[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Bearbeitung eines Dichtsitzes
einer Absperrarmatur.
[0002] Zum Absperren von Rohrleitungen in Kraftwerks- oder Industrieanlagen werden verschiedenste
Absperrarmaturen eingesetzt. Als Industrieanlagen kommen z.B. sämtliche mit Fluiden
arbeitende Anlagen, z.B. der Chemieindustrie, in Frage. Für Kraftwerke sind hier sämtliche
Kraftwerkstypen wie z.B. Kernkraftwerke, d.h. Siede- und Druckwasserreaktoren angesprochen.
[0003] In Rede stehende Absperrarmaturen sind z.B. Absperrschieber und Rückschlagklappen
im Nieder(ND)-, Mittel(MD)- und Hochdruckbereich(HD), entsprechend ca. bis 40bar,
40-160bar und über 160bar. Die Nennweiten entsprechender Absperrarmaturen liegen im
Bereich von ca. 50 bis 1200mm.
[0004] Die Absperrarmaturen haben hierbei mindestens zwei Anschlussrohre, die ins Innere
eines Armaturengehäuses führen. Dort weisen solche Anschlussrohre mit Dichtfunktionalität
an ihren stirnseitigen Enden Dichtsitze auf. Diese verlaufen z.B. zur Mittenebene
der Absperrarmatur parallel (ND-Rückschlagklappe) oder in einer hierzu zum Armaturenoberteil
hin öffnend geneigten Ebene (HD-Keilschieber).
[0005] Zum Schließen der Armaturen werden z.B. über eine Axialbewegung einer Spindel oder
eine Schwenkbewegung einer Rückschlagklappe Dichtelemente, wie z.B. Dichtplatten in
den Bereich der Anschlussrohre des Armaturengehäuses gefahren, welche sich an den
Dichtsitz anlegen. Bei Absperrschiebern presst z.B. die druckbeaufschlagte Seite (Zulauf-Anschlussrohr)
eines Absperrschiebers die Dichtplatte gegen den Dichtring bzw. Dichtsitz auf der
drucklosen Seite (Ablauf-Anschlussrohr). So entsteht eine abdichtende Wirkung. Bei
Absperrarmaturen wird hierdurch z.B. das Medium unabhängig von der Flussrichtung blockiert,
bei Rückschlagklappen wird der Medienfluss nur gegen eine vorgegebene Flussrichtung
blockiert.
[0006] Absperrschieber werden in der Regel wegabhängig über Fernantriebe bzw. Handräder
eingestellt. Die Wegabhängigkeit des Verfahrweges bedeutet, dass die Dichtplatten
gerade soweit in das Armaturengehäuse ein- und ausgefahren werden, dass diese auch
unter Berücksichtigung sämtlicher Temperaturausdehnungen den Dichtsitz sicher blockieren
bzw. freigeben und nicht mit dem Armaturengehäuse kollidieren.
[0007] Da die Dichtflächen in entsprechenden Absperrarmaturen einer hohen Belastung standhalten
müssen, sind diese z.B. bei Niederdruckarmaturen bis Nenndruck (PN, Pressure Nominal)
PN40 gegen Verschleiß mit einer 17% Chromstahlpanzerung gesichert bzw. ausgeführt.
Mit anderen Worten wird auf das stirnseitige Ende des Anschlussrohres eine einige
Millimeter starke Schicht Chromstahl als Hartauftragung aufgeschweißt.
[0008] Nach einer bestimmten Anzahl von Öffnungs- und Schließzyklen einer Absperrarmatur
unter Betriebsbedingungen stellt sich aufgrund der teilweise hohen Flächenpressung
ein Verschleißverhalten an den Dichtelementen, insbesondere auch den Dichtsitzen ein.
Das Dichtverhalten der Absperrarmatur nimmt mit zunehmender Abnutzung der Dichtflächen
ab und die Dichtheit der Armaturen ist nicht mehr gewährleistet. Eine entsprechende
Abnutzung kann je nach Belastungsfall bereits nach einem oder nach etlichen tausend
Schließzyklen einsetzen. Dies ist stark abhängig von der Art des durch die Armatur
fließenden Mediums, den auftretenden Temperaturen usw..
[0009] Es ist daher notwendig, bei entsprechendem Verschleiß die Absperrarmatur bzw. deren
Dichtungen zu sanieren. Für die Schiebereinbauten, z.B. die Dichtplatten, Schieber,
Rückschlagklappen etc. ist dies problemlos möglich, da diese aus dem Armaturengehäuse
ausgebaut werden können und außerhalb der Armatur saniert werden können. Der Transport
der ausgebauten Teile ist in der Regel unproblematisch. Die Sanierung kann daher z.B.
vor Ort in der Anlage außerhalb der Armatur, in einer Standortwerkstatt der Anlage
oder bei einem Hersteller der Armatur geschehen.
[0010] Problematisch ist die Sanierung der Dichtsitze der Anschlussrohre. Der Zugang zu
den Dichtsitzen innerhalb des Armaturengehäuses ist beengt. Bekannt ist ein Verfahren
zum Nachschleifen der beschädigten Dichtflächen vor Ort unter Zuhilfenahme von sogenannten
Schieberschleifmaschinen z.B. aus der
DD 217 171 A1, der
DD 278 542 A1, der
DE 24 00 077 A1 und der
DD 109 822 A1. Hierbei werden das Armaturenoberteil und die Einbauten vom Gehäuse der Absperrarmatur
entfernt, wodurch eine Gehäuseöffnung freigeben wird. Durch die Gehäuseöffnung wird
die Schleifmaschine händisch in das Armaturengehäuse eingeführt und der vorhandene
Dichtsitz nachgeschliffen. Die Materialabtragung findet hierbei im Mikrometerbereich
statt, so dass die Planparallelität der bearbeiteten Dichtflächen bzw. gehäusefesten
Dichtsitze wieder hergestellt wird, soweit dies im Rahmen des Abtragungsbereiches
möglich ist. Trotz des bekannten Nachschleifens nehmen mit zunehmender Lebensdauer
der Absperrarmaturen der betriebsbedingte Verschleiß und das Versagen von Komponenten
und ihrer Einbauten zu. Das stetig wiederkehrende Nachschleifen von Beschädigungen
oder allgemeinem Verschleiß ist nur bedingt, nämlich bis zu einer verbleibenden Restpanzerung
einer Mindestdicke auf dem Dichtsitz möglich. Mit zunehmendem Abschleifen wird nämlich
die Aufmischungszone zwischen Grundwerkstoff und Panzerung, also die Wärmeeinflusszone
der Schweißung erreicht und die erforderliche Nennhärte der Panzerung ist nicht mehr
sichergestellt. Das Verschleißverhalten des Dichtsitzes nimmt daher proportional mit
der Anzahl der Nachschleifungen bzw. der Zeit weiter zu und das Versagen der Dichtelemente
bzw. Dichtflächen bzw. Dichtsitze der Absperrarmaturen stellt sich ein.
[0011] Da das Nachschleifen nur im µm-Bereich stattfindet und hierbei keinerlei Berücksichtigung
der absoluten Armaturenmaße Beachtung findet, kann z.B. eine einseitige Abnutzung
eines schrägsitzenden Dichtsitzes nicht korrigiert werden, weshalb der Dichtsitzwinkel
im Armaturengehäuse trotz nachgeschliffener planparalleler Oberfläche nicht mehr korrekt
ist.
[0012] Sind die im Gehäuse der Absperrarmatur fest angebrachten Dichtsitze soweit beschädigt,
dass das o.g. Nachschleifen keine Abhilfe mehr schafft, erfolgt die Beseitigung der
Beschädigung durch Heraustrennen der gesamten Absperrarmatur aus dem Rohrleitungssystem.
Die ausgetrennte Armatur wird dann zur Sanierung in eine Standortwerkstatt oder zum
Armaturenhersteller verschafft, welche über erforderliche Sanierungsmaschinen verfügen.
Die Armatur wird dann in Ihrer Gesamtheit an den Außenflächen in einer Spannvorrichtung
eingespannt und durch übliche Bearbeitungsmaschinen, wie Drehmaschinen, Schweißmaschinen
etc. saniert.
[0013] Alternativ wird die defekte Armatur nicht saniert, sondern entsorgt und an der ursprünglichen
Stelle des Leitungssystems in der Kraftwerks- oder Industrieanlage eine neue bzw.
Austauscharmatur eingebracht. Das Austrennen und Wiedereinschweißen einer Armatur
ist mit erheblichem Kostenaufwand verbunden. Außerdem sind insbesondere für Kernkraftwerke
umfangreiche Reparaturspezifikationen notwendig. Das Heraustrennen von großen und
schweren Armaturen aus dem bestehenden Rohrsystem erfordert Spezialausrüstung, spezielle
Hebevorrichtungen und ist aufgrund des beengten Umgebungsraumes der Armatur oft nur
mit erheblichem Aufwand möglich, da z.B. zunächst umliegende Installations- oder Gebäudeteile
entfernt werden müssen, um die Armatur überhaupt austrennen zu können.
[0014] Der Transport der Armatur innerhalb einer Kraftwerks-oder Industrieanlage oder zum
Armaturenhersteller ist aufwändig und kostenintensiv. Besonders im Kernkraftwerksbereich
sind die Armaturen kontaminiert, was zu zusätzlichem Aufwand und Kosten führt. Die
Handhabung beim Heraustrennen der Armaturen ist mit erhöhtem Verletzungsrisiko der
beteiligten Personen und der Gefahr verbunden, die Absperrarmatur selbst oder sonstige
Komponenten der Industrieanlage zu beschädigen. Beim erneuten Einschweißen der Armaturen
sind Ausgleichsrohre anzufertigen, da die Wärmeeinflusszonen vollständig beseitigt
und Schnittverluste ausgeglichen werden müssen. Die Einbauposition der Armatur ist
im Ursprungszustand wiederherzustellen. Wird eine neue Absperrarmatur eingesetzt,
ist mit einem deutlich erhöhten Planungsaufwand zu rechnen, da für die neue Armatur
aktuelle Regelwerke, wie z.B. die Druckgeräterichtlinie, zu berücksichtigen sind.
