, dass der Verriegelungspin
(31; 60; 70; 100) mit einem Eingriffsbereich (31b; 61, 62; 71, 72; 101, 102) im Verriegelungseingriff
in einer Aufnahme (33; 80; 90; 110) eingreift, die im Stator (3) geformt ist, und
im Rotor (7) ein Verbindungskanal (34) von entweder der Frühstellkammer (8) oder der
Spätstellkammer (9) zu einer Umfangsführungsfläche des Verriegelungspins (31; 60;
70; 100) und längs der Umfangsführungsfläche des Verriegelungspins ein weiterer Verbindungskanal
(38) zur Aufnahme (33; 80; 90; 110) führt, um Druckfluid aus entweder der Frühstellkammer
(8) oder der Spätstellkammer (9) in die Aufnahme zu führen und eine Druckfläche (31d;
64; 74; 104) des Verriegelungspins (31, 60; 70; 100) zum Entriegeln mit dem Druckfluid
beaufschlagen zu können.
- L. Vorrichtung nach einem der Absätze H bis K, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotor
(7) den Verriegelungspin (31; 60; 70) beweglich lagert und einen in Bezug auf die
Verriegelungseinrichtung (30) äußeren Verbindungskanal (34) aufweist, der in eine
der Stellkammern (8, 9), vorzugsweise in die Frühstellkammer (8), mündet und die Verriegelungseinrichtung
(30) zum Lösen des Verriegelungseingriffs mit dieser Stellkammer (8) verbindet.
- M. Vorrichtung nach einem der Absätze H bis L, dadurch gekennzeichnet, dass der Verriegelungspin
(31; 60; 70) in einem Flügel (7a) des Rotors (7) beweglich und in einer Stirnansicht
des Rotors (7) gesehen in Umfangsrichtung exzentrisch angeordnet ist.
- N. Vorrichtung nach einem der Absätze H bis M, dadurch gekennzeichnet, dass der Verriegelungspin
(31; 60; 70) in einem Flügel (7a) des Rotors (7) axial beweglich und einem radialen
Ende des Flügels (7a) näher als der Drehachse (R) des Rotors (7) angeordnet ist.
- O. Vorrichtung nach einem der Absätze H bis N in Kombination mit Absatz B, ferner
umfassend eine Rücksperreinrichtung (51), die im Zuführzweig (50-53) stromaufwärts
von der Druckspeichereinrichtung (40) angeordnet ist und die Zuführung des Druckfluids
zu den Stellkammern (8, 9) und der Druckspeichereinrichtung (40) zulässt, ein Rückströmen
aber verhindert, wobei zwischen der Druckspeichereinrichtung (40) und den Stellkammern
(8, 9) vorzugsweise kein weiteres mit dem Druckfluid zu versorgendes Aggregat angeordnet
ist.
- P. Vorrichtung nach einem der Absätze A bis O, dadurch gekennzeichnet, dass der Phasensteller,
für eine Montage an einem axialen Ende der Nockenwelle (1) eingerichtet ist und ein
im montierten Zustand in Bezug auf die Drehachse (R) der Nockenwelle (1) oder die
Anordnung aus Stator (3) und Rotor (7) zentrales Steuerventil (10, 20) mit einem axialen
Einlass (Pa, 22) für eine axiale Beaufschlagung eines hin und her beweglichen Ventilkolbens (20)
des Steuerventils (10, 20) mit dem Druckfluid aufweist, dass das Druckfluid dem Steuerventil
(10, 20) im montierten Zustand vorzugsweise über die Nockenwelle (1) zuführbar ist.
- Q. Vorrichtung nach Absatz P in Kombination mit Absatz B, dadurch gekennzeichnet,
dass die Druckspeichereinrichtung (40) einen an den Zuführzweig (50-53) anschließbaren
Einlass (2d) für das Druckfluid und einen mit dem Steuerventil (10, 20) verbundenen
oder verbindbaren, vorzugsweise an die Nockenwelle (1) anschließbaren Auslass (2e)
für die Versorgung des Phasenstellers, vorzugsweise über die Nockenwelle (1) aufweist,
wobei der Einlass (2d) für eine Anordnung der Druckspeichereinrichtung (40) in einem
Hauptstrom (50-53) zum Steuerventil (10, 20) zusätzlich zum Auslass (2e) vorgesehen
ist oder für eine vom Hauptstrom abgezweigte Anordnung der Druckspeichereinrichtung
(40) in einem Nebenstrom auch den Auslass bilden kann.
- R. Vorrichtung nach einem der Absätze A bis Q in Kombination mit Anspruch N, dadurch
gekennzeichnet, dass die Druckspeichereirichtung (40) und die Rücksperreinrichtung
(51) in einem an der Brennkraftmaschine montierbaren oder bereits montierten Anbaugehäuse
(2a, 2b, 2c) angeordnet sind.
- S. Vorrichtung nach Absatz R, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Montageseite des
Anbaugehäuses (2a, 2b, 2c) eine Dichtung (56), die eine Drehachse (R) des Stators
(3) und des Rotors (7) umgibt, mittels wenigstens eines Zentrierelements (57), das
von einer die Drehachse (R) umgebenden Fügefläche des Anbaugehäuses (2a, 2b, 2c) vorzugsweise
vorragt, form- oder reibschlüssig verliersicher gehalten wird.
- T. Vorrichtung nach einem der Absätze A bis S, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung
an der Brennkraftmaschine montiert und mit dem Zuführzweig (50-53) und dem Abführzweig
(4') an ein Schmierölsystem der Brennkraftmaschine angeschlossen ist.
[0051] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand von Figuren erläutert.
An den Ausführungsbeispielen offenbar werdende Merkmale bilden jeweils einzeln und
in jeder Merkmalskombination die Gegenstände der Ansprüche und auch die vorstehend
beschriebenen Ausgestaltungen vorteilhaft weiter. Es zeigen:
- Figur 1
- einen Nockenwellen-Phasensteller in einem verriegelten Zustand,
- Figur 2
- den Nockenwellen-Phasenstellers in einem entriegelten Zustand,
- Figur 3
- den Phasensteller in einem Querschnitt,
- Figur 4
- eine Verriegelungseinrichtung des Phasenstellers im Querschnittsdetail X der Figur
3,
- Figur 5
- die Verriegelungseinrichtung in einem Längsschnitt,
- Figur 6
- den Phasensteller und eine zugeordnete Druckspeichereinrichtung in einem Schnitt,
- Figur 7
- ein Anbaugehäuse, in dem der Nockenwellen-Phasensteller gemeinsam mit der Druckspeichereinrichtung
angeordnet ist,
- Figur 8
- das Anbaugehäuse mit an einer Montageseite angeordneter Dichtung,
- Figur 9
- ein Detail der Dichtung,
- Figur 10
- die Verriegelungseinrichtung für Vergleichszwecke,
- Figur 11
- eine verbesserte Verriegelungseinrichtung eines ersten erfindungsgemäßen Beispiels,
- Figur 12
- eine verbesserte Verriegelungseinrichtung eines zweiten erfindungsgemäßen Beispiels,
- Figur 13
- eine verbesserte Verriegelungseinrichtung eines dritten erfindungsgemäßen Beispiels
und
- Figur 14
- ein vergrößertes Detail der Figur 13.
[0052] Figur 1 zeigt einen Nockenwellen-Phasensteller in einem Längsschnitt. Der Nockenwellen-Phasensteller
ist an einem stirnseitigen Ende einer Nockenwelle 1 angeordnet und dient der Verstellung
der Phasenlage, also der Drehwinkelposition der Nockenwelle 1 relativ zu einer Kurbelwelle
einer Brennkraftmaschine, beispielsweise eines Antriebsmotors eines Kraftfahrzeugs.
Die Nockenwelle 1 ist um eine Drehachse R drehbar in einem Maschinengehäuse 2 der
Brennkraftmaschine, beispielsweise in einem Zylinderkopfgehäuse, gelagert.
[0053] Der Nockenwellen-Phasensteller umfasst einen Stator 3, der von der Kurbelwelle drehangetrieben
werden kann, und einen Rotor 7, der drehfest mit der Nockenwelle 1 verbunden werden
kann. Der Stator 3 setzt sich aus einem Antriebsrad 4, beispielsweise ein Kettenrad,
einem Deckel 6 und einem axial zwischen dem Antriebsrad 4 und dem Deckel 6 angeordneten
Flügelrad 5 zusammen. Das Antriebsrad 4, das Flügelrad 5 und der Deckel 6 sind drehfest
miteinander verbunden. Der Zusammenbau des Stators 3 ist nur beispielhaft. Der Stator
3 kann alternativ auch aus mehr oder anstatt aus den drei Teilen 4, 5 und 6 auch aus
nur zwei Teilen gefügt sein, etwa aus einem einstückigen Teil 4, 5 und dem Teil 6
oder aber dem Teil 4 und einem einstückigen Teil 5, 6. Grundsätzlich kann er auch
in einem einzigen Stück urgeformt werden. Das Antriebsrad 4 kann am Flügelrad 5 außen
umlaufend geformt und der Deckelbereich des Antriebsrads 4, der die Stator-Rotor-Anordnung
seitlich abdichtet, Bestandteil des Rotors 7 sein. Zusätzlich zu dem oder statt des
vom Antriebsrad 4 gebildeten Deckelbereichs kann der Deckel 6 Bestandteil des Rotors
7 sein. Der Stator 3 und der Rotor 7 bilden einen hydraulischen Schwenkmotor.
[0054] Figur 3 zeigt die Stator-Rotor-Anordnung 3, 7 in einem Querschnitt. Das Flügelrad
5 bildet eine Außenkomponente und der Rotor 7 eine Innenkomponente des Schwenkmotors.
Das hohle Flügelrad 5 weist an seinem inneren Umfang nach radial innen abragende Flügel
5a auf. Der Rotor 7 weist nach radial außen abragende Flügel 7a auf, die mit den Flügeln
5a des Stators 3 erste Stellkammern 8 und zweite Stellkammern 9 bilden. Die Stellkammern
8 sind in Umfangsrichtung jeweils zur einen Seite und die Stellkammern 9 jeweils zur
anderen Seite der Flügel 7a des Rotors 7 angeordnet. Werden die Stellkammern 8 unter
Druck gesetzt und die Stellkammern 9 entlastet, dreht der Rotor 7 relativ zum Stator
3 in Figur 3 im Uhrzeigersinn bis maximal in die in Figur 3 eingenommene Endposition.
Werden die stellkammern 9 unter Druck gesetzt und die Stellkammern 8 im Druck entlastet,
dreht der Rotor 7 gegen den Uhrzeigersinn. Die relativ zum Stator 3 stattfindende
Drehbewegung in die eine Drehrichtung entspricht einer Voreilung und die relative
Drehbewegung in die andere Richtung einer Nacheilung der Nockenwelle 1 relativ zur
Kurbelwelle.
[0055] Im Ausführungsbeispiel sind die Stellkammern 8 Frühstellkammern und die Stellkammern
9 Spätstellkammern. In Figur 3 nimmt der Rotor 7 relativ zum Stator 3 die Frühstellung
ein, in der die Nockenwelle relativ zu 1 der Kurbelwelle voreilt. Werden stattdessen
die Spätstellkammern 9 mit dem Druckfluid beaufschlagt und die Frühstellkammern 8
entlastet, dreht der Rotor 7 in Richtung Nacheilung bis maximal in eine Spätstellung.
Die Frühstellung und die Spätstellung werden jeweils durch einen Anschlagkontakt vorgegeben.
In den beiden End- oder Extremstellungen ist jeweils wenigstens einer der Rotorflügel
7a in einem Anschlagkontakt mit einem der Statorflügel 5a. In bevorzugten Ausführungen
kann der Rotor 7 nicht nur zwischen diesen beiden Drehwinkelendpositionen relativ
zum Stator 3 hin und her drehverstellt werden, sondern durch entsprechende Druckbeaufschlagung
sowohl der Frühstellkammern 8 als auch der Spätstellkammern 9 in einer beliebigen
Zwischenposition hydraulisch fixiert werden.
