[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung eines Buchblockes, der aus
Lagen von miteinander verbundenen und entlang einer eine Falzkante bildenden Faltlinie
gefalteten Bogen besteht, mit einer Stapelbildungsstation, die in einem Stapelbildungsbereich
auf ihrer ersten Außenseite mit Leim versehene, gefalzte Bogen zu einem Stapel zur
Bildung eines Buchblockes zusammenfasst und ein den Stapelbildungsbereich begrenzendes
Anlagemittel zum Halten des Stapels und eine Andrückeinrichtung mit mindestens einem
Andrückmittel aufweist, das zur Erzeugung von Druck auf die Oberseite des Stapels
ausgebildet ist, um den Stapel gegen das Anlagemittel zu drücken.
[0002] Eine solche Vorrichtung wird insbesondere zum Kaschieren von gefalteten bzw. gefalzten
Bogen zwecks Herstellung eines Fotobuchblockes verwendet und ist im Regelfall Teil
einer Anlage zur Herstellung von Fotobuchblöcken o. dgl.. Hierzu wird eine von einer
Rolle abgewickelte Materialbahn beispielsweise in einer Druckstation bedruckt; alternativ
oder zusätzlich ist es aber auch denkbar, dass die auf der Rolle aufgewickelte Materialbahn
bereits zuvor bedruckt und/oder beschichtet worden ist. Von der Materialbahn werden
anschließend durch Querschneiden bedruckte Bogen abgetrennt. Die Bogen werden entlang
einer Falz- bzw. Faltlinie gefaltet, so dass die Falz- bzw. Faltlinie eine Falz- bzw.
Faltkante bildet. In einer Klebstoffauftragstation werden die gefalzten Bogen mit
Klebstoff versehen, bevor sie in einer Stapelbildungsstation zu einem Stapel zusammengefasst
werden, indem jeweils zwei benachbarte Seiten der gefalzten Bogen durch den Klebstoff
zu einer gemeinsamen Seite miteinander verbunden werden. Dabei bilden die übereinander
liegenden Falzkanten der Bogen im Stapel gemeinsam den Buchrücken des aus dem Stapel
gebildeten Buchblockes. Anschließend wird der fertige Stapel aus dem Stapelbildungsbereich
der Stapelbildungsstation entnommen und zu einer nachfolgenden Station zur Weiterverarbeitung,
insbesondere zur Fertigstellung des Buchblockes, transportiert.
[0003] Die
DE 41 41 767 A1 beschreibt ein Verfahren und eine Anordnung zur Herstellung von Büchern und Broschüren,
die aus gefalzten bzw. gefalteten Lagen von miteinander verbundenen Bogen bestehen,
wobei die obersten und untersten Blätter der gefalteten Lagen mit steifen Decken verklebt
sind. Hierzu werden mehrnutzige Lagen aufeinanderfolgend gefördert und ihre Bogen
in mindestens einer Verbindungsstation durch eine mechanische Bindung miteinander
verbunden und anschließend in einer Falzstation gefalzt bzw. gefaltet. Den obersten
und untersten Blättern der gefalzten bzw. gefalteten Lagen werden Decken zugeführt,
die mit den Blättern verklebt werden. Auf die Rücken der Lagen werden in einer Fälzelstation
Fälzelstreifen geklebt. Anschließend werden die mehrnutzig gefalzten kaschierten und
mit Fälzelstreifen versehenen Lagen in einer Schneidestation zu Einzelnutzen in Buchgröße
geschnitten.
[0004] In der
EP 0 791 478 A1, die den nächstkommenden Stand der Technik bildet, von dem die vorliegende Erfindung
ausgeht, sind eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Buchbinden offenbart, wobei zunächst
die Bogen nacheinander gefaltet werden. Die gefalteten Bogen werden in einer Stapelbildungsstation
zu einem Stapel angehäuft, wobei die Oberseite des jeweils neu zugeführten gefalteten
Bogens durch Leimspraydüsen mit Leim besprüht wird. Nach Fertigstellung des Stapels
wird dieser abschließend von einem Stempel verpresst, um eine möglichst hohe Klebewirkung
für eine sichere Verbindung der gefalteten Lagen miteinander zu erzielen.
[0005] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art zu schaffen, die sich für eine automatische Herstellung mit hoher Leistung und
Genauigkeit eignet und insbesondere dabei eine genaue Ausrichtung der Bogen innerhalb
des zu bildenden Stapels ermöglicht.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst mit einer Vorrichtung zur Herstellung eines Buchblockes,
der aus Lagen von miteinander verbundenen und entlang einer eine Falzkante bildenden
Falzlinie gefalzten Bogen besteht, mit einer Stapelbildungsstation, die in einem Stapelbildungsbereich
auf ihrer ersten Außenseite mit Leim versehene, gefalzte Bogen zu einem Stapel zur
Bildung eines Buchblockes zusammenfasst und ein den Stapelbildungsbereich begrenzendes
Anlagemittel zum Halten des Stapels und eine Andrückeinrichtung mit mindestens einem
Andrückmittel aufweist, das zur Erzeugung von Druck auf die Oberseite des Stapels
ausgebildet ist, um den Stapel gegen das Anlagemittel zu drücken, dadurch gekennzeichnet,
dass das Andrückmittel während der Erzeugung von Druck auf die Oberseite des Stapels
gleichzeitig entlang der Oberseite des Stapels durch den Stapelbildungsbereich bewegbar
ist und die Stapelbildungsstation eine Ausrichteinrichtung aufweist, die einen gefalzten
Bogen mit seiner mit Klebstoff versehenen ersten Außenseite zum Anlagemittel und somit
zu einem bereits am Anlagemittel gehaltenen Bogen oder Stapel ausrichtet, wobei die
Andrückeinrichtung ferner derart ausgebildet ist, dass das Andrückmittel Druck auf
die zweite Außenseite jedes gefalzten Bogens erzeugt, nachdem dieser Bogen von der
Ausrichteinrichtung mit seiner mit Klebstoff versehenen ersten Außenseite zum Anlagemittel
und somit zu dem am Anlagemittel gehaltenen Stapel ausgerichtet worden ist, um diesen
Bogen gegen den Stapel zu drücken.
[0007] Eine Besonderheit der vorliegenden Erfindung besteht demnach darin, das Andrückmittel
so auszubilden und anzuordnen, dass es nicht nur Druck auf die Oberseite des Stapels
erzeugt, sondern sich währenddessen auch entlang der Oberseite des Stapels durch den
Stapelbildungsbereich bewegt. Hierzu wird der neue Bogen mit seiner mit Klebstoff
versehenen ersten Außenseite zum Anlagemittel und somit zu einem bereits am Anlagemittel
gehaltenen Bogen oder Stapel mithilfe einer erfindungsgemäß ebenfalls vorgesehenen
Ausrichteinrichtung entsprechend ausgerichtet. Durch die erfindungsgemäße Bewegung
des Andrückmittels auf der Oberseite des Stapels entlang wird eine besonders hohe
und gleichmäßige Klebewirkung für eine sichere Verbindung jeweils zweier benachbarter
Lagen der gefalzten Bogen und somit für eine sichere Stapelbildung erzielt. Somit
führt die erfindungsgemäße Lösung zu einer vollautomatischen, sicheren und leistungsstarken
Kaschierung von gefalzten Bogen zwecks Bildung eines Buchblockes mit sehr hoher Qualität.
