[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Aufzug nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Die in Gebäuden eingesetzten Aufzüge umfassen häufig eine Kabine und ein Gegengewicht,
die über eine Seilverbindung miteinander verbunden sind, sowie einen Antrieb. Die
Seilverbindung ist den Bedürfnissen entsprechend ausgelegt. Vorzugsweise wird das
Seil bzw. Stahlseil über mindestens eine Umlenkrolle geführt, welche über der obersten
Position der Kabine befestigt ist. Vom Antrieb wird das Seil in Bewegung versetzt,
wobei die Bewegungen von Gegengewicht und Kabine gegenläufig erfolgen. Eine Steuerung
und ein Antriebsmotor ermöglichen die gewünschten Bewegungen der Kabine.
[0003] Aus der
EP 0 631 967 A2 ist eine Lösung bekannt, bei welcher ein Antrieb mit einer Treibscheibe am oberen
Endbereich des Aufzugsschachtes angeordnet ist. Die Treibscheibe bildet die Umlenkrolle
zwischen den beiden Seil-Schlaufen. Der Treibscheiben-Durchmesser ist gross und die
Führungen im Schacht erstrecken sich nur bis zu einer Höhe unterhalb der Treibscheibe,
so dass das Gegengewicht und die Kabine nur unterhalb der Treibscheibe bewegt werden
können.
[0004] Die
EP 1 305 249 B1 beschreibt eine Treibscheiben-Antriebsmaschine, die zusammen mit der Betriebselektronik
an der Kabine angeordnet ist. Die beschriebenen Ausführungen umfassen einen Synchronmotor
mit Planetengetriebe und Treibscheibe gemäss der
DE 197 39 899 A1. Solche Antriebsmotoren erzeugen in der Kabine unerwünschte Geräusche.
[0005] Aus der
EP 1 882 668 A1 ist eine Lösung mit einem kompakten Antrieb im Gegengewicht bekannt. Die Antriebsspeisung
und Steuerung muss über flexible Leitungen erfolgen, was einen erhöhten Verbindungsaufwand
bedingt.
[0006] Bei Antrieben, die mit einer Triebscheibe oder einer Aussenläuferhülse ein Stahlseil
antreiben, muss der Seildurchmesser an den Durchmesser des antreibenden Elementes
angepasst werden. Bei einem kleinen Durchmesser des antreibenden Elementes muss ein
Stahlseil mit kleinem Durchmesser verwendet werden. Gegebenenfalls werden zwei oder
mehr Stahlseile parallel angeordnet.
[0007] Die
EP 1 106 559 B1 beschreibt einen Antrieb im Gegengewicht, bei dem der Motor über eine Antriebsrolle
reibungsschlüssig auf ein ortsfestes Führungsprofil wirkt. Aufgrund des kleinen Durchmessers
der Antriebsrolle benötig der Antrieb keinen besonders grossen Bereich des Aufzugsschachtes.
Es hat sich aber gezeigt, dass eine reibungsschlüssige Kraftübertragung von der Antriebsrolle
auf das Führungsprofil bereits aufgrund des Reibungsverlustes problematisch ist. Zudem
erhält die Antriebsrolle durch die langen Stillstandzeiten und die grosse Anpresskraft
eine Unwucht und damit eine unerwünschte Laufunruhe. Von der Antriebsrolle werden
unerwünschte Geräusche auf die Führungen des Gegengewichtes und damit auf den Schacht
übertragen. Der Motor wird von einer Batterie beim Gegengewicht gespeist. Um die Batterie
zu laden, wird das Gegengewicht in eine Ladeposition bewegt, bei der ein am Schacht
angeordnetes Transformerteil und ein am Gegengewicht angeordnetes Transformerteil
zusammenwirken und dabei eine Stromübertragung ermöglichen. Über einen Gleichrichter
wird die Batterie geladen. Die wiederholte Positionierung des Gegengewichtes bei der
Ladeposition schränkt die jederzeit umgehende Benützung des Aufzuges ein.
[0008] US 5 086 881 beschreibt einen Aufzug dessen Gegengewicht durch einen Linearmotor angetrieben wird.
