[0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Fördertechnik und betrifft eine Vorrichtung
und ein Verfahren zum Umlagern eines Förderstroms aus flexiblen flachen Gegenständen,
insbesondere Druckereiprodukten. Unter Umlagern wird die Änderung der Lage der Gegenstände
bzw. wenigstens einer ihrer Kanten relativ zur Förderrichtung des Förderstroms verstanden.
[0002] In der Druckereitechnik, aber auch in anderen Gebieten, werden Gegenstände, z.B.
Druckereiprodukte, häufig in einem Förderstrom kontinuierlich hintereinander zwischen
verschiedenen Bearbeitungsstationen gefördert. Dabei entspricht die Lage der Gegenstände
mit Bezug auf die Förderrichtung und/oder die Orientierung im Raum beim Verlassen
einer ersten Bearbeitungsstation häufig nicht der Lage, die für die Weiterverarbeitung
notwendig ist. Beispielsweise verlassen Druckereiprodukte eine Falzstation häufig
in einem Produktestrom, in dem die Falzkanten in Förderrichtung orientiert sind und
in dem die Produkte stehen. Für die Weiterverarbeitung ist jedoch ein Produktestrom
erwünscht, in dem die Falzkanten quer zur Förderrichtung orientiert sind und in dem
die Produkte liegen. Um diese Umlagerung zu erreichen, werden beispielsweise Zwischenförderer
eingesetzt, die den stehenden Produktestrom zunächst ablegen, d.h. um 90° um eine
in Förderrichtung verlaufende Achse drehen. Anschliessend werden die Gegenstände vereinzelt
auf ein quer zur ursprünglichen Förderrichtung verlaufendes Förderband abgelegt. Dies
ist beispielsweise in der
US 7,458,926 oder in der nicht vorveröffentlichten
CH-Patentanmeldung Nr. 1209/09 beschrieben.
[0003] Aus der
CH 617 408, der
EP-B 1375 404 oder der
EP-B 1 318 095 sind Vorrichtungen bekannt, mit denen die Förderrichtung einer liegend geförderten
Schuppenformation von Druckereiprodukten unter Beibehaltung der horizontalen Förderebene
um 90° gedreht werden kann. Hierzu werden die Gegenstände gegen einen Anschlag gefördert,
wodurch die Bewegung in ihrer ursprünglichen Förderrichtung gestoppt wird. Im Bereich
des Anschlags werden die Gegenstände dem Einfluss eines Wegförderers ausgesetzt, der
quer zur ursprünglichen Förderrichtung fördert. Damit wird der Produktestrom um 90°
umgelenkt die Schuppenformation beibehalten. Die Orientierung einer vorbestimmten
Produktkante ändert sich jedoch relativ zur Förderrichtung. Da die Schuppenformation
nicht zwischenzeitlich aufgelöst wird, sind die Einsatzmöglichkeiten solcher Vorrichtungen
beschränkt. Insbesondere kann kein Schuppenstrom aus ineinander gefalzten Produkten
in einen Schuppenstrom aus aufeinander liegenden Produkten umgewandelt werden.
[0004] Aus der
EP-A 0 900 757 ist eine Umlenkvorrichtung bekannt, die einen Strom aus einzeln geförderten Druckereiprodukten,
die den Ausgang eines Falztrichters einzeln in vertikaler Richtung verlassen, in einen
in horizontaler Richtung geförderten Schuppenstrom umwandelt. Hierbei findet jedoch
keine Änderung der Orientierung der Falzkante relativ zur Förderrichtung statt. Diese
Vorrichtung ist insbesondere nicht für Falzanlagen geeignet, die einen Schuppenstrom
falzen, der in Falzrichtung gefördert wird.
[0005] Nachteilig an den bekannten Umlagerungsvorrichtungen und -verfahren, bei denen die
Produktlage im Raum und die Orientierung einer bestimmten Kante relativ zur Förderrichtung
geändert werden soll, ist der verhältnismässig grosse Platzbedarf. Die Anlage gemäss
US 7,458,926 oder
CH-Patentanmeldung Nr. 1209/09 benötigt beispielsweise für das seitliche Ablegen des zuerst stehend geförderten
Produktestroms eine Strecke von 1 bis 1,5 m.
[0006] Kompaktere Anlagen sehen die Bildung von Zwischenstapeln vor. Die Zwischenstapel
werden in geeigneter Weise aufgelöst, so dass die Gegenstände im entstehenden Förderstrom
die passende Orientierung haben. Hierbei müssen die Gegenstände jedoch vollständig
abgebremst und wieder beschleunigt werden. Eine kontinuierliche Verarbeitung ist nicht
möglich.
[0007] Die
EP 1 748 012 A2 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Zusammentragen von Druckbogen,
wobei aus mehreren Kollektionen gleicher Druckbogen jeweils ein einzelner Druckbogen
entnommen wird und die vereinzelten Druckbogen einem Sammelförderer zur Stapelbildung
zugeführt werden.
[0008] Die
JP 1 081743 A beschreibt eine Vorrichtung zur Umkehrung der Orientierung von Druckereiprodukten.
[0009] Die
JP 61 075449 U beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Umlenken von flächigen Gegenständen.
[0010] Die
US 6 421 699 A beschreibt eine Vorrichtung zum Zusammenführen von vertikal orientierten Dokumenten
mit horizontal orientierten Dokumenten.
[0011] Die
JP 5 270745 A beschreibt eine Vorrichtung zum Aufwickeln von in einem Schuppenstrom zugeführten
Druckereiprodukten auf einen Wickel.
[0012] Die
US 5 415 385 A beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Bildung von Stapeln aus unterschiedlichen
Beilagen, wobei die zusammengetragenen Beilagenstapel in einer Einsteckvorrichtung
in Zeitungen eingesteckt werden.
[0013] Die
JP 5 116403 A beschreibt eine Vorrichtung zur Förderung von Papierbahnen mit entsprechenden Umlenkungseinrichtungen.
[0014] Die
DD 109 596 A1 beschreibt eine Vorrichtung zum Umlenken von Falzbogen um eine Ecke. Die Vorrichtung
enthält eine Anschlagstelle, welcher die aus einer ersten Förderrichtung zugeförderten
Falzbogen anschlagen, bevor diese in eine zweite Förderrichtung weiterbefördert werden.
[0015] Die
US 6 234 468 B1 beschreibt ein Fördersystem zum Fördern von Umschlägen, gemäss welchem Umschläge
von einem Stapel vereinzelt und in einer Umlenkeinrichtung auf eine Förderband umgelenkt
und die Umschlaglasche aufgeklappt wird.
[0016] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren
zum Umlagern eines kontinuierlich bewegten Förderstroms anzugeben, bei der bzw. bei
dem die geschilderten Nachteile vermieden sind und eine kontinuierliche Förderung
möglich ist. Insbesondere soll mit einfachen Mitteln eine Änderung der Lage einer
vorbestimmten Gegenstandskante relativ zur Förderrichtung und eine Orientierungsänderung
der Gegenstände im Raum erreicht werden.
[0017] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung und ein Verfahren mit den Merkmalen
der Ansprüche 1 bzw. 7. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen
Ansprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen.
[0018] Verfahrensmässig sind folgende Schritte vorhanden, wobei die Flächennormalen der
Gegenstände zu jedem Zeitpunkt im Wesentlichen senkrecht zur momentanen Förderrichtung
orientiert sind:
- Fördern der Gegenstände in einem einlaufenden Förderstrom in einer ersten Förderrichtung
und mit einer ersten Orientierung ihrer Flächennormalen sowie in einem vorbestimmten
Takt zu einem Umlenkungsbereich.
- Beenden der Förderung in erster Förderrichtung und Beschleunigen einzelner Gegenstände
in einer zweiten Förderrichtung, die senkrecht zur ersten Förderrichtung und zur ersten
Orientierung der Flächennormalen im einlaufenden Förderstrom gerichtet ist, durch
ein im Umlenkungsbereich im vorbestimmten Takt auf die Gegenstände einwirkendes Beschleunigungselement.
