[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine zum Einbau in einem Kraftfahrzeug vorgesehene
Beleuchtungseinrichtung. Diese umfasst mindestens eine Halbleiterlichtquelle zum Aussenden
von Lichtstrahlen, eine Primäroptik zum Bündeln zumindest eines Teils der ausgesandten
Lichtstrahlen, und eine Sekundäroptik zum Abbilden zumindest eines Teils der gebündelten
Lichtstrahlen in einer Lichtaustrittsrichtung auf einer Fahrbahn vor dem Fahrzeug
zur Erzeugung einer gewünschten Lichtverteilung. Dabei sind die mindestens eine Halbleiterlichtquelle,
die Primäroptik und die Sekundäroptik in einer in das Fahrzeug eingebauten Ausrichtung
der Beleuchtungseinrichtung vertikal übereinander angeordnet.
[0002] Eine derartige Beleuchtungseinrichtung ist bspw. aus der
EP 2 119 959 A1 bekannt. Bei der bekannten Beleuchtungseinrichtung ist die Primäroptik als ein
[0003] Ellipsoidreflektor und die Sekundäroptik als ein Paraboloidreflektor ausgebildet.
Das gesamte von der mindestens einen Halbleiterlichtquelle ausgesandte Licht gelangt
auf den Paraboloidreflektor und wird von diesem zur Erzeugung einer gewünschten Lichtverteilung
auf die Fahrbahn vor das Kraftfahrzeug reflektiert. Das von der mindestens einen Halbleiterlichtquelle
ausgesandte Licht gelangt entweder unmittelbar oder nach Reflexion an dem Ellipsoidreflektor
auf den Paraboloidreflektor. Die bekannte Beleuchtungseinrichtung ist relativ kurzbauend
ausgebildet und deshalb insbesondere für den Einbau in Kraftfahrzeugen mit Einbauöffnungen
für die Beleuchtungseinrichtung mit geringer Tiefe geeignet. Allerdings weist die
bekannte Beleuchtungseinrichtung eine relativ geringe Effizienz auf, da durch die
vielfachen Reflexionen des Lichts an den Reflexionsflächen der verschiedenen Reflektoren
Verluste, insbesondere sogenannte Fresnelsche Verluste, auftreten. Das führt dazu,
dass von dem von der mindestens einen Lichtquelle ausgesandten Licht nach Reflexion
an den Reflektoren nur noch ein Teil des ursprünglich ausgesandten Lichts zur Erzeugung
der gewünschten Lichtverteilung zur Verfügung steht.
[0004] Das bedeutet, dass von der mindestens einen Halbleiterlichtquelle der bekannten Beleuchtungseinrichtung
wesentlich mehr Licht erzeugt werden muss, d.h. entweder mehr Halbleiterlichtquellen
vorgesehen werden müssen oder aber die vorhandenen Halbleiterlichtquellen mit einem
höheren Betriebsstrom betrieben werden müssen, als schließlich zur Erzeugung der gewünschten
Lichtverteilung zur Verfügung steht. Mehr Lichtquellen führen jedoch zu einem erhöhten
Aufwand hinsichtlich Anordnung, Versorgung mit elektrischer Energie, Wärmeabfuhr und
Ansteuerung der Halbleiterlichtquellen. Zudem kann es durch zusätzliche Halbleiterlichtquellen
zu Platzproblemen innerhalb der bekannten Beleuchtungseinrichtung kommen. Der Betrieb
der vorhandenen Halbleiterlichtquellen mit einem erhöhten Betriebsstrom führt zu einer
deutlich höheren Verlustleistung in Form von Wärme sowie zu einer außerordentlichen
Belastung der Halbleiterlichtquellen. Durch den Betrieb der Halbleiterlichtquellen
mit einem erhöhten Betriebsstrom kann zwar die von den Halbleiterlichtquellen ausgesandte
Lichtmenge erhöht werden, allerdings auf Kosten eines erhöhten Energieverbrauchs,
einer höheren Ausfallwahrscheinlichkeit und einer kürzeren Lebensdauer der Halbleiterlichtquellen.
[0005] Ausgehend von dem beschriebenen Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung
die Aufgabe zugrunde, eine Beleuchtungseinrichtung der eingangs genannten Art dahingehend
auszugestalten und weiterzubilden, dass deren Effizienz verbessert werden kann. Insbesondere
soll der von der Beleuchtungseinrichtung bei gegebener elektrischer Leistungsaufnahme
erzeugte Lichtstrom erhöht werden, ohne die Zuverlässigkeit und Lebensdauer der Beleuchtungseinrichtung
zu beeinträchtigen.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ausgehend von der Beleuchtungseinrichtung der eingangs
genannten Art vorgeschlagen, dass die Primäroptik mindestens eine Vorsatzoptik aus
einem transparenten Material mit totalreflektierenden Eigenschaften umfasst, welche
zumindest einen Teil der von der mindestens einen Halbleiterlichtquelle ausgesandten
Lichtstrahlen mittels Totalreflexion und Brechung an Grenzflächen der Vorsatzoptik
bündelt.
[0007] Erfindungsgemäß wird also eine Beleuchtungseinrichtung für ein Kraftfahrzeug vorgeschlagen,
insbesondere in Form eines Kraftfahrzeugscheinwerfers, die sich aufgrund Ihrer bauraumoptimierten,
insbesondere vertikal übereinander angeordneten Einzelkomponenten für den Einbau in
einer Einbauöffnung einer Kraftfahrzeugkarosserie mit geringer Einbautiefe eignet.
Zudem weist die erfindungsgemäße Beleuchtungseinrichtung eine besonders hohe Effizienz
auf, da die Bündelung des von der mindestens einen Halbleiterlichtquelle ausgesandten
Lichts nicht mittels eines Reflektors über herkömmliche Reflexionen, sondern mittels
mindestens einer Vorsatzoptik über besonders verlustarme Totalreflexionen erfolgt.
Insbesondere ergeben sich bei einer Totalreflexion des in die mindestens eine Vorsatzoptik
eingekoppelten Lichts keine bzw. lediglich extrem geringe Fresnelsche Verluste. Aus
diesem Grund erzeugt die erfindungsgemäße Beleuchtungseinrichtung bei gegebener elektrischer
Leistungsaufnahme einen besonders hohen Lichtstrom, ohne die Zuverlässigkeit und Lebensdauer
der Beleuchtungseinrichtung zu beeinträchtigen. Aufgrund dieser hohen Effizienz eignet
sich die erfindungsgemäße Beleuchtungseinrichtung insbesondere für den Einsatz in
einem zumindest zeitweise mit elektrischem Strom angetriebenen Kraftfahrzeug. Aber
auch in herkömmlichen, mit einer Brennkraftmaschine ausgestatteten Kraftfahrzeugen,
kann durch die besonders effiziente erfindungsgemäße Beleuchtungseinrichtung eine
Kraftstoffeinsparung und letzten Endes eine Reduktion des von der Brennkraftmaschine
emittierten CO
2 erzielt werden.
[0008] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der vorliegenden Erfindung umfasst die Sekundäroptik
mindestens einen Reflektor. Es ist denkbar, dass die Sekundäroptik entweder mehrere
separat ausgebildete, unter Umständen auch unterschiedlich geformte Reflektoren aufweist.
Alternativ könnte die Sekundäroptik auch lediglich einen Reflektor mit verschiedenen
Bereichen, Abschnitten oder Reflexionsflächen aufweisen, die jedoch alle integraler
Bestandteil des einen Reflektors sind. Durch die verschiedenen Reflektoren bzw. die
verschiedenen Reflexionsflächen können jeweils bestimmte Teile der gewünschten resultierenden
Lichtverteilung der Beleuchtungseinrichtung erzeugt werden.
[0009] Die resultierende Lichtverteilung der
Beleuchtungseinrichtung kann entweder eine vollständige Gesamtlichtverteilung darstellen,
bspw. eine Abblendlichtverteilung, Fernlichtverteilung, Stadtlichtverteilung, Landstraßenlichtverteilung,
Autobahnlichtverteilung, Nebellichtverteilung, Schlechtwetterlichtverteilung, eine
adaptive Lichtverteilung oder eine beliebig andere Lichtverteilung darstellen. Denkbar
ist aber auch, dass die resultierende Lichtverteilung lediglich einen Teil einer Gesamtlichtverteilung
darstellt, bspw. eine horizontal breit streuende Basislichtverteilung einer aus der
Basislichtverteilung und einer konzentrierten Spotlichtverteilung mit gegenüber der
Basislichtverteilung höheren Lichtstärkewerten zusammengesetzten Abblendlichtverteilung
sein.