Der Linearmotor besteht aus einem fixen, langen Teil, der sich entlang der Bewegungsrichtung
des Gegengewichts erstreckt und einem entlang der Bewegungsrichtung des Gegengewichts
beweglichen kurzen Teil, der mit dem Gegengewicht verbunden ist und mit dem langen
Teil zusammenwirkt. Der fixe, lange Teil des Linearmotors erstreckt sich entlang der
gesamten Schachtlänge. Die Verbindung zwischen Kabine und Gegengewicht verläuft über
zwei unabhängige Seile, die bei einer unsymmetrischen Belastung zum Verkanten der
Kabine und/oder des beweglichen Teils des Linearmotors neigen.
[0009] US 7 404 468 B2 offenbart eine mittels eines Antriebs direkt angetriebene Aufzugskabine, bei der
durch Drehung einer Spindel, die Kabine bewegt wird. Hier besteht die Antriebsvorrichtung
aus einem sich entlang der Bewegungsrichtung der Kabine erstreckenden, langen Teil,
nämlich einer Spindel und einem mit der Spindel zusammenwirkenden, kurzen Teil, nämlich
einer Spindelmutter. Die Spindelmutter ist einerseits mit der Kabine verbunden und
andererseits so auf der Spindel angeordnet, dass eine Drehung der Spindel um ihre
Achse zu einer Bewegung der Spindelmutter entlang der Spindelachse führt. Die Spindel
und die Spindelmutter wirken also betrieblich bzw. kraftwirksam zusammen. Für Notbefreiungen
ist in der dargestellten Ausführung bei fixierter Spindel die Spindelmutter drehbar,
was ebenfalls zu einer Bewegung der Spindelmutter entlang der Spindelachse führt.
Für einen solchen Antrieb der Kabine mit einer drehbaren Spindel muss sich die Spindel
über die gesamte Schachthöhe erstrecken, was mit einem grossen Material- und Montageaufwand
für die Spindel verbunden ist. Höhere Kabinengeschwindigkeiten sind nur schwer zu
erreichen.
[0010] Der Erfindung liegt nun die allgemeine Aufgabe zugrunde, einen Aufzug zu finden,
welcher die Nachteile des Standes der Technik vermeidet.
[0011] Die allgemeine Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Die abhängigen
Ansprüche beschreiben alternative bzw. vorteilhafte Ausführungsvarianten.
[0012] Ein erfindungsgemässer Aufzug für einen Schacht umfasst eine Kabine und ein Gegengewicht,
wobei Kabine und Gegengewicht mit einer Seilverbindung miteinander verbunden sind,
so dass die Kabine über eine Schachtlänge verfahrbar ist. Die Seilverbindung verläuft
über mindestens eine Umlenkrolle und das Gegengewicht wird durch eine Antriebsvorrichtung
mit einem sich entlang einer Bewegungsrichtung des Gegengewichts erstreckenden langen
Antriebsteil und einem mit dem langen Antriebsteil zusammenwirkenden kurzen Antriebsteil
angetrieben, wobei die Position des kurzen Antriebsteil am langen Antriebsteils verstellbar
ist und einer der beiden Teile am Gegengewicht sowie der andere ortsfest am Schacht
angeordnet ist. Die Relativbewegung zwischen dem kurzen Antriebsteil und dem langen
Antriebsteil führt zu einer Bewegung des Gegengewichts im Aufzugsschacht. Über die
Seilverbindung erzielt die Bewegung des Gegengewichts eine gewünschte Kabinenbewegung.
Die Seilverbindung umfasst ein Seil, das an einem ersten Ende ortsfest oder am Gegengewicht
und an einem zweiten Ende ortsfest oder an der Kabine angeordnet ist. Zum Halten des
Gegengewichts umfasst das Seil mindestens zwei nach unten führende Gegengewichts-Seilabschnitte
und zum Halten der Kabine umfasst das Seil mindestens einen Kabinen-Seilabschnitt.