[0008] Bevorzugte Ausführungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0009] So ist bevorzugt das mindestens eine Andrückmittel als Walze ausgebildet, die auf
der Oberfläche der Oberseite des Stapels abgerollt wird. Bei dieser Ausführung wird
demnach als Andrückmittel eine Anreib-, Anpress- oder Kaschierwalze verwendet, die
den jeweils obersten gefalzten Bogen gegen bzw. auf den zuvor gebildeten Bogenstapel
anreibt und mit diesem verpresst.
[0010] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführung der Erfindung ist eine Mehrzahl von Andrückmitteln
vorgesehen, von denen ein Andrückmittel Druck auf die zweite Außenseite jeweils eines
von der Ausrichteinrichtung ausgerichteten neuen Bogens erzeugt. Somit kann bei dieser
Ausführung für jeden neuen Bogen ein Andrückmittel bereitgestellt werden, das diesem
Bogen zugeordnet wird.
[0011] Bei einer Weiterbildung dieser Ausführung werden die Andrückmittel nacheinander durch
den Stapelbildungsbereich bewegt. Hierzu können die Andrückmittel bevorzugt entlang
einer durch den Stapelbildungsbereich verlaufenden geschlossenen Führungsbahn bewegbar
gelagert sein. Dadurch arbeiten die Andrückmittel im Umlaufbetrieb, was für einen
kontinuierlichen Prozess und insbesondere für einen vollautomatischen Betrieb von
Vorteil ist.
[0012] Insbesondere bei einem konstanten Arbeitstakt sollten die Andrückmittel bei der zuvor
beschriebenen Weiterbildung entlang der Führungsbahn äquidistant zueinander angeordnet
sein, so dass der Abstand zwischen jeweils zwei benachbarten Andrückmitteln im Wesentlichen
konstant ist.
[0013] Eine weitere bevorzugte Ausführung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass
das Anlagemittel eine den Stapelbildungsbereich begrenzende, im Wesentlichen vertikal
stehende Anlageebene aufweist, an der der Stapel anlegbar ist, und die Ausrichteinrichtung
derart ausgebildet ist, dass es den jeweiligen Bogen benachbart zum Anlagemittel in
eine Stellung verbringt, in der der Bogen winklig, vorzugsweise unter einem Winkel
von mindestens 45° und höchstens 85°, zur Horizontalen ausgerichtet ist.
[0014] Ferner weist bevorzugt die Ausrichteinrichtung einen benachbart zum Anlagemittel
angeordneten, den Stapelbildungsbereich ebenfalls begrenzenden unteren Anschlag auf
und ist derart ausgebildet, dass es einen gefalzten Bogen mit dessen Falzkante in
Anlage an den unteren Anschlag bringt.
[0015] Der Bewegungsablauf gemäß den beiden zuvor angegebenen bevorzugten Ausführungen der
Erfindung ist für einen automatischen Prozess und einen kontinuierlichen Betrieb besonders
vorteilhaft. Dadurch, dass die Bogen insbesondere aus einer horizontalen Ausrichtung
in eine nach unten geneigte oder im Wesentlichen sogar vertikale Stellung verbracht
werden, ist es möglich, die Bogen an ihrer Unterseite abzustützen und so zu führen,
dass währenddessen problemlos deren Oberseite zunächst mit Klebstoff versehen und
somit beleimt und anschließend zum Anlagemittel und somit zu dem dort bereits gebildeten
Stapel hin ausgerichtet werden kann.
[0016] Bei einer gemeinsamen Weiterbildung zu den beiden zuvor angegebenen bevorzugten Ausführungen
wird das Andrückmittel durch den Stapelbildungsbereich in Aufwärtsrichtung bewegt.
Der Vorteil dieser Weiterbildung besteht insbesondere darin, dass durch die Bewegung
des Andrückmittels auf dem neu angelieferten und ausgerichteten Bogen entlang unter
gleichzeitiger Druckbeaufschlagung in Richtung auf den bereits zuvor beim Anlagemittel
gebildeten Stapel beide bereits gefalzten Lagen dieses Bogens zum einen aneinander
und zum anderen gemeinsam an dem zuvor gebildeten Stapel flächig zu liegen kommen.
[0017] Eine weitere bevorzugte Ausführung der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass
die Andrückeinrichtung ein zusätzliches Andrückelement aufweist, das benachbart zum
Anlagemittel im Wesentlichen ortsfest angeordnet und derart ausgebildet ist, Druck
auf die zweite Außenseite jedes gefalzten Bogens in einem zur Falzkante benachbarten
oder an die Falzkante angrenzenden Randabschnitt zu erzeugen, um diesen Randabschnitt
des Bogens in Richtung auf das Anlagemittel und somit gegen den Stapel zu drücken.
Bevorzugt ist das zusätzliche Andrückelement benachbart zum unteren Anschlag angeordnet.
Ferner kann das zusätzliche Andrückelement zwischen einer Arbeitsstellung, in der
es Druck auf die zweite Außenseite jedes gefalzten Bogens in einem zur Falzkante benachbarten
oder an die Falzkante angrenzenden Randabschnitt erzeugt und einer Ruhestellung verbringbar,
vorzugsweise verschwenkbar, angeordnet und dabei bevorzugt plattenförmig ausgebildet
und mit seinem unteren Abschnitt um eine im Wesentlichen horizontale Schwenkachse
verschwenkbar gelagert sein. Das zusätzliche Andrückelement sorgt in vorteilhafter
Weise für eine zusätzliche stationäre Fixierung des jeweils neu zugeführten Bogens
an dem bereits zuvor gebildeten Stapel, was sich positiv auf die Qualität der Stapelbildung
auswirkt.
[0018] Bevorzugt ist das den Stapel haltende Anlagemittel durch eine Verstelleinrichtung
derart verstellbar, dass während der Bildung des Stapels dessen Oberseite im Wesentlichen
ortsfest in im Wesentlichen derselben, vorzugsweise etwa vertikalen, Ebene bleibt.
Mit einer solchen Maßnahme lässt sich der Ablauf bei der Ausrichtung und Anordnung
des jeweils neu zugeführten Bogens an der Oberseite des am Anlagemittel bereits gebildeten
Stapels vereinfachen, da für die Ausrichtung und Anordnung des Bogens eine im Wesentlichen
ortsfeste und räumlich unveränderliche Position zur Verfügung steht. Dies gilt insbesondere
für den Fall, dass das Andrückmittel entlang eines festen Weges bzw. einer festen
Bahn durch den Stapelbildungsbereich geführt wird.
