[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Abgasanlagenkomponente für eine Abgasanlage
einer Brennkraftmaschine, insbesondere eines Kraftfahrzeugs.
[0002] Herkömmliche Abgasanlagenkomponenten, wie z. Bsp. Schalldämpfer, Partikelfilter,
Katalysatoren, SCR-Systeme und dergleichen, umfassen üblicherweise ein Gehäuse, das
zumindest eine Gehäusewand aufweist, die einen im Betrieb der Abgasanlage einem Innendruck
ausgesetzten Innenraum des Gehäuses von einer das Gehäuse umgebenden, einen Umgebungsdruck
aufweisenden Umgebung trennt. Üblicherweise ist dabei der Innendruck größer als der
Umgebungsdruck, so dass die jeweilige Gehäusewand einer nach außen orientierten Druckkraft
ausgesetzt ist. Um bei Kraftfahrzeugen den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren, wird
unter anderem versucht, möglichst viel Gewicht einzusparen. Im Hinblick auf Abgasanlagenkomponenten
bedeutet dies, dass die Gehäuse mit kleineren Wandstärken hergestellt werden sollen.
Dünnere Gehäusewände können sich jedoch aufgrund der zuvor genannten, im Betrieb auftretenden
Druckkräfte stärker verformen. Derartige Verformungen können bei entsprechender Frequenz
zu einer Geräuschentwicklung führen. Zum anderen sind insbesondere Verbindungsstellen,
z. Bsp. Schweißnähte, durch derartige Verformungen sehr hohen mechanischen Belastungen
ausgesetzt. Somit können derartige, durch den Innendruck induzierte Verformungen die
Lebensdauer der jeweiligen Abgasanlagenkomponente beeinträchtigen.
[0003] Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit dem Problem, für eine Abgasanlagenkomponente
der eingangs genannten Art eine verbesserte Ausführungsform anzugeben, die sich insbesondere
dadurch auszeichnet, dass sie sich in besonderer Weise zur Realisierung einer Leichtbauausführung
eignet. Insbesondere sollen die Lebensdauer erhöht und/oder die Geräuschemission reduziert
werden.
[0004] Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch den Gegenstand des unabhängigen Anspruchs
gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0005] Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, das Gehäuse mit wenigstens einem
Versteifungselement auszustatten, wobei das jeweilige Versteifungselement so angeordnet
und ausgestaltet ist, dass es einer Verformung der dem Innendruck ausgesetzten Gehäusewand
entgegenwirkt. Mit Hilfe des jeweiligen Versteifungselements kann somit einerseits
das Gehäuse derart ausgesteift werden, dass eine Verformungstendenz der betroffenen
Gehäusewand reduziert ist. Andererseits kann die von der Verformung betroffene Gehäusewand
selbst durch das jeweilige Versteifungselement versteift werden. Zweckmäßig handelt
es sich beim jeweiligen Versteifungselement um ein bezüglich der jeweiligen Gehäusewand
separates Bauteil, das an das Gehäuse angebaut wird. Alternativ ist es grundsätzlich
ebenso möglich, das jeweilige Versteifungselement in die jeweilige Gehäusewand zu
integrieren, bspw. durch die Herstellung der jeweiligen Gehäusewand aus einem so genannten
Tailored-Blank. Es ist klar, dass das jeweilige Versteifungselement eine deutliche
kleinere Fläche besitzt als die Gehäusewand, so dass insgesamt die gewünschte Gewichtseinsparung
realisierbar ist. Durch die Verwendung wenigstens eines solchen Versteifungselements
kann die Stabilität des Gehäuses mit Hilfe des jeweiligen Versteifungselements erzielt
werden, während die Gasdichtigkeit des Gehäuses mit Hilfe der jeweiligen Gehäusewand
realisiert wird. Insoweit kann quasi eine funktionale Trennung realisiert werden,
so dass die Gehäusewand von ihrer tragenden Funktion innerhalb des Gehäuses durch
die Verwendung des jeweiligen Versteifungselements mehr oder weniger entlastet ist.