[0010] Der mindestens eine Reflektor bzw. die Reflexionsflächen der Sekundäroptik weisen
vorzugsweise eine parabolische Form auf. Diese ist vorzugsweise ausgehend von einer
Paraboloidform durch Variationen einzelner diskreter Punkte der Paraboloidform als
eine Freiformfläche ausgebildet. Insbesondere bilden der mindestens eine Reflektor
bzw. die Reflexionsflächen der Sekundäroptik in einem vertikalen Schnitt eine Parabel
und in einem horizontalen Schnitt eine Ellipse, eine deformierte Ellipse, eine deformierte
Parabel oder eine Kombination der beiden.
[0011] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen,
dass in einem Strahlengang der Lichtstrahlen eine Blendenanordnung zum Abschatten
zumindest eines Teils der von der Primäroptik gebündelten Lichtstrahlen angeordnet
ist, wobei die Sekundäroptik eine Kante der Blendenanordnung als Helldunkelgrenze
einer abgeblendeten Lichtverteilung auf die Fahrbahn abbildet. Gemäß dieser Ausführungsform
ist die
Beleuchtungseinrichtung zur Erzeugung einer abgeblendeten Lichtverteilung, bspw. Abblendlicht,
Stadtlicht, Landstraßenlicht oder Nebellicht, mit einer im Wesentlichen horizontal
verlaufenden Helldunkelgrenze geeignet. Eine solche horizontale Helldunkelgrenze kann
entweder komplett eben als symmetrische Helldunkelgrenze oder mit einem Anstieg auf
der eigenen Verkehrsseite als asymmetrische Helldunkelgrenze ausgebildet sein. Der
Übergang zwischen einem niedrigeren Abschnitt der Helldunkelgrenze auf der Gegenverkehrsseite
und einem höheren Abschnitt der Helldunkelgrenze auf der eigenen Verkehrsseite kann
entweder stufenförmig oder schräg verlaufen.
[0012] Vorteilhafterweise umfasst die Blendenanordnung ein um eine horizontale, quer zur
optischen Achse der Vorsatzoptik verlaufende Drehachse drehbares Walzenelement mit
über die Umfangsfläche verteilten unterschiedlichen Konturen als Kanten oder ein flächiges
Blendenelement mit einer Vorder-und/oder Oberkante. Der Verlauf der Kante des flächigen
Blendenelements kann durch geeignete Maßnahmen, wie sie bspw. aus der
DE 10 2005 012 303 A1 bekannt sind, variiert werden. Eine Blendenanordnung mit einem drehbaren Walzenelement
ist bspw. aus der
DE 197 39 089 A1 bekannt. Ein flächiges Blendenelement kann bspw. senkrecht, parallel oder schräg
zu einer optischen Achse der mindestens einen Vorsatzoptik angeordnet sein. Bei einem
senkrecht zur optischen Achse der Vorsatzoptik angeordneten Blendenelement wird eine
Oberkante des Blendenelements durch die Sekundäroptik zur Erzeugung der Helldunkelgrenze
der gewünschten Lichtverteilung auf der Fahrbahn vor dem Fahrzeug abgebildet. Bei
einem parallel zur optischen Achse der Vorsatzoptik angeordneten Blendenelement wird
vorzugsweise eine Vorderkante des Blendenelements durch die Sekundäroptik auf der
Fahrbahn abgebildet. Bei der erfindungsgemäßen Beleuchtungseinrichtung ist vorzugsweise
ein flächiges Blendenelement schräg zu einer optischen Achse der Vorsatzoptik angeordnet.
Besonders bevorzugt ist, wenn das flächige Blendenelement in einem Winkel von etwa
40 bis 50°, vorzugsweise in einem Winkel von 45°, bezüglich der optischen Achse der
mindestens einen Vorsatzoptik angeordnet ist. In diesem Fall wird die Ober- bzw. Vorderkante
des flächigen Blendenelements durch die Sekundäroptik zur Erzeugung der Helldunkelgrenze
der resultierenden Lichtverteilung auf der Fahrbahn abgebildet.
[0013] Des weiteren wird vorgeschlagen, dass die Beleuchtungseinrichtung ein optisches Element
und die Blendenanordnung auf einer der mindestens einen Vorsatzoptik zugewandten Oberfläche
zumindest bereichsweise eine reflektierende Beschichtung aufweist, wobei die reflektierende
Beschichtung zumindest einen Teil des von der Blendenanordnung abgeschatteten Teils
der Lichtstrahlen auf das optische Element reflektiert. Das optische Element lenkt
die Lichtstrahlen des abgeschatteten Teils der Lichtstrahlen vorteilhafterweise auf
die Sekundäroptik, von wo aus sie dann als Teil der resultierenden, gewünschten Lichtverteilung
auf die Fahrbahn reflektiert werden. Alternativ kann der von der Blendenanordnung
reflektierte Teil des gebündelten Lichts auch zur Erzeugung einer anderen Lichtfunktion
mit einer von der gewünschten Lichtverteilung abweichenden Lichtverteilung, bspw.
eines Positionslichts oder eines Tagfahrlichts, eingesetzt werden. Zur Realisierung
dieser zusätzlichen Lichtfunktionen sind elektrisch separat ansteuerbare Lichtquellen
für jede einzelne Lichtfunktion erforderlich, die aber auch gemeinsam eingeschaltet
werden können.
[0014] Ferner wird vorgeschlagen, dass das optische Element eine zumindest teilweise reflektierende
Oberfläche aufweist, die zumindest einen Teil der auf das optische Element treffenden
Lichtstrahlen auf die Sekundäroptik reflektiert. Vorzugsweise reflektiert die teilreflektierende
Oberfläche des optischen Elements einen ersten Teil der auf das optische Element treffenden
Lichtstrahlen auf die Sekundäroptik und einen zweiten Teil der auf das optische Element
treffenden Lichtstrahlen durch das optische Element transmittiert. Das durch das optische
Element transmittierte Licht verlässt die Beleuchtungseinrichtung also nicht über
die Sekundäroptik, sondern über das optische Element. Das Licht kann als Teil der
resultierenden, gewünschten Lichtverteilung auf die Fahrbahn gelenkt werden. Alternativ
kann das durch das optische Element hindurch transmittierte Licht auch zur Erzeugung
einer anderen Lichtfunktion mit einer von der gewünschten Lichtverteilung abweichenden
Lichtverteilung, bspw. eines Positionslichts oder eines Tagfahrlichts, eingesetzt
werden.
[0015] Das durch das optische Element transmittierte Licht kann bspw. zur Signalbildaufweitung
verwendet werden. Die Signalbildaufweitung hat zum einen eine Bedeutung beim Nachtdesign
der Beleuchtungseinrichtung und zum anderen eine lichttechnische Bedeutung, denn gerade
kleine Lichtaustrittsöffnungen, wie sie bei der erfindungsgemäßen Beleuchtungseinrichtung
vorliegen, erscheinen entgegenkommenden Verkehrsteilnehmern subjektiv unangenehm hell.
Mit der Signalbildaufweitung empfinden andere Verkehrsteilnehmer die gleiche Lichtmenge,
die durch die gleiche Lichtaustrittsöffnung hindurchtritt, als angenehmer. Ferner
können mit dem durch das optische Element transmittierten Licht gezielten Overheadwerte
der Lichtverteilung bedient werden. Dazu können noch weitere optische Elemente zur
Ablenkung des Lichts in diesen Teil des Strahlengangs eingebracht werden.
[0016] Das an der Blendenanordnung vorbeigelangte Licht - entweder nach Bündelung durch
die Vorsatzoptik oder unmittelbar durch die mindestens eine Halbleiterlichtquelle
ausgesandt - gelangt vorzugsweise direkt und unmittelbar auf die vorzugsweise als
Reflektor ausgebildete Sekundäroptik, von wo aus es zur Erzeugung eines ersten Teils
der resultierenden, gewünschten Lichtverteilung auf die Fahrbahn vor das Fahrzeug
reflektiert wird. Der Teil des von der Blendenanordnung abgeschatteten Lichts - ob
nach Bündelung durch eine Vorsatzoptik oder unmittelbar nach dem Aussenden durch die
mindestens eine Halbleiterlichtquelle - gelangt dagegen vorzugsweise mittelbar, beispielsweise
durch Umlenken an dem optischen Element, auf die Sekundäroptik. Damit das von der
Blendenanordnung abgeschattete Licht nicht verloren geht, ist die Blendenanordnung
zumindest bereichsweise mit einer reflektierenden Beschichtung versehen, die das abgeschattete
Licht beispielsweise auf das optische Element lenkt. Wenn das optische Element bspw.
als ein Reflektor ausgebildet ist, kann es das von der Blendenanordnung abgeschattete
Licht weiter auf die Sekundäroptik reflektieren, von wo aus es zur Erzeugung eines
zweiten Teils der resultierenden, gewünschten Lichtverteilung der Beleuchtungseinrichtung
auf die Fahrbahn vor das Kraftfahrzeug reflektiert werden kann. Auch in diesem Fall
kann die resultierende, gewünschte Lichtverteilung der Beleuchtungseinrichtung durch
eine Überlagerung der beiden Teile der Lichtverteilung erzeugt werden. So ist es beispielsweise
denkbar, dass der erste Teil der Lichtverteilung eine konzentrierte Spotlichtverteilung
mit einer scharfen asymmetrischen oberen Helldunkelgrenze ist, die von den an der
Blendenanordnung vorbeigelangten Lichtstrahlen erzeugt wird. Der zweite Teil der Lichtverteilung
kann eine Basislichtverteilung mit einer relativ großen horizontalen Streuung, aber
ohne ausgeprägte Beleuchtungsstärkemaxima sein, von dem von der Blendenanordnung abgeschatteten
und indirekt auf die Sekundäroptik gelangten Teil des von den Halbleiterlichtquellen
ausgesandten Lichts gebildet wird. Eine Überlagerung der Spotlichtverteilung und der
Basislichtverteilung ergibt beispielsweise eine Abblendlichtverteilung.