Im Vergleich zu den für die in der Regel viele Jahre alte Armatur geltenden früheren
Richtlinien sind dann erhöhte Sicherheiten gefordert. So ist z.B. bei neuen Absperrarmaturen
die Wandstärke und damit das Gewicht gegenüber einer alten bisherig verwendeten Armatur
erhöht. Infolge dessen ist es unter Umständen notwendig, eine strukturdynamische Berechnung
des betroffenen Rohrleitungssystems bzw. Leitungsabschnittes durchzuführen, welche
das Mehrgewicht der neuen Armatur berücksichtigt. Im ungünstigsten Fall müssen Halterungen
hinzugefügt oder verstärkt werden. Ein langwieriges und kostenaufwändiges Baugenehmigungsverfahren
ist unter Umständen notwendig. Außerdem müssen aufgrund der durchgeführten Schweißungen
im Rohrsystem z.B. gesamte Rohrabschnitte, welche die Armatur enthalten, einer erneuten
Druckprüfung unterzogen werden.
[0015] Aus der
DE 10 2005 004 232 A1 ist es auch bekannt, vor Ort an einer Dichtfläche ein Auftragsschweißen durchzuführen.
So kann die Oberfläche der Dichtfläche zunächst auf ein Niveau über der ursprünglichen
konstruktiven Vorgabe gebracht werden, das dann schließlich auf das Reparaturniveau
abgetragen wird.
[0016] Des Weiteren ist aus der
DE 87 06117 U1 ein Verfahren zum Nachschleifen der Dichtflächen bekannt, wobei die dafür eingesetzte
Schieberschleifmaschine ein an der Spannvorrichtung axial verschiebbares Gegenlager
aufweist.
[0017] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein verbessertes Verfahren und eine verbesserte
Vorrichtung zur Bearbeitung eines Dichtsitzes einer in einer Kraftwerks- oder Industrieanlage
montieren Absperrarmatur anzugeben.
[0018] Die Erfindung beruht auf der prinzipiellen Idee, die gehäusefesten Dichtsitze der
Absperrarmatur vor Ort im eingebauten Zustand im Leitungssystem zu ertüchtigen. Die
Absperrarmatur bzw. deren Armaturengehäuse verbleibt damit montiert in einer Kraftwerks-
oder Industrieanlage. Mit dem entsprechenden Sanierungsverfahren vor Ort lassen sich
die meisten der oben genannten nachteiligen Punkte betreffende Ein- und Ausbau und
Transport umgehen.
[0019] Gemäß der Erfindung wird eine komplexe Vorrichtung für das betreffende Verfahren
benutzt, welche in der Anlage zur Reparatur der eingebauten Armatur eingesetzt wird.
Die entsprechenden Dichtsitze sind nur von der Gehäuseöffnung her zugänglich, wenn
nämlich Armaturenoberteil, Antriebe, Dichtplatten und sonstige Einbauten entfernt
sind. Da die Dichtsitze in der Regel etwa parallel, die Gehäuseöffnung aber senkrecht
zur Mittelebene der Armatur liegen, muss in der Regel eine Kraft- und Bewegungsumlenkung
um ca. 90° stattfinden. Bei Keilplattenschiebern muss die Bearbeitungsvorrichtung
zusätzlich um den Neigungswinkel der Dichtsitze bezüglich der Spindellängsachse, also
der genannten Mittelebene verstellbar sein. Der Platzmangel im Armaturengehäuse erfordert
eine spezielle Bauweise der Bearbeitungsvorrichtung, ohne deren Funktionalität einzuschränken.
Die Bearbeitungsvorrichtung ist jeweils in flacher Bauweise zu konstruieren, um z.B.
zwischen zwei Anschlussrohren bzw. Dichtsitzen eines Keilschiebers eingesetzt werden
zu können. Erfindungsgemäß kann so die Bearbeitung der Dichtsitze aus einer Richtung
senkrecht zu deren Querebene erfolgen. Die entsprechenden Kräfte für die Bearbeitung
sind dann besonders einfach aufzubringen.
[0020] Hinsichtlich des Verfahrens wird die Aufgabe gelöst durch ein Verfahren gemäß Patentanspruch
1 zur Bearbeitung eines am Ende eines Anschlussrohres angeordneten Dichtsitzes einer
in einer Kraftwerks- oder Industrieanlage montierten Absperrarmatur, mit folgenden
Schritten:
In einem Schritt a) wird das Armaturenoberteil und die Einbauten vom Gehäuse der Absperrarmatur
entfernt, wodurch eine Gehäuseöffnung freigegeben wird. Diese Gehäuseöffnung ist z.B.
für Armaturen im Nieder- und Mitteldruckbereich ein Flansch, für Armaturen im Hochdruckbereich
ein Gehäusehals bzw. -dom. In einem Schritt b) wird eine Spannvorrichtung durch die
Gehäuseöffnung in das angesprochene Anschlussrohr oder ein weiteres, z.B. das dem
zu bearbeitenden Dichtsitz gegenüberliegende Anschlussrohr, eingebracht. Die Spannvorrichtung
wird an der Innenwand des Anschlussrohres befestigt. Die Spannvorrichtung weist ein
Gegenlager auf, welches im Montagezustand, also bei befestigter Spannvorrichtung,
an der dem Gehäuseinneren zugewandten Seite der Spannvorrichtung liegt und somit weiterhin
von der Gehäuseöffnung aus zugänglich ist.
Dabei bilden Spannvorrichtung bzw. Gegenlager einen geometrisch exakt ortsfixierten
Referenzort in der Absperrarmatur.
[0021] In einem Schritt c) wird durch die Gehäuseöffnung eine Bearbeitungsmaschine in das
Gehäuse eingebracht. Die Bearbeitungsmaschine trägt ein Lager, mit welchem es am Gegenlager
gelagert wird. In einem Schritt d) wird mit der Bearbeitungsmaschine ein Bearbeitungsschritt
am Dichtsitz durchgeführt. Danach wird in einem Schritt e) die Bearbeitungsmaschine
vom Gegenlager gelöst und durch die Gehäuseöffnung entfernt. In einem Schritt f) werden
bei Bedarf die Schritte c) bis e) mit einer anderen oder der gleichen Bearbeitungsmaschine
wiederholt.
[0022] Nach Beendigung der eigentlichen Arbeit am Dichtsitz wird in einem Schritt g) die
Spannvorrichtung vom Anschlussrohr gelöst und durch die Gehäuseöffnung wieder aus
der Absperrarmatur entfernt. In einem Schritt h) werden abschließend das Armaturenoberteil
und die Einbauten wieder am Gehäuse angebracht und die Armatur dadurch wieder betriebsbereit
komplettiert.
[0023] Erfindungsgemäß wird es also durch die Spannvorrichtung bzw. deren Gegenlager und
das an der Bearbeitungsmaschine angebrachte Lager möglich, die Bearbeitungsmaschine
in eine definierte Position innerhalb des Armaturengehäuses zu verbringen und von
dort aus gezielt hochgenaue Arbeiten am Dichtsitz durchzuführen. Die Spannvorrichtung
bzw. das Gegenlager bilden somit einen geometrisch exakt fixierten und ruhenden Referenzort
in der Armatur, welcher für sämtliche Bearbeitungsschritte bzw. deren Genauigkeit
ortsfixiert bleibt. Das Gegenlager bildet damit einen Referenzpunkt bzw. ein Referenzmaß
innerhalb der Armatur. Dieses ist dann relativ zum Nullmaß einer Armatur, z.B. einem
Flansch eines Niederdruckschiebers fixiert und kann während der Restaurierung wiederum
selbst als Nullmaß benutzt werden. Insbesondere können nacheinander durchgeführte
Arbeitsschritte z.B. mit verschiedenen Bearbeitungsmaschinen in exakt geometrisch
aufeinander aufbauenden Positionen durchgeführt werden, da sämtliche Bearbeitungsmaschinen
stets am einmal fixierten und während des Verfahrens nicht bewegten Gegenlager in
definierter geometrischer Position gelagert werden. Die Spannvorrichtung wird also
z.B. an eine beliebige, aber feste Position verbracht und dann die Position des Gegenlagers
im Koordinatensystem der Armatur ermittelt. Die Bearbeitung erfolgt dann mit den Bearbeitungsmaschinen
ausgehend maßhaltig von der einmal festgelegten Position aus.
[0024] Bekannt ist es bisher, einen Bearbeitungskopf bzw. ein Werkzeug einer Maschine auszutauschen.
Der Hauptkörper der Maschine, z.B. deren Antrieb und Gehäuse bleiben bestehen. Gewechselt
werden z.B. verschiedene Dreh-, Bohr, oder Fräsköpfe. Gemäß der Erfindung wird jedoch
die gesamte Bearbeitungsmaschine gewechselt. Dies bringt den Vorteil, jede Maschine
für sich, auch z.B. hinsichtlich des Antriebsmotors, des Gehäuses usw., individuell
und optimal für jeden einzelnen der Bearbeitungsschritte gestalten zu können. Die
geometrische Referenzlage, die durch das Gegenlager bestimmt ist, gilt dann jedoch
für alle, wie unterschiedlich auch immer gestalteten Bearbeitungsmaschinen.