[0006] Entsprechend einer vorteilhaften Ausführungsform kann das jeweilige Versteifungselement
stabförmig oder stegförmig oder drahtförmig oder bandförmig ausgestaltet sein. Derartiges
geradliniges Versteifungselement kann insbesondere endlos auf Spulen, Wicklungen und
dergleichen bereitgestellt werden und zeichnet sich durch eine extrem hohe Zugfestigkeit
bei kleinem Bauraum aus. Somit kann die jeweilige Gehäusewand linienförmig ausgesteift
werden. Besonders zweckmäßig handelt es sich beim jeweiligen Versteifungselement um
ein zugstabiles Zugelement, wie z. Bsp. um einen Draht oder ein Band oder ein Seil.
[0007] Gemäß einer anderen Ausführungsform kann das jeweilige Zugelement an einer der Umgebung
zugewandten Außenseite der jeweiligen Gehäusewand angeordnet sein. Auf diese Weise
lassen sich nach außen orientierte Kräfte besonders einfach am jeweiligen Zugelement
in Zugkräfte umwandeln, die vom jeweiligen Zugelement besonders einfach aufgenommen
und abgetragen werden können. Zweckmäßig kann das jeweilige Zugelement nur im Bereich
seiner Längsenden am Gehäuse befestigt sein, so dass das jeweilige Zugelement zwischen
seinen Enden die Druckkräfte aufnimmt und in Form von Zugkräften am Gehäuse abstützt.
Alternativ dazu kann das jeweilige Zugelement auch ringförmig geschlossen umlaufend
ausgestaltet sein, so dass die Zugkräfte vollständig innerhalb des jeweiligen Zugelements
aufgenommen werden können. Desweiteren kann vorgesehen sein, dass das jeweilige Zugelement,
insbesondere zwischen seinen Längsenden, in einem von der druckbedingten Verformung
betroffenen Verformungsbereich der jeweiligen Gehäusewand lose zur Anlage kommt. Hierdurch
sind insbesondere Relativbewegungen zwischen Gehäusewand und Zugelement möglich, um
mechanische Verspannungen zu vermeiden.
[0008] Gemäß einer anderen vorteilhaften Ausführungsform kann am Gehäuse an einer der Umgebung
zugewandten Außenseite zumindest ein Halter oder ein Halterahmen außerhalb eines von
der druckbedingten Verformung betroffenen Verformungsbereichs der jeweiligen Gehäusewand
angeordnet sein, an dem das jeweilige Zugelement abgestützt ist. Somit erfolgt die
Fixierung bzw. Abstützung des jeweiligen Zugelements nicht unmittelbar am Gehäuse,
sondern über besagten Halter bzw. Halterahmen. Somit kann die Krafteinleitung vom
jeweiligen Zugelement auf das Gehäuse über den speziell dafür gestalteten Halter bzw.
Halterahmen verbessert werden.
[0009] Gemäß einer anderen Ausführungsform kann wenigstens ein solches Versteifungselement
als druckstabiles Druckelement ausgestaltet sein. Ein derartiges Druckelement kann
bspw. ein Profilträger mit grundsätzlich beliebigem Profilquerschnitt sein. Beispielsweise
eignen sich geschlossene Profile oder Hohlprofile, wie z. Bsp. Rechteck-Profil, Kreis-Profil.
Ferner können auch offene Profile verwendet werden, wie z. Bsp. T-Profil, L-Profil,
H-Profil.
[0010] Zweckmäßig kann nun das jeweilige Druckelement an einer dem Innenraum zugewandten
Innenseite der jeweiligen Gehäusewand angeordnet sein. Dabei kann das jeweilige Druckelement
so angebracht werden, dass es nur im Bereich seiner Längsenden am Gehäuse befestigt
ist. Alternativ ist auch für das jeweilige Druckelement eine ringförmig geschlossen
umlaufende Konfiguration denkbar. Besonders zweckmäßig kann das jeweilige Druckelement,
vorzugsweise zwischen seinen Längsenden, in einem von der druckbedingten Verformung
betroffenen Verformungsbereich an der jeweiligen Gehäusewand lose anliegen oder von
der Gehäusewand beabstandet sein. Die Wirkungsweise des jeweiligen Druckelements unterscheidet
sich somit grundsätzlich von der Wirkungsweise des zuvor beschriebenen Zugelements.