[0056] Der Nockenwellen-Phasensteller weist ein in Bezug auf die Stator-Rotor-Anordnung
3, 7 zentral angeordnetes Steuerventil mit einem Ventilgehäuse 10 und einem im Ventilgehäuse
10 axial hin und her verstellbar angeordneten Ventilkolben 20 auf (Fig. 1). Der Ventilkolben
20 ist hohl mit einem axial erstreckten Hohlraum 21, einem Kolbeneinlass 22 an einem
axialen Ende und einem Kolbenauslass 23, der radial durch einen den Holraum 21 umgebenden
Mantel des Ventilkolbens 20 führt. Der Ventilkolben 20 weist an seinem vom Kolbeneinlass
22 abgewandten anderen axialen Ende ein Kopplungsorgan 25 auf für eine Kopplung mit
einem Stellglied 15, das die axiale Verstellung des Ventilkolbens 20 bewirkt. Das
Kopplungsorgan 25 wirkt als Betätigungsstößel des Ventilkolben 20. Das Kopplungsorgan
25 kann mit dem den Hohlraum 21 umgebenden Kolbenmantel in einem Stück geformt oder
gegebenenfalls mit diesem axial fest gefügt sein. Es ragt an dem Stirnende des Ventilkolbens
20 ab, das dem Stellglied 15 axial zugewandt ist. Das Kopplungsorgan 25 durchragt
eine Stirnverschlusswand 11 des Ventilgehäuses 10. Die Stirnverschlusswand 11 umgibt
das Kopplungsorgan 25 in enger Passung und sorgt so trotz des hin und her beweglichen
Kopplungsorgans 25 für den fluiddichten Verschluss des Ventilgehäuses 10.
[0057] Das Stellglied 15 ist ein elektromagnetisches Stellglied, im Ausführungsbeispiel
ein Axialhub-Elektromagnet, mit einer bestrombaren Spule 16 und einem Anker 17, den
die Spule 16 umgibt. Die Spule 16 ist drehfest mit dem Maschinengehäuse 2 der Brennkraftmaschine
verbunden. Im Ausführungsbeispiel ist die Spule 16 drehfest mit einem Deckel 2b verbunden,
der wiederum mit einem am Maschinengehäuse 2 montierten Anbaugehäuseteil 2a fest verbunden
ist. Der Anker 17 ist relativ zur Spule 16 axial beweglich. Er ist mit dem Kopplungsorgan
25 unmittelbar in einem Kopplungseingriff, der als axialer Druckkontakt gebildet ist.
Bei Bestromung der Spule 16 wirkt auf den Anker 17 eine axial in Richtung auf das
Kopplungsorgan 25 gerichtete Stellkraft, die im Kopplungseingriff, einem reinen axialen
Druckkontakt, auf das Kopplungsorgan 25 und somit auf den Ventilkolben 20 wirkt. An
der Trennstelle zwischen dem mit der Nockenwelle 1 im Betrieb drehenden Ventilkolben
20 und dem nicht drehenden Stellglied 15 herrscht vorzugsweise nur Punktberührung.
Der Anker 17 weist an seinem das Kopplungsorgan 25 kontaktierenden Ende vorzugsweise
eine Kugeloberfläche auf. Alternativ oder zusätzlich könnte das Kopplungsorgans 25
an seinem Stirnende eine kugelförmige Oberfläche aufweisen. In einer Weiterbildung
ist das Kontaktende des Ankers 17 als Kugelgleitlager gebildet, indem dort eine Kugel
in einer Pfanne des Ankers 17 frei sphärisch drehbar gelagert ist.
[0058] Das Steuerventils umfasst ein Federglied 14, dessen Federkraft der Stellkraft des
Stellglieds 15 entgegenwirkt. Das Federglied 14 ist unmittelbar am Ventilgehäuse 10
und in Richtung auf das Stellglied 15 am Ventilkolben 20 abgestützt. Das Stellglied
15 wird von einer Steuerung der Brennkraftmaschine angesteuert, nämlich bestromt.
Die Ansteuerung erfolgt vorzugsweise über ein in einem Speicher der Maschinensteuerung
abgelegtes Kennfeld, beispielsweise in Abhängigkeit von der Drehzahl der Kurbelwelle,
der Last oder anderer bzw. weiterer für den Betrieb der Brennkraftmaschine relevanter
Parameter.
[0059] Der Ventilkolben 20 ist in einem zentralen axialen Hohlraum des Ventilgehäuses 10
in der erläuterten Weise hin und her bewegbar angeordnet. Es weist an seinem von der
Stirnverschlusswand 11 abgewandten axialen Ende einen axial, zentral in den Gehäusehohlraum
führenden Gehäuseeinlass P
a auf, dem über die Nockenwelle 1, nämlich einen Druckeinlass P der Nockenwelle 1,
unter Druck stehendes Fluid zuführbar ist. Bei dem Fluid kann es sich insbesondere
um ein der Schmierung der Brennkraftmaschine dienendes Schmieröl handeln, das auch
zur Schmierung beispielsweise des Spurlagers der Nockenwelle 1 dient. Das Druckfluid
wird dem Steuerventil beispielhaft wie bevorzugt durch das Spurlager der Nockenwelle
1 zugeführt, das heißt der Druckanschluss P ist an die Schmierölversorgung für das
Spurlager angeschlossen. Dieses Druckfluid strömt bei P in die Nockenwelle 1, durch
den axialen Gehäuseeinlass P
a in das Ventilgehäuse 10 und durch den zum Gehäuseeinlass P
a in axialer Flucht liegenden Kolbeneinlass 22 in den Hohlraum 21. Vom Hohlraum 21
zweigt seitlich, beispielhaft wie bevorzugt in radialer Richtung, ein Kolbenauslass
23 ab, durch den das Druckfluid in Abhängigkeit von der axialen Position des Ventilkolbens
20 entweder den Frühstellkammern 8 oder den Spätstellkammern 9 zugeführt wird, um
die Phasenlage des Rotors 7 relativ zum Stator 3 und somit die Phasenlage der Nockenwelle
1 relativ zur Kurbelwelle einzustellen. Der Kolbenauslass 23 wird von über den Umfang
des Ventilkolbens 20 verteilt angeordneten radialen Durchgängen durch den Mantel des
Ventilkolbens 20 gebildet. Der Kolbenauslass 23 ist in einem axial mittleren Abschnitt
des Ventilkolbens 20 angeordnet.
[0060] Das Ventilgehäuse 10 weist durch seinen Mantel führende Anschlüsse für die Zu- und
Abführung des Fluids zu und von den Stellkammern 8 und 9 auf. Hierbei handelt es sich
um einen Arbeitsanschluss A und einen Arbeitsanschluss B, einen dem Arbeitsanschluss
A zugeordneten Reservoiranschluss T
a und einen dem Arbeitsanschluss B zugeordneten Reservoiranschluss T
B. Die Anschlüsse A bis T
B sind jeweils gerade Durchgänge durch den Mantel des Ventilgehäuses 10. Die Anschlüsse
A, B und T
A erstrecken sich auf kürzestem Wege radial durch den Mantel. Der Reservoiranschluss
T
B erstreckt sich schräg nach außen in das Phasenstellergehäuse 2a. Der Arbeitsanschluss
B des Ventilgehäuses 10 wird von über den Umfang des Ventilgehäuses 10 verteilt angeordneten,
radial erstreckten und daher kurzen Durchgängen durch den Mantel des Ventilgehäuses
10 gebildet. Die Anschlüsse A, T
A und T
B werden ebenfalls jeweils von einer Mehrzahl von um die zentrale Achse R verteilt
angeordneten Durchgangskanälen gebildet.
[0061] Figur 1 zeigt den Ventilkolben 20 in einer ersten axialen Kolbenposition, in der
ihn das Federglied 14 hält. In der ersten Kolbenposition ist der Kolbenauslass 23
mit dem Arbeitsanschluss B verbunden. Das über den Druckanschluss P der Nockenwelle
1 zugeführte Druckfluid strömt in axialer Richtung durch den axialen Gehäuseeinlass
P
a und den Kolbeneinlass 22 in den Hohlraum 21 des Ventilkolbens 20 und von dort durch
den abzweigenden Kolbenauslass 23 zu den entsprechend der Darstellung der Figur 1
dem Arbeitsanschluss B zugeordneten Stellkammern 8. Die mit dem Arbeitsanschluss A
verbundenen Stellkammern 9 sind über den Arbeitsanschluss A sowie eine am äußeren
Umfang des Ventilkolbens 20 geformte Vertiefung 26 mit dem Reservoiranschluss T
A und über diesen sowie eine mit der Nockenwelle 1 drehende Rückführung 4' mit dem
Reservoir verbunden und somit im Druck entlastet. Die Vertiefung 26 erstreckt sich
360° umlaufend über den äußeren Umfang des Ventilkolbens 20. Von der Vertiefung 26
aus in axialer Richtung gesehen hinter dem Kolbenauslass 23 ist am äußeren Umfang
des Ventilkolbens 20 eine weitere axial erstreckte Vertiefung 27 geformt, die sich
ebenfalls über den äußeren Umfang des Ventilkolbens 20 umlaufend erstreckt. Die Vertiefung
27 ist in der ersten Kolbenposition mit dem Reservoiranschluss T
B verbunden. Der Reservoiranschluss T
B ist dem Arbeitsanschluss B zugeordnet. Allerdings ist er in der ersten Kolbenposition
mittels eines zwischen dem Kolbenauslass 23 und der Vertiefung 27 geformten Dichtsteg
des Ventilkolbens 20 von dem Arbeitsanschluss B fluidisch getrennt.
[0062] Wird der Anker 17 durch entsprechende Bestromung des Stellglieds 15 mit einer die
Federkraft des Federglieds 14 übersteigenden Stellkraft beaufschlagt, schiebt das
Stellglied 15 den Ventilkolben 20 aus der dargestellten ersten Kolbenposition axial
in Richtung auf den Gehäuseeinlass P
A und bei entsprechend großer Stellkraft bis in eine axial zweite Kolbenposition, in
der nicht mehr der Arbeitsanschluss B, sondern der weitere Arbeitsanschluss A mit
dem Kolbenauslass 23 verbunden ist. In der zweiten Kolbenposition trennt ein zwischen
dem Kolbenauslass 23 und der Vertiefung 26 geformter Dichtsteg des Ventilkolbens 20
den Arbeitsanschluss A vom zugeordneten Reservoiranschluss T
A, so dass in der zweiten Kolbenposition die Stellkammern 9 mit dem Druckfluid beaufschlagt
werden. In der zweiten Kolbenposition verbindet ferner die Vertiefung 27 den Arbeitsanschluss
B mit dem Reservoiranschluss T
B, so dass das Fluid aus den Stellkammern 8 abströmen kann und diese im Druck entlastet
werden. Der Rotor 7 bewegt sich dementsprechend in der Darstellung der Figur 3 gegen
den Uhrzeigersinn relativ zum Flügelrad 5 und somit zum Stator 3. Die drehfest mit
dem Rotor 7 verbundene Nockenwelle 1 wird in ihrer Phasenlage relativ zur Kurbelwelle
um den gleichen Drehwinkel verstellt.
[0063] Das durch den Gehäuseeinlass P
a in das Steuerventil strömende Fluid der Hochdruckseite beaufschlagt den Ventilkolben
20 mit einer in Richtung auf das Stellglied 15 wirkenden ersten Axialkraft. Zur Kompensation
dieser ersten Axialkraft ist der Ventilkolben 20 in Richtung auf das Stellglied 15
durchströmbar, so dass sich an seiner dem Stellglied 15 zugewandten Rückseite zwischen
dieser Rückseite und der Stirnverschlusswand 11 ein Fluiddruck aufbaut, der auf die
Rückseite des Ventilkolbens 20 eine Gegenkraft, eine zweite Axialkraft ausübt. Da
die mit dem Druckfluid beaufschlagbare Projektionsfläche um die Querschnittsfläche
verringert ist, mit der das Kopplungsorgan 25 durch die Stirnverschlusswand 11 ragt,
wäre die axiale Gegenkraft, die zweite Axialkraft, entsprechend der Querschnittsfläche
des Kopplungsorgans 25 geringer als die erste Axialkraft. Es entstünde ein resultierender
Axialschub, der sich entsprechend der Differenz der Projektionsflächen in Abhängigkeit
vom Druck des Fluids ändern würde. Die Kennlinie des Steuerventils würde sich entsprechend
ändern, was zu erheblichen Verzerrungen führen kann, da der Druck des Fluids im Betrieb
der Brennkraftmaschine schwanken kann.