[0019] Eine weitere bevorzugte Ausführung mit einer Fördereinrichtung, die zur Entfernung
eines, vorzugsweise fertigen, Stapels aus dem Stapelbildungsbereich vorgesehen ist,
zeichnet sich dadurch aus, dass die Fördereinrichtung eine benachbart zum Anlagemittel,
vorzugsweise unterhalb des Anlagemittels, angeordnete Zange aufweist, die so ausgerichtet
und ausgebildet ist, dass ihre Backen mit einem benachbart zu den Falzkanten der Bogen
befindlichen oder an die Falzkanten der Bogen angrenzenden Randabschnitt des Stapels
in Klemmeingriff bringbar sind. Als Fördereinrichtung zur Entnahme des Stapels aus
dem Stapelbildungsbereich eine Zange zu verwenden, deren Backen mit dem Randabschnitt
des Stapels benachbart zu den Falzkanten der Bogen in Eingriff gelangen, hat den Vorteil,
dass der den späteren Buchrücken bildende Bereich des Stapels noch einmal zusätzlich
verpresst wird, um an dieser Stelle eine besonders sichere Verklebung zu bewirken,
und dieser Pressvorgang gleichzeitig auch zur Entnahme des Stapels aus dem Stapelbildungsbereich
genutzt wird.
[0020] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführung wird eine Klebstoffauftragsstation verwendet,
um Klebstoff auf die erste Außenseite der gefalzten Bogen aufzubringen, wobei die
erste Außenseite der Bogen die Oberseite ist, und ist eine Fördereinrichtung vorgesehen,
die bereits gefaltete Bogen mit ihrer Falzkante voran etwa in horizontaler Ausrichtung
im Wesentlichen nacheinander in die Klebstoffauftragsstation fördert. Somit wird die
Oberseite der Bogen beleimt, wenn sich diese etwa in einer horizontalen Ausrichtung
befinden und dabei durch die Klebstoffauftragsstation hindurchgeführt werden. Erfindungsgemäß
ist bei dieser Ausführung zusätzlich eine Überführungseinrichtung vorgesehen, die
die Klebstoffauftragsstation mit der stromabwärts gelegenen Stapelbildungsstation
verbindet und ein Fördermittel aufweist, auf dem die mit Klebstoff versehenen gefalzten
Bogen mit ihrer die Unterseite bildenden zweiten Außenseite aufliegen und mit ihrer
Falzkante voran im Wesentlichen nacheinander von der Klebstoffauftragsstation zur
Stapelbildungsstation überführt werden.
[0021] Bei einer Weiterbildung der zuvor erwähnten bevorzugten Ausführung ist das Fördermittel
derart ausgebildet, dass es die mit Klebstoff versehenen gefalzten Bogen aus der im
Wesentlichen horizontalen Ausrichtung im Bereich der Klebstoffauftragsstation in die
zuvor angesprochene nach unten geneigte Stellung im Bereich der Ausrichteinrichtung
überführt. Hierzu ist es besonders vorteilhaft, als Fördermittel ein endlos umlaufendes,
vorzugsweise als Saugband ausgebildetes, Förderband zu verwenden, dessen oberer Trum,
der die an ihrer Oberseite mit Klebstoff versehenen gefalzten Bogen an deren Unterseite
trägt, einen vertikal nach unten gekrümmten Verlauf hat.
[0022] Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der beiliegenden
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch in Seitenansicht eine Anordnung aus einer Förderstation, einer Klebstoffauftragsstation,
einer Überführungsstation und einer Stapelbildungsstation;
- Fig. 2
- schematisch in Seitenansicht eine vergrößerte ausschnittsweise Darstellung der Klebstoffauftragsstation
aus der Anordnung von Fig. 1;
- Fig.3
- schematisch in Seitenansicht eine vergrößerte ausschnittsweise Darstellung der Stapelbildungsstation
aus der Anordnung von Fig. 1; und
- Fig. 4
- eine perspektivische Ansicht eines Abschnittes der Stapelbildungsstation.
[0023] Die in den Figuren gezeigte Vorrichtung wird insbesondere zum Kaschieren von gefalteten
Bogen zwecks Herstellung eines Fotobuchblockes verwendet und ist Teil einer Anlage
zur Herstellung derartiger Buchblöcke. Hierzu wird eine von einer Rolle abgewickelte
Materialbahn in einer in den Figuren nicht dargestellten Druckstation bedruckt; alternativ
oder zusätzlich ist es aber auch denkbar, dass die auf der Rolle aufgewickelt angelieferte
Materialbahn bereits bedruckt und/oder beschichtet und/oder belichtet ist. Von der
Materialbahn werden anschließend durch Querschneiden bedruckte Bogen abgetrennt. Alternativ
können auch fertig bedruckte und/oder beschichtete und/oder belichtete Bogen beispielsweise
mittels eines Bogenanlegers bereitgestellt werden. Die Bogen werden entlang einer
Falt- bzw. Falzlinie gefaltet bzw. gefalzt, so dass die Falzlinie eine Falt- bzw.
Falzkante bildet.
[0024] Die gefalzten Bogen, die in den Figuren ebenfalls nicht dargestellt sind, werden
mithilfe einer Transportstation 2 herantransportiert, die Teil der in Fig. 1 dargestellten
Anordnung ist. Die Transportstation 2 weist ein endloses Förderband 4 auf, das um
mehrere Rollen 5 und 5a geführt ist. Angetrieben wird das Förderband 4 von einem Antriebsmotor
6, dessen Ausgangswelle im dargestellten Ausführungsbeispiel über einen Antriebsriemen
8 mit der stromabwärts gelegenen Rolle 5a gekoppelt ist, um die auch das Förderband
4 umgelenkt wird. Vorzugsweise sind mehrere dieser Förderbänder als parallel beabstandete
einzelne schmale Förderbänder vorgesehen. Außerdem kann das Förderband 4 auch als
Saugförderband ausgeführt sein. Die gefalzten Bogen kommen mit ihrer Falzkante voran
nacheinander auf den oberen Trum 4a des Förderbandes 4. Durch Schrägstellung des oberen
Trums 4a des Förderbandes 4 können die Bogen entlang eines in den Figuren nicht dargestellten
seitlichen Steges geführt werden, der die sog. Maschinennullkante definiert. Die Transportstation
2 dient in der dargestellten Anordnung dazu, die nicht dargestellten Bogen in Transportrichtung
gemäß Pfeil A, der zugleich auch die Prozessrichtung angibt, in eine nachgeschaltete
Klebstoffauftragsstation 10 zu transportieren, wobei zugleich eine Ausrichtung der
Bogen an dem zuvor erwähnten seitlichen Steg und somit an der Maschinenullkante erfolgt.