[0025] Da das Gegenlager im Bereich des zu bearbeitenden Dichtsitzes fixiert wird, sind
die Entfernungen zum Arbeitsbereich gering. Die verwendeten Bearbeitungsmaschinen
können stabil und einfach ausgeführt werden, was hohe Bearbeitungskräfte ermöglicht.
[0026] Die Dichtplatten bzw. Schiebereinbauten können in üblicher Weise wie bisher außerhalb
des Armaturengehäuses, z.B. in einer Standortwerkstatt, in Stand gesetzt werden.
[0027] Das Verfahren wird z.B. vorab an entsprechenden Dummys der Armaturen qualifiziert,
damit die Reproduzierbarkeit an der in der Anlage zu bearbeitenden Armatur sichergestellt
ist. Es erfolgt mit anderen Worten eine Simulation an einem Muster, um z.B. auch Prüf-
oder Zulassungsverfahren zu absolvieren.
[0028] In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens wird als Bearbeitungsschritt
die zum Gehäuseinneren weisende Stirnseite des Anschlussrohres abgedreht oder abgeschliffen.
Durch einen derartigen Arbeitsschritt ist es möglich, z.B. eine Passung für einen
neu einzufügenden Schiebersitzring in einer exakt definierten geometrische Ebene abzudrehen
oder abzuschleifen, eine Panzerung eines Dichtsitzes bis auf das Grundmaterial in
einer definierten Ebene abzutragen oder eine neu aufgebrachte Panzerung sowohl planparallel
als auch in einer definierten Eben bezüglich der Armaturengeometrie präzise zu schleifen.
Durch Drehen lässt sich eine mechanische Endbearbeitung der Dichtflächen, durch formgebendes
Schleifen deren Feinbearbeitung realisieren. Durch die Abtragung auf das Grundmaterial
ist eine spätere gute Vernetzung neu aufzubringenden Materials mit dem Grundmaterial
der Armatur bzw. des Anschlussrohres sichergestellt.
[0029] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens wird als Bearbeitungsschritt
eine den Dichtsitz bildende Panzerung auf die Stirnseite des Anschlussrohres aufgeschweißt.
Insbesondere in Kombination dieses Bearbeitungsschrittes mit dem oben genannten Schritt
ist folgende Vorgehensweise möglich: Bei einer zu sanierenden Armatur wird nach Demontage
der Schiebereinbauten der zunächst noch vorhandene bzw. der aktuelle Zustand des Dichtsitzes
optisch bzw. mechanisch vermessen. Z.B. wird die Dicke der restlichen noch auf dem
Anschlussrohr vorhandenen Panzerung vermessen. Anschließend wird die Spannvorrichtung
wie beschrieben angebracht und auf eine Sollposition bezüglich der Armaturengeometrie
fixiert, so dass z.B. das Gegenlager einen Fixpunkt an einer definierten Ortslage
in der Armatur bildet. Anschließend wird mit einer Bearbeitungsmaschine der Dichtsitz
des gegenüberliegenden Anschlussrohres bis auf das Grundmaterial abgedreht, dann mit
einer Schweißmaschine bzw. -vorrichtung als Bearbeitungsmaschine eine neue Panzerung
in dem ursprünglichen Herstellungsmaß des Dichtsitzes aufgebracht. Anschließend wird
nochmals mit der Drehvorrichtung der Dichtsitz auf das ursprüngliche Herstellermaß
abgedreht und schließlich mit einer Schleifmaschine planparallel fein geschliffen.
So wird also die exakte ursprüngliche Dichtflächengeometrie im Originalzustand, auch
bezüglich der exakten geometrischen Lage in der Armatur, wieder hergestellt.
[0030] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann also ein neu eingebrachter und damit hochqualitativer
Härteverlauf in Form einer neuen Panzerung bzw. eines neuen Dichtsitzes in die bestehende
Absperrarmatur eingebracht werden. Hierbei sind z.B. Härten von 340-400HV (Härte nach
Vickers) möglich. Mit diesem Verfahren werden die Standzeiten und das Verschleißverhalten
aufgrund der neu eingebrachten Härten an den Dichtflächen deutlich verbessert. Weder
am Schieber selbst noch an dem Rohrsystem, in welchem der Schieber fest eingebaut
verbleibt, werden damit Änderungen durchgeführt. Die Spezifikation der Armatur wird
nicht geändert, da der ursprüngliche Zustand zum Zeitpunkt der Herstellung der Armatur
nahezu identisch wieder hergestellt wird. Die Erstellung von Vorprüfunterlagen ist
wesentlich vereinfacht. Z.B. müssen in einem Kernkraftwerk dann nur Reparaturvorprüfunterlagen
erstellt werden. Der gesamte Aufwand des Aus- und Einschweißens der Armatur entfällt,
die Anlage wird nicht verändert, muss nicht neu abgedrückt werden, benötigt keinerlei
neue Betriebsprüfung, statische oder dynamische Berechnungen. Die Entsorgungsproblematik
ist deutlich minimiert, da z.B. kein altes, verstrahltes Armaturengehäuse entsorgt
werden muss.
[0031] Die Bearbeitungsmaschine sollte hierbei Freiheitsgrade von fünf Achsen aufweisen,
nämlich eine Verschiebung in Längsrichtung des Anschlussrohres, eine Verkippung zum
Dichtsitz hin, um verschiedenen Winkeln von Keilschiebern zu folgen, eine Rotation
um die Längsachse, und die Verschiebung senkrecht zur Längsachse (Bewegung in einer
Ebene: 2 Freiheitsgrade). Damit können beliebige Dichtsitze bearbeitet werden.
[0032] In einer alternativen Verfahrensvariante wird als Bearbeitungsschritt ein den Dichtsitz
tragender Gehäusesitzring vom Anschlussrohr getrennt oder an dieses angeschweißt.
Durch einen derartigen Bearbeitungsschritt lassen sich auch Hochdruckarmaturen restaurieren,
bei welchen der Dichtsitz selbst nicht vor Ort saniert werden kann. Der Dichtsitz
wird nämlich als mehrschichtige Lage von besonderer Härte auf einen entsprechenden
Sitzring aufgebracht. Hierzu ist eine Spezialwerkstatt notwendig, die z.B. eine waagerechte
Lagerung des Sitzringes erlaubt. Durch den Bearbeitungsschritt wird jedoch der Sitzring
aus der Armatur gelöst. Dieser alleine kann mit erheblich weniger Aufwand in eine
Spezialwerkstatt verbracht werden und dort saniert werden. Nach Restaurierung wird
er wieder in die ursprüngliche Armatur eingebracht. Alternativ wird sofort ein neuer
Sitzring in die Armatur integriert. Die restliche Armatur verbleibt in der Anlage
und muss nicht mit ausgetauscht werden. Auch hier sind in der Regel Genehmigungsverfahren
oder sonstiger Zusatzaufwand deutlich verringert.
[0033] Bei einem derartigen Bearbeitungsschritt wird in der Regel die Spannvorrichtung in
das gleiche Anschlussrohr eingebracht, welches auch bearbeitet werden soll. Die Spannvorrichtung
wird daher beispielsweise weiter in das Anschlussrohr eingebracht als wenn bei einer
Niederdruckarmatur der dem Anschlussrohr gegenüberliegende Dichtsitz restauriert werden
soll. Dennoch befindet sich die Spannvorrichtung wieder so nahe wie möglich am Bearbeitungsort.
[0034] In einer weiteren Verfahrensvariante wird die Spannvorrichtung so im Anschlussrohr
befestigt, dass ein Referenzpunkt der Spannvorrichtung auf der Mittellängsachse des
Anschlussrohres liegt. Hierdurch wird die oben angesprochene geometrisch exakte bzw.
vordefinierte Lage der Spannvorrichtung oder des Gegenlagers im Koordinatensystem
der Armatur erzielt. Im Montagezustand der Bearbeitungsmaschine, wenn dieses im Gegenlager
gehalten ist, ist die Bearbeitungsmaschine dann stets an einer bekannten Position
in der Armaturengeometrie positioniert.
[0035] Hinsichtlich der Vorrichtung wird die Aufgabe der Erfindung gelöst durch eine Vorrichtung
gemäß Patentanspruch 7 zur Bearbeitung eines am Ende eines Anschlussrohres angeordneten
Dichtsitzes einer in einer Kraftwerks- oder Industrieanlage montierten Absperrarmatur.
[0036] Die Vorrichtung umfasst eine Spannvorrichtung, welche durch eine Gehäuseöffnung der
Absperrarmatur in das zu restaurierende oder ein weiteres Anschlussrohr einbringbar
ist. Die Spannvorrichtung weist ein Gegenlager auf und enthält ein mit der Innenwand
des Anschlussrohres zusammenwirkendes Befestigungselement, um die Spannvorrichtung
sicher und für die Dauer des oben genannten Verfahrens stabil im Anschlussrohr zu
befestigen. Dabei bilden Spannvorrichtung bzw. Gegenlager einen geometrisch exakt
ortsfixierten Referenzort in der Absperrarmatur. Die Vorrichtung umfasst außerdem
mindestens eine durch die Gehäuseöffnung in das Gehäuse einbringbare Bearbeitungsmaschine
zur Durchführung eines Bearbeitungsschrittes am Dichtsitz. Die Bearbeitungsmaschine
weist ein Lager auf, welches im Gegenlager lagerbar ist. Die erfindungsgemäße Vorrichtung
wurde bereits im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zusammen mit ihren
Vorteilen beschrieben.
