(19)
(11) EP 2 498 042 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
08.05.2019  Patentblatt  2019/19

(21) Anmeldenummer: 12001632.4

(22) Anmeldetag:  09.03.2012
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F41C 23/08(2006.01)

(54)

Rückstossdämpfersystem

Recoil dampening system

Système d'amortisseur de recul


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 11.03.2011 DE 102011013703

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
12.09.2012  Patentblatt  2012/37

(73) Patentinhaber:
  • Zimmer, Günther
    77866 Rheinau (DE)
  • Zimmer, Martin
    77866 Rheinau (DE)

(72) Erfinder:
  • Zimmer, Günther
    77866 Rheinau (DE)
  • Zimmer, Martin
    77866 Rheinau (DE)

(74) Vertreter: Thämer, Wolfgang 
Zürn & Thämer Patentanwälte Hermann-Köhl-Weg 8
76571 Gaggenau
76571 Gaggenau (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-B1- 1 657 518
US-A- 4 922 641
GB-A- 2 371 104
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Rückstoßdämpfersystem für eine Schulterstütze mit mindestens einem Führungssystem, mit mindestens einem Dämpferglied, mit mindestens einem Rückholsystem, mit mindestens einem Rastgesperre und einem Elastomerkörper.

    [0002] Die Schulterstütze ist Teil des Hinterschaftes z.B. einer Jagdwaffe. Bei neuzeitlichen Waffen ist man bemüht, deren Gewicht so weit wie möglich zu reduzieren. Dies hat den Nachteil, dass dadurch der schussbedingte Rückstoß mit abnehmendem Waffengewicht zunimmt. Um diesen Rückstoß zu dämpfen, werden Dämpferglieder in die Schulterstütze integriert. Dazu wird die Schulterstütze im hinteren Bereich ca. normal zur Mittellinie des oder der Läufe verkürzt. Am freien Ende des verbleibenden Schaftteils wird eine schaftkappenartige Platte befestigt, die sich gegenüber dem verbleibenden Schaftteil über ein Feder-Dämpfersystem abstützt.

    [0003] Aus der EP 1 657 518 B1 und der DE 10 2009 012 684 A1 ist jeweils ein derartiges Feder-Dämpfersystem bekannt. Allerdings sind hier an den beiden Führungsstangen separate Rastgesperre angeordnet, die verhindern sollen, dass der Schütze schon beim Anlegen der Waffe den Hub des Feder-Dämpfer-Systems überwindet.

    [0004] Die US 4,922,641 A beschreibt eine Schulterstütze, bei der zwischen dem Holzschaft und einer Schaftkappe eine Neoprenschicht mit integrierten Rückholfedern angeordnet ist. Die quergeteilte Neoprenschicht besteht im oberen Schaftbereich aus einem formstabilen Neopren, während der größere untere Teil, in dem auch die Rückholfedern angeordnet sind, aus einem nachgiebigen, weichen Neopren gefertigt ist. Der formstabile Neoprenabschnitt führt die Schaftkappe am Holzschaft.

    [0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Problemstellung zugrunde, ein derartiges Rückstoßdämpfersystem zu entwickeln, das zum einen einfach und sicher funktioniert und zum anderen mit nur geringem Aufwand an handelsüblichen Schulterstützen anbring- und anpassbar ist.

    [0006] Diese Problemstellung wird mit den Merkmalen des Hauptanspruchs gelöst. Dabei besteht das Führungssystem aus einer in einem Grundkörper in Bohrungen mittels Führungsstangen geführten Stützbaugruppe. Zwischen der Stützbaugruppe und der Schulterstütze ist ein - das mindestens eine Rückholsystem, Teile des Führungssystems und Teile des mindestens einen Dämpferglieds umgebender - Elastomerkörper angeordnet, der aus einem mehrfach geschichteten Verbundkörper besteht. Der Verbundkörper ist ein vielschichtiger Stapel aus mindestens zwei verschiedenen Materialschichten. Mindestens eine Materialschicht ist ein weichelastisches, geschlossenzelliges, schaumförmiges Elastomer, während mindestens eine andere Materialschicht eine formsteife Kunststoffplatte ist. In dem vielschichtigen Stapel zwischen aus geschlossenzelligen, schaumförmigen Elastomer bestehenden Materialschichten ist eine Materialschicht aus der formsteifen Kunststoffplatte angeordnet.

    [0007] Mit der Erfindung wird ein Rückstoßdämpfersystem für eine Sport-, Jagd- oder Behördenwaffe geschaffen. Dazu wird die Schulterstütze in einen starren und einen beweglichen Teil aufgeteilt. Der bewegliche Teil, z.B. ein eine Schaftkappe tragendes Gestell oder Platte ist im Wesentlichen in Waffenlängsrichtung verschiebbar im starren Teil der Schulterstütze gelagert. Beim Auftreten eines schussbedingten Rückstoßes bewegen sich das starre und das bewegliche Teil auf einer kurzen Strecke aufeinander zu, wobei im Rückstoßdämpfersystem die kinetische Energie der Waffe in Federenergie und Wärme umgewandelt wird. Die Wärme entsteht in mindestens einem Dämpfer und die Federenergie wird im Rückholsystem kurzzeitig gespeichert. Durch die Dämpfung wird vom starren Schaftteil ca. die Hälfte der Stützkraft oder sogar noch weniger auf das bewegliche Schaftteil übertragen.

    [0008] Innerhalb des Rückstoßdämpfersystems ist das Dämpferglied eine hydraulische Zylinder-Kolben-Einheit. Die Zylinder-Kolben-Einheit hat eine Kolbenstange, die mit dem Zylinder oder einem Teil des Zylinders der Zylinder-Kolben-Einheit über ein Rastgesperre in Wirkverbindung steht, das die Stützbaugruppe in ihrer ausgefahrenen Position kraftschlüssig sperrt. Das zentrale Rastgesperre verhindert mit einer vorbestimmten, ggf. einstellbaren Rastkraft, dass der Hub des Systems nicht schon beim Anlegen der Schulterstütze an die Schulter verbraucht wird. Das Rastgesperre sitzt ca. mittig in dem beim Schuss sich einstellenden Kraftfluss.

    [0009] Zwischen dem beweglichen und dem starren Teil der Schulterstütze befindet sich ein mehrfach geschichteter Verbundkörper, der zum einen das Feder-Dämpfersystem vor Schmutz und Spritzwasser schützt und zum anderen das Rückstoßdämpfersystem auf einfache Weise an handelsübliche Schulterstützen anpassbar macht. Dazu ist der Verbundkörper einschließlich der Schaftkappe aus einem Material hergestellt, das sich z.B. mit einfachen handwerklichen Schleifmitteln zur Anpassung an die konkrete Schulterstützenform bearbeiten lässt.

