[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein modulares Möbelverbindungsstecksystem.
[0002] Bekannte Möbel- oder Regalsystem sind beispielsweise in der
DE 20 2006 000 921 U1 oder in der
DE 20 2005 013 265 U1 beschrieben. In der
DE 20 2006 000 921 U1 werden eine Mehrzahl von plattenförmigen Bauelementen und eine Mehrzahl von Verbindungsstücken
zur Verbindung der plattenförmigen Bauelemente eingesetzt, wobei jedes Bauelement
eine Mehrzahl von Befestigungseinrichtungen aufweist und die Verbindungsstücke wahlweise
an verschiedenen Befestigungseinrichtungen an einem jeden plattenförmigen Bauelement
befestigbar sind, so dass die Bauelemente in einer räumlichen Konfiguration aneinander
fixierbar sind. Konkret weist jedes Bauteil mehrere Nuten auf, in die Winkel-Bleche
eingesteckt werden. Über die Winkel-Bleche können mehrere Bauelemente im rechten Winkel
zueinander und aneinander befestigt werden, bis etwa ein Würfel als Möbel- oder Regalteil
entsteht. Neben den eigentlichen Möbelteilen, den Bauelementen, kommen also die Winkel-Bleche
bzw. Winkel-Klipps zum Einsatz. Die Handhabung der Winkel-Bleche ist schwierig und
diese müssen in großer Anzahl in die Nuten an den Bauelementen eingetrieben werden,
um dort sicher zu halten. Auch beim Zusammenfügen der Bauelemente ist die Ausrichtung
und das Einsetzen der Winkel-Klipps in die Nuten am nächsten Bauelement schwierig
und zeitaufwändig.
[0003] Aus der
DE 20 2005 013 265 U1 ist es bekannt, zwei Möbelteile mittels einer Verzahnung, die an den beiden Möbelteilen
komplementär in der Form zueinander vorgesehen ist, formschlüssig zu verbinden. Um
diese Verbindung zu fixieren, ist an den beiden Möbelteilen im Bereich der Verzahnung
eine Längsnut vorgesehen, in die ein dünner und langer Stab eingeschoben wird, der
die Verbindung sichert und die beiden Möbelteile aneinander fixiert. Neben dem Problem
der genauen Ausrichtung der Verzahnung und der Längsnut, die an beiden Möbelteilen
ausgefräst werden muss, ist die Einführung des langen dünnen Stabes ein praktisches
Problem, um das Möbel zu montieren. Besteht das Möbel aus mehreren Möbelteilen, muss
zwischen allen Möbelteilen ein solcher Stab montiert werden. Diese Lösung ist zeitintensiv
und durch die konstruktiv notwendige Passgenauigkeit des Stabes in der Längsnut handwerklich
schwierig auszuführen.
[0004] Schließlich ist aus der
DE 20 2006 018 300 U1 eine Eckverbindung für Möbel bekannt. Diese Eckverbindung funktioniert ohne weitere
Verbindungsmittel, lässt jedoch aufgrund der sogenannten Holzknoten-Konstruktion nur
sehr wenige Freiheitsgrade beim Zusammenbau der Möbelecken. Zwischenwände oder Regalböden
lassen sich mit der Eckverbindung nicht befestigen. Sollen Rückwände, Einlegeböden
oder ähnliches eingebaut werden, dann müssen nach der
DE 20 2006 018 300 U1 (Absatz [0002]) Löcher gebohrt werden und sogenannte Bodenträger verwendet werden.
[0005] Demgegenüber ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Möbelverbindungsstecksystem
zu schaffen, welches gänzlich ohne zusätzliche Verbindungsmittel auskommt. Für den
Zusammenbau sollen auch keinerlei Werkzeuge notwendig sein.
[0006] Die Erfindung weist zur Lösung dieser Aufgabe die im Patentanspruch 1 angegebenen
Merkmale auf. Vorteilhafte Ausgestaltungen hiervon sind in den weiteren Ansprüchen
2 bis 12 angegeben.
[0007] Das erfindungsgemäße modulare Möbelverbindungsstecksystem mit zumindest drei zusammenwirkenden
flächigen und im Wesentlichen ebenen Möbelteilen funktioniert derart, dass das erste
Möbelteil, welches in der XY-Ebene angeordnet ist, über zumindest eine erste Öffnung
verfügt, die kreuzförmig ausgebildet ist oder über zumindest eine erste Öffnung verfügt,
die sich in Y-Richtung erstreckt und länglich ausgebildet ist sowie zwei weitere Öffnungen
hat, die in X-Richtung beabstandet links und rechts der ersten Öffnung ausgebildet
sind; dass das zweite Möbelteil, welches in der YZ-Ebene angeordnet ist, über zumindest
einen L-förmigen Fortsatz verfügt, der in einen vertikal verlaufenden Teil der ersten
Öffnung des ersten Möbelteils einsteckbar ist, derart, dass eine Nase als Abschnitt
des L-förmigen Fortsatzes bei Verlagerung des zweiten Möbelteils relativ zu dem ersten
Möbelteil in Y-Richtung, das erste Möbelteil durch die erste Öffnung hindurch hintergreift,
so dass die beiden Möbelteile in X- und Z-Richtung aneineinander fixiert und nicht
mehr zueinander verlagerbar sind; dass das zweite Möbelteil am entgegengesetzten Ende
zum Fortsatz eine erste U-förmige längliche Nut aufweist, die in Z-Richtung verläuft;
und dass das dritte Möbelteil, welches in der XZ-Ebene angeordnet ist, zumindest eine
zweite Nut aufweist, die zu der ersten Nut in der Form komplementär ausgebildet ist,
so dass bei Verlagerung des dritten Möbelteils relativ zu den aneinander bereits fixierten
ersten und zweiten Möbelteilen in Z-Richtung, die beiden Nuten ineinandergreifen,
sowie dass das dritte Möbelteil am offenen Ende der Nut zu beiden Seiten der Nut beabstandet
jeweils eine Aussparung aufweist, so dass Vorsprünge, die zwischen der Nut und den
Aussparungen jeweils ausgebildet sind, in die erste Öffnung zu beiden Seiten des zweiten
Möbelteils eingreifen, wenn das dritte Möbelteil in der Z-Richtung relativ zu dem
ersten Möbelteil hin verlagert wird, um die Verbindung zu fixieren.
[0008] Bevorzugt weist das modulare Möbelverbindungsstecksystem nach Anspruch 2 beidseits
der ersten Öffnungen jeweils eine zweite und dritte Öffnung in X-Richtung mit Abstand
zur ersten Öffnung auf, wobei die zweiten und dritten Öffnungen mit der ersten Öffnung
an einer Mittenlinie in Y-Richtung ausgerichtet sind. Durch diese zusätzlichen Öffnungen
kann die Stabilität der Steckverbindung erhöht werden.
[0009] Dementsprechend muss dann nach Anspruch 3 jeweils ein Vorsprung an dem dritten Möbelteil
in X-Richtung außerhalb der Aussparungen liegend beidseits vorgesehen sein, die dann
in die zweiten und dritten Öffnungen an dem ersten Möbelteil eingreifen.
[0010] Besonders bevorzugt ist bei dem modularen Möbelverbindungsstecksystem nach der vorliegenden
Erfindung und nach dem Anspruch 4 die Breite der Öffnungen in X-und/oder Y-Richtung
der Materialstärke der Möbelteile entsprechend ausgebildet. Durch die passgenaue Abstimmung
von Materialstärke der Möbelteile und Weite der Öffnungen kann die Stabilität eines
Möbels, zusammengebaut aus den erfindungsgemäßen Möbelteilen, deutlich erhöht werden.
[0011] Vorteilhafterweise ist die Materialstärke der unterschiedlichen Möbelteile identisch.
Jedoch können die unterschiedliche geformten Möbelteile auch unterschiedliche Materialstärken
aufweisen, beispielsweise um Material und/oder Gewicht einzusparen. Als Beispiel sei
hier genannt, dass die Rückwand eines Regals etwa 8 mm Stärke, die seitlichen, vertikal
stehenden Möbelteile etwa 8 mm Stärke und die Regal- oder Zwischenböden etwa 19 mm
Stärke aufweisen können. Die Böden sind stärker ausgeführt, um eine höhere Biegebelastung
zuzulassen.
[0012] Bevorzugt sind Magneten entweder an dem ersten oder dem dritten Möbelteil vorgesehen,
die mit Schrauben an dem dritten oder dem ersten Möbelteil derart zusammenwirken,
dass die magnetische Anziehungskraft ausgenutzt wird, um die beiden Möbelteile aneinander
zu fixieren.
[0013] Besonders bevorzugt sind die Magneten oberflächenbündig angeordnet.
[0014] Um Material und/oder Gewicht einzusparen, sind die erfindungsgemäßen Möbelteile jeweils
mit Aussparungen versehen.
[0015] Ein Regal (oder Schrank) lässt sich besonders einfach durch das modulare Möbelverbindungsstecksystem
realisieren, wenn das erste Möbelteil bzw. die mehreren ersten Möbelteile eine Rückwand
des Regals (oder des Schrankes), das zweite Möbelteil zumindest eine vertikal verlaufende
Seiten- oder Trennwand und das dritte Möbelteil zumindest einen Zwischenboden des
Regals (oder des Schrankes) ausbilden.
[0016] Für den Laien am einfachsten aufzubauen ist ein Möbel, bei dem möglichst gleichartige
Möbelteile verwendet werden, z.B. eine Mehrzahl von identischen ersten Möbelteilen
für eine Rückwand eines Regals, eine Mehrzahl von identischen zweiten Möbelteilen
für mehrere vertikal verlaufende Trennwände und eine Mehrzahl von identischen dritten
Möbelteilen für die mehreren Böden des Regals.
[0017] Vorzugsweise sind bei dem erfindungsgemäßen modularen Möbelverbindungsstecksystem
die Möbelteile aus MDF-Platten, d. h. aus mitteldichten Holzfaserplatten hergestellt.
Neben diesen bewährten MDF-Platten können die Möbelteile auch aus Blech, Plexiglas,
HDF (hochdichte Faserplatten), OSB (Grobspanplatte) oder Multiplex (u.a. schichtverleimte
Sperrholzplatten) bestehen, wobei aus Gründen des Designs unterschiedliche Möbelteile
auch aus unterschiedlichen Materialien bestehen können.
[0018] Die vorstehende Aufgabe, die Merkmale und Vorteile nach der vorliegenden Erfindung
können unter Berücksichtigung der folgenden, detaillierten Beschreibung der bevorzugten
Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung und unter Bezugnahme auf die zugehörigen
Zeichnungen besser verstanden werden.
[0019] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Diese zeigen
in:
Fig. 1 eine erste Ausführungsform der vorliegenden Erfindung in einer perspektivischen
und schematischen Ansicht, wobei die Steckverbindung zwischen einem ersten Möbelteil
und einem zweiten Möbelteil dargestellt ist;
Fig. 2 eine Draufsicht in Z-Richtung auf ein erstes Möbelteil des erfindungsgemäßen
modularen Möbelverbindungsstecksystems;
Fig. 3 eine der Figur 1 ähnliche Ansicht, wobei ein zweites Möbelteil in eine Öffnung
in dem ersten Möbelteil in Z-Richtung eingeführt dargestellt ist;
Fig. 4 eine weitere perspektivische Ansicht des ersten und des zweiten Möbelteils,
wobei die Rückseite des ersten Möbelteils zu erkennen ist, nachdem das zweite Möbelteil
relativ zum ersten Möbelteil in Y-Richtung nach unten verlagert worden ist;
Fig. 5 eine schematische und perspektivische Ansicht, die das erste Möbelteil von
der Vorderseite her zeigt, analog der Figur 4;
Fig. 6 eine weitere perspektivische und schematische Darstellung des erfindungsgemäßen
Möbelverbindungsstecksystems, wobei ein drittes Möbelteil in Z-Richtung verlagert
und mit den beiden anderen Möbelteilen verbunden wird;
Fig. 7 eine Rückansicht des modularen Möbelverbindungsstecksystems, wobei alle drei
Möbelteile nach den Figuren 1 bis 6 ineinander gesteckt sind;
Fig. 8 eine vergrößert dargestellte Teilansicht des dritten Möbelteils;
Fig. 9 eine perspektivische und schematische Gesamtansicht des modularen Möbelverbindungsstecksystems
in der ersten Ausführungsform, wobei die drei Möbelteile jeweils mehrfach vorhanden
sind und ineinander gesteckt sind, so dass ein standfestes Regal ausgebildet ist;
Fig. 10 eine erste schematische Ansicht, die den Aufbau des erfindungsgemäßen Möbelverbindungsstecksystems
erklärt, wobei beispielhaft drei erste Möbelteile vorgesehen sind und ein erstes zweites
Möbelteil in das rechte erste Möbelteil eingesteckt ist;
Fig. 11 eine zweite schematische Ansicht, die den Aufbau des erfindungsgemäßen Möbelverbindungsstecksystems
weiter erklärt, wobei in die drei ersten Möbeltetile bereits drei zweite Möbelteile
eingesteckt sind, sowie ein drittes Möbelteil als Regalboden unten eingesteckt ist;
Fig. 12 verschiedene schematische Ansichten einer zweiten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung, wobei in a) die Rückseite des ersten Möbelteils mit eingestecktem zweiten
Möbelteil dargestellt ist, wobei in b) eine Draufsicht von oben auf die Darstellung
nach (a) gezeigt ist, wobei in c) eine perspektivische Ansicht aller drei ineinandergesteckten
Möbelteile gezeigt ist; und wobei in d) eine Schnittdarstellung von der Seite gezeigt
ist;
Fig. 13 mehrere schematische Darstellungen des zweiten Möbelteils nach der zweiten
Ausführungsform;
Fig. 14 eine schematische Darstellung einer dritten Ausführungsform nach der vorliegenden
Erfindung, wobei das erste Möbelteil mit Öffnungen gezeigt ist, die von den Öffnungen
der ersten beiden Ausführungsformen in der Anordnung und Form abweichen;
Fig. 15 eine weitere vierte Ausführungsform nach der vorliegenden Erfindung, wobei
das dritte Möbelteil mit Aussparungen dargestellt ist sowie das erste und das zweite
Möbelteil gegenüber den anderen Ausführungsformen unterschiedliche Vorsprünge und
Rücksprünge an den Stecköffnungen zeigen; und
Fig. 16 mehrere schematische Darstellungen des ersten Möbelteils nach der Figur 12
(zweite Ausführungsform).
[0020] Das erfindungsgemäße modulare Möbelverbindungsstecksystems besteht vorzugsweise aus
mehreren jeweils identischen ersten, zweiten und dritten Möbelteilen 1, 2, und 3,
wobei für den Fachmann klar zu erkennen ist, dass die vorliegenden Erfindung nicht
auf diese drei unterschiedlichen Möbelteile 1, 2 und 3 beschränkt ist ― dies wird
auch durch die mehreren Ausführungsformen deutlich, die im Folgenden beschrieben werden.
Es können jederzeit mehr als drei unterschiedliche Möbelteile mit dem erfindungsgemäßen
Stecksystem verbunden werden, solange von den formgebenden Merkmalen ― beispielsweise
den Öffnungen, Vorsprüngen und Nuten ― Gebrauch gemacht wird.
[0021] In der Figur 1 ist eine erste Darstellung der erfindungsgemäßen Möbelteile in einer
Perspektive gezeigt, wobei ein erstes Möbelteil 1, welches als Rückwandelement beispielsweise
eines Regals dient, über Öffnungen 4 verfügt (in der Fig. 1 ist lediglich eine Öffnung
4 dargestellt), sowie ein zweites Möbelteil 2 über einen Fortsatz 7 verfügt, der im
Wesentlichen hakenförmig ausgebildet ist und eine Nase 8 umfasst. Wird das Möbelteil
2 in Z-Richtung auf das erste Möbelteil 1 hin bewegt, so kann der Fortsatz 7 durch
den vertikal verlaufenden Teil der Öffnung 4 hindurch gesteckt werden. Dieser Zustand
ist in der Figur 3 dargestellt.
[0022] Um Material und/oder Gewicht zu sparen, kann jedes Möbelteil 1, 2 oder 3 mit Aussparungen
17 versehen sein. Beispielhaft ist in der Figur 1 das zweite Möbelteil 2 mit zumindest
einer Aussparung 17 versehen.
[0023] In der Figur 2 ist eine Draufsicht auf das erste Möbelteil 1 gezeigt, wobei zu erkennen
ist, dass mehrere Öffnungen 4 übereinanderliegend, in Y-Richtung zueinander beabstandet,
vorgesehen sind. Jedes zweite Möbelteil 2 kann über mehrere Fortsätze 7 verfügen,
die ebenfalls in Y-Richtung voneinander beabstandet sind, so dass beim Ineinanderstecken
des zweiten Möbelteils 2 in das erste Möbelteil 1 alle Fortsätze 7 in die korrespondierenden
Öffnungen 4 eingreifen.
[0024] In der Figur 4 und 5 ist der Zustand dargestellt, wenn das zweite Möbelteil 2 relativ
zum ersten Möbelteil 1 in Y-Richtung nach unten verlagert worden ist, so dass die
[0025] Nase 8 des Fortsatzes 7 die Rückseite des ersten Möbelteils 1 durch die Öffnung 4
hintergreift. In dieser Lage lassen sich die beiden Möbelteile 1 und 2 weder in Z-Richtung
noch in X-Richtung zueinander verlagern ― die beiden Möbelteile 1 und 2 sind relativ
zueinander fixiert, lediglich eine Bewegung in Y-Richtung nach oben wäre noch möglich
― diese Verlagerungsrichtung wird jedoch durch ein drittes Möbelteil 3, welches im
Folgenden beschrieben wird, blockiert werden, um eine abschließende Fixierung der
drei Möbelteile 1, 2 und 3 zueinander zu bewirken.
[0026] In der Figur 6 ist dargestellt, wie das dritte Möbelteil 3 relativ zu den beiden
anderen Möbelteilen 1 und 2 in Z-Richtung verlagert wird und wie ein Vorsprung 14
an dem dritten Möbelteil 3 in die erste Öffnung 4 des ersten Möbelteils 1 eingreift,
sowie ein Vorsprung 15 in eine weitere Öffnung 6 in dem ersten Möbelteil 1 eingreift.
[0027] Das zweite Möbelteil 2 verfügt über zumindest eine erste Nut 9, die in Z-Richtung
verlaufend und länglich ausgebildet ist. Mehrere solche ersten Nuten 9 können in Y-Richtung
zueinander beabstandet an dem zweiten Möbelteil 2 vorgesehen sein, wie es in der Figur
10 dargestellt ist. Die Nut 9 ist am entgegengesetzten Ende zum Fortsatz 7 an dem
zweiten Möbelteil 2 vorgesehen.
[0028] Das dritte Möbelteil 3 verfügt über eine korrespondierende zweite Nut 10, die bei
der Verlagerung des dritten Möbelteils 3 relativ zum zweiten Möbelteil 2 in die erste
Nut 9 eingreift. Hierzu sind die beiden Nuten 9 und 10 in der Form zueinander komplementär
ausgebildet. Die Nut 10 in dem Möbelteil 3 ist in der Figur 8 dargestellt.
[0029] Vorzugsweise kann an dem dritten Möbelteil 3 zumindest ein Magnet 18 vorgesehen werden,
der bei der vorliegenden Ausführungsform jeweils in den Aussparungen 11 und 12 befestigt
ist, wobei diese beiden gezeigten Magneten 18 im Material des dritten Möbelteils 3
versenkt angeordnet sind, so dass diese Magneten 18 nicht oder kaum über die Oberfläche
des dritten Möbelteils 3 überstehen.
[0030] Im Zusammenwirken mit den Magneten 18 sind an dem ersten Möbelteil 1 vorzugsweise
Schrauben 19 vorgesehen, so dass beim Ineinanderstecken der Möbelteile 3 und 1 die
Magneten 18 an den Schrauben 19 anhaften und die Magnetkraft die beiden Möbelteile
1 und 3 aneinander in Z-Richtung fixiert.
[0031] In der Figur 9 ist ein Regal, aus den erfindungsgemäßen Möbelteilen 1, 2 und 3 aufgebaut,
dargestellt, wobei drei identische erste Möbelteile 1 als Rückwandelemente dienen,
sowie drei identische zweite Möbelteile 2 als vertikal verlaufende Trennwände dienen,
während drei identische dritte Möbelteile 3 als horizontale Regalböden dienen. Weder
ist die vorliegende Erfindung auf diese Anzahl "drei" beschränkt, noch müssen die
Möbelteile 1, 2 und 3 mehrfach und identisch zueinander vorgesehen werden.
[0032] Für einen Endverbraucher lässt sich selbstverständlich ein Möbel, welches aus mehreren
jeweils zueinander identischen Möbelteilen 1, 2 und 3 besteht, am einfachsten aufbauen.
Jedoch ist dem Fachmann klar, dass beispielsweise die zweiten Möbelteile 2 unterschiedliche
Aussparungen 17 oder Designelemente oder Farbgebungen aufweisen können. Auch sind
identische Möbelteile 2 aus unterschiedlichen Materialien oder Hölzern denkbar. Alle
diese Variationen sollen von der vorliegenden Erfindung -mit umfasst sein.
[0033] In der Figur 7 ist die Rückseite des ersten Möbelteils 1 dargestellt, wobei das zweite
Möbelteil 2 und das dritte Möbelteil 3 in das Möbelteil 1 eingesteckt sind. Die Vorsprünge
13 und 14 des dritten Möbelteils 3 greifen in die Öffnung 4 ein, während die Vorsprünge
15 und 16 des dritten Möbelteils 3 in die Öffnungen 5 und 6 in dem ersten Möbelteil
1 eingreifen.
[0034] In den Figuren 10 und 11 ist der Aufbau des Regals teilweise dargestellt. Ohne jedes
Werkzeug und ohne Hilfsmittel, wie Laim oder Schrauben, werden die Möbelteile 1, 2
und 3 durch Verlagerung relativ zueinander und ineinander gesteckt. Der Aufbau des
Möbels ist mit der vorliegenden Erfindung so einfach wie ein Stecksystem als Kinderspielzeug.
[0035] Die Rückwandelemente, bestehend aus den ersten Möbelteilen 1 werden in der XY-Ebene
angeordnet, z.B. senkrecht an eine Wand angelehnt. Dann werden die Möbelteile 2, die
sich im Wesentlichen in der YZ-Ebene erstrecken, in die ersten Möbelteile 1 eingesteckt.
Beispielhaft ist in der Figur 10 im rechten Möbelteil 1 ein zweites Möbelteil 2 eingesteckt,
während die beiden linken Möbelteile 1 noch ohne weitere Möbelteile sind. Wenn alle
zweiten Möbelteile 2 in die ersten Möbelteile 1 eingesteckt sind, wie es in der Figur
11 dargestellt ist, dann können die dritten Möbelteile 3 eingesteckt werden. In der
Figur 11 ist ein erstes drittes Möbelteil 3 in der untersten Position, d.h. in die
untersten Nuten 9 in Y-Richtung der zweiten Möbelteile 2 eingesteckt.
[0036] Die dritten Möbelteile 3 können über die zweiten Möbelteile 2 an der Vorderseite
geringfügig überstehen, wie in der Figur 11 dargestellt, oder die beiden Möbelteile
2 und 3 können zueinander ausgerichtet sein, so dass kein Überstand vorhanden ist.
[0037] In der Figur 12 ist eine weitere zweite Ausführungsform nach der vorliegenden Erfindung
dargestellt. Die Rückwandelemente, d.h. die ersten Möbelteile 1 sind deutlich kleiner
in den Abmessungen ausgebildet als die ersten Möbelteile 1 der ersten Ausführungsform
nach den Figuren 1 bis 11. Während bei der ersten Ausführungsform die ersten Möbelteile
1 eine längliche Grundform aufweisen und sich über die gesamte Höhe eines Regals in
Y-Richtung, wie in der Figur 11 dargestellt, erstrecken, kann gemäß der zweiten Ausführungsform
das erste Möbelteil 1, zum Beispiel um Material einzusparen oder auch aus Designgründen,
deutlich kleiner ausgeführt werden. Das erste Möbelteil 1 ist quadratisch oder rechteckig
in der XY-Ebene ausgebildet. In dieses erste Möbelteil 1 werden zweite Möbelteile
2 eingesteckt, wobei die Öffnungen 4, 5 und 6 ähnlich wie bei der ersten Ausführungsform
ausgebildet sind. Diese Öffnungen in dem ersten Möbelteil 1 nach der zweiten Ausführungsform
sind in der Figur 16 gezeigt. Auch die zweiten Möbelteile 2 nach der zweiten Ausführungsform
sind materialsparender ausgebildet und in den Figuren 12 und 13 dargestellt. Im Prinzip
kann für ein Regal entweder das erste Möbelteil 1 oder das zweite Möbelteil 2 durchgehend
in vertikaler oder Y-Richtung über die gesamte Höhe des Regals ausgebildet sein, während
das andere Möbelteil 2 oder 1 dann materialsparende Abmessungen ― wie in den Figuren
12 und 13 gezeigt - aufweist und in Y-Richtung nicht durchgehend über die gesamte
Höhe des Regals ausgebildet ist.
[0038] Das Steckprinzip ist bei der zweiten Ausführungsform identisch zu der ersten Ausführungsform,
so dass auf die Beschreibung dort verwiesen wird. Diese beiden bisher beschriebenen
Ausführungsformen können problemlos miteinander kombiniert werden.
[0039] In der Figur 14 ist eine dritte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dargestellt.
Die Öffnungen 4 sind in der ersten und zweiten Ausführungsform jeweils kreuzförmig
ausgebildet. Jedoch können auch andere Formen der Öffnung 4 in dem ersten Möbelteil
1 vorgesehen werden. Ein Beispiel hierzu ist in der dritten Ausführungsform vorgesehen.
Die Öffnungen 4' und 4" dienen zum einen dem Einstecken des Fortsatzes 7 des zweiten
Möbelteils 2 sowie zum anderen dem Einstecken der Vorsprünge 13 und 14 des dritten
Möbelteils 3.
[0040] Auch können die zweiten und dritten Öffnungen 5 und 6 in dem ersten Möbelteil 1 wahlweise
weggelassen werden, wobei dann die Kontur des dritten Möbelteils 3 im Kontaktbereich
zum ersten Möbelteil 1 entsprechend ausgebildet werden muss. Diese Variante ist als
vierte Ausführungsform in der Figur 15 dargestellt. Die Aussparungen 12 und 11 sind
dermassen breit ausgebildet, dass diese über den seitlichen Rand des ersten Möbelteils
1 in X-Richtung reichen und die Kante des ersten Möbelteils 1 umgreifen und nicht
in die Öffnungen 5 oder 6 (gestrichelt in der Figur 14 dargestellt) eingreifen. Eine
Ausführungsform mit den Öffnungen 5 und 6 im ersten Möbelteil 1 bietet jedoch eine
höhere Stabilität des erfindungsgemäßen Stecksystems.
[0041] Grundsätzlich ist noch anzumerken, dass die Materialstärke der Möbelteile 1, 2 und
3 auf die Öffnungsweite der Öffnungen 4, 4', 4", 5 oder 6 angepasst ist. Die Passungen
müssen einerseits derart ausgewählt werden, dass die Möbelteile leicht ineinandersteckbar
sind, während auf der anderen Seite die Toleranzen so gering ausgeführt sein müssen,
dass keine großen Verlagerungen mehr möglich sind, sobald die Möbelteile 1, 2 und
3 ineinander gesteckt sind.
[0042] Vorzugsweise sind die Möbelteile 1, 2 und 3 aus MDF-Platten hergestellt.
[0043] Die in den Ausführungsformen dargestellten Möbelteile 1, 2 und 3 sind jeweils mehrfach
und identisch vorgesehen ― das ist lediglich eine Möglichkeit. Selbstverständlich
können mehrere Möbelteile 1 vorgesehen werden, um ein Möbel aufzubauen, die nicht
zueinander identisch sind. Das Gleiche gilt für die Möbelteile 2 und 3.
[0044] Beschrieben ist ein modulares Möbelverbindungsstecksystem mit vorzugsweise einer
Mehrzahl von jeweils identischen ersten, zweiten und dritten Möbelteilen 1, 2, 3,
die eine flächige und ebene Gestalt mit einer bestimmten Dicke aufweisen, wobei durch
entsprechende Formgebung der Möbelteile 1, 2, 3, d.h. das Vorsehen von Vorsprüngen
15, 16 und Rücksprüngen/Aussparungen 11, 12 bzw. Öffnungen 4, 4', 4", diese derart
ineinandersteckbar sind, dass ein räumliches Möbel entsteht, welches ohne den weiteren
Einsatz von Leim, Schrauben, Verbindungselementen, o.ä. stabil aufgebaut ist.
[0045] Hinsichtlich vorstehend im einzelnen nicht näher erläuterter Merkmale der Erfindung
wird in übrigen ausdrücklich auf die Patentansprüche und die Zeichnung verwiesen.
Bezugszeichenliste
[0046]
- 1
- erstes Möbelteil
- 2
- zweites Möbelteil
- 3
- drittes Möbelteil
- 4
- erste Öffnung
- 4'
- erste Öffnung
- 4"
- Öffnungen
- 5
- Öffnung
- 6
- Öffnung
- 7
- Fortsatz
- 8
- Nase
- 9
- erste Nut
- 10
- zweite Nut
- 11
- Aussparung
- 12
- Aussparung
- 13
- Vorsprung
- 14
- Vorsprung
- 15
- Vorsprung
- 16
- Vorsprung
- 17
- Aussparung
- 18
- Magnet
- 19
- Schraube
- M
- Mittenlinie
1. Modulares Möbelverbindungsstecksystem mit zumindest drei zusammenwirkenden flächigen
und im Wesentlichen ebenen Möbelteilen (1, 2, 3), derart, dass
- das erste Möbelteil (1), welches in der XY-Ebene angeordnet ist, über zumindest
eine erste Öffnung (4) verfügt, die kreuzförmig ausgebildet ist oder über zumindest eine erste Öffnung (4') verfügt, die sich in Y-Richtung erstreckt
und länglich ausgebildet ist sowie zwei weitere Öffnungen (4") hat, die in X-Richtung
beabstandet links und rechts der ersten Öffnung (4') ausgebildet sind;
- das zweite Möbelteil (2), welches in der YZ-Ebene angeordnet ist, über zumindest
einen L-förmigen Fortsatz (7) verfügt, der in einen vertikal verlaufenden Teil der
ersten Öffnung (4, 4') des ersten Möbelteils (1) einsteckbar ist, derart, dass eine
Nase (8) als Abschnitt des L-förmigen Fortsatzes (7) bei Verlagerung des zweiten Möbelteils
(2) relativ zu dem ersten Möbelteil (1) in Y-Richtung, das erste Möbelteil (1) durch
die Öffnung (4, 4') hindurch hintergreift, so dass die beiden Möbelteile (1, 2) in
X- und Z-Richtung aneineinander fixiert und nicht mehr zueinander verlagerbar sind;
- das zweite Möbelteil (2) am entgegengesetzten Ende zum Fortsatz (7) eine erste U-förmige
längliche Nut (9) aufweist, die in Z-Richtung verläuft; und
- das dritte Möbelteil (3), welches in der XZ-Ebene angeordnet ist, zumindest eine
zweite Nut (10) aufweist, die zu der ersten Nut (9) in der Form komplementär ausgebildet
ist, so dass bei Verlagerung des dritten Möbelteils (3) relativ zu den aneinander
bereits fixierten Möbelteilen (1, 2) in Z-Richtung, die beiden Nuten (9, 10) ineinandergreifen,
sowie
- das dritte Möbelteil (3) am offenen Ende der Nut (10) zu beiden Seiten der Nut (10)
beabstandet jeweils eine Aussparung (11, 12) aufweist, so dass Vorsprünge (13, 14),
die zwischen der zweiten Nut (10) und den Aussparungen (11, 12) jeweils ausgebildet
sind, in die erste Öffnung (4, 4') zu beiden Seiten des zweiten Möbelteils (2) eingreifen,
wenn das dritte Möbelteil (3) in der Z-Richtung relativ zu dem ersten Möbelteil (1)
hin verlagert wird, um die Verbindung zu fixieren.
2. Modulares Möbelverbindungsstecksystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beidseits der ersten Öffnungen (4, 4', 4") jeweils eine zweite und dritte Öffnung
(5, 6) in X-Richtung mit Abstand vorgesehen ist, wobei die zweiten und dritten Öffnungen
(5, 6) mit der ersten Öffnung (4, 4', 4") an einer Mittenlinie (M) in Y-Richtung ausgerichtet
sind.
3. Modulares Möbelverbindungsstecksystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass Vorsprünge (15, 16) an dem dritten Möbelteil (3) in X-Richtung außerhalb der Aussparungen
(11, 12) vorgesehen sind, die in die Öffnungen (5, 6) an dem ersten Möbelteil (1)
eingreifen.
4. Modulares Möbelverbindungsstecksystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite der Öffnungen (4, 4', 4") in X- und/oder Y-Richtung der Materialstärke
der Möbelteile (1, 2, 3) entspricht.
5. Modulares Möbelverbindungsstecksystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialstärke der Möbelteile (1, 2, 3) identisch ist oder dass die Materialstärke
der unterschiedlichen Möbelteile (1, 2, 3) jeweils unterschiedlich ausgeführt ist
und damit auf die jeweilige Belastung abgestellt ist.
6. Modulares Möbelverbindungsstecksystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Möbelteil (1) über eine Mehrzahl an Öffnungen (4, 4', 4", 5, 6,) verfügt,
die derart zueinander ausgerichtet und beabstandet sind, dass mehrere zweite und dritte
Möbelteile (2, 3) an dem ersten Möbelteil (1) fixierbar sind.
7. Modulares Möbelverbindungsstecksystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass Magnete (18) entweder an dem ersten oder dem dritten Möbelteil (1, 3) vorgesehen
sind, die mit Schrauben (19) an dem dritten oder ersten Möbelteil (3, 1) derart zusammenwirken,
dass die magnetische Anziehungskraft genutzt wird.
8. Modulares Möbelverbindungsstecksystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Magneten (18) in den Aussparungen (11, 12) oberflächenbündig angeordnet sind.
9. Modulares Möbelverbindungsstecksystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die drei Möbelteile (1, 2, 3) jeweils Aussparungen (17) aufweisen, um das Gewicht
und/oder den Rohstoffeinsatz zu minimieren.
10. Modulares Möbelverbindungsstecksystem nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Möbelteil (1) bzw. die mehreren ersten Möbelteile (1) eine Rückwand eines
Regals oder Schrankes, das zweite Möbelteil (2) zumindest eine vertikal verlaufende
Trennwand und das dritte Möbelteil (3) zumindest einen Zwischenboden des Regals oder
des Schrankes ausbildet.
11. Modulares Möbelverbindungsstecksystem nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl von identischen ersten Möbelteilen (1) eine Rückwand eines Regals,
eine Mehrzahl von identischen zweiten Möbelteilen (2) mehrere vertikal verlaufende
Trennwände und eine Mehrzahl von identischen dritten Möbelteilen (3) die mehreren
Böden des Regals ausbilden.
12. Modulares Möbelverbindungsstecksystem nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Möbelteile (1, 2, 3) aus MDF-Platten, d. h. aus mitteldichten Holzfaserplatten
hergestellt sind und/oder aus Blech und/oder aus Plexiglas und/oder aus HDF (hochdichte
Faserplatten) und/oder aus OSB (Grobspanplatte) und/oder aus Multiplex (u.a. schichtverleimte
Sperrholzplatten).