[0037] In einer speziellen Ausgestaltung der Erfindung weist das Befestigungselement einen
gegen die Innenwand des Anschlussrohres anfahrbaren Hydraulikzylinder auf. Durch einen
oder insbesondere mehrere solcher Hydraulikzylinder kann die Spannvorrichtung besonders
einfach und mit hoher Festigkeit im Anschlussrohr befestigt werden. Die Spannvorrichtung
ist hierbei in der Regel scheiben- oder zylinderförmig und wird im Montagezustand
mit ihrer Querebene parallel zu einer Querebene des Anschlussrohres fixiert. Durch
eine nach außerhalb der Absperrarmatur führende Hydraulikleitung können die Hydraulikzylinder
ferngesteuert werden. Durch wahlweise Ansteuerung verschiedener Hydraulikzylinder
kann die Lage der Spannvorrichtung in einer Querebene zum Anschlussrohr einfach verändert
werden, wenn die Hydraulikzylinder sich im Montagzustand in etwa radialer Richtung
des Anschlussrohres erstrecken.
[0038] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung umfasst die Spannvorrichtung mindestens
zwei an der Innenseite des Anschlussrohres anlegbare Messfühler. Durch die Messfühler
kann die tatsächliche Lage der Spannvorrichtung im Anschlussrohr ermittelt werden
und diese insbesondere zusammen mit steuerbaren Hydraulikzylindern zu einem selbstjustierenden
System kombiniert werden, so dass sich beispielsweise die Spannvorrichtung im Anschlussrohr
automatisch zu dessen Mittellängsachse zentriert. Mit anderen Worten ergeben sich
durch eine entsprechende Regelung so selbstjustierende Messfühler.
[0039] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist das Gegenlager eine fixierbare
Schnellspannaufnahme. Das Lager ist dann alternativ oder zusätzlich ein Walzen- oder
Kugelkopf. Durch die Schnellspannaufnahme kann eine Bearbeitungsmaschine mit ihrem
Lager besonders schnell und einfach an der Spannvorrichtung befestigt werden. Ein
Wechsel zu einer anderen Bearbeitungsmaschine ist dann schnell und einfach möglich.
Durch die Fixierbarkeit kann die relative Lage zwischen Lager und Gegenlager und damit
zwischen Bearbeitungsmaschine und Spannvorrichtung fixiert werden. So ist dann auch
die Bearbeitungsmaschine starr im Bezugssystem der Armatur fixiert, um z.B. während
eines Bearbeitungsschrittes eine definierte Ausgangslage für die Bearbeitungsmaschine
bzw. ein von dieser gehaltenes Werkzeug, wie einen Drehmeißel, zu behalten. Durch
einen Walzenkopf erhält die Bearbeitungsmaschine nur einen einzigen Freiheitsgrad
der Beweglichkeit, nämlich um die Walzenachse eine Rotationsbewegung durchzuführen.
Dies ist z.B. besonders wünschenswert, wenn eine Bearbeitungsmaschine auf den Keilwinkel
eines Keilschieberdichtsitzes eingestellt werden soll und hier verschiedene Winkel
einzunehmen sind. Ein Kugelkopf hingegen erlaubt entsprechende Verkippungen der Bearbeitungsmaschine
um zwei Achsen, wobei jedoch die Fixierung in einer Ebene, z.B. in Axialrichtung des
Anschlussrohres, gegeben bleibt.
[0040] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Gegenlager fest an der Spannvorrichtung
angeordnet und außerdem derart an dieser platziert, dass es durch eine Justierung
der Spannvorrichtung im Anschlussrohr auf der Mittellängsachse des Anschlussrohres
zentrierbar ist. Mit anderen Worten kann also die Spannvorrichtung immer so im Anschlussrohr
justiert werden, dass das Gegenlager auf der Mittellängsachse des Anschlussrohres
zentriert ist. Das Gegenlager bildet so einen standardisierten Ausgangspunkt für das
jeweilige Lager einer Bearbeitungsmaschine. Bei der Entwicklung der Bearbeitungsmaschinen
kann so z.B. immer davon ausgegangen werden, dass sich auch deren Lager zum Bearbeitungszeitpunkt
auf der Mittellängsachse des Anschlussrohres befindet. Die Bearbeitungsgeometrie kann
so besonders einfach eingestellt werden.
[0041] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die Bearbeitungsmaschine einen
im Montagezustand aus der Gehäuseöffnung ragenden, starren Grundträger auf, der das
Lager umfasst. Ein Bearbeitungskopf ist wiederum fest am Grundträger angebracht, so
dass dessen Neigungswinkel zum Grundträger nicht variiert. Aus einer derartigen Vorrichtung
folgt, dass eine Veränderung des Neigungswinkels des Bearbeitungskopfes zum Dichtsitz
alleine durch eine Verkippung des Grundträgers im Gegenlager bewirkt ist. Diese wiederum
kann von außerhalb des Armaturengehäuses einfach, z.B. händisch anhand einer Lehre
oder eine Kulisse eingestellt werden. Mit andern Worten bildet der Grundträger eine
Art Hebel, welcher außerhalb der Gehäuseöffnung zugänglich und bedienbar ist und mit
welchem die Neigung des Bearbeitungskopfes zum Dichtsitz variiert werden kann. Auch
dies eignet sich, um in besonders einfacher Weise die Sollneigung der Bearbeitungsmaschine
und damit des Dichtsitzes bezüglich der Absperrarmatur einzustellen.
[0042] In einer Variante dieser Ausführungsform ist die Bearbeitungsmaschine eine Dreh-
oder Schleifmaschine mit einem im Montagezustand außerhalb des Gehäuses liegenden
Antrieb. Der Grundträger bildet einen Wellenarm, welcher den Antrieb mit dem Bearbeitungskopf
verbindet. Der Bearbeitungskopf trägt ein um eine Rotationsachse rotierbares Dreh-
oder Schleifelement, wobei die Rotationsachse eine feste Relativlage zum Wellenarm
aufweist. So ergibt sich also eine Schleif-bzw. Drehmaschine, deren Arbeitsebene sich
im Montagezustand durch Bewegung des Wellenarmes von außerhalb des Armaturengehäuses
einstellen lässt.
[0043] Der Schleifschritt im o.g. Verfahren kann z.B. auch mit einer herkömmlichen Schieberschleifmaschine
erfolgen. Durch die Dreh- und Schleifmaschine der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist
allerdings eine separate Schleifmaschine in einer Anlage generell nicht mehr erforderlich,
was wiederum die Gesamtkosten für Wartungsmaschinen senkt. Alle Arbeiten können mit
der erfindungsgemäßen Vorrichtung durchgeführt werden.
[0044] In einer weiteren Ausgestaltung dieser Erfindungsvariante ist das Dreh- oder Schleifelement,
z.B. ein Drehmeißel, als Werkzeug nur in Radial- und Längsrichtung bezüglich der Rotationsachse
zustellbar. Die axiale sowie radiale Angriffsposition des Werkzeugs in Längsrichtung
der Mittellängsachse des Anschlussrohres wird also durch die Zustellung bewirkt. Die
Lage der Ebene der Angriffsposition hingegen wird durch Justierung des Wellenarmes
erreicht.
[0045] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Bearbeitungsmaschine eine Schweißmaschine
bzw. -anlage, wobei im Montagezustand deren Versorgungseinheit, z.B. die Spannungsversorgung
und die Steuerung, außerhalb des Gehäuses liegen. Innerhalb des Gehäuses liegt ein
das Lager aufweisender Grundträger. Auf dem Grundträger sind ein Schweißgutbehälter
und ein um eine Rotationsachse rotierbarer Schweißkopf angeordnet. Die Rotationsachse
liegt z.B. senkrecht zur Sollebene der Dichtfläche oder der Mittellängsachse des Anschlussrohres.
[0046] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist die Schweißmaschine eine WIG-Orbital-Schweißanlage
bzw. -maschine. Diese bietet der Vorteil, dass hier der Abstand zwischen Schweißkopf
und Werkstück von der Anlage selbst geregelt wird. Die Schweißanlage muss daher nur
bezüglich der Querebene des Dichtsitzes exakt zentriert werden.
[0047] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die Bearbeitungsmaschine eine
an der Gehäuseöffnung befestigbare Halterung. Z.B. wird eine Trägerplatte am Flansch
einer Niederdruckarmatur oder am Dom einer Hochdruckarmatur befestigt, wobei wiederum
in der Trägerplatte ein Teil der Bearbeitungsmaschine, z.B. der Grundträger bzw. Wellenarm,
fixierbar ist. So wird im Montagezustand die gesamte Bearbeitungsmaschine zumindest
gegen unbeabsichtigtes Lösen, meist jedoch auch in definierter Ortsposition in der
Absperrarmatur fixiert. Insbesondere bei überkopfmontierten Absperrarmaturen ist so
die Bearbeitungsmaschine sicher in seiner Montage- bzw. Arbeitsposition gehalten.
[0048] In einer bevorzugten Ausgestaltung dieser Variante erlaubt die Halterung im Montagezustand
der Bearbeitungsmaschine eine Veränderung und Fixierung der Lage der Bearbeitungsmaschine
im Lager. Dies ist z.B. in Verbindung mit der oben genannten Variation des Anstellwinkels
eines Dichtsitzes eines Keilschiebers sinnvoll, wenn z.B. die Fixierung in einer üblichen
3° oder 7° Schräglage der Bearbeitungsmaschine bzw. deren Werkzeugs möglich ist.