- Umlenken des in zweiter Förderrichtung bewegten Förderstroms im Umlenkungsbereich
in eine dritte Förderrichtung, die senkrecht zur ersten Förderrichtung ist und mit
der zweiten Förderrichtung einen von Null verschiedenen Winkel (insbesondere grösser
als 45°, vorzugsweise etwa 90° oder etwa 180°) einschliesst, und Weiterfördern der
Gegenstände nach Verlassen des Umlenkungsbereichs in einem auslaufenden Förderstrom.
[0019] Durch das erfindungsgemässe Verfahren wird eine einfache Lageänderung einer beliebigen
Kante eines Gegenstands, z.B. der Falzkante, relativ zur Förderrichtung erzielt. Dies
entspricht einer Formationsänderung zwischen der einlaufenden und der auslaufenden
Formation. Die zusätzliche Umlenkung in die dritte Förderrichtung ermöglicht es, auch
die Orientierung der Flächennormalen im Raum anzupassen, um eine optimale Lage für
die Weiterverarbeitung zu erreichen, z.B. liegendes Weiterfördern als Schuppenformation
oder Übergabe einzelner Gegenstände an Greifer.
[0020] Das erfindungsgemässe Verfahren, insbesondere das Beenden der Förderung in erster
Förderrichtung und das vorzugsweise gleichzeitige Beschleunigen in dazu senkrecht
verlaufender zweiter Förderrichtung kann auf sehr kleinem Raum durchgeführt werden.
Im Prinzip reicht hierzu ein Umlenkungsbereich, dessen Abmessung in erster Förderrichtung
gesehen etwas grösser als eine typische Gegenstandslänge ist. In diesen Umlenkungsbereich
erfolgt auch die weitere Umlenkung in die dritte Förderrichtung. Indem im Umlenkungsbereich
getaktet auf die Gegenstände zugegriffen wird, können diese auch bei hohen Fördergeschwindigkeiten
in der einlaufenden Formation sehr präzise und schonend beschleunigt und nach Bedarf
sogar vereinzelt werden. Dies ist bei den eingangs genannten Vorrichtungen nicht der
Fall. Das Beenden der Förderung in erster Förderrichtung erfolgt bevorzugt dadurch,
dass die Gegenstände durch das Beschleunigungselement einzeln aus dem Förderstrom
abgezogen und in zweiter Förderrichtung beschleunigt werden. Auf einen Anschlag oder
ein sonstiges Umlenkungselement, gegen das die Gegenstände laufen und durch das sie
aus ihrer ursprünglichen Bewegungsrichtung abgelenkt werden, kann daher verzichtet
werden. Der Förderweg in erster Förderrichtung ist daher nicht durch einen Anschlag
oder ein sonstiges Umlenkungselement begrenzt.
[0021] Die erfindungsgemässe Vorrichtung umfasst folgende Komponenten:
- Einen Eingang zum Zuführen eines getakteten einlaufenden Förderstroms in einer ersten
Förderrichtung und mit einer Orientierung der Flächennormalen der Gegenstände senkrecht
zur ersten Förderrichtung. Dem Eingang kann ein Eingangsförderer vorgeschaltet sein.
Der Eingang in erster Förderuchtung ist nicht durch ein als Anschlag wirkendes Element
begrenzt.
- Wenigstens ein Beschleunigungselement, welches imstande ist, in einem vorbestimmten
Takt auf die Gegenstände einzuwirken und diese dadurch in einer zweiten Förderrichtung,
zu beschleunigen, wobei die zweite Förderrichtung senkrecht zur ersten Förderrichtung
und zur Orientierung der Flächennormalen im einlaufenden Förderstrom gerichtet ist.
Das Beschleunigungselement ist ausserdem imstande, die weitere Bewegung der Gegenstände
in erster Förderrichtung zu unterbinden, z.B. indem es die Gegenstände von etwaigen
in erster Förderuchtung förderaktiven Elementen wegzieht.
- Einen Ausgang zum Abgeben eines auslaufenden Förderstroms. Dem Ausgang kann ein Ausgangsförderer
nachgeschaltet sein, der die Gegenstände vom Ausgang übernimmt. Hierbei kann eine
weitere Formationsänderung erfolgen.
- Einen zwischen Eingang und Ausgang angeordneten Zwischenförderer, der die Gegenstände
nach oder während der Beschleunigung durch das Beschleunigungselement aufzunehmen
und weiterzufördern imstande ist. Der Zwischenförderer definiert einen gekrümmten
Förderweg für die Gegenstände, der eingangsseitig in zweiter Förderrichtung und ausgangsseitig
in einer dritten Förderrichtung orientiert ist, die senkrecht zur ersten Förderrichtung
ist und mit der zweiten Förderrichtung einen von Null verschiedenen Winkel einschliesst.
[0022] Gemäss der Erfindung bleibt die Orientierung einer bestimmten Gegenstandskante, z.B.
des Bundes bei gefalzten, geklebten oder sonstwie gebundenen Druckereiprodukten, im
Raum jeweils gleich. Das Umlagern wird durch Änderung der Förderrichtung und Änderung
der Orientierung der Flächennormalen im Raum erreicht. Optional können die Gegenstände
zusätzlich vereinzelt werden. Verfahren und Vorrichtung lassen sich sehr flexibel
zur Umlagerung verschiedener Formationen einsetzen: Der einlaufende Förderstrom ist
ein Schuppenstrom, in dem der Abstand der vorlaufenden Kanten der Gegenstände kleiner
ist als die in erster Förderrichtung gemessene Länge der Gegenstände. Im Fall eines
Schuppenstroms können die Gegenstände teilweise aufeinander liegen. Es kann sich aber
auch um eine Schuppenformation aus ineinander angeordneten Gegenständen handeln, wenn
z.B. gefalzte, geklebte oder sonstwie gebundene Druckereiprodukte gefördert werden.
Im auslaufenden Förderstrom können die Gegenstände ebenfalls einzeln oder als Schuppenformation
vorliegen. Bei ein- und auslaufender Schuppenformation kann sich die Lage der Hauptflächen
(z.B. Titel- und Rückseite) benachbarter Gegenstände zueinander ändern oder gleich
bleiben. Beispielsweise liegt die (momentane) Vorlaufkante in der ein- und auslaufenden
Schuppenformation auf der Titelseite auf (keine Lageänderung der Hauptflächen) oder
befindet sich in der einlaufenden Formation auf der Titelseite und in der auslaufenden
Formation auf der Rückseite (Lageänderung der Hauptflächen). Bei keiner Lageänderung
ist auch kein Vereinzeln im Umlagerungsbereich notwendig, aber es ist möglich. Ein
anschliessendes Überführen in eine Einzelförderung, z.B. in Greifer eines Greiferförderers,
ist möglich.
[0023] Besondere Vorteile hat die Erfindung im Zusammenhang mit der eingangs erwähnten Falzanlage:
Die Druckereiprodukte verlassen die Falzstation in einem Schuppenstrom, in dem die
Falzkanten in üblicherweise horizontaler Förderrichtung orientiert sind und in dem
die Produkte ineinander angeordnet sind und stehen, d.h. horizontal orientierte Flächennormalen
haben. Für die Weiterverarbeitung gewünscht ist jedoch ein Förderstrom, in dem die
Falzkanten der Druckereiprodukte mit Bezug auf die Förderrichtung vorlaufend sind
und auf dem jeweils vorlaufenden Produkt aufliegen. Die erfindungsgemässe Vorrichtung
zieht die Produkte aus einem solchen einlaufenden Förderstrom nach oben oder nach
unten ab (zweite Förderrichtung), vereinzelt diese dabei, und lenkt den so entstehendenden
Strom wieder in eine horizontale oder schräg nach oben verlaufende dritte Förderrichtung
um. Der Platzbedarf ist gegenüber Anlagen, die erst den Schuppenstrom seitlich ablegen,
dann in erster Förderrichtung vereinzeln und anschliessend eine neue, quer geförderte
Schuppenformation erzeugen, deutlich verringert.