Während das jeweilige Zugelement die von der Verformung betroffene Gehäusewand aussteift,
um so direkt der Verformung der Gehäusewand entgegen zu wirken, führt das jeweilige
Druckelement zu einer Aussteifung des Gehäuses und wirkt dadurch indirekt einer Verformung
der jeweiligen Gehäusewand entgegen. Dies beruht auf der Überlegung, dass die Verformung
der Gehäusewand zumindest bei bestimmten Montagebedingungen zwangsläufig mit einer
Verformung des Gehäuses einhergeht. Wird nun mit Hilfe des jeweiligen Druckelements
das Gehäuse versteift, lässt sich die Tendenz zur Verformung der jeweiligen Gehäusewand
entsprechend reduzieren.
[0011] Entsprechend einer besonders vorteilhaften Ausführungsform kann das jeweilige Druckelement
aus einem Material, wie z. Bsp. Austenit, bestehen, dessen Temperaturausdehnungskoeffizient
größer ist als der Temperaturausdehnungskoeffizient des Materials, wie z. Bsp. Ferrit,
aus dem die jeweilige Gehäusewand besteht. Im Betrieb der Abgasanlage heizt sich die
jeweilige Abgasanlagenkomponente auf. Hierbei kann sich das jeweilige Druckelement
stärker ausdehnen als die jeweilige Gehäusewand, was zu einer Vorspannung führt, die
der Druckbelastung entgegengesetzt ist. Das bedeutet, dass die Positionierung des
jeweiligen Druckelements gezielt so erfolgt, dass bereits die thermische Ausdehnung
des Druckelements zu einer der druckinduzierten Verformung entgegen gerichteten Verspannung
des Gehäuses bzw. der jeweiligen Gehäusewand führt. Unterstützt wird dieser Effekt
dadurch, dass gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform das jeweilige Druckelement
im Innenraum angeordnet ist, so dass das Druckelement höhere Temperaturen erreicht
als die jeweilige Gehäusewand, die an ihrer Außenseite der vergleichsweise kalten
Umgebung ausgesetzt ist.
[0012] Gemäß einer besonders vorteilhaften Weiterbildung kann das jeweilige Druckelement
im Gehäuse so angeordnet sein, dass es im Betrieb der Abgasanlage Abgas oder sogar
einer Abgasströmung ausgesetzt ist, was die thermische Ausdehnung des jeweiligen Druckelements
erhöht.
[0013] Gemäß einer anderen Ausführungsform kann das jeweilige Versteifungselement zwischen
seinen Längsenden in einer Nut verlaufen, die an bzw. in der jeweiligen Gehäusewand
integral ausgebildet ist, bspw. mittels einer Sicke. Hierdurch wird insbesondere für
längliche Versteifungselemente eine Positionierung quer zur Längsachse des jeweiligen
Versteifungselements erreicht.
[0014] Ferner kann gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform vorgesehen sein, dass die jeweilige
Gehäusewand in einem von der druckbedingten Verformung betroffenen Verformungsbereich
in Richtung der Verformung oder in der Gegenrichtung bereits vorgeformt ist.
[0015] Gemäß einer anderen vorteilhaften Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass das
jeweilige Versteifungselement nur im Bereich seiner Längsenden am Gehäuse befestigt
ist, und zwar jeweils in einem Befestigungsbereich, der von der druckbedingten Verformung
nicht betroffen ist oder weniger betroffen ist als ein von der druckbedingten Verformung
betroffener Verformungsbereich, dessen Verformung das jeweilige Versteifungselement
entgegenwirkt. Eine derartige Ausführungsform eignet sich insbesondere für Gehäuse
mit ovalem oder elliptischem, jedenfalls nicht kreisförmigem Querschnitt. Verformungsbereiche
sind dann diejenigen Umfangsabschnitte mit größeren Biegeradien, während Befestigungsbereiche
dann Umfangsabschnitte mit kleineren Biegeradien sind.
[0016] Bei einer anderen vorteilhaften Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass zumindest
ein Versteifungselement als zugstabiles Zugelement ausgestaltet ist, das einem Gehäusebereich
zugeordnet ist, der sich bei der Druckbelastung von einem diametral gegenüberliegenden
Gehäusebereich zu entfernen sucht.
[0017] Zusätzlich oder alternativ ist zumindest ein Versteifungselement als druckstabiles
Druckelement ausgestaltet, das zwei einander diametral gegenüberliegende Gehäusebereiche
aneinander abstützt, die sich bei der Druckbelastung zu nähern suchen. Auch hierdurch
kann eine intensive Aussteifung des Gehäuses realisiert werden, um druckbedingte Verformungen
zu reduzieren.
