Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine umkehrbare Beschichtungsmaterialdüse für eine Spritzpistole
zum Beschichten eines Werkstücks mit Beschichtungsmaterial.
[0002] Beim Beschichten eines Werkstücks mit einem Beschichtungsmaterial, wie beispielsweise
einem Lack, wird häufig eine Spritzpistole eingesetzt, die das unter Druck stehende
Beschichtungsmaterial durch eine Beschichtungsmaterialdüse versprüht. Insbesondere
wenn sich im Beschichtungsmaterial Schmutzpartikel befinden, kann es vorkommen, dass
die Beschichtungsmaterialdüse verstopft. Wird die Spritzpistole weiterhin benutzt,
kann entweder kein Beschichtungsmaterial mehr oder nur noch eine ungenügende Menge
versprüht werden. Die Beschichtungsmaterialdüse muss dann gereinigt werden. Dazu wird
der Abzug der Spritzpistole zum Beispiel mit einer Abzugsverriegelung arretiert, so
dass kein Beschichtungsmaterial mehr aus der Spritzpistole austreten kann. Bei einer
elektrostatischen Spritzpistole wird durch die Arretierung des Abzugs zusätzlich dafür
gesorgt, dass keine Hochspannung mehr an der Hochspannungselektrode anliegt. Dann
kann die Beschichtungsmaterialdüse ausgebaut werden. Anschliessend muss die verstopfte
Beschichtungsmaterialdüse manuell, beispielsweise mit Lösungsmittel und einer feinen
Reinigungsnadel gereinigt werden. Anschliessend muss die Beschichtungsmaterialdüse
wieder in die Spritzpistole eingebaut werden. Nachdem die Abzugsverriegelung wieder
gelöst ist, ist die Spritzpistole wieder betriebsbereit. Dieser Vorgang nimmt viel
Zeit in Anspruch. Bei der manuellen Reinigung kann es vorkommen, dass die Beschichtungsmaterialdüse
beschädigt wird und durch eine neue Düse ersetzt werden muss. Zudem kann es vorkommen,
dass die verstopfte Beschichtungsmaterialdüse manuell nicht mehr gereinigt werden
kann und dann ebenfalls ersetzt werden muss.
Stand der Technik
[0003] Bisher ist aus dem Stand der Technik keine befriedigende Lösung bekannt.
Darstellung der Erfindung
[0004] Eine Aufgabe der Erfindung ist es, eine umkehrbare Beschichtungsmaterialdüse für
eine Spritzpistole zum Beschichten von Werkstücken mit Beschichtungsmaterial anzugeben,
die so gestaltet ist, dass sie sowohl zur Beschichtung eines Werkstücks dienen kann
als auch bei Bedarf selbstreinigend ist.
[0005] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, die Beschichtungsmaterialdüse trotz ihrer
kleinen Abmessungen ohne zusätzliches Werkzeug, also lediglich mit der Hand, aus dem
Spritzpistolenkopf ausbauen und in den Spritzpistolenkopf einbauen zu können.
[0006] Vorteilhafter Weise ist die Beschichtungsmaterialdüse einfach aus der Spritzpistole
entfernbar und zentriert sich beim Einbau automatisch selbst.
[0007] Die Aufgabe wird durch eine umkehrbare Beschichtungsmaterialdüse für eine Spritzpistole
zum Beschichten von Werkstücken mit Beschichtungsmaterial mit den in Patentanspruch
1 angegebenen Merkmalen gelöst.
[0008] Die erfindungsgemässe umkehrbare Beschichtungsmaterialdüse für eine Spritzpistole
zum Beschichten eines Werkstücks mit Beschichtungsmaterial ist so ausgestaltet, dass
sie in einer ersten und einer zweiten Einbaulage in eine Düsenaufnahme der Spritzpistole
einbaubar ist. Sie umfasst einen Düsenkern mit einer Düsenkernöffnung und einen mit
dem Düsenkern verbundenen Düsennippel mit einer Düsennippelöffnung. Zudem ist ein
Düsenkanal für das Beschichtungsmaterial vorgesehen, der durch den Düsennippel und
den Düsenkern reicht und die Düsennippelöffnung mit der Düsenkernöffnung verbindet.
Der Düsennippel weist einen zylindrischen Abschnitt auf, der in der ersten Einbaulage
mit der Düsenaufnahme der Spritzpistole einen Formschluss bildet. Darüber hinaus ist
ein Anschlag vorgesehen. Das Verhältnis zwischen der Länge vom Anschlag bis zum zylindrischen
Abschnitt und dem Düsendurchmesser liegt im Bereich zwischen 0,75 und 2,00.
[0009] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den in den abhängigen
Patentansprüchen angegebenen Merkmalen.
[0010] Bei einer Ausführungsform der erfindungsgemässen Beschichtungsmaterialdüse liegt
das Verhältnis zwischen der Länge und dem Düsendurchmesser im Bereich zwischen 0,80
und 1,35.
[0011] Bei einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemässen Beschichtungsmaterialdüse
weist der Düsennippel einen Konus auf, der in der ersten Einbaulage mit der Düsenaufnahme
der Spritzpistole einen Formschluss bildet. Der Düsenkern weist ebenfalls einen Konus
auf, der in der zweiten Einbaulage mit der Düsenaufnahme einen Formschluss bildet.
[0012] Bei einer Weiterbildung der erfindungsgemässen Beschichtungsmaterialdüse ist der
Düsennippel aus Kunststoff. Dies hat den Vorteil, dass der Düsennippel aus einem preiswerten
Material und im Spritzgussverfahren hergestellt werden kann.
[0013] Bei einer anderen Weiterbildung der erfindungsgemässen Beschichtungsmaterialdüse
ist der Düsenkern aus Hartmetall oder Keramik. Damit wird die Standzeit der Düse verlängert.
Zudem kann bei dieser Weiterbildung auch abrasives Beschichtungsmaterial verspritzt
werden.
[0014] Bei einer zusätzlichen Weiterbildung der erfindungsgemässen Beschichtungsmaterialdüse
weist der Düsennippel einen weiteren zylindrischen Abschnitt auf, der mit dem Düsenkern
einen Formschluss bildet. Toleranzen bei der Herstellung dieses Abschnitts spielen
keine besondere Rolle. Auch eine eventuell auftretende Materialverpressung ist unkritisch
oder sogar für die Dichtheit förderlich.