[0017] Gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen,
dass ein Teil der von der mindestens einen Halbleiterlichtquelle ausgesandten Lichtstrahlen
an der Vorsatzoptik vorbei auf die Sekundäroptik gelangt, und dass die Sekundäroptik
diesen Teil der Lichtstrahlen in der Lichtaustrittsrichtung vor das Fahrzeug reflektiert.
Gemäß dieser Weiterbildung wird also nicht das gesamte von den Halbleiterlichtquellen
der Beleuchtungseinrichtung ausgesandte Licht durch die mindestens eine Vorsatzoptik
gebündelt. Ein Teil des von den Halbleiterlichtquellen ausgesandten Lichts gelangt
ohne eine Bündelung durch die mindestens eine Vorsatzoptik auf die vorzugsweise als
Reflektor ausgebildete Sekundäroptik
[0018] Der an der Vorsatzoptik vorbeigelangte Teile der Lichtstrahlen kann direkt und unmittelbar
auf die Sekundäroptik treffen. Alternativ ist es denkbar, dass die Beleuchtungseinrichtung
ein optisches Element aufweist, wobei der an der Vorsatzoptik vorbeigelangte Teil
der Lichtstrahlen auf das optische Element trifft und das optische Element diesen
Teil der Lichtstrahlen auf die Sekundäroptik lenkt. Bei dem optischen Element, auf
welches das an der Vorsatzoptik vorbei gelangte Licht gelangt, kann es sich um das
gleiche optische Element handeln, auf welches auch das von der Blendenanordnung reflektierte
Licht gelenkt wird. Alternativ kann es sich auch um verschiedene optische Elemente
handeln. Das zusätzlich vorgesehene optische Element, auf welches das an der Vorsatzoptik
vorbei gelangte Licht gelangt, kann bspw. als ein Reflektor ausgebildet sein, der
das auf ihn treffende, an der Vorsatzoptik vorbeigelangte Licht auf die Sekundäroptik
reflektiert.
[0019] Das an der Vorsatzoptik vorbeigelangte Licht kann - falls vorhanden - nach Umlenkung
durch das optische Element und nach der Reflexion an der vorzugsweise als Reflektor
ausgebildeten Sekundäroptik zur Generierung eines ersten Teils der resultierenden
gewünschten Lichtverteilung der Beleuchtungseinrichtung genutzt werden. Ein zweiter
Teil der resultierenden Lichtverteilung könnte dann durch das durch die Vorsatzoptik
gebündelte Licht - falls Vorhanden - nach Umlenkung durch das optische Element und
nach Reflexion an der vorzugsweise als Reflektor ausgebildeten Sekundäroptik erzeugt
werden. Eine Überlagerung des ersten und des zweiten Teils der Lichtverteilung ergibt
dann die resultierende gewünschte Lichtverteilung der Beleuchtungseinrichtung.
[0020] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird
vorgeschlagen, dass das optische Element eine zumindest teilweise reflektierende Oberfläche
aufweist, die zumindest einen Teil der auf das optische Element treffenden Lichtstrahlen
auf die Sekundäroptik reflektiert. Die teilreflektierende Oberfläche des optischen
Elements reflektiert einen ersten Teil der auf das optische Element treffenden Lichtstrahlen
auf die Sekundäroptik und transmittiert einen zweiten Teil der auf das optische Element
treffenden Lichtstrahlen durch das optische Element hindurch. Denkbar ist beispielsweise,
dass das optische Element aus einem transparenten Material, beispielsweise einem transparenten
Kunststoff oder Glas, besteht und eine teilreflektierende Beschichtung aufweist.
[0021] Der durch das optische Element transmittierte zweite Teil der Lichtstrahlen kann
über das optische Element aus der Beleuchtungseinrichtung austreten. Es ist denkbar,
dass eine Lichtaustrittsfläche des optischen Elements mit streuenden Strukturen (z.B.
Prismen, Zylinderlinsen, einer Mikrostruktur oder ähnlichem) beschichtet ist, welche
eine Streuung des aus dem optischen Element austretenden Lichts bewirkt. Vorzugsweise
tritt der durch das optische Element transmittierte zweite Teil der Lichtstrahlen
in der Lichtaustrittsrichtung aus der Beleuchtungseinrichtung aus. Der aus dem optischen
Element austretende Teil der Lichtstrahlen erzeugt gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
nicht-fokussiertes Streulicht zur Vergrößerung eines Signalbildes der von der Sekundäroptik
abgebildeten Lichtverteilung. Alternativ wird vorgeschlagen, dass der aus dem optischen
Element austretende Teil der Lichtstrahlen einen Beitrag zur resultierenden, gewünschten
Lichtverteilung der Beleuchtungseinrichtung leistet. Besonders bevorzugt ist, wenn
der aus dem optischen Element austretende Teil der Lichtstrahlen bei einer gewünschten
abgeblendeten Lichtverteilung einen Bereich der Lichtverteilung oberhalb einer Helldunkelgrenze
der Lichtverteilung ausleuchtet. Der genannte Bereich oberhalb der Helldunkelgrenze
der Lichtverteilung wird auch als Overheadbereich bezeichnet. Eine Ausleuchtung dieses
Bereiches mit relativ geringer Intensität, so dass eine Blendung entgegenkommender
Verkehrsteilnehmer vermieden wird und die gesetzlichen Anforderungen an die Maximalbeleuchtungsstärkewerte
in dem Overheadbereich noch eingehalten werden, kann zu einer verbesserten Erkennung
von Verkehrszeichen und anderen oberhalb des Fahrbahnrands angeordneten Objekten auf
der eigenen Verkehrsseite führen.
[0022] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend anhand
der Figuren näher erläutert. Dabei sind die genannten Merkmale nicht nur in der beschriebenen
Kombination miteinander, sondern auch einzeln oder in anderen als den beschriebenen
Kombinationen erfindungswesentlich. Es zeigen:
- Figur 1
- ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Beleuchtungseinrichtung
in einer Ansicht entgegen einer Lichtaustrittsrichtung;
- Figur 2
- die wesentlichen Komponenten einer erfindungsgemäßen Beleuchtungseinrichtung gemäß
einer bevorzugten Ausführungsform in einer perspektivischen Ansicht;
- Figur 3
- die wesentlichen Komponenten einer erfindungsgemäßen Beleuchtungseinrichtung gemäß
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform in einer perspektivischen Ansicht;
- Figur 4
- die wesentlichen Komponenten einer erfindungsgemäßen Beleuchtungseinrichtung gemäß
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform in einer perspektivischen Ansicht;
- Figur 5
- die wesentlichen Komponenten einer erfindungsgemäßen Beleuchtungseinrichtung gemäß
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform in einer perspektivischen Ansicht;
- Figur 6
- einen Ausschnitt einer erfindungsgemäßen Beleuchtungseinrichtung gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform der Figuren 3 und 5 im Detail in einer perspektivischen Ansicht;
- Figur 7
- ein Beispiel für eine durch die erfindungsgemäße Beleuchtungseinrichtung erzeugte
Lichtverteilung;
- Figur 8
- ein weiteres Beispiel für eine durch die erfindungsgemäße Beleuchtungseinrichtung
erzielbare Lichtverteilung; und
- Figur 9
- ein weiteres Beispiel für eine durch die erfindungsgemäße Beleuchtungseinrichtung
erzielbare Lichtverteilung.
[0023] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Beleuchtungseinrichtung für Kraftfahrzeuge,
die nachfolgend anhand des Beispiels eines Kraftfahrzeugscheinwerfers näher erläutert
wird. Die Erfindung ist jedoch nicht auf Scheinwerfer beschränkt, sondern kann gleichermaßen
auch für beliebige Kraftfahrzeugleuchten, insbesondere Front-, Seiten- und Heckleuchten,
eingesetzt werden.
[0024] In Figur 1 ist eine erfindungsgemäße
Beleuchtungseinrichtung in Form eines
Kraftfahrzeugscheinwerfers in ihrer Gesamtheit mit dem Bezugszeichen 1 bezeichnet.
Der Scheinwerfer 1 wird im vorderen Bereich eines Kraftfahrzeugs eingebaut. Bei einem
als Automobil ausgebildeten Kraftfahrzeug werden im Frontbereich des Kraftfahrzeugs
üblicherweise zwei der gezeigten Scheinwerfer 1, jeweils seitlich in der Nähe der
Fahrzeugaußenseiten, in entsprechenden in einer Fahrzeugkarosserie vorgesehene Einbauöffnungen
angeordnet, darin befestigt und elektrisch kontaktiert, d.h. mit dem Kraftfahrzeugbordnetz
und/oder einem Steuergerät verbunden. Bei einem als Motorrad ausgebildeten Kraftfahrzeug
wird vorzugsweise lediglich ein Scheinwerfer 1, vorzugsweise mittig im vorderen Bereich
des Fahrzeugs angeordnet.
[0025] Der Scheinwerfer 1 umfasst ein Scheinwerfergehäuse 2, das vorzugsweise aus Kunststoff
gefertigt ist. Das Gehäuse 2 weist in einer Lichtaustrittsrichtung eine Lichtaustrittsöffnung
3 auf, die durch eine Abdeckscheibe 4 verschlossen ist. Im Inneren des Scheinwerfergehäuses
2 ist mindestens eine beispielsweise als Leuchtdiode (LED) ausgebildete Halbleiterlichtquelle
5 angeordnet, die Licht in einer Hauptaustrittsrichtung 6 aussendet. Die Leuchtdiode
5 kann in der vorliegenden Erfindung bspw. in folgenden Varianten verwendet werden:
- einzelne LED 5,
- LED-Array mit mehreren gleich ausgestalteten LEDs, und
- LED-Array mit unterschiedlich ausgestalteten LEDs.
[0026] Die Leuchtdiode 5 ist vorzugsweise auf einem Trägerelement 7 angeordnet, das wiederum
auf einem Kühlkörper (nicht dargestellt) angeordnet sein kann. Das Trägerelement 7
kann mit Leiterbahnen und elektronischen Bauteilen sowie Steckern bestückt sein. Beim
Betrieb der Leuchtdiode 5 kann Wärme entweder direkt oder mittelbar über das Trägerelement
7 an den Kühlkörper übertragen werden, der die Wärme an die Umgebung abgibt, um eine
Überhitzung der Leuchtdiode 5 zu vermeiden. Die Leuchtdiode 5 sendet üblicherweise
in einen oberhalb der Flächenerstreckung des Trägerelements 7 ausgebildeten 180°-Halbraum
- wie gesagt - in der Hauptaustrittsrichtung 6 ab.
[0027] Das von der mindestens einen Leuchtdiode 5 ausgesandte Licht wird durch mindestens
eine als Vorsatzoptik ausgebildete Primäroptik 8 gebündelt. Die Vorsatzoptik 8 besteht
aus einem transparenten Material, vorzugsweise aus einem Kunststoff. Eine optische
Achse der Vorsatzoptik 8 verläuft vorzugsweise entweder deckungsgleich oder parallel
zu der Hauptaustrittsrichtung 6 der Leuchtdiode 5. Das von der Leuchtdiode 5 ausgesandte
Licht wird über Lichteintrittsflächen 9 (vgl. Figur 6) in die Vorsatzoptik 8 eingekoppelt.
Zumindest ein Teil des eingekoppelten Lichts wird mindestens einmal an äußeren Grenzflächen
10 der Vorsatzoptik 8 totalreflektiert. Über eine Lichtaustrittsfläche 11 wird das
Licht dann aus der Vorsatzoptik 8 ausgekoppelt. Die Vorsatzoptik 8 sorgt durch Brechung
des Lichts an den Eintrittsflächen 9 und der Austrittsfläche 11 sowie durch Totalreflexion
des Lichts an den schrägen Grenzflächen 10 für eine Bündelung der Lichtstrahlen.
[0028] Zurückkommend auf Figur 1, gelangt das durch die Vorsatzoptik 8 gebündelte Licht
auf eine vorzugsweise als Reflektor ausgebildete Sekundäroptik 12, die zumindest einen
Teil des gebündelten Lichts in einer Lichtaustrittsrichtung 32 (vgl. die Figuren 2
bis 5) auf einer Fahrbahn vor dem Fahrzeug zur Erzeugung einer gewünschten Lichtverteilung
abbildet. Der Reflektor 12 kann mehrere, zum Teil unterschiedlich geformte Reflexionsflächen
aufweisen, die integraler Bestandteil des Reflektors 12 sind. In dem dargestellten
Ausführungsbeispiel aus Figur 1 umfasst der Reflektor 12 eine zentrale erste Reflexionsfläche
13, zwei seitlich davon angeordnete zweite Reflexionsflächen 14 sowie eine oberhalb
der zentralen Reflexionsfläche 13 angeordnete dritte Reflexionsfläche 15. Selbstverständlich
können in Abhängigkeit von der Art und Ausgestaltung der gewünschten Lichtverteilung,
die durch die Beleuchtungseinrichtung 1 erzielt werden soll, auch mehr oder weniger
oder anders angeordnete und ausgebildete Reflexionsflächen als die dargestellten Reflexionsflächen
13 bis 15 auf dem Reflektor 12 ausgebildet sein. Die Reflexionsflächen 13 bis 15 sind
in Figur 1 zum besseren Verständnis durch Linien voneinander getrennt dargestellt.
Diese Linien können Stufen, Kanten und/oder Knicken zwischen den Reflexionsflächen
13 bis 15 entsprechen, so dass sie mit bloßem Auge auf dem Reflektor 12 zu erkennen
sind. Die Reflexionsflächen 13 bis 15 können aber auch ohne Stufen, Kanten und Knicke
bündig ineinander übergehen, so dass sie mit bloßem Auge möglicherweise nicht zu erkennen
sind.
[0029] Die Reflexionsflächen 13 bis 15 erzeugen vorzugsweise unterschiedliche Teile der
resultierenden, gewünschten Gesamtlichtverteilung der Beleuchtungseinrichtung 1. So
ist es beispielsweise denkbar, dass die zentrale Reflexionsfläche 13 eine relativ
stark konzentrierte Spotlichtverteilung mit einer relativ geringen horizontalen Erstreckung
und einer deutlich ausgebildeten oberen Helldunkelgrenze erzeugt. Die seitlichen Reflexionsflächen
14 können eine breit streuende Basislichtverteilung ohne ausgeprägte Intensitätsmaxima
und mit einer geraden oberen Helldunkelgrenze erzeugen. Eine Überlagerung der Spotlichtverteilung
und der Basislichtverteilung bildet dann die resultierende, gewünschte Gesamtlichtverteilung
der Beleuchtungseinrichtung 1, die beispielsweise als eine Abblendlichtverteilung
ausgebildet ist. Zusätzlich kann durch das an der oberen Reflexionsfläche 15 reflektierte
Licht ein Bereich oberhalb der Helldunkelgrenze der Abblendlichtverteilung zur Erzielung
einer Overheadbeleuchtung erzeugt werden.
[0030] Falls die resultierende, gewünschte Gesamtlichtverteilung des Scheinwerfers 1 eine
abgeblendete Lichtverteilung, wie beispielsweise eine Abblendlichtverteilung oder
eine Nebellichtverteilung, erzeugen soll, kann im Strahlengang eine Blendenanordnung
16 angeordnet sein, die zumindest einen Teil des von der Vorsatzoptik 8 gebündelten
Lichts abschattet. Eine Ober- bzw. Vorderkante 17 der Blendenanordnung 16 wird durch
den Reflektor 12 als Helldunkelgrenze der gewünschten Lichtverteilung des Scheinwerfers
1 auf die Fahrbahn vor das Fahrzeug reflektiert. Die Blendenkante 17 liegt bevorzugt
horizontal und senkrecht zum Strahlengang. Die Blendenkante 17 kann einen geraden
Verlauf aufweisen (vgl. bspw. Figuren 2 bis 5). Vorzugsweise umfasst sie aber, wie
in Figur 1 gezeigt, zwei horizontale Abschnitte 17a, 17b, die senkrecht zur Lichtausbreitungsrichtung
versetzt sind und die durch einen geradlinigen Blendenbereich 17c verbunden sind.
Der Verbindungsbereich 17c schließt mit einem Knick an die horizontalen Abschnitte
17a, 17b an. Der Knickwinkel beträgt dabei zwischen 0° und 90°, wobei die Werte 15°,
30°, 45°, 60° und 90° bevorzugt sind. Die Abschnitte 17a, 17b, 17c bilden zusammen
die Blendenkante 17. Entsprechend den Erfordernissen umfasst die Blendenanordnung
16 eine einfache Kante 17 oder zwei in Lichtausbreitungsrichtung hintereinander angeordnete
Kanten 17 (sog. Doppelblende). Die zwei Kanten 17 können bspw. durch eine große Dicke
des Blendenmaterials (Kante an der Vorderseite und Kante an der Rückseite der Blende)
oder durch zwei hintereinander angeordnete Blenden 16 mit zwei separaten Kanten 17
gebildet sein.
[0031] Je nach Ausgestaltung des optischen Systems des Scheinwerfers 1 kann - in Abweichung
der dargestellten Ausführungsform - die Blende selbst auch gebogen sein. Die Kontur
einer solchen gebogenen Blende entspricht in Lichtausbreitungsrichtung betrachtet
der Kontur der beschriebenen ebenen Blendenanordnung 16. Projiziert man die gebogene
Blende entlang der Haupt-Lichtausbreitungsrichtung in eine Ebene, die senkrecht zur
Hauptaustrittsrichtung liegt, erhält man einen Kantenverlauf vergleichbar mit dem
Verlauf der Kante 17 der ebenen Blendenanordnung 16. Ferner kann die Blendenanordnung
16 auch als veränderliche Blende ausgestaltet sein, bspw. als Klappblende oder als
Walzenblende.
[0032] Zusätzlich kann der Scheinwerfer 1 ein optisches Element 18 aufweisen, dessen Funktionalität
im Detail weiter unten erläutert wird. In der in Figur 1 gezeigten Ansicht des Scheinwerfers
1 entgegen der Lichtaustrittsrichtung 32 ist das optische Element 18 durch die Abdeckscheibe
4 hindurch sichtbar. Die Blendenanordnung 16 ist im Wesentlichen hinter dem optischen
Element 18 angeordnet und deshalb nicht sichtbar und in Figur 1 nur gestrichelt dargestellt.
Entsprechendes gilt auch für die Leuchtdiode 5, das Trägerelement 7 und die Vorsatzoptik
8, die hinter dem Gehäuse 2 des Scheinwerfers 1 angeordnet sind und deshalb ebenfalls
in Figur 1 nur gestrichelt dargestellt sind. Die durch die Abdeckscheibe 4 sichtbaren
Bereiche außerhalb des optischen Elements 18 und des Reflektors 12 können mit einem
Abdeckrahmen 19 versehen sein, der beispielsweise verspiegelt ist. Bei in das Kraftfahrzeug
eingebautem Scheinwerfer 1 sind im Wesentlichen nur die Abdeckscheibe 4 sowie die
durch diese sichtbaren Komponenten der Beleuchtungseinrichtung 1, insbesondere der
Reflektor 12 und das optische Element 18, sichtbar.
[0033] In den Figuren 2 bis 5 sind die wesentlichen Komponenten des erfindungsgemäßen Scheinwerfers
in verschiedenen Ausführungsbeispielen in einer perspektivischen Ansicht dargestellt.
Besonders deutlich wird anhand der Figuren 2 bis 5 die vertikale Anordnung übereinander
der Komponenten des Scheinwerfers 1, d.h. der mindestens einen Leuchtdiode 5, der
mindestens einen Vorsatzoptik 8, der - sofern vorhanden - Blendenanordnung 16, des
- sofern vorhanden - optischen Elements 18 sowie des Reflektors 12. Insgesamt ergibt
sich dadurch eine im Vergleich zu herkömmlichen Beleuchtungseinrichtungen, wo diese
Komponenten in einer horizontalen Ebene hintereinander angeordnet sind, besonders
kurz bauende Beleuchtungseinrichtung 1.
[0034] In den Figuren 2 bis 5 sind diejenigen Komponenten einer erfindungsgemäßen Beleuchtungseinrichtung
1 dargestellt, die Bestandteil eines Scheinwerfermoduls sein können. Es sind dies
insbesondere eine oder mehrere Lichtquellen 5, insbesondere eine oder mehrere LEDs,
eine oder mehrere Primäroptiken 8, insbesondere Vorsatzoptiken, eine Sekundäroptik
12, insbesondere ein Reflektor, eine Blendenanordnung 16 und/oder ein optisches Element
18, insbesondere ein Reflektor, der sichtbares Licht zumindest teilweise reflektiert.
Bei den Scheinwerfermodulen der Figuren 2 bis 5 ist die Blendenanordnung 16 jeweils
nur noch schematisch dargestellt. Auch die Blendenanordnung 16 der Scheinwerfermodule
der Figuren 2 bis 5 kann den oben bezüglich der Figur 1 beschriebenen asymmetrischen
Verlauf der Blendenkante 17 aufweisen, obwohl dieser in den Figuren 2 bis 5 nicht
dargestellt ist.
[0035] Bei dem in Figur 2 dargestellten Ausführungsbeispiel wird das durch die mindestens
eine Leuchtdiode 5 ausgesandte Licht durch die Vorsatzoptik 8 gebündelt und im Wesentlichen
in Richtung der Ober- bzw. Vorderkante 17 der Blendenanordnung 16 gelenkt. Ein erster
Teil 20 der gebündelten Lichtstrahlen gelangt an der Kante 17 der Blendenanordnung
16 vorbei und trifft unmittelbar auf eine oder mehrere der Reflexionsflächen 13 bis
15 des Reflektors 12. Von dort aus wird der erste Teil 20 der Lichtstrahlen zur Erzeugung
eines ersten Teils der resultierenden, gewünschten Gesamtlichtverteilung der Beleuchtungseinrichtung
1 auf die Fahrbahn vor das Fahrzeug reflektiert. Ein zweiter Teil 21 der gebündelten
Lichtstrahlen trifft auf die Blendenanordnung 16 und wird von dieser abgeschattet.
Die Blendenanordnung 16 ist auf einer der mindestens einen Vorsatzoptik 8 zugewandten
Seite 22 zumindest bereichsweise reflektierend ausgebildet, bspw. mit einer reflektierenden
Beschichtung versehen. Die Blendenanordnung 16 ist derart im Strahlengang angeordnet
und ausgerichtet, dass auf die reflektierende Oberfläche 22 der Blendenanordnung 16
auftreffende Lichtstrahlen in Richtung des optischen Elements 18 reflektiert werden.
Das optische Element 18 ist in dem in Figur 2 gezeigten Ausführungsbeispiel als ein
Reflektor ausgebildet, der derart ausgebildet und im Strahlengang angeordnet ist,
dass der zweite Teil 21 der auf den Reflektor 18 treffenden Lichtstrahlen in Richtung
des Reflektors 12 reflektiert wird, von wo er zur Erzeugung eines zweiten Teils der
resultierenden, gewünschten Gesamtlichtverteilung des Scheinwerfers 1 auf die Fahrbahn
vor das Fahrzeug reflektiert wird. Eine Überlagerung der verschiedenen Teile 20, 21
der von dem Reflektor 12 reflektierten Lichtstrahlen erzeugt die resultierende, gewünschte
Gesamtlichtverteilung des Scheinwerfers 1.
[0036] Eine durch den Scheinwerfer 1 in der in Figur 2 gezeigten Ausführungsform erzeugte
Gesamtlichtverteilung ist beispielsweise in Figur 7 dargestellt, wie sie sich auf
einem in einem Abstand zu dem Scheinwerfer 1, beispielsweise in einem Abstand von
25 Metern, angeordneten Messschirm ergibt. Auf diesem ist eine horizontale HH und
eine senkrecht dazu stehende vertikale VV eingezeichnet. Ein durch den ersten Teil
20 der durch den Reflektor 12 reflektierten Lichtstrahlen erzeugter konzentrierter
Bereich in Form einer Spotlichtverteilung ist mit dem Bezugszeichen 23 bezeichnet.
Die Spotlichtverteilung 23 weist sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung
eine relativ hohe Konzentration, d.h. eine geringe Erstreckung auf. Die Oberseite
der Spotlichtverteilung 23 bildet eine relativ scharf abgegrenzte asymmetrische Helldunkelgrenze
24. Diese umfasst einen auf der Gegenverkehrsseite unterhalb der horizontalen HH angeordneten
horizontalen Abschnitt 25 sowie einen höheren, auf der eigenen Verkehrsseite angeordneten
und bis über die horizontale HH schräg ansteigenden Abschnitt 26 auf. Die Spotlichtverteilung
23 weist insbesondere im Zentrum unmittelbar unter der Helldunkelgrenze 24 ein ausgeprägtes
Intensitätsmaximum auf.
[0037] Ein durch den zweiten Teil 21 der von dem Reflektor 12 reflektierten Lichtstrahlen
erzeugter Bereich in Form einer Basislichtverteilung ist in Figur 7 mit dem Bezugszeichen
27 bezeichnet. Die Basislichtverteilung 27 weist an ihrer Oberseite eine gerade horizontale
Helldunkelgrenze 28 auf. Diese verläuft vorzugsweise etwas unterhalb der Helldunkelgrenze
24 der Spotlichtverteilung 23. Ferner hat die Basislichtverteilung 27 in vertikaler
Richtung, vor allem aber in horizontaler Richtung eine relativ große Erstreckung.
Des Weiteren weist die Basislichtverteilung 27 weniger stark ausgeprägte Intensitätsmaxima
auf als die Spotlichtverteilung 23. Eine Überlagerung der Basislichtverteilung 27
und der Spotlichtverteilung 23 ergibt eine die gesetzlichen Anforderungen an eine
Abblendlichtverteilung besonders gut erfüllende und den Kundenwünschen besonders gut
entsprechende Abblendlichtverteilung als resultierende, gewünschte Gesamtlichtverteilung.
[0038] Bei dem Ausführungsbeispiel aus Figur 2 kann der erste Teil 20 der gebündelten Lichtstrahlen
auf einen ersten Bereich des Reflektors 12, beispielsweise auf die zentrale Reflexionsfläche
13, und kann der zweite Teil 21 der von der Vorsatzoptik 8 gebündelten Lichtstrahlen
auf andere Bereiche des Reflektors 12, beispielsweise die seitlichen Reflexionsflächen
14, treffen und von dort aus dann in der gewünschten Weise auf die Fahrbahn vor das
Fahrzeug reflektiert werden. Alternativ ist es auch denkbar, dass der erste Teil 20
und der zweite Teil 21 der gebündelten Lichtstrahlen auf verschiedene Bereiche des
Reflektors 12, beispielsweise jeweils sowohl auf die zentrale Reflexionsfläche 13
als auch auf die seitlichen Reflexionsflächen 14, treffen.
[0039] Bei dem in Figur 3 gezeigten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Scheinwerfers
1 wird das von der mindestens einen Leuchtdiode 5 ausgesandte Licht nicht nur in den
ersten Teil 20 und den zweiten Teil 21 der Lichtstrahlen aufgespalten, sondern auch
noch in einen dritten Teil 33. Der dritte Teil 33 der von der mindestens einen Leuchtdiode
5 ausgesandten Lichtstrahlen umfasst vorzugsweise diejenigen Lichtstrahlen, die nach
dem Aussenden durch die mindestens eine Leuchtdiode 5 nicht über eine der Eintrittsflächen
9 in die Vorsatzoptik 8 eingekoppelt werden. Dieser an der Vorsatzoptik 8 vorbeigelangte
Teil 33 der von der mindestens einen Leuchtdiode 5 ausgesandten Lichtstrahlen gelangt
auf den Reflektor 12 und wird von diesem als ein Teil der resultierenden, gewünschten
Gesamtlichtverteilung auf die Fahrbahn vor das Kraftfahrzeug reflektiert. Dabei kann
der dritte Teil 33 der Lichtstrahlen von der mindestens einen Leuchtdiode 5 aus unmittelbar
auf den Reflektor 12 treffen (in Figur 3 nicht dargestellt).
[0040] Alternativ ist es denkbar, dass der dritte Teil 33 der von der mindestens einen Leuchtdiode
5 ausgesandten Lichtstrahlen zumindest teilweise auf ein optisches Element, beispielsweise
das optische Element 18, trifft und von diesem in Richtung des Reflektors 12 umgelenkt
wird. Bei dem optischen Element 18, auf das der dritte Teil 33 der Lichtstrahlen trifft,
kann es sich um das gleiche optische Element 18 handeln, das auch zumindest einen
Teil des zweiten Teils 21 der an der Oberfläche 22 der Blendenanordnung 16 reflektierten
Lichtstrahlen in Richtung des Reflektors 12 umlenkt. Es ist aber auch denkbar, dass
es sich um unterschiedliche optische Elemente handelt. Das optische Element 18, auf
das die an der Vorsatzoptik 8 vorbei gelangten Lichtstrahlen 33 treffen, ist vorzugsweise
als ein Reflektor ausgebildet.
[0041] Es ist denkbar, dass die verschiedenen Teile 20, 21, 33 der von der mindestens einen
Leuchtdiode 5 ausgesandten Lichtstrahlen auf unterschiedliche Bereiche des Reflektors
12 treffen. So ist es beispielsweise denkbar, dass der erste Teil 20 der von der Vorsatzoptik
8 gebündelten Lichtstrahlen auf die zentrale Reflexionsfläche 13, der zweite Teil
21 der gebündelten Lichtstrahlen auf seitliche Reflexionsflächen 14 und der dritte
Teil 33 der von der mindestens einen Leuchtdiode 5 ausgesandten Lichtstrahlen auf
eine obere Reflexionsfläche 15 trifft, von wo aus die Lichtstrahlen jeweils zur Erzeugung
der resultierenden, gewünschten Gesamtlichtverteilung in einer Lichtaustrittsrichtung
32 auf die Fahrbahn vor das Fahrzeug reflektiert werden. Alternativ ist es denkbar,
dass die verschiedenen Teile 20, 21, 33 der Lichtstrahlen jeweils auf mehrere der
Reflexionsflächen 13 bis 15 treffen.
[0042] Eine durch den Scheinwerfer 1 gemäß der Ausführungsform aus Figur 3 erzeugte Lichtverteilung
ist beispielhaft in Figur 8 dargestellt. Dabei kann der erste Teil 20 der Lichtstrahlen
nach wie vor die Spotlichtverteilung 23 und der zweite Teil 21 der Lichtstrahlen die
Basislichtverteilung 27 erzeugen. Der dritte Teil 33 der von der mindestens einen
Leuchtdiode 5 ausgesandten Lichtstrahlen kann zur gezielten zusätzlichen Ausleuchtung
der seitlichen Bereiche der Abblendlichtverteilung 23, 27 dienen. Bei einer solchen
resultierenden Gesamtlichtverteilung sind für den Fahrer des Kraftfahrzeugs die Fahrbahnränder
und dort befindliche Personen, Objekte und Verkehrszeichen besser sichtbar. Der dritte
Teil 33 der Lichtstrahlen erzeugt also einseitig oder beidseitig der Abblendlichtverteilung
23, 27 angeordnete Seitenausleuchtungsbereiche 29, welche die Abblendlichtverteilung
23, 27 zur Verbesserung der Ausleuchtung der Fahrbahnränder überlagern.
[0043] Eine alternative Ausführungsform einer durch den Scheinwerfer 1 gemäß Figur 3 realisierten
Lichtverteilung ist beispielhaft in Figur 9 gezeigt. Dabei wird durch den dritten
Teil 33 der von der mindestens einen Leuchtdiode ausgesandten Lichtstrahlen ein Overheadbereich
30 oberhalb der Helldunkelgrenze 24 der Abblendlichtverteilung 23, 27 ausgeleuchtet.
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel wird insbesondere ein Overheadbereich 30
auf der eigenen Verkehrsseite, bei Rechtsverkehr also rechts von der Vertikalen VV,
ausgeleuchtet. Durch den ausgeleuchtete Overheadbereich 30 können Verkehrszeichen
und andere Gegenstände, die oberhalb der Fahrbahn am Fahrbahnrand auf der eigenen
Verkehrsseite angeordnet sind, durch den Fahrer des Kraftfahrzeugs besser erkannt
werden.
[0044] Selbstverständlich ist es auch denkbar, dass das durch den dritten Teil 33 der Lichtstrahlen
resultierende Licht nach der Reflexion durch den Reflektor 12 einfach zur Verstärkung
bestimmter Teilbereiche der Abblendlichtverteilung 23, 27, beispielsweise des Spotlichts
23 oder des Basislichts 27, dient.
[0045] Bezugnehmend auf das Ausführungsbeispiel der Figur 6 ist eine erste Leuchtdiode 5.1
unmittelbar unterhalb der Vorsatzoptik 8 angeordnet. Der dritte Teil 33 der von der
mindestens einen Leuchtdiode 5 ausgesandten Lichtstrahlen könnte beispielweise von
einer nicht unmittelbar unterhalb der Vorsatzoptik 8, sondern versetzt zu dieser angeordneten
weiteren Leuchtdiode 5.2 ausgesandt werden. Bei einem solchen Ausführungsbeispiel
wären also eine oder mehrere Leuchtdioden 5.1 unterhalb der Vorsatzoptik 8 angeordnet,
so dass das von dieser mindestens einen Leuchtdiode 5.1 ausgesandte Licht durch die
Vorsatzoptik 8 zu den ersten und zweiten Teilen 20, 21 der gebündelten Lichtstrahlen
führen würde. Das von der mindestens einen weiteren Leuchtdiode 5.2 ausgesandte Licht
würde dagegen den dritten Teil 33 der von der mindestens einen Leuchtdiode 5 ausgesandten
Lichtstrahlen bilden, die an der Vorsatzoptik 8 vorbei gelangen.
[0046] Für die Ausführungsbeispiele des Scheinwerfers 1 gemäß der Figuren 2 und 3 kann bezugnehmend
auf die Frontansicht des Scheinwerfers 1 aus Figur 1 das Gehäuse 2 weiter nach oben
gezogen werden, so dass das optische Element 18 bei einem Blick in den Scheinwerfer
1 entgegen der Lichtaustrittsrichtung 32 nicht durch die Abdeckscheibe 4 hindurch
zu erkennen ist, sondern durch das nach oben bis dicht an die Reflexionsfläche 12
herangezogene Gehäuse 2 verdeckt wird. Bei einem in der Kraftfahrzeugkarosserie eingebauten
Scheinwerfer 1 könnte also der gesamte Bereich des Scheinwerfers 1 unterhalb des Reflektors
12 von der Kraftfahrzeugkarosserie oder entsprechenden Blenden- oder Zierelementen
oder dem Scheinwerfergehäuse 2 verdeckt sein. Von außen sichtbar wären dann lediglich
die Abdeckscheibe 4 mit dem dahinter befindlichen Reflektor 12.
[0047] Bei der in Figur 1 gezeigten Ausgestaltung des Scheinwerfers 1 mit einem durch die
Abdeckscheibe 4 hindurch sichtbaren optischen Element 18 ist eine Ausgestaltung der
Komponenten des Scheinwerfers 1 gemäß den Ausführungsbeispielen der Figuren 4 oder
5 besonders vorteilhaft. Die Ausführungsform der Figur 4 entspricht im Wesentlichen
der bereits oben beschriebenen Ausführungsform der Figur 2. Ein wesentlicher Unterschied
zu der Ausführungsform aus Figur 2 besteht darin, dass das optische Element 18 teilreflektierend
ausgestaltet ist, dass es also lediglich einen Teil der auf das optische Element 18
treffenden Lichtstrahlen reflektiert und einen anderen Teil der Lichtstrahlen transmittiert.
Auf diese Weise könnte das von der mindestens einen Leuchtdiode 5 ausgesandte und
von der Vorsatzoptik 8 gebündelte Licht in einen weiteren Teil 31 aufgespalten werden.
Der weitere Teil 31 der Lichtstrahlen kann beim Durchtritt durch das optische Element
18 an den Grenzflächen zwischen Luft und dem Material des optischen Elements 18 gebrochen
werden. Durch die Anordnung von optisch wirksamen Elementen (nicht dargestellt) auf
der Lichtaustrittsseite des optischen Elements 18, bspw. in Form von Streustrukturen
(Prismen, Zylinderlinsen, einer Mikrostrukturierung etc.), kann Form, Richtung, Lichtstärkeverteilung
u.a. des durch den dritten Teil 31 der Lichtstrahlen erzeugten Lichtbündels in gewünschter
Weise eingestellt werden.
[0048] Der weitere Teil 31 der Lichtstrahlen könnte zur Unterstützung der durch die ersten
und zweiten Teile 20, 21 der Lichtstrahlen nach der Reflexion an der Sekundäroptik
12 erzeugten resultierenden Gesamtlichtverteilung eingesetzt werden. Alternativ könnte
durch den weiteren Teil 31 der Lichtstrahlen auch eine Vergrößerung des Signalbilds
der durch den ersten und zweiten Teil 20, 21 der Lichtstrahlen erzeugten resultierenden
Gesamtlichtverteilung erzielt werden, um für entgegenkommende Verkehrsteilnehmer die
Blendwirkung subjektiv zu verringern. Für diese wird die leuchtende Fläche der Beleuchtungseinrichtung
1 vergrößert, da Licht nicht mehr nur von dem Reflektor 12, sondern zusätzlich auch
noch von dem optischen Element 18 ausgesandt wird. Ferner wäre es denkbar, dass der
weitere Teil 31 der Lichtstrahlen zur Erzeugung einer zusätzlichen Lichtfunktion dient,
die ggf. über eine oder mehrere separat ansteuerbare Lichtquellen erzeugt werden kann.
[0049] Zur Realisierung der teilreflektierenden Eigenschaften des optischen Elements 18
kann dieses beispielsweise aus einem transparenten Material, insbesondere Kunststoff,
ausgebildet und auf mindestens einer Seite mit einer teilreflektierenden Beschichtung
versehen sein. Diese Beschichtung ist derart ausgestaltet, dass sie einen Teil der
auf sie treffenden Lichtstrahlen reflektiert (den in Richtung Reflektor 12 gelenkten
Teil 21 der Lichtstrahlen) und einen anderen Teil der auf sie treffenden Lichtstrahlen
transmittiert (den weiteren Teil 31 der Lichtstrahlen).
[0050] Die teilreflektierende Beschichtung kann derart ausgestaltet sein, dass die auf sie
treffenden Lichtstrahlen wellenlängenselektiv reflektiert bzw. transmittiert werden.
Es wäre beispielsweise denkbar, dass Licht in einem für das menschliche Auge sichtbare
Wellenlängenbereich in Richtung des Reflektors 12 reflektiert und Licht in einem für
das menschliche Auge unsichtbaren Wellenlängenbereich, beispielsweise einem Infrarotwellenlängenbereich,
transmittiert wird. Damit würde der weitere Teil 31 der Lichtstrahlen im Wesentlichen
nur Infrarot (IR)-Strahlung umfassen, die beispielsweise zur Ausleuchtung des Fahrbahnbereichs
vor dem Kraftfahrzeug, insbesondere oberhalb einer Helldunkelgrenze 24 genutzt werden
könnte. Der mit der IR-Strahlung ausgeleuchtete Fernbereich könnte dann durch eine
IRempfindliche Kamera erfasst und dem Fahrer des Kraftfahrzeugs entweder auf einem
separaten Bildschirm oder als Projektion auf die Windschutzscheibe ausgegeben werden.
Auf diese Weise ließe sich mit dem erfindungsgemäßen Scheinwerfer 1 auf einfache und
kostengünstige Weise die Funktion eines IR-Strahlers für ein Nachtsichtsystem eines
Kraftfahrzeugs realisieren.
[0051] Besonders bevorzugt ist es jedoch, wenn der weitere Teil 31 der Lichtstrahlen auch
für das menschliche Auge sichtbares Licht umfasst. Um das aus dem optischen Element
18 austretende Licht zu streuen und ausgeprägte Intensitätsmaxima zu vermeiden, könnte
eine Lichtaustrittsfläche des optischen Elements 18 zumindest bereichsweise mit Streuelementen,
beispielsweise in Form von Zylinderlinsen, Prismen oder einer Mikrostrukturierung,
versehen sein.
[0052] Die teilreflektierende Beschichtung des optischen Elements 18 könnte auch derart
ausgestaltet sein, dass sich deren reflektierenden bzw. transmittierenden Eigenschaften
durch das Anlegen von elektrischer Energie an die Beschichtung variieren lassen. Auf
diese Weise könnte beispielsweise der Grad der Reflexion bzw. Transmission der Beschichtung
und damit auch des optischen Elements 18 nach belieben eingestellt werden, um mehr
oder weniger Licht zu reflektieren bzw. zu transmittieren. Dadurch könnte der weitere
Teil 31 der Lichtstrahlen sogar zur Erzeugung von Lichtfunktionen eingesetzt werden,
die unabhängig von einer Aktivierung der durch den ersten und zweiten Teil 20, 21
der Lichtstrahlen erzeugten resultierenden Gesamtlichtverteilung aktiviert bzw. deaktiviert
werden können, wie beispielsweise eine Blinklichtfunktion. Zur Realisierung einer
Blinklichtfunktion kann das Material des optischen Elements 18 zudem gelb, orange
und/oder bernsteinfarben eingefärbt sein.
[0053] Ein weiteres Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Scheinwerfers 1 wird nachfolgend
anhand der Figur 5 näher erläutert. Die dort dargestellten Komponenten und die Funktion
des Scheinwerfers 1 entsprechen im Wesentlichen der Ausführungsform aus Figur 3. Im
Unterschied dazu ist jedoch auch hier das optische Element 18 teilreflektierend ausgestaltet.
Das bedeutet, dass auf das optische Element 18 treffende Licht zumindest teilweise
transmittiert (weiterer Teil 31 der Lichtstrahlen) wird. Dies gilt sowohl für Lichtstrahlen
des zweiten Teils 21 (nach Reflexion durch die Oberfläche 22 der Blendenanordnung
16) als auch für Lichtstrahlen des dritten Teils 33 (die an der Vorsatzoptik 8 vorbeigelangen)
der von der mindestens einen Leuchtdiode 5 ausgesandten Lichtstrahlen.
[0054] Der beschriebene erfindungsgemäße Scheinwerfer 1 kann in seiner Gesamtheit um eine
horizontale Achse 34 und/oder eine vertikale Achse 35 schwenkbar in der Fahrzeugkarosserie
angeordnet sein. Vorzugsweise ist ein Scheinwerfermodul (vgl. die Figuren 2 bis 5)
umfassend die mindestens eine Lichtquelle 5, die mindestens eine Primäroptik 8, die
Blendenanordnung 16, das optische Element 18 und die Sekundäroptik 12 oder sind lediglich
Teile des Scheinwerfermoduls um eine horizontale Achse 34 und/oder eine vertikale
Achse 35 relativ zu dem Scheinwerfergehäuse 2 schwenkbar angeordnet. Durch Verschwenken
des Scheinwerfers 1, des Scheinwerfermoduls oder von Teilen davon um eine horizontale
Achse 34 kann eine Leuchtweiteverstellung realisiert werden. Durch Verschwenken um
eine vertikale Achse 35 kann eine Kurvenlichtfunktionalität realisiert werden. Die
vertikale Drehachse 35 verläuft vorzugsweise parallel zu der Hauptabstrahlrichtung
6 der Lichtquellen 5 im Bereich der Blendenanordnung 16. Dabei ist die vertikale Schwenkachse
35 des Scheinwerfermoduls oder von Teilen davon bevorzugt derart angeordnet, dass
die Schwenkachse 35 mit einer Längsachse eines Hüllzylinders des Moduls übereinstimmt,
wobei der Hüllzylinder das Scheinwerfermodul weitgehend umschließt. Die horizontale
Schwenkachse 34 und die vertikale Schwenkachse 35 können versetzt zueinander verlaufen
oder sich auch schneiden (z.B. bei einer kardanischen Aufhängung).
1. Zum Einbau in einem Kraftfahrzeug vorgesehene Beleuchtungseinrichtung (1) umfassend
mindestens eine Halbleiterlichtquelle (5) zum Aussenden von Lichtstrahlen, Primäroptik
zum Bündeln zumindest eines Teils der ausgesandten Lichtstrahlen, und eine Sekundäroptik
(12) zum Abbilden zumindest eines Teils der gebündelten Lichtstrahlen in einer Lichtaustrittsrichtung
auf einer Fahrbahn vor dem Fahrzeug zur Erzeugung einer gewünschten Lichtverteilung,
wobei die mindestens eine Halbleiterlichtquelle (5), die Primäroptik und die Sekundäroptik
(12) in einer in das Fahrzeug eingebauten Ausrichtung der Beleuchtungseinrichtung
(1) vertikal übereinander angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Primäroptik mindestens eine Vorsatzoptik (8) aus einem transparenten Material
mit totalreflektierenden Eigenschaften umfasst, welche zumindest einen Teil der von
der mindestens einen Halbleiterlichtquelle (5) ausgesandten Lichtstrahlen mittels
Totalreflexion und Brechung an Grenzflächen (10) der Vorsatzoptik (8) bündelt.
2. Beleuchtungseinrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sekundäroptik (1) mindestens einen Reflektor umfasst.
3. Beleuchtungseinrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Strahlengang der Lichtstrahlen eine Blendenanordnung (16) zum Abschatten
zumindest eines Teils (21) der von der Primäroptik (8) gebündelten Lichtstrahlen angeordnet
ist, wobei die Sekundäroptik (12) eine Kante (17) der Blendenanordnung (16) als Helldunkelgrenze
(24) einer abgeblendeten Lichtverteilung (23, 27) auf der Fahrbahn abbildet.
4. Beleuchtungseinrichtung (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Blendenanordnung (16) ein um eine horizontale, quer zur Lichtaustrittsrichtung
verlaufende Drehachse drehbares Walzenelement mit unterschiedlichen Konturen als Kanten
(17) oder ein flächiges Blendenelement mit einer Vorder- und/oder Oberkante (17) aufweist.
5. Beleuchtungseinrichtung (1) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Beleuchtungseinrichtung (1) ein optisches Element (18) und die Blendenanordnung
auf einer der mindestens einen Vorsatzoptik zugewandten Oberfläche (22) zumindest
bereichsweise eine reflektierende Beschichtung aufweist, wobei die reflektierende
Beschichtung zumindest einen Teil des von der Blendenanordnung (16) abgeschatteten
Teils (21) der Lichtstrahlen auf das optische Element (18) reflektiert.
6. Beleuchtungseinrichtung (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das optische Element (18) die Lichtstrahlen des abgeschatteten Teils (21) der Lichtstrahlen
auf die Sekundäroptik (12) lenkt.
7. Beleuchtungseinrichtung (1) nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das optische Element (18) eine zumindest teilweise reflektierende Oberfläche aufweist,
die zumindest einen Teil (21) der auf das optische Element (18) treffenden Lichtstrahlen
auf die Sekundäroptik (12) reflektiert.
8. Beleuchtungseinrichtung (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die teilreflektierende Oberfläche des optischen Elements (18) einen ersten Teil (21)
der auf das optische Element (18) treffenden Lichtstrahlen auf die Sekundäroptik (12)
reflektiert und einen zweiten Teil (31) der auf das optische Element (18) treffenden
Lichtstrahlen durch das optische Element (18) transmittiert.
9. Beleuchtungseinrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil (22) der von der mindestens einen Halbleiterlichtquelle (5) ausgesandten
Lichtstrahlen an der Vorsatzoptik (8) vorbei auf die Sekundäroptik (12) gelangt, und
die Sekundäroptik (12) diesen Teil (22) der Lichtstrahlen in der Lichtaustrittsrichtung
vor das Fahrzeug reflektiert.
10. Beleuchtungseinrichtung (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der an der Vorsatzoptik (8) vorbei gelangte Teil (22) der Lichtstrahlen direkt und
unmittelbar auf die Sekundäroptik (12) gelangt.
11. Beleuchtungseinrichtung (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Beleuchtungseinrichtung (1) ein optisches Element (18) aufweist, wobei der an
der Vorsatzoptik (8) vorbei gelangte Teil (22) der Lichtstrahlen auf das optische
Element (18) trifft, und das optische Element (18) diesen Teil (22) der Lichtstrahlen
auf die Sekundäroptik (12) lenkt.
12. Beleuchtungseinrichtung (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das optische Element (18) eine zumindest teilweise reflektierende Oberfläche aufweist,
die zumindest einen Teil der auf das optische Element (18) treffenden Lichtstrahlen
auf die Sekundäroptik (12) reflektiert.
13. Beleuchtungseinrichtung (1) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die teilreflektierende Oberfläche des optischen Elements (18) einen ersten Teil der
auf das optische Element (18) treffenden Lichtstrahlen auf die Sekundäroptik (12)
reflektiert und einen zweiten Teil (31) der auf das optische Element (18) treffenden
Lichtstrahlen durch das optische Element (18) transmittiert.
14. Beleuchtungseinrichtung (1) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der durch das optische Element (18) transmittierte zweite Teil (31) der Lichtstrahlen
in der Lichtaustrittsrichtung aus dem optischen Element (18) austritt.
15. Beleuchtungseinrichtung (1) nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der aus dem optischen Element (18) austretende Teil der Lichtstrahlen auch aus der
Beleuchtungseinrichtung (1) austritt und nicht-fokussiertes Streulicht zur Vergrößerung
eines Signalbilds der von der Sekundäroptik (12) abgebildeten Lichtverteilung bildet.
16. Beleuchtungseinrichtung (1) nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der aus dem optischen Element (18) austretende Teil (31) der Lichtstrahlen einen
Beitrag zur gewünschten Lichtverteilung leistet.
17. Beleuchtungseinrichtung (1) nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass der aus dem optischen Element (18) austretende Teil (31) der Lichtstrahlen bei einer
gewünschten abgeblendeten Lichtverteilung (23, 27) einen Bereich (30) der Lichtverteilung
(23, 27) oberhalb einer Helldunkelgrenze (24) ausleuchtet.
18. Beleuchtungseinrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass ein Lichtmodul der Beleuchtungseinrichtung (1) die mindestens eine Halbleiterlichtquelle
(5), die mindestens eine Primäroptik (8), die Sekundäroptik (12), die Blendenanordnung
(16) und/oder das optische Element (18) umfasst und dass das Lichtmodul oder lediglich
Teile des Lichtmoduls um eine horizontale Achse (34) und/oder eine vertikale Achse
(35) relativ zu einem Gehäuse (2) der Beleuchtungseinrichtung (1) schwenkbar angeordnet
sind.