[0018] Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
aus den Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand der Zeichnungen.
[0019] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0020] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert, wobei sich gleiche Bezugszeichen
auf gleiche oder ähnliche oder funktional gleiche Bauteile beziehen.
[0021] Es zeigen, jeweils schematisch,
- Fig. 1
- eine stark vereinfachte Schnittansicht einer Abgasanlagenkomponente im Bereich einer
Gehäusewand,
- Fig. 2
- ein vergrößertes Detail II aus Fig. 1 im Bereich einer Halterung,
- Fig. 3 bis 5
- Frontansichten auf die Gehäusewand bei verschiedenen Ausführungsformen,
- Fig. 6 bis 9
- Querschnitte der Abgasanlagenkomponente bei verschiedenen Ausführungsformen,
- Fig. 10
- ein Querschnitt der Abgasanlagenkomponente bei einer weiteren Ausführungsform gemäß
Schnittlinien X in Fig. 11,
- Fig. 11
- ein Längsschnitt der weiteren Ausführungsform entsprechend Schnittlinien XI in Fig.
10.
[0022] Entsprechend den Fig. 1 bis 11 umfasst eine Abgasanlagenkomponente 1 ein Gehäuse
2 und zumindest ein Versteifungselement 3. Die Abgasanlagenkomponente 1, die im Folgenden
auch als Komponente 1 bezeichnet werden kann, ist für die Verwendung in einer Abgasanlage
einer Brennkraftmaschine, vorzugsweise eines Kraftfahrzeugs, vorzugsweise eines Nutzfahrzeugs,
vorgesehen. Die Komponente 1 ist bspw. ein Schalldämpfer oder eine Abgasbehandlungseinrichtung,
wie z. Bsp. ein Partikelfilter oder ein Katalysator oder ein NOX-Speicher oder ein
3-Wege-Katalysator oder eine SCR-Anlage. Grundsätzlich kann es sich auch um eine Kombination
vorstehender Einrichtungen handeln.
[0023] Das Gehäuse 2 besitzt zumindest eine Gehäusewand 4, die einen Innenraum 5 des Gehäuses
2 von einer Umgebung 6 des Gehäuses 2 trennt. Im Betrieb der Abgasanlage herrscht
im Innenraum 5 ein Innendruck Pi, während in der Umgebung 6 ein Umgebungsdruck Pu
herrscht, wobei üblicherweise der Innendruck Pi größer ist als der Umgebungsdruck
Pu. Dementsprechend ist die Gehäusewand 4 einer durch einen Pfeil angedeuteten Druckbelastung
7 ausgesetzt. Diese Druckbelastung 7 induziert eine Verformung der Gehäusewand 4.
Üblicherweise kommt es dabei zu einer Wölbung der Gehäusewand 4 nach außen, also in
Richtung Umgebung 6. Dieser Verformung wirkt nun das jeweilige Versteifungselement
3 entgegen. Hierzu ist das jeweilige Versteifungselement 3 auf geeignete Weise am
Gehäuse 2 befestigt und angeordnet.
[0024] Bei den Ausführungsformen der Fig. 1 bis 11 ist das jeweilige Versteifungselement
3 stabförmig oder stegförmig ausgestaltet. Insbesondere zeigen die Fig. 1 bis 9 eine
drahtförmige Ausgestaltung des Versteifungselements 3. Grundsätzlich sind jedoch auch
bandförmige Ausführungsformen möglich. Ein drahtförmiges Versteifungselement 3 besitzt
einen kreisförmigen Querschnitt. Ein bandförmiges Versteifungselement 3 besitzt einen
Rechteckquerschnitt. Die Versteifungselemente 3 sind auch als einfach oder mehrfach
gewölbte Formen denkbar.
[0025] Zumindest die Ausführungsformen der Fig. 1 bis 6 zeigen zumindest ein Versteifungselement
3, das als zugstabiles Zugelement 8 ausgestaltet ist. Zugelemente 8 sind bspw. ein
Draht oder ein Band oder ein Seil. Bei den Ausführungsformen der Fig. 1 bis 6 ist
das jeweilige Zugelement 8 an einer der Umgebung 6 zugewandten Außenseite der jeweiligen
Gehäusewand 4 angeordnet. Hierdurch kann das jeweilige Zugelement 3 der nach außen
orientierten Verformung der Gehäusewand 4 besonders effektiv entgegenwirken.