Zwischen aneinander anschliessenden Seilabschnitten ist das Seil oben jeweils über
ortsfeste Umlenkrollen und unten über Umlenkrollen am Gegengewicht bzw. an der Kabine
geführt. Die Anzahl der Gegengewichts-Seilabschnitte ist grösser als die Anzahl der
Kabinen-Seilabschnitte und der lange Antriebsteil erstreckt sich im Wesentlichen maximal
über zwei Drittel der Schachtlänge bzw. Schachthöhe. Weil die Anzahl der Gegengewichts-Seilabschnitte
grösser ist als die Anzahl der Kabinen-Seilabschnitte, kann mit einer Bewegung des
Gegengewichts über einen Teil der Schachtlänge die Kabine über die gesamte Schachtlänge
bewegt werden.
[0013] Die ortsfesten Umlenkrollen sind am oberen Schachtende oberhalb der Kabine bzw. oberhalb
des Gegengewichts angeordnet. Die Kabine und das Gegengewicht bewegen sich gegenläufig.
Weil die Anzahl der Gegengewichts-Seilabschnitte grösser ist als die Anzahl der Kabinen-Seilabschnitte,
entspricht einer bestimmten Bewegungslänge des Gegengewichts eine grössere Bewegungslänge
der Kabine. Wenn beispielsweise drei Gegengewichts-Seilabschnitte und zwei Kabinen-Seilabschnitte
vorgesehen sind, so ist eine Bewegung der Kabine über die gesamte Schachthöhe mit
einer Bewegung des Gegengewichts über lediglich 2/3 der Schachthöhe verbunden. Entsprechend
genügt ein langer Antriebsteil, der sich im Wesentlichen maximal über 2/3 der Schachtlänge
bzw. Schachthöhe erstreckt.
[0014] Wenn vier Gegengewichts-Seilabschnitte sowie zwei Kabinen-Seilabschnitte vorgesehen
sind und beide Seilenden oben ortsfest befestigt sind, so ist das Gegengewicht in
einer Flaschenzug Seilanordnung mit zwei Schlaufen und die Kabine in einer Seilschlaufe
gehalten. Eine Bewegung der Kabine über die gesamte Schachthöhe ist mit einer Bewegung
des Gegengewichts über lediglich die halbe Schachthöhe verbunden. Entsprechend genügt
ein langer Antriebsteil, der sich im Wesentlichen maximal über die halbe Schachtlänge
bzw. Schachthöhe erstreckt.
[0015] Weil die Anzahl der Gegengewichts-Seilabschnitte grösser ist als die Anzahl der Kabinen-Seilabschnitte,
entspricht einer bestimmten Bewegungslänge des Gegengewichts eine grössere Bewegungslänge
der Kabine. Wenn nun das Gegengewicht mit einer ersten Geschwindigkeit über die kleinere
Bewegungslänge bewegt wird, so bewegt sich die Kabine mit einer grösseren Geschwindigkeit
über die grössere Bewegungslänge. Es kann also auch bei einer relativ kleinen Bewegungsgeschwindigkeit
des Gegengewichts eine genügend grosse Geschwindigkeit der Kabine erzielt werden.
Im Falle von zwei Seilschlaufen beim Gegengewicht und einer bei der Kabine, ergibt
sich die doppelte Geschwindigkeit der Kabine verglichen mit der Geschwindigkeit des
Gegengewichts. Mit einer genauen Steuerung des Antriebs wird gewährleistet, dass die
Kabine punktgenau stehenbleibt und auch nicht ruckartig startet oder stoppt. Mit Gewindespindeln,
Zahnstangen und Linearantrieben kann die gewünschte Genauigkeit und Geschwindigkeit
erzielt werden. Zudem kann mit der Wahl der Anzahl Seilabschnitte für das Gegengewicht
und für die Kabine auch das Übersetzungsverhältnis jeweils optimal eingestellt werden.
[0016] Auch wenn durch die grössere Anzahl von Seilabschnitten beim Gegengewicht als bei
der Kabine die zum Antrieben benötigte Kraft erhöht wird, hat dies eine untergeordnete
Bedeutung, weil für die effektive Antriebskraft nur die Differenz der Gewichte von
Kabine und Gegengewicht eine Rolle spielt und daher im Wesentlichen nur das Gewicht
der Beladung in der Kabine berücksichtig werden muss.