    [0010] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung mindestens einer schematisch dargestellten Ausführungsform.
    Figur 1:
    Teillängsschnitt durch eine Schulterstütze mit einem Rückstoßdämpfersystem;
    Figur 2:
    Vorderansicht des Rückstoßdämpfersystems ohne Schulterstütze;
    Figur 3:
    vergrößerter Längsschnitt durch das unbetätigte Rückstoßdämpfersystem mit einem O-Ring-Ventil;
    Figur 4:
    wie Figur 3, jedoch betätigt;
    Figur 5:
    vergrößerter Längsschnitt eines Rückstoßdämpferkolbens mit einem Kugelventil, unbetätigt;
    Figur 6:
    wie Figur 5, jedoch betätigt;
    Figur 7:
    Vorderansicht der Stützbaugruppe;
    Figur 8:
    Detailansicht zu Figur 7, Niederhalter für den Verbundkörper, fünffach vergrößert;
    Figur 9:
    Schnitt durch den Niederhalter nach Figur 8, gegenüber Figur 8 verkleinert;
    Figur 10:
    perspektivische Ansicht der Kolbeneinheit;
    Figur 11:
    perspektivische Ansicht des Zylinderbodenstopfens, vergrößert.


    [0011] Die Figur 1 zeigt ein in der Schulterstütze eingebautes Rückstoßdämpfersystem im Längsschnitt mit fast allen wesentlichen Teilen. Das System umfasst z.B. eine Zylinder-Kolben-Einheit (51), zwei Führungsstangen (47) und zwei Schraubendruckfedern (91). Die Zylinder-Kolben-Einheit (51) und die beiden Schraubendruckfedern (91) stützen dabei eine gepolsterte Stützbaugruppe (35) gegen einen in der Schulterstütze verschraubten Grundkörper (11) ab. Zum Schutz des Rückstoßdämpfersystems vor Schmutz und Feuchtigkeit ist zwischen der Schulterstütze und der Stützbaugruppe (35) ein elastischer Verbundkörper (100) angeordnet. Der Relativhub zwischen dem Grundkörper (11) und der Stützbaugruppe (35) liegt je nach Anwendungsfall zwischen 6 mm und 25 mm.

    [0012] Der Grundkörper (11) ist ein ovaler Körper mit einer zumindest annähernd gleichen Breite und Tiefe. Mittig an seiner vorderen Stirnseite (18), also an der Stirnseite, die in Richtung des Waffenlaufes zeigt, ist eine zentrale, zylinderrohrförmige Grundkörperverlängerung (28) angeformt. Der Durchmesser der Grundkörperverlängerung (28) entspricht der Breite des Grundkörpers (11).

    [0013] In seinen seitlichen Endbereichen hat der Grundkörper (11) je eine Führungsbohrung (12) in Form einer Durchgangsbohrung. Im Zentrum hat er eine Stufenbohrung (13), die von der vorderen Stirnseite (18) aus in den Grundkörper (11) eingearbeitet ist. Die Stufenbohrung (13) setzt sich aus der Zylinderbohrung (75), der Dichtsitzbohrung (15) und der Kolbenstangenbohrung (14) zusammen, vgl. Figur 3. Nach Figur 6 befindet sich oberhalb der Stufenbohrung (13) eine Befüllbohrung (21), die - über einen Durchbruch (24) - mit der Zylinderbohrung (75) verbunden ist.

    [0014] Zwischen der Stufenbohrung (13) und je einer Führungsbohrung (12), vgl. Figur 1, ist in den Grundkörper (11) eine Federeinsenkung (16) von der Rückseite aus eingearbeitet. Im Grund einer jeden Federeinsenkung (16) ist eine kleinere Befestigungsbohrung (27) angeordnet. Über durch diese Bohrungen (27) gesteckte z.B. metrische Schrauben (29) wird der Grundkörper (11) an einer - an der Schulterstütze (1) montierten - Basisschale (30) befestigt. Alle Bohrungen (12, 13, 16, 27) des Grundkörpers (11) liegen z.B. parallel zueinander in einer Ebene.

    [0015] Nach Figur 1 ist der Grundkörper (11) großteils versenkt in der hier z.B. hölzernen Schulterstütze (1) angeordnet. Dazu hat die Schulterstütze (1) rückseitig eine plane Stirnfläche (2), deren Normale mit der Seelenachse mindestens eines Waffenlaufes einen Winkel zwischen 0 und 15 Winkelgraden einnimmt. Senkrecht zu dieser Stirnfläche (2) ist in der Schulterstütze (1) - zur Aufnahme des Grundkörpers (11) - eine langlochartige Primärausfräsung (3) eingearbeitet. Die Primärausfräsung (3) hat eine plane Bodenfläche (4). In deren Mitte befindet sich zusätzlich eine zentrale, zylindrische Vertiefung (5). Ober- und unterhalb der Vertiefung (5) ist jeweils eine gebohrte Führungsstangenausfräsung (6) angeordnet. Im Bereich der Ferse und der Zehe der Schulterstütze (1) weist die Stirnfläche (2) jeweils eine Zentriersenkung (7) auf.

    [0016] Auf der Stirnfläche (2) ist die Basisschale (30) angeordnet. Letztere besteht aus einer Basisplatte (31), einem auf der Stirnfläche (2) aufliegenden Anpassflansch (95) und einer zwischen der Basisplatte (31) und dem Anpassflansch (95) gelegenen Versatzwandung (96). Der zwischen der Basisplatte (31) und dem Anpassflansch (95) vorhandene Tiefenversatz beträgt z.B. 19 mm. Die Basisschale (30) ist aus einem glasfaserverstärkten Kunststoff, z.B. PA6 GF30 gefertigt. Der Glasfaseranteil beträgt hier 30 Prozent.

    [0017] Die Basisplatte (31) hat eine zentrale Ausnehmung (32) zur Durchführung der Grundkörperverlängerung (28). In den Endbereichen der Basisplatte (31) befinden sich die beiden Führungsstangendurchbrüche (33). Zwischen den Durchbrüchen (33) und der Ausnehmung (32) liegt jeweils eine Befestigungsbohrung (27) in der ein metallischer Gewindeeinsatz (34) - von dem Schaft (1) zugewandten Seite aus -verdrehsicher eingepresst ist.

    [0018] Der auf der Basisplatte (31) aufliegende Grundkörper (11) ragt ca. 3 mm aus der Basisschale (30) heraus. Die seitliche Außenkontur des Grundkörpers (11) wird somit großteils von der Versatzwandung (96) umschlossen.

    [0019] Die Anpassflansch (95) der Basisschale (30) hat zwei jeweils mit Senkbohrungen ausgestattete Zentrierzapfen (97, 98), die in die entsprechenden Zentriersenkungen (7) der Stirnfläche (2) passen. Mit Hilfe von in den Senkbohrungen sitzenden Senkholzschrauben (9), z.B. nach DIN 7997, ist die Basisschale (30) fest mit dem Schaft (1) verbunden.