[0025] Wie insbesondere Fig. 2 erkennen lässt, weist die Klebstoffauftragsstation 10 ein
Paar von Vorschubwalzen 12, eine Leimdüsenleiste 14, einen mit der Leimdüsenleiste
14 verbundenen Leimapparat 16, eine weitere Transportwalze 18 und eine Leimauffangleiste
20 auf. Das Förderband 4 der Transportstation 2 ist mit seinem oberen Trum 4a so ausgerichtet,
dass es einen Bogen bis zu den Vorschubwalzen 12 transportiert, welche mit gleicher
Geschwindigkeit den Bogen in die Klebstoffauftragsstation 10 einziehen. Die Vorschubwalzen
12 werden ebenfalls vom Antriebsmotor 6 über den Antriebsriemen 8 angetrieben. Stromabwärts,
in Transportrichtung gemäß Pfeil A betrachtet, ist im dargestellten Ausführungsbeispiel
die weitere Transportwalze 18 angeordnet und liegt dabei unterhalb der Leimdüsenleiste
14. Nachdem der in den Figuren nicht dargestellte Bogen zwischen die Vorschubwalzen
12 gezogen und auch noch mit der stromabwärts gelegenen Transportwalze 18 in Eingriff
gelangt ist, ist der Bogen nun entsprechend eingespannt und wird an seiner Unterseite
von der Transportwalze 18 getragen, um unter der Leimdüsenleiste 14 vorbeigeführt
zu werden. Dabei liegt die Oberseite des Bogens frei und kann deshalb ungestört von
der Leimdüsenleiste 14 vollflächig beleimt werden.
[0026] Die Leimdüsenleiste 14 oder der gesamte Leimapparat 16 mit der Leimdüsenleiste 14
kann zwischen einer Ruhestellung und einer Arbeitsstellung verbringbar und beispielsweise
zwischen einer oberen Ruhestellung und einer unteren Arbeitsstellung schwenkbar gelagert
sein. Hierzu ist der Leimapparat 16 im dargestellten Ausführungsbeispiel an einem
Rahmen 17 befestigt, der um einen Drehpunkt 17a drehbar an einem nicht dargestellten
Gerüst gelagert und wird von einem Exzenter 17b, der von einem nicht dargestellten
Antrieb in eine entsprechende Drehbewegung versetzt wird, gegen die Zugkraft einer
Feder 17c zwischen der oberen Ruhestellung und der unteren Arbeitsstellung verschwenkt
wird. Die Leimdüsenleiste 14 ist für einen Formatbreitenwechsel in Segmente unterteilt,
was in den Figuren ebenfalls nicht dargestellt ist. Ebenfalls kann die Transportwalze
18 unterhalb der Leimdüsenleiste 14 zwischen einer Arbeitsstellung, in der sie für
den Transport eines Bogens in Eingriff mit dessen Unterseite bringbar ist, und einer
Ruhestellung verschwenkbar gelagert sein, was in den Figuren ebenfalls nicht dargestellt
ist.
[0027] Zwischen dem Vorschubwalzenpaar 12 und der Leimdüsenleiste 14 ist in der Klebstoffauftragsstation
10 ein in den Figuren ebenfalls nicht dargestellter Sensor angeordnet, der das Eintreffen
und die Anwesenheit eines Bogens erkennt. Aufgrund eines entsprechenden Signals von
einem derartigen Sensor wird dann der Leimapparat 16 entsprechend gesteuert, um aus
der Leimdüsenleiste 14 Leim auf die Oberseite des Bogens aufzutragen. Die Leimdüsenleiste
14 und die Transportwalze 18 führen eine Bewegung zueinander aus, um den Bogen mit
definiertem Druck gegen die Leimdüsenleiste 14 zu drücken. Hierzu sind die Leimdüsenleiste
14 und die Transportwalze 18 entsprechend beweglich gelagert, was in den Figuren ebenfalls
nicht dargestellt ist.
[0028] Nachdem die Leimdüsenleiste 14 auf die Oberseite des Bogens aufgesetzt worden ist,
wird die Leimzufuhr im Leimapparat 16 eingeschaltet und der Leim aus der Leimdüsenleiste
14 auf die Oberseite des Bogens aufgebracht. Während der Bogen, angetrieben durch
die Vorschubwalzen 12 und durch die Transportwalze 18, unter der Leimdüsenleiste 14
auf seiner Oberseite beleimt wird, erkennt der zuvor erwähnte, in den Figuren jedoch
nicht dargestellte Sensor den nachlaufenden Rand und somit das Ende des Bogens und
leitet mit einer definierten zeitlichen Verzögerung die Unterbrechung des Leimflusses
und somit das Abschalten des Leimapparates 14 ein. Dabei ist die erwähnte definierte
zeitliche Verzögerung so bemessen, dass die Oberseite des Bogens vollständig verleimt
wird und die Leimabgabe aus der Leimdüsenleiste 14 kurz bei Erreichen des Endes des
Bogens abgeschaltet wird. Neben der vorstehend erläuterten Zeitsteuerung kann alternativ
oder zusätzlich eine Wegsteuerung vorgesehen sein, was besondere Vorteile bei wechselnden
Fördergeschwindigkeiten mit sich bringt. Bei Abschaltung des Beleimungsprozesses können
die Leimdüsenleiste 14 und die Transportwalze 18 jeweils in ihre Ruhestellung verbracht
bzw. verschwenkt und dabei auseinandergefahren werden.
[0029] Wie Fig. 2 ferner erkennen lässt, ist benachbart zur Transportwalze 18 unterhalb
der Leimdüsenleiste 14 eine Leimauffangleiste 20 angeordnet, die sich wie die Leimdüsenleiste
14 über die gesamte Breite des Transportweges erstreckt. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
ist die Leimauffangleiste 20 auf dem oberen freien Ende eines Hebels 22 angeordnet,
der um ein Gelenk 24 zwischen einer Ruhestellung und einer Arbeitsstellung verschwenkbar
ist. In den Figuren 1 und 2 ist der Hebel 22 in seiner nach unten verschwenkten Ruhestellung
mit durchgezogenen Linien und in der nach oben geschwenkten Arbeitsstellung mit gestrichelten
Linien dargestellt. Die Leimauffangleiste 20 kann während des Beleimungsvorganges
zum Auffangen von überschüssigem Leim verwendet werden. Eine wesentliche Aufgabe der
Leimauffangleiste 20 ist jedoch im Zusammenhang mit dem Spülen der Leimdüsenleiste
14 zu sehen. Denn bei einem Formatwechsel in der Breite sollten die Leimdüsenleiste
14 und somit die darin befindlichen Düsen gespült werden. Denn die Spülung bewirkt
eine vollständige Befüllung der Leimdüsenleiste 14, was anschließend zu einem gleichmäßigen
Leimauftrag führt. Die Menge an Leim, die während des Spülvorganges aus der Leimdüsenleiste
14 austritt, kann mit der Leimauffangleiste 20 aufgefangen und aus dieser dann entnommen
werden.