[0026] Die hier gezeigten Beispiele der Zugelemente 8 sind so ausgeführt, dass das jeweilige
Zugelement 8 ausschließlich im Bereich seiner Längsenden am Gehäuse 2 befestigt ist.
Entsprechende Befestigungsstellen sind dabei mit 9 bezeichnet. Zwischen den Längsenden
kann das Zugelement 8 an der jeweiligen Gehäusewand 4 lose anliegen, und zwar zumindest
in einem von der druckbedingten Verformung betroffenen Verformungsbereich 10 der jeweiligen
Gehäusewand 4. Hierdurch vereinfacht sich die Montage der Zugelemente 8 am Gehäuse
2. Alternativ hierzu ist es grundsätzlich auch möglich, das jeweilige Zugelement 8
am Gehäuse 2 ringförmig geschlossen umlaufend zu konzipieren, so dass die Druckkräfte
7 innerhalb des ringförmigen Zugelements 8 abgetragen werden und nicht auf das Gehäuse
2 übertragen werden.
[0027] Zur Abstützung der vom jeweiligen Zugelement 8 aufgenommenen Druckkräfte 7 am Gehäuse
2 können am Gehäuse 2 entsprechende Halter 11 oder ein Halterahmen 12 vorgesehen sein.
Der jeweilige Halter 11 bzw. der jeweilige Halterahmen 12 ist dabei an einer der Umgebung
6 zugewandten Außenseite des Gehäuses 2 angeordnet, also am Gehäuse 2 befestigt, z.
Bsp. durch Schweißnähte 13 gemäß Fig. 2, und ist dabei außerhalb des von der druckbedingten
Verformung betroffenen Verformungsbereichs 10 der Gehäusewand 4 positioniert. An diesem
Halter 11 bzw. an diesem Halterahmen 12 kann nun das jeweilige Zugelement 8 fixiert
bzw. abgestützt sein. Fig. 2 zeigt eine spezielle Art der Fixierung 9, die eine Rotation
des Zugelements 8 um eine Rotationsachse 14 ermöglicht, die mit der Längsachse des
Zugelements 8 im Bereich der Fixierung 9 zusammenfällt. Die Drehbarkeit ist rein exemplarisch
mit einem kugelförmigen Abschlusselement 15 des Zugelements 8 realisiert.
[0028] Die Fig. 1 bis 5 zeigen exemplarisch, wie mit Hilfe der Zugelemente 8 eine als Endboden
ausgestaltete Gehäusewand 4 von außen abgestützt werden kann, um die druckinduzierten
Verformungen zu reduzieren. Im Unterschied dazu zeigen die Fig. 6 bis 11 Ausführungsformen,
bei denen eine mantelseitige Gehäusewand 4 mit Hilfe der Versteifungselemente 3 vor
einer druckinduzierten Verformung geschützt werden kann. Rein exemplarisch zeigt Fig.
6 eine Ausführungsform, bei welcher das Gehäuse 2 vergleichsweise flach konzipiert
ist und eine formstabile Gehäusewand 4' sowie ein biegeweiche Gehäusewand 4 besitzt,
wobei die biegeweiche Gehäusewand 4 mit Hilfe des wenigstens einen Versteifungselements
3, das auch hier als Zugelement 8 ausgestaltet ist, hinsichtlich der druckinduzierten
Verformung stabilisiert ist.
[0029] Die Fig. 7 bis 9 zeigen ein Gehäuse 2 mit elliptischem Querschnitt. Innerhalb eines
derartigen elliptischen Profils liegen sich Gehäusebereiche 16 mit größerem Biegeradius
diametral gegenüber und um 90° versetzt dazu liegen sich Gehäusebereiche 17 mit kleineren
Biegeradien ebenfalls diametral gegenüber. Im Falle einer Druckbelastung dieses Gehäuses
2 versuchen die Gehäusebereiche 16 mit größerem Biegeradius sich voneinander zu entfernen,
während die Gehäusebereiche 17 mit kleinerem Biegeradius versuchen, sich anzunähern.