[0015] Bei einer Ausführungsform der erfindungsgemässen Beschichtungsmaterialdüse ist eine
Dichtung zwischen dem Düsenkern und dem Düsennippel vorgesehen. Dadurch kann die Dichtheit
zwischen dem Düsennippel und dem Düsenkern erhöht und erreicht werden, dass das Beschichtungsmaterial
ausschliesslich durch die Düsenkernöffnung aus der Beschichtungsmaterialdüse austritt.
[0016] Bei einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemässen Beschichtungsmaterialdüse
ist eine Düsenfassung vorgesehen, welche den Düsenkern und den Düsennippel zusammenhält.
Bei dieser Ausführungsform kann auch der Düsennippel aus Hartmetall oder Keramik hergestellt
sein. Damit lässt sich die Standzeit der Beschichtungsmaterialdüse weiter erhöhen.
[0017] Bei einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemässen Beschichtungsmaterialdüse
ist die Düsenfassung aus Kunststoff. Eine solche Beschichtungsmaterialdüse ist kostengünstig
im Spritzgussverfahren herstellbar.
[0018] Zudem wird vorgeschlagen, bei der erfindungsgemässen Beschichtungsmaterialdüse die
Verbindung zwischen der Düsenfassung und dem Düsennippel als Schnappverbindung auszubilden.
Dies erleichtert ebenfalls die Herstellung. Die Düsenfassung und der Düsennippel können
aber durch Kleben, Schweissen oder durch einen Pressvorgang miteinander verbunden
werden.
[0019] Bei der erfindungsgemässen Beschichtungsmaterialdüse kann der Kunststoff elektrisch
nichtleitend ausgebildet sein. Eine solche Beschichtungsmaterialdüse kann in einer
elektrostatischen Spritzpistole eingesetzt werden. Durch den nichtleitenden Kunststoff
wird erreicht, dass die elektrische Ladung der hochspannungsführenden Elektrode am
Spritzpistolenkopf nicht auf das Gehäuse der Spritzpistole gelangt. Zudem wird damit
erreicht, dass es zu keiner unzulässigen Erhöhung der Kapazität gegenüber dem Erdpotenzial
kommt. Eine schlagartige Entladung wird verhindert. Bei einer Elektrostatik-Spritzpistole
hat dies zudem den Vorteil, dass durch den geringeren Anteil an Metall die elektrische
Kapazität der Beschichtungsdüse verkleinert wird. Dadurch kann nicht mehr so viel
elektrische Ladung gespeichert werden, die Gefahr einer plötzlichen Entladung wird
verringert.
[0020] Bei einer zusätzlichen Ausführungsform der erfindungsgemässen Beschichtungsmaterialdüse
ist eine Schulter vorgesehen, die einen Durchmesser von wenigstens 5 mm und maximal
15 mm aufweist und einen axialen Anschlag bildet.
[0021] Vorteilhafterweise ist bei der erfindungsgemässen Beschichtungsmaterialdüse der Düsennippel
ein Spritzgussteil, das den Düsenkern teilweise umschliesst. Auch diese Ausführungsform
ist kostengünstig und einfach herstellbar.
[0022] Darüber hinaus kann bei der erfindungsgemässen Beschichtungsmaterialdüse die Schulter
derart ausgebildet sein, dass sie mit einer Luftkappe der Spritzpistole im eingebauten
Zustand einen Formschluss bildet. Wird die Luftkappe um ihre Längsachse gedreht, dreht
sich die Beschichtungsmaterialdüse mit. Dies ist insbesondere von Vorteil, wenn die
Düsenkernöffnung schlitzförmig ausgebildet ist. Auf diese Weise kann der von der Beschichtungsmaterialdüse
erzeugte Flachstrahl gedreht und an die jeweiligen Bedürfnisse bei der Beschichtung
angepasst werden.
[0023] Bei einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemässen Beschichtungsmaterialdüse
weist die Mantelfläche der Schulter eine ebene Fläche auf. Bei der Montage der Beschichtungsmaterialdüse
wird die ebene Fläche der Schulter mit der ebenen Fläche der Luftkappe zur Deckung
gebracht.
[0024] Die erfindungsgemässe Spritzpistole zum Beschichten eines Werkstücks mit Beschichtungsmaterial
weist eine Beschichtungsmaterialdüse auf, die wie oben beschrieben, ausgebildet ist.
[0025] Es kann vorgesehen sein, dass bei der erfindungsgemässen Spritzpistole die Düsenaufnahme
eine Bohrung zur Aufnahme des Düsennippels aufweist.
[0026] Zudem kann vorgesehen sein, dass die Spritzpistole eine Hochspannungselektrode aufweist.
[0027] Die erfindungsgemässe Beschichtungsmaterialdüse kann in einer Spritzpistole zum Beschichten
eines Werkstücks mit Beschichtungsmaterial verwendet werden.
[0028] Schliesslich wird ein Verfahren zum Betreiben der oben beschriebenen Spritzpistole
zum Beschichten eines Werkstücks mit Beschichtungsmaterial vorgeschlagen, bei dem
die Beschichtungsmaterialdüse in der ersten Einbaulage in die Spritzpistole eingebaut
wird, wenn die Spritzpistole im Beschichtungsbetrieb arbeiten soll. Wenn die Spritzpistole
im Reinigungsbetrieb arbeiten soll, wird die Beschichtungsmaterialdüse in der zweiten
Einbaulage in die Spritzpistole eingebaut.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0029] Im Folgenden wird die Erfindung mit mehreren Ausführungsbeispielen anhand von sechs
Figuren weiter erläutert.
- Figur 1
- zeigt eine Ausführungsform der erfindungsgemässen Spritzpistole mit einer ersten Ausführungsform
der erfindungsgemässen umkehrbaren Beschichtungsmaterialdüse in der Seitenansicht.
- Figur 2
- zeigt den Sprühkopf der Spritzpistole aus Figur 1 mit der Beschichtungsmaterialdüse
in einer ersten Einbaulage in einer vergrösserten Ansicht teilweise im Schnitt.
- Figur 3
- zeigt einen Ausschnitt des Sprühkopfs mit der Beschichtungsmaterialdüse in der ersten
Einbaulage in einer nochmals vergrösserten Ansicht.
