(19)
(11) EP 2 499 938 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
19.09.2012  Patentblatt  2012/38

(21) Anmeldenummer: 11193878.3

(22) Anmeldetag:  15.12.2011
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A47B 97/00(2006.01)
E04H 1/12(2006.01)
A47F 7/00(2006.01)
E04H 3/02(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 17.03.2011 DE 202011000618 U

(71) Anmelder: Roro GmbH
84427 Sankt Wolfgang (DE)

(72) Erfinder:
  • Rott, Rudolf jun.
    84427 St. Wolfgang (DE)

(74) Vertreter: Neidl-Stippler, Cornelia 
Neidl-Stippler Patentanwaltskanzlei Rauchstrasse 2
81679 München
81679 München (DE)

   


(54) Standbauelement


(57) Die Erfindung betrifft ein Standbauelement, insbesondere Verkaufs- und/oder Informations-und/oder Messestand für Bauelemente (30, 36), für ein Industrieregal mit Ständern (18, 16) mit mindestens einer im Industrieregal befestigbaren Repräsentationsbox (10) mit Boden (14), Decke (12), Seitenwänden (60), einer Rückwand (50) sowie einer Wandattrappe (20), wobei die Bauelemente (30, 36) an/in der Wandattrappe, die sich im wesentlichen von Decke (12) zu Boden (14) der Präsentationsbox (10) erstreckt, befestigt sind.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Standbauelement, insbesondere Theke, Verkaufs-und/oder Informations- und/oder Messestand zur Präsentation von Waren.

[0002] Derartige Theken oder Stände sind häufig in Wanderausstellungen, Messen, Werbe- und Informations- bzw. Präsentationsveranstaltungen, aber auch in Fachmärkten anzutreffen.

[0003] Bisher wurden raumartige Stände ohne Decke mit Stellwänden hergestellt, in denen die zu präsentierenden Waren aufgebaut wurden. Dies stellte sich insbesondere bei großen und schweren Waren, wie es Türen, Fenster, Rolläden etc. darstellen, schwierig dar.

[0004] Ein weiteres Problem bei derartigen Präsentationsständen bestand darin, dass die Waren nicht in ihrer Funktion durch den Kunden überprüft werden konnten ― bei vielen Waren, wie Rolläden, Türen, Fenstern ist es für Kunden wesentlich, deren Funktion, Öffenbarkeit und Verriegelbarkeit vor Erwerb prüfen zu können und dies stellt auch einen wesentlichen Grund für einen Kunden dar, zum Baumarkt zu fahren und sich die Gegenstände genauer anzusehen und zu testen, anstatt sie zu bestellen.

[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Standbauelement, insbesondere eine Theke bzw. einen Stand der eingangs genannten Art zu schaffen, deren Bauelemente leicht zu transportieren und montieren sind und die einen Zusammenbau nach dem Baukastenprinzip ermöglichen.

[0006] Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe durch ein Standbauelement, insbesondere Verkaufs- und/oder Informations- und/oder Messestand für Bauelemente (30, 36), für ein Industrieregal mit Ständern (18, 16) mit mindestens einer darin befestigbaren Repräsentationsbox (10) mit Boden (14), Decke (12), Seitenwänden (60), einer Rückwand (50) sowie einer Wandattrappe (20), wobei die Bauelemente (30, 36) an/in der Wandattrappe, die sich im wesentlichen von Decke (12) zu Boden (14) der Präsentationsbox (10) erstreckt, gelöst.

[0007] Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.

[0008] Dadurch, dass nun Bauelemente wie Fenster, Türen, Rolläden, in Wandattrappen eingebaut werden, kann deren Funktionalität dem Kunden vor Ort demonstriert werden. Das Bauelement kann geöffnet, geschwenkt, gekippt, heruntergeschoben etc. werden, als ob es in einer Wand montiert wäre.

[0009] Es kann vorteilhaft sein, dass die Wandattrappe parallel zur Seitenwand verläuft. In dieser Wandattrappe kann eine Öffnung vorgesehen sein ― wie für ein Rolladen, ein Fensterelement, Gitterelement u. dgl. Durch diese Anordnung ist eine gute Zugänglichkeit des zu zeigenden Bauelements gegeben und es kann auch dessen Funktionalität getestet werden ― bspw. können Fenster geöffnet, Rolladenelemente bewegt werden und/oder verriegelt werden.