    [0020] Parallel gegenüber der Rückseite des Grundkörpers (11) ist die Stützbaugruppe (35) angeordnet. Sie besteht aus einer Stützplatte (40) und Endstegplatte (36). Beide Platten (40, 36) sind über Senkschrauben (39) miteinander verschraubt.

    [0021] Die auf ihrer Rückseite z.B. ebene Stützplatte (40), eine Aluminiumplatte, hat auf ihrer dem Grundkörper (11) zugewandten Vorderseite mehrere Einsenkungen. Die tiefsten Einsenkungen sind die beiden Stangeneinsenkungen (42), vgl. auch Figur 7. In diese Einsenkungen münden - von der Rückseite aus - koaxial die Befestigungsbohrungen (43). In den Stangeneinsenkungen (42) sind die Führungsstangen (47) mittels der Senkschrauben (49) formsteif befestigt. Die Führungsstangen (47) sitzen gleitgelagert - als Teile des Führungssystems (10) - mit geringem Spiel geführt in den Führungsbohrungen (12) des Grundkörpers (11). Die Querschnittsform der Führungsstangen (47) und die entsprechende Querschnittsform der Führungsbohrungen (12) ist nicht auf die Kreisform beschränkt. Sie kann z.B. auch polygonförmig, vieleckig oder winkelförmig sein.

    [0022] Genau mittig zwischen den beiden Führungsstangen (47) ist die Kolbeneinheit (52) der Zylinder-Kolben-Einheit (51) mit der Stützplatte (40) verschraubt. Zwischen der Kolbeneinheit (52) und je einer Führungsstange (47) ist in der Stützplatte (40) eine Federeinsenkung (41) und im Grundkörper (11) eine Federeinsenkung (16) angeordnet. Die Federeinsenkung (16) ist eine Stufenbohrung, durch deren schmäleres Endstück der Schaft der Schraube (29) hindurchpasst. Zwischen diesen Federeinsenkungen (41) und den jeweils gegenüber liegenden Federeinsenkungen (16) des Grundkörpers (11) sind die Schraubendruckfedern (91) zumindest annähernd formschlüssig und vorgespannt eingebaut.

    [0023] Ggf. kann auch eine zentrale Schraubendruckfeder um eine aus dem Grundkörper (11) herausragende Kolbenstange (71) angeordnet sein. Nach den Figuren 5 und 6 sitzt auf der Kolbenstange (71) eine Tellerfedersäule aus z.B. sechs wechselseitig gestapelten Tellerfedern (92). Je nach Federspeicherenergiebedarf können auch die neben der Zylinder-Kolben-Einheit (51) gelegenen Federelemente (91) entfallen.

    [0024] Zentral im Grundkörper (11) sitzt als Dämpferglied (50) die Zylinder-Kolben-Einheit (51), vgl. Figur 1, 3 bis 6. Ihre Kolbeneinheit (52) besteht aus einem Kolben (53), an dessen beiden Kolbenstirnseiten jeweils eine Kolbenstange (61, 71) angeformt oder als separates Bauteil befestigt ist. Der beispielsweise dichtungslose Kolben (53), vgl. Figuren 1, 5 und 6, hat z.B. einen Durchmesser von 11,75 mm. Die Außenwandung des Kolbens (53) kann eine schraubenförmige Außennut aufweisen, über die beim Dämpfen das zu verdrängende Hydrauliköl vom vorderen Zylinderraum (69) in den hinteren (79) gedrosselt überströmt. Der Querschnitt der Außennut vergrößert sich z.B. kontinuierlich in Richtung Zylinderbodenstopfen (76).

    [0025] Die beiden Kolbenstangen (61, 71) der Kolbeneinheit (52) haben jeweils einen Durchmesser von z.B. 6 mm. Dabei ist die vordere Kolbenstange (61) z.B. 11 mm länger als die hintere (71). Die hintere Kolbenstange (61) hat stirnseitig eine Gewindebohrung (73), um die Kolbeneinheit (52) an der Stützplatte (40) befestigen zu können, vgl. Figur 3. Das freie Ende der vorderen Kolbenstange (61) weist ggf. einen Innensechskant oder einen Schraubendreherschlitz auf.

    [0026] Beispielsweise die hintere Kolbenstange (71) hat zentral eine mehrfach gestufte Ventilbohrung (62), vgl. Figur 6, die sich an die Gewindebohrung (73) anschließt. Die Ventilbohrung (62) endet auf der anderen Seite des Kolbens (53) im Bereich der vorderen Kolbenstange (61). Dort trifft sie senkrecht auf eine Querbohrung (66). Eine vergleichbare Querbohrung (72) befindet sich auch in der hinteren Kolbenstange (71). Über die Ventilbohrung (62) und die beiden Querbohrungen (66) und (72) sind die vollständig mit einer Hydraulikflüssigkeit gefüllten Zylinderräume (69) und (79) hydraulisch miteinander verbunden.

    [0027] Die Ventilbohrung (62) weist an ihrem offenen Ende ein Innengewinde (73) auf, über das die Kolbeneinheit (52) mittels der Hohlschraube (45) an der Stützplatte (40) befestigt wird. Im Bereich zwischen den Querbohrung (66, 72) verengt sich die Ventilbohrung (62) zur Ausbildung einer Drosselkante (63). Zwischen der Querbohrung (72) und dem Innengewinde (73) ist auf einem mittleren Abschnitt in die Ventilbohrung (62) partiell ein Feingewinde eingearbeitet. In diesem Feingewinde sitzt feinjustierbar ein Nadelventilglied (64).

    [0028] Das Nadelventilglied (64) hat an seiner dem Kolben (53) zugewandten Seite seine Nadelspitze, über die es den die Querbohrungen (66, 72) durchströmenden Volumenstrom drosselt. Das andere Nadelventilgliedende weist - zur Verstellung des Nadelventilgliedes (64) - einen Innensechskant auf. Zwischen diesem Innensechskant und dem Feingewinde des Nadelventilgliedes (64) sitzt in einer Ringnut ein dichtender O-Ring (65).

    [0029] Um den Rückhub der Stützplatte (40) - nach einem abgegebenen Schuss - zu beschleunigen, kann im Kolben (53) ein Rückströmventil (54) eingebaut werden, vgl. Figuren 5 und 6. Es soll den Überströmquerschnitt beim Rückhub vergrößern. Dazu ist in dem Kolben (53), vgl. Figur 5, eine Längsbohrung (55) angeordnet, in der hinten - auf der Seite des Zylinderraumes (79) - eine einen Ventilsitz darstellende Klemmhülse (58) eingestaucht ist. Im vorderen Bereich wird die Längsbohrung (55) von einer Querbohrung (57) geschnitten, in der ein Haltestift (59) eingeschlagen ist. Zwischen dem Haltestift (59), der mindestens den halben Querschnitt der Längsbohrung (55) freilässt, und der Klemmhülse (58) sitzt eine Ventilkugel (56). Während der regulären Dämpfbewegung der Zylinder-Kolben-Einheit (51) liegt die Ventilkugel (56) dicht an der Klemmhülse (58) an, vgl. Figur 5.