[0064] Um die zweite Axialkraft zu vergrößern, weisen der Ventilkolben 20 einen radial aufgeweiteten
Kolbenabschnitt 28 auf, im folgenden Aufweitung 28, und das Ventilgehäuse 10 einen
angepasst aufgeweiteten Gehäuseabschnitt 18, der die Aufweitung 28 in enger Passung
umgibt. Soweit das Ventilgehäuse 10 und der Ventilkolben 20 dichtend zusammenwirken,
weist der Ventilkolben 20 an seinem äußeren Umfang mit Ausnahme der Aufweitung 28
beispielhaft überall den gleichen zylindrischen Querschnitt auf. Um das Druckfluid
an die Rückseite des Ventilkolbens 20 zu führen, weist der Ventilkolben 20 vom Gehäuseeinlass
22 gesehen axial hinter dem Kolbenauslass 23 eine Zuführung 24 auf, die durch mehrere
um die zentrale Achse R verteilte Durchgangskanäle, die in einem Ventilkolbenboden
geformt sind, gebildet wird. Die Aufweitung 28 und entsprechend der Gehäuseabschnitt
18 sind so bemessen, dass die durch die Aufweitung 28 erhaltende Vergrößerung der
dem Stellglied 15 zugewandten Projektionsfläche F
28 zumindest einen überwiegenden Teil der für die Kompensation "verlorenen" Querschnittsfläche
F
25 des Kopplungsorgans 25 ausgleicht (Figur 2). Die Kompensationsfläche ist eine äußere
Ringfläche der Projektionsfläche F
28. Bevorzugterweise ist die zusätzliche, der Stirnverschlusswand 11 axial zugewandte
Projektionsfläche, die Kompensationsfläche der Aufweitung 28, genau so groß, wie die
Querschnittsfläche F
25, mit der das Kupplungsorgan 25 durch die Stirnverschlusswand 11 ragt. Auf diese Weise
wird erreicht, dass die in Richtung auf das Stellglied 15 wirkende erste Axialkraft
durch die entgegengerichtete zweite Axialkraft kompensiert wird und resultierender
Axialschub nicht entstehen kann. Die Projektionsflächen, die bei Durchströmung des
Ventilkolbens 20 jeweils eine Axialkraft erzeugen, sind in beide axiale Richtungen
gleichgroß.
[0065] Die Aufweitung 28 ist wie bevorzugt am dem Stellglied 15 zugewandten stirnseitigen
Ende des Ventilkolbens 20 gebildet. Der aufgeweitete Gehäuseabschnitt 18 weist eine
ausreichende axiale Erstreckung auf, um die Verstellbewegungen des Ventilkolbens 20
zu ermöglichen. Die Aufweitung 28 bildet das dem Stellglied 15 zugewandte Ende der
Vertiefung 27. Der aufgeweitete Gehäuseabschnitt 18 verjüngt sich bei 13 auf den im
weiteren axialen Verlauf konstanten engeren Querschnitt. Die Verjüngung 13 ist innerhalb
der Vertiefung 27, axial beispielhaft im Bereich des Reservoiranschlusses T
B gebildet.
[0066] Der Phasensteller umfasst eine Verriegelungseinrichtung 30, die in einem Verriegelungseingriff
den Rotor 7 in einer bestimmten Drehwinkelposition relativ zum Stator 3 mechanisch
fixiert. Beispielhaft fixiert sie den Rotor 7 wie bevorzugt in der Frühstellung. Durch
Beaufschlagung mit dem Druckfluid kann die Verriegelungseinrichtung 30 aus dem Verriegelungseingriff
in einen Freigabezustand gebracht werden. Befindet sich die Verriegelungseinrichtung
30 im Freigabezustand, kann sich der Rotor 7 bei Druckbeaufschlagung entweder der
Stellkammern 8 oder der Stellkammern 9 und entsprechender Druckentlastung der jeweils
anderen Stellkammern 9 oder 8 relativ zum Stator 3 drehen, also die Drehwinkelposition
des Rotors 7 relativ zum Stator 3 verändert werden. Für die Entriegelung gegen eine
Federkraft ist ein Entriegelungsmindestdruck P
E erforderlich. Der Entriegelungsmindestdruck P
E ist in bevorzugten Ausführungen höchstens so groß wie der Heißleerlaufdruck P
HL in der Druckfluidzuführung zum Phasensteller. Der Heißleerlaufdruck P
HL kann insbesondere an einer Rücksperreinrichtung gemessen werden, die in der Druckfluidzuführung
in der Nähe des Phasenstellers angeordnet ist, um ein Rückströmen des Druckfluids
vom Phasensteller weg dann zu verhindern, wenn der Druck in den mit dem Druckfluid
beaufschlagten Stellkammern 8 oder 9 höher ist als der Zufuhrdruck unmittelbar stromauf
von der Rücksperreinrichtung. Die Rücksperreinrichtung kann insbesondere von einem
Rückschlagventil gebildet werden.
[0067] Die Verriegelungseinrichtung 30 umfasst einen relativ zum Stator 3 und Rotor 7 axial
hin und her beweglichen Verriegelungspin 31 und eine Verriegelungsfeder 32, die mit
ihrer Federkraft den Verriegelungspin 31 in eine axiale Richtung in den Verriegelungseingriff
spannt. Der Verriegelungspin 31 ist über die Verriegelungsfeder 32 am Rotor 7 abgestützt
und in einer Führung 36 in einem der Rotorflügel 7a axial hin und her beweglich geführt.
Im Verriegelungseingriff ragt er axial über eine Stirnseite des betreffenden Rotorflügels
7a in eine axial gegenüberliegende Aufnahme 33 des Stators 3. Die Aufnahme 33 ist
als Vertiefung an einer dem Rotor 7 zugewandten Stirnseite des Stators 3 geformt,
beispielhaft im Deckelbereich des Antriebsrads 4. Die Verriegelungseinrichtung 30
ist mit entweder einer der Stellkammern 8 oder der Stellkammern 9, vorzugsweise nur
mit einer der Frühstellkammern 8, verbunden, so dass bei Druckbeaufschlagung der entsprechenden
Stellkammern der Verriegelungspin 31 gegen die Federkraft der Verriegelungsfeder 32
aus dem Verriegelungseingriff bewegt und die mechanische Fixierung des Rotors 7 gelöst
wird. Der Raum im Rotor 7, in dem die Verriegelungsfeder 32 angeordnet ist, ist über
eine Ableitung 39 mit der Niederdruckseite des Druckfluidsystems verbunden, so dass
sich am Verriegelungspin 31 der Aufnahme 33 axial gegenüberliegend kein das Entriegeln
verhindernder Gegendruck aufbauen kann.
[0068] Figur 2 zeigt den Phasensteller im entriegelten Zustand. Der Entriegelungsmindestdruck
P
E ist erreicht oder überschritten, so dass der Rotor 7 mittels des Steuerventils hydraulisch
verstellt werden kann. Der Rotor 7 nimmt bereits nicht mehr die Frühstellung ein.
[0069] Aus den Figuren 3 bis 5 sind Details der Verriegelungseinrichtung 30 erkennbar. Der
Verriegelungspin 31 bildet einen Stufenkolben mit einem Führungsabschnitt 31a, der
stets im Rotorflügel 7a geführt ist, und einem demgegenüber schlankeren Eingriffsbereich
31b, der in dem in Figur 5 dargestellten Verriegelungseingriff in die Aufnahme 33
des Stators 3 eingreift. Der Verriegelungspin 31 weist eine im Verriegelungseingriff
in der Aufnahme 33 befindliche Druckfläche 31d und eine hiervon abgesetzte ringförmige
weitere Druckfläche 31c auf. Die Druckflächen 31c und 31d wirken in die gleiche Richtung.
Die Druckfläche 31c schließt einen ringförmigen Druckraum 37, der innerhalb des Rotors
7a gebildet ist, an einer Stirnseite ab. Die Aufnahme 33, genauer gesagt der von der
Druckfläche 31d begrenzte Raum innerhalb der Aufnahme 33, ist über einen in Bezug
auf die Verriegelungseinrichtung 30 inneren Verbindungskanal 38 mit dem Druckraum
37 verbunden, quasi kurzgeschlossen. Der Verbindungskanal 38 erstreckt sich im Rotorflügel
7a bis zur Stirnseite des Rotors 7 durch einen engeren Führungsabschnitt der Führung
36, die den Eingriffsbereich 31b des Verriegelungspins 31 eng umfasst, so dass der
Verriegelungspin 31 nicht nur in seinem breiteren Abschnitt 31a, sondern auch im Eingriffsbereich
31b geführt ist.
[0070] Der von der Führung 36 umfänglich begrenzte Raum ist an seinem im Verriegelungseingriff
der Aufnahme 33 gegenüberliegenden Ende mittels eines eingesetzten Stützelements 35
verschlossen. Die Verriegelungsfeder 32 stützt sich mit einem Federende an dem Stützelement
35 und mit ihrem anderen Federende am Verriegelungspin 31 ab. Im Stützelement 35 ist
ein Entlüftungsdurchgang 39a geformt, der den Raum zwischen Stützelement 35 und Verriegelungspin
31 mit der weiterführenden Ableitung 39 verbindet, die an die Niederdruckseite des
Druckfluidsystems angeschlossen ist, so dass sich kein die Entriegelung maßgeblich
behindernder Gegendruck aufbauen kann. Zur Aufnahme 33 sei noch angemerkt, dass deren
dem Rotorflügel 7a zugewandter Öffnungsrand 33a umlaufend gefast ist, um das Einfahren
in den Verriegelungseingriff zu erleichtern, zumal der Verriegelungspin 31 vorzugsweise
auch im Eingriffsbereich 31b zylindrisch ist. Desweiteren ist vorzugsweise für eine
gewisse Freistellung gesorgt, vorzugsweise in Verlängerung des Verbindungskanals 38,
um eine möglichst verlustarme Verbindung zwischen dem Druckraum 37 und dem von der
Druckfläche 31d begrenzten weiteren Druckraum in der Aufnahme 33 zu schaffen. In der
Aufnahme 33 ist wie bevorzugt, aber nur optional eine flache, erhabene Abragung geformt,
an der im Verriegelungseingriff die Druckfläche 31d auf Anschlag liegt, so dass um
die Abragung ein gewisses Restvolumen für das Druckfluid auch im Verriegelungseingriff
vorhanden ist.
[0071] Die Verriegelungseinrichtung 30 ist zum Entriegeln mit der nächstliegenden Frübstellkammer
8 durch einen Verbindungskanal 34 verbunden. Der Verbindungskanal 34 führt vom Druckraum
37 durch den Rotorflügel 7a unmittelbar in die Frühstellkammer 8 und schließt diese
mit der Verriegelungseinrichtung 30 vorteilhafterweise kurz. Die Druckkammer 37 ist
daher besonders widerstandsarm mit der Frühstellkammer 8 verbunden, so dass sich deren
Druck bei Druckänderungen nahezu verlust- und verzugsfrei auch im Druckraum 37 und
über den inneren Verbindungskanal 38 auch in der Aufnahme 33 einstellt. Sobald der
Druck in der Frühstellkammer 8 den Entriegelungsmindestdruck P
E erreicht hat, liegt dieser Druck praktisch verzögerungsfrei auch an den Druckflächen
31c und 31d an, so dass sich der Verriegelungspin 31 aus dem Verriegelungseingriff
bewegt und der Rotor 7 durch Erhöhung des Drucks in den Spätstellkammern 9 über den
Druck in den Frühstellkammern 8 in Richtung auf die Spätstellung verstellt werden
kann. Etwaige Druckschwankungen in der mit der Verriegelungseinrichtung 30 direkt
verbundenen Frühstellkammer 8 sind für das Lösen des Verriegelungseingriffs sogar
hilfreich, da der Verriegelungspin 31 hierdurch freigerüttelt wird, so dass es bei
diesen Vibrationen des Rotors 7 kurzzeitig von der aufgrund des Schleppmoments der
Nockenwelle im Verriegelungseingriff wirkenden Quer- bzw. Scherkraft entlastet wird.