[0017] Weil die Antriebskraft nicht reibschlüssig auf das Seil übertragen wird, ist die
Beanspruchung des Seils wesentlich kleiner als bei Treibscheibenantrieben. Der Antriebsmotor
kann schachtseitig oder am Gegengewicht angeordnet werden, wobei jeweils problemlos
eine platzsparende und servicefreundliche Anordnung gefunden werden kann.
[0018] Mit der neuen Lösung wird ein laufruhiger und energiesparender Aufzug bereitgestellt,
der den Fahrkomfort der Fahrgäste erhöht sowie wirtschaftliche Vorteile bringt.
[0019] In einer Gruppe von bevorzugten Ausführungsformen ist der lange Antriebsteil ortsfest
am Schacht angeordnet und der kurze Antriebsteil am Gegengewicht. Es gibt aber ebenfalls
eine weitere Gruppe von bevorzugten Ausführungsformen bei denen der lange Antriebsteil
am Gegengewicht und der kurze Antriebsteil ortsfest am Schacht angeordnet ist.
[0020] Besonders bevorzugt sind Ausführungsformen bei denen der lange Antriebsteil eine
Gewindespindel und der kurze Antriebsteil eine auf der Gewindespindel angeordnete
Spindelmutter ist. Die Antriebsvorrichtung umfasst dann einen Antriebsmotor, der die
Gewindespindel oder die Spindelmutter um die Spindelachse in Drehung versetzbar macht.
Dabei verschiebt sich die relative Lage der Spindelmutter auf der Gewindespindel.
Weil die Spindelmutter oder gegebenenfalls die Gewindespindel am Gegengewicht und
entsprechend die Gewindespindel bzw. die Spindelmutter ortsfest angeordnet ist, führt
die Relativbewegung von Spindelmutter und Gewindespindel zu einer Bewegung des Gegengewichts
im Aufzugsschacht. Eine ortsfeste Anordnung der Gewindespindel bzw. der Spindelmutter
bedeutet, dass das jeweilige ortsfeste Element in Richtung der Schachtlänge bzw. Schachthöhe
an der gleichen Stelle bleibt. Eine ortsfeste Spindel kann um Ihre Längsachse drehbar
gelagert bzw. um diese Achse antreibbar sein. Eine ortsfeste Spindelmutter kann um
ihre Gewindeachse drehbar gelagert bzw. um diese Achse antreibbar sein.
[0021] Bei Ausführungsvarianten mit einem am Aufzugsschacht angeordneten Antriebsmotor kann
dieser eine ortsfeste Gewindespindel oder eine ortsfeste Spindelmutter um die Spindelachse
drehen, so dass sich die am Gegengewicht befestigte Spindelmutter bzw. Gewindespindel
mit dem Gegengewicht im Aufzugschacht bewegt.
[0022] Bei Ausführungsvarianten mit einem am Gegengewicht angeordneten Antriebsmotor kann
dieser eine am Gegengewicht drehbar angeordnete Gewindespindel oder Spindelmutter
um die Spindelachse drehen, so dass sich das drehende Teil im Eingriff mit einer am
Aufzugsschacht befestigten ortsfesten Spindelmutter bzw. Gewindespindel im Aufzugschacht
bewegt und dies zusammen mit dem Gegengewicht.
[0023] Es ist auch möglich, dass der lange Antriebsteil eine Zahnstange und der kurze Antriebsteil
ein in die Zahnstange eingreifendes Zahnrad ist, welches von einem Antriebsmotor in
Drehung versetzbar ist. Dabei verschiebt sich die relative Lage des Zahnrad auf der
Zahnstange. Weil das Zahnrad oder gegebenenfalls die Zahnstange am Gegengewicht und
entsprechend die Zahnstange bzw. das Zahnrad ortsfest angeordnet ist, führt die Relativbewegung
von Zahnrad und Zahnstange zu einer Bewegung des Gegengewichts im Aufzugsschacht.
Über das Seil führt die Bewegung des Gegengewichts zur Kabinenbewegung. Bei den Lösungen
mit Zahnstangen ist der Antriebsmotor jeweils beim Zahnrad angeordnet, also entweder
am Gegengewicht oder am Aufzugschacht.