    [0030] Anstelle des Rückströmventils (54) kann der Kolben (53) in einer beispielsweise mittig angeordneten Ringnut (152) einen dynamisch belasteten Dichtring (155) aufweisen, vgl. Figuren 3, 4 und 10. Dieser Dichtring (155) ändert seine Länge und seine Position innerhalb der Ringnut (152) in Abhängigkeit der Kolbenbewegungsrichtung. Dazu ist der Nutgrund (153) der Ringnut (152) kegelstumpfmantelförmig gestaltet. Die gedachte Spitze des geradkegeligen Nutgrunds (153) liegt vor dem Kolben (53) zwischen der Querbohrung (66) und der Rastkerbe (67). Nach Figur 3 liegt der Dichtring (155) bei minimalem Durchmesser an der linken Wandung der Ringnut (152) an einem Flanschkragen (151) an. Der Flanschkragen (151), dessen Außendurchmesser kleiner ist als der maximale Kolbendurchmesser, ist durch z.B. zwei schmale Längsnuten (154), vgl. Figur 10, durchbrochen. Der Dichtring (155) liegt hier nicht an der Zylinderwandung (75) des Zylinders (74) an.

    [0031] Wird die Kolbeneinheit (52) relativ zum Zylinder (74) - aufgrund eines schussbedingten Rückstoßes - nach links bewegt, schiebt das Hydrauliköl des vorderen Zylinderraumes (69) den Dichtring (155) innerhalb der Ringnut (152) nach rechts. Aufgrund der Konizität des Nutgrundes (153) vergrößert er seinen Durchmesser und legt sich dichtend an die Zylinderwandung (75) an. Im Weiteren muss das künftig verdrängte Hydrauliköl den Spalt des Nadelventils passieren.

    [0032] Läuft die Kolbeneinheit (52) u.a. aufgrund der Wirkung der Schraubenfedern (91) wieder zurück, rutscht der Dichtring (155) in der Ringnut (152) nach links, wodurch wieder ein Überströmquerschnitt freigegeben wird. Der Rückhub wird durch den neu geschaffenen Ventilbypass beschleunigt.

    [0033] Oberhalb der hinteren Kolbenstange (71) befindet sich eine Befüllbohrung (21), vgl. Figur 6. Sie ist mit Hilfe einer Dichtkugel (22) abgedichtet. Die Dichtkugel (22) wird mit einem Gewindestift (23) gegen eine Querschnittsverengung der Befüllbohrung (21) gepresst. Die Befüllbohrung (21) ist mittels einer radialen Einfräsung (24) mit der Zylinderbohrung (75) verbunden.

    [0034] Die Bewegung des Kolbens (53) in der Zylinderbohrung (75) ist nach hinten begrenzt durch den zwischen der Zylinderbohrung (75) und der Dichtungssitzbohrung (15) gelegenen Bohrungsbund (17), vgl. Figur 3 und 4. An diesem Bohrungsbund (17) legt sich der Kolben (53) in seiner ausgefahrenen Position an. Diese Begrenzung bildet zugleich den hinteren Anschlag der Stützplatte (40) gegenüber dem Grundkörper (11). In der Dichtungssitzbohrung (15) sitzt z.B. eine Doppellippendichtung (19), die einen Ölverlust an der hinteren Kolbenstange (71) - zum Verbundkörperinnenraum (119) hin - verhindert.

    [0035] Nach den Figuren 5 und 6 ist die Kolbenstange (71) zusätzlich gegenüber dem Verbundkörperinnenraum (119) abgedichtet. Dazu ist in einer rückseitigen Zylindersenkung (25) der Stufenbohrung (13) z.B. eine Doppellippendichtung (26) angeordnet, deren Dichtlippen zum Verbundkörperinnenraum (119) hin orientiert sind. Die Dichtung (26) verhindert, dass Umgebungsluft während der Dämpfbewegung in den Zylinder (74) gelangt.

    [0036] Nach vorn ist der Kolbenhub begrenzt durch einen eingeschraubten Zylinderbodenstopfen (76) oder durch die Anlage der Stützplatte (40) an den Grundkörper (11). Die zwischen dem Zylinderbodenstopfen (76) und der Zylinderbohrung (75) gelegene Dichtfuge ist mittels einer in einer Ringnut des Zylinderbodenstopfens (76) angeordneten Stopfendichtung (77) abgedichtet. Die zentrale Bohrung des Zylinderbodenstopfens (76) ist gegenüber der vorderen Kolbenstange (61) mittels einer Dichtung, z.B. einer Doppellippendichtung (78), abgedichtet.

    [0037] Die vordere Kolbenstange (61) hat im Bereich ihres freien Endes eine umlaufende Rastkerbe (67). Nach den Figuren 1, 3 bis 6 bildet der in die Grundkörperverlängerung (28) einschraubbare Zylinderbodenstopfen (76), zusammen mit der vorderen Kolbenstange (61), ein Rastgesperre (85). Das Rastgesperre (85) hat die Funktion, die Stützplatte (40) in ihrer ausgefahrenen Position bis zu einer Rastkraft von 150 N zu halten. Je nach Waffen- oder Patronentyp und -größe kann die Rastkraft aus einem Bereich von 100 N bis 150 N ausgewählt werden.

    [0038] Die meisten Teile des Rastgesperres (85) sind in einem speziellen Zylinderbodenstopfen (76) integriert. Dazu hat der Zylinderbodenstopfen (76) nach Figur 11 einen Flansch (80), der seitlich zwei Abflachungen als Maulschlüsselanlage aufweist. Im Bereich der Abflachung hat er eine durchgehende Querbohrung (81), die sich teilweise mit dem Flansch (80) überschneidet. Zwischen der Querbohrung (81) und der vorderen - hier oberen - Stirnseite des Zylinderbodenstopfens (76) befindet sich eine Sicherungsringnut (83). Zudem hat der Flansch (80) zwischen den Abflachungen eine Längsbohrung (82).