- Figur 4
- zeigt den Sprühkopf der Spritzpistole aus Figur 1 mit der Beschichtungsmaterialdüse
in einer zweiten Einbaulage in einer vergrösserten Ansicht teilweise im Schnitt.
- Figur 5a
- zeigt die erste Ausführungsform der Beschichtungsmaterialdüse in der Seitenansicht.
- Figur 5b
- zeigt die erste Ausführungsform der Beschichtungsmaterialdüse im Querschnitt von der
Seite.
- Figur 5c
- zeigt die erste Ausführungsform der Beschichtungsmaterialdüse in der Draufsicht.
- Figur 5d
- zeigt die erste Ausführungsform der Beschichtungsmaterialdüse im Querschnitt von oben.
- Figur 5e
- zeigt die erste Ausführungsform der Beschichtungsmaterialdüse in der Ansicht von vorne.
- Figur 5f
- zeigt die erste Ausführungsform der Beschichtungsmaterialdüse in einer Explosionsansicht.
- Figur 6a
- zeigt eine zweite Ausführungsform der Beschichtungsmaterialdüse in der Seitenansicht.
- Figur 6b
- zeigt die zweite Ausführungsform der Beschichtungsmaterialdüse im Querschnitt von
der Seite.
- Figur 6c
- zeigt die zweite Ausführungsform der Beschichtungsmaterialdüse in der Draufsicht.
- Figur 6d
- zeigt die zweite Ausführungsform der Beschichtungsmaterialdüse im Querschnitt von
oben.
- Figur 6e
- zeigt die zweite Ausführungsform der Beschichtungsmaterialdüse in der Ansicht von
vorne.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0030] Figur 1 zeigt eine Ausführungsform der erfindungsgemässen Spritzpistole 1 mit einer
ersten Ausführungsform der erfindungsgemässen umkehrbaren Beschichtungsmaterialdüse
20 in der Seitenansicht. Die Beschichtungsmaterialdüse 20 wird im Folgenden der Einfachheit
halber auch nur als Düse bezeichnet. Die Spritzpistole 1 umfasst ein Pistolengehäuse
14, welches im Folgenden auch als Gehäuse der Spritzpistole bezeichnet wird. Am vorderen
Ende der Spritzpistole 1 befindet sich ein Spritzpistolenkopf 6. Ein Teil davon ist
in Figur 1 im Schnitt dargestellt. Der Spritzpistolenkopf 6 wird mit einer Überwurfmutter
7 auf das Pistolengehäuse 14 geschraubt. Im Inneren des Spritzpistolenkopfs 6 befindet
sich eine Beschichtungsmaterialdüse 20, welche in den Figuren 1, 2 und 3 in einer
ersten Einbaulage dargestellt ist. Die Beschichtungsmaterialdüse 20 wird mit der Überwurfmutter
7 im Spritzpistolenkopf 6 gehalten.
[0031] Zudem umfasst der Spritzpistolenkopf 6 einen Düsenschutz 8, der jedoch optional ist.
Durch ihn wird das Risiko verringert, dass das Personal unmittelbar am Düsenauslass
24 der Beschichtungsmaterialdüse 20 (siehe Figur 3) mit dem Beschichtungsmaterial
in Berührung kommt. Ein Kontakt mit dem Beschichtungsmaterial ist besonders dort zu
vermeiden, weil das Beschichtungsmaterial dort aufgrund des hohen Drucks zu Verletzungen
führen kann, und wenn es unmittelbar mit der Haut in Berührung kommt, in die Haut
eindringen kann. Durch den Düsenschutz 8 wird also die Gefahr reduziert, dass das
Beschichtungsmaterial in die Haut eindringen kann, und eine mögliche schädigende Wirkung
wird minimiert. Der Düsenschutz 8 wird im Folgenden auch als Berührungsschutz bezeichnet
und umfasst mehrere Abstandshalter 8.1 und 8.2. Bei der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform
weist der Berührungsschutz 8 vier Abstandshalter auf, wobei aufgrund der Schnittdarstellung
lediglich zwei zu sehen sind. Der Berührungsschutz kann auch mit lediglich zwei oder
drei Abstandshaltern ausgestattet sein. Zudem ist es möglich, fünf oder mehr Abstandshalter
vorzusehen.
[0032] Die Versorgung der Beschichtungsmaterialdüse 20 erfolgt über eine Materialleitung
13. Diese wiederum ist über einen Anschluss für Beschichtungsmaterial 3 mit einem
Materialschlauch (in den Figuren nicht gezeigt) verbindbar.
[0033] Die Spritzpistole 1 weist des Weiteren einen Anschluss für Druckluft 4 auf. Die Druckluft
kann bei Bedarf durch Formluftkanäle 11 und 12, welche sich im stromabwärtigen Bereich
in einer Luftkappe 10 des Spritzkopfs 8 befinden, auf den Beschichtungsmaterialstrahl
gerichtet werden. Mit Hilfe der Druckluft kann die Form des Beschichtungsmaterialstrahls
angepasst werden.
[0034] Des Weiteren umfasst die Spritzpistole 1 einen Elektroanschluss 5, über den eine
Elektrode 15 am Spritzpistolenkopf 6 mit Hochspannung versorgt werden kann. Die Hochspannung
dient zur Ionisierung des Beschichtungsmaterials. Eine derart ausgebildete Spritzpistole
wird im Folgenden auch als Elektrostatikpistole bezeichnet.
[0035] Um den Beschichtungsmaterialfluss zu steuern, umfasst die Spritzpistole 1 auch einen
Abzugsbügel 2. Bei dessen Betätigung wird ein in der Spritzpistole 1 angeordnetes
Ventil über eine Ventilstange geöffnet, so dass das Beschichtungsmaterial zur Beschichtungsmaterialdüse
20 gelangt und durch sie verspritzt wird. Mit Hilfe einer Abzugsverriegelung 16 kann
der Abzugsbügel 2 arretiert werden. Im arretierten Zustand kann der Abzugsbügel 2
nicht mehr betätigt werden, so dass kein Beschichtungsmaterial mehr verspritzt werden
kann.