[0030] Wie die Figuren 1 und 2 ferner erkennen lassen, ist stromabwärts von der Klebeauftragsstation
10 eine Überführungsstation 30 vorgesehen, die eine Schnittstelle zwischen der Klebeauftragsstation
10 und einer Stapelbildungsstation 40 bildet, welche an späterer Stelle der Beschreibung
noch näher erläutert wird. Die Überführungsstation 30 weist ein endlos umlaufendes
Saugband 32 auf, dessen oberer Trum 32a eine Fortsetzung des Transportweges für die
Bogen aus der Klebstoffauftragsstation 10 heraus bildet. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
hat der obere Trum 32a des Saugbandes 32 einen nach unten gekrümmten Verlauf, und
zwar von einer im Wesentlichen horizontalen Ausrichtung in seinem stromaufwärts gelegenen
Abschnitt im Bereich der Klebstoffauftragsstation 10 in eine um ca. 70° schräg nach
unten geneigte Ausrichtung an seinem stromabwärts gelegenen Ende benachbart zur Stapelbildungsstation
40 an einer Stelle, die in Fig. 2 mit dem Bezugszeichen "34" gekennzeichnet ist und
an der das Saugband 32 umgelenkt wird. Bevorzugt können mehrere derartiger Saugbänder
vorgesehen sein, die parallel voneinander beabstandet angeordnet sind. Außerdem sollte
das Saugband 32 an dieser Stelle hohen Temperaturanforderungen genügen
[0031] Das Saugband 32 läuft im Wesentlichen um einen Saugkasten 36 herum, in dem von einer
in den Figuren nicht dargestellten Saugeinrichtung ein Unterdruck erzeugt wird. In
der Oberseite des Saugkastens 36, auf dem der obere Trum 32a des Saugbandes 32 aufliegt,
sind Sauglöcher ausgebildet, die in den Figuren jedoch nicht erkennbar sind. In ähnlicher
Weise ist auch das Saugband 32 mit Löchern versehen, die ebenfalls in den Figuren
nicht erkennbar sind. Somit entsteht an der äußeren Oberseite des oberen Trums 32a
des Saugbandes 32 ein Unterdruck, wodurch der die Klebstoffauftragsstation 10 verlassende
Bogen mit seiner Unterseite an der Oberseite des oberen Trums 32a des Saugbandes 32
fixiert wird. Auf diese Weise wird der nun an seiner Oberseite beleimte Bogen mit
seiner Unterseite am Saugband 32 gehalten und von einer horizontalen Ausrichtung im
Bereich der Klebstoffauftragsstation 10 in Richtung auf die mit dem Bezugszeichen
"34" gekennzeichnete Stelle in die Vertikale transportiert und dabei in eine stark
nach unten geneigte Ausrichtung überführt. Für eine sicherere Führung sind zu beiden
Seiten des Saugbandes 32 Seitenbleche angeordnet, von denen in den Figuren 1 und 2
nur das hintere Seitenblech 37 erkennbar dargestellt ist.
[0032] Da der Bogen bereits im gefalzten Zustand und mit seiner Falzkante voraus durch die
Klebstoffauftragsstation 10 transportiert wird, wird nur die Oberseite der oberen
Lage beleimt und gelangt der gefalzte Bogen mit der Unterseite der unteren Lage in
Eingriff mit dem Saugband 32 der Überführungsstation 30.
[0033] Da die Überführungsstation 30 dafür sorgt, dass der gefalzte Bogen mit seiner Falzkante
voraus in die Vertikale transportiert und dabei in eine stark nach unten geneigte
Ausrichtung im Bereich der mit dem Bezugszeichen "34" gekennzeichneten Stelle überführt
wird, besteht die Gefahr, dass der nun im Wesentlichen kopfüber liegende gefalzte
Bogen unbeabsichtigt aufklappt. Das Aufklappen des Bogens wird insbesondere dadurch
begünstigt, dass der Bogen nur mit der Unterseite seiner unteren Lage am Saugband
32 anhaftet, während dessen obere Lage insoweit nicht fixiert und sogar noch mit dem
Leim beschwert ist, wodurch ein unbeabsichtigtes Aufklappen sogar noch begünstigt
wird. Um ein solches unbeabsichtigtes Aufklappen des gefalzten Bogens während seines
Transportes durch die Überführungsstation 30 zu verhindern, sind an der Innenseite
der Seitenbleche Federbleche in relativ geringem Abstand von der Oberseite des oberen
Trums 32a des Saugbandes 32 angeordnet, die als Anlage oder Anschläge dienen und deren
schematische Darstellung in Fig. 2 mit dem Bezugszeichen "38" gekennzeichnet ist.
[0034] Durch die Überführungsstation 30 wird der beleimte gefalzte Bogen in die bereits
erwähnte geneigte Stellung so ausgerichtet, dass die beleimte Oberseite der oberen
Lage des gefalzten Bogens zu einem Hubtisch bzw. einer Anlageplatte 42 weist. Wie
insbesondere die Figuren 3 und 4 erkennen lassen, ist die Anlageplatte 42 an der stromaufwärts
und benachbart zur Überführungsstation 30 gelegenen Seite der Stapelbildungsstation
40 vertikal angeordnet, so dass dessen Oberfläche 42a im dargestellten Ausführungsbeispiel
eine vertikale Ebene (Fig. 4) bildet. Durch aufeinander folgendes Zuführen von gefalzten
Bogen entsteht in nachfolgend noch näher beschriebener Weise an der Oberfläche 42a
der Anlageplatte 42 ein in den Figuren nicht dargestellter Stapel. Hierzu werden also
die nacheinander zugeführten und bereits beleimten gefalzten Bogen auf der Oberfläche
42a der Anlageplatte 42 angelegt. Da die Oberfläche 42a der Anlageplatte 45 sozusagen
den Boden für den Stapel bildet, jedoch im dargestellten Ausführungsbeispiel vertikal
ausgerichtet ist, entsteht der Stapel auf der Oberfläche 42a der Anlageplatte 42 in
horizontaler Richtung und liegt deshalb nicht horizontal, sondern steht aufrecht bzw.
hochkant.