[0049] Für eine weitere Beschreibung der Erfindung wird auf die Ausführungsbeispiele der
Zeichnungen verwiesen. Es zeigen, jeweils in einer schematischen Prinzipskizze:
- Fig. 1
- einen Niederdruck-Keilschieber als Absperrarmatur,
- Fig. 2
- die Armatur aus Fig. 1 im zerlegten Zustand,
- Fig. 3
- eine Armatur entsprechend Fig. 2 mit eingesetzter Spannvorrichtung und Dreh- und Schleifmaschine,
- Fig. 4
- die Armatur aus Fig. 3 mit einer Schweißmaschine
- Fig. 5
- eine Hochdruckarmatur mit eingesetzter Spannvorrichtung und Drehmaschine,
- Fig. 6
- das Detail VI aus Fig. 5.
[0050] Fig. 1 zeigt einen Ausschnitt aus einer Rohrleitung 4 einer Anlage 2, im Beispiel
einer Kraftwerksanlage, stellvertretend für eine beliebige Kraftwerks- oder Industrieanlage.
In die Rohrleitung 4 ist eine Absperrarmatur 6 integriert, im Beispiel ein Niederdruck-Absperrschieber.
Die Absperrarmatur 6 weist als festen Bestandteil zwei Anschlussrohre 8a,b auf, über
welche sie mit der Rohrleitung 4 fest verschweißt ist. Die Anschlussrohre 8a,b sind
Teil eines Gehäuses 10 der Armatur 6, welches an einem Flansch 12 eine Gehäuseöffnung
14 aufweist. Fig. 1 zeigt die Absperrarmatur 6 im endmontierten Zustand, wenn nämlich
auf dem Flansch 12 ein Gehäusedeckel 16 montiert ist, der eine Spindel 18 trägt. Die
Spindel 18 endet an ihrem einen Ende in einem Handrad 20. Am anderen Ende der Spindel
18 befindet sich ein Dichtelement 22 in Form zweier Dichtplatten. Das Dichtelement
22 wirkt mit zwei Dichtsitzen 24a,b zusammen, welche im Inneren des Gehäuses 10 an
den stirnseitigen Enden der Anschlussrohre 8a,b angeordnet sind. Die Dichtsitze 24a,b
sind derart gebildet, dass auf dem Grundmaterial 34 der Anschlussrohre 8a,b eine Panzerung
36, im Beispiel aus 17% Chromstahl an den jeweiligen Enden 26 stirnseitig aufgeschweißt
ist. Gehäusedeckel 16, Spindel 18, Handrad 20 und Dichtelement 22 bilden zusammen
die sogenannten Gehäuseeinbauten 32 der Absperrarmatur 6, welche sämtlich vom Gehäuse
10 entfernbar sind.
[0051] In Fig. 1 ist die Absperrarmatur 6 im geschlossenen Zustand gezeigt, d.h. das Dichtelement
22 liegt an den Dichtsitzen 24a,b an. Zum Öffnen der Armatur 6 wird das Handrad 20
in Richtung des Pfeils 28 gedreht, woraufhin die Spindel 18 das Dichtelement 22 in
Richtung des Pfeils 30 von den Dichtsitzen 24a,b abhebt. Die Enden 26 der Anschlussrohre
8a,b sind dann vollständig geöffnet und nicht dargestelltes Medium kann in beiden
Richtungen ungehindert durch die Rohrleitung 4 strömen.
[0052] Durch den Betrieb der Absperrarmatur 6 nutzen sich die Dichtsitze 24a,b stark ab.
Die Absperrarmatur 6 muss diesbezüglich saniert werden. Gemäß der Erfindung verbleibt
die Absperrarmatur 6 hierzu in der Rohrleitung 4.
[0053] In einem ersten Verfahrensschritt a) werden zunächst sämtliche Gehäuseeinbauten 32
entfernt. Fig. 2 zeigt die Absperrarmatur 6 aus Fig. 1 mit demontierten Gehäuseeinbauten
32. Die Gehäuseöffnung 14 ist nun offen, das heißt das Innere des Gehäuses 10 ist
vom Außenraum 44 aus zugänglich. Außerdem sind so die Dichtsitze 24a,b durch die Gehäuseöffnung
14 einsehbar und können optisch bzw. mit nicht dargestellten Schiebelehren oder anderen
Messvorrichtungen vermessen werden. So kann der aktuelle Zustand der Dichtsitze 24a,b
ermittelt werden. Insbesondere kann z.B. festgestellt werden, welche Dicke d die Dichtsitze
24a,b noch aufweisen. Durch den Betrieb der Absperrarmatur 6 hat sich die Panzerung
36 von einer ursprünglichen gestrichelt angedeuteten Dicke d
0 im Herstellungszeitpunkt der Armatur 6 auf die Dicke d reduziert.
[0054] Zur Sanierung der Dichtsitze 24a,b wird nun weiterhin folgendermaßen vorgegangen.
Durch die Gehäuseöffnung 14 wird gemäß Fig. 3 in einem Schritt b) in Richtung des
Pfeils 38 eine Spannvorrichtung 40 im Anschlussrohr 8a angebracht. Die Spannvorrichtung
40 ist etwa scheibenförmig ausgebildet und weist einen Anschlag 42 auf, mit dem sie
auf dem Dichtsitz 24a aufgelegt wird. Über eine in den Außenraum 44 führende Hydraulikleitung
46 werden an der Spannvorrichtung 40 angebrachte Hydraulikzylinder 48 gegen die Innenwand
50 des Anschlussrohres 8a gepresst. Der Hydraulikzylinder 48 ist damit Teil eines
Befestigungselements, mit dem die Spannvorrichtung 40 im Anschlussrohr 8a befestigt
wird. Diese sind im Wesentlichen radial beweglich. Hierdurch wird die Spannvorrichtung
40 sicher im Anschlussrohr 8a fixiert. Um die radiale Lage der Spannvorrichtung 40
im Anschlussrohr 8a genau auf dessen Mittellängsachse 52 zu zentrieren, weist die
Spannvorrichtung 40 außerdem radial nach außen weisende Messfühler 54 auf, durch welche
der Abstand der Spannvorrichtung 40 zur Innenwand 50 an der jeweiligen Position der
Messfühler 54 gemessen werden kann. Die Hydraulikzylinder 48 werden entsprechend angesteuert,
um schließlich die Spannvorrichtung 40 zu zentrieren. Fig. 3 zeigt die Spannvorrichtung
40 im endjustierten Montagezustand M.
[0055] Die Spannvorrichtung 40 weist ein Gegenlager 56 auf, welches im Montagezustand M
im Inneren des Gehäuses 10 liegt bzw. dort hin weist und von der Gehäuseöffnung 14
her zugänglich ist. Außerdem liegt ein Referenzpunkt 57, nämlich der Mittelpunkt des
Gegenlagers 56 auf der Mittellängsachse 52. Dieser dient als fixe geometrische Ausgangslage
für die, wie nachstehend beschrieben anzufügenden Lager 64.
[0056] In einem Schritt c) wird nun in Richtung des Pfeils 38 eine Bearbeitungsmaschine
58 ebenfalls durch die Gehäuseöffnung 14 in das Gehäuse 10 eingeführt. Die Bearbeitungsmaschine
58 ist in Fig. 3 eine Drehmaschine, welche als Grundträger 60 einen Wellenarm 62 aufweist.
Am Grundträger 60 ist ein zum Gegenlager 56 passendes Lager 64 fest angebracht. Fig.
3 zeigt die Bearbeitungsmaschine 58 ebenfalls im Montagezustand M, wenn nämlich das
Lager 64 in das Gegenlager 56 eingeführt bzw. in diesem gelagert ist. An dem, im Montagezustand
M aus dem Gehäuse 10 ragenden Ende des Wellenarmes 62 ist ein Antrieb 66 angebracht,
am gegenüberliegenden Ende des Wellenarms 62 ein Bearbeitungskopf 68. Der Bearbeitungskopf
68 ist um eine Rotationsachse 74 rotierbar, welche zur Längsachse 76 des Wellenarm
62 einen festen, im Beispiel einen 90°-Winkel aufweist. Am Bearbeitungskopf 68 ist
als Bearbeitungswerkzeug bzw. Werkzeug ein Drehmeißel 78 gehalten, welcher relativ
zum Wellenarm 62 lediglich in Radialrichtung 80 und in Axialrichtung 82 bezüglich
der Rotationsachse 74 zustellbar ist. Dies wird erreicht durch eine Stellschraube
84 und einen Planschieber 86.
[0057] Die Bearbeitungsmaschine 58 ist einerseits durch das Lager 64 über das Gegenlager
56 und die Spannvorrichtung 40 am Gehäuse 10 fixiert bzw. gelagert und ist dabei lediglich
gemäß dem durch das Lager 64 und Gegenlager 56 ermöglichten Freiheitsgrad verschwenkbar.
Andererseits ist es an einem weiteren Punkt gelagert. Am Flansch 12 ist nämlich eine
Halterung 70 verschraubt, auf welcher wiederum verstellbar ein Schlitten 72 montiert
ist, welcher den Wellenarm 62 führt.
[0058] Der Dichtsitz 24b ist so zu bearbeiten, dass dessen Planebene 88 zur Mittenebene
90 der Armatur 6 einen vorgegebenen Winkel α einnimmt, da es sich bei der Absperrarmatur
6 um einen Keilschieber handelt. Mit anderen Worten ist die Bearbeitungsmaschine 58
entsprechend gegen das Anschlussrohr 8b anzustellen. Da die Rotationsachse 74 zur
Längsachse 76 fixiert ist, wird der Winkel α dadurch eingestellt, dass der Schlitten
72 in Richtung des Pfeils 92 verfahren wird, und so der Wellenarm 62 im Gegenlager
56 verkippt wird. Der korrekte Winkel α wird durch einen Neigungsmesser 94 kontrolliert,
welcher am Wellenarm 62 montiert ist.