[0024] Bei einer weiteren Gruppe von Ausführungsformen ist der lange Antriebsteil eine Permanentmagnetabfolge
und der kurze Antriebsteil eine mit der Permanentmagnetabfolge zusammenwirkende Elektromagnetanordnung
eines Linearmotors. Vorzugsweise wird die Permanentmagnetabfolge ortsfest am Schacht
und die Elektromagnetanordnung am Gegengewicht angeordnet. Gegebenenfalls werden sie
aber auch gerade umgekehrt angeordnet. Ein solcher Linearmotor kann eine Bewegung
des Gegengewichts im Aufzugsschacht antreiben. Über das Seil führt die Bewegung des
Gegengewichts zur Kabinenbewegung.
[0025] Die Zeichnungen erläutern den erfindungsgemässen Aufzug anhand von Ausführungsbeispielen.
Dabei zeigen
- Fig. 1
- einen Vertikalschnitt (A-A gemäss Fig. 2) eines Aufzugs mit der Kabine, dem Gegengewicht
und der Seilführung,
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf eine Kabine in einem Aufzugsschacht,
- Fig. 3 bis 6
- schematische Darstellungen möglicher Seilanordungen, und
- Fig. 7 und 8
- schematische Darstellungen von Aufzügen mit Gewindespindel und Spin-delmutter.
[0026] Fig. 1 zeigt einen Aufzugsschacht 1 mit Zugangstüren 2 und einem Aufzug 3. Der Aufzug
3 umfasst eine Kabine 4 mit Kabinenwänden 4a und zumindest einer Kabinentür 4b an
einer Frontseite. Zum Führen der Kabinenbewegung sind am Aufzugsschacht 1 zwei erste
Führungsprofile 5 angeordnet. An den ersten Führungsprofilen 5 sind Führungsschuhe
6 der Kabine 4 geführt.
[0027] Ein Gegengewicht 7 ist an zweiten Führungsprofilen 8 in Schachtrichtung bewegbar
geführt. Das Gegengewicht 7 reduziert die für die Kabinenbewegung nötige Antriebskraft
und wird durch eine Antriebsvorrichtung 9 angetrieben. Die Antriebsvorrichtung 9 umfasst
einen sich entlang einer Bewegungsrichtung des Gegengewichts 7 erstreckenden langen
Antriebsteil 10 und einen mit dem langen Antriebsteil 10 zusammenwirkenden kurzen
Antriebsteil 11, wobei die Position des kurzen Antriebsteil 11 am langen Antriebsteil
10 verstellbar ist und einer der beiden Teile am Gegengewicht 7 sowie der andere ortsfest
am Schacht angeordnet ist. In der dargestellten Ausführungsform ist der lange Antriebsteil
11 eine parallel zu den zweiten Führungsprofilen angeordnete Gewindespindel die von
einem ortsfesten, bzw. am Aufzugschacht 1 angeordneten Antriebsmotor 12 um ihre Achse
in Drehung versetzbar ist. Der kurze Antriebsteil 11 ist eine Spindelmutter, die am
Gegengewicht 7 angeordnet ist und in die Gewindespindel eingreift, so dass sie von
der drehenden Gewindespindel zusammen mit dem Gegengewicht bewegbar ist.
[0028] Um ausgehend von der Bewegung des Gegengewichts 7 die gewünschte Bewegung der Kabine
4 zu erzielen, wird ein Seil 13 mit beiden Enden am oberen Ende des Aufzugsschachtes
1 befestigt, wobei in der Figur nur eine der beiden Befestigungen - nämlich über dem
Gegengewicht 7 - dargestellt ist. Ausgehend von der Befestigung über dem Gegengewicht
7 bildet das Seil 13 beim Gegengewicht 7 zwei Schlaufen, in dem das Seil 13 um zwei
Gegengewichts-Umlenkrollen 14 a am Gegengewicht 7 sowie dazwischen und danach um eine
ortsfeste obere Umlenkrolle 14b geführt ist. Anschliessend ist das Seil in einer Schlaufe
zur Kabine und dann zur zweiten Befestigung am oberen Ende des Aufzugsschachtes 1
geführt. Bei der Kabine 7 ist das Seil 13 um zwei Kabinen-Umlenkrollen 14c geführt.
Die beiden Schlaufen des Gegengewichtes 7 bilden im Zusammenwirken mit der einen Schlaufe
der Kabine 4 eine Flaschenzuganordnung, so dass sich das Gegengewicht 7 nur über die
Hälfte der Schachthöhe bewegt, während sich die Kabine über die gesamte Schachthöhe
bewegt. Für den nötigen Bewegungsbereich des Gegengewichtes 7 genügt es, wenn sich
die Gewindespindel (langer Antriebsteil 10) über die halbe Schachthöhe erstreckt,
so dass bei einer vom unteren Schachtende ausgehenden Gewindespindel (langer Antriebsteil
10) ihr oberes Ende 10a im Bereich der halben Schachthöhe liegt.
[0029] Die Figuren 3 bis 6 zeigen Ausführungsformen mit verschiedenen Varianten von Seilführungen.
In den Fig. 3 und 6 ist das erste Seilende ortsfest und in den Fig. 4 und 5 ist es
am Gegengewicht G befestigt. Das zweite Seilende ist in den Fig. 4 und 6 ortsfest
und in den Fig. 3 und 5 an der Kabine K befestigt. Zum Halten des Gegengewichts G
umfasst das Seil 13 immer mindestens zwei nach unten führende Gegengewichts-Seilabschnitte
G1, G2, G3, G4, wobei in der Fig. 3 zwei, in den Fig. 4 und 5 drei und in der Fig.
6 vier Gegengewichts-Seilabschnitte eingesetzt sind. Zum Halten der Kabine umfasst
das Seil 13 mindestens einen Kabinen-Seilabschnitt K1, K2, wobei die Fig. 3 und 5
ein und die Fig. 4 und 6 zwei Kabinen-Seilabschnitte zeigen. Zwischen aneinander anschliessenden
Seilabschnitten ist das Seil 13 oben jeweils über ortsfeste Umlenkrollen 14b geführt.
Am Gegengewicht G sind Gegengewichts-Umlenkrollen 14 a und an der Kabine K Kabinen-Umlenkrollen
14c angeordnet.
[0030] Die Anzahl der Gegengewichts-Seilabschnitte G1, G2, G3, G4 ist immer grösser als
die Anzahl der Kabinen-Seilabschnitte K1, K2. Darum kann mit einer Bewegung des Gegengewichts
G über einen Teil der Schachtlänge die Kabine K über die gesamte Schachtlänge bewegt
werden. Die Bruchzahl aus der Anzahl der Kabinen-Seilabschnitte dividiert durch die
Anzahl der Gegengewichts-Seilabschnitte entspricht dem Anteil des Gegengewichtsweges
am Weg der Kabine. Bei der Anordnung gemäss Fig. 4 ist diese Bruchzahl 2/3, so dass
das Gegengewicht über 2/3 des maximalen Kabinenwegs bewegbar sein muss. Der lange
Antriebsteil muss sich somit im Wesentlichen über zwei Drittel der Schachtlänge bzw.
Schachthöhe erstrecken. Bei den Anordnungen gemäss den Fig. 3 und 6 ist diese Bruchzahl
1/2 (bzw. 2/4), so dass sich also das Gegengewicht über 1/2 des maximalen Kabinenwegs
bewegen muss. Der lange Antriebsteil muss sich somit im Wesentlichen lediglich über
die Hälfte der Schachthöhe erstrecken. Bei der Anordnung gemäss Fig. 5 ist diese Bruchzahl
1/3, so dass sich das Gegengewicht über 1/3 des maximalen Kabinenwegs bewegen muss.
Der lange Antriebsteil muss sich somit im Wesentlichen nur über ein Drittel der Schachthöhe
erstrecken.
[0031] Es versteht sich von selbst, dass alle Anordnungen mit ganzzahligen Verhältnissen
möglich sind, wobei Verhältnisse, die grösser als 2/3 sind, zu einem unerwünscht grossen
langen Antriebsteil führen. Besonders vorteilhaft sind Lösungen mit Verhältnissen
von ½ und kleiner, so dass das Gegengewicht im Vergleich zur Kabine maximal über die
halbe Schachthöhe bewegt werden muss.