[0035] Zur Ausrichtung der von der Überführungsstation 30 nacheinander zugeführten Bogen
ist ein sog. Ausrichtbereich vorgesehen, der in Fig. 3 durch einen gestrichelten Kreis
markiert ist, der mit dem Bezugszeichen "44" bezeichnet ist. Hierzu gehört ein horizontal
angeordneter, plattenförmiger Bodenschieber 46, dessen Oberfläche 46a (Fig. 4) im
dargestellten Ausführungsbeispiel eine horizontale Ebene bildet. Der Bodenschieber
46 ist mithilfe einer Verstelleinrichtung 47 zwischen einer Ruhestellung und einer
Arbeitsstellung verschiebbar gelagert. In der Ruhestellung ist der Bodenschieber 46,
der wie die Verstelleinrichtung 47 zur Stapelbildungsstation 40 gehört, vollständig
in die Stapelbildungsstation 40 eingefahren; in den Figuren 3 und 4 ist der Bodenschieber
46 in seiner Arbeitsstellung gezeigt. Während die Oberfläche 42a der Anlageplatte
42 eine hintere seitliche Begrenzung eines Stapelbildungsbereiches 48 darstellt, wird
der Stapelbildungsbereich 48 nach unten von der Oberfläche 46a des in seine Arbeitsstellung
gemäß Fig. 4 ausgefahrenen Bodenschiebers 46 gebildet. Wie Fig. 4 ferner erkennen
lässt, sind entlang des freien Randes 46b mehrere Klemmfinger 50 angeordnet, die im
dargestellten Ausführungsbeispiel zwischen einer Ruhestellung und einer Arbeitsstellung
um 90° verschwenkbar sind. In der Ruhestellung, in der sie in Fig. 4 gezeigt sind,
sind die Schwenkfinger in horizontaler Richtung parallel zu der Oberseite 46a und
dem Rand 46b des Bodenschiebers 46 ausgerichtet. Um in die Arbeitsstellung zu gelangen,
werden die Klemmfinger 50 um 90° nach oben verschwenkt, so dass sie nun über die Oberseite
46a des Bodenschiebers 46 hinaus nach oben ragen, was in den Figuren allerdings nicht
gezeigt ist.
[0036] Ferner gehört zum Ausrichtbereich 44 noch eine Anpressplatte 52, die benachbart unterhalb
der mit dem Bezugszeichen "34" gekennzeichneten Stelle und somit des stromabwärts
gelegenen Endes der Überführungsstation 30 angeordnet ist. Die Anpressplatte 52 ist
zwischen einer geöffneten Stellung und einer geschlossenen Stellung verbringbar, bevorzugt
verschwenkbar, gelagert. In den Figuren 1 bis 3 ist die Anpressplatte 52 in ihrer
geschlossenen Stellung gezeigt. In der geöffneten Stellung ist der Abstand der Anpressplatte
52 zur Anlageplatte 42 größer, so dass die Anpressplatte 52 in der Darstellung der
Figuren 1 bis 3 nach links zu bewegen ist, um sie in die geöffnete Stellung zu verbringen.
[0037] Die Anpressplatte 52 hat die Funktion, den Bogen in Richtung auf die Oberfläche 42a
der Anlageplatte 42 zu verbringen und somit in die Stapelbildungsstation 40 zu führen.
Hierzu befindet sich die Anpressplatte 52 zunächst in ihrer geöffneten Stellung. Wenn
durch das Saugband 32 der Überführungsstation 30 ein neuer gefalteter Bogen mit seiner
Falzkante voran zugeführt wird, wird die Anpressplatte 52 in ihre geschlossene Stellung
bewegt und in Anlage an den unteren Randabschnitt des Bogens benachbart zu seiner
Falzkante gebracht. Dabei gelangt der Bogen mit seiner Falzkante in Auflage auf die
Oberseite 46a des bereits in seiner Arbeitsstellung ausgefahrenen Bodenschiebers 46,
während sich die Klemmfinger 50 noch in ihrer Ruhestellung befinden. Durch die Anpressplatte
52 wird dann der Bogen in Richtung auf die Anlageplatte 42 und dadurch gegen den bereits
dort gebildeten Stapel gedrückt. Gleichzeitig werden die Klemmfinger 50 in ihre aufrechte
Arbeitsstellung verschwenkt, um den Bogen zu greifen und auf dem Bodenschieber 46
zu fixieren.
[0038] Wie Fig. 4 ferner erkennen lässt, sind entlang der beiden vertikalen Seiten der Oberfläche
42a der Anlageplatte 42 nach innen gebogene Federbleche 54 angeordnet, die zur Fixierung
des bereits an der Anlageplatte 42 gebildeten Stapels dienen. Die Oberfläche 42a der
Anlageplatte 42 ist mit einer Vielzahl von Löchern versehen, bei denen es sich um
Ansaugöffnungen handelt, welche über nicht dargestellte Schläuche und/oder Rohrleitungen
an eine ebenfalls nicht dargestellte Saugeinrichtung angeschlossen sind. Von diesen
Ansaugöffnungen sind beispielhaft einige wenige Ansaugöffnungen in Fig. 4 mit dem
Bezugszeichen "56" gekennzeichnet. Somit wirkt die Anlageplatte 42 als Saugplatte.
Durch den auf diese Weise an der Oberfläche 42a der Anlageplatte 42 gebildeten Unterdruck
wird insbesondere der erste Bogen an der Anlageplatte 42 gehalten, da der erste Bogen
nicht beleimt wird. Demgegenüber wird jeder weitere gefaltete Bogen aufgrund des auf
seiner Oberseite befindlichen Leims mit der unbeleimten Unterseite des jeweils obersten
Bogens des Stapels verklebt.
[0039] Wie Fig. 4 ferner erkennen lässt, ist im dargestellten Ausführungsbeispiel die Anlageplatte
42 mit einer ersten Aussparung 42b versehen, in der ein erster Rückhaltefinger 58
sitzt, der mittels einer nicht dargestellten Verstelleinrichtung zwischen einer zurückgezogenen
Ruhestellung und einer ausgefahrenen Arbeitsstellung in der Stapelbildungsstation
40 bewegbar gelagert ist. Ferner ist im dargestellten Ausführungsbeispiel die Anlageplatte
42 mit einer weiteren Aussparung 42c versehen, die sich fast über die gesamte Breite
der Anlageplatte 42 erstreckt und einen zweiten Rückhaltefinger 59 aufnimmt, der mittels
einer nicht dargestellten Verstelleinrichtung nicht nur zwischen einer in die Stapelbildungsstation
40 zurückgezogenen Ruhestellung und einer aus dieser ausgefahrenen Arbeitsstellung,
sondern auch über die gesamte Länge der Aussparung 42c verstellbar ist. Diese Rückhaltefinger
58, 59 werden als Alternative zu den gebogenen Federblechen 54 bei schmaleren Formaten
eingesetzt, um den an der Oberfläche 42a der Anlageplatte 42 anliegenden Stapel zu
stabilisieren.
[0040] Um die beleimte Oberseite jedes neu zugeführten gefalzten Bogens mit der unbeleimten
Unterseite des jeweils obersten Bogens des bis zu diesem Zeitpunkt an der Anlageplatte
42 gebildeten Stapels zu verkleben, ist der neu zugeführte Bogen vollflächig gegen
den bereits gebildeten Stapel zu drücken. Dies geschieht im dargestellten Ausführungsbeispiel
mithilfe einer Kaschier- bzw. Andrückwalze 60, die durch den Stapelbildungsbereich
48 von unten nach oben fährt und nach Art einer Teigrolle den neuen Bogen an den Stapel
anreibt.
[0041] Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind mehrere Andrückwalzen 60 entlang einer
durch den Stapelbildungsbereich 48 verlaufenden geschlossenen Führungsbahn, die in
den Figuren nicht dargestellt ist, bewegbar gelagert und dabei im Wesentlichen äquidistant
zueinander angeordnet. Hierzu sind im dargestellten Ausführungsbeispiel zwei voneinander
beabstandete Förderketten vorgesehen, von denen die eine Förderkette an der einen
Seite der Stapelbildungsstation 40 und die andere Förderkette an der gegenüberliegenden
anderen Seite der Stapelbildungsstation 40 angeordnet und über Umlenkrollen geführt
ist. In Fig. 3 ist die dem Betrachter zugewandte Förderkette 62 erkennbar, die von
Zahnrädern 64 geführt und an diesen umgelenkt wird, welche in der Stapelbildungsstation
40 drehbar gelagert sind. Die Anordnung und der Verlauf der beiden Förderketten 62
sind identisch. Zwischen den beiden Förderketten 62 sind die Andrückwalzen 60 waagrecht
angeordnet, indem sie mit einem Zapfen 60a an ihrem jeweiligen Ende (Fig. 4) in einem
nicht dargestellten Lagerelement gelagert sind, welches an der zugeordneten Förderkette
62 befestigt ist.
[0042] Damit die Förderketten 62 eine umlaufende Bewegung ausführen können, wird mindestens
eine der Rollen 64 von einer nicht näher gekennzeichneten Antriebseinheit in Rotation
versetzt. Gemäß der Darstellung der Figuren 1, 3 und 4 findet der Umlaufbetrieb in
Richtung des Uhrzeigersinns statt. Durch den Umlaufbetrieb lässt sich ein kontinuierlicher
und vollautomatischer Betrieb realisieren, indem für jeden neu angelieferten Bogen
eine Andrückwalze 60 bereitgestellt wird. Der Abstand zwischen zwei benachbarten Andrückwalzen
und der Arbeitstakt der Anlage sind in Abhängigkeit voneinander derart zu bemessen
bzw. einzustellen, dass für jeden neu angelieferten Bogen eine neue Andrückwalze 60
bereitgestellt wird.
[0043] Für jeden weiteren angelieferten beleimten Bogen gilt die gleiche zuvor beschriebene
Prozedur. Die Klemmfinger 50 (Fig. 4) halten den schon gebildeten und kaschierten
Stapel zurück und gewährleisten ein präzises Anstellen des neu angelieferten und zu
kaschierenden Bogens. Bei jedem Kaschiervorgang fährt eine der Andrückwalzen 60 durch
den Stapelbildungsbereich 48 nach oben und reibt den neuen Bogen an dem Stapel an
der Anlageplatte 42.
[0044] Wie insbesondere Fig. 3 ferner erkennen lässt, weist die Stapelbildungsstation 40,
die alternativ auch als Kaschierstation bezeichnet werden kann, eine Verstelleinrichtung
66 auf, um die Anlageplatte 42 in horizontaler Richtung und somit senkrecht zu dessen
vertikaler Oberfläche 42a zu verstellen. Dabei wird die Anlageplatte 42 während der
Stapelbildung durch die Verstelleinrichtung 66 taktweise derart zurückgezogen, dass
die Oberseite des Stapels im Wesentlichen ortsfest bleibt. Demnach wird die Anlageplatte
42 durch die Verstelleinrichtung 66 je nach Dicke des Stapels und in Abhängigkeit
von der ansteigenden Höhe bzw. Dicke des wachsenden Stapels kontinuierlich in die
Stapelbildungsstation 40 hinein und somit gemäß der Darstellung der Figuren nach rechts
versetzt. Somit braucht der Abstand der durch den Stapelbildungsbereich 48 geführten
Andrückwalzen 60 nicht jeweils individuell in Abhängigkeit von der augenblicklichen
Höhe bzw. Dicke des bis dahin gebildeten Stapels neu justiert zu werden, sondern es
genügt eine konstante Führung gleichbleibend für alle Andrückwalzen 60 durch den Stapelbildungsbereich
48, was konstruktiv von Vorteil ist.
[0045] Nach Fertigstellung des Stapels mit der jeweils vorbestimmten Anzahl von Bogen und
Beendigung des zuvor beschriebenen Kaschiervorganges wird der Bodenschieber 46 durch
die Verstelleinrichtung 47 von seiner in den Figuren 3 und 4 gezeigten Arbeitsstellung
in der Darstellung gemäß den Figuren 3 und 4 nach rechts in die Ruhestellung zurückgezogen.
Dadurch verschwindet der untere Anschlag des Stapelbildungsbereiches 48 bzw. öffnet
sich der Boden, und der Stapel fällt in Richtung seiner Längserstreckung vertikal
nach unten. Allerdings wird der Stapel von einer darunter befindlichen Zange 70 aufgefangen,
die in den Figuren 3 und 4 erkennbar dargestellt ist. Die Zange 70 weist zwei zueinander
bewegbare Backen 72a, 72b zum Öffnen und Schließen der Zange 70 sowie einen Anschlag
74 auf. Nach Öffnen des Bodenschiebers 46 fällt somit der fertig gebildete Stapel
mit den den späteren Buchrücken bildenden, übereinander liegenden Falzkanten der Bogen
auf diesen Anschlag 74 bei geöffneten Backen 72a, 72b. Anschließend werden die Backen
72a, 72b geschlossen, wodurch zum einen der den späteren Buchrücken bildende Bereich
des Stapels entsprechend gepresst und geformt und zum anderen der Stapel von der Zange
70 gegriffen und nach unten aus der Stapelbildungsstation 40 herausgezogen wird. Entsprechend
ist die Zange 70 an einer nicht dargestellten Halterung bewegbar angeordnet und wird
von einem ebenfalls nicht dargestellten Antrieb betätigt, welcher bevorzugt elektropneumatisch
oder elektromechanisch arbeitet und vorzugsweise als Linearantrieb ausgebildet sein
kann.
1. Vorrichtung zur Herstellung eines Buchblockes, der aus Lagen von miteinander verbundenen
und entlang einer eine Falzkante bildenden Falzlinie gefalzten Bogen besteht,
mit einer Stapelbildungsstation (40), die in einem Stapelbildungsbereich (48) auf
ihrer ersten Außenseite mit Leim versehene, gefalzte Bogen zu einem Stapel zur Bildung
eines Buchblockes zusammenfasst und ein den Stapelbildungsbereich (48) begrenzendes
Anlagemittel (42) zum Halten des Stapels und eine Andrückeinrichtung mit mindestens
einem Andrückmittel (60) aufweist, das zur Erzeugung von Druck auf die Oberseite des
Stapels ausgebildet ist, um den Stapel gegen das Anlagemittel (42) zu drücken,
dadurch gekennzeichnet, dass das Andrückmittel (60) während der Erzeugung von Druck auf die Oberseite des Stapels
gleichzeitig entlang der Oberseite des Stapels durch den Stapelbildungsbereich (48)
bewegbar ist und die Stapelbildungsstation (40) eine Ausrichteinrichtung (44) aufweist,
die einen gefalzten Bogen mit seiner mit Klebstoff versehenen ersten Außenseite zum
Anlagemittel (42) und somit zu einem bereits am Anlagemittel (42) gehaltenen Bogen
oder Stapel ausrichtet, wobei die Andrückeinrichtung ferner derart ausgebildet ist,
dass das Andrückmittel (60) Druck auf die zweite Außenseite jedes gefalzten Bogens
erzeugt, nachdem dieser Bogen von der Ausrichteinrichtung (44) mit seiner mit Klebstoff
versehenen ersten Außenseite zum Anlagemittel (42) und somit zu dem am Anlagemittel
(42) gehaltenen Stapel ausgerichtet worden ist, um diesen Bogen gegen den Stapel zu
drücken.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Andrückmittel (60) eine Walze ist, die auf der Oberfläche der
Oberseite des Stapels abgerollt wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl von Andrückmitteln (60) vorgesehen ist, von denen ein Andrückmittel
(60) Druck auf die zweite Außenseite jeweils eines von der Ausrichteinrichtung (44)
ausgerichteten neuen Bogens erzeugt, wobei die Andrückmittel (60) nacheinander durch
den Stapelbildungsbereich (48) bewegbar sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Andrückmittel (60) entlang einer durch den Stapelbildungsbereich (48) verlaufenden
geschlossenen Führungsbahn (62) bewegbar gelagert sind, wobei die Andrückmittel (60)
entlang der Führungsbahn (62) im Wesentlichen äquidistant zueinander angeordnet sind.
5. Vorrichtung nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Anlagemittel (42) eine den Stapelbildungsbereich (48) begrenzende, im Wesentlichen
vertikal stehende Anlageebene (42a) aufweist, an der der Stapel anlegbar ist, und
die Ausrichteinrichtung (44) derart ausgebildet ist, dass es den jeweiligen Bogen
benachbart zum Anlagemittel (42) in eine Stellung verbringt, in der der Bogen winklig,
vorzugsweise unter einem Winkel von mindestens 45° und höchstens 85°, zur Horizontalen
ausgerichtet ist.
6. Vorrichtung nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausrichteinrichtung (44) einen benachbart zum Anlagemittel (42) angeordneten,
den Stapelbildungsbereich (48) ebenfalls begrenzenden unteren Anschlag (46) aufweist
und derart ausgebildet ist, dass es einen gefalzten Bogen mit dessen Falzkante in
Anlage an den unteren Anschlag (46) bringt.
7. Vorrichtung nach den Ansprüchen 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Andrückmittel (60) durch den Stapelbildungsbereich (48) in Aufwärtsrichtung bewegbar
ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der untere Anschlag (46) zwischen einer Arbeitsstellung, in der er den Stapelbildungsbereich
(48) nach unten begrenzt, und einer Ruhestellung, in der er aus dem Stapelbildungsbereich
(48) entfernt ist, bewegbar angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Andrückeinrichtung (44) ein zusätzliches Andrückelement (52) aufweist, das benachbart
zum Anlagemittel (42) und zum unteren Anschlag (46) im Wesentlichen ortsfest angeordnet
und derart ausgebildet ist, Druck auf die zweite Außenseite jedes gefalzten Bogens
in einem zur Falzkante benachbarten oder an die Falzkante angrenzenden Randabschnitt
zu erzeugen, um diesen Randabschnitt des Bogens in Richtung auf das Anlagemittel (42)
und somit gegen den Stapel zu drücken.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das zusätzliche Andrückelement (52) zwischen einer Arbeitsstellung, in der es Druck
auf die zweite Außenseite jedes gefalzten Bogens im besagten Randabschnitt erzeugt,
und einer Ruhestellung verbringbar, vorzugsweise verschwenkbar, ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das zusätzliche Andrückelement (52) plattenförmig ausgebildet und um eine im Wesentlichen
horizontale Schwenkachse schwenkbar gelagert ist.
12. Vorrichtung nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Verstelleinrichtung (66) zum Verstellen des Anlagemittels (42) derart, dass
während der Bildung des Stapels dessen Oberseite im Wesentlichen ortsfest in im Wesentlichen
derselben, vorzugsweise etwa vertikalen, Ebene bleibt.
13. Vorrichtung nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, mit einer Fördereinrichtung,
die ausgebildet ist, einen, vorzugsweise fertigen, Stapel aus dem Stapelbildungsbereich
(48) zu entfernen,
dadurch gekennzeichnet, dass die Fördereinrichtung eine benachbart zum Anlagemittel (42), vorzugsweise unterhalb
des Anlagemittels (42), angeordnete Zange (70) aufweist, die so ausgerichtet und ausgebildet
ist, dass ihre Backen (72a, 72b) mit einem benachbart zu den Falzkanten der Bogen
befindlichen oder an die Falzkanten der Bogen angrenzenden Randabschnitt des Stapels
in Klemmeingriff bringbar sind.
14. Vorrichtung nach mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche, mit einer Klebstoffauftragsstation
(10), die Klebstoff auf die erste Außenseite der gefalzten Bogen aufbringt, wobei
die erste Außenseite der Bogen deren Oberseite ist, sowie mit einer Fördereinrichtung
(2), die bereits gefalzte Bogen mit ihrer Falzkante voran etwa in horizontaler Ausrichtung
im Wesentlichen nacheinander in die Klebstoffauftragsstation (10) fördert, gekennzeichnet durch eine Überführungseinrichtung (30), die die Klebstoffauftragsstation (10) mit der
stromabwärts gelegenen Stapelbildungsstation (40) verbindet und ein Fördermittel (32)
aufweist, auf dem die mit Klebstoff versehenen gefalzten Bogen mit ihrer deren Unterseite
bildenden zweiten Außenseite aufliegen und mit ihrer Falzkante voran im Wesentlichen
nacheinander von der Klebstoffauftragsstation (10) zur Stapelbildungsstation (40)
überführt werden.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Fördermittel (32) derart ausgebildet ist, dass es die mit Klebstoff versehenen
gefalzten Bogen aus der im Wesentlichen horizontalen Ausrichtung im Bereich der Klebstoffauftragsstation
(10) in die nach unten geneigte Stellung im Bereich (34) der Ausrichteinrichtung (44)
überführt.
16. Vorrichtung nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Fördermittel ein endlos umlaufendes, vorzugsweise als Saugband ausgebildetes,
Förderband (32) aufweist, dessen oberer Trum (32a), der die mit Klebstoff versehenen
gefalzten Bogen trägt, einen vertikal nach unten gekrümmten Verlauf hat.