In Figur 3 ist die Drehrichtung des Stators 3 mit einem Drehrichtungspfeil D eingezeichnet.
Der Rotor 7 und die damit drehsteif verbundene Nockenwelle 1 werden im Schlepp mitgenommen.
Ein Teil des Drehmoments wird auch im Verriegelungseingriff übertragen, wodurch die
erwähnte Querkraft in die eingezeichnete Drehrichtung auf den Eingriffsbereich 31b
des Verriegelungspins 31 wirkt.
[0072] Der innere Verbindungskanal 38 ist, wie in den Figuren 3 und 4 zu erkennen ist, vorteilhafterweise
nutförmig in der Führung 36 in einem in Bezug auf die Drehachse R radialen Bereich,
beispielhaft außen, angeordnet. Hierdurch wird die für die Aufnahme der Querkraft
erforderliche Umfangsfläche der Führung 36 geringstmöglich verringert. Vorteilhaft
ist auch die Anordnung der Verriegelungseinrichtung 30 nahe dem radialen Ende des
Rotorflügels 7a, da dies zur Reduzierung der aufzunehmenden Querkraft beiträgt. Bei
gleichem Schleppmoment würde eine zentralere Anordnung, näher bei der Drehachse des
Rotors 7, der Verkleinerung des Hebels entsprechend eine größere Querkraft bedingen.
[0073] Von Vorteil ist eine in Bezug auf die Umfangsrichtung exzentrische Anordnung der
Verriegelungseinrichtung 30 im Rotorflügel 7a. Die Verriegelungseinrichtung 30 ist
in dieser exzentrischen Anordnung in Umfangsrichtung näher bei der die Frühstellkammer
8 begrenzenden Seitenfläche des Rotorflügels 7a als bei der in Umfangsrichtung gegenüberliegenden,
die Spätstellkammer 9 begrenzenden Seitenfläche angeordnet. Wird die Spätstellkammer
9 zur Verstellung des Rotors 7 in Richtung Spätstellung mit Druck beaufschlagt, steht
ein in Umfangsrichtung vergleichsweise langer Dichtsteg zwischen der Spätstellkammer
9 und der Verriegelungseinrichtung 30 zur Verfügung, insbesondere an der Seite des
Stators 3, an der die Aufnahme 33 angeordnet ist. Der Rotorflügel 7a, der den Verriegelungspin
31 aufnimmt, ist in Umfangsrichtung gemessen breiter als die anderen Rotorflügel 7a.
Dies schafft Bauraum für die Verriegelungseinrichtung 30 und in Verbindung mit der
in Umfangsrichtung exzentrischen Anordnung einen nochmals zur Spätstellkammer 9 hin
verlängerten Dichtsteg an den Rotorflügelstirnseiten. Der in Umfangsrichtung gemessene
Abstand zwischen den links und rechts benachbarten Statorflügeln 5a ist um die vergrößerte
Breite des breiteren Rotorflügels 5a ebenfalls vergrößert. Schließlich sei auch noch
bemerkt, dass der Rotorflügel 7a, in dem die Verriegelungseinrichtung 30 gebildet
ist, in der in Figur 3 dargestellten Frühstellung im Bereich der Spätstellkammer 9
einen gewissen Abstand zu dem nächstgelegenen nach innen ragenden Flügel des Flügelrads
5 aufweist, so dass auch in der Frühstellung dort ein gewisses Kammervolumen verbleibt
und bei Druckbeaufschlagung nicht erst nennenwert Spaltwiderstände überwunden werden
müssen.
[0074] Figur 3 lässt auch die kurzen und direkten Fluidverbindungen 7b erkennen, die vom
zentralen Steuerventil 10, 20 durch den Rotor 7 zu den Stellkammern 8 bzw. 9 führen.
Im Schnitt der Figur 3 handelt es sich um die Fluidverbindungen 7b zu den Arbeitsanschlüssen
A für die Spätstellkammern 9. Die vom Steuerventil zu den Frühstellkammern 8 führenden
Fluidverbindungen sind axial und in Umfangsrichtung zu den Fluidverbindungen 7b versetzt
angeordnet und erstreckt. Die Fluidverbindungen 7b und auch die Fluidverbindungen
für die Frühstellkammern 8 sind gerade, zumindest im Wesentlichen radial erstreckte
Bohrungen, die an ihren radial inneren Enden zum Ventilgehäuse 20 und an ihren äußeren
Enden in den Wurzelbereichen der Rotorflügel 7a in die jeweilige Stellkammer 8 bzw.
9 münden.
[0075] Figur 6 zeigt den Phasensteller mit einer zugeordneten Druckspeichereinrichtung 40.
Die Druckspeichereinrichtung 40 weist eine Speicherkammer 41 und eine bewegliche Wandstruktur
42 auf, die die Speicherkammer 41 an einer Seite begrenzt. Ferner weist sie eine Federeinrichtung
43 auf, gegen deren rückstellende Federkraft die Wandstruktur 42 zum Füllen der Speicherkammer
41 beweglich ist. Die Wandstruktur 42 ist als Kolben gebildet. Die Federeinrichtung
43 besteht aus einer einzigen mechanischen Feder, beispielhaft wie bevorzugt einer
beim Laden der Speicherkammer 41 auf Druck beanspruchten Schraubenfeder. Die Wandstruktur
42 ist frei hin und her beweglich, so dass ihr Kammerdruck im zumindest teilweise
gefüllten Zustand stets verzugsfrei zur Verfügung steht.
[0076] Die Druckspeichereinrichtung 40 ist im Strömungsweg des Druckfluids zum Phasensteller
stromauf vom Steuerventil 10, 20 angeordnet. Der Phasensteller ist über einen Zuführkanal
50 an das Druckfluidsystem angeschlossen. Im Zuführkanal 50 ist eine Rücksperreinrichtung
51, beispielhaft ein Rückschlagventil, stromauf von dem Phasensteller und der Druckspeichereinrichtung
40 angeordnet, die eine Rückströmung von Druckfluid verhindert. Im Zuführkanal 50
ist zwischen der Rücksperreinrichtung 51 und der Speicherkammer 41 auch noch ein Filterelement
52 angeordnet. Übersteigt im Versorgungssystem der Fluiddruck unmittelbar stromauf
von der Rücksperreinrichtung 51 den Druck zwischen der Rücksperreinrichtung 51 und
dem Phasensteller, in der gewählten Anordnung den Druck in der Speicherkammer 41,
öffnet die Rücksperreinrichtung 51 in Richtung auf die Druckspeichereinrichtung 40,
so dass sich diese entsprechend dem Druck und der rückstellenden Federkraft der Federeinrichtung
43 teilweise oder gänzlich füllen kann. Das maximale Füllvolumen ist erreicht, wenn
die Wandstruktur 42 gegen einen Anschlag der Druckspeichereinrichtung 40 stößt. Die
Speicherkammer 41 ist auf kurzem Wege über einen weiterführenden stromabwärtigen Zuführkanal
53 mit dem Phasensteller verbunden. Im Ausführungsbeispiel wird die Verbindung über
die Nockenwelle 1 hergestellt. Über einen Abführkanal 46 wird sichergestellt, dass
sich die Speicherkammer 41 ohne nennenswertem Gegendruck füllen kann. Der Abführkanal
46 verbindet den Raum an der Rückseite der beweglichen Wandstruktur 42 mit der Niederdruckseite
des Druckfluidversorgungsystems.
[0077] Die Speicherkammer 41 wird an einer offenen Seite von einem Deckel 2c abgedeckt.
Der Deckel 2c bildet zum einen wie bevorzugt, aber nur beispielhaft einen Anschlag
für den Kolben 42 und zum anderen wie bevorzugt, aber ebenfalls nur beispielhaft,
einen unmittelbar in die Speicherkammer 41 führenden Einlass 2d und einen unmittelbar
aus der Speicherkammer 41 führenden Auslass 2e. Die Speicherkammer 41 ist über den
Einlass 2d mit dem Zuführkanal 50 und über den Auslass 2e mit dem stromabwärtigen,
zum Phasensteller führenden Zuführkanal 53 verbunden. Der Zuführkanal 53 erstreckt
sich wie bevorzugt, aber nur beispielhaft längs der Speicherkammer 41, im Beispiel
parallel zur Bewegungsrichtung des Kolbens 42, und bis zum Deckel 2c, wo er in den
Auslass 2c mündet. Die Druckspeichereinrichtung 40 ist in einem zum Phasensteller
führenden Hauptstrom des Druckfluids angeordnet, indem das beispielhaft über das Maschinengehäuse
2 und den angeschlossenen Zuführkanal 50 zugeführte Druckfluid nur über die Druckspeichereinrichtung
40 unter Durchströmen der Speicherkammer 41 in den zum Phasensteller weiterführenden
Zuführkanal 53 und von diesem beispielhaft wieder über das Maschinengehäuse 2 zum
Druckanschluss P gelangt.
[0078] Anstatt den Einlass 2d oder den Auslass 2e an der der Speicherkammer 41 zugewandten
Seite des Deckels 2c zu bilden, gegebenenfalls auch zusätzlich, kann ein Einlass,
der den Zuführkanal 50 mit der Speicherkammer 41 verbindet, oder ein Auslass, der
die Speicherkammer 41 mit dem zum Steuerventil führenden Zuführkanal 53 verbindet,
an der dem Deckel 2c zugewandten Stirnseite des Anbaugehäuses 2a geformt sein, beispielsweise
als eine oder jeweils eine nutförmige Ausnehmung an der dem Deckel 2c zugewandten
Stirnseite der die Speicherkammer 41 umgebenden Wandung. Es ist lediglich dafür zu
sorgen, dass zwischen dem Kolben 42 und dem Deckel 2c ein gewisser Raum verbleibt,
der über den derart alternativ gebildeten Einlass oder Auslass mit dem Zuführkanal
50 oder dem Zuführkanal 53 verbunden ist. Diese Lösung bietet Kostenvorteile bei der
Herstellung, da der Deckel 2c in derartigen Ausführungen an seiner der Speicherkammer
41 zugewandten Stirnseite einfach plan geformt sein kann.
[0079] Die vom Druckfluid in der Speicherkammer 41 beaufschlagte Fläche der Wandstruktur
42 und die Federsteifigkeit sowie optional eine ohne Druckbeaufschlagung bestehende
Federvorspannung der Federeinrichtung 43 sind auf den Systemdruck im Druckfluidversorgungssystem
so abgestimmt, dass sich die Speicherkammer 41 spätestens dann zu füllen beginnt,
wenn im Druckfluidversorgungssystem der Heißleerlaufdruck P
HL erreicht ist. Der Füllbeginndruck P
FB ist der Druck, bei dem der Füllvorgang beginnt, bei dem also die Wandstruktur 42
gegen die rückstellende Federkraft der Federeinrichtung 43 bewegt wird und eine Vergrößerung
des Füllvolumens gegenüber einem minimalen Volumen der Speicherkammer 41 einsetzt.
Das minimale Volumen kann Null sein, in der Praxis wird die Speicherkammer 41 im Ausgangszustand
jedoch ein gewisses Restvolumen aufweisen. Der Füllbeginndruck P
FB ist höchstens so groß wie der Heißleerlaufdruck P
HL, vorzugsweise ist er kleiner. Die Druckspeichereinrichtung 40 wird somit bereits
bei niedrigen Systemdrücken wirksam.
[0080] Die Druckspeichereinrichtung 40 ist ferner so ausgelegt, dass der Füllvorgang der
Speicherkammer 41 nicht bereits abgeschlossen ist, wenn der Druck in der Speicherkammer
41 dem Heißleerlaufdruck P
HL entspricht, also bei Leerlaufdrehzahl, sondern erst bei einem höheren Fülldruck.