[0024] Der auslaufende Förderstrom kann an einen Bandförderer übergeben werden, der die
Gegenstände vorzugsweise mit im Wesentlichen vertikaler Orientierung ihrer Flächennormalen
weiterfördert. Alternativ oder im Anschluss an den Bandförderer kann ein Greiferförderer
vorgesehen sein, der die Gegenstände mit im Wesentlichen horizontaler Orientierung
ihrer Flächennormalen, also hängend, weiterfördert.
[0025] Das Beschleunigungselement ist als Bauteil ausgebildet sein, welches im Stande ist,
durch Übertragung eines Bewegungsimpulses auf die Oberfläche der Druckprodukte einzuwirken
und diese in eine andere Förderrichtung, umzulenken. Diese andere Förderrichtung kann
zum Beispiel senkrecht zur Förderrichtung stehen, in welcher die Druckprodukte zugeführt
werden. Das Beschleunigungselement kann z. B. ein Abschlagelement sein.
[0026] Beispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und nachfolgend beschrieben.
Es zeigen rein schematisch:
- Fig. 1a-d
- Beispiele für stehend einlaufende und liegend auslaufende Förderströme;
- Fig. 2
- ein Beispiel für einen liegend einlaufenden und liegend auslaufenden Förderstrom;
- Fig. 3+4
- perspektivische Ansichten einer Umlagerungsvorrichtung während des Umlagerns von Schuppenströmen
aus zwei verschiedenen Blickrichtungen;
- Fig. 5+6
- die Vorrichtung aus Fig. 1+2 in einer Ansicht von der Seite bzw. von oben;
- Fig. 7+8
- die Vorrichtung aus Fig. 1+2 beim Erstellen eines auslaufenden Förderstroms, der aus
einzelnen Gegenständen besteht;
- Fig. 9
- eine Variante, bei der sich an den Ausgangsförderer ein Greifertransporteur anschliesst.
[0027] In den Fig. 1a-d und 2 sind Beispiele für ein- und auslaufende Förderströme S1, S3
gezeigt, die eine als "Black Box" dargestellte erfindungsgemässe Umlagerungsvorrichtung
100 durchlaufen. Diese definiert einen Umlenkungsbereich 101. Der einlaufende Förderstrom
S1 wird jeweils in einer horizontalen ersten Förderrichtung F1 zum Eingang 102 der
Umlagerungsvorrichtung 100 gefördert.
[0028] Bei Fig. 1a-d stehen die Gegenstände 1 im einlaufenden Förderstrom S1 (horizontale
Flächennormale N1). Der auslaufende Förderstrom S3 verlässt den Ausgang 140 der Umlagerungsvorrichtung
100 in einer horizontalen dritten Förderrichtung F3, wobei die Gegenstände 1 liegen
(vertikale Flächennormale N3). Innerhalb der Umlagerungsvorrichtung 100 durchlaufen
die Gegenstände einen gekrümmten Förderweg 121, der eingangsseitig senkrecht zur ursprünglichen
Förderrichtung F1 orientiert ist (zweite Förderrichtung F2) und ausgangsseitig in
dritter Förderrichtung F3 verläuft. Die Orientierung einer ausgezeichneten Kante 2,
die hier z.B. die Falzkante ist, wird durch die Umlagerungsvorrichtung 100 relativ
zur Förderrichtung F1 bzw. F3 verändert: Im einlaufenden Strom S1 ist die Kante 2
vorlaufend, im auslaufenden Strom S3 ist die Kante 2 in der momentanen Förderrichtung
F3 orientiert. Des Weiteren wird die Orientierung der Flächennormalen N1, N3 im Raum
gedreht.
[0029] Bei Fig. 1a läuft eine Formation S1 ein, bei der die mit T bezeichneten Titelseiten
im einlaufenden Strom S1 nach rechts weisen. Die Vorlaufkanten (Falzkanten 2) liegen
auf der Titelseite T des vorlaufenden Gegenstands 1 auf. Die Gegenstände 1 werden
nach unten abgezogen (Förderrichtung F2) und werden anschliessend durch Drehung um
90° entgegen dem Uhrzeigersinn um die erste Förderrichtung F1 in horizontale Lage
umgelenkt. Im auslaufenden Förderstrom S3 weisen die Titelseiten T nach oben und die
ursprünglich nach unten orientierten Seitenkanten 3 nach vorne. Die Kanten 3 liegen
ausserdem auf dem vorlaufenden Gegenstand 1 auf. Titel- und Rückseite benachbarter
Gegenstände 1 verändern ihre relative Lage zueinander daher nicht (Rückseite eines
Gegenstands berührt Titelseite des vorlaufenden Gegenstands). Innerhalb der Umlagerungsvorrichtung
100 kann, aber muss nicht vereinzelt werden, um den hier gezeigten auslaufenden Förderstrom
S3 zu erzeugen.
[0030] Bei Fig. 1b besteht die einlaufende Formation S1 aus einzelnen Gegenständen. Wie
bei Fig. 1a weisen die Titel T nach rechts und die Falzkanten 2 sind die Vorlaufkanten.
In der auslaufenden Formation S3 sind die ursprünglich unten liegenden Seitenkanten
3 die Vorlaufkanten. Die Gegenstände 1 sind auch hier einzeln. Innerhalb der Umlagerungsvorrichtung
100 können die Gegenstände 1 vereinzelt gefördert werden, um den hier gezeigten auslaufenden
Förderstrom S3 zu erzeugen. Sie können die Umlagerungsvorrichtung 100 jedoch auch
mit einem gegenseitigen Überlapp durchlaufen und erst am Ausgang 140 durch geeignete
Wahl der Fördergeschwindigkeit des Wegförderers wieder vereinzelt werden.
[0031] Bei Fig. 1c weisen die Titel T wiederum nach rechts. Die Falzkanten 2 sind die unteren
Kanten. Sie sind im einlaufenden Förderstrom S1 in erster Förderrichtung F1 orientiert.
Eine Seitenkante 3 bildet die Vorlaufkanten, die auf der Titelseite T des vorlaufenden
Gegenstands 1 aufliegt. Innerhalb der Umlagerungsvorrichtung 100 machen die Gegenstände
1 eine Drehung im Uhrzeigersinn um die erste Förderrichtung F1. Im auslaufenden Förderstrom
S3 liegen daher die mit R bezeichneten Rückseiten (im einlaufenden Strom S1 links)
oben. Die Falzkanten 2 sind im auslaufenden Förderstrom S3 quer zur dritten Förderrichtung
F3 orientiert. Sie liegen jeweils unterhalb des vorlaufenden Gegenstands 1. Auch in
diesem Beispiel kann innerhalb der Umlagerungsvorrichtung 100 vereinzelt werden. Dies
ist jedoch nicht zwingend, da die relative Lage benachbarter Gegenstände 1 nicht verändert
wird (Rückseite eines Gegenstands berührt Titelseite des vorlaufenden Gegenstands).
[0032] Bei Fig. 1d läuft eine Formation S1 ein, bei der die mit T bezeichneten Titelseiten
im einlaufenden Strom S1 nach rechts weisen. Im Gegensatz zu Fig. 1a liegen die Vorlaufkanten
(Falzkanten 2) auf der Rückseite R des vorlaufenden Gegenstands 1 auf. Wie bei Fig.
1a werden die Gegenstände 1 nach unten abgezogen (Förderrichtung F2) und anschliessend
durch Drehung um 90° entgegen dem Uhrzeigersinn um die erste Förderrichtung F1 in
horizontale Lage umgelenkt. Im auslaufenden Förderstrom S3 weisen die Titelseiten
T nach oben und die ursprünglich nach unten orientierten Seitenkanten 3 nach vorne.