Um dieser druckinduzierten Verformung entgegenzuwirken, ist bei der in Fig. 7 gezeigten
Ausführungsform zumindest ein Versteifungselement 3 vorgesehen, das als Zugelement
8 ausgestaltet ist und das die beiden Gehäusebereiche 16 mit größerem Biegeradius
aneinander fixiert und so daran hindert, sich bei einer Druckbelastung voneinander
zu entfernen. Pfeile 18 deuten die mit Hilfe des jeweiligen Zugelements 8 erzeugten
Gegenkräfte an, welche der druckinduzierten Verformung entgegenwirken.
[0030] Bei der in Fig. 8 gezeigten Ausführungsform ist zumindest ein Versteifungselement
3 als druckstabiles Druckelement 19 ausgestaltet und so angeordnet, dass es die beiden
Gehäusebereiche 17 mit kleineren Biegeradien aneinander abstützt. Hierdurch wird verhindert,
dass sich diese beiden Gehäusebereiche 17 im Falle einer Druckbelastung des Gehäuses
2 einander nähern. Die mit Hilfe des Druckelements 19 erzeugten Gegenkräfte sind in
Fig. 8 durch Pfeile 20 angedeutet und wirken der druckinduzierten Verformung dieser
Gehäusebereiche 17 entgegen.
[0031] Bei der in Fig. 9 gezeigten Ausführungsform ist zumindest ein Zugelement 8 gemäß
Fig. 7 und wenigstens ein Druckelement 19 gemäß Fig. 8 vorgesehen, um das Gehäuse
2 auszusteifen. Hierdurch wird der im Gehäuse 2 ausgebildete Kraftpfad geschlossen.
[0032] Die Fig. 10 und 11 zeigen eine weitere Ausführungsform, bei welcher zumindest ein
Versteifungselement 3 als druckstabiles Druckelement 19 ausgestaltet ist. Vorzugsweise
handelt es sich beim Druckelement 19 bspw. um einen Profilträger. Gezeigt ist in den
Fig. 10 und 11 dabei ein Profilträger mit einem L-Profil als Druckelement 19. Ebenso
sind T-Profile oder H-Profile oder geschlossene Hohlprofile wie Kreis-Profile oder
Rechteck-Profile denkbar.
[0033] Zweckmäßig ist dabei das jeweilige Druckelement 19 an einer dem Innenraum 5 zugewandten
Innenseite der jeweiligen Gehäusewand 4 angeordnet. Wie sich insbesondere Fig. 10
entnehmen lässt, ist das jeweilige Druckelement 19 dabei ausschließlich im Bereich
seiner Längsenden am Gehäuse 2 befestigt. Die entsprechenden Befestigungsstellen sind
dabei wieder mit 9 bezeichnet und können bspw. durch Schweißpunkte gebildet sein.
Alternativ ist auch hier grundsätzlich eine ringförmig geschlossen umlaufende Konfiguration
für die Druckelemente 19 denkbar.
[0034] Das jeweilige Druckelement 19 ist bei der hier gezeigten Ausführungsform so positioniert,
dass es in dem von der druckbedingten Verformung betroffenen Verformungsbereich 10,
der im Falle des hier gezeigten elliptischen Gehäuses 2 mit den Gehäusebereichen 16
mit größerem Biegeradius zusammenfällt, von der Gehäusewand 4 beabstandet ist. Ebenso
ist es grundsätzlich möglich, das jeweilige Druckelement 19 in besagtem Verformungsbereich
10 lose an der Gehäusewand 4 anliegen zu lassen. Die in Fig. 10 gezeigte Konfiguration
mit den Druckelementen 19 entspricht weitgehend der in Fig. 8 gezeigten Konfiguration.
[0035] Besonders vorteilhaft ist eine Ausführungsform, bei welcher das jeweilige Druckelement
19 aus einem Material besteht, dessen Temperaturausdehnungskoeffizient größer ist
als der Temperaturausdehnungskoeffizient des Materials, aus dem die jeweilige Gehäusewand
4 besteht. Beispielsweise kann das jeweilige Druckelement 19 aus Austenitmaterial
hergestellt sein, während die jeweilige Gehäusewand 4 aus Ferritmaterial hergestellt
ist. Im Betrieb der Abgasanlage heizen sich Druckelement 19 und Gehäusewand 4 auf.
Dabei dehnt sich bei gleichen Temperaturen das Druckelement 19 stärker aus als die
Gehäusewand 4, wodurch die Gegenkräfte 20 des Druckelements 19, die der Verformung
der Gehäusewand 4 aufgrund der Druckkräfte 7 entgegenwirken, vergrößert werden. Unterstützt
wird diese Wirkung dadurch, dass die Gehäusewand 4 der Umgebung 6 ausgesetzt ist,
so dass die Gehäusewand 4 in der Regel kälter ist als die im Inneren 5 angeordneten
Druckelemente 19. Besonders vorteilhaft ist ferner eine Variante, bei welcher das
jeweilige Druckelement 19 im Gehäuse 2 so positioniert ist, dass es im Betrieb der
Abgasanlage Abgas bzw. einer in Fig. 11 durch Pfeile angedeuteten Abgasströmung 21
ausgesetzt ist. Somit erreichen die Druckelemente 19 höhere Temperaturen als die Gehäusewand
4.
[0036] Bei der Ausführungsform der Fig. 10 und 11 ist außerdem erkennbar, dass das jeweilige
Versteifungselement 3, hier die Druckelemente 19 im Bereich der Längsenden jeweils
in einem Befestigungsbereich 22 der jeweiligen Gehäusewand 4 fixiert ist, der von
der druckbedingten Verformung der Gehäusewand 4 nicht oder weniger stark betroffen
ist als der Verformungsbereich 10. Im Fall des elliptischen Gehäuses 2 entsprechen
diese Befestigungsbereiche 22 den Gehäusebereichen 17 mit kleinerem Biegeradius.
[0037] Entsprechend einer vorteilhaften Ausführungsform können die innen oder außen angeordneten
Versteifungselemente 3, insbesondere zwischen ihren Längsenden, in einer Nut verlaufen,
die an der jeweiligen Gehäusewand 4 integral ausgeformt ist, bspw. mittels einer Sicke.
Rein exemplarisch ist dabei für alle Ausführungsformen in Fig. 3 für die drei dort
gezeigten Zugelemente 8 jeweils eine derartige Nut 23 angedeutet.
[0038] Generell gilt für alle Ausführungsformen, dass die jeweilige Gehäusewand 4 in einem
von der druckbedingten Verformung betroffenen Verformungsbereich 10 in Richtung der
Verformung bzw. der Druckkräfte 7 bereits vorgeformt sein kann. Hierdurch wird ein
Teil der Verformung vorweggenommen, was die Formstabilität der Gehäusewand im Verformungsbereich
erhöht. Alternativ ist es ebenso möglich, die jeweilige Gehäusewand 4 in dem von der
druckbedingten Verformung betroffenen Verformungsbereich 10 entgegen der Verformung,
also entgegen der Druckkräfte 7 vorzuformen. Diese negative Vorverformung kann bspw.
mit Hilfe der Versteifungselemente 3 realisiert werden und wird vorzugsweise im Bereich
elastischer Verformungen realisiert. Auf diese Weise ist die Gehäusewand 4 entgegen
der Druckbelastung vorgespannt. Im Betrieb erfolgt dann die Druckbelastung, die zunächst,
bis zu einem vorbestimmten Druck, zu einer Entlastung der Gehäusewand 4 führt, da
dadurch lediglich die Vorspannung der Gehäusewand 4 aufgebraucht wird. Durch diese
Maßnahme lässt sich eine besonders formstabile Struktur für das Gehäuse 2 realisieren.
1. Abgasanlagenkomponente für eine Abgasanlage einer Brennkraftmaschine, insbesondere
eines Kraftfahrzeugs,
- mit einem Gehäuse (2), das zumindest eine Gehäusewand (4) aufweist, die einen im
Betrieb der Abgasanlage einem Innendruck (Pi) ausgesetzten Innenraum (5) des Gehäuses
(2) von einer das Gehäuse (2) umgebenden, einen Umgebungsdruck (Pu) aufweisenden Umgebung
(6) trennt,
- mit wenigstens einem Versteifungselement (3), das am Gehäuse (2) so befestigt und
angeordnet ist, dass es einer durch den oberhalb des Umgebungsdrucks (Pu) liegenden
Innendruck (Pi) induzierten Verformung der Gehäusewand (4) entgegenwirkt.