    [0039] Im montierten Zustand nach den Figuren 5 und 6 befindet sich die Querbohrung (81) des Zylinderbodenstopfens (76) im Bereich der Rastkerbe (67). In der Querbohrung (81) sitzen zwei Rastkugeln (87), wobei jede Rastkugel (87) sowohl an der Querbohrung als auch an der Rastkerbe (67) anliegt. Die Rastkugeln (87) werden über eine Ringfeder (86) radial in die Rastkerbe (67) gedrückt. Die Ringfeder (86) ist dabei ein offener Ring, der die Funktion einer Biegefeder hat. Damit sich die Öffnung der Ringfeder (86) nicht verlagern kann, sitzt in der Längsbohrung (82), vgl. Figuren 3 und 4, des Zylinderbodenstopfens (76) ein eingepresster Stift (88). Zur axialen Sicherung der Position der Ringfeder (86) sitzt in der Sicherungsfedernut (83) ein Sicherungsring (89).

    [0040] Als Sperrstück des Rastgesperres (85) dient hier die vordere Kolbenstange (61). Bei gesperrtem Rastgesperre (85) greift in die Rastkerbe (67) als Sperrer eine Rastkugel (87) ein. Da das Rastgesperre (85) nur in eine Richtung zu sperren braucht, kann es auch als Rastrichtgesperre gestaltet sein. Dazu kann z.B. die linke Flanke der Rastkerbe (67) weggelassen werden.

    [0041] Der gezeigte Zylinderbodenstopfen (76) weist jeweils nur ein Rastgesperre (85) auf. Es ist denkbar, dass an der Kolbenstange (61, 71) ein oder zwei weitere Rastgesperre zusätzlich angeordnet werden.

    [0042] Die Stützplatte (40) hat in ihrem Zentrum die Form einer rundstirnigen Passfeder der Länge von z.B. 70 mm und der Breite von z.B. 13 mm, vgl. Figur 7. Beispielsweise ist sie dort 8 mm dick. Außerhalb des Zentrums, im ovalen Stützplattenbereich, hat sie nur eine Wandstärke von z.B. 4,5 mm. Die dortige Querschnittskontur, die Stützplattenaußenkontur (111), entspricht einer verkleinerten Schaftquerschnittskontur. Sie hat beispielsweise eine maximale Breite von ca. 26,5 mm und eine maximale Höhe von 102 mm. Das obere und untere Ende der Kontur begrenzt einen Radius von 10 mm, während die beiden Seitenflanken des Ovals durch zwei 270 mm-Radien geformt werden.

    [0043] An vier Stellen der radialen Wandung des flacheren Außenbereichs der Stützplatte (40) befinden sich z.B. vier kurze Bohrungen (48), vgl. Figuren 7 bis 9, um in diesen die Niederhalter (106) unterzubringen. Die Bohrungen (48) liegen in einer Ebene, die normal zur rückseitigen Stirnfläche der Stützplatte (40) ausgerichtet ist.

    [0044] Jeder Niederhalter (106) umfasst eine Rastfeder (108) und eine Rastkugel (107). Die einzelne Rastfeder (108) drückt, ein sogenanntes Druckstück bildend, eine Rastkugel (107) so weit aus der Bohrung (48) heraus, dass ca. ein Drittel der Rastkugel (107) herausschaut. In dieser Position wird die Rastkugel (107) durch eine Umformvertiefung (109) gehalten. Letztere entsteht, wenn das Material des Bohrungsrands der Bohrung (48) mittels eines Körnerschlages partiell durch Kaltumformung in Richtung Bohrungsmitte verdrängt wird.

    [0045] An den Anpassflansch (95) der Basisschale (30) schließt sich der Verbundkörper (100) an, der zusammen mit der Endstegplatte (36) und der Schaftkappe (8) den hinteren Teil des Schafts (1) darstellt. Der Verbundkörper (100) des Ausführungsbeispiels, vgl. Figuren 1, 3 und 4, umfasst zwei Materialschichten (101, 102) aus Zellkautschuk und zwei Materialschichten in Form von Kunststoffringen (103, 104). Die z.B. ebenen Materialschichten (101, 102), sie sind z.B. gleich dick, haben jeweils eine Wandstärke von z.B. 10 mm. Die aus einem Duroplast gefertigten planen Kunststoffringe (103, 104) sind z.B. ebenfalls gleich stark. Ihre Wandstärke beträgt 0,75 mm. Alle Materialschichten (101 - 104) haben eine ovale Innenkontur, die der Stützplattenaußenkontur (111) entspricht. In Figur 7 ist die bearbeitete Außenkontur als Umrisslinie der Endstegplatte (36) dargestellt. Die diese Linie umgebende gestrichelte Linie zeigt die Rohkontur (110) der Materialschichten (101 - 104) vor der Anpassung an den Schaft (1). Die gestrichelte Linie überragt die reale Umrisslinie seitlich wenige und oben sowie unten etliche Millimeter.

    [0046] Der Zellkautschuk ist beispielsweise ein Ethylen-Propylen-DienKautschuk. Dieser geschlossenzellige, weichelastische Zellgummi hat eine Zellengröße von 0,1 bis 0,3 mm. Seine Rohdichte liegt bei 60 bis 90 kg/m3. Seine Stauchhärte beträgt 10 bis 35 kPa, während seine Rückprallelastizität 55 bis 65 % beträgt.

    [0047] Die Kunststoffringe (103, 104) sind z.B. ebenfalls aus einem PA6 GF30 gefertigt. Ggf. kann der Glasfaseranteil entfallen. Geeignet sind hier auch Duroplaste, wie z.B. Phenoplaste oder Aminoplaste.

    [0048] Innerhalb des Verbundkörpers (100) ist die erste, am Anpassflansch (95) anliegende Materialschicht (101) eine Zellkautschukschicht (101). An diese schließt sich der erste formsteife Kunststoffring (103) an. Ihm folgt die zweite Zellkautschukschicht (102), deren hintere Stirnfläche durch den zweiten Kunststoffring (104) verstärkt wird.

    [0049] Vor dem Einbau in den Schaft (1) sind die Schichten (101 - 104) untereinander vollflächig verklebt. Die einzelnen Klebeschichten (105) sind in Figur 1 dargestellt. Als Klebstoff wird ein schlagzäher Sofortkleber auf Cyanacrylatbasis verwendet.

    [0050] Der so vorgefertigte Verbundkörper (100) wird auf die Rückseite des Anpassflansches (95) aufgeklebt. Ggf. befinden sich auf dieser Rückseite - sie ist die der Schaftstirnfläche (2) abgewandte Anpassflanschseite - Stege oder Zapfen zur Zentrierung der Verbundkörperinnenkontur (111) des vorgefertigten Verbundkörpers (100).

    [0051] Im Gegensatz zu dem gezeigten Ausführungsbeispiel können die einzelnen Materialschichten (101 - 104) dünner sein, was bei gleichem Hub eine größere Anzahl von Materialschichten ermöglicht. Mit zunehmender Schichtanzahl sollte idealerweise die Rohdichte der Zellkautschukschichten reduziert werden.

    [0052] Auch ist es denkbar die Schichtungsebenen entweder gekrümmt auszuführen oder schräg zur gezeigten ebenen Schichtung auszurichten. Ferner können in den Materialschichtenstapel auch weitere Materialschichten aus vergleichbaren oder anderen Werkstoffen verwendet werden, sofern ihr Elastizitätsmodul unter 30000 N/mm2 liegt.

    [0053] An der Rückseite der Stützplatte (40) ist die dem Verbundkörper (100) zugewandte Endstegplatte (36) befestigt.
    Die z.B. aus PA6 GF30 gefertigte Endstegplatte (36) zentriert sich über zwei Zentrierzapfen (36a) in entsprechenden Zylindereinsenkungen der Stützplatte (40). In jeder Mitte eines jeden Zentrierzapfens (36a) befindet sich eine Senkbohrung (37). In den Senkbohrungen (37) sitzen die Schrauben (39), um die Endstegplatte (36) an der Stützplatte (40) zu befestigen.

    [0054] Nach Figur 7 überragt die ovale Endstegplatte (36) die Stützplatte (40) beispielsweise seitlich um 9,5 mm, oben um 11 mm und unten um 21 mm.

    [0055] Auf der Rückseite der Endstegplatte (36) ist die gummielastische Schaftkappe (8) aufgeklebt. Sie hat drei Bohrungen (129), vgl. Figur 4 und 1. Die beiden äußeren Bohrungen geben den Weg zu den Schrauben (39) frei. Die mittlere Bohrung (129) liegt vor der Durchgangsbohrung (46) der Hohlschraube (45). Um die Hohlschraube (45) und den vor dem Nadelventil (63, 64) gelegenen Raum vor Schmutz zu schützen, befindet sich nach Figur 3 am unteren Ende der Bohrung (129) eine Schlitzöffnung (120). Dazu ragen dort in die Bohrungsmitte zwei Elastomerzungen (123) hinein, deren Vorderkanten einen öffenbaren Schlitz (125) bilden. Alternativ wird zwischen der Schaftkappe (8) und der Endstegplatte (36) eine Elastomerplatte (121) eingeklebt, die im Bereich der Bohrung (129) ebenfalls einen öffenbaren Schlitz (125) aufweist.

    [0056] Der jeweilige Schlitz (125) öffnet sich wiederverschließbar, wenn ein Werkzeug zum Verstellen des Nadelventilglieds (64) eingeführt wird.

    [0057] Die Montage des Rückstoßdämpfersystems erfolgt in sechs Schritten. In einem ersten Schritt werden an der Schulterstütze (1) alle erforderlichen Holzbearbeitungen durchgeführt. Der Schaft wird rückseitig plan überarbeitet und die erforderlichen Ausnehmungen (3, 5, 6, 7) werden herausgearbeitet, vgl. Figur 1. In einem zweiten Schritt wird die Basisschale (30) mittels des außen unbearbeiteten Anpassflansches (95), an dem der unbearbeitete Verbundkörper (100) schon befestigt ist, über die Zentrierzapfen (97, 98) in den Zentriersenkungen (7) zentriert, auf die Stirnfläche (2) aufgesetzt und über die Holzschrauben (9) mit dem Schaft (1) verschraubt. In einem dritten Schritt wird die Rückstoßdämpferbaugruppe, das sind alle starren und beweglichen Teile, die zwischen dem Grundkörper (11) und der Stützplatte (40) montiert sind, in die Basisschale (30) eingeführt und über die Schrauben (29) in den Gewindeeinsätzen (34) der Basisplatte (31) befestigt.

    [0058] In einem vierten Schritt wird die ebenfalls unbearbeitete Endstegplatte (36) zusammen mit der aufgeklebten Schaftkappe (8) mittels der Senkschrauben (39) an der Stützplatte (40) montiert. Hierbei verrasten die Niederhalter (106) der Stützplatte (40) mit ihren Rastkugeln (107) vor dem hinteren Kunststoffring (104), vgl. Figur 9, so dass Letzterer fest gegen die Endstegplatte (36) gepresst wird. In einem fünften Schritt wird der bezüglich seiner äußeren Gestalt an den Schaft (1) noch nicht angepasste Verbund aus Anpassflansch (95), Verbundkörper (100), Endstegplatte (36) und Schaftkappe (8), z.B. mittels eines Bandschleifers, maschinell oder manuell geführt, so lange beschliffen, bis die Form des Verbunds harmonisch an die Form des Schafts (1) angepasst ist. Der Anpassflansch (95), die Kunststoffringe (103, 104) und die Endstegplatte (36) bilden hierbei ein formsteifes Gerüst, das beim Überschleifen verhindert, dass die Zellkautschuklagen (101, 102) nicht hohl geschliffen werden.

    [0059] In einem sechsten und letzten Schritt wird der Verbund - zumindest aber der Verbundkörper (100) - nach einem Reinigungsvorgang ggf. mit einem Silikonfilm überzogen oder mit Wachs imprägniert.

    [0060] Bei der Benutzung des Rückstoßdämpfersystems durch den Schützen soll die mit der Schaftkappe (8) ausgestattete Stützbaugruppe (35) in ihrer unbetätigten Endlage lösbar verrastet sein, um die Schulterstütze (1) - beim Zielen - zunächst unnachgiebig zu arretieren. Beim Abgeben eines Schusses wird rückstoßbedingt als Erstes die Rastkraft des Rastgesperres (85) überwunden. Erst hiernach kommt die hydraulische Dämpfung zur Wirkung. Durch die Relativbewegung zwischen dem Kolben (53) und dem Zylinder (74), im Ausführungsbeispiel sind es 12 mm, wird das Hydrauliköl vom Zylinderraum (69) in den Zylinderraum (79) gedrosselt und dämpfend umgepumpt. Hierbei werden die beiden Schraubendruckfedern (91) weiter gespannt. Gleichzeitig wird die im Verbundkörperinnenraum (119) gasdicht oder zumindest nahezu gasdicht gespeicherte Luft komprimiert. Folglich liegt hier ein Federsystem aus z.B. zwei mechanischen (91) und einem pneumatischen Federelement (100, 119) vor.

    [0061] Nachdem am Ende der Eintauchbewegung die Stützbaugruppe (35) ggf. am Grundkörper (11) anliegt, wird die Bewegungsrichtung umgekehrt. Die Schraubendruckfedern (91) setzen ihre gespeicherte Energie frei, indem sie die Stützbaugruppe (35) und die Kolbeneinheit (52) wieder in ihre Ausgangslage schieben. Letztere ist erreicht, wenn der Kolben (53) am Bohrungsbund (17) anliegt und die Rastkugeln (87) wieder in der Rastkerbe (67) einrasten.

    [0062] Sollte die Dämpfungseigenschaft des voreingestellten Dämpfers (50) zu gering sein, kann der Schütze diese ändern, indem er in die mittlere Bohrung (129) der Schaftkappe (8) einen entsprechenden Imbusschlüssel hineinsteckt. Sobald der Imbusschlüssel in den Innensechskant des Nadelventilglieds (64) einführt ist, wird durch eine Linksdrehung des Imbusschlüssels die Spaltbreite des Nadelventils (63, 64) vergrößert. Das Dämpferglied (50) erhält eine "weichere" Charakteristik.

    Bezugszeichenliste:



    [0063] 
    1
    Schulterstütze, Schaft, Hinterschaft
    2
    Stirnfläche, Schaftstirnfläche; hinten
    3
    Primärausfräsung
    4
    Bodenfläche, plan
    5
    Vertiefung, zentral
    6
    Führungsstangenausfräsung
    7
    Zentriersenkung für (95)
    8
    Schaftkappe, Weichgummi
    9
    Senkholzschrauben
    10
    Führungssystem
    11
    Grundkörper
    12
    Führungsbohrung
    13
    Stufenbohrung
    14
    Kolbenstangenbohrung
    15
    Dichtsitzbohrung
    16
    Federeinsenkungen
    17
    Bohrungsbund
    18
    Stirnseite, vorn
    19
    Zylinderdichtung, hinten; Doppellippendichtung
    21
    Befüllbohrung
    22
    Dichtkugel
    23
    Schraubstopfen, Gewindestift
    24
    Einfräsung, radial; Durchbruch
    25
    Zylindersenkung
    26
    Doppellippendichtung
    27
    Befestigungsbohrungen
    28
    Grundkörperverlängerung, zentral
    29
    Schrauben
    30
    Basisschale
    31
    Basisplatte
    32
    Ausnehmung, zentral
    33
    Führungsstangendurchbrüche
    34
    Gewindeeinsatz für (29)
    35
    Stützbaugruppe
    36
    Endstegplatte
    36a
    Zentrierzapfen
    37
    Senkbohrungen
    38
    Zentralbohrung
    39
    Senkschrauben
    40
    Stützplatte
    41
    Federeinsenkungen
    42
    Stangeneinsenkungen
    43
    Befestigungsbohrungen, Senkbohrungen für (49, 71)
    44
    Senkbohrung für (49, 71)
    45
    Hohlschraube für (71) mit Senkkopf
    46
    Schraubendurchgangsbohrung
    47
    Führungsstangen
    48
    Bohrung für (106)
    49
    Senkschrauben
    50
    Dämpferglied
    51
    Zylinder-Kolben-Einheit
    52
    Kolbeneinheit
    53
    Kolben
    54
    Rückströmventil
    55
    Ventilbohrung, Längsbohrung
    56
    Ventilkugel
    57
    Querbohrung für (59)
    58
    Klemmhülse, verstaucht
    59
    Haltestift für (56)
    61
    Kolbenstange, vorn
    62
    Ventilbohrung
    63
    Drosselkante, Ventilkante
    64
    Nadelventilglied
    65
    Dichtung
    66
    Querbohrung
    67
    Rastkerbe, Rastnut, Rastabsatz
    69
    Zylinderraum, vorn
    71
    Kolbenstange, hinten
    72
    Querbohrung
    73
    Gewindebohrung, Innengewinde
    74
    Zylinder
    75
    Zylinderbohrung
    76
    Zylinderbodenstopfen, Gewindestopfen
    77
    Stopfendichtung
    78
    Zylinderbodendichtung, Doppellippendichtung
    79
    Zylinderraum, hinten
    80
    Flansch
    81
    Querbohrungen
    82
    Längsbohrung
    83
    Sicherungsringnut, Nut
    85
    Rastgesperre
    86
    Ringfeder
    87
    Rastkugeln
    88
    Stift
    89
    Sicherungsring
    90
    Rückholsystem
    91
    mechanisches Federelement, Schraubendruckfeder
    92
    Tellerfedern, Federelemente
    93
    Waffenlängsrichtung, Parallele zur Laufseele
    95
    Anpassflansch von (30)
    96
    Versatzwandung
    97
    Zentrierzapfen mit Senkbohrungen
    98
    Zentrierzapfen mit Senkbohrungen, abgeflacht
    100
    Verbundkörper, Elastomerkörper, Schürze, Federelement
    101
    Materialschicht aus Zellkautschuk
    102
    Materialschicht aus Zellkautschuk
    103
    Kunststoffring, Kunststoffscheibe, Materialschicht
    104
    Kunststoffring, Kunststoffscheibe, Materialschicht
    105
    Klebeschichten
    106
    Niederhalter
    107
    Rastkugel
    108
    Rastfeder
    109
    Umformvertiefung, Anschlag für (107)
    110
    Rohkontur, Verbundkörperoriginalumriss
    111
    Verbundkörperinnenkontur, Stützplattenaußenkontur
    119
    Verbundkörperinnenraum
    120
    Schlitzöffnung
    121
    Elastomerplatte
    123
    Elastomerzungen
    125
    Schlitz
    129
    Bohrungen in (8)
    151
    Flanschkragen
    152
    Ringnut
    153
    Nutgrund, kegelstumpfmantelförmig
    154
    Längsnut
    155
    Dichtring, O-Ring



    Ansprüche

    1. Rückstoßdämpfersystem für eine Schulterstütze mit mindestens einem Führungssystem (10), mit mindestens einem Dämpferglied (50), mit mindestens einem Rückholsystem (90), mit mindestens einem Rastgesperre (85) und einem Elastomerkörper,

    - wobei das Führungssystem (10) aus einer in einem Grundkörper (11) in Bohrungen (12) mittels Führungsstangen (47) geführten Stützbaugruppe (35) besteht,

    - wobei zwischen der Stützbaugruppe (35) und der Schulterstütze (1) der

    - das mindestens eine Rückholsystem (90), Teile des Führungssystems (10) und Teile des mindestens einen Dämpferglieds (50) umgebende

    - Elastomerkörper angeordnet ist, der aus einem mehrfach geschichteten Verbundkörper (100) besteht,

    - wobei der Verbundkörper (100) ein vielschichtiger Stapel aus mindestens zwei verschiedenen Materialschichten (101, 102, 103, 104) ist,

    - wobei mindestens eine Materialschicht ein weichelastisches, geschlossenzelliges, schaumförmiges Elastomer (101, 102) ist, während mindestens eine andere Materialschicht eine formsteife Kunststoffplatte (103, 104) ist und

    - wobei in dem vielschichtigen Stapel zwischen aus geschlossenzelligen, schaumförmigen Elastomer (101, 102) bestehenden Materialschichten eine Materialschicht aus der formsteifen Kunststoffplatte (103, 104) angeordnet ist.


     
    2. Rückstoßdämpfersystem gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das geschlossenzellige, schaumförmige Elastomer der Materialschicht (101, 102) ein Zellkautschuk ist.
     
    3. Rückstoßdämpfersystem gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Zellkautschuk der Materialschicht (101, 102) eine Rohdichte von 50 bis 150 kg/m3 hat.
     
    4. Rückstoßdämpfersystem gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die formsteife Kunststoffplatte (103, 104) aus einem Kunststoff gefertigt ist, dessen Elastizitätsmodul im Bereich von 5000 bis 20000 N/mm2 liegt.
     
    5. Rückstoßdämpfersystem gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die formsteife Kunststoffplatte (103, 104) aus einem Duroplast hergestellt ist.
     
    6. Rückstoßdämpfersystem gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialschichten (101, 102; 103, 104) miteinander verklebt sind.
     
    7. Rückstoßdämpfersystem gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die einzelnen Materialschichten aus schaumförmigem Elastomer (101, 102) mindestens fünfmal dicker als die einzelnen formsteifen Kunststoffplatten (103, 104) sind.
     
    8. Rückstoßdämpfersystem gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtung der Materialschichten (101, 102; 103, 104) normal zur Schulterstützenlängsrichtung (93) ausgerichtet ist.
     
    9. Rückstoßdämpfersystem gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass alle Materialschichten (101, 102; 103, 104) parallel zueinander verlaufen.
     
    10. Rückstoßdämpfersystem gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützbaugruppe (35) aus einer formsteifen Stützplatte (40) und einer bezüglich ihrer Außenkontur anpassbaren Endstegplatte (36) besteht.
     


    Claims

    1. A recoil damping system for a shoulder support, the system comprising at least one guide system (10), at least one damping member (50), at least one return motion system (90), at least one detent-action lock mechanism (85) and an elastomeric structure,

    - the guide system (10) consisting of a supporting assembly guided in a body (11) in bores (10) by means of guide rods (47),

    - the elastomeric structure surrounding the at last one return motion system (90), parts of the guide system (10) and parts of the at least one damping member (50), the elastomeric structure comprising a composite body (100) consisting of a plurality of layers,

    - the composite body (100) constituting a multi-layered stack of at least two different material layers (101, 102, 103, 104),

    - at least one said material layer being a soft-resilient closed-cell elastomer (101, 102) in foam form and at least one other material layer being a rigid plastic plate member (103, 104), and

    - the multi-layered stack having therein a material layer consisting of said rigid plastics plate member (103, 104) situated between material layers of a closed-cell foam-form elastomer (101, 102).


     
    2. Recoil damping system as claimed in claim 1, characterized by the closed-cell elastomer in foam form of material layer (101, 102) being a cell caoutchouc.
     
    3. Recoil damping system as claimed in claim 2, characterized by the cell caoutchouc of the material layer (101, 102) having a raw density of 5o to 150 kg/m3.
     
    4. Recoil damping system as claimed in claim 1, characterized by the rigid plastics plate member (103, 103) being made of a plastics material having a modulus of elasticity within the range of 5000 to 20000 N/mm2.
     
    5. Recoil damping system as claimed in claim 1, characterized by the rigid plastics plate member (103, 104) being made of a duroplast material.
     
    6. Recoil damping system as claimed in claim 1, characterized by the material layers (101, 102, 103, 104) being adhesively bonded to each other.
     
    7. Recoil damping system as claimed in claim 1, characterized by the foam material layers (101, 102) having a thickness individually of at least five times the thickness of the individual rigid plastics material plate members (103, 104).
     
    8. Recoil damping system as claimed in claim 1, characterized by the stack structure of the material layers (101, 102; 103, 104) being oriented normal to the longitudinal direction (93) of the shoulder support.
     
    9. Recoil damping system as claimed in claim 1, characterized by all the material layers (101, 102; 103, 104) extending in parallel with each other.
     
    10. Recoil damping system as claimed in claim 1, characterized by the supporting assembly (35) consisting of a rigid supporting plate member (40) and an end web plate member (36), the latter adaptable in shape.
     


    Revendications

    1. Système d'amortissement de recul pour une crosse (1) comportant au moins un système de guidage (10), au moins un élément amortisseur (50), au moins un dispositif de rappel (90), au moins un dispositif d'encliquetage (85) et un corps en élastomère,

    - le système de guidage (10) étant composé d'un assemblage de support (35) guidé dans un corps de base (11) à l'aide de tiges de guidage (47) dans des alésages (12),

    - le corps en élastomère qui entoure ledit au moins un système de rappel (90), des parties du système de guidage (10) et des parties de l'élément amortisseur (50) et qui est composé d'un corps composite multicouche (100), étant disposé entre l'assemblage de support (35) et la crosse (1),

    - le corps composite (100) étant une pile multicouche composée d'au moins deux couches de matériaux différents (101, 102, 103, 104),

    - au moins une couche de matériau étant un élastomère élastique souple en mousse à cellules fermées (101, 102) et au moins une autre couche de matériau étant une plaque en plastique rigide (103, 104) et

    - une couche de matériau formée par la plaque en plastique rigide (103, 104) étant placée dans la pile multicouche, entre les couches d'élastomère en mousse à cellules fermées (101, 102).


     
    2. Système d'amortissement de recul selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'élastomère en mousse à cellules fermées de la couche de matériau (101, 102) est un caoutchouc cellulaire.
     
    3. Système d'amortissement de recul selon la revendication 2, caractérisé en ce que le caoutchouc cellulaire de la couche de matériau (101, 102) a une masse volumique de 50 à 150 kg/m3.
     
    4. Système d'amortissement de recul selon la revendication 1, caractérisé en ce que la plaque en plastique rigide (103, 104) est fabriquée à partir d'une matière plastique dont le module d'élasticité se situe dans la plage de 5.000 à 20.000 N/mm2.
     
    5. Système d'amortissement de recul selon la revendication 1, caractérisé en ce que la plaque en plastique rigide (103, 104) est fabriquée à partir d'un duroplast.
     
    6. Système d'amortissement de recul selon la revendication 1, caractérisé en ce que les couches de matériaux (101, 102, 103, 104) sont collées l'une à l'autre.
     
    7. Système d'amortissement de recul selon la revendication 1, caractérisé en ce que les différentes couches de matériaux (101, 102) en élastomère sous forme de mousse sont au moins cinq fois plus épaisses que les différentes plaques en plastique rigide (103, 104).
     
    8. Système d'amortissement de recul selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'empilement des couches de matériaux (101, 102; 104, 105) est orienté perpendiculairement au sens longitudinal de la crosse (93).
     
    9. Système d'amortissement de recul selon la revendication 1, caractérisé en ce que toutes les couches de matériaux (101, 102; 103, 104) s'étendent parallèlement les unes aux autres.
     
    10. Système d'amortissement de recul selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'assemblage de support (35) est composé d'une plaque de support rigide (40) et d'une plaque multicouche terminale (36) dont le contour extérieur peut être adapté.
     




    Zeichnung

















    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente