[0001] Behälter zur Aufnahme von unter Druck stehenden Getränkeflüssigkeiten
[0002] Die Erfindung betrifft einen Behälter zur Aufnahme von unter Druck stehenden Getränkeflüssigkeiten,
wie Bier, Softdrinks und Wein, der mit einem oben angeordneten, zur Befüllung oder
Entleerung der Getränkeflüssigkeit an ein Anschlussstück kuppelbaren Fitting und einer
Sicherheitsberststelle versehen ist.
[0003] Ein eine Sicherheitsberst- bzw. Sollbruchstelle aufweisender Behälter ist durch die
EP 0 686 120 B1 bekannt geworden. Dieser aus Metall hergestellte Behälter besitzt einen das Füllgut
bzw. die Getränkeflüssigkeit aufnehmenden Hohlkörper, der aus einem im wesentlichen
zylindrischen Mantel und aus zwei nach außen gewölbten Endböden besteht. Mindestens
einer der Endböden weist eine Ausformung auf, die vorzugsweise als eine sogenannte
Bodentasse aus der Bodenwölbung herausragt, wobei in der Bodentasse ein Behälteranschlussstutzen
vorgesehen ist. Zumindest einer der Endböden ist mit einer an seiner Außenseite ausgebildeten
Kerbe als Sollbruchstelle versehen, die die Funktion einer Überdrucksicherung bzw.
Überlastsicherung erfüllt.
[0004] Die Überdrucksicherung, die in verschiedenen Varianten aus der
DE 40 41 636 A1 bekannt ist, soll verhindern, dass bei unsachgemäßer Behandlung des Behälters sowie
bei Fehlbedienung oder Funktionsausfall von Druckminderorganen der Behälterinnendruck
bis zum Bersten des Behälters auf sehr hohe Werte ansteigt. Vielmehr soll in einem
definierten Druckabstand vom maximalen Berstdruck des Behälters auf gefahrlose Weise
der entstandene Überdruck durch selbsttätiges Öffnen der Sicherheitsberststelle bzw.
-bruchstelle in der Behälterwandung abgeleitet werden.
[0005] Aus der
WO 2010/091775 A1 ist ein Behälter mit einer darin vorgesehenen Blase bekannt, die oben, an ihrem Kopfende
mit einem kragenartigen Anschlussmittel ausgebildet ist, dass zum Abfüllen der Flüssigkeit
mit einem Fitting bzw. Sicherheitsfitting verbindbar ist, der verschließbare Durchgangsöffnungen
für einerseits ein Druckgas und andererseits die Getränkeflüssigkeit besitzt. Die
Behälter bzw. Blasen, insbesondere hergestellt aus PET, kommen zum mit CO
2-Druckgas betriebenen Ausschank von auf Trinktemperatur temperierten Getränken zum
Einsatz. Über den oben am Behälter bzw. der Blase angeordneten Fitting, der ein Getränke-
und ein Gasventil aufweist und über einen einen Anschlusskragen des Behälters bzw.
der Blase mit einer Rastnut des Fittings von außen her verbindenden Adapterring befestigt
ist, aufsetzbaren Zapfkopf bzw. ein aufsetzbares Anschlussstück kann das Getränk entnommen
bzw. der Behälter/die Blase befüllt werden. Das Getränk wird hierbei über ein von
oben in den Behälter hineinragendes Steigrohr zum Getränkeauslass ausgetrieben.
[0006] Eine Getränke-Ausschankeinrichtung mit einem oben am Flüssigkeitsbehälter angeordneten
Fitting ist weiterhin aus der
EP 2 121 505 B1 bekannt. Zur Befestigung des Fittings ist eine Behälteröffnung zur Außenseite hin
mit einer Aufbördelung ausgebildet, die von einem Verbindungsstück, beispielsweise
ein metallischer Pressring oder ein aufschraubbarer Kunststoffring, umgriffen wird.
Das Steig- bzw. Fittingrohr ist dort als in seiner Längsrichtung verstellbarer, beweglicher
Bestandteil der Dichtung ausgebildet und gestuft positionierbar.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Behälter der eingangs genannten Art
zu schaffen, bei dem in einfacherer Weise eine Sicherheitsberststelle mit zudem besserer
Funktionalität vorgesehen werden kann.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Sicherheitsberststelle
als ein einstückig am Fitting radial vorspringend angeformter, konzentrisch zu einem
mit dem Behälterinneren in Strömungsverbindung stehenden Wandungsloch des Fittings
angeordneter Ringansatz ausgebildet ist, wobei der Ringansatz ein das Wandungsloch
abdeckendes und verschließendes, membranartiges Berstelement aufnimmt.