[0032] Mögliche Anordnungen des langen und des kurzen Antriebsteils werden anhand der Fig.
7 und 8 beschrieben. Der Aufzugschacht bzw. die Schachthöhe wird mit den oberen und
unteren Schachtenden 15 angezeigt. Die Kabinenpositionen werden für die Kabinen-Umlenkrollen
14c dargestellt, wobei KP1 die aktuell dargestellte, KPo die oberste und KPu die unterste
Kabinenposition ist.
[0033] In der Fig. 7 sind die Gegengewichtspositionen für das untere Ende des Gegengewichts
G dargestellt, wobei GP1 die aktuell dargestellte, GPo die oberste und GPu die unterste
Gegengewichtsposition ist. Am unteren Ende des Gegengewichts G ist als kurzer Antriebsteil
11 eine Spindelmutter angeordnet, die mit der vom Antriebsmotor 12 drehbaren Gewindespindel
(langer Antriebsteil 10) zusammenwirkt. Durch entsprechendes Drehen der Gewindespindel
kann die Spindelmutter, bzw. das Gegengewicht von der aktuellen Position GP1 zur obersten
oder untersten Postion GPo, GPu bewegt werden. Es versteht sich von selbst, dass der
lange Antriebsteil 10 an verschiedenen Positionen im Aufzugsschacht angeordnet werden
kann, beispielsweise im unteren, oberen oder mittleren Bereich. Der Antriebsmotor
12 kann am unteren oder oberen Ende des langen Antriebsteils 10 angeordnet werden.
Das Gegengewicht und die Seilanordnung wird so gewählt, dass das Gegengewicht G für
die maximale Kabinenbewegung über den Bereich mit dem langen Antriebsteil 10 zu bewegen
ist.
[0034] In der Fig. 8 ist eine Lösung dargestellt, bei der die Gewindespindel bzw. das lange
Antriebsteil 10 am Gegengewicht G befestigt ist und die Gewindespindel bzw. das kurze
Antriebsteil vom ortsfesten Antriebsmotor 12 in Drehung versetzbar ist. Um das Gegengewicht
in die oberste Position zu bewegen, wird die Gewindespindel von der Spindelmutter
um die Länge Lo nach oben bewegt. Um das Gegengewicht in die unterste Position zu
bewegen, wird die Gewindespindel von der Spindelmutter um die Länge Lu nach oben bewegt.
Es versteht sich von selbst, dass die Gewindespindel so am Gegengewicht angeordnet
werden muss, dass das Gegengewicht G über den Bereich bewegt werden kann, der für
die maximale Kabinenbewegung nötig ist.
[0035] Wenn ausgehend von Fig. 7 kann auch eine Ausführung mit dem Antriebsmotor 12 am Gegengewicht
G geplant werden. Der Antriebsmotor 12 wird dann die Spindelmutter (kurzer Antriebsteil
11) antreiben und die Gewindespindel (langer Antriebsteil 10) wird ortsfest am Aufzugschacht
montiert. Bei einer solchen Lösung trägt das Gewicht des Antriebsmotors 12 zum Gewicht
des Gegengewichts G bei und es gibt keine feste Schallbrücke vom Motor zum Aufzugschacht.
Weil sich das Gegengewicht nur über eine kurze Strecke bewegt, ist die variable Kabelführung
einfach zu bewerkstelligen.
[0036] Bei der Verwendung eines elektrischen Linearmotors wird beispielsweise ausgehend
von Fig. 7 der kurze Antriebsteil 11 als Elektromagnetanordnung am Gegengewicht und
der lange Antriebsteil 10 ortsfest ausgebildet. Es versteht sich von selbst, dass
auch analog zu Fig. 8 eine Lösung mit elektrischem Linearmotor möglich ist. Dabei
wird anstelle des Antriebsmotors 12 und der Spindelmutter die Elektromagnetanordnung
ortsfest und die Permanentmagnetabfolge am Gegengewicht angeordnet. Analog zu den
Lösungen mit elektrischen Linearmotoren können auch Lösungen mit Zahnstange und Zahnrad
aufgebaut werden, wobei die Zahnstange die Permanentmagnetabfolge und das Zahnrad
die Elektromagnetanordnung ersetzt.