Die Druckspeichereinrichtung 40 arbeitet somit aus dem Heißleerlauf heraus, vorzugsweise
sogar schon bei einer niedrigeren Drehzahl als der Leerlaufdrehzahl, bis zu einer
über der Leerlaufdrehzahl liegenden Drehzahl stets mit angepasstem Ausgleichs- bzw.
Speicherdruck. Bevorzugt ist die Druckspeichereinrichtung 40 so abgestimmt, dass die
Speicherkammer 41 ihr maximales Füllvolumen frühestens bei doppelter Leerlaufdrehzahl,
bevorzugter frühestens bei dreifacher Leerlaufdrehzahl erreicht. Das maximale Füllvolumen
kann wie im Ausführungsbeispiel durch einen Anschlagkontakt absolut begrenzt sein,
grundsätzlich bedarf es einer Anschlagbegrenzung jedoch nicht. In alternativen Ausführungen
kann die Druckspeichereinrichtung 40 sich auch über den gesamten Drehzahlbereich der
Brennkraftmaschine dem jeweiligen Systemdruck entsprechend füllen oder leeren. Ein
Füllen über den gesamten Drehzahlbereich hinweg ist jedoch nicht erforderlich und
auch nicht immer erwünscht, da die Federeinrichtung 43 hinsichtlich ihrer Federsteifigkeit
Begrenzungen unterliegt. Derartigen Begrenzungen kann durch eine Serien- oder Parallelschaltung
mehrerer Federglieder entgegengewirkt werden, beispielsweise eines Federglieds geringer
Federsteifigkeit und eines demgegenüber steiferen Federglieds, wobei sich im unteren
Drehzahlbereich in erster Linie das weichere Federglied und bei höherer Drehzahl das
steifere Federglied erst in einem relevanten Ausmaß oder überhaupt erst spannen würde.
[0081] Die Verriegelungseinrichtung 30 ist durch entsprechende Auslegung der Druckflächen
31c und 31d des Verriegelungspins 31 und der Federsteifigkeit oder einer Federvorspannung
der Verriegelungsfeder 32 auf den Systemdruck so abgestimmt, dass der Entriegelungsmindestdruck
P
E ebenfalls höchstens so groß wie der Heißleerlaufdruck P
HL, vorzugsweise kleiner als dieser ist. Noch bevorzugter ist der Entriegelungsmindestdruck
P
E höchstens so groß wie der Füllbeginndruck P
FB, vorzugsweise kleiner als dieser. Der vergleichsweise niedrige Entriegelungsmindestdruck
P
E gewährleistet ein frühzeitiges Entriegeln, bei niedrigen Drehzahlen der Brennkraftmaschine,
und somit auch bereits eine Verstellbarkeit des Rotors bei entsprechend kleiner Drehzahl.
Solch einer feinfühligen Entriegelung kommt entgegen, wenn die Verriegelungseinrichtung
30 mit dem in der Frühstellkammer 8 (Figur 3) herrschenden Druck entriegelt wird,
wobei die Beaufschlagung beider Druckflächen 31c und 31d zur gleichen Zeit weiter
begünstigend wirkt, da hierdurch die Federkraft der Verriegelungsfeder 32 entsprechend
hoch gewählt werden kann, was einen sicheren Verriegelungseingriff zur Folge hat.
[0082] Zu den für die Abstimmung maßgeblichen Drücken sei noch nachgetragen, dass der Heißleerlaufdruck
P
HL insbesondere nahe bei der Rücksperreinrichtung 51, insbesondere stromauf von dieser,
gemessen werden kann. Der Füllbeginndruck P
FB und der Mindestfülldruck für eine vollständige Befüllung, falls eine vollständige
Befüllung durch Anschlagkontakt vorgegeben wird, können an der gleichen Stelle gemessen
werden, wobei natürlich vorausgesetzt wird, dass der Druck in der Speicherkammer 41
zum Zeitpunkt der Messung nicht gerade größer ist als der Druck vor der Rücksperreinrichtung
51. Schließlich kann auch der Entriegelungsmindestdruck P
E dort gemessen werden. Der Verriegelungseingriff sollte sich lösen, wenn an besagter
Stelle der Entriegelungsmindestdruck P
E erreicht ist. Bei der Messung der miteinander zu vergleichenden Drücke soll allerdings
darauf geachtet werden, dass der Druck am Ort der Messung zumindest im Wesentlichen
konstant ist, also nicht gerade von der Druckspeichereinrichtung 40 zu kompensierende
Druckschwankungen stattfinden. Die Brennkraftmaschine sollte daher während der Messung
in einem stationären Betriebszustand betrieben werden. Unvermeidbare höherfrequente
Druckschwankungen, wie sie durch Förderpulsationen der Druckfluidpumpe und Leitungsschwingungen
im Druckfluidsystem auch im stationären Betriebszustand auftreten, sind hiermit nicht
gemeint. Diese höherfrequenten Druckschwankungen ergeben einen für die Vergleichszwecke
jeweils repräsentativen Druckmittelwert und beeinflussen die Stellgeschwindigkeit
des Phasenstellers für die praktischen Belange nicht nennenswert.
[0083] Figur 7 zeigt das Anbaugehäuse mit dem Anbaugehäuseteil 2a und den Deckeln 2b und
2c, das den Phasensteller, im Wesentlichen der Stator 3, den Rotor 7 und das zentrale
Steuerventil aufnimmt, von dem das Ventilgehäuse 10 an der Montageseite des Anbaugehäuses
2a, 2b, 2c vorsteht. Das Anbaugehäuse, beispielhaft das Anbaugehäuseteil 2a, beinhaltet
auch gleich die Druckspeichereinrichtung 40, fasst also den Phasensteller und die
Druckspeichereinrichtung 40 zu einer Montageeinheit zusammen. Diese Montageeinheit
wird am Maschinengehäuse der Brennkraftmaschine, beispielsweise an einem Zylinderkopfgehäuse,
montiert, bei abgenommenem Deckel 2b, der nach der Montage am Gehäuseteil 2a angebracht
wird. Die Rücksperreinrichtung 51 ist vorteilhafterweise ebenfalls im Anbaugehäuse
2a, 2b, 2c angeordnet.
[0084] Figur 8 zeigt das Anbaugehäuse 2a, 2b, 2c in einer Stirnansicht auf die Montageseite.
An der Montageseite ist eine Dichtung 56 angeordnet, die im montierten Zustand für
die Abdichtung zwischen dem Maschinengehäuse und dem Anbaugehäuse 2a, 2b sorgt. An
der Montageseite ragen Zentrierelemente 57 über die Dichtung 56, bezogen auf den montierten
Zustand in Richtung auf das Maschinengehäuse vor und im montierten Zustand in angepasste
Zentriergegenstrukturen des Maschinengehäuses hinein. Die Zentrierelemente 57 sind
beispielhaft stiftförmig und können im Querschnitt hohl und in solchen Ausführungen
als Zentrierhülsen gebildet sein. Die Zentrierelemente 57 dienen nicht nur der Zentrierung
und dadurch Erleichterung der Montage, sondern halten auch die Dichtung 56 an der
Montageseite des Anbaugehäuses 2a, 2b in einer für die Montage unmittelbar geeigneten
Lage, indem die Dichtung 56 mit wenigstens einem der Zentrierelemente 57, vorzugsweise
mit mehreren oder allen Zentrierelementen 57, in einem Halteeingriff, beispielhaft
in einem Hintergriff ist. Im Halteeingriff ist die Dichtung verliersicher mit dem
Anbaugehäuse verbunden.
[0085] Figur 9 zeigt solch einen Hintergriff stellvertretend für bevorzugt einen oder mehrere
weitere. Das dargestellte Zentrierelement 57 durchragt eine Öffnung der Dichtung 56.
Das Zentrierelement 57 ist in das Anbaugehäuse 2a, 2b eingesetzt, wird in einer entsprechenden
Aufnahme fest gehalten und ragt wie gesagt über die Stirnfläche des Anbaugehäuses
2a, 2b ein Stück weit vor. Nahe bei der Stirnfläche ist es im vorragenden Abschnitt
tailliert, so dass die Dichtung 56 mit ihrem das Zentrierelement 57 umgebenden Öffnungsrand
58 in die Taillierung eingreift und so der die Dichtung 56 haltende Hintergriff gebildet
ist. Die Taillierung kann durch ein anderes Formelement für den Halteeingriff ersetzt
werden, beispielsweise eine Abragung wie etwa ein Flansch. Im Ausführungsbeispiel
sind die Funktionen der Zentrierung des Anbaugehäuses 2a, 2b und der Halterung der
Dichtung 56 sowie die Schaffung der eigentlichen Fügeverbindung von Anbaugehäuse 2a,
2b und Maschinengehäuse auf engstem Raum konzentriert, indem durch das hohle Zentrierelement
57 ein Spannelement 59 der Fügeverbindung, beispielhaft eine Schraube, geführt ist.
Im montierten Zustand durchragt das Spannelement 59 das Zentrierelement 57 und ist
in seinem darüber hinausragenden Abschnitt mit dem Maschinengehäuse verbunden, beispielhaft
in einem Schraubeingriff 2f.
[0086] Figur 10 zeigt die Verriegelungseinrichtung 30 nochmals im Längsschnitt. Der Verriegelungspin
31 befindet sich im Verriegelungseingriff und ist mit maximaler Eingriffslänge L
31 in die Aufnahme 33 eingefahren. Aufgrund des zylindrischen oder gegebenenfalls auch
mit sehr spitzem Winkel von beispielsweise 2° oder 3° konischen Umfangs wirkt der
Verriegelungspin 31 über seine gesamte maximale Eingriffslänge L
31 im Umfangswirkbereich blockierend mit der Aufnahme 33 zusammen.
[0087] Figur 11 zeigt eine verbesserte Verriegelungseinrichtung 30 eines ersten modifizierten
Ausführungsbeispiels im Längsschnitt. Diese Verriegelungseinrichtung 30 unterscheidet
sich von der Verriegelungseinrichtung 30 der Figuren 1 bis 10 lediglich in Bezug auf
den Verriegelungspin, der deshalb mit dem Bezugszeichen 60 versehen ist. Die Aufnahme
ist zwar auch mit einem anderen Bezugszeichen, dem Bezugszeichen 80, versehen, entspricht
jedoch der Aufnahme 33 der Figuren 1 bis 10. Der Verriegelungspin 60 ist in Verriegelungsrichtung
L, die mit einer zentralen Längsachse des Verriegelungspins 60 zusammenfällt, in die
Aufnahme 80 mit maximaler Eingriffslänge L
60 eingefahren und liegt in Verriegelungsrichtung L auf Anschlag. Der Anschlag wird
beispielhaft von einer am Boden der Aufnahme 80 abragenden flachen Erhebung gebildet.
Im Unterschied zum Verriegelungspin 31 verjüngt sich der Verriegelungspin 60 jedoch
in seinem über die maximale Eingriffslänge L
60 erstreckten Eingriffsbereich prägnant. Der Verriegelungspin 60 weist in seinem Eingriffsbereich
einen vorderen Pinabschnitt 61 und einen hinteren Pinabschnitt 62 auf. Der vordere
Pinabschnitt erstreckt sich in Verriegelungsrichtung L bis zum vorderen freien Ende
des Verriegelungspins 60. Der hintere Pinabschnitt 62 ist im Verriegelungseingriff
ebenfalls in die Aufnahme 80 eingetaucht und überlappt mit dem Öffnungsrand 83 der
Aufnahme 80. Er erstreckt sich im Verriegelungseingriff ein Stück weit in Richtung
auf das freie Ende des Verriegelungspins 60. Wie bevorzugt, aber nur beispielhaft,
besteht der Eingriffsbereich des Verriegelungspins 60 aus den beiden Pinabschnitten
61 und 62, die sich zusammen über die maximale Eingriffslänge L
60 erstrecken. Der vordere Pinabschnitt 61 weist eine in Verriegelungsrichtung L gemessene
Länge L
61 und der hintere Pinabschnitt 62 weist eine Länge L
62 auf, deren Summe der maximalen L
60 entspricht. Die Aufnahme 80 weist einen im Verriegelungseingriff mit dem vorderen
Pinabschnitt 61 überlappenden unteren Aufnahmeabschnitt 81 ebenfalls der Länge L
61 und einen bis zum Rand 83 der Aufnahmeöffnung erstreckten oberen Aufnahmeabschnitt
82 mit einer der Länge L
62 entsprechenden Länge. Im Verriegelungseingriff überlappen somit der vordere Pinabschnitt
61 mit dem unteren Aufnahmeabschnitt 81 und der hintere Pinabschnitt 62 mit dem oberen
Aufnahmeabschnitt 82.
[0088] Der vordere Pinabschnitt 61 weist über seine gesamte Länge L
61 am äußeren Umfang eine Neigung α zur Verriegelungsrichtung L auf, die so groß ist,
dass der Verriegelungspin 60, sollte er im Bereich des vorderen Pinabschnitts 61 gegen
den Öffnungsrand 83 drücken, nicht klemmen und eine Selbsthemmung von Pin 60 und Aufnahme
80 nicht stattfinden kann, sondern der Verriegelungspin 60 bei vom Rotor 7 ausgeübter
Querkraft gegen die Federkraft in Richtung auf die Freigabeposition gedrückt wird.
Durch Eintauchen nur mit dem vorderen Pinabschnitt 61 kann der Rotor 7 daher relativ
zum Stator 3 nicht blockiert werden. In einen die relative Drehbewegung blockierenden
Blockierkontakt kann erst der hintere Pinabschnitt 62 gelangen, der hierfür zylindrisch
oder leicht konisch mit einem sehr geringen Konuswinkel von beispielsweise 3° oder
4° zum freien Ende des Verriegelungspins 60 hin verjüngt sein kann. Ein Blockierkontakt
des vorderen Pinabschnitts 61 wird durch die große Neigung α verhindert, die vorzugsweise
wenigstens 45° beträgt. Die Neigung α ist vorzugsweise maximal 80°. Besonders günstig
sind Neigungen um 60°, nämlich aus dem Bereich von 60° ± 10°. Die Angaben zur Neigung
gelten jeweils für die gesamte Länge L
61 des vorderen Pinabschnitts 61. Die Neigung α kann variabel sein, bevorzugt ist die
Neigung α jedoch über die Länge L
61 konstant und der Pinabschnitt 61 am äußeren Umfang entsprechend konisch. Im Ausführungsbeispiel
ist der vordere Pinabschnitt 61 ein Kegelstumpf, indem das vordere Ende des Verriegelungspins
60 als plane Stirnfläche gebildet ist.
[0089] Durch die ausgeprägte Verjüngung des deshalb nicht blockierenden vorderen Pinabschnitts
61 wird das Umsteuerverhalten des Phasenstellers aus der verriegelbaren Drehwinkelstellung,
beispielhaft die Frühstellung, in Richtung auf die andere Winkelstellung, im Beispiel
die Spätstellung, erleichtert. Nimmt der Rotor 7 die Frühstellung ein, werden die
Frühstellkammern 8 mit Druck beaufschlagt. Der Verriegelungspin 60 nimmt in diesem
Zustand die Freigabeposition ein, ausreichenden Fluiddruck vorausgesetzt. Soll der
Rotor 7 nun in Richtung auf die Spätstellung verstellt werden, können beim Umsteuern
zwei Bewegungen gleichzeitig stattfinden: wegen des Druckabbaus in den Frühstellkammern
8 und des Druckaufbaus in den Spätstellkammern beginnt der Rotor 7 relativ zum Stator
3 in Richtung auf die Spätstellung zu drehen. Sind die Frühstellkammern 8 im Druck
entlastet, beginnt der Verriegelungspin 60 getrieben durch die Federkraft auszufahren,
und es besteht die Möglichkeit, dass er in die Aufnahme 80 eintaucht. In Abhängigkeit
davon, welche der beiden Bewegungen die schnellere ist, findet demnach eine Verriegelung
oder eine Verstellung des Rotors 7 statt. Wegen der signifikant großen Länge L
61 und der großen Neigung α kann der Verriegelungspin 60 zwar anfänglich leicht in die
Aufnahme 80 eintauchen. Solange der Verriegelungspin 60 jedoch nur mit seinem vorderen
Pinabschnitt 61 eingetaucht ist, kann der Verriegelungspin 60 im Zusammenwirken von
vorderem Pinabschnitt 61 und Öffnungsrand 83 durch die vom Rotor 7 ausgeübte Querkraft
gegen die Verriegelungsrichtung 2 wieder zurück in Richtung auf die Freigabeposition
gedrängt werden. Da auch das System aus Verriegelungspin 60 und Verriegelungsfeder
32 einer gewissen Massenträgheit unterliegt, genügt die für das Ausfahren um die Läge
L
61 erforderliche Zeit, um ein Verklemmen von Verriegelungspin 60 und Aufnahme 80 sicherer
als bei herkömmlichen Verriegelungspins zu verhindern. Der Druck, bei dem der Rotor
7 noch sicher relativ zum Stator 3 verstellt werden kann, wird verringert. Es wird
eine zuverlässigere Umsteuerung in der mit dem Druckraum verbundenen Stellkammer bei
niedrigem Druck gewährleistet. Der gleiche Vorteil ergibt sich auch beim Start der
Brennkraftmaschine. Durch den sich dabei erst aufbauenden Fluiddruck muss der Verriegelungspin
60 nur um die Länge L
62 des hinteren Pinabschnitts 62 gegen die Federkraft zurückgedrängt werden. Die Gefahr
eines Verkantens aufgrund von Querkräften wird verringert.
[0090] Von Vorteil ist insbesondere auch der abrupte Übergang im Grenzbereich der Pinabschnitte
61 und 62. Trägt man die Neigung α über der Ver- und Entriegelungsrichtung bzw. -achse
L auf, so macht die Neigung im Grenzbereich einen Sprung, nämlich von der Neigung
0° oder einer kleinen Neigung von wenigen Winkelgrad am äußeren Umfang des hinteren
Pinabschnitts 62 auf die vergleichsweise große Neigung α am äußeren Umfang des vorderen
Pinabschnitts 61. Aufgrund des Neigungssprungs können der stark geneigte Umfangswirkbereich
und der bei entsprechender Eintauchtiefe mit dem oberen Aufnahmeabschnitt 82 blockierend
zusammenwirkende Umfangswirkbereich des hinteren Pinabschnitts 62 bezogen auf die
maximale Eingriffslänge L
60 des Eingriffsbereichs des Verriegelungspins 60 jeweils in maximaler Länge ausgeführt
werden. Dies ist günstig im Sinne einer Verhinderung eines ungewollten Einriegelns
beim Umsteuern des Rotors und einer sicheren Verriegelung in Betriebsphasen mit noch
nicht gefülltem Phasensteller. Der Neigungssprung findet vorteilhafterweise innerhalb
einer sehr kleinen Länge von vorzugsweise weniger als 10 % und bevorzugter noch von
weniger als 5 % der maximalen Eingriffslänge L
60 bzw. über einen entsprechend kleinen Radius statt. Die Fertigung kann jedoch auch
so eingerichtet sein, dass der Neigungssprung so abrupt wie fertigungstechnisch möglich
stattfindet. Im Vergleich zu bekannten Verriegelungspins, die beispielsweise kugelförmige
oder paraboloide Eingriffsbereiche aufweisen, wird durch die vergleichsweise scharfe
geometrische Trennung in die beiden funktional unterschiedlichen Pinabschnitte 61
und 62 wie vorstehend erläutert das Entriegeln beim Umsteuern des Rotors 7 bereits
bei niedrigen Drücken möglich, gleichzeitig wird aber auch durch das Zusammenwirken
des hinteren Pinabschnitts 62 mit dem oberen Aufnahmeabschnitt 83 ein sicheres Blockieren
bei noch nicht mit dem Druckfluid gefülltem Phasensteller, wie insbesondere in Startphasen
der Brennkraftmaschine, gewährleistet. Wegen der Verringerung des für das Entriegeln
erforderlichen Entriegelungsmindestdrucks kann auch in Heißleerlaufphasen der Brennkraftmaschine
die Entriegelung sicherer als bei den bekannten Verriegelungseinrichtungen gewährleistet
werden. Die Verfügbarkeit des Phasenstellers für Verstelloperationen der Nockenwelle
wird erhöht.
[0091] Vom vorderen Pinabschnitt 61 abgesehen entspricht der Verriegelungspin 60 dem Verriegelungspin
31, so dass auf die diesbezüglichen Ausführungen verwiesen werden kann. Lediglich
zur formalen Unterscheidung ist für die erste Druckfläche das Bezugszeichen 63 eingetragen.
Die zweite Druckfläche 64 wird durch die geneigte Umfangsfläche des vorderen Pinabschnitts
61 gebildet, für die Druckbeaufschlagung zum Entriegeln gelten die Ausführungen im
Zusammenhang mit dem Verriegelungspin 31 jedoch in gleicher Weise.
[0092] Die Längen L
61 und L
62 betragen vorzugsweise jeweils wenigstens 0,5 mm, bevorzugter jeweils wenigstens 1
mm. Das Verhältnis der Länge L
61 des nicht blockierend wirkenden Pinabschnitts 61 zur Länge L
62 des blockierend wirkenden Pinabschnitts 62 ist in zweckmäßigen Ausführungen aus dem
Bereich von 1 ± 0.5 gewählt.
[0093] Figur 12 zeigt eine anders modifizierte Verriegelungseinrichtung 30, eines zweiten
erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiels, bei dem ein Verriegelungspin 70 verwendet
wird, der dem Verriegelungspin 31 der Figuren 1 bis 10 entspricht. Allerdings weist
diese Verriegelungseinrichtung 30 eine modifizierte Aufnahme 90 auf. Die Aufnahme
90 umfasst einen unteren Aufnahmeabschnitt 91, der wie bei den Aufnahmen 33 und 80
geformt ist, und einen oberen Aufnahmeabschnitt 92, der sich bis zum Öffnungsrand
93 der Aufnahme 90 erstreckt und zu diesem hin aufweitet bzw. sich vom Öffnungsrand
93 aus bis zum unteren Aufnahmeabschnitt 91 über seine gesamte Länge kontinuierlich
verjüngt. Die Länge des unteren Aufnahmeabschnitts 91 entspricht der Länge L
71 des vorderen Pinabschnitts 71, und die Länge des oberen Aufnahmeabschnitts 92 entspricht
der Länge L
72 des hinteren Pinabschnitts 72, wobei die Pinabschnitte 71 und 72 jedoch einander
kontinuierlich, ohne Neigungsänderungen gegenseitig fortsetzen. Beim Verriegeln wirken
der vordere Pinabschnitt 71, insbesondere das vordere freie Ende des Verriegelungspins
70, und der obere Aufnahmeabschnitt 92 in gleicher Weise zusammen wie der vordere
Pinabschnitt 61 und der obere Aufnahmeabschnitt 82 des ersten Beispiels. Die dortigen
Ausführungen gelten auch für das zweite Ausführungsbeispiel. Lediglich zur formalen
Unterscheidung vom ersten Ausführungsbeispiel ist die Neigung des oberen Aufnahmeabschnitts
92 mit β bezeichnet, die zur Neigung α gemachten Ausführungen gelten jedoch in gleicher
Weise auch für die in Verriegelungsrichtung L stattfindende Verjüngung im Aufnahmeabschnitt
92. Der vordere Pinabschnitt 71 wirkt in diesem Ausführungsbeispiel allerdings mit
dem unteren Aufnahmeabschnitt 91 im Verriegelungseingriff blockierend zusammen. Die
Neigung am äußeren Umfang des vorderen Pinabschnitts 71 und die Neigung am inneren
Umfangs des unteren Aufnahmeabschnitts 91 sind entsprechend klein. Die besagten Umfangsflächen
können insbesondere zylindrisch oder mit einer geringen Neigung konisch sein.
[0094] Die erfindungsgemäße Verjüngung des Verriegelungspins oder der Aufnahme, jeweils
in Verriegelungsrichtung L, hat über die funktionalen Vorteile der Verriegelungseinrichtung
hinaus auch Vorteile hinsichtlich der Entwicklung des Phasenstellers bis zur Serienreife.
Werden beispielsweise in frühen Entwicklungsphasen mit durchgehend zylindrischen oder
leicht konischen Umfangswirkbereichen der Verriegelungspin und die Aufnahme geformt
und die Verriegelungsfeder 32 angepasst ausgelegt, kann auch noch in späteren Entwicklungsphasen,
beispielsweise in der Prüfphase auf dem Motorprüfstand oder auch noch später, ein
bis dahin herkömmlich geformter Verriegelungspin durch einen der Erfindung entsprechenden
Verriegelungspin oder aber eine herkömmlich geformte Aufnahme durch eine erfindungsgemäße
Aufnahme ersetzt werden. An der Auslegung der Verriegelungsfeder 32 und auch der Geometrie
von Verriegelungspin und Aufnahme muss im Übrigen nichts geändert werden. Durch die
erfindungsgemäß eröffneten Möglichkeiten kann mit geringem Änderungsaufwand ein Optimum
zwischen dem Entriegelungs- und dem Verriegelungsverhalten des jeweiligen Nockenwellen-Phasenstellers
verwirklicht werden.
[0095] Figur 13 zeigt eine Verriegelungseinrichtung 30 eines dritten erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiels
mit einem modifizierten Verriegelungspin 100 und einer modifizierten Aufnahme 110.
Von dem Längsschnitt der Figur 13 ist in Figur 14 der Bereich des Verriegelungseingriffs
vergrößert dargestellt.
[0096] Der Verriegelungspin 100 weist einen vorderen Pinabschnitt 101 und einen hinteren
Pinabschnitt 102 auf, die den Eingriffsbereich bzw. -abschnitt bilden, mit dem der
Verriegelungspin 100 im Verriegelungseingriff in die Aufnahme 110 eingreift. Im Unterschied
zu den beiden anderen erfindungsgemäßen Ausführungsbeispielen verjüngt sich auch der
hintere Pinabschnitt 102 in Richtung auf das freie Ende des Verriegelungspins 100.
Wie bevorzugt, aber nur beispielhaft verjüngt sich der Pinabschnitt 102 über seine
gesamte Länge, die in Figur 14 mit L
102 bezeichnet ist, konisch mit überall der gleichen Neigung. Der im Verriegelungseingriff
mit dem Pinabschnitt 102 zusammenwirkende obere Aufnahmeabschnitt 112 verjüngt sich
kongruent zum Pinabschnitt 102 in Richtung auf den Grund der Aufnahme 110, im Ausführungsbeispiel
entsprechend konisch mit überall einer der Neigung des hinteren Pinabschnitts 102
entsprechenden Neigung. Wie bevorzugt, aber nur beispielhaft weist auch der untere
Aufnahmeabschnitt 111 bis nahezu in den Grund der Aufnahme 110 die gleiche Neigung
wie der obere Aufnahmeabschnitt 112 auf. Diese Neigung ist so gering, dass der Verriegelungspin
100 im Verriegelungseingriff im Bereich des Pinabschnitts 102 blockiert wird.
[0097] Der vordere Pinabschnitt 101 weist die ausgeprägt starke Neigung α auf, so dass der
Verriegelungspin 100 im vorderen Pinabschnitt 101 nicht blockierbar ist. Insoweit
gelten die Ausführungen zu den anderen Ausführungsbeispielen. Allerdings ist bei dem
Verriegelungspin 100 der vordere Pinabschnitt, 101 im Verhältnis zum hinteren Pinabschnitt
102 kürzer als bei den beiden vorherigen Ausführungsbeispielen. Das Längenverhältnis
L
102 : L
101, also Länge des hinteren Pinabschnitts 102 zu Länge des vorderen Pinabschnitts 101,
beträgt etwa 5.
[0098] Der obere Aufnahmeabschnitt 112 weist in einem oberen Teilabschnitt, der sich bis
zum Öffnungsrand 113 erstreckt und den Öffnungsrand 113 umfasst, über eine Länge L
113, die in Figur 14 eingetragen ist, eine Neigung auf, die deutlich größer ist als die
Neigung in dem sich daran anschließenden unteren Teilabschnitt des oberen Aufnahmeabschnitts
112. Die in Bewegungsrichtung des Verriegelungspins 100 gemessene Länge L
113 ist größer als sie es bei einer reinen Anfasung der Aufnahme 110 wäre. Die Länge
L
113 mit der vergleichsweise großen, d.h. flachen Neigung beträgt vorzugsweise wenigstens
ein Fünftel der Gesamtlänge L
100 des Eingriffsbereichs des Verriegelungspins 100. Wie bevorzugt, aber nur beispielhaft,
sind die Länge L
101 des vorderen Pinabschnitts 101 und die Länge L
113 des oberen Teilabschnitts des oberen Aufnahmeabschnitts 112 zumindest im Wesentlichen
gleich. Ragt der Verriegelungspin 100 nur mit seinem vorderen Pinabschnitt 101 in
die Aufnahme 110 hinein, wird hierdurch in Querrichtung, d.h. in Richtung der relativen
Drehbewegung von Stator 3 und Rotor 7, ein vergleichsweise großes Spiel erhalten.
[0099] Von den erläuterten Unterschieden abgesehen entspricht der Phasensteller den zuvor
bereits beschriebenen Ausführungsbeispielen.
[0100] Der Verriegelungspin ist in den dargestellten Ausführungsbeispielen als Stufenkolben
gebildet. In ebenfalls bevorzugten, vereinfachen Ausführungen, kann der Verriegelungspin
in sämtlichen Ausführungsbeispielen stattdessen auch als Kolben mit einer nur einfach
zylindrischen Führung ausgeführt sein, so dass solch ein Verriegelungspin und ein
ihn in die Verriegelungs- und Entriegelungsrichtung führender Rotor 7 nur einfach
zylindrische Führungsumfangflächen aufweisen. Auch in derartigen Ausführungen kann
der externe Verbindungskanal 34, der in den dargestellten Ausführungsbeispielen die
Frühstellkammer 8 und in alternativen Ausführungsbeispielen die gegenüberliegende
Spätstellkammer 9 auf direktem Wege mit der Verriegelungseinrichtung 30 verbindet,
in einen dem Verbindungskanal 38 entsprechenden internen Verbindungskanal münden,
der das Druckfluid aus der entsprechenden Entriegelungsstellkammer 8 oder 9 in die
jeweilige Aufnahme und dort gegen die Druckfläche des Verriegelungspins, beispielsweise
des Verriegelungspins 31, 60, 70 oder 100, führt, um die Entriegelung zu bewirken.
Ein Verriegelungspin mit nur einer einfach zylindrischen Führung ist in Bezug auf
die Herstellung und auch zur Vermeidung einer Überbestimmtheit im Führungseingriff
von Pin und Rotor von Vorteil.
Bezugszeichenliste:
[0101]
- 1
- Nockenwelle
- 1a
- Aufnahmeraum
- 2
- Spurlager, Maschinengehäuse
- 2a
- Gehäuseteil
- 2b
- Deckel
- 2c
- Speicherkammerdeckel
- 2d
- Speicherkammereinlass
- 2e
- Speicherkammerauslass
- 2f
- Schraubeingriff
- 3
- Stator
- 4
- Antriebsrad
- 4'
- Rückführung
- 5
- Flügelrad
- 5a
- Flügel
- 6
- Deckel
- 7
- Rotor
- 7a
- Flügel
- 8
- Frühstellkammer
- 9
- Spätstellkammer
- 10
- Ventilgehäuse
- 11
- Stirnverschlusswand
- 12
- Schraubverbindung
- 14
- Federglied
- 15
- Stellglied
- 16
- Spule
- 17
- Anker
- 18
- aufgeweiteter Gehäuseabschnitt
- 20
- Ventilkolben
- 21
- Hohlraum
- 22
- Kolbeneinlass
- 23
- Kolbenauslass
- 24
- Kompensations-Zuführung
- 25
- Kopplungsorgan
- 26
- Vertiefung
- 27
- Vertiefung
- 28
- Aufweitung, aufgeweiteter Kolbenabschnitt
- 30
- Verriegelungseinrichtung
- 31
- Verriegelungspin
- 31a
- Führungsabschnitt
- 31b
- Eingriffsbereich
- 31c
- erste Druckfläche
- 31d
- zweite Druckfläche
- 32
- Verriegelungsfeder
- 33
- Aufnahme
- 33a
- Öffnungsrand
- 34
- äußerer Verbindungskanal
- 35
- Stützelement
- 36
- Führung
- 37
- Druckraum
- 38
- innerer Verbindungskanal
- 39
- Ableitung
- 39a
- Durchgang
- 40
- Druckspeichereinrichtung
- 41
- Speicherkammer
- 42
- Wandstruktur, Kolben
- 43
- Federeinrichtung
- 44
- Stirnwand
- 45
- Umfangswand
- 46
- Abführkanal
- 50
- Zuführkanal
- 51
- Rücksperreinrichtung
- 52
- Filterelement
- 53
- Zuführkanal
- 56
- Dichtung
- 57
- Zentrierelement
- 58
- Öffnungsrand
- 59
- Spannmittel
- 60
- Verriegelungspin
- 61
- vorderer Pinabschnitt
- 62
- hinterer Pinabschnitt
- 63
- erste Druckfläche
- 64
- zweite Druckfläche
- 70
- Verriegelungspin
- 71
- vorderer Pinabschnitt
- 72
- hinterer Pinabschnitt
- 74
- zweite Druckfläche
- 80
- Aufnahme
- 81
- unterer Aufnahmeabschnitt
- 82
- oberer Aufnahmeabschnitt
- 83
- Öffnungsrand
- 90
- Aufnahme
- 91
- unterer Aufnahmeabschnitt
- 92
- oberer Aufnahmeabschnitt
- 93
- Öffnungsrand
- 100
- Verriegelungspin
- 101
- vorderer Pinabschnitt
- 102
- hinterer Pinabschnitt
- 103
- erste Druckfläche
- 104
- zweite Druckfläche
- 110
- Aufnahme
- 111
- unterer Aufnahmeabschnitt
- 112
- oberer Aufnahmeabschnitt
- 113
- Öffnungsrand
- A
- Arbeitsanschluss
- B
- Arbeitsanschluss
- D
- Drehrichtung
- L
- Ver- und Entriegelungsrichtung, Längsachse des Verriegelungspins
- Li
- Längen
- P
- Druckanschluss
- Pa
- axialer Gehäuseeinlass
- Pr
- radialer Gehäuseeinlass
- PE
- Entriegelungsmindestdruck
- PFB
- Füllbeginndruck
- PHL
- Heißleerlaufdruck
- R
- Drehachse, zentrale Achse
- TA
- Reservoiranschluss
- TB
- Reservoiranschluss
- α
- Neigung
- β
- Neigung
1. Phasensteller zur Verstellung der Drehwinkelposition einer Nockenwelle relativ zu
einer Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine, der Phasensteller umfassend:
(a) einen von der Kurbelwelle drehantreibbaren Stator (3),
(b) einen vom Stator (3) drehantreibbaren und zum Drehantreiben der Nockenwelle (1)
mit dieser koppelbaren Rotor (7),
(c) eine Frühstellkammer (8) zur Erzeugung eines auf den Rotor (7) relativ zum Stator
(3) in Richtung Voreilung wirkenden Drehmoments und eine Spätstellkammer (9) zur Erzeugung
eines auf den Rotor (7) relativ zum Stator (3) in Richtung Nacheilung wirkenden Drehmoments,
die zur Erzeugung des jeweiligen Drehmoments mit einem Druckfluid beaufschlagbar sind,
um die Drehwinkelposition des Rotors (7) relativ zum Stator (3) verstellen zu können,
(d) einen Verriegelungspin (60; 70; 100), der an einem aus Stator (3) und Rotor (7)
in eine Ver- und Entriegelungsrichtung (± L) in und aus einem Verriegelungseingriff
hin und her beweglich abgestützt und durch Beaufschlagung mit dem Druckfluid gegen
Federkraft aus dem Verriegelungseingriff bewegbar ist,
(e) und eine von dem anderen aus Stator (3) und Rotor (7) gebildete Aufnahme (80;
90; 110), in die der Verriegelungspin (60; 70; 100) im Verriegelungseingriff mit einem
bis zu einem freien Ende des Verriegelungspins (60; 70; 100) reichenden vorderen Pinabschnitt
(61; 71; 101) und einem vom freien Ende entfernten hinteren Pinabschnitt (62; 72;
102) eingreift und dadurch den Rotor (7) gegen ein Verdrehen relativ zum Stator (3)
blockiert,
(f) wobei der hintere Pinabschnitt (62; 72; 102) eine im Verriegelungseingriff in
die Aufnahme (80; 90; 110) eingreifende, bis zu einem Öffnungsrand (83; 93; 113) der
Aufnahme (80; 90; 110) gemessene Länge (L62; L72; L102) aufweist, die höchstens fünfmal, vorzugsweise höchstens dreimal oder höchstens halb
so groß wie die Länge (L61; L71; L101) des vorderen Pinabschnitts (61; 71; 101) ist, und die Aufnahme (80; 90; 110) mit
jeweils korrespondierender Länge einen im Verriegelungseingriff mit dem vorderen Pinabschnitt
(61; 71; 101) überlappenden unteren Aufnahmeabschnitt (81; 91; 111) und einen im Verriegelungseingriff
mit dem hinteren Pinabschnitt (62; 72; 102) überlappenden, den Öffnungsrand (83; 93;
113) aufweisenden oberen Aufnahmeabschnitt (82; 92; 112) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
(g) entweder der vordere Pinabschnitt (61; 101) an einem äußeren Umfang zur Ver- und
Entriegelungsrichtung (± L) eine Neigung (α) aufweist, die über die gesamte Länge
(L61, L101) des vorderen Pinabschnitts (61; 101) so groß ist, dass der Rotor (7) nur durch den
Eingriff des vorderen Pinabschnitts (61; 101) nicht blockierbar ist, und der Eingriff
des hinteren Pinabschnitts (62; 102) die Blockierung bewirkt,
(h) oder der obere Aufnahmeabschnitt (92) an einem inneren Umfang zur Ver- und Entriegelungsrichtung
(± L) eine Neigung (β) aufweist, die über die gesamte Länge (L72) des oberen Aufnahneabschnitts (92) so groß ist, dass der Rotor (7) nur durch Eingriff
des vorderen Pinabschnitts (71) in den oberen Aufnahmeabschnitt (92) nicht blockierbar
ist, und der Eingriff des vorderen Pinabschnitts (71) in den unteren Aufnahmeabschnitt
(91) die Blockierung bewirkt.