Die Kanten 3 liegen ausserdem auf dem vorlaufenden Gegenstand 1 auf. Titel- und Rückseite
benachbarter Gegenstände 1 verändern ihre relative Lage zueinander daher (Titelseite
eines Gegenstands berührt Rückseite des vorlaufenden Gegenstands im einlaufenden Strom;
Rückseite eines Gegenstands berührt Titelseite des vorlaufenden Gegenstands im auslaufenden
Strom). Innerhalb der Umlagerungsvorrichtung 100 muss daher vereinzelt werden, um
den hier gezeigten auslaufenden Förderstrom S3 zu erzeugen.
[0033] Je nach Fördergeschwindigkeiten in der Zuführung, der Wegführung und in der Umlagerungsvorrichtung
100 ist auch die Umwandlung eines Schuppenstromes in einzelne Gegenstände und umgekehrt
möglich.
[0034] Der Umlenkungsbereich 101 kann sehr kompakt sein: Die Gegenstände 1 werden in der
Umlagerungsvorrichtung 100 aus dem einlaufenden Förderstrom S1 senkrecht nach unten
abgezogen. Wenn a die quer zur ersten Förderrichtung F1 gemessene Breite und b die
in erster Förderrichtung F1 gemessene Länge der Gegenstände 1 für das grösste zu verarbeitende
Format angibt, muss die Länge B des Umlenkungsbereichs 101 mit Bezug auf die erste
Förderrichtung F1 nicht wesentlich grösser sein als b. Die Höhe A des Umlenkungsbereichs
101 entspricht etwa der Produktbreite a plus einer Strecke, die für das Abziehen in
zweiter Förderrichtung F2 notwendig ist. Die Höhe A ist typischerweise kleiner als
das Vierfache der Breite a, kann bei entsprechende Flexibilität der Gegenstände sogar
kleiner das Doppelte der Breite a sein. Die Breite C des Umlenkungsbereichs 101 ergibt
sich aus der gewünschten Orientierung der dritten Förderrichtung F3 und der Flexibilität
der Gegenstände 1.
[0035] Fig. 2 zeigt schematisch, wie aus einer horizontal einlaufenden liegenden Schuppenformation
S1 durch seitliches Beschleunigen in horizontaler Richtung F2 und Umlenkung um 180°
wieder eine horizontal auslaufende liegende Schuppenformation S3 hergestellt wird.
In dieser sind die Positionen von Titel- und Rückseite T, R umgekehrt. Des Weiteren
hat eine ausgezeichnete Kante 2 ihre Orientierung in Bezug auf die momentane Förderrichtung
F1, F3 geändert.
[0036] Fig. 3-6 zeigen eine erfindungsgemässe Umlagerungsvorrichtung 100 in verschiedenen
Ansichten. Der Umlagerungsvorrichtung 100 ist ein Eingangsmodul 200 vorgeschaltet
und ein Ausgangsmodul 300 nachgeschaltet. Das Eingangsmodul 200 umfasst einen Eingangsförderer
210 zum Fördern von stehenden Gegenständen 1 in einer hier horizontalen ersten Förderrichtung
F1 und eine Falzstation 220. Das Ausgangsmodul 300 umfasst einen Ausgangsförderer
310 zum Fördern von liegenden Gegenständen 1 in einer hier horizontalen dritten Förderrichtung
F3 und eine Positioniereinrichtung 320.
[0037] Der Eingangsförderer 210 fördert flache, flexible Gegenstände 1 in einem getakteten
einlaufenden Förderstrom S1 in der ersten Förderrichtung F1 zur Falzstation 220 und
anschliessend zum Eingang 102 der Umlagerungsvorrichtung 100. Der Eingangsförderer
210 umfasst dazu wenigstens ein Paar aus gegenläufig angetriebenen Riemen 212, 214,
die über Umlenkrollen 216 in horizontaler Richtung geführt sind. Unterhalb der Riemen
212, 214 befindet sich ein synchron mit den Riemen 212, 214 angetriebenes Förderband
218. Dieses stützt die Gegenstände an ihren nach unten weisenden Kanten, hier den
Falzkanten 2, ab, während die Riemen 212, 214 die Gegenstände im oberen Bereich führen
und fördern. Das Förderband 218 endet vor der Falzstation 220, die Riemen 212, 214
führen bis zum Eingang 102 der Umlagerungsvorrichtung 100. Die Falzstation 220 umfasst
in an sich bekannter Weise zwei Paare von gegeneinander gefederten Falzrollen 222,
224 mit konischem bzw. geradem Verlauf der Mantelflächen.
[0038] Die Gegenstände 1 sind hier gefaltete Druckereiprodukte, die im einlaufenden Förderstrom
S1 stehend, d.h. mit horizontaler Flächennormale N1, gefördert werden. Der einlaufende
Förderstrom S1 ist ein Schuppenstrom aus ineinander gefalzten Gegenständen 1, wobei
die Falzkante 2 in erster Förderrichtung F1 orientiert ist und wobei sich jeder Gegenstand
teilweise im vorlaufenden Gegenstand befindet.
[0039] Der Eingang 102 der Umlagerungsvorrichtung 100 bildet durch stationäre Führungselemente
104, 106, hier Führungsbleche, einen vertikalen Eintrittsspalt 103 für die flachen
Gegenstände 1 aus. Im oberen Bereich des Eintrittsspaltes 103 ist an einer Seite eine
um eine vertikale Achse 108 drehbare Führungsrolle 110 angeordnet. Diese wirkt mit
einer antreibbaren Segmentscheibe 112 auf der anderen Seite des Eintrittsspaltes 103
zusammen, die um eine ebenfalls vertikale Achse 114 drehbar ist. Je nach Stellung
der Segmentscheibe 112 ist der Eintrittsspalt 103 im oberen Bereich verengt oder geöffnet.
Die Segmentscheibe 112 dient zusammen mit der passiven Führungsrolle 110 zum Übernehmen
der Gegenstände 1 vom Eingangsförderer 210 und zum Weiterfördern in erster Förderrichtung
F1. Diese Förderwirkung besteht nur so lange, wie Segmentscheibe 112 und Führungsrolle
110 miteinander auf den Gegenstand wirken und diesen dadurch halten. Statt einer aktiven
Förderung kann auch ein rein passives Führen vorgesehen sein, z.B. indem statt der
angetriebenen Segmentscheibe stationäre Führungsbleche eingesetzt werden. Die Bewegung
in erster Förderrichtung erfolgt dann aufgrund der Massenträgheit. Die Führungsrolle
110 kann in sich elastisch sein und/oder aus einem elastischen Material bestehen.
Es ist nicht notwendig, dass Segmentscheibe 112 und Führungsrolle 110 die Gegenstände
1 aktiv abbremsen oder beschleunigen.
[0040] Unterhalb der Anordnung aus Segmentscheibe 112 und Führungsrolle 110 befinden sich
ein Beschleunigungselement 130 und ein Zwischenförderer 120. Das Beschleunigungselement
130 ist hier ebenfalls eine Segmentscheibe 132, die um eine vertikale Achse 134 antreibbar
ist. Sie dient dazu, die im Eintrittsspalt 103 befindlichen Gegenstände 1 in einer
zweiten Förderrichtung F2, hier nach unten, zu beschleunigen und dabei zu ggfs. zu
vereinzeln. Das Beschleunigungselement 130 greift auf den in Förderrichtung F1 vorderen
Bereich der Gegenstände 1 zu, in dem der Gegenstand 1 auch bei einer einlaufenden
Schuppenformation keinen Überlapp zum nachlaufenden Gegenstand aufweist. Dadurch wird
der Gegenstand 1 nach unten abgezogen. Er läuft nicht gegen einen Anschlag.
[0041] Der Zwischenförderer 120 dient zum Umlenken der Gegenstände 1 aus der zweiten Förderrichtung
F2 in die dritte Förderrichtung F3, die hier wieder horizontal ist. Der Zwischenförderer
120 bildet einen wenigstens teilweise gekrümmten Förderspalt 122 aus. Dieser ist eingangsseitig
in zweiter Förderrichtung F2 und am Ausgang 140 der Umlenkvorrichtung 100 in dritter
Förderrichtung F3 orientiert, beschreibt also ein Kreissegment bzw. ein Zylindermantelsegment
von ca. 90°. Der Zwischenförderer 120 umfasst miteinander kooperierende Bänder oder
Riemen 124, 126, 127, die über verschiedene Umlenkrollen 125, 128 so geführt sind,
dass der gekrümmte Förderspalt 122 gebildet wird. Vorliegend ist ein relativ breites
Band 124 vorhanden, dessen Umlenkrollen 125 so angeordnet sind, dass es die konvexe
Förderfläche 122a des Förderspaltes 122 ausbildet. Die gegenüberliegende konkave Förderfläche
122b wird hier durch zwei parallele Riemen 126, 127 realisiert, die über drei Umlenkrollen
128 geführt sind und durch Zusammenwirken mit der konvexen Förderfläche 122a gebogen
werden. Der Förderspalt 122 hat somit eine Weite, die sich an die Dicke der Gegenstände
1 anpassen kann. Am eingangsseitigen Ende des Förderspalts 122 ist durch die Riemen
124, 126, 127 ein Einzugsspalt 123 gebildet. Dieser hat eine quer zur Föderrichtung
F2 verlaufende Öffnung und verjüngt sich in Förderrichtung F2. Die Gegenstände 1 durchlaufen
den Förderspalt 122 stets so, dass ihre Flächennormale N2 senkrecht zur momentanen
Förderrichtung steht.
[0042] Das Beschleunigungselement 130 drückt Gegenstände, die sich im Eintrittsspalt 103
befinden, gegen das Band 124, das die die konvexe Förderfläche 122a des Förderspaltes
122 bildet. Das Beschleunigungselement 130 ist dazu zwischen den beiden parallelen
Riemen, die die konkave Förderfläche 122 bilden, angeordnet. Es wird so gedreht, dass
seine Wirkfläche 133, also die Fläche mit dem grössten Abstand zur Achse 134, die
gleiche Geschwindigkeit wie das Band 124 hat. Ausserdem bewegt sich das Beschleunigungselement
130 abgestimmt auf den Takt in der einlaufenden Formation S1, so dass es stets auf
denselben Bereich des Gegenstands 1 zugreift (insbesondere ein Bereich, in dem kein
Überlapp mit nachfolgenden Gegenständen besteht). Auf diese Weise werden die Gegenstände
1 hier im Bereich ihrer Falzkante 2 gegen das Band 124 geklemmt, nach unten aus dem
Eintrittsspalt 103 gezogen und dabei vereinzelt. Eine weitere Bewegung in erster Förderrichtung
F1 wird so verhindert, ohne dass die Gegenstände 1 gegen einen Anschlag laufen müssen.
Um eine ausreichende Klemm- und Förderwirkung des Beschleunigungselements 130 sicherzustellen,
ist vorliegend innerhalb des vom Band 124 umschlossenen Bereichs eine um eine vertikale
Achse 138 drehbare Stützrolle 136 angeordnet, die das Band 124 dort von Innen stabilisiert,
wo das Beschleunigungselement 130 von Aussen gegen das Band 124 drückt. Die Stützrolle
136 kann in sich elastisch sein und/oder aus einem elastischen Material bestehen.
[0043] Die Gegenstände 1 werden durch das Beschleunigungselement 130 mittig gegriffen und
in den Einzugsspalt 123 eingeführt. Dort werden sie von den seitlichen Bändern 126,
127 gegen das gegenüberliegende Band 124 gedrückt und somit von beiden Seiten gleichmässig
nach unten bzw. entlang des gekrümmten Förderwegs weitergefördert. Aufgrund der symmetrischen
Gestaltung werden die Gegenstände 1 beim Einzug in den Förderspalt 122 nicht verdreht,
sondern durchlaufen diesen mit hoher Präzision hinsichtlich ihrer Lage. Der Förderspalt
122 wird hier mit vorlaufender Falzkante 2 durchlaufen.
[0044] Die Fördergeschwindigkeit des Zwischenförderers 120 ist vorliegend so gewählt, dass
die Gegenstände 1 aus der einlaufenden Schuppenformation S1 vereinzelt werden und
den Zwischenförderer 120 in einem Förderstrom S2 aus voneinander beabstandeten Gegenständen
durchlaufen. Je nach einlaufender und gewünschter auslaufender Formation S1, S3 kann
auf eine vollständige Vereinzelung auch verzichtet werden.
[0045] Der Ausgangsförderer 310 schliesst sich an den Ausgang 140 der Umlenkvorrichtung
100 an. Er ist vorliegend ein Bandförderer 312, auf dem die Gegenstände 1 abgelegt
und liegend in dieselbe Förderrichtung F3 wie am Ausgang 140 weitergefördert werden.
Durch Anpassung der Fördergeschwindigkeit des Bandförderers 312 lässt sich der Abstand
der vorlaufenden Kanten, hier der Falzkanten 2, einstellen. Vorliegend fördert der
Bandförderer 312 mit geringerer Geschwindigkeit als der Zwischenförderer 120, so dass
der auslaufende Förderstrom S3 auf dem Förderband eine Schuppenformation ist.
[0046] Um die Positionierung der Gegenstände beim Ablegen auf dem Bandförderer 312 zu verbessern,
ist direkt am Ausgang 140 eine Positioniereinrichtung 320 angeordnet. Diese umfasst
zwei stationäre, in Förderrichtung F3 orientierte Bürstenleisten 322, die ein Wegspringen
der Gegenstände 1 nach oben und nach vorne verhindern. Des Weiteren ist ein angetriebenes
Positionierelement 324 vorhanden, welches getaktet auf die Gegenstände 1 im Bereich
ihrer nachlaufenden Kanten wirkt und diesen einen Impuls nach unten versetzt. Hierdurch
wird auch bei hohen Verarbeitungsgeschwindigkeiten sichergestellt, dass sich die vorlaufende
Kante eines Gegenstands 1 stets über die nachlaufende Kante des zuvor abgelegten Gegenstands
schieben kann. Das Positionierelement 324 ist hier als Segmentscheibe ausgebildet,
die um eine vertikale Achse 325 drehbar ist.
[0047] Die den Eingangsspalt 103 verengende Segmentscheibe 112, das Beschleunigungselement
130 und das Positionierelement 324 wirken getaktet auf die Gegenstände 1. Sie werden
dazu einem gemeinsamen Takt unterworfen, z.B. durch einen gemeinsamen oder miteinander
gekoppelte Antriebe oder durch geeignete Steuerung. Der Takt wird eingangsseitig erzeugt,
z.B. durch getaktetes Zuführen der Produkte zum Eingangsförderer oder zur Falzstation,
oder abgegriffen, z.B. mittels geeigneter Sensoren.
[0048] Zur Überwachung und Steuerung dieser Prozesse dient vorzugsweise eine gemeinsame
Steuereinrichtung.
[0049] Fig. 7 zeigt, wie mit der Vorrichtung aus Fig. 3-6 eine auslaufende Formation S3
aus einzelnen Gegenständen 1 erzeugt werden kann. Hierzu wird lediglich die Fördergeschwindigkeit
des Ausgangsförderers 310 angepasst.
[0050] Fig. 8 zeigt eine Variante der Vorrichtung aus Fig. 3-7. Die Riemen 212 des Eingangsförderers
210 sind gegenüber Fig. 3-7 verbreitert und daher imstande, auch Gegenstände mit einer
grösseren Breite quer zur Förderrichtung F1 sicher zu führen. Die Fördergeschwindigkeit
des Ausgangsförderers 310 ist wie bei Fig. 7 so gewählt, dass die Gegenstände 1 durch
den Ausgangsförderer 310 vereinzelt weggefördert werden.
[0051] Fig. 9 zeigt eine weitere Variante der Vorrichtung aus Fig. 3-7. Der Zwischenförderer
120 dreht den Förderstrom S2 aus einer anfänglich vertikal nach unten verlaufenden
Förderrichtung F2 um fast 180° in eine unter einem kleinen Winkel zur Vertikalen schräg
nach oben verlaufende dritte Förderrichtung F3. Der Ausgangsförderer 310 ragt also
schräg nach oben. Oberhalb des Ausgangsförderers 310 befindet sich ein Greifertransporteur
400 mit einer Mehrzahl von Greifern 410, die entlang einer geschlossenen Umlaufbahn
U bewegt werden. Die Umlaufbahn U erreicht oberhalb des Endes des Ausgangsförderers
310 ihren tiefsten Punkt. Hier werden die offenen Greifer 410 geschlossen und können
die Gegenstände 1 einzeln übernehmen, die vom Ausgangsförderer 310 kommen. Je nach
Steuerung können die Greifer 410 auch Gruppen von Gegenständen 1 übernehmen.
[0052] Damit die Gegenstände 1 im ansteigenden Bereich des Ausgangsförderers 310 nicht herunterfallen,
werden sie durch zwei Andrückrollen 330 gegen das Band des Ausgangsförderers 310 gedrückt.
Alternativ kann der Ausgangsförderer 310 auch zwei gegenläufig umlaufende Bänder umfassen,
zwischen denen ein Förderspalt ausgebildet wird.
[0053] Es versteht sich, dass durch geeignete Führung der Bänder des Zwischenförderers 120
beliebige andere Winkel zwischen den Förderrichtungen F2 und F3 realisiert werden
können. Die Förderrichtungen F2 und F3 liegen jedoch stets in einer Ebene, die senkrecht
zur ursprünglichen Förderrichtung F1 verläuft.
1. Verfahren zum Umlagern flexibler, flächiger Gegenstände (1), insbesondere Druckereiprodukte,
die in einem Förderstrom (S1, S2, S3) kontinuierlich gefördert werden, relativ zur
Förderrichtung (F1, F2, F3) des Förderstroms (S1, S2, S3) mit den folgenden Schritten:
- Fördern der Gegenstände (1) in einem einlaufenden Förderstrom (S1) in Form eines
Schuppenstromes von teilweise aufeinander liegenden oder ineinander angeordneten Gegenständen
(1) in einer ersten Förderrichtung (F1) und mit einer ersten Orientierung ihrer Flächennormalen
(N1) sowie in einem vorbestimmten Takt zu einem Umlenkungsbereich (101),
- Beenden der Förderung in erster Förderrichtung (F1) durch Abziehen der Gegenstände
(1) einzeln aus dem einlaufenden Förderstrom (S1) mittels eines in einem vorbestimmten
Takt im Umlenkungsbereich (101) auf die Gegenstände (1) einwirkenden Beschleunigungselements
(130) durch Übertragen eines Bewegungsimpulses auf die Oberfläche der Gegenstände
(1), ohne dass die Gegenstände (1) gegen einen Anschlag laufen, und Beschleunigen
der einzelnen Gegenstände (1) in eine zweite Förder-richtung (F2), die senkrecht zur
ersten Förderrichtung (F1) und senkrecht zur ersten Orientierung der Flächennormalen
(N1) im einlaufenden Förderstrom (S1) gerichtet ist, durch das Beschleunigungselement
(130),
- Umlenken des in zweiter Förderrichtung (F2) bewegten Förderstroms (S2) im Umlenkungsbereich
(101) in eine dritte Förderrichtung (F3), die senkrecht zur ersten Förderrichtung
(F1) ist und mit der zweiten Förderrichtung (F2) einen von Null verschiedenen Winkel
einschliesst, und
- Weiterfördern der Gegenstände (1) nach Verlassen des Umlenkungsbereichs (101) in
einem auslaufenden Förderstrom (S3);
wobei die Flächennormalen (N1, N2, N3) der Gegenstände (1) zu jedem Zeitpunkt im Wesentlichen
senkrecht zur momentanen Förderrichtung, ortentiert sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beim einlaufenden Förderstrom (S1) eine Vorlaufkante eines Gegenstands (1) auf einer
ersten Seite (T) des jeweils vorlaufenden Gegenstands (1) aufliegt, und dass der auslaufende
Förderstrom (S3) ein Schuppenstrom ist, bei dem ebenfalls eine Vorlaufkante eines
Gegenstands (1) auf einer ersten Seite (T) des jeweils vorlaufenden Gegenstands (1)
aufliegt, wobei die Gegenstände im Umlenkungsbereich optional vereinzelt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beim einlaufenden Förderstrom (S1) eine Vorlaufkante eines Gegenstands (1) auf einer
ersten Seite (T) des jeweils vorlaufenden Gegenstands (1) aufliegt, und dass der auslaufende
Förderstrom (S3) ein Schuppenstrom ist, bei dem eine Vorlaufkante eines Gegenstands
(1) auf einer zweiten Seite (R) des jeweils vorlaufenden Gegenstands (1) aufliegt,
wobei die Gegenstände im Umlenkungsbereich vereinzelt werden.
4. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gegenstände (1) aus dem einlaufenden Förderstrom (S1) durch das Beschleunigungselement
(130) vereinzelt werden und den Umlenkungsbereich als Strom (S2) aus voneinander beabstandeten
Gegenständen (1) durchlaufen.
5. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der auslaufende Förderstrom (S3) ein Schuppenstrom oder ein Strom aus voneinander
beabstandeten einzelnen Gegenständen (1) ist.
6. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gegenstände (1) im Umlenkungsbereich (101) um wenigstens 45° umgelenkt werden,
vorzugsweise wenigstens um 90° und besonders bevorzugt um 90° oder 180°.
7. Vorrichtung zum Umlagern flexibler, flächiger Gegenstände (1), insbesondere Druckereiprodukte,
die in einem Förderstrom (S1, S2, S3) kontinuierlich gefördert werden, relativ zur
Förderrichtung, (F1, F2, F3) des Förderstroms mit:
- einem Eingang (102) zum Zuführen eines getaktet einlaufenden Förderstroms (S1) in
Form eines Schuppenstroms von teilweise aufeinander liegenden oder ineinander angeordneten
Gegenständen (1) in einer ersten Förderrichtung, (F1) und mit einer Orientierung der
Flächennormalen (N1) der Gegenstände (1) senkrecht zur ersten Förderrichtung (F1);
- wenigstens einem Beschleunigungselement (130), welches imstande ist, durch Übertragung
eines Bewegungsimpulses auf die Oberfläche der Gegenstände (1) in einem vorbestimmten
Takt auf die Gegenstände (1) einzuwirken und dadurch die Gegenstände (1) einzeln aus
dem einlaufenden Förderstrom (S1) Abzuziehen, und so die Förderung in erster Förderrichtung,
(F1) zu beenden und in eine zweite Förderrichtung, (F2) zu beschleunigen, ohne dass
die Gegenstände (1) gegen einen Anschlag laufen, wobei die zweite Förderrichtung (F2)
senkrecht zur ersten Förderrichtung (F1) und zur Orientierung der Flächennormalen
(N1) im einlaufenden Förderstrom (S1) gerichtet ist;
- einem Zwischenförderer (120), der die Gegenstände (1) nach oder während der Beschleunigung
durch das Beschleunigungselement (130) aufzunehmen und weiterzufördern imstande ist,
wobei der Zwischenförderer (120) einen gekrümmten Förderweg (121) für die Gegenstände
(1) definiert, der eingangsseitig in zweiter Förderrichtung (F2) und ausgangsseitig
in einer dritten Förderrichtung, (F3) orientiert ist, die senkrecht zur ersten Förderrichtung,
(F1) ist und mit der zweiten Förderrichtung (F2) einen von Null verschiedenen Winkel
einschliesst;
- einem Ausgang (140) zum Abgeben eines auslaufenden Förderstroms (S3).
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenförderer (120) wenigstens zwei miteinander kooperierende, gegenläufig
angetriebene, über Umlenkungen geführte Förderbänder (124, 126, 127) umfasst, zwischen
denen ein gekrümmter Förderspalt (122) ausgebildet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Beschleunigungselement (130) einen Gegenstand (1) gegen eines der Förderbänder
(124) zu drücken und dadurch in den Förderspalt (122) einzuführen imstande ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, gekennzeichnet durch einen Eingangsförderer (210), der dem Eingang (102) vorgelagert ist und der imstande
ist, den einlaufenden Förderstrom (S1) in der ersten Förderrichtung (F1) und mit einer
Orientierung der Flächennormalen (N1) der Gegenstände senkrecht zur ersten Förderrichtung
(F1) dem Eingang (102) zuzuführen.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, gekennzeichnet durch einen Ausgangsförderer (310), der dem Ausgang (140) nachgelagert ist und der imstande
ist, den auslaufenden Förderstrom (S3) zu übernehmen und weiterzufördern.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, gekennzeichnet durch wenigstens ein am Ausgang (140) angeordnetes Positionierelement, welches imstande
ist, in einem vorbestimmten Takt auf die Gegenstände einzuwirken, insbesondere um
die Positionierung auf dem Ausgangsförderer (310) zu unterstützen.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 12, gekennzeichnet durch am Eingang (102) angeordnete Führungselemente (110, 112), die imstande sind, die
Gegenstände (1) in einer Lage zu halten, die der Lage im einlaufenden Förderstrom
(S1) entspricht.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eines der Führungselemente (110, 112) synchron mit dem Beschleunigungselement
(130) derart getaktet antreibbar ist, dass ein Gegenstand (1) durch die Führungselemente
(110, 112) freigegeben wird, sobald das Beschleunigungselement (130) auf diesen Gegenstand
(1) einwirkt.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 13, gekennzeichnet durch eine unmittelbar vor dem Eingang (102) angeordnete Falzstation (220).
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel zwischen der zweiten Förderrichtung (F2) und der dritten Förderrichtung
(F3) wenigstens 45° beträgt, vorzugsweise wenigstens 90° und besonders bevorzugt 90°
oder 180°.
1. A method by means of which flexible, sheet-like articles (1), in particular printed
products, which are conveyed continuously in a conveying stream (S1, S2, S3) are shifted
relative to the conveying direction (F1 F2, F3) of the conveying stream (S1, S2, S3),
having the following steps:
- the articles (1) in an ingoing conveying stream (S1) are conveyed in a first conveying
direction (F1) in the shape of an imbricated stream of partially overlapping or interlocking
articles (1), and with a first orientation of the surface normals (N1) thereof, and
with predetermined cyclic timing to a deflecting region (101),
- the conveying action in the first conveying direction (F1) is terminated by extracting
the articles (1) individually from the ingoing conveying stream (S1) by means of an
accelerating element (130) acting upon the articles (1) at a predetermined pace in
the deflecting region (101) by transferring an impulse of motion on to the surface
of the articles (1) without the articles (1) colliding with a stop, and accelerating
the individual articles (1) in a second conveying direction (F2), which is directed
perpendicularly to the first conveying direction (F1) and perpendicularly to the first
orientation of the surface normals (N1) in the ingoing conveying stream (S1), by means
of the accelerating element (130),
- the conveying stream (S2) moving in the second conveying direction (F2) is deflected,
in the deflecting region (101), into a third conveying direction (F3), which is perpendicular
to the first conveying direction (F1) and encloses an angle other than zero with the
second conveying direction (F2),
- the articles (1) are conveyed further, after leaving the deflecting region (101),
in an outgoing conveying stream (S3);
wherein the surface normals (N1, N2, N3) of the articles (1) at any point in time
are oriented essentially perpendicularly to the current conveying direction.
2. The method as claimed in claim 1, characterized in that, in the ingoing conveying stream (S1), a leading edge of one article (1) rests on
a first side (T) of the respectively preceding article (1), and that the outgoing
conveying stream (S3) is an imbricated stream in which likewise a leading edge of
one article (1) rests on a first side (T) of the respectively preceding article (1),
wherein the articles are optionally separated in the deflecting region.
3. The method as claimed in claim 1, characterized in that, in the ingoing conveying stream (S1), a leading edge of one article (1) rests on
a first side (T) of the respectively preceding article (1), and that the outgoing
conveying stream (S3) is an imbricated stream in which a leading edge of one article
(1) rests on a second side (R) of the respectively preceding article (1), wherein
the articles are separated in the deflecting region.
4. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the articles (1) from the ingoing conveying stream (S1) are separated by the accelerating
element (130) and run through the deflecting region as a stream (S2) of spaced-apart
articles (1).
5. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the outgoing conveying stream (S3) is an imbricated stream or a stream of spaced-apart
individual articles (1).
6. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the articles (1) are deflected in the deflecting region (101) through at least 45°,
preferably at least through 90° and particularly preferably through 90° or 180°.
7. An apparatus by means of which flexible, sheet-like articles (1), in particular printed
products, which are conveyed continuously in a conveying stream (S1, S2, S3) are shifted
relative to the conveying direction (F1, F2, F3) of the conveying stream, having:
- an entrance (102), at which a conveying stream (S1) centering in cyclically timed
fashion in the shape of an imbricated stream of partially overlapping or interlocking
articles (1) is fed in a first conveying direction (F1), and with an orientation of
the surface normals (N1) of the articles (1) perpendicular to the first conveying
direction (F1);
- at least one accelerating element (130), which is able to act on the articles (1)
at a predetermined pace by transferring an impulse of motion on to the surface of
the articles (1) and thus to extract articles (1) individually from the ingoing conveying
stream (S1), thus terminating the conveyance in the first conveying direction (F1)
and accelerating it in a second conveying direction (F2) without the articles (1)
colliding with a stop, wherein the second conveying direction (F2) is directed perpendicularly
to the first conveying direction (F1) and to the orientation of the surface normals
(N1) in the ingoing conveying stream (S1);
- an intermediate conveyor (120), which is able to receive, and convey further, the
articles (1) following, or during, acceleration by the accelerating element (130),
wherein the intermediate conveyor (120) defines a curved conveying path (121) for
the articles (1), which is oriented on the entrance side in the second conveying direction
(F2) and on the exit side in a third conveying direction (F3), which is perpendicular
to the first conveying direction (F1) and encloses an angle other than zero with the
second conveying direction (F2).
- an exit (140), at which an outgoing conveying stream (S3) is discharged,
8. The apparatus as claimed in claim 7, characterized in that the intermediate conveyor (120) comprises at least two conveying belts (124, 126,
127), which cooperate with one another, are driven in opposite directions, are guided
over deflecting means and between which a curved conveying gap (122) is formed.
9. The apparatus as claimed in claim 7, characterized in that the accelerating element (130) is able to push an article (1) against one of the
conveying belts (124) and thus introduce it into the conveying gap (122).
10. The apparatus as claimed in one of claims 7-9, characterized by an entrance conveyor (210), which is positioned upstream of the entrance (102) and
is able to feed the ingoing conveying stream (S1) to the entrance (102) in the first
conveying direction (F1), and with an orientation of the surface normals (N1) of the
articles perpendicular to the first conveying direction (F1).
11. The apparatus as claimed in one of claims 7-10, characterized by an exit conveyor (310), which is positioned downstream of the exit (140) and is able
to receive the outgoing conveying stream (S3) and convey it further.
12. The apparatus as claimed in claim 11, characterized by at least one positioning element, which is arranged at the exit (140) and is able
to act on the articles with predetermined cyclic timing, in particular in order to
assist positioning on the exit conveyor (310).
13. The apparatus as claimed in one of claims 7-12, characterized by guide elements (110, 112), which are arranged at the entrance (102) and are able
to retain the articles (1) in a position which corresponds to the position in the
ingoing conveying stream (S1).
14. The apparatus as claimed in claim 13, characterized in that at least one of the guide elements (110, 112) can be driven synchronously with the
accelerating element (130) with such cyclic timing that an article (1) is released
by the guide elements (110, 112) as soon as the accelerating element (130) acts on
this article (1).
15. The apparatus as claimed in one of claims 7-13, characterized by a folding station (220), which is arranged immediately upstream of the entrance (102).
16. The apparatus as claimed in one of claims 7-13, characterized in that the angle between the second conveying direction (F2) and the third conveying direction
(F3) is at least 45°, preferably at least 90° and particularly preferably 90° or 180°.
1. Procédé pour dévier des objets flexibles plats (1), en particulier des produits d'imprimerie
transportés en continu dans un écoulement de transport (S1, S2, S3), par rapport à
la direction de transport (F1, F2, F3) de l'écoulement de transport (S1, S2, S3),
le procédé présentant les étapes suivantes :
transport des objets (1) dans un écoulement entrant (S1) qui présente la forme d'un
écoulement en superposition partielle d'objets (1) posés en partie les uns sur les
autres ou disposés en partie les uns dans les autres dans une première direction de
transport (F1) et à une première orientation de la normale (N1) à leur surface ainsi
qu'à une cadence prédéterminée vers une zone de déviation (101),
fin du transport dans la première direction de transport (F1) par extraction des objets
(1) un à un hors de l'écoulement de transport (S1) entrant, au moyen d'un élément
d'accélération (130) qui agit sur les objets (1) à une cadence prédéterminée dans
la zone de déviation (101), par transfert d'une impulsion de déplacement sur la surface
des objets (1) sans que les objets (1) viennent buter contre une butée, et accélération
des différents objets (1) par l'élément d'accélération (130) dans une deuxième direction
de transport (F2) perpendiculaire à la première direction de transport (F1) et perpendiculaire
à la première orientation de la normale (N1) à la surface dans l'écoulement de transport
(S1) entrant,
déviation de l'écoulement de transport (S2), déplacé dans la deuxième direction de
transport (F1) dans la zone de déviation (101), dans une troisième direction de transport
(F3) perpendiculaire à la première direction de transport (f1) et formant avec la
deuxième direction de transport (F2) un angle différent de zéro,
poursuite du transport des objets (1) en un écoulement de transport sortant (S3) après
qu'ils ont quitté la zone de déviation (101),
les normales (N1, N2, N3) à la surface des objets (1) étant à chaque instant orientées
essentiellement perpendiculairement à la direction de transport à chaque instant.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que dans l'écoulement de transport (S1) entrant, le bord avant d'un objet (1) est posé
sur un premier côté (T) de l'objet (1) précédent et en ce que l'écoulement de transport (S3) sortant est un écoulement en superposition partielle
dans lequel le bord avant de l'objet (1) repose sur un premier côté (T) de l'objet
(1) précédent, les objets étant facultativement séparés un à un dans la zone de déviation.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que dans l'écoulement de transport entrant (S1), le bord avant de l'objet (1) repose
sur un premier côté (T) de l'objet (1) précédent et en ce que l'écoulement de transport sortant (S3) est un écoulement en superposition partielle
dans lequel le bord avant de l'objet (1) repose sur un deuxième côté (R) de l'objet
(1) précédent, les objets étant séparés un à un dans la zone de déviation.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les objets (1) sont séparés un à un par l'élément d'accélération (130) en sortant
de l'écoulement de transport entrant (S1) et traversent la zone de déviation sous
la forme d'un écoulement (S2) d'objets (1) maintenus à distance les uns des autres.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'écoulement de transport sortant (S3) est un écoulement en superposition partielle
ou un écoulement d'objets (1) séparés un à un et maintenus à distance mutuelle.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que dans la zone de déviation (101), les objets (1) sont déviés d'au moins 45°, de préférence
d'au moins 90° et de façon particulièrement préférable de 90° ou de 180°.
7. Ensemble pour dévier des objets flexibles plats (1), en particulier des produits d'imprimerie,
transportés en continu dans un écoulement de transport (S1, S2, S3) par rapport à
une direction de transport (F1, F2, F3) de l'écoulement de transport, l'ensemble présentant
:
une entrée (102) qui amène un écoulement de transport entrant (S1) et cadencé présentant
la forme d'un écoulement en superposition partielle d'objets (1) posés partiellement
les uns sur les autres ou disposés partiellement les uns dans les autres dans une
première direction de transport (F1), avec une orientation de la normale (N1) à la
surface des objets (1) perpendiculaire à la première direction de transport (F1),
au moins un élément d'accélération (130) capable, par transfert à une cadence prédéterminée
d'une impulsion de déplacement sur la surface des objets (1), d'agir sur les objets
(1) et ainsi extraire les objets (1) un à un de l'écoulement de transport entrant
(S1), pour ainsi terminer le déplacement dans la première direction de transport (F1)
et les accélérer dans une deuxième direction de transport (F2) sans que les objets
(1) viennent buter contre une butée, la deuxième direction de transport (F2) étant
perpendiculaire à la première direction de transport (F1) et à l'orientation de la
normale (N1) à la surface dans l'écoulement de transport entrant (S1),
un transporteur intermédiaire (120) qui est capable de reprendre et de poursuivre
le transport des objets (1) après ou pendant l'accélération par l'élément d'accélération
(130), le transporteur intermédiaire (120) définissant pour les objets (1) un parcours
de transport (121) courbe, orienté du côté de l'entrée dans la deuxième direction
de transport (F2) et du côté de la sortie dans une troisième direction de transport
(F3) perpendiculaire à la première direction de transport (F1) et formant avec la
deuxième direction de transport (F2) un angle différent de zéro et
une sortie (140) qui délivre un écoulement de transport sortant (S3).
8. Ensemble selon la revendication 7, caractérisé en ce que le transporteur intermédiaire (120) comporte au moins deux bandes de transport (124,
126, 127) coopérant l'une avec l'autre, entraînées en sens opposés, guidées par des
renvois et entre lesquelles un interstice courbe de transport (122) est formé.
9. Ensemble selon la revendication 7, caractérisé en ce que l'élément d'accélération (130) est capable de repousser un objet (1) contre l'une
des bandes de transport (124) et ainsi l'insérer dans l'interstice de transport (122).
10. Ensemble selon l'une des revendications 7 à 9, caractérisé par un transporteur d'entrée (210) prévu en amont de l'entrée (102) et capable d'amener
l'écoulement de transport entrant (S1) dans la première direction de transport (F1)
et dans une orientation de la normale (N1) à la surface des objets perpendiculaire
à la première direction de transport (F1) vers l'entrée (102).
11. Ensemble selon l'une des revendications 7 à 10, caractérisé par un transporteur de sortie (310) situé en aval de la sortie (140) et capable de reprendre
l'écoulement de transport sortant (S3) et de poursuivre son transport.
12. Ensemble selon la revendication 11, caractérisé par au moins un élément de positionnement disposé sur la sortie (140) et capable d'agir
sur les objets à une cadence prédéterminée et en particulier de soutenir le positionnement
sur le transporteur de sortie (310).
13. Ensemble selon l'une des revendications 7 à 12, caractérisé par des éléments de guidage (110, 112) disposés sur l'entrée (102) et capables de maintenir
les objets (1) dans une position qui correspond à la position dans l'écoulement de
transport entrant (S1).
14. Ensemble selon la revendication 13, caractérisé en ce qu'au moins l'un des éléments de guidage (110, 112) peut être entraîné à une cadence
synchronisée par rapport à celle de l'élément d'accélération (130) de telle sorte
qu'un objet (1) soit libéré par les éléments de guidage (110, 112) dès que l'élément
d'accélération (130) agit sur cet objet (1).
15. Ensemble selon l'une des revendications 7 à 13, caractérisé par un poste de pliage (220) disposé immédiatement avant l'entrée (102).
16. Ensemble selon l'une des revendications 7 à 13, caractérisé en ce que l'angle entre la deuxième direction de transport (F2) et la troisième direction de
transport (F3) est d'au moins 45°, de préférence d'au moins 90° et de façon particulièrement
préférable de 90° ou de 180°.