[0010] Bei grösseren Bauelementen, wie sie bodentiefe Terrassentüren, Balkontüren oder Türen generell darstellen, kann es günstig sein, wenn die Wandattrappe in einem Winkel zu den Seitenwänden verläuft. So wird eine grosse Wandattrappe möglich, in der eine Öffnung für den Einbau eines Türelements od. dgl. vorgesehen werden kann. In dieser Wandattrappe kann das Türelement nun geöffnet, verschoben, verriegelt etc. werden ― wie bei einer vollständig eingebauten Türe.

[0011] Zusätzlich können Präsentationsebenen in der Box befestigt sein, wie tischartige Regalbretter, schräge Präsentationsflächen etc., auf denen Prospekte, Waren oder aber Werbeplakate befestigt oder ausgelegt sein können.

[0012] Zur besseren Präsentation bzw. besseren Sichtbarkeit können Beleuchtungselemente in der Decke vorgesehen sein, um die gezeigten Waren besser erkennen zu können.

[0013] Vorteilhafterweise sind die Ständer des Industrieregals, in welchem die Boxen befestigt werden, Metall-Lochbleche.

[0014] Es hat sich insbesondere für unebene Böden als sinnvoll herausgestellt, wenn die Ständer höhenverstellbar sind.

[0015] Zur besonders guten Stabilisierung der Anordnung können ― ähnlich wie bei herkömmlichen Regalen - zumindest zwei benachbarte Ständer (18) des Industrieregals an ihren Kopfenden über eine Querstrebe miteinander verbunden sein, wie auch fussseitig über Querholme. Es können auch weitere Stützböden, Stützbretter etc. vorgesehen sein, wobei in diesen Regalaufbau die erfindungsgemässen Boxen eingebracht werden. Die Boxen selbst können in üblicher Weise an den Ständern des Regals befestigt werden und erwecken so den Eindruck einer von Regalständern unterbrochenen Folge von zimmerartigen, vorne offenen Räumen, die teilweise begehbar sind. In diesen Räumen können Bauelemente vorgesehen sein, wie Wandimitate, an denen die zu präsentierenden Waren quasi naturgetreu installiert sind. Es ist aber auch möglich, die Boxen in bestehende Industrieregale mit Regalbrettern als vollständige Bauelemente einzulegen.

[0016] Bevorzugt sind die Boxen-Bauteile (6, 12, 14, 50, 60) im wesentlichen aus Holz und/oder Kunststoff.

[0017] Auf diese Weise lässt sich ein Baukastensystem mit leichten Boxenteilen zu vielfältigsten Einsatzzwecken zusammenzusetzende Standbauelemente verwirklichen, dessen Bauteile auch untereinander austauschbar, d.h. in beliebiger Reihenfolge zusammenzubauen sind. Aufgrund der bei allen Bauelementen, d.h. den Ständern als auch den Boxen definierten Aussenmasse bzw. Anordnung von Befestigungseinrichtungen, wie Bohrungen oder Nuten, ist stets ein formschlüssiger Eingriff der korrespondierenden Teile gewährleistet.

[0018] Alternativ können Bauteile auch aus anderen Materialien sein, z.B. aus Kunststoff oder Plexiglas oder Metall(blech).

[0019] Wenn die Ständer lang sind, d.h. sich so weit nach oben erstrecken, dass noch nach Einbau des Boxenelements Ständerlänge frei ist, lässt sich dort bspw. eine Blende ― z.B. mit Werbeaussagen anbringen. Es ist aber auch möglich, über die Ständer - wenn das Standbauelement im Freien genutzt wird - eine witterungsgünstige Plane spannen oder ein Dachelement anzubringen. Es empfiehlt sich, Nuten oder Bohrungen in den Kopfflächen anzubringen.

[0020] Zumindest zwei benachbarte Ständer können an ihren Kopfenden über eine Querstrebe miteinander verbunden sein. Die Strebe unterstützt einerseits den Zusammenhalt, erfüllt andererseits aber auch optische und praktische Zwecke.

[0021] Schliesslich lassen sich benachbarte Ständer fussseitig über Abschlussstreben miteinander verbinden. Dies verbessert die Statik und den Verbund der Anordnung.

[0022] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert, auf welche sie keineswegs eingeschränkt ist. Es zeigen:

Fig. 1 eine Anordnung mit zwei Boxen in Vorderansicht und perspektivisch dargestellt;

Fig. 2 eine Box mit einem parallel zu den Seitenwänden verlaufenden Wandelement mit Fensterausschnitt und Ständern

Fig. 3 die Box der Fig. 2 in der Seitenansicht

Fig. 4 eine andere Ausführungsform einer Box mit einem Querwandelement mit Türausschnitt

Fig. 5 die Ausführungsform der Fig. 4 im horizontalen Schnitt;

Fig. 6 eine Box ähnlich Fig. 2 ohne Ständer; und

Fig. 7 die Box der Fig. 6 im vertikalen Schnitt; und

Fig. 8 die Box der Fig. 6 oder 7, horiziontal geschnitten.



[0023] Das Standbauelement besteht in der hier dargestellten Ausführungsform aus mit gleichem Abstand voneinander angeordneten Ständern 18, die einem herkömmlichen Industrieregal mit Fächern entsprechend einer lichten Höhe von etwa 2 m und etwa gleicher Breite entsprechen. Es weist über Kopfhöhe aufragende Ständer 18 sowie Boxenelemente, die zwischen den Ständern Gefach-füllend aufgelegt sind, auf. In Fig. 1 sind nur 2 Boxelemente gezeigt ― selbstverständlich können weitere Regalgefache erweitert angebaut werden und weitere Boxelemente darin aufgenommen werden.

[0024] Auf der linken Seite der Fig. 1 findet sich eine Box, die für die Präsentation von Türelementen eingerichtet ist. Sie weist eine innen verlaufende, schräge Wand mit Türausschnitt 36 auf, die von einem Boxenboden 14, der hier als Fussbodenimitat ausgebildet ist, aufragt. Die Box wird durch eine Rückwand 50 und Seitenwände 60 begrenzt.

[0025] Neben der Türpräsentationsbox ist im zweiten Regalfach eine Fensterpräsentationsbox gezeigt. Ein parallel zu den Seitenwänden 60 verlaufendes Wandimitat mit Fensteröffnung 20 ermöglicht den Einbau vollständiger Fenster zu Test- und Prüfzwecken. Das Fenster ist leicht von links und rechts zugänglich und es kann innerhalb der Box geöffnet und geschlossen werden.

[0026] Die Tiefe der Box also auch ihre Höhe entspricht derjenigen der Türbox und erweckt somit gemeinsam mit dieser und ähnlichen Boxen einen geschlossenen, optisch ansprechenden Eindruck. Die Verwendung einheitlicher Masse hat noch dazu den Vorteil, dass normierte Teile eingesetzt werden können.

[0027] In Fig. 2 ist nun ein Detail einer Fensterpräsentationsbox gezeigt. Die Box wird von einem Regalständer 18 begrenzt, der hier ein höhenverstellbares Fusselement 16 zum Angleich an unebene Böden aufweist. Derartige Angleichungselemente können sinnvoll sein, wenn die Präsentationshilfen im Freien oder aber in sehr schlecht präparierten Hallen aufgebaut werden müssen, um Instabilität der Anordnung vermeiden und ausgleichen zu können.

[0028] Bei den in Fig. 2 und 6 im vertikalen Schnitt und in Fig. 3 und 7 im horizontalen Schnitt dargestellten Boxenausführungsformen zur Fensterrepräsentation erkennt man im Wandelement ein Fenster 30 mit aufgesetztem Rolladenkasten, das von beiden Seiten her gut zugänglich ist und geöffnet und geschlossen werden kann. Bei dieser Ausführungsform der Box sind an der Rückwand 50 Präsentationsregalbretter 40 vorgesehen, die auf einer gut zugänglichen Höhe angebracht sind. Auf diesen können optisch ansprechend Werbematerialien oder Demonstrationsteile ausgelegt werden.

[0029] Es ist auch möglich, diese Präsentationsregalbretter 40 mit einer hier schräg verlaufenden Regalschürze 42 zu versehen, auf der auch Werbung aufgebracht werden kann. Diese Regalbretter nutzen den in der Box befindlichen freien Raum, der nicht für das Testen des Fensterelementes benötigt wird. In Fig. 8 ist ein weiterer horizontaler Schnitt durch die Box unterhalb des Fensterausschnitts gezeigt. Deutlich erkennt man, dass das parallel zur Boxenseitenwand verlaufende Wandelement hier eine geringere Erstreckung als die Boxenseitenwand besitzt.

[0030] In Fig. 4 und 5 ist eine Ausführungsform einer Präsentationsbox für Türelemente gezeigt. In der Box verläuft vom Boden aus ein schräg verlaufendes Wandelement 20 mit Türöffnung. Da die Türe bei dieser Ausführungsform breiter als die Box tief ist, muss das schräge Tür-Wandelement gewählt werden. In dieses Wandelement ist eine funktionsfähige Türe 36 eingebaut, welche vom Interessenten, der auf dem Boden 50 der Box stehen kann, vollständig geöffnet und geschlossen werden und somit in ihrer Funktion getestet werden kann. Auch hier ist die Box durch eine Rückwand 50 esthetisch abgeschlossen. An der Rückwand bzw. den Boxenwänden können Präsentationsflächen vorgesehen werden, bspw. die Schrägblende 46. Eine Schrägblende nutzt den vorhandenen Raum optimal aus und ist von vorne sehr gut einsehbar, was für Werbezwecke wesentlich ist. An der Schrägblende können bspw. Prospekte, Plakate u. dgl. befestigt werden,

[0031] Somit ist es durch die Ausgestaltung der Präsentationsbox möglich, Türen in Realität vorzustellen und somit den Verkauf dieser Elemente zu unterstützen.

[0032] Obwohl die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele beschrieben wurde, ist dem Fachmann offensichtlich, dass verschiedenste alternative Ausführungsformen bestehen, so dass der Schutzumfang der Erfindung durch die Ansprüche und nicht durch die spezielle Beschreibung begrenzt ist.

Bezugszeichenliste



[0033] 
9
Blende
10
Box
11
Decke von 10
14
Boden von 10
16
(verstellbares) Fusselement
18
Ständer
20
Wandelement
22
24
26
28
30
Fenster
32
34
36
Tür
38
40
Regalbrett/Tisch
42
Regalschürze
44
46
Schrägblende
48
50
Rückwand von 10
60
Seitenwand von 10



Ansprüche

1. Standbauelement, insbesondere Verkaufs- und/oder Informations-und/oder Messestand für Bauelemente (30, 36), für ein Industrieregal mit Ständern (18, 16) mit mindestens einer im Industrieregal befestigbaren Repräsentationsbox (10) mit Boden (14), Decke (12), Seitenwänden (60), einer Rückwand (50) sowie einer Wandattrappe (20), wobei die Bauelemente (30, 36) an/in der Wandattrappe, die sich im wesentlichen von Decke (12) zu Boden (14) der Präsentationsbox (10) erstreckt, befestigt sind.
 
2. Standbauelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandattrappe (20) parallel zur Seitenwand (60) verläuft.
 
3. Standbauelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandattrappe (20) in einem Winkel zu den Seitenwänden (60) verläuft.
 
4. Standbauelement nach eine oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, ferner dadurch gekennzeichnet, dass Regalbretter (40) in der Box (10) befestigt sind.
 
5. Standbauelement nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass Beleuchtungselemente in der Decke (11) vorgesehen sind.
 
6. Standbauelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Industrieregal-Pfosten (18) höhenverstellbar sind.
 
7. Standbauelement nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei benachbarte Pfosten über eine Querstrebe miteinander verbunden sind.
 
8. Standbauelement nach einem oder mehreren der vorangehenden Ansprüche gekennzeichnet durch Bauteile (6, 2, 25, 26) aus Holz und/oder Kunststoff und/oder Metall.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht









Recherchenbericht