[0036] Figur 2 zeigt den Sprühkopf 6 der Spritzpistole 1 aus Figur 1 mit der Beschichtungsmaterialdüse
20 in einer ersten Einbaulage in einer vergrösserten Ansicht teilweise im Schnitt.
Figur 3 zeigt einen Ausschnitt des Sprühkopfs 6 mit der Beschichtungsmaterialdüse
20 in der ersten Einbaulage in einer noch stärker vergrösserten Ansicht. Befindet
sich die Beschichtungsmaterialdüse 20 in der ersten Einbaulage, wie dies in den Figuren
1, 2 und 3 gezeigt ist, arbeitet die Spritzpistole 1 im Beschichtungsbetrieb oder
Beschichtungsmodus. Mit der Spritzpistole 1 können nun Werkstücke mit Beschichtungsmaterial
beschichtet werden. In der ersten Einbaulage steckt der zylinderförmige Abschnitt
22.4 des Düsennippels 22 in einer Düsenaufnahme 9, die dazu eine entsprechend grosse
Bohrung 9.4 aufweist. Der zylinderförmige Abschnitt 22.4 bildet zusammen mit der Bohrung
9.4 einen Formschluss. Wenn das unter Druck stehende Beschichtungsmaterial durch den
Materialkanal 9.2 strömt, drückt es den zylindrischen Abschnitt 22.4 gegen die Wand
der Bohrung 9.4 und sorgt so für eine verbesserte Abdichtung am Übergang zwischen
dem Materialkanal 9.2 und dem Düsennippel 22. Auch wenn die Beschichtungsmaterialdüse
20 häufig ausgebaut und wieder eingesetzt wird, bleibt die Dichtwirkung unverändert
erhalten. Wenn im Folgenden von zylinderförmig oder zylindrisch gesprochen wird, so
soll damit auch eine leicht konische Form eingeschlossen sein. Leicht konisch bedeutet
in diesem Zusammenhang, dass der Winkel zwischen der Längsachse und dem Konus zwischen
0 und 5° liegt. Das heisst, die Abweichung gegenüber einer exakt mathematischen zylindrischen
Form soll also 5° nicht überschreiten. Der Düsennippel 22 weist zudem einen Konus
22.1 auf, der mit einer ebenfalls schrägen Fläche 9.1 der Düsenaufnahme 9 einen weiteren
Formschluss bildet. Die schräge Fläche 9.1 hilft den Düsennippel 22.4 in die Bohrung
9.4 der Düsenaufnahme 9 einzuführen. Am stromabwärtigen Ende der Beschichtungsmaterialdüse
20 befindet sich ein Düsenkern 23. Das Beschichtungsmaterial wird, wenn der Abzugshebel
2 betätigt wird, durch die Bohrung 9.2 (welche auch als Beschichtungsmaterialkanal
dient) und den Beschichtungsmaterialkanal 26 zur Düsenkernöffnung 24 transportiert
und dort verspritzt.
[0037] Figur 4 zeigt den Sprühkopf 6 der Spritzpistole 1 aus Figur 1 mit der Beschichtungsmaterialdüse
20 in einer zweiten Einbaulage in einer vergrösserten Ansicht teilweise im Schnitt.
In der zweiten Einbaulage ist die Beschichtungsmaterialdüse 20 um 180° gedreht in
den Spritzkopf 6 eingebaut. Der Konus 23.1 des Düsenkerns 23 bildet nun zusammen mit
der schrägen Fläche 9.1 der Düsenaufnahme 9 einen Formschluss. Am stromabwärtigen
Ende des Spritzkopfs 6 befindet sich der Düsennippel 22. Dessen Öffnung 25 bildet
nun den Materialauslass der Spritzpistole 1. Wird nun der Abzugshebel 2 der Spritzpistole
1 betätigt, strömt das Beschichtungsmaterial zuerst durch die Düsenkernöffnung 24
der Beschichtungsmaterialdüse 20 und nimmt Ablagerungen mit, die sich im Bereich der
Düsenkernöffnung 24 befinden. Die Ablagerungen werden durch die Düsennippelöffnung
25 aus der Spritzpistole 1 herausgedrückt. Anschliessend ist die Beschichtungsmaterialdüse
20 gereinigt und kann wieder in die erste Einbaulage gebracht werden. Dazu wird die
Überwurfmutter 7 vom Spritzpistolengehäuse 14 abgeschraubt, die Beschichtungsmaterialdüse
20 herausgenommen, um 180° gedreht und wieder in die Düsenaufnahme 9 gesteckt. Anschliessend
wird die Überwurfmutter 7 auf das Spritzpistolengehäuse 14 geschraubt und die Spritzpistole
1 ist wieder einsatzbereit, um die nächsten Werkstücke zu beschichten.
[0038] Figur 5a zeigt die erste Ausführungsform der Beschichtungsmaterialdüse 20 in der
Seitenansicht und Figur 5c zeigt diese in der Draufsicht. Figur 5b zeigt die erste
Ausführungsform der Beschichtungsmaterialdüse 20 im Querschnitt von der Seite und
Figur 5d im Querschnitt von oben. Figur 5e zeigt die erste Ausführungsform der Beschichtungsmaterialdüse
20 in der Ansicht von vorne.
[0039] Die Düsenfassung 21 ist so ausgebildet, dass sie den Düsennippel 22 und den Düsenkern
23 zusammenhält. Die Verbindung der Düsenfassung 21 mit dem Düsennippel 22 kann als
Schnappverbindung 21.3, 22.3 ausgebildet sein. Die Düsenfassung 21 weist dazu ein
federndes Element oder einen Schnapper 21.3 auf, der in eine Nut 22.3 des Düsennippels
22 greift.
[0040] Die Düsenfassung 21 kann aus Kunststoff hergestellt sein. Eine solche Beschichtungsmaterialdüse
20 ist kostengünstig im Spritzgussverfahren herstellbar.
[0041] Der Kunststoff, aus dem die Düsenfassung 21 und/oder der Düsennippel 22 hergestellt
sind, ist vorzugsweise ein elektrisch nichtleitender Kunststoff. Durch den nichtleitenden
Kunststoff wird erreicht, dass die elektrische Ladung der hochspannungsführenden Elektrode
15 am Spritzpistolenkopf 6 nicht auf das Gehäuse 14 der Spritzpistole 1 gelangt. Zudem
wird damit erreicht, dass es zu keiner unzulässigen Erhöhung der Kapazität gegenüber
dem Erdpotenzial kommt. Eine schlagartige Entladung wird verhindert. Statt Kunststoff
kann auch ein anders elektrisch nichtleitendes Material verwendet werden. Eine solche
Beschichtungsmaterialdüse kann in einer elektrostatischen Spritzpistole eingesetzt
werden.