[0059] In einem Verfahrensschritt d) wird nun ein Bearbeitungsschritt B1 am Dichtsitz 24b
durchgeführt. Durch Zustellung des Drehmeißels 78 in Radialrichtung 80 und Axialrichtung
82 wird nämlich die noch vorhandene Panzerung 36 der Dicke d vom Anschlussrohr 8b
abgedreht. So ist das Grundmaterial 34 für eine stabile folgende Aufschweißung wieder
zugänglich.
[0060] In einem Schritt e) wird nun die Bearbeitungsmaschine 58 vom Gegenlager 56 gelöst
und durch die Gehäuseöffnung 14 entgegen der Richtung des Pfeils 38 aus der Absperrarmatur
6 entnommen. Da die Sanierung des Dichtsitzes 24b noch nicht abgeschlossen ist, werden
nun in einem Schritt f) die Schritte c) bis e) entsprechend oft mit wechselnden Bearbeitungsmaschinen
58 wiederholt.
[0061] Gemäß Fig. 4 wird nun in Richtung des Pfeils 38 eine andere Bearbeitungsmaschine
58 in Form einer WIG-Orbitalschweißmaschine durch die Gehäuseöffnung 14 in das Gehäuse
10 eingeführt. Die Bearbeitungsmaschine 58 weist wieder an seinem Grundträger 60 ein
Lager 64 auf, mit welchem es im Gegenlager 56 befestigt wird. Auch hier wird der Grundträger
60 wieder an der Halterung 70 fixiert, um die Bearbeitungsmaschine 58 in ihrer Montageposition
M zu fixieren. Dies geschieht über einen Fixierarm 95. Über eine Versorgungsleitung
96 ist der Grundträger 60 mit einem im Außenraum 44 angeordneten Versorgungsmodul
98 verbunden. Dieses enthält z.B. die Stromquelle und die Steuerung für das Schweißgerät.
Am Grundträger 60 ist ein Schweißgutbehälter 100 in Form einer Drahtrolle, ein Drahtvorschub
102 und ein WIG-Schweißbrenner 104 angeordnet. Über einen Drehantrieb 106 sowie einen
Radialschlitten 108 und einen Axialschlitten 110 wird der WIG-Schweißbrenner 104 immer
automatisch im richtigen Abstand vom zu schweißenden Objekt, nämlich dem Ende 26 des
Anschlussrohres 8b gehalten.
[0062] Während des in Fig. 4 gezeigten Bearbeitungsschrittes B2 wird eine neue Panzerung
36 (gestrichelt angedeutet) auf das Anschlussrohr 8b aufgeschweißt. Der Bearbeitungsschritt
B2 endet, wenn die Panzerung 36 die ursprüngliche Dicke d
0 mit einem bestimmten, für eine Nachbearbeitung dienenden Überstand erreicht hat.
Die Bearbeitungsmaschine 58 wird dann entgegen der Richtung des Pfeils 38 wieder aus
dem Gehäuse 10 entfernt.
[0063] Es folgt ein weiterer Verfahrensschritt f). Gemäß Fig. 3 wird nun nochmals die Drehmaschine
als Bearbeitungsmaschine 58 eingesetzt. Die neu aufgebrachte Panzerung 36 wird mit
dieser in einem Bearbeitungsschritt B3 auf das Ursprungsmaß der Dicke d
0 abgedreht. Der Drehmeisel 78 wird dann in der Bearbeitungsmaschine 58 durch ein Polierwerkzeug
112 als Werkzeug ersetzt. Mit diesem wird in einem abschließenden Bearbeitungsschritt
B4 der Dichtsitz 24b als Oberfläche der Panzerung 36 endbearbeitet bzw. glattpoliert.
[0064] Schließlich wird zunächst die Bearbeitungsmaschine 58 entfernt. Da nun die Bearbeitung
des Dichtsitzes 24b abgeschlossen ist, wird anschließend in einem Verfahrensschritt
g) auch die Spannvorrichtung 40 aus dem Gehäuse 10 gelöst und entfernt.
[0065] Gegebenenfalls wird nun die Spannvorrichtung 40 in das bereits bearbeitete Anschlussrohr
8b eingelegt und in der Weise wie oben beschrieben der Dichtsitz 24a auf seinem Ursprungsmaß
der Dicke d
0 wiederhergestellt.
[0066] Fig. 5 zeigt als alternative Absperrarmatur 6 einen Hochdruckschieber, welcher ebenfalls
ein Gehäuse 10 sowie Anschlussrohre 8a,b, ein Dichtelement 22, eine Spindel 18, ein
Handrad 20 sowie eine Gehäusedeckel 16 aufweist. Im Gegensatz zu einem Niederdruckschieber
ist jedoch am jeweils dem Inneren des Gehäuses 10 zugewandten Ende 26 der Anschlussrohre
8a,b ein Sitzring 114a,b angeschweißt. Dieser trägt jeweils den Dichtsitz 24a,b.
[0067] Die Restaurierung umfasst wieder sinngemäß die gleichen Schritte wie oben. Im Unterschied
zu oben werden allerdings die Dichtsitze 24a,b nicht selbst vor Ort restauriert, sondern
zusammen mit ihren Sitzringen 114a,b aus der Armatur 6 entfernt und außerhalb restauriert
oder getauscht. Die restaurierten oder neue Sitzringe 114a,b werden dann wieder eingeschweißt.
[0068] Zum Restaurieren der Absperrarmatur 6 werden wieder die gesamten Gehäuseeinbauten
32 (Dichtelemente 22, Spindel 18, Gehäusedeckel 16 usw.) entfernt, so dass eine Gehäuseöffnung
14 verbleibt, durch welche das Innere des Gehäuses 10 zugänglich ist. Entsprechend
dem Vorgehen gemäß Fig. 3 wird wiederum eine Spannvorrichtung 40 vollständig in das
Innere des Anschlussrohres 8a verbracht, welche entsprechend mit Hydraulikzylindern
48 und Messfühlern 58 ausgerüstet ist, um zur Mittellängsachse 52 zentriert und fixiert
zu werden. Im Gegenlager 56 kann dann wieder eine Bearbeitungsmaschine 58 eingesetzt
werden. Die Bearbeitungsmaschine 58 wird ebenfalls wieder in Richtung des Pfeils 38
in das Innere des Gehäuses 10 bzw. im vorliegenden Fall auch in das Innere des Anschlussrohres
8a eingebracht. Im Unterschied zu oben ist die Spannvorrichtung jedoch im gleichen
Anschlussrohr gehalten, dessen Dichtsitz auch restauriert werden soll.
[0069] Fig. 6 zeigt das Detail VI aus Fig. 5. Zu sehen ist der Sitzring 114a, der über eine
Schweißnaht 116 mit dem Gehäuse 10 bzw. dem Anschlussrohr 8a verbunden ist. Die Spannvorrichtung
40 stützt sich mit dem Hydraulikzylindern 48 an der Innenwand 50 des Anschlussrohres
8a ab. Im Gegenlager 56 ist die Bearbeitungsmaschine 58 mit ihrem Lager 64 gehalten.
Die Bearbeitungsmaschine 58 ist wieder eine Drehmaschine mit einem Drehmeißel 78 als
Werkzeug, welcher nun die Schweißnaht 116 auftrennt. Der Sitzring 114a kann dann gelöst
und durch die Gehäuseöffnung 14 entfernt werden. Die Bearbeitungsmaschine 58 wird
anschließend durch eine nicht dargestellte Schweißeinheit bzw. -maschine in Form einer
alternativen Bearbeitungsmaschine 58 ersetzt, welches einen neuen Sitzring 114a bzw.
einen restaurierten Sitzring 114a in den in Fig. 6 gezeigten Urzustand wieder einschweißt.
Auch hier verbleibt die Halterung 40 während sämtlicher Bearbeitungsschritte dauerhaft
verspannt und bildet somit mit ihrem Gegenlager 56 eine Referenzlage für anzukoppelnde
Bearbeitungsmaschinen 58, um die entsprechende Bearbeitungsschritte geometrisch exakt
aufeinander abzustimmen.
[0070] In einer alternativen Ausführungsform ist am neu einzubringenden Sitzring 114a ein
Entgasungsschlitz 118 (in Fig. 6 gestrichelt angedeutet) vorhanden, um entstehendes
Schweißgas bei der Bearbeitung abzuleiten.
[0071] Fig. 6 zeigt außerdem, wie bei einem Hochdruckdichtsitz dieser in Form einer mehrschichtigen
Panzerung 36 auf den Sitzring 114a und nicht direkt auf das Grundmaterial 34 des Gehäuses
10 bzw. Anschlussrohres 8a aufgebracht ist.
1. Verfahren zur Bearbeitung eines am Ende (26) eines Anschlussrohres (8a,b) angeordneten
Dichtsitzes (24a,b) einer in einer Kraftwerks- oder Industrieanlage 2 montierten Absperrarmatur
(6), mit folgenden Schritten:
a) das Armaturenoberteil (16) und die Gehäuseeinbauten (32) werden vom Gehäuse (10)
der Absperrarmatur (6) entfernt, wodurch eine Gehäuseöffnung (14) freigegeben wird,
b) eine ein Gegenlager (56) aufweisende Spannvorrichtung (40) wird durch die Gehäuseöffnung
(14) in das oder ein weiteres Anschlussrohr (8a,b) derart eingebracht und an dessen
Innenwand (50) befestigt, dass Spannvorrichtung (40) bzw. Gegenlager (56) einen geometrisch
exakt ortsfixierten Referenzort in der Absperrarmatur (6) bilden,
c) durch die Gehäuseöffnung (14) wird eine, ein Lager (64) aufweisende Bearbeitungsmaschine
(58) in das Gehäuse (10) eingebracht und mit ihrem Lager (64) am Gegenlager (56) gelagert,
d) mit der Bearbeitungsmaschine (58) wird ein Bearbeitungsschritt (B1-4) am Dichtsitz
(24a,b) durchgeführt,
e) die Bearbeitungsmaschine (58) wird vom Gegenlager (56) gelöst und durch die Gehäuseöffnung
(14) entfernt,
f) bei Bedarf werden die Schritte c) bis e) mit einer anderen oder der gleichen Bearbeitungsmaschine
(58) wiederholt,
g) die Spannvorrichtung (40) wird vom Anschlussrohr (8a,b) gelöst und durch die Gehäuseöffnung
(14) entfernt,
h) das Armaturenoberteil (16) und die Einbauten (32) werden am Gehäuse (10) angebracht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem als Bearbeitungsschritt (B1-4) die zum Inneren
des Gehäuses (10) weisende Stirnseite des Anschlussrohres (8a,b) abgedreht oder abgeschliffen
wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem als Bearbeitungsschritt
(B1-4) eine den Dichtsitz (24a,b) bildende Panzerung (36) auf die Stirnseite des Anschlussrohres
(8a,b) aufgeschweißt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem als Bearbeitungsschritt
(B1-4) ein den Dichtsitz (24a,b) tragender Gehäusesitzring (114a,b) vom Anschlussrohr
(8a,b) getrennt oder an dieses angeschweißt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Spannvorrichtung (40)
soweit in das Anschlussrohr (8a,b) eingeführt wird, bis sie mit einem Anschlag (42)
an der zum Inneren des Gehäuses (10) weisenden Stirnseite des Anschlussrohres (8a,b)
anliegt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Spannvorrichtung (40)
so im Anschlussrohr (8a,b) befestigt wird, dass ein Referenzpunkt (57) der Spannvorrichtung
(40) auf der Mittellängsachse (52) des Anschlussrohres (8a,b) liegt.
7. Vorrichtung zur Bearbeitung eines am Ende (26) eines Anschlussrohres (8a,b) angeordneten
Dichtsitzes (24a,b) einer in einer Kraftwerks- oder Industrieanlage (2) montierten
Absperrarmatur (6),
- mit einer durch eine Gehäuseöffnung (14) der Absperrarmatur (6) in das oder ein
weiteres Anschlussrohr (8a,b) einbringbaren Spannvorrichtung (40), die ein Gegenlager
(56) und ein mit der Innenwand (50) des Anschlussrohres (8a,b) zusammenwirkendes Befestigungselement
(47) enthält, wobei Spannvorrichtung (40) bzw. Gegenlager (56) einen geometrisch exakt
ortsfixierten Referenzort in der Absperrarmatur (6) bilden,
- mit mindestens einer durch die Gehäuseöffnung (14) in das Gehäuse einbringbaren
Bearbeitungsmaschine (58) zur Durchführung eines Bearbeitungsschrittes (B1-4) am Dichtsitz
(24a,b), wobei die Bearbeitungsmaschine (58) ein Lager (64) aufweist, das im Gegenlager
(56) lagerbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, bei der das Befestigungselement (47) einen gegen die
Innenwand (50) des Anschlussrohres (8a,b) anfahrbaren Hydraulikzylinder (48) enthält.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 8, bei der die Spannvorrichtung (40) mindestens
zwei an der Innenseite (50) des Anschlussrohres (8a,b) anlegbare Messfühler (54) aufweist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, bei der das Gegenlager (56) eine fixierbare
Schnellspannaufnahme und/oder das Lager (64) ein Walzen- oder Kugelkopf ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, bei der das Gegenlager (56) fest derart
an der Spannvorrichtung (40) angeordnet ist, dass es durch eine Justierung der Spannvorrichtung
(40) im Anschlussrohr (8a,b) auf dessen Mittellängsachse (52) zentrierbar ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 11, bei der die Bearbeitungsmaschine (58)
einen im Montagezustand (M) aus der Gehäuseöffnung (14) ragenden starren, das Lager
(64) tragenden Grundträger (60) und einen bezüglich seiner Neigung zum Dichtsitz (24a,b)
an diesem fest angebrachten Bearbeitungskopf (68) aufweist, so dass eine Veränderung
des Neigungswinkels (α) des Bearbeitungskopfes (68) zu einer Mittenebene (90) der
Absperrarmatur (6) durch eine Verkippung des Grundträgers (60) im Gegenlager (56)
bewirkt ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, bei der die Bearbeitungsmaschine (58) eine Dreh- oder
Schleifmaschine ist, mit einem im Montagezustand (M) außerhalb des Gehäuses (10) liegenden
Antrieb (66), und einem vom Antrieb (66) zum einem Arbeitskopf (68) reichenden, den
Grundträger (60) bildenden Wellenarm (62), wobei der Bearbeitungskopf (68) ein um
eine Rotationsachse (74) rotierbares Dreh- (78) oder Schleifelement (112) umfasst
und die Rotationsachse (74) eine feste Relativlage zum Wellenarm (62) aufweist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, bei der das Dreh- (78) oder Schleifelement (112) nur
in Radial- (80) und Axialrichtung (82) bezüglich der Rotationsachse (74) zustellbar
ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 14, bei der die Bearbeitungsmaschine (58)
eine Schweißmaschine ist, mit einer im Montagezustand (M) außerhalb des Gehäuses (10)
liegenden Versorgungseinheit (98), und einem innerhalb des Gehäuses (10) liegenden,
das Lager (64) aufweisenden Grundträger (60), auf dem ein Schweißgutbehälter (100)
und ein um eine Rotationsachse (74) rotierbarer Schweißkopf (104) angeordnet sind.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, bei der die Schweißmaschine eine WIG-Orbitalschweißmaschine
ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 16, bei der die Bearbeitungsmaschine (58)
eine an der Gehäuseöffnung (14) befestigbare Halterung (70,95) umfasst.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, bei der die Halterung (70,95) im Montagezustand (M)
der Bearbeitungsmaschine (58) eine Veränderung und Fixierung der Lage der Bearbeitungsmaschine
(58) im Gegenlager (56) erlaubt.
1. Method for machining a sealing seat (24a, b), arranged at the end (26) of a connection
pipe (8a, b), of a shut-off valve (6) mounted in a power plant or industrial plant
(2), with the following steps:
a) the valve upper part (16) and the housing fittings (32) are removed from the housing
(10) of the shut-off valve (6), with the result that a housing orifice (14) is exposed,
b) a fixture (40) having a counterbearing (56) is introduced through the housing orifice
(14) into the or a further connection pipe (8a, b) and is fastened to the inner wall
(50) of the latter such that fixture (40) and counterbearing (56) constitute a reference
location in the shut-off valve (6) which is geometrically exactly positionally fixed,
c) a machine tool (58) having a bearing (64) is introduced through the housing orifice
(14) into the housing (10) and is mounted with its bearing (64) at the counterbearing
(56),
d) a machining step (B1-4) is carried out on the sealing seat (24a, b) by means of
the machine tool (58),
e) the machine tool (58) is released from the counterbearing (56) and removed through
the housing orifice (14),
f) if required, steps c) to e) are repeated with another or the same machine tool
(58),
g) the fixture (40) is released from the connection pipe (8a, b) and removed through
the housing orifice (14),
h) the valve upper part (16) and the fittings (32) are attached to the housing (10).
2. Method according to Claim 1, in which, as a machining step (B1-4), that end face of
the connection pipe (8a, b) which points toward the interior of the housing (10) is
lathe-turned off or ground down.
3. Method according to one of the preceding Claims, in which, as a machining step (B1-4),
an armoring (36) forming the sealing seat (24a, b) is welded onto the end face of
the connection pipe (8a, b).
4. Method according to one of the preceding Claims, in which, as a machining step (B1-4),
a housing seat ring (114a, b) carrying the sealing seat (24a, b) is separated from
the connection pipe (8a, b) or is welded to the latter.
5. Method according to one of the preceding Claims, in which the fixture (40) is introduced
into the connection pipe (8a, b) until it bears with an abutment (42) against that
end face of the connection pipe (8a, b) which points toward the interior of the housing
(10).
6. Method according to one of the preceding Claims, in which the fixture (40) is fastened
in the connection pipe (8a, b) such that a reference point (57) of the fixture (40)
lies on the longitudinal mid-axis (52) of the connection pipe (8a, b).
7. Device for machining a sealing seat (24a, b), arranged at the end (26) of a connection
pipe (8a, b), of a shut-off valve (6) mounted in a power plant or industrial plant
(2),
- with a fixture (40) which can be introduced through a housing orifice (14) of the
shut-off valve (6) into the or a further connection pipe (8a, b) and which contains
a counterbearing (56) and a fastening element (47) cooperating with the inner wall
(50) of the connection pipe (8a, b), wherein fixture (40) and counterbearing (56)
constitute a reference location in the shut-off valve (6) which is geometrically exactly
positionally fixed,
- with at least one machine tool (58), capable of being introduced through the housing
orifice (14) into the housing, for carrying out a machining step (B1-4) on the sealing
seat (24a, b), the machine tool (58) having a bearing (64) which can be mounted in
the counterbearing (56).
8. Device according to Claim 7, in which the fastening element (47) contains a hydraulic
cylinder (48) movable up against the inner wall (50) of the connection pipe (8a, b).
9. Device according to either one of Claims 7 and 8, in which the fixture (40) has at
least two measuring sensors (54) capable of being brought to bear against the inside
(50) of the connection pipe (8a, b).
10. Device according to one of Claims 7 to 9, in which the counterbearing (56) is a fixable
quick-action clamping holder and/or the bearing (64) is a roller head or ball head.
11. Device according to one of Claims 7 to 10, in which the counterbearing (56) is arranged
firmly on the fixture (40) in such a way that, by the fixture (40) being adjusted
in the connection pipe (8a, b), said counterbearing can be centered on the longitudinal
mid-axis (52) of the latter.
12. Device according to one of Claims 7 to 11, in which the machine tool (58) has a rigid
basic carrier (60) projecting in the mounted state (M) out of the housing orifice
(14) and carrying the bearing (64), and a machining head (68) firmly attached in terms
of its inclination with respect to the sealing seat (24a, b) to a said basic carrier,
so that a variation in the angle of inclination (α) of the machining head (68) with
respect to a mid-plane (90) of the shut-off valve (6) is brought about by tilting
the basic carrier (60) in the the counterbearing (56).
13. Device according to Claim 12, in which the machine tool (58) is a lathe or grinding
machine, with a drive (66) which in the mounted state (M) lies outside the housing
(10), and with a shaft arm (62) extending from the drive (66) to a working head (68)
and forming the basic carrier (60), the machining head (68) having a lathe-turning
(78) or grinding (112) element rotatable about an axis of rotation (74), and the axis
of rotation (74) having a fixed relative position with respect to the shaft arm (62).
14. Device according to Claim 13, in which the lathe-turning (78) or grinding (112) element
can be fed only in the radial direction (80) and axial direction (82) with respect
to the axis of rotation (74).
15. Device according to one of Claims 7 to 14, in which the machine tool (58) is a welding
machine, with a supply unit (98) which lies in the mounted state (M) outside the housing
(10), and with a basic carrier (60) which lies inside the housing (10) and has the
bearing (64) and on which are arranged a welding material container (100) and a welding
head (104) rotatable about an axis of rotation (74).
16. Device according to Claim 15, in which the welding machine is a TIG orbital welding
machine.
17. Device according to one of Claims 7 to 16, in which the machine tool (58) comprises
a mount (70, 95) fastenable to the housing orifice (14).
18. Device according to Claim 17, in which the mount (70, 95) makes it possible, in the
mounted state (M) of the machine tool (58), to vary and fix the position of the machine
tool (58) in the counterbearing (56).
1. Procédé pour l'usinage d'un siège d'étanchéité (24a,b) disposé à l'extrémité (26)
d'un tube de raccordement (8a,b) d'un robinet d'arrêt (6) monté dans une centrale
ou une installation industrielle (2), comprenant les étapes suivantes :
a) la partie supérieure de robinet (16) et les éléments encastrés dans le boîtier
(32) sont enlevés du boîtier (10) du robinet d'arrêt (6), ce qui libère une ouverture
de boîtier (14),
b) un dispositif de serrage (40) présentant un contre-palier (56) est introduit à
travers l'ouverture de boîtier (14) dans le tube de raccordement ou dans un tube de
raccordement supplémentaire (8a,b), et est fixé au niveau de sa paroi intérieure (50)
de telle sorte que le dispositif de serrage (40) ou le contre-palier (56) forment
dans le robinet d'arrêt (6) un lieu de référence fixé en position géométrique exacte,
c) une machine d'usinage (58) présentant un palier (64) est introduite à travers l'ouverture
de boîtier (14) dans le boîtier (10) et est supportée avec son palier (64) sur le
contre-palier (56),
d) une étape d'usinage (B1-4) est effectuée avec la machine d'usinage (58) sur le
siège d'étanchéité (24a,b),
e) la machine d'usinage (58) est séparée du contre-palier (56) et est enlevée à travers
l'ouverture de boîtier (14),
f) au besoin, les étapes c) à e) sont répétées avec une autre ou la même machine d'usinage
(58),
g) le dispositif de serrage (40) est séparé du tube de raccordement (8a,b) et est
enlevé à travers l'ouverture de boîtier (14),
h) la partie supérieure de robinet (16) et les éléments encastrés (32) sont montés
sur le boîtier (10).
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel, en tant qu'étape d'usinage (B1-4),
le côté frontal du tube de raccordement (8a,b) tourné vers l'intérieur du boîtier
(10) est enlevé par torsion ou par ponçage.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel, en tant
qu'étape d'usinage (B1-4), un blindage (36) formant le siège d'étanchéité (24a,b)
est soudé sur le côté frontal du tube de raccordement (8a,b).
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel, en tant
qu'étape d'usinage (B1-4), une bague de siège de boîtier (114a,b) portant le siège
d'étanchéité (24a,b) est séparée du tube de raccordement (8a,b) ou est soudée à celui-ci.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel le dispositif
de serrage (40) est introduit dans le tube de raccordement (8a,b) jusqu'à ce qu'il
vienne s'appliquer avec une butée (42) contre le côté frontal du tube de raccordement
(8a,b) tourné vers l'intérieur du boîtier (10).
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel le dispositif
de serrage (40) est fixé dans le tube de raccordement (8a,b) de telle sorte qu'un
point de référence (57) du dispositif de serrage (40) soit situé sur l'axe longitudinal
médian (52) du tube de raccordement (8a,b).
7. Dispositif pour l'usinage d'un siège d'étanchéité (24a,b) disposé à l'extrémité (26)
d'un tube de raccordement (8a,b) d'un robinet d'arrêt (6) monté dans une centrale
ou une installation industrielle (2),
- comprenant un dispositif de serrage (40) pouvant être introduit à travers une ouverture
de boîtier (14) du robinet d'arrêt (6) dans le tube de raccordement ou dans un tube
de raccordement supplémentaire (8a,b), lequel dispositif de serrage contient un contre-palier
(56) et un élément de fixation (47) coopérant avec la paroi interne (50) du tube de
raccordement (8a,b), le dispositif de serrage (40) ou le contre-palier (56) formant
un lieu de référence fixé en position géométrique exacte dans le robinet d'arrêt (6),
- comprenant au moins une machine d'usinage (58) pouvant être introduite à travers
l'ouverture de boîtier (14) dans le boîtier pour mettre en oeuvre une étape d'usinage
(B1-4) sur le siège d'étanchéité (24a,b), la machine d'usinage (58) présentant un
palier (64) qui peut être supporté dans le contre-palier (56).
8. Dispositif selon la revendication 7, dans lequel l'élément de fixation (47) contient
un cylindre hydraulique (48) pouvant être approché contre la paroi intérieure (50)
du tube de raccordement (8a,b).
9. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 7 à 8, dans lequel le dispositif
de serrage (40) présente au moins deux palpeurs de mesure (54) pouvant être appliqués
au niveau du côté intérieur (50) du tube de raccordement (8a,b).
10. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 7 à 9, dans lequel le contre-palier
(56) est un logement à serrage rapide fixable et/ou le palier (64) est une tête de
rouleau ou une tête sphérique.
11. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 7 à 10, dans lequel le contre-palier
(56) est disposé fixement sur le dispositif de serrage (40), de telle sorte qu'il
puisse être centré par un ajustement du dispositif de serrage (40) dans le tube de
raccordement (8a,b) sur son axe longitudinal médian (52).
12. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 7 à 11, dans lequel la machine
d'usinage (58) présente un support de base (60) rigide, faisant saillie hors de l'ouverture
de boîtier (14) dans l'état monté (M), portant le palier (64), et une tête d'usinage
(68) montée fixement sur celui-ci, par rapport à son inclinaison vers le siège d'étanchéité
(24a,b), de telle sorte qu'une variation de l'angle d'inclinaison (α) de la tête d'usinage
(68) par rapport à un plan médian (90) du robinet d'arrêt (6) soit provoquée par un
basculement du support de base (60) dans le contre-palier (56).
13. Dispositif selon la revendication 12, dans lequel la machine d'usinage (58) est une
machine de tournage ou de meulage, avec un entraînement (66) situé à l'extérieur du
boîtier (10) dans l'état monté (M), et avec un bras d'arbre (62) s'étendant depuis
l'entraînement (66) jusqu'à une tête de travail (68), formant le support de base (60),
la tête d'usinage (68) comprenant un élément de tournage (78) ou de meulage (112)
pouvant tourner autour d'un axe de rotation (74) et l'axe de rotation (74) présentant
une position relative fixe par rapport au bras d'arbre (62).
14. Dispositif selon la revendication 13, dans lequel l'élément de tournage (78) ou de
meulage (112) peut être avancé seulement dans la direction radiale (80) et axiale
(82) par rapport à l'axe de rotation (74).
15. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 7 à 14, dans lequel la machine
d'usinage (58) est une machine de soudage avec une unité d'alimentation (98) située
dans l'état monté (M) à l'extérieur du boîtier (10), et un support de base (60) situé
à l'intérieur du boîtier (10), présentant le palier (64), sur lequel sont disposés
un récipient pour la soudure (100) et une tête de soudage (104) pouvant tourner autour
d'un axe de rotation (74).
16. Dispositif selon la revendication 15, dans lequel la machine de soudage est une machine
de soudage orbital MIG.
17. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 7 à 16, dans lequel la machine
d'usinage (58) comprend une fixation (70, 95) pouvant être fixée à l'ouverture de
boîtier (14).
18. Dispositif selon la revendication 17, dans lequel la fixation (70, 95), dans l'état
monté (M) de la machine d'usinage (58), permet une variation et une fixation de la
position de la machine d'usinage (58) dans le contre-palier (56).