[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Betätigungselement für ein Flurförderzeug,
das abhängig von Grad seiner Betätigung kontinuierliche Stellsignale für eine Fahrzeugfunktion
erzeugen kann. Bei einem solchen Betätigungselement kann es sich beispielsweise um
einen Drehschalter handeln, dessen Umdrehung in ein kontinuierliches Stellsignal umgesetzt
wird. Es kann sich bei dem Betätigungselement auch um einen Hebel oder Schalter handeln,
der je nach Grad seiner Betätigung ein kontinuierliches Stellsignal erzeugt.
[0002] Aus
EP 1 016 579 A1 ist ein Verfahren zum Programmieren eines deichselgeführten Fahrzeugs bekannt, bei
dem zusätzlich zu einem Betriebsmodus ein Programmiermodus vorgesehen ist. Der Programmiermodus
wird eingeleitet, wenn während des Einschaltens des Fahrzeugs ein spezieller Signalgeber
betätigt wird.
[0003] Aus
EP 1 398 251 B1 ist ein deichselgeführtes Flurförderzeug bekannt, das durch einen Doppelklick an
der Geschwindigkeitssteuerung in einem Schleichfahrtbetrieb oder aus diesem in eine
Grundbetriebsart umgeschaltet wird.
[0004] Bei Flurförderzeugen gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Fahrzeugfunktionen,
wie beispielsweise Hubfunktionen, Fahrgeschwindigkeitsstufen, Nebenfunktionen, etc.,
die mit einer möglichst geringen Anzahl von Betätigungselementen in sinnfälliger Weise
zu steuern sind.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Betätigungselement für ein Flurförderzeug
bereitzustellen, mit dem in einfacher Weise Stellsignale für mehrere Fahrzeugfunktionen
erzeugt werden können.
[0006] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Betätigungselement mit den Merkmalen aus
Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen bilden den Gegenstand der Unteransprüche.
[0007] Das erfindungsgemäße Betätigungselement ist vorgesehen und ausgebildet für den Einsatz
in einem Flurförderzeug. Das Betätigungselement kann abhängig von einem Grad seiner
Betätigung unterschiedliche Stellsignale für eine Fahrzeugfunktion erzeugen. Indem
das erfindungsgemäße Betätigungselement betätigt wird, erzeugt es ein Stellsignal,
das unterschiedliche Werte je nach Grad der Betätigung annehmen kann. Erfindungsgemäß
wird abhängig von einer Änderungsgeschwindigkeit der Stellsignale zu Beginn seiner
Betätigung ein nachfolgendes Stellsignal für unterschiedliche Fahrzeugfunktionen generiert.
Erfindungsgemäß kann also anhand der Geschwindigkeit, mit der das Betätigungselement
betätigt wird, eine Fahrzeugfunktion ausgewählt werden, die über das Betätigungselement
gesteuert werden soll. Das erfindungsgemäße Betätigungselement erlaubt in ganz besonderem
Maße Fahrzeugfunktionen und ihre Steuerung über ein einziges Betätigungselement anzusprechen
und so dem Benutzer eine einfache und ergonomische Bedienung des Flurförderzeugs zu
ermöglichen.
[0008] In einer bevorzugten Ausgestaltung des Betätigungselements dient ein erzeugtes Stellsignal
für eine erste Fahrzeugsfunktion, wenn die Änderungsgeschwindigkeit für ein Stellsignal
zu Beginn seiner Betätigung kleiner als eine vorbestimmte Mindestgeschwindigkeit ist.
Erfolgt dagegen die Änderung des Stellsignals mit einer Geschwindigkeit größer als
die Mindestgeschwindigkeit, so dient das nachfolgende Stellsignal für eine zweite
Fahrzeugfunktion.
[0009] Das erfindungsgemäße Betätigungselement dient in einer bevorzugten Weiterbildung
dazu, mit seiner ersten Fahrzeugfunktion einen Initialhub an dem Flurförderzeug auszulösen.
Der Initialhub bezeichnet hierbei eine Fahrzeugfunktion, mit der eine aufgenommene
Last um eine geringe Höhe vom Boden angehoben oder aus geringer Höhe auf dem Boden
abgesetzt werden kann. Bevorzugt ist bei dieser Weiterbildung als zweite Fahrzeugfunktion
eine Haupthub- oder Hauptsenkfunktion vorgesehen, die mit dem Stellsignal proportional
angesteuert wird. Es erfolgt also bei einer schnellen Betätigung zunächst ein Initialhub
oder Initialsenken. Wird das Betätigungselement dagegen langsam betätigt, wird in
eine Haupthub- oder Hauptsenkfunktion umgeschaltet, in der die Last proportional zu
dem Stellsignal angehoben bzw. abgesenkt wird.
[0010] Die vorliegende Erfindung wird anhand von zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 den schematischen Verlauf eines Stellsignals über die Zeit bei einem Umschalten
zwischen einer Haupthub- und einer Zusatzhub-Funktion.
[0011] Fig. 1 zeigt den zeitlichen Verlauf eines Stellsignals S, das für einen Heben- oder
Senkenbetrieb ausgewertet wird. Mit Hilfe des Betätigungselements (nicht dargestellt)
kann ein Stellsignal S vorgegeben werden, das kontinuierlich einen Wertebereich zwischen
0 und S
max annimmt. In einem ersten mit 10 gekennzeichneten zeitlichen Verlauf des Stellsignals
wird der Maximalwert S
max des Stellsignals zum Zeitpunkt T
1 erreicht. Der Zeitpunkt T
1 ist kleiner als eine vorbestimmte Grenzzeit T
grenz. In diesem Fall wird der Initialhub solange ausgelöst, wie der Maximalwert S
max anliegt oder die gewünschte Höhe des Initialhubs erreicht wurde. In einem zweiten
Verlauf 12 wird der Maximalwert des Stellsignals zu einem Zeitpunkt T
2 erreicht, mit T
2 > T
grenz. Bei diesem Verlauf wird nachfolgend der Haupthub angesteuert. Bei der Ansteuerung
des Haupthubs wird nachfolgend das Stellsignal S proportional ausgewertet, um die
Haupthub-/Senkfunktion über das Bedienelement anzusteuern.
[0012] Zur Auswertung der Stellsignale S kann beispielsweise auf die Anstiegsflanke des
Steuersignals abgestellt werden. Ist die Anstiegsflanke steiler als die mit 14 eingezeichnete
Grenzanstiegsflanke, so wird ein Initialhub betätigt. Ist die Anstiegsflanke flacher
als die Grenzanstiegsflanke 14, wird die Haupthubfunktion ausgelöst.
[0013] Der besondere Vorteil des Betätigungselements liegt darin, dass eine Bedienperson
sehr einfach und intuitiv zwischen Initialhub und Haupthub unterscheiden kann. Hierbei
kann das Bedienelement derart ausgelegt sein, dass ein Senken des Initialhubs bzw.
Hauptsenkfunktion durch eine Betätigung des Bedienelements in eine entgegengesetzte
Richtung in gleicher Weise erfolgen kann.
[0014] Neben der vorgestellten Funktion eines Initialhubes und einer Haupthubfunktion kann
das erfindungsgemäße Betätigungselement auch bei einer Reihe von weiteren Funktionen
an einem Flurförderzeug eingesetzt werden. So ist es beispielsweise möglich, die folgenden
Funktionen an einem Flurförderzeug zu kombinieren:
[0015] Ansteuerung eines Schiebers vorwärts oder rückwärts als erste Fahrzeugfunktion und
Ansteuerung eines Seitenschiebers nach links oder rechts als eine zweite Fahrzeugfunktion.
[0016] Ebenfalls kann ein Ausrichten der Gabel in eine waagerechte Funktion als erste Fahrzeugfunktion
vorgesehen sein und ein Neigen des Mastes vorwärts oder rückwärts als zweite Fahrzeugfunktion
vorgesehen sein. Auch ein automatisches Wiegen einer aufgenommenen Last als erste
Fahrzeugfunktion mit einer Ansteuerung des Haupthubbetriebes als zweite Fahrzeugfunktion
ist möglich. Auch kann eine automatische Hubhöhenvorwahl als erste Fahrzeugfunktion
vorgesehen sein, die mit einer entsprechenden Ansteuerung der Haupthubfunktion als
zweite Fahrzeugfunktion kombiniert ist. Ebenso kann das Einstellen einer Geschwindigkeitsbegrenzung
oder einer Beschleunigungsbegrenzung als erste Fahrzeugfunktion vorgesehen sein, während
die entsprechende Ansteuerung der Haupthubfunktion dann als zweite Fahrzeugfunktion
vorgesehen ist.
[0017] Allgemein lassen sich diejenigen Fahrzeugfunktionen zu einer Auswahl mit dem erfindungsgemäßen
Betätigungselement zusammenfassen, die sich zueinander entsprechend ergänzen. Eine
tabellarische Übersicht über solche Funktionen ist nachstehend angegeben.

[0018] Die Tabelle ist derart zu lesen, dass + eine mögliche Kombination der zeilen- und
spaltenweise aufgetragenen Fahrzeugfunktionen kennzeichnen und ++ eine bevorzugte
Kombination von unterschiedlichen Fahrzeugfunktionen beschreibt.
1. Betätigungselement für ein Flurförderzeug, das abhängig vom Grad seiner Betätigung
unterschiedliche Stellsignale für eine Fahrzeugfunktion erzeugen kann, dadurch gekennzeichnet, dass abhängig von einer Änderungsgeschwindigkeit eines Stellsignals zu Beginn seiner Betätigung
nachfolgend Stellsignale für unterschiedliche Fahrzeugfunktionen generiert werden.
2. Betätigungselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenn die Änderungsgeschwindigkeit für das Stellsignal größer als eine vorbestimmte
Mindestgeschwindigkeit ist, die nachfolgenden Stellsignale für eine erste Fahrzeugfunktion
dienen und bei Unterschreiten der Mindestgeschwindigkeit die nachfolgenden Stellsignale
für eine zweite Fahrzeugfunktion dienen.
3. Betätigungselement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als erste Fahrzeugfunktion ein Initialhub zum Heben oder Senken ausgelöst wird, der
durch die nachfolgenden Stellsignale angesteuert wird.
4. Betätigungselement nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass als zweite Fahrzeugfunktion eine Haupthub- oder eine Hauptsenkfunktion vorgesehen
ist, die durch die nachfolgenden Stellsignale angesteuert wird.
5. Betätigungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ansteuerung der zweiten Fahrzeugfunktion proportional zu dem nachfolgenden Stellsignal
erfolgt.