[0001] Die Erfindung betrifft einen Koffer mit einem Kofferkörper, der aus Platten, Querschienen,
Vertikaleckstützen und Eckstücken zusammengesteckt ist.
[0002] Die bekannten Koffer bestehen aus Bauteilen, die aus vorzugsweise hartem Material
hergestellt sind. Dadurch ergibt sich ein ganz stabiler Kofferkörper, der gerade mit
seinen Eckkanten eine Gefahrenquelle für Verletzungen darstellt. Zudem können bei
der Handhabung des Koffers durch die stabilen und gefährlichen Eckkanten des Kofferkörpers
Beschädigungen von Gegenständen verursacht werden.
[0003] Aus der
GB 2 472 628 A ist ein Werkzeugkoffer bekannt, der einen mit runden Eckkanten ausgebildeten, vorzugsweise
einstückigen Kofferkörper aufweist. Daher stellen bei diesem Werkzeugkoffer die abgerundeten
Eckkanten keine Gefahrenquelle dar. Der Kofferkörper wird mit einem Kofferdeckel verschlossen,
der aus einem Rahmen mit einer Platte gebildet ist. Dieser Kofferdeckel wird als Arbeitsplatte
verwendet. Die Rahmenschenkel werden daher mit angebrachten Schutzleisten verbunden,
die aus elastischem Material bestehen. Dadurch wird das Arbeiten auf dem Deckel erleichtert,
da der Rahmen keine Gefahrenquelle mehr darstellt. Der Kofferkörper bleibt nach wie
vor teuer in der Herstellung.
[0004] Der Koffer nach der
DE 88 11 817 U1 zeigt einen Koffer mit einem Kofferkörper, der aus Platten, Querschienen, Vertikaleckstützen
und Eckstücken zusammensteckbar ist. Dabei bilden die Vertikaleckstützen eine abgeschrägte
Außenkante, die wohl die Gefahrenstelle etwas abschwächt. Bei aus Metall gefertigten
Vertikaleckstützen reicht dies jedoch nicht aus.
[0005] Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Koffer mit einem zusammengesteckten Kofferkörper
der eingangs erwähnten Art zu entwickeln, bei dem die Eckkanten des Kofferkörpers
keine Gefahrenstelle für körperliche Verletzungen und gegenständliche Beschädigungen
von Gegenständen mehr darstellen.
[0006] Die gestellte Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Dabei sind zumindest die Vertikaleckstützen im Bereich der Eckkanten mit einer Ecknut
versehen. In diesen Ecknuten sind elastische Kunststofflippen, z. B. Gummilippen,
am Außenumfang des Kofferkörpers abstehend eingebracht und darin durch Verklemmen
festgehalten.
[0008] Diese Kunststofflippen entschärften die harten Eckkanten des Kofferkörpers, so dass
bei der Handhabung des Koffers keine Gefahr für eine Verletzung einer Person oder
eine Beschädigung eines Gegenstands mehr vorliegt. Durch die elastische Kunststofflippe
wird ein Stoß abgefangen, so dass auch ein kräftiger Aufprall des Koffers ohne weiteres
abgefangen wird.
[0009] Vorteilhafte Ausgestaltungen des Koffers sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0010] So ist weiterhin vorgesehen, dass sich die Ecknut der Vertikaleckstützen über einen
Teil der Eckstücke fortsetzt, wobei die gebildeten Endabschnitte der Endstücke die
Aufnahme für die Kunststofflippen abschließen. Damit sind auch die Enden der Kunststofflippen
in den Eckstücken besser gegen unbeabsichtigtes Herausdrücken geschützt.
[0011] Die Eckstücke weisen im rechten Winkel zueinander stehend jeweils eine Außenwand
und eine Innenwand auf. Jeweils zwischen der Außenwand und der Innenwand sind Steckzapfen
angeformt. Diese Steckzapfen sind in Steckaufnahmen der Querschienen einsteckbar,
die zwischen den Außenwänden und den Innenwänden der Querschienen gebildet sind.
[0012] Die Außenwände und die Innenwände der Querschienen, die Außenwände und die Innenwände
der Vertikaleckstützen und die Außenwände und die Innenwände der Eckstücke laufen
in einem Abstand zueinander aus, der als Steckaufnahmen für die Platten des Kofferkörpers
dienen. Dieser Abstand ist an die Stärke der Platten des Kofferkörpers angepasst.
[0013] Die Eckstücke laufen den Vertikaleckstützen zugekehrt in Steckzapfen aus, die in
Steckaufnahmen in den Stirnseiten der Vertikaleckstützen einsteckbar sind.
[0014] Die Endstücke und die Querschienen weisen auf den den Platten abgekehrten Seiten
eine Nut für ein Dichtungselement auf. Damit ist die dichte Anbringung eines Kofferbodens
und eines Kofferdeckels verbessert und erleichtert.
[0015] Die Farbe der elastischen Kunststofflippe kann auch bei der Design-Ausgestaltung
des Koffers eine wichtige Rolle übernehmen. So kann sich zumindest die Farbe der Kunststofflippen
von der Farbe der übrigen Bauteile des Koffers anders unterscheiden.
[0016] Die Erfindung wird anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
eines Koffers nach der Erfindung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch die im Bereich einer Kofferkante zusammenzustehenden Bauteile,
- Fig. 2
- den zusammengesteckten Kofferkörper in perspektivischer Ansicht und
- Fig. 3
- in Einzeldarstellung eine Vertikaleckstütze mit beiden, an den Enden angesteckten
Eckstücken mit einer im Bereich der Eckkante einzubringenden Kunststofflippe.
[0017] In Fig. 1 sind die Bauelemente für einen Kofferkörper in der vorbereiteten Montagestellung
gezeigt, die im Bereich einer Eckkante des Kofferkörpers aufeinander stoßen. Die rechteckigen
Platten 10 bestimmen Höhe und Breite bzw. Höhe und Länge des rechteckigen Kofferkörpers.
Das entscheidend neue Bauteil des neuen Kofferkörpers sind die Vertikalstützen 30,
die als Profilmaterial hergestellt und in der erforderlichen Länge abgeschnitten werden.
Die Vertikalstützen 30 weisen Außen- und Innenwände auf, die im rechten Winkel zueinander
stehen. Die Außenwand 31 bzw. 32 steht dabei in einem ganz bestimmten Abstand zur
Innenwand 33 bzw. 34. Die beiden Wände laufen in Steckaufnahmen aus, die auf die Stärke
der Platten 10 abgestimmt sind. Die Stirnseiten der Vertikaleckstützen 30 geben Zugang
zu durchgehenden Steckaufnahmen 35 und 36, in die Steckzapfen 49 deck Eckstücke 40
eingesteckt werden. Im Bereich der Eckkante trägt die Vertikaleckstütze 30 eine durchgehende
Aufnahmenut 48.
[0018] Auch die Eckstücke 40 haben Außen- und Innenwände, die im rechten Winkel zueinander
stehen und eine Steckaufnahme für die Außenwand 21 und die Innenwand 22 der Querschienen
20 bilden. In das Stirneck ist eine durchgehende Steckaufnahme 24 eingebracht, in
die die seitlich angeformten Steckzapfen 45 und 46 der Eckstücke 40 eingesteckt werden.
[0019] Die Eckstücke 40 weisen eine Fortsetzung der Aufnahme mit 48 der Vertikaleckstütze
30 auf, die durch den Endabschnitt 47 des Eckstücks 40 begrenzt ist. Damit wird der
Zugang zum Ende der Kunststofflippe 50 erschwert, die in die Aufnahme mit 48 eingebracht
und darin durch Verklemmung festgelegt ist. Die den Platten 10 abgekehrten Seiten
der Querschienen 20 und der Eckstücke 40 sind mit einer Nut 33 für ein Dichtungselement
versehen, mit dem die dichte Anbringung eines Kofferbodens und eines Kofferdeckels
erleichtert und verbessert werden kann.
[0020] Wenn vier Platten 10, acht Querschienen 20 und vier Vertikaleckstützen 30 mit acht
Eckstücken 40 zusammengesteckt sind, ist ein Kofferkörper nach Fig. 2 gebildet.
[0021] In Fig. 3 ist eine Vertikalstütze 30 mit zwei Winkelstücken 40 verbunden. Dabei ist
die Nut 23 für das Dichtungselement gut zu erkennen. Die Aufnahmenut 48 im Bereich
der Eckkante der Vertikaleckstütze 30 ist bis zu dem Endabschnitt 47 der beiden Eckstücke
40 weitergeführt. Die auf die erforderliche Länge abgeschnittene Kunststofflippe 50,
z. B. eine elastische Gummilippe, wird in die begrenzte Aufnahmenut 48 eingedrückt
und darin durch Verklemmung festgehalten. Die Enden der Kunststofflippe 50 sind dabei
gegen unbeabsichtigten Zugriff mit Lösen aus der Aufnahmenut 48 gesichert.
[0022] Die im Bereich der Eckkanten der Vertikaleckstützen 30 eingebrachten Kunststofflitzen
entschärfen die scharfen Eckkanten des Kofferkörpers. Verletzungen von Personen und
Beschädigungen von Gegenständen bei Stößen auf die Eckkanten des Kofferkörpers sind
dadurch vermieden.
1. Koffer mit einem Kofferkörper, der aus Platten (10), Querschienen (20), Vertikaleckstützen
(30) und Eckstücken (40) zusammengesteckt ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest die Vertikaleckstützen (30) im Bereich der Eckkanten mit einer Aufnahmenut
(48) versehen sind, in die Kunststofflippen (50) am Außenumfang des Kofferkörpers
abstehend eingebracht und darin durch Verklemmung festgehalten sind.
2. Koffer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich die Aufnahmenut (48) der Vertikaleckstützen (30) über einen Teil der Eckstücke
(40) fortsetzt und
dass Endabschnitte (47) des Eckstücks (40) die Aufnahmenut für die Kunststofflippe abschließen.
3. Koffer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Eckstücke (40) im rechten Winkel zueinander stehend jeweils eine Außenwand (41,
42) und eine Innenwand (43, 44) aufweisen,
dass jeweils zwischen Außenwand (41, 42) und Innenwand (43, 44) ein Steckzapfen (45, 46)
gebildet ist und
dass diese Steckzapfen (45, 46) in Steckaufnahmen (24) der Querschienen (20) einsteckbar
sind, die zwischen den Außenwänden (21) und den Innenwänden (22) der Querschienen
(20) gebildet sind.
4. Koffer nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Außenwände (21) und die Innenwände (22) der Querschienen (20), die Außenwände
(31, 32) und die Innenwände (33, 34) der Vertikaleckstützen (30) und die Außenwände
(41, 42) und die Innenwände (43, 44) der Eckstücke (40) in einem Abstand zueinander
auslaufen, der als Steckaufnahmen für die Platten (10) des Kofferkörpers dient, und
dass dieser Abstand an die Stärke der Platten (10) des Kofferkörpers angepasst ist.
5. Koffer nach Anspruch 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Eckstücke (40) den Vertikaleckstützen (30) zugekehrt in Steckzapfen (49) auslaufen,
die in Steckaufnahmen (35, 36) in den Stirnseiten der Vertikaleckstützen (30) einsteckbar
sind.
6. Koffer nach Anspruch 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Eckstücke (40) und die Querschienen (20) auf der den Platten abgekehrten Seiten
eine Nut (23) für ein Dichtungselement aufweisen.
7. Koffer nach Anspruch 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich zumindest die Farbe der Kunststofflippen (50) von der Farbe der Vertikaleckstützen
(30), der Querschienen (20) und der Platten (10) des Kofferkörpers unterscheidet.