[0009] Es wird somit eine Sicherheitsberststelle ermöglicht, die bei der Fertigung keinen
Einschränkungen unterliegt, indem sie einstückig mit dem zum Befüllen mit einer Getränkeflüssigkeit
in einer Brauerei oder zum Zapfen durch den Verbraucher ohnehin vorhandenen Fitting
ausgebildet wird. Demgegenüber müssen die im Behälter mit einer darin gegebenenfalls
eingesetzten Blase aus PET oder Kunststoff durch Einkerbungen vorgesehenen Sollbruchstellen
entweder Material abtragend wie durch Fräsen oder durch Leaserbearbeitung oder Material
verdrängend durch Prägen einer geschlossenen bzw. teilweise unterbrochenen, üblicherweise
kreisförmigen Einkerbung hergestellt werden. Hingegen braucht erfindungsgemäß in den
Ringansatz lediglich das membranartige Berstelement, das aus verschiedenen Materialien
wie Keramik oder Metall bestehen bzw. eine Folie aus Kunststoff sein kann, eingebracht
und das Wandungsloch überdeckend durch z.B. Kleben befestigt zu werden.
[0010] Eine bevorzugte Ausführung der Erfindung sieht vor, dass ein von außen mit einem
zylindrischen Formkopf in den Ringansatz eingestecktes oder auf diesen aufgestecktes
Perforationselement eine dem membranartigen Berstelement zugewandte Spitze und zur
manuellen Entlastung der Sicherheitsberststelle eine sich dem Formkopf in Umfangsrichtung
des Fittings anschließende, beim Abheben vom Fitting weg die Spitze in das membranartige
Berstelement bewegende Lasche aufweist. Die somit bidirektionale Sicherheitsberststelle
des Fittings, z.B. ein Korb-, Flach- oder Dreikantfitting, bietet erfindungsgemäß
eine Zusatzfunktion, nämlich neben der Überdruck- bzw. Überlastsicherung eine gezielte,
manuell von außen einzuleitende Druckentlastung, wie insbesondere zur Gewährleistung
eines völlig drucklosen Behälters zu dessen Entsorgung. Denn durch Ziehen an der Lasche
bewegt sich die ansonsten stationäre Spitze in Richtung auf den Behälter bzw. dessen
membranartiges Berstelement und durchsticht bzw. zerstört dieses. Durch den in den
Ringansatz eintauchenden Formkopf, der durch Klemmung, Verschweißung oder -klebung
im bzw. auf dem Ringansatz gehalten werden kann, lässt sich das membranartige Berstelement
auch lose, gegebenenfalls unter Zwischenschaltung eines Dichtrings, in den Ringansatz
einsetzen.
[0011] Zur einfacheren Betätigung und Einleitung der gezielten manuellen Druckentlastung
wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass an die Lasche eine nach außen vorstehende
Auslösenase angeformt ist. Die sich an den Außenumfang über ihre begrenzte Länge an
die Wandung des Fitting anschmiegende Lasche lässt sich somit über die gleichzeitig
zur Druckentlastung dienende Auslösenase bequem ergreifen und wegziehen.
[0012] Nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung ist die Lasche im Bereich zwischen der
Auslösenase und dem Formkopf mit einem sich über ihre Breite erstreckenden Filmscharnier
ausgebildet. Es lässt sich damit der Originalitätszustand der Sicherheitsberststelle
kontrollieren. Denn wenn diese zur Druckentlastung schon manuell betätigt worden ist,
wird das durch das dann gebrochene Filmscharnier sofort erkennbar.
[0013] Weitere Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und
der nachfolgenden Beschreibung eines in den Zeichnungen schematisch dargestellten
Ausführungsbeispiels der Erfindung. Es zeigen:
- Fig. 1
- den oberen Teil eines Getränke-Behälters mit angeschlossenem Fitting, perspektivisch
in einem Längsschnitt dargestellt;
- Fig. 2
- eine perspektivische Teilansicht des Fittings nach Fig. 1 mit explosiv dargestellter
Sicherheitsberststelle am Außenumfang des Fittings;
- Fig. 3
- den Fitting der Fig. 1 und 2 in einem durch die Sicherheitsberststelle verlaufenden
Längsschnitt; und
- Fig. 4
- den Fitting mit fertig montierter Sicherheitsberststelle in einer perspektivischen
Gesamtansicht.
[0014] Ein im Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 dargestellter Behälter 1 zur Aufnahme bzw.
zur druckgasbetriebenen Abgabe von Getränkeflüssigkeiten wie Bier, Softdrinks und
Wein, besteht aus einem äußeren Stahlmantel 2 und einer darin angeordneten Blas 3
aus thermoplastischem Kunststoffmaterial, insbesondere PET.
[0015] An der Oberseite des Behälters 1 ist über einen Adapterring 4 ein Fitting 5 befestigt,
der ein in die Blase 3 hineinragendes Steigrohr 6 aufweist, über das die Flüssigkeit
aufsteigt. An den Fitting 5 lässt sich zum Befüllen mit einer Getränkeflüssigkeit
in beispielsweise einer Brauerei ein Anschlussstück oder zum Zapfen durch den Verbraucher
ein Zapfkopf anschließen. Der Fitting 5 ist, wie bekannt, mit Strömungskanälen für
einerseits ein Druckgas und andererseits die Flüssigkeit versehen.
[0016] Wie sich den Fig. 2 bis 4 entnehmen lässt, ist der Fitting 5 an seinem Außenumfang
mit einer Sicherheitsberststelle 7 ausgebildet. Hierzu ist einstückig mit dem Fitting
5 ein radial nach außen vorspringender Ringansatz 8 angeformt, der konzentrisch ein
über einen Strömungskanal 9 und die Strömungskanäle des Fittings mit dem Behälterinnern
in Verbindung stehendes Wandungsloch 10 umschließt (vgl. Fig. 3). In den Ringansatz
wird hier unter Zwischenschaltung eines Dichtungsringes 11 ein membranartiges Berstelement
12 eingesetzt, das das Wandungsloch 10 verschließt bzw. abdeckt und bei auftretendem
Überdruck (maximal 25 bar, bei dünnwandigen Behältern niedriger) anspricht bzw. öffnet.
[0017] Das optional beispielsweise einzuklebende membranartige Berstelement 12 wird in dem
Ringansatz 8 durch ein Perforationselement 13 gehalten, das mit einem Formkopf 14
in den Ringansatz 8 eingesteckt und dort durch beispielsweise Klemmung fixiert wird.
[0018] Der Formkopf 14 ist mit einer nach innen vorstehenden, dem membranartigen Berstelement
12 zugewandten Spitze 15 ausgebildet (vgl. Fig. 3), die das Ansprechen bzw. Öffnen
der Sicherheitsberststelle 7 unterstützt, weil sie dazu beiträgt, dass das bei Überdruck
nach außen beaufschlagte Berstelement 12 spätestens sicher dann einreißt bzw. zerstört
wird, wenn es auf die Spitze 15 auftrifft.
[0019] Das Perforationselement 13 ist weiterhin mit einer Lasche 16 versehen, die sich in
der in Fig. 4 dargestellten, fertig montierten Einbausituation ihrer Länge entsprechend
an die Wandung des Fittings 5 anschmiegt. Die Sicherheitsberststelle 7 erhält durch
das Perforationselement 13 eine Zusatzfunktion, nämlich eine gezielte manuelle Druckentlastung
durch abheben bzw. wegziehen der Lasche 16 von dem Fitting 5, wodurch die Spitze 15
in Richtung auf das membranartige Berstelement 12, in dieses zerstörend eindringend,
bewegt wird. Zum handhabungsfreundlichen Ab- bzw. Wegziehen der Lasche 16 ist diese
mit einer Auslösenase 17 versehen.
[0020] In dem Bereich zwischen der Auslösenase 17 und dem Formkopf 14 verläuft über die
Breite der Lasche 16, d.h. von oben nach unten, ein Filmscharnier 18, das eine Prüfung
des Originalitätszustands der Sicherheitsberststelle 7 erlaubt, indem durch in Augenscheinnahme
sofort erkennbar ist, ob das Filmscharnier bereits gebrochen ist und somit eine manuelle
Druckentlastung zuvor schon durchgeführt wurde.
Bezugszeichenliste:
[0021]
- 1
- Behälter
- 2
- Stahlmantel
- 3
- Blase
- 4
- Adapterring
- 5
- Fitting
- 6
- Steigrohr
- 7
- Sicherheitsberststelle
- 8
- Ringansatz
- 9
- Strömungskanal
- 10
- Wandungsloch
- 11
- Dichtungsring
- 12
- Berstelement
- 13
- Perforationselement
- 14
- Formkopf
- 15
- Spitze
- 16
- Lasche
- 17
- Auslösenase
- 18
- Filmscharnier
1. Behälter (1) zur Aufnahme von unter Druck stehenden Getränkeflüssigkeiten, wie Bier,
Softdrinks und Wein, der mit einem oben angeordneten, zur Befüllung oder Entleerung
der Getränkeflüssigkeit an ein Anschlussstück kuppelbaren Fitting (5) und einer Sicherheitsberststelle
(7) versehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sicherheitsberststelle (7) als ein einstückig am Fitting (5) vorspringend angeformter,
konzentrisch zu einem mit dem Behälterinneren in Strömungsverbindung stehenden Wandungsloch
(10) des Fittings (5) angeordneter Ringansatz (8) ausgebildet ist, wobei der Ringansatz
(8) ein das Wandungsloch (10) abdeckendes und verschließendes, membranartiges Berstelement
(12) aufnimmt.
2. Behälter nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
ein mit einem zylindrischen Formkopf (14) in den Ringansatz (8) eingestecktes oder
auf diesen aufgestecktes Perforationselement (13), das eine dem membranartigen Berstelement
(12) zugewandte Spitze (15) und zur manuellen Entlastung der Sicherheitsberststelle
(7) eine sich dem Formkopf (14) in Umfangsrichtung des Fittings (5) anschließende,
beim Abheben vom Fitting (5) weg die Spitze (15) in das membranartige Berstelement
(12) bewegende Lasche (16) aufweist.
3. Behälter nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass an die Lasche (16) eine nach außen vorstehende Auslösenase (17) angeformt ist.
4. Behälter nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Lasche (16) im Bereich zwischen der Auslösenase (17) und dem Formkopf (14) mit
einem sich über ihre Breite erstreckenden Filmscharnier (18) ausgebildet ist.