2. Phasensteller nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Neigung (α; β) über die gesamte Länge entweder des vorderen Pinabschnitts (61;
101) oder des oberen Aufnahmeabschnitts (92) mehr als 30°, vorzugsweise wenigstens
45°, und weniger als 80°, vorzugsweise höchstens 75°, beträgt.
3. Phasensteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich entweder der vordere Pinabschnitt (61; 101) in Richtung auf das freie Ende des
Verriegelungspins (60; 100) oder der obere Aufnahmeabschnitt (92) in Richtung auf
den unteren Aufnahmeabschnitt (91) zumindest in einem Umfangswirkbereich, vorzugsweise
über den gesamten Umfang, konisch, bevorzugt kegelstumpfförmig, oder von außen gesehen
konkav verjüngt.
4. Phasensteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der vordere Pinabschnitt (61; 101) an den hinteren Pinabschnitt (62; 102) und der
untere Aufnahmeabschnitt (91) an den oberen Aufnahmeabschnitt (92) angrenzt und sich
die Neigung (α; β) im jeweiligen Grenzbereich bei Verwirklichung des Merkmals (g)
der Pinabschnitte (61, 62; 101, 102) und bei Verwirklichung des Merkmals (h) der Aufnahmeabschnitte
(91, 92) abrupt, im Verlauf der über der Ver- und Entriegelungsrichtung (± L) aufgetragenen
Neigung (α; β) sprungartig um mehr als 30°, vorzugsweise um wenigstens 45°, ändert.
5. Phasensteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei Verwirklichung des Merkmals (g) das Verhältnis der Länge des vorderen Pinabschnitts
zur Länge des hinteren Pinabschnitts (L61 : L62) und bei Verwirklichung des Merkmals (h) das Verhältnis der Länge des oberen Aufnahmeabschnitts
zur Länge des unteren Aufnahmeabschnitts (L72 : L71) aus dem Bereich von 0.2 bis 1.5, vorzugsweise von 0.5 bis 1.5, gewählt ist.
6. Phasensteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge (L61) des vorderen Pinabschnitts (61), die Länge (L62) des hinteren Pinabschnitts (62), die Länge (L71) des unteren Aufnahmeabschnitts (91) und die Länge (L72) des oberen Aufnahmeabschnitts (72) jeweils wenigstens 0.5 mm, vorzugsweise jeweils
wenigstens 1 mm beträgt.
7. Phasensteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der hintere Pinabschnitt (62; 72; 102) über wenigstens einen Teil seiner Länge (L62; L72; L102) wenigstens in einem im Verriegelungseingriff mit der Aufnahme (80; 90; 110) zusammenwirkenden
Umfangswirkbereich zylindrisch ist oder eine Neigung von weniger als 20° aufweist.
8. Phasensteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
(i) entweder der vordere Pinabschnitt (61; 101) die große Neigung (α) gemäß Merkmal
(g) aufweist und der obere Aufnahmeabschnitt (82; 112) über wenigstens einen Teil
seiner im Verriegelungseingriff den hinteren Pinabschnitt (62; 102) überlappenden
Länge (L61; L111) wenigstens in einem im Verriegelungseingriff mit dem hinteren Pinabschnitt (72;
112) zusammenwirkenden Umfangswirkbereich zylindrisch ist oder eine Neigung von weniger
als 20° aufweist
(ii) oder der obere Aufnahmeabschnitt (92) die große Neigung (β) gemäß Merkmal (h)
aufweist und der vordere Pinabschnitt (71) über wenigstens einen Teil seiner im Verriegelungseingriff
den unteren Aufnahmebereich (91) überlappenden Länge (L71) wenigstens in einem im Verriegelungseingriff mit dem unteren Aufnahmeabschnitt (91)
zusammenwirkenden Umfangswirkbereich zylindrisch ist oder eine Neigung von weniger
als 20° aufweist,
9. Phasensteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der vordere Pinabschnitt (61; 101) wenigstens in einem beim Verriegeln mit der Aufnahme
(80) zusammenwirkenden Umfangswirkbereich gemäß Merkmal (g) geformt ist und der hintere
Pinabschnitt (62; 102) wenigstens in einem im Verriegelungseingriff mit dem oberen
Aufnahmeabschnitt (82; 112) zusammenwirkenden Umfangswirkbereich, bis vorzugsweise
an den vorderen Pinabschnitt (61; 101) anschließend, zylindrisch ist oder eine Neigung
von weniger als 20° aufweist.
10. Phasensteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der vordere Pinabschnitt (61; 101) über seinen Umfang umlaufend gemäß Merkmal (g)
geformt, vorzugsweise umlaufend konisch ist, und der hintere Pinabschnitt (62; 102)
über seinen Umfang umlaufend, bis vorzugsweise an den vorderen Pinabschnitt (61; 101)
anschließend, zylindrisch oder mit einer Neigung von weniger als 20° konisch ist.
11. Phasensteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein den Verriegelungspin (60; 70; 100) aufnehmender Druckraum (37) oder die Aufnahme
(80; 90; 110) zum Lösen des Verriegelungseingriffs mit der Frühstellkammer (8), vorzugsweise
nur mit der Frühstellkammer (8), oder der Spätstellkammer (9), vorzugsweise nur mit
der Spätstellkammer (9), verbunden ist oder sind.
12. Phasensteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verriegelungspin (60; 70; 100) über eine Verriegelungsfeder (32) an einem aus
Rotor (7) und Stator (3) abgestützt ist und von dem einen aus Rotor (7) und Stator
(3) zwischen dem Verriegelungseingriff und der Freigabeposition hin und her beweglich,
vorzugsweise axial beweglich geführt wird.
13. Phasensteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche und einem der folgenden Merkmale:
(i) der Verriegelungspin (60; 70; 100) weist eine bei bestehendem Verriegelungseingriff
außerhalb der Aufnahme (80; 90; 100) befindliche ringförmige erste Druckfläche (63;
103) und eine bei bestehendem Verriegelungseingriff in der Aufnahme (80; 90; 110)
befindliche zweite Druckfläche (64; 104) auf, die zum Lösen des Verriegalungseingriffs
jeweils mit dem Druckfluid beauschlagbar und miteinander verbunden sind, vorzugsweise
über einen am oder im Verriegelungspin (60; 70; 100) oder in einem diesen aufnehmenden
Druckraum geformten internen Verbindungskanal (38), so dass das Druckfluid zum Lösen
des Verriegelungseingriffs zu einer der Druckflächen und von dort auch zu der anderen
der Druckflächen oder über eine Verzweigung zu beiden Druckflächen gelangt;
(ii) der Verriegelungspin wird nur an einer einfach zylindrischen Führung geführt,
und eine bei bestehendem Verriegelungseingriff in der Aufnahme (10; 80; 110) befindliche
Druckfläche (64; 74; 104) ist über einen internen Verbindungskanal (38), der am oder
im Verriegelungspin (60; 70; 100) oder in einem diesen aufnehmenden Druckraum geformt
ist, und einen entweder von der Frühstellkammer (8) oder der Spätstellkammer (9) in
den Verbindungskanal (38) führenden weiteren Verbindungskanal (34) mit dem Druckfluid
beaufschlagbar.
14. Phasensteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotor (7) den Verriegelungspin (60; 70; 100) in einem Druckraum (37) beweglich
lagert und einen Verbindungskanal (34) aufweist, der in eine der Stellkammern (8,
9), entweder in die Frühstellkammer (8) oder in die Spätstellkammer (9), mündet und
den Druckraum (37) zum Lösen des Verriegelungseingriffs mit dieser Stellkammer (8,9)
verbindet.
15. Phasensteller nach einem der vorhergehenden Ansprüche und wenigstens einem der folgenden
Merkmale:
(i) der Verriegelungspin (60; 70; 100) ist in einem Flügel (7a) des Rotors (7) beweglich
und in einer Stirnansicht des Rotors (7) gesehen in Umfangsrichtung exzentrisch angeordnet;
(ii) der Verriegelungspin (60; 70; 100) ist in einem Flügel (7a) des Rotors (7) axial
beweglich und einem radialen Ende des Flügels (7a) näher als der Drehachse (R) des
Rotors (7) angeordnet.
16. Phasenstellers nach einem der vorhergehenden Ansprüche und wenigstens einem der folgenden
Merkmale:
(i) der Verriegelungspin (100) entspricht dem Merkmal (g), und der hintere Pinabschnitt
(102) verjüngt sich mit einer Neigung in Richtung auf den vorderen Pinabschnitt (101)
und der obere Aufnahmeabschnitt (112) verjüngt sich mit einer Neigung in Richtung
den unteren Aufnahmeabschnitt (111), vorzugsweise kongruent zum hinteren Pinabschnitt
(102), wobei die Neigung des hinteren Pinabschnitts und die Neigung des oberen Aufnahmeabschnitts
so gering sind, dass der hintere Pinabschnitt (102) im Verriegelungseingriff durch
den oberen Aufnahmeabschnitt (112) blockiert wird;
(ii) der Verriegelungspin (100) entspricht dem Merkmal (g), der obere Aufnahmeabschnitt
(112) verjüngt sich vom Öffnungsrand (113) der Aufnahme (110) in Richtung auf den
unteren Aufnahmeabschnitt (111) mit einer ersten Neigung und tiefer in der Aufnahme
(110) mit einer zweiten Neigung, und die erste Neigung ist größer als die zweite Neigung,
wobei die zweite Neigung so gering ist, dass sie eine Blockierung des hinteren Pinabschnitts
(102) im Verriegelungseingriff bewirkt und die erste Neigung vorzugsweise so groß
ist, dass der Rotor (7) nur durch Eingriff des Verriegelungspins (100) in den Bereich
der ersten Neigung (δ) nicht blockierbar ist.