[0042] Wird die Beschichtungsmaterialdüse für nichtelektrostatische Anwendungen benutzt,
kann der Kunststoff auch elektrisch leitend sein, oder es kann statt des Kunststoffs
auch Metall verwendet werden. Eine solche Beschichtungsmaterialdüse kann in einer
nichtelektrostatischen Spritzpistole eingesetzt werden. Diese Beschichtungsmaterialdüse
kann auch in einer elektrostatischen Spritzpistole eingesetzt werden, wenn die Spritzpistole
ohne Elektrostatik betrieben wird.
[0043] Die Düsenfassung 21 umfasst auch eine Schulter 21.5, die als axialer Anschlag dient.
Sie erstreckt sich zwischen dem Absatz 21.8 und dem Absatz 21.7. Im Bereich der Schulter
21.5 hat die Beschichtungsmaterialdüse 20 vorzugsweise einen Aussendurchmesser D von
wenigstens 5 mm und maximal 15 mm. In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt der
Aussendurchmesser D 11 mm. Die Schulter 21.5 ist in Bezug auf den Konus 23.1 des Düsenkerns
23 und den Konus 22.1 des Düsennippels 22 in axialer Richtung so positioniert, dass
die Masse L1 und L2 etwa gleich gross sind. Das Mass L1 ist definiert als der Abstand
zwischen dem Absatz 21.8 und dem Konus 23.1. Das Mass L2 ist definiert als der Abstand
zwischen dem Absatz 21.7 und dem Konus 22.1. Damit wird die Einbaubarkeit der Beschichtungsmaterialdüse
20 sowohl in der ersten Einbaulage als auch in der zweiten Einbaulage verbessert.
[0044] In der ersten Einbaulage bildet der Absatz 21.7 an der Schulter 21.5 einen axialen
Anschlag. Wird die Überwurfmutter 7 auf das Gehäuse 14 der Spritzpistole geschraubt,
drückt die Überwurfmutter 7 über den axialen Anschlag 21.7 den Konus 22.1 der Beschichtungsmaterialdüse
20 auf die Düsenaufnahme 9.
[0045] In der zweiten Einbaulage bildet der andere Absatz 21.8 der Schulter 21.5 einen axialen
Anschlag. Wird die Überwurfmutter 7 auf das Gehäuse 14 der Spritzpistole geschraubt,
drückt die Überwurfmutter 7 über den axialen Anschlag 21.8 den Konus 23.1 des Düsenkerns
23 auf die Düsenaufnahme 9.
[0046] Der Beschichtungsmaterialkanal 26 reicht durch den Düsennippel 22 und den Düsenkern
23 hindurch und verbindet die Düsennippelöffnung 25 mit der Düsenkernöffnung 24.
[0047] Um die Dichtheit zwischen dem Düsennippel 22 und dem Düsenkern 23 zu erhöhen, kann
eine Dichtung (in den Figuren nicht gezeigt) zwischen dem Düsenkern 22 und dem Düsennippel
23 vorgesehen sein. Die Dichtung kann als Axialdichtung, beispielsweise als O―Ring
ausgebildet sein.
[0048] Die Dichtung kann, wie in den Figuren 5b und 5d gezeigt, verbessert werden, indem
der Düsennippel 22 einen zylindrischen Abschnitt 22.5 aufweist, der in den Düsenkern
23 hineinragt. Sobald das Beschichtungsmaterial durch den Düsenkanal 26 strömt, drückt
es den Abschnitt 22.5 gegen die Kanalwand 23.2 des Düsenkerns 23 und sorgt so für
eine verbesserte Abdichtung am Kanalübergang zwischen dem Düsennippel 22 und dem Düsenkern
23.
[0049] Die Beschichtungsmaterialdüse 20 weist eine Länge L im Bereich von 10,0 mm bis 14,6
mm und vorzugsweise von 12,3 mm auf. Der Düsendurchmesser beträgt vorzugsweise 11
mm. Die Abmessungen der Beschichtungsmaterialdüse 20 sind relativ klein, man kann
sie aber noch mit der Hand greifen.
[0050] Aus diesen Massen ergibt sich ein Verhältnis zwischen der Länge L und dem Düsendurchmesser
D von 0,91 bis 1,33. Ein Verhältnis von L/D im Bereich von 0,75 ≤ L/D ≤ 2 ist noch
tolerierbar. Vorzugsweise werden die Länge L und der Düsendurchmesser D so aufeinander
abgestimmt, dass das Verhältnis L/D 1,12 ist. Bei diesem Verhältnis von L/D ist die
Beschichtungsmaterialdüse 20 optimal in den Spritzpistolenkopf 6 einbaubar. Liegt
das Verhältnis L/D ausserhalb des oben angegebenen Bereichs, kann sich die Beschichtungsmaterialdüse
20 sowohl beim Ausbau als auch beim Einbau im Spritzpistolenkopf 6 verkanten, so dass
der Einbau beziehungsweise Ausbau ohne zusätzliches Werkzeug wenn überhaupt, dann
nur noch schwerlich möglich ist und relativ viel Zeit und Geduld benötigt.
[0051] Figur 6a zeigt eine zweite Ausführungsform der Beschichtungsmaterialdüse 30 in der
Seitenansicht und Figur 6c in der Draufsicht. Figur 6b zeigt die zweite Ausführungsform
der Beschichtungsmaterialdüse 30 im Querschnitt von der Seite und Figur 6d im Querschnitt
von oben. Figur 6e zeigt die zweite Ausführungsform der Beschichtungsmaterialdüse
30 in der Ansicht von vorne. Die zweite Ausführungsform der Beschichtungsmaterialdüse
30 unterscheidet sich von der ersten Ausführungsform im Wesentlichen dadurch, dass
der Düsennippel 32 mit dem Düsenkern 33 nicht nur formschlüssig, sondern auch kraftschlüssig
verbunden ist. Der Düsennippel 32 ist so geformt und ausgebildet, dass er zusätzlich
auch die Funktion der Düsenfassung 21 übernimmt.
[0052] Der Düsennippel 32 umfasst eine Schulter 32.5, die als axialer Anschlag dient. Sie
befindet sich etwa in der Mitte der Beschichtungsmaterialdüse 30 und reicht vom Absatz
32.8 bis zum Absatz 32.7. Im Bereich der Schulter 32.5 hat die Beschichtungsmaterialdüse
30 vorzugsweise einen Aussendurchmesser von wenigstens 5 mm und maximal 15 mm.
[0053] In der ersten Einbaulage bildet der Absatz 32.7 an der Schulter 32.5 einen axialen
Anschlag. Wird die Überwurfmutter 7 auf das Gehäuse 14 der Spritzpistole geschraubt,
drückt die Überwurfmutter 7 über den axialen Anschlag 32.7 den Konus 32.1 der Beschichtungsmaterialdüse
30 auf die Düsenaufnahme 9.
[0054] In der zweiten Einbaulage bildet der andere Absatz 32.8 der Schulter 32.5 einen axialen
Anschlag. Wird die Überwurfmutter 7 auf das Gehäuse 14 der Spritzpistole geschraubt,
drückt die Überwurfmutter 7 über den axialen Anschlag 32.8 den Konus 33.1 des Düsenkerns
33 auf die Düsenaufnahme 9 (siehe auch Figur 4).
[0055] Die Beschichtungsmaterialdüse 30 weist eine Länge L im Bereich von 7,3 mm bis 11,3
mm und vorzugsweise von 9,3 mm auf. Der Düsendurchmesser D beträgt vorzugsweise 9
mm. Auch die Abmessungen der Beschichtungsmaterialdüse 30 sind relativ klein, aber
auch sie kann man noch mit der Hand greifen.
[0056] Aus diesen Massen ergibt sich ein Verhältnis zwischen der Länge L und dem Düsendurchmesser
D von 0,81 bis 1,26. Ein Verhältnis von L/D im Bereich von 0,75 ≤ L/D ≤ 2 ist noch
tolerierbar. Vorzugsweise werden die Länge L und der Düsendurchmesser D so aufeinander
abgestimmt, dass das Verhältnis L/D 1,03 ist. Bei diesem Verhältnis von L/D ist die
Beschichtungsmaterialdüse 20 optimal in den Spritzpistolenkopf 6 einbaubar. Liegt
das Verhältnis L/D ausserhalb des oben angegebenen Bereichs, kann sich die Beschichtungsmaterialdüse
30 - wie bereits erwähnt - sowohl beim Ausbau als auch beim Einbau im Spritzpistolenkopf
6 verkanten, so dass der Einbau beziehungsweise Ausbau ohne zusätzliches Werkzeug
wenn überhaupt, dann nur noch schwerlich möglich ist und relativ viel Zeit und Geduld
benötigt.
[0057] Das Material, aus dem der Düsennippel 32 hergestellt ist, ist vorzugsweise elektrisch
nichtleitend. Dadurch wird erreicht, dass die elektrische Ladung der hochspannungsführenden
Elektrode 15 am Spritzpistolenkopf 6 nicht auf das Gehäuse 14 der Spritzpistole 1
gelangt. Zudem wird damit erreicht, dass es zu keiner unzulässigen Erhöhung der Kapazität
gegenüber dem Erdpotenzial kommt. Eine schlagartige Entladung wird verhindert. Der
Düsennippel 32 dient somit der elektrischen Isolation zwischen den hochspannungsführenden
Komponenten und den in der Regel geerdeten Komponenten der Spritzpistole 1. Eine solche
Beschichtungsmaterialdüse kann in einer elektrostatischen Spritzpistole eingesetzt
werden.
[0058] Der Düsennippel 32 kann ein Spritzgussteil sein, das den Düsenkern 33 teilweise umschliesst.
Auch diese Ausführungsform ist kostengünstig und einfach herstellbar.
[0059] Die Dichtheit zwischen dem Düsennippel 32 und dem Düsenkern 33 kann, wie in den Figuren
6b und 6d gezeigt, verbessert werden, indem der Düsennippel 32 einen zylindrischen
Abschnitt 32.9 aufweist, der in den Düsenkern 33 hineinragt. Sobald das Beschichtungsmaterial
durch den Düsenkanal 26 strömt, drückt es den Abschnitt 32.9 gegen die Kanalwand 33.2
des Düsenkerns 33 und sorgt so für eine verbesserte Abdichtung am Kanalübergang zwischen
dem Düsennippel 32 und dem Düsenkern 33.
[0060] Um die Dichtheit zwischen dem Düsennippel 32 und dem Düsenkern 33 zu erhöhen, kann
eine Dichtung (in den Figuren 6a bis 6e nicht gezeigt) zwischen dem Düsennippel 32
und dem Düsenkern 33 vorgesehen sein. Die Dichtung kann als Axialdichtung, beispielsweise
als O-Ring, ausgebildet sein.
[0061] Die zylindrischen Abschnitte 22.4, 22.5, 32.4 und 32.9 der Düsennippel 22 beziehungsweise
32 haben zusätzlich den Vorteil, dass sie nicht anfällig auf Toleranzen und Materialverpressung
sind.
[0062] Die Düsenkerne 23 und 33 können aus Hartmetall oder Keramik sein. Damit wird die
Standzeit der Beschichtungsmaterialdüsen 20 und 30 verlängert. Zudem kann mit solchen
Beschichtungsmaterialdüsen auch abrasives Beschichtungsmaterial verspritzt werden,
ohne dass dies zu einem übermässigen Verschleiss führt.
[0063] Die Düsennippel 22 und 32 können auch aus Hartmetall oder Keramik hergestellt sein.
Damit lassen sich die Standzeiten der Beschichtungsmaterialdüsen 20 und 30 noch weiter
erhöhen.
[0064] Vorzugsweise sind die Winkel α, β und γ (siehe Figuren 3 5d) aufeinander abgestimmt.
Der Winkel γ bezeichnet den Winkel zwischen der Längsachse 27 und der Schräge des
Konus 9.1 (Innenkonus) der Düsenaufnahme 9. Der Winkel α bezeichnet den Winkel zwischen
der Längsachse 27 und der Schräge des Konus 22.1 (Aussenkonus). Der Winkel β schliesslich
bezeichnet den Winkel zwischen der Längsachse 27 und der Schräge des Konus 23.1 (Aussenkonus).
Sind alle drei Winkel α, β und γ etwa gleich gross können die Konusse 22.1 und 9.1
beziehungsweise 23.1 und 9.1 als Anschlag und/oder als Dichtung benutzt werden. Das
Gleiche gilt sinngemäss auch für die Beschichtungsmaterialdüse 30.
[0065] Die Schulter 21.5 beziehungsweise 32.5 kann sowohl bei der Beschichtungsmaterialdüse
20 als auch bei der Beschichtungsmaterialdüse 30 derart ausgebildet sein, dass sie
mit der Luftkappe 10 der Spritzpistole 1 einen Formschluss bildet. Wird die Luftkappe
10 um ihre Längsachse gedreht, dreht sich die Beschichtungsmaterialdüse 20 beziehungsweise
30 mit. Dies ist insbesondere von Vorteil, wenn die Düsenkernöffnung 24 schlitzförmig
ausgebildet ist. Auf diese Weise kann der von der Beschichtungsmaterialdüse 20 beziehungsweise
30 erzeugte Flachstrahl gedreht und an die jeweiligen Bedürfnisse bei der Beschichtung
angepasst werden. Dazu kann wie in den Figuren 5a - 5e und 6a - 6e gezeigt, die Mantelfläche
der Schulter 21.5 beziehungsweise 32.5 eine ebene Fläche 21.6 beziehungsweise 32.6
aufweisen. Bei der Montage der Beschichtungsmaterialdüse 20 beziehungsweise 30 wird
die ebene Fläche 21.6 beziehungsweise 32.6 der Schulter mit der der ebenen Fläche
der Luftkappe 10 zur Deckung gebracht.
[0066] Wird die Beschichtungsmaterialdüse 20 beziehungsweise 30 in der ersten Einbaulage
in die Spritzpistole eingebaut, arbeitet die Spritzpistole 1 im Beschichtungsbetrieb,
so dass Werkstücke beschichtet werden können. Wenn die Beschichtungsmaterialdüse 20
beziehungsweise 30 der Spritzpistole 1 hingegen gereinigt werden soll, wird die Beschichtungsmaterialdüse
in der zweiten Einbaulage in die Spritzpistole 1 eingebaut.
[0067] In einer weiteren Ausführungsform der Beschichtungsmaterialdüse kann vorgesehen sein,
dass die beiden Winkel α und β der Konusse 22.1 und 23.1 der Beschichtungsmaterialdüse
20 beziehungsweise die beiden Winkel α und β der Konusse 32.1 und 33.1 der Beschichtungsmaterialdüse
30 etwa gleich gross sind.
[0068] Die erfindungsgemässe Beschichtungsmaterialdüse kann auch in einer Spritzpistole
ohne Druckluftunterstützung verwendet werden. Bei einer solchen Spritzpistole fehlt
der Druckluftanschluss 4.
[0069] Die erfindungsgemässe Beschichtungsmaterialdüse kann auch in einer Automatik-Spritzpistole
eingesetzt werden. Unter einer Automatik-Spritzpistole wird eine Spritzpistole verstanden,
die nicht von Hand gehalten wird, sondern beispielsweise an einem Roboter oder einer
Linearführung befestigt oder fix installiert ist.
[0070] Die vorhergehende Beschreibung der Ausführungsbeispiele gemäss der vorliegenden Erfindung
dient nur zu illustrativen Zwecken und nicht zum Zwecke der Beschränkung der Erfindung.
Im Rahmen der Erfindung sind verschiedene Änderungen und Modifikationen möglich, ohne
den Umfang der Erfindung sowie ihre Äquivalente zu verlassen. So sind beispielsweise
die verschiedenen in den Figuren 5 und 6 gezeigten Beschichtungsmaterialdüsen auch
in andere Spritzpistolen einbaubar. Zudem sind die einzelnen Komponenten auch auf
eine andere als in den Figuren gezeigte Weise miteinander kombinierbar.
Bezugszeichenliste
[0071]
- 1
- Sprühpistole
- 2
- Abzugsbügel
- 3
- Anschluss für Beschichtungsmaterial
- 4
- Anschluss für Druckluft
- 5
- Elektroanschluss
- 6
- Pistolenkopf
- 7
- Überwurfmutter
- 8
- Düsenschutz
- 8.1
- Abstandshalter
- 8.2
- Abstandshalter
- 9
- Düsenaufnahme
- 9.1
- schräge Fläche
- 9.2
- Bohrung/Materialkanal
- 9.4
- Bohrung
- 10
- Luftkappe
- 11
- Formluftkanal
- 12
- Formluftkanal
- 13
- Beschichtungsmaterialleitung
- 14
- Gehäuse der Spritzpistole
- 15
- Elektrode
- 16
- Abzugsverriegelung
- 20
- Düse
- 21
- Düsenfassung
- 21.3
- Feder oder Schnapper
- 21.5
- Schulter
- 21.6
- ebene Fläche
- 21.7
- axialer Anschlag
- 21.8
- axialer Anschlag
- 22
- Düsennippel
- 22.1
- Konus
- 22.2
- Bohrung
- 22.3
- Nut
- 22.4
- zylinderförmiger Abschnitt
- 22.5
- zylinderförmiger Abschnitt
- 23
- Düsenkern
- 23.1
- Konus
- 23.2
- Bohrung
- 24
- Düsenkernöffnung
- 25
- Düsennippelöffnung
- 26
- Düsenkanal
- 27
- Längsachse oder x-Achse
- 28
- y-Achse
- 30
- Düse
- 32
- Düsennippel
- 32.1
- Konus
- 32.2
- Bohrung
- 32.4
- zylinderförmiger Abschnitt
- 32.5
- Schulter
- 32.6
- ebene Fläche
- 32.7
- axialer Anschlag
- 32.8
- axialer Anschlag
- 32.9
- zylinderförmiger Abschnitt
- 33
- Düsenkern
- 33.1
- Konus
- 33.2
- Bohrung
- 40
- Mittellinie
- L
- Länge
- D
- Durchmesser
- α
- Winkel
- β
- Winkel
- γ
- Winkel
1. Umkehrbare Beschichtungsmaterialdüse für eine Spritzpistole zum Beschichten eines
Werkstücks mit Beschichtungsmaterial,
- die in einer ersten und einer zweiten Einbaulage in eine Düsenaufnahme (9) der Spritzpistole
(1) einbaubar ist,
- bei der ein Düsenkern (23; 33) mit einer Düsenkernöffnung (24) und ein mit dem Düsenkern
(23; 33) verbundener Düsennippel (22; 32) mit einer Düsennippelöffnung (25) vorgesehen
sind,
- bei der ein Düsenkanal (26) für das Beschichtungsmaterial vorgesehen ist, der durch
den Düsennippel (22; 32) und den Düsenkern (23; 33) reicht und die Düsennippelöffnung
(25) mit der Düsenkernöffnung (24) verbindet,
- bei der der Düsennippel (22; 32) einen zylindrischen Abschnitt (22.4; 32.4) aufweist,
der in der ersten Einbaulage mit der Düsenaufnahme (9) der Spritzpistole (1) einen
Formschluss bildet,
- bei der ein Anschlag (21.7; 32.7) vorgesehen ist,
- bei der das Verhältnis zwischen der Länge (L) vom Anschlag (21.7; 32.7) bis zum
zylindrischen Abschnitt (22.4; 32.4) und dem Düsendurchmesser (D) im Bereich zwischen
0,75 und 2,00 liegt.
2. Beschichtungsmaterialdüse nach Patentanspruch 1, bei der die das Verhältnis zwischen
Länge (L) zu Düsendurchmesser (D) im Bereich zwischen 0,80 und 1,35 liegt.
3. Beschichtungsmaterialdüse nach Patentanspruch 1 oder 2,
- bei der der Düsennippel (22; 32) einen Konus (22.1; 32.1) aufweist, der in der ersten
Einbaulage mit der Düsenaufnahme (9) der Spritzpistole (1) einen Formschluss bildet,
und
- bei der der Düsenkern (23; 33) einen Konus (23.1; 33.1) aufweist, der in der zweiten
Einbaulage mit der Düsenaufnahme (9) einen Formschluss bildet.
4. Beschichtungsmaterialdüse nach einem der vorherigen Patentansprüche,
bei der der Düsennippel (22; 32) aus Kunststoff ist.
5. Beschichtungsmaterialdüse nach Patentanspruch 1, 2 oder 3,
bei der der Düsenkern (23; 33) aus Hartmetall oder Keramik ist.
6. Beschichtungsmaterialdüse nach einem der vorherigen Patentansprüche,
bei der der Düsennippel (22; 32) einen weiteren zylindrischen Abschnitt (22.5; 32.9)
aufweist, der in den Düsenkern (23; 33) hineinreicht.
7. Beschichtungsmaterialdüse nach einem der vorherigen Patentansprüche,
bei der eine Dichtung zwischen dem Düsenkern (23; 33) und dem Düsennippel (22; 32)
vorgesehen ist.
8. Beschichtungsmaterialdüse nach einem der vorherigen Patentansprüche,
bei der eine Düsenfassung (21) vorgesehen ist, welche den Düsenkern (23) und den Düsennippel
(22) zusammenhält.
9. Beschichtungsmaterialdüse nach Patentanspruch 8,
bei der die Düsenfassung (21) aus Kunststoff ist.
10. Beschichtungsmaterialdüse nach Patentanspruch 8 oder 9,
bei der die Verbindung zwischen der Düsenfassung (21) und dem Düsennippel (22) als
Schnappverbindung (21.3, 22.3) ausgebildet ist.
11. Beschichtungsmaterialdüse nach einem der Patentannsprüche 4 bis 10,
bei der der Kunststoff elektrisch nichtleitend ist.
12. Beschichtungsmaterialdüse nach einem der Patentansprüche 1 bis 7,
bei der der Düsennippel (32) ein Spritzgussteil ist, das den Düsenkern (33) teilweise
umschliesst.
13. Beschichtungsmaterialdüse nach einem der vorherigen Patentansprüche,
bei der eine Schulter (21.5; 32.5) vorgesehen ist, die einen Durchmesser von wenigstens
5 mm und maximal 15 mm aufweist und einen axialen Anschlag (21.7; 32.7) bildet.
14. Beschichtungsmaterialdüse nach Patentanspruch 13,
bei der die Schulter (21.5; 32.5) derart ausgebildet ist, dass sie mit einer Luftkappe
(10) der Spritzpistole (1) im eingebauten Zustand einen Formschluss bildet.
15. Beschichtungsmaterialdüse nach einem der vorherigen Patentansprüche 12 oder 13,
bei der die Mantelfläche der Schulter (21.5; 32.5) eine ebene Fläche (21.6; 32.6)
aufweist.
16. Spritzpistole zum Beschichten eines Werkstücks mit Beschichtungsmaterial,
bei der eine Beschichtungsmaterialdüse (20; 30) nach einem der vorherigen Patentansprüche
vorgesehen ist.
17. Spritzpistole nach Patentanspruch 16,
bei der die Düsenaufnahme (9) eine Bohrung (9.4) zur Aufnahme des Düsennippels (22;
32) aufweist.
18. Spritzpistole nach Patentanspruch 16 oder 17,
bei der eine Hochspannungselektrode (15) vorgesehen ist.
19. Verwendung der Beschichtungsmaterialdüse nach einem der Patentansprüche 16 bis 18,
in einer Spritzpistole (1) zum Beschichten eines Werkstücks mit Beschichtungsmaterial.
20. Verfahren zum Betreiben einer Spritzpistole zum Beschichten eines Werkstücks mit Beschichtungsmaterial
nach einem der vorherigen Patentansprüche,
- bei der die Beschichtungsmaterialdüse (20; 30) in der ersten Einbaulage in die Spritzpistole
(1) eingebaut wird, wenn die Spritzpistole (1) im Beschichtungsbetrieb arbeiten soll,
und
- bei der die Beschichtungsmaterialdüse (20; 30) in der zweiten Einbaulage in die
Spritzpistole (1) eingebaut wird, wenn die Spritzpistole (1) im Reinigungsbetrieb
arbeiten soll.