1. Aufzug für einen Schacht (1) mit einer Kabine (4, K) und einem Gegengewicht (7, G),
wobei Kabine (4, K) und Gegengewicht (7, G) mit einer Seilverbindung miteinander verbunden
sind, die Kabine (4, K) über eine Schachtlänge verfahrbar ist, die Seilverbindung
über mindestens eine Umlenkrolle verläuft und das Gegengewicht (7, G) durch eine Antriebsvorrichtung
mit einem sich entlang einer Bewegungsrichtung des Gegengewichts erstreckenden langen
Antriebsteil (10) und einem mit dem langen Antriebsteil (10) zusammenwirkenden kurzen
Antriebsteil (11), angetrieben ist, wobei die Position des kurzen Antriebsteils (11)
am langen Antriebsteil (10) verstellbar ist und einer der beiden Teile (10, 11) am
Gegengewicht (7, G) sowie der andere ortsfest am Schacht (1) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Seilverbindung ein Seil (13) umfasst, das an einem ersten Ende ortsfest oder
am Gegengewicht (7, G) und an einem zweiten Ende ortsfest oder an der Kabine (4, K)
angeordnet ist, das Seil (13) zum Halten des Gegengewichts (7, G) mindestens zwei
nach unten führende Gegengewichts-Seilabschnitte (G1, G2, G3, G4) sowie zum Halten
der Kabine (4, K) mindestens einen Kabinen-Seilabschnitt (K1, K2) umfasst, das Seil
(13) zwischen aneinander anschliessenden Seilabschnitten oben jeweils über ortsfeste
Umlenkrollen (14b) und unten über Umlenkrollen (14a, 14c) am Gegengewicht (7, G) bzw.
an der Kabine (4, K) geführt ist, die Anzahl der Gegengewichts-Seilabschnitte (G1,
G2, G3, G4) grösser ist als die Anzahl der Kabinen-Seilabschnitte (K1, K2) und sich
der lange Antriebsteil (10) im Wesentlichen maximal über zwei Drittel der Schachtlänge
erstreckt.
2. Aufzug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass vier Gegengewichts-Seilabschnitte (G1, G2, G3, G4) sowie zwei Kabinen-Seilabschnitte
(K1, K2) vorgesehen sind, beide Seilenden oben ortsfest befestigt sind, so dass das
Gegengewicht (7, G) in einer Flaschenzug Seilanordnung mit zwei Schlaufen und die
Kabine (4, K) in einer Seilschlaufe gehalten ist, und sich der lange Antriebsteil
(10) im Wesentlichen maximal über die halbe Schachtlänge erstreckt.
3. Aufzug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der lange Antriebsteil (10) ortsfest am Schacht angeordnet ist und der kurze Antriebsteil
(11) am Gegengewicht (7, G).
4. Aufzug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der lange Antriebsteil (10) am Gegengewicht (7, G) und der kurze Antriebsteil (11)
ortsfest am Schacht angeordnet ist.
5. Aufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der lange Antriebsteil (10) eine Gewindespindel und der kurze Antriebsteil (11) eine
auf der Gewindespindel angeordnete Spindelmutter ist.
6. Aufzug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsvorrichtung einen Antriebsmotor (12) umfasst, der die Gewindespindel
oder die Spindelmutter um die Spindelachse in Drehung versetzbar macht.
7. Aufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der lange Antriebsteil (10) eine Zahnstange und der kurze Antriebsteil (11) ein in
die Zahnstange eingreifendes Zahnrad ist, welches von einem Antriebsmotor (12) in
Drehung versetzbar ist.
8. Aufzug nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsmotor (12) ortsfest am Schacht angeordnet ist.
9. Aufzug nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsmotor (12) am Gegengewicht (7, G) angeordnet ist.
10. Aufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der lange Antriebsteil (10) eine Permanentmagnetabfolge ist und der kurze Antriebsteil
(11) eine mit der Permanentmagnetabfolge zusammenwirkende Elektromagnetanordnung eines
elektrischen Linearmotors ist.