2. Komponente nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das jeweilige Versteifungselement (3) stabförmig oder stegförmig oder drahtförmig
oder bandförmig ausgestaltet ist.
3. Komponente nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das wenigstens eine Versteifungselement (3) als zugstabiles Zugelement (8) ausgestaltet
ist, das im Betrieb der Abgasanlage einer Zugbelastung ausgesetzt ist.
4. Komponente nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
- dass das jeweilige Zugelement (8) an einer der Umgebung (6) zugewandten Außenseite der
jeweiligen Gehäusewand (4) angeordnet ist, und/oder
- dass das jeweilige Zugelement (8) nur im Bereich seiner Längsenden am Gehäuse (2) befestigt
ist, und/oder
- dass das jeweilige Zugelement (8), insbesondere zwischen seinen Längsenden, in einem von
der druckbedingten Verformung betroffenen Verformungsbereich (10) der Gehäusewand
(4) lose anliegt.
5. Komponente nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Gehäuse (2) an einer Umgebung (6) zugewandten Außenseite zumindest ein Halter
(11) oder zumindest ein Halterahmen (12) außerhalb eines von der druckbedingten Verformung
betroffenen Formungsbereichs (10) der Gehäusewand (4) angeordnet ist, an dem das jeweilige
Zugelement (8) abgestützt ist.
6. Komponente nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein Versteifungselement (3) als druckstabiles Druckelement (19) ausgestaltet
ist, das im Betrieb der Abgasanlage einer Druckbelastung ausgesetzt ist.
7. Komponente nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
- dass das jeweilige Druckelement (19) an einer dem Innenraum (5) zugewandten Innenseite
der jeweiligen Gehäusewand (4) angeordnet ist, und/oder
- dass das jeweilige Druckelement (19) nur im Bereich seiner Längsenden am Gehäuse (2) befestigt
ist, und/oder
- dass das jeweilige Druckelement (19), insbesondere zwischen seinen Längsenden, in einem
von der druckbedingten Verformung betroffenen Verformungsbereich (10) an der Gehäusewand
(4) lose anliegt oder von der Gehäusewand (4) beabstandet ist.
8. Komponente nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
- dass das jeweilige Druckelement (19) aus einem Material besteht, dessen Temperaturausdehnungskoeffizient
größer ist als der Temperaturausdehnungskoeffizient des Materials, aus dem die jeweilige
Gehäusewand (4) besteht, und/oder
- dass das jeweilige Druckelement (19) im Gehäuse (2) so angeordnet ist, dass es im Betrieb
der Abgasanlage Abgas bzw. eine Abgasströmung (21) ausgesetzt ist.
9. Komponente nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das jeweilige Versteifungselement (3), insbesondere zwischen seinen Längsenden, in
einer Nut (23) verläuft, die an der jeweiligen Gehäusewand (4), insbesondere mittels
einer Sicke, integral ausgebildet ist.
10. Komponente nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die jeweilige Gehäusewand (4) in einem von der druckbedingten Verformung betroffenen
Verformungsbereich (10) in Richtung der Verformung oder entgegen der Verformung vorgeformt
ist.
11. Komponente nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass das jeweilige Versteifungselement (3) nur im Bereich seiner Längsenden am Gehäuse
(2) befestigt ist, und zwar jeweils in einem Befestigungsbereich (22), der von der
druckbedingten Verformung nicht betroffen ist oder weniger betroffen ist als ein von
der druckbedingten Verformung betroffener Verformungsbereich (10), dessen Verformung
das jeweilige Versteifungselement (3) entgegenwirkt.
12. Komponente nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
- dass zumindest ein Versteifungselement (3) als zugstabiles Zugelement (8) ausgestaltet
ist, das einem Gehäusebereich (16) zugeordnet ist, der sich bei der Druckbelastung
des Innenraums (5) von einem diametral gegenüberliegenden Gehäusebereich (16) zu entfernen
sucht, und/oder
- dass zumindest ein Versteifungselement (3) als druckstabiles Druckelement (19) ausgestaltet
ist, das zwei einander diametral gegenüberliegende Gehäusebereiche (17) aneinander
abstützt, die sich bei der Druckbelastung des Innenraums (5) zu nähern suchen.