[0001] Die Erfindung betrifft ein Ventil, insbesondere ein fremdkraftbetätigtes Wege-Sitzventil,
mit einem in einem Ventilraum eines Ventilgehäuses verfahrbar angeordneten Ventilelement
zum Führen von unter einem Mediendruck stehenden Fluidströmen und zum wahlweisen Freigeben
oder Sperren einer Verbindung zwischen einem Versorgungsanschluss und mindestens einem
Nutzanschluss, wobei das Ventilelement auf vor- und rückseitig gelegenen Querschnittsflächen
mit dem jeweiligen Versorgungsdruck beaufschlagbar ist.
[0002] Ventile und insbesondere fremdkraftbetätigte Wege-Sitzventile werden vorzugsweise
in hydraulischen Anlagen dann eingesetzt, wenn Fluidströme, wie etwa Hydraulikölströme,
unter einem hohen Mediendruck, beispielsweise unter einem Mediendruck von mehr als
500 bar, ohne Medienverlust zu steuern sind.
[0003] Die
DE 38 03 988 C2 beschreibt beispielsweise ein hydraulisch schaltbares Wegeventil, insbesondere für
Ausbausysteme, mit einem im Ventilgehäuse geführten Ventilschaft und an diesem angeordneten,
gegenläufig von ihren Ventilsitzen abhebbaren Ventilkegeln. An dem einen Ende des
Ventilschaftes ist in einem Federgehäuse eine gegen den Ventilschaft wirkende Ventilfeder
angeordnet. An einem anderen Ende des Ventilschaftes ist ein von einem hydraulischen
Steuerdruck beaufschlagbarer Steuerkolben angeordnet, wobei am Ventilgehäuse ein Verbraucheranschluss,
der zu einer Ventilkammer zwischen den beiden Ventilkegeln führt, ein Druckleitungsanschluss
angeordnet ist, der zu einer Druckkammer führt, die den von der Ventilfeder in Schließrichtung
belasteten Ventilkegel aufnimmt. Ein Rücklaufanschluss ist ferner vorgesehen, der
zu der auf der Seite des Steuerkolbens liegenden Auslasskammer führt, die den die
Verbindung zum Rücklauf steuernden Ventilkegel aufnimmt.
[0004] Die
DE 41 01 117 A1 beschreibt ein gattungsgemäßes fremdkraftbetätigtes, insbesondere elektrisch bzw.
magnetisch betätigtes Wege-Sitzventil, mit einem in einer Ventilgehäusebohrung verschiebbaren
Stellglied, das mit einem Stellfortsatz aus dem Gehäuse ragt und mit einem entgegengesetzten
Endabschnitt zur Beaufschlagung eines Ventilschließkörpers mit diesem in Anlagekontakt
steht, wobei sich der Stellfortsatz durch eine Druckausgleichskammer erstreckt, die
mit dem Systemdruckanschluss in Strömungsmittelverbindung steht. Die Druckausgleichskammer
ist mit einem Verbraucheranschluss über eine Strömungsmittelzweigleitung in Verbindung.
In der Strömungsmittelzweigleitung ist ein zur Druckausgleichskammer hin öffnendes
Rückschlagventil angeordnet.
[0005] Die
DE 10 2007 001 005 A1 beschreibt ein Kolbenventil, mit einem Ventilgehäuse mit einem Hohlraum, einem ersten
Durchlass, der sich von einem Ende des Hohlraums erstreckt, einer Vielzahl von Anschlüssen,
die mit dem Hohlraum verbunden sind und mit einer oder mehreren Komponenten, die den
ersten Durchlass blockieren, und die ein Kolbenventilelement aufweisen, welches in
einer ersten Position zumindest teilweise in dem Hohlraum angeordnet ist, wobei das
Kolbenventilelement zu einer oder zu mehreren anderen Positionen bewegbar ist und
wobei das Kolbenventilelement den ersten Durchlass freilässt.
[0006] Um einen exakten Betrieb derartiger Ventile zu ermöglichen, ist insbesondere eine
genaue Kontrolle der Schalt- und Stellkräfte für das Ventilelement eines dahingehenden
Ventils, im Sinne eines hysteresefreien Bewegungsablaufs von großer Bedeutung. Ferner
ist die Minimierung von erforderlichen Stellkräften für das Ventilelement, insbesondere
bei einer Ausbildung des Ventils als elektromagnetisch betätigtes Ventil bedeutsam.
[0007] Die bekannten Ventile sind diesbezüglich noch verbesserungsfähig.
[0008] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein Ventil zu schaffen, das bei minimiertem Stellkraftbedarf einen äußerst exakten
Betrieb ermöglicht.
[0009] Die Aufgabe wird mit einem Ventil mit den Merkmalen des Anspruchs 1 in seiner Gesamtheit
gelöst.
[0010] Dadurch, dass ein Ventil geschaffen ist, das ein Ventilelement aufweist, welches
von dem jeweils herrschenden Mediendruck unabhängig in dem Ventilgehäuse führbar ist,
in dem der in den Ventilraum ragende Bereich des Ventilelements eine weitere Querschnittsfläche
aufweist, welche flächenmäßig einer, dem Ventilraum abgewandten, weiteren wirksamen
Querschnittsfläche entspricht und dadurch, dass diese beiden weiteren Querschnittsflächen
einem regelmäßig vom Medien- und/oder Versorgungsdruck unterschiedlichen Druck, insbesondere
gebildet durch den Umgebungsdruck, gleichermaßen ausgesetzt sind, ist eine konstruktive
Maßnahme angegeben, das Ventilelement des Ventils im Betrieb druckausgeglichen und
insoweit kräftefrei im Ventilgehäuse zu führen. Erfindungsgemäß wird hierbei insbesondere
vermieden, dass sich bei einer Verfahrbewegung des Ventilelements in dem Ventilgehäuse
unerwünschte, die Verfahrbewegung des Ventilelements hemmende Mediendrücke aufbauen
können. Dadurch kann eine Betätigungseinrichtung für das Ventilelement, beispielsweise
ein Elektromagnet, insbesondere von der Stromaufnahme her sehr viel kleiner dimensioniert
werden, als dies vom Stand der Technik her bekannt ist. Insgesamt lässt sich dadurch
das Ventil leichter und kompakter bauen und der Energieverbrauch bei der Betätigung
des Ventils minimieren.
[0011] In einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel des Ventils entspricht die dem
Versorgungsdruck jeweils ausgesetzte erste und zweite Querschnittsfläche der Durchmesserfläche
eines Ventilsitzes im Ventilgehäuse, an dem sich Teile des kolbenartig ausgebildeten
Ventilelements abstützen können bzw. der Außendurchmesserfläche eines am Ventilelement
verbreitert angeordneten Steuersteges abzüglich einer Kolbenfläche des Ventilelements,
die außerhalb des Ventilraumes in einen Anschluss mit dem Umgebungsdruck mündet. Auf
diese Weise ist ein besonders einfach herzustellendes Ventil angegeben.
[0012] In einem weiteren besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel entspricht die dem Umgebungsdruck
jeweils ausgesetzte, weitere, dritte und weitere wirksame, vierte Querschnittsfläche
der Außendurchmesserfläche eines am Ventilelement verbreitert angeordneten weiteren
Steuersteges abzüglich einer weiteren Kolbenfläche des Ventilelements, die dem Ventilsitz
zugewandt ist, bzw. der Kolbenfläche des Ventilelements, die außerhalb des Ventilraumes
in den Anschluss mit dem Umgebungsdruck mündet. An der weiteren dritten und weiteren
vierten Querschnittsfläche, an denen Umgebungsdruck wirkt, herrscht somit Kräftegleichgewicht,
dahingehend, dass das Ventilelement ohne an ihm angreifende Differenzdrücke geführt
ist.
[0013] Vorteilhaft ist, dass paarweise einander zugeordnet, die erste und die zweite, sowie
die dritte und die vierte Querschnittsfläche gleich groß ausgebildet sind und gleichermaßen
dem Versorgungsdruck bzw. dem Umgebungsdruck ausgesetzt sind. Durch diese konstruktive
Maßnahme ist verhindert, dass beispielsweise Druckschwankungen des Versorgungsdruckes
das Ventilelement in Schwingungen versetzen können. Zudem ist dadurch ein Kräftegleichgewicht
an dem Ventilelement gegeben.
[0014] Vorteilhaft stellt der eine Ventilsitz die Verbindung zwischen dem Versorgungsanschluss
und dem jeweiligen Nutzanschluss und ein weiterer Ventilsitz die Verbindung zwischen
dem jeweiligen Nutzanschluss und einem Tankanschluss her, so dass das erfindungsgemäße
Ventil beispielsweise als 3/2-Wege-Sitzventil ausgebildet sein kann. Die Erfindung
setzt sich von bestehenden Lösungen insbesondere dadurch ab, dass durch den vollständigen
Druckausgleich sich auch ein Tankdruck bis zur Höhe des Versorgungsdrucks nur in sehr
geringem Maße auf die erforderlichen Schaltkräfte auswi rkt.
[0015] Der erste Steuersteg begrenzt innerhalb des Ventil raumes zumindest teilweise eine
erste Kammer mit variablem Volumen, wobei die erste Kammer permanent mit dem Versorgungsanschluss
fluidführend verbunden ist. Der zweite Steuersteg begrenzt innerhalb des Ventilraumes
zumindest teilweise eine zweite Kammer variablen Volumens, die permanent mit dem Umgebungsdruck
beaufschlagt ist. Es ist somit eine kompakte Bauweise des Ventils, insbesondere in
axialer Richtung seines Ventilelements gesehen, ermöglicht.
[0016] Mit der festen Verbindung der Ventilkugel mit einem Teil des Ventilelements wird
eine automatische Führung der Ventilkugel durch das geführte Ventilelement erreicht,
so dass keine weiteren etwaigen Führungsmaßnahmen für die Ventilkugel ergriffen werden
müssen. Ebenso wird mit der festen Verbindung erreicht, dass das Ventil auch mit umgekehrten
Druckverhältnissen betrieben werden kann (Versorgungsdruck und Nutzdruck werden vertauscht)
sowie sogar mit im Betrieb wechselnden beliebigen Druckverhältnissen. Ein weiterer
Vorteil der festen Verbindung des Schließelementes mit einem Teil des Ventilelementes
besteht darin, dass das Schließelement auch als Kegel bzw. Doppelkegel oder mit einer
besonderen strömungslenkenden Kontur ausgebildet werden kann, was fertigungstechnische
Vorteile bringen kann oder die Minimierung strömungsinduzierter Kraftwirkungen (Strömungskräfte)
am Schließelement erlaubt.
[0017] Das Ventilelement kann auch mehrteilig gebildet sein und neben einem Ventilkolben,
der die beiden Steuerstege aufweist und den Ventilraum innerhalb des Ventilgehäuses
durchgreift, ein an seiner freien Stirnseite angeordnetes Schließelement aufweisen,
insbesondere in Form einer Schließkugel, die in ihren gegenüberliegenden Endlagen
an dem einen oder an dem anderen Ventilsitz anliegt.
[0018] Das Schließelement stützt sich bevorzugt an einer Rückstelleinrichtung ab, die unter
dem Einfluss eines Energiespeichers das Schließelement in Richtung des zweiten Ventilsitzes
zu verfahren sucht. Ferner ist in einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel
des Ventils das Schließelement auf seiner, der Rückstelleinrichtung abgewandten Seite
an dem kolbenartigen Ventilelement abgestützt. Das kolbenartige Ventilelement kann
hierbei vorzugsweise zumindest teilweise den Tankanschluss des Ventils durchgreifen
und im betätigten Zustand das Schließelement entgegen der Wirkung der Rückstelleinrichtung
in Richtung des ersten Ventilsitzes zu verfahren suchen.
[0019] Vorzugsweise ist in dem Ventil ein hebelartig ausgebildetes Fremdkraftteil vorgesehen,
das in einem weiteren Ventilraum des Ventilgehäuses angeordnet ist, der den Umgebungsdruck
aufweist. Im betätigten Zustand des Fremdkraftteils wird das Ventilelement in Richtung
des ersten Ventilsitzes bewegt. Insgesamt ergibt sich dadurch eine sehr kompakte leicht
zu montierende Bauform des erfindungsgemäßen Ventils.
[0020] Nachstehend ist die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
im Einzelnen erläutert. Dabei zeigt die
- Fig. 1
- in der Art einer Längsschnittdarstellung ein als fremdkraftbetätigtes Wege-Sitzventil
ausgebildetes Ventil;
- Fig. 2
- in der Art einer Längsschnittdarstellung einen vergrößert wiedergegebenen Ausschnitt
nach der Fig. 1 betreffend ein in einem Ventilraum längsverfahrbares Ventilelement.
[0021] In der Fig.1 ist ein Ventil 1 in der Art eines fremdkraftbetätigten Wege-Sitzventils
in einer Längsschnittdarstellung gezeigt. Ein blockartiges, in seiner Längsschnittform
rechteckförmiges Ventilgehäuse 5 weist einen insgesamt zylinderförmigen Ventilraum
3 auf, in dem ein Ventilelement 7 axial bewegbar angeordnet ist. Das Ventilelement
7 dient zum Führen von unter einem vorgebbaren Mediendruck stehenden Fluidströmen,
wobei von dem zylindrisch und mithin kolbenartig aufgebauten Ventilelement 7 unter
anderem wahlweise eine Verbindung 9 zwischen einem Versorgungsanschluss 11 an dem
Ventilgehäuse 5 und einem Nutzanschluss 13 an dem Ventilgehäuse 5 freigegeben oder
gesperrt werden kann. An den Nutzanschluss 13 kann in üblicher Weise ein nicht näher
dargestellter hydraulischer Verbraucher angeschlossen sein. Das Ventilelement 7 ist
in dem gezeigten Ausführungsbeispiel an seinen jeweils axialen Enden auf vor- und
rückseitig gelegenen Querschnittsflächen 15 bzw. 17 mit einem Versorgungsdruck p,
der an dem Versorgungsanschluss 11 ansteht, beaufschlagbar. An den vor- und rückseitig
gelegenen Querschnittsflächen 15, 17 ergeben sich somit entgegengesetzt zueinander
gerichtete Druck- oder Wirkkräfte. Der Druck im Versorgungsanschluss 11 ist regelmäßig
durch den Pumpendruck einer nicht näher dargestellten Versorgungspumpe oder Hydropumpe
gebildet.
[0022] Das Ventilelement 7 weist ferner eine weitere Querschnittsfläche 21 (siehe Fig. 2)
auf, deren wirksame Fläche einer weiteren wirksamen Querschnittsfläche 23 an dem Ventilelement
7 entspricht. An den beiden weiteren wirksamen Querschnittsflächen 21, 23 liegt ein
im Betrieb des Ventils regelmäßig von dem Medien- und/oder Versorgungsdruck p unterschiedlicher
Druck po an. Der unterschiedliche Druck po kann vorzugsweise durch einen Umgebungsdruck
des Ventils 1 gebildet sein. Ebenso kann der Druck po durch ein anderes Fluid, welches
an dieser Stelle zu Korrosionsschutz oder Sperrzwecken eingesetzt wird, ausgeübt werden.
In einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel des Ventils sei unter Umgebungsdruck
po beispielsweise ein Tankdruck oder ein an dem Ventil 1 herrschender Luftdruck verstanden.
Ferner sind die Querschnittsflächen 15 und 23 als Kreisflächen sowie 17 und 21 als
Kreisringflächen in zueinander konzentrischer Anordnung ausgebildet. Die angesprochenen
Drücke p und po können sich vom Betrag her unterscheiden, in bestimmten Betriebszuständen
aber auch gleiche Werte einnehmen.
[0023] Die dem Versorgungsdruck p jeweils ausgesetzte erste Querschnittsfläche 15 entspricht
der Durchmesserfläche d eines ersten Ventilsitzes 25 innerhalb des Ventilgehäuses
5. An dem Ventilsitz 25 können sich Teile des überwiegend kolbenartig ausgebildeten
Ventilelements 7 abstützen. Die dem Versorgungsdruck p ausgesetzte zweite Querschnittsfläche
17 entspricht ferner der Außendurchmesserfläche d
a1 (siehe Fig.2) eines an dem Ventilelement 7 verbreitert angeordneten, ersten Steuerstegs
27 abzüglich einer Kolbenfläche d
a2 des Ventilelements 7, die außerhalb des Ventilraumes 3 in einen Anschluss 31 mit
dem Umgebungsdruck po mündet. Die beiden wirksamen Querschnittsflächen 15 und 17 sind
gleich groß ausgebildet.
[0024] Die dem Umgebungsdruck po ausgesetzte dritte Querschnittsfläche 21, entspricht der
Außendurchmesserfläche d
a3 eines am Ventilelement 7 verbreitert angeordneten weiteren Steuersteges 33 abzüglich
einer weiteren Kolbenfläche d
a4 des Ventilelements 7. Die weitere Kolbenfläche d
a4 des Ventilelements 7 ist dem ersten Ventilsitz 25 zugewandt und gegenüber der Kolbenfläche
d
a2 des Ventilelements 7, die außerhalb des Ventilraumes 3 in den Anschluss 31 mit dem
Umgebungsdruck po mündet, abgewandt angeordnet (vgl. Fig.2). Ferner sind jeweils paarweise
die erste und die zweite wirksame Querschnittsfläche 15, 17 und die dritte und die
vierte wirksame Querschnittsfläche 21, 23 gleich groß ausgebildet. An den jeweils
paarweise gleich groß ausgebildeten Querschnittsflächen 15, 17 bzw. 21, 23 liegt jeweils
derselbe Druck - zum einen der Versorgungsdruck p, zum anderen der Umgebungsdruck
p
0 - an. Dadurch ergibt sich an dem Ventilelement 7 unter Wirkung aller relevanter Drücke
ein Kräftegleichgewicht. d
a4 ist dabei gleich groß wie die Fläche 15.
[0025] Über den ersten Ventilsitz 25 lässt sich die Verbindung 9 zwischen dem Versorgungsanschluss
11 und dem jeweiligen Nutzanschluss 13 herstellen und ein weiterer, zweiter Ventilsitz
35 lässt eine Verbindung 36 zwischen dem jeweiligen Nutzanschluss 13 und einem Tankanschluss
37 zu. Der in Betrachtungsrichtung der Figuren 1 und 2 gesehen rechte, erste Steuersteg
27 begrenzt innerhalb des Ventilraumes 3 zumindest teilweise eine erste Kammer 39
variablen Volumens, die permanent über eine im Ventilgehäuse 5 geführte, der Einfachheit
halber aber nicht dargestellte Verbindungsleitung mit dem Versorgungsanschluss 11
verbunden und somit mit dem Versorgungsdruck p versorgt ist. Der in Betrachtungsrichtung
auf die Figuren 1 und 2 gesehen links neben dem ersten Steuersteg 27 angeordnete zweite
Steuersteg 33 begrenzt innerhalb des Ventilraumes 3 zumindest teilweise eine zweite
Kammer 41 variablen Volumens, die permanent mit dem Umgebungsdruck po beaufschlagt
ist. Wie in dem Ausführungsbeispiel gezeigt, ist das Ventilelement 7 mehrteilig ausgebildet
und weist neben einem Ventilkolben 43, der die beiden genannten Steuerstege 27, 33
aufweist und den Ventilraum 3 innerhalb des Ventilgehäuses 5 durchgreift, ein an seiner
einen freien Stirnseite 45 angeordnetes Schließelement 47 auf, das in dem gezeigten
Ausführungsbeispiel als Schließkugel 49 ausgebildet ist, das aber auch aus einem Ventilkegel
(nicht dargestellt) gebildet sein könnte. Die Schließkugel 49 kann zwei Endlagen im
Betrieb des Ventils 1 einnehmen und somit in Anlage mit dem ersten Ventilsitz 25 oder
mit dem zweiten Ventilsitz 35 kommen und bei entsprechender Anlage die fluidführenden
Verbindungen 9 bzw. 36 absperren.
[0026] Das Schließelement 47 stützt sich an einer als Ganzes mit 51 bezeichneten Rückstelleinrichtung
ab, die unter dem Einfluss eines Energiespeichers 53 das Schließelement 47 in Richtung
des zweiten Ventilsitzes 35 zu verfahren sucht. Wie gezeigt, ist der Energiespeicher
53 als zylindrische Druckfeder 54 gebildet. Die Schließkugel 49 bzw. das Schließelement
47 stützt sich auf seiner, der Rückstelleinrichtung 51 abgewandten Seite 55 wiederum
an dem kolbenartigen Ventilelement 7 ab, so dass das Schließelement 47 im Betrieb
des Ventils 1 ständig zwischen der Rückstelleinrichtung 51 und dem Ventilkolben 43
"eingespannt" ist. Das kolbenartige Ventilelement 7 durchgreift den Tankanschluss
37 und wird im betätigten Zustand des Ventils 1 entgegen der Wirkung der Rückstelleinrichtung
51 in Richtung des ersten Ventilsitzes 25 verfahren. Wie gezeigt, weist das Ventil
1 als Teil einer nicht näher dargestellten und als elektromagnetische Spuleneinrichtung
vorzugsweise ausgebildeten Betätigungseinrichtung ein hebelartig ausgebildetes Fremdkraftteil
57 auf, das in einem weiteren, im Längsschnitt S-förmigen Ventilraum 59 des Ventilgehäuses
5 angeordnet ist. In dem Ventilraum 59 herrscht, ebenso wie im Bereich des Anschlusses
31, Umgebungsdruck po.
[0027] Das Fremdkraftteil 57 ist als in seiner Grundrissform L-förmig gebildeter Hebel,
mit einem längeren, horizontalen Teil 61 und einem demgegenüber kürzeren etwa vertikal
gerichteten Teil 63 gebildet. Die Teile 61 und 63 bilden zusammen einstückig das Fremdkraftteil
57. An einem freien Ende des horizontalen Teils 61 ist eine sacklochartige Aufnahme
65 angeordnet, die eine Eingriffsmöglichkeit für ein freies Ende eines nicht gezeigten
Betätigungsstößels einer elektromagnetischen Spulenanordnung bietet. Das Ende des
Betätigungsstößels kann in der Aufnahme 65 lose, insbesondere mit einem radialen Spiel
geführt sein. An seinem anderen Ende 69 ist das Fremdkraftteil 57 von einem Bolzen
71 durchgriffen, wobei der Bolzen 71 einen Lagerbolzen zur schwenkbaren Lagerung des
Fremdkraftteils 57 um eine, in Betrachtungsrichtung der Fig.1 senkrecht, angeordnete
Lagerachse 73 bildet. Mit einem radialen Abstand a zu der Längsachse 73 ist an einem
freien Ende 75 des Ventilkolbens 43 eine Gelenkkugel 77 angeordnet. Die Gelenkkugel
77 greift mit radialem Spiel in eine weitere Aufnahme 79 in den vertikalen Teil 63
des Fremdkraftteils 57 ein. Im Übrigen schließt der nicht näher dargestellte Betätigungsmagnet,
der in Blickrichtung auf die Fig.1 gesehen oberhalb des Ventilgehäuses 5 sitzt, den
Ventilraum 59 gegenüber der Umgebung ab.
[0028] Bei einer Betätigung des Fremdkraftteils 57 durch eine vertikale Kraft F, die von
dem Betätigungsstößel in die Aufnahme 65 eingeleitet wird, verschwenkt das Fremdkraftteil
57 in Betrachtungsrichtung der Fig.1 um den Bolzen 71 entgegen dem Uhrzeigersinn.
Mit einem Übersetzungsverhältnis von etwa 4 : 1 an dem Fremdkraftteil 57 wird die
Gelenkkugel 77 dabei zusammen mit dem Ventilkolben 43 entgegen der Kraft der Rückstelleinrichtung
51 nach links in Richtung auf den ersten Ventilsitz 25 zu bewegt. Dabei kann das Schließelement
47 an seiner einen Endlage in Anlage mit dem ersten Ventilsitz 25 gelangen, wobei
die Verbindung 9 zwischen dem Versorgungsanschluss 11 und dem Nutzanschluss 13 dann
gesperrt und die Verbindung des Nutzanschlusses 11 zum Tankanschluss 37 freigegeben
ist. Insoweit ist das Ventil 1 also als 3/2-Wege-Sitzventil (drei Anschlüsse und zwei
Schaltstellungen) ausgeführt. Durch Weglassen von entweder Sitz 25 oder Sitz 23 sind
auch 2/2-Wege-Sitzventil-Bauweisen mit ebenso vorteilhaftem Druckausgleich erreichbar.
[0029] Komponenten des Ventils 1 sind in der Art einer sogenannten Patronenlösung gebildet.
Das Ventil 1 weist ein hülsenartiges Ventilelementgehäuse 81 mit mehreren Gehäusesegmenten
zur Aufnahme und axialen Führung des Ventilkolbens 43 und des Schließelements 47 auf.
Ein erstes Gehäusesegment 81' dient zur Aufnahme und radialen sowie axial begrenzten
Führung des Schließelements 47 und bildet den ersten und zweiten Ventilsitz 25 bzw.
35 des Ventils 1 aus. In dem ersten Gehäusesegment 81' sind ferner teilweise die Verbindung
9 und die Verbindung 36 zwischen den genannten Anschlüssen ausgeführt. Das erste Gehäusesegment
81' wird in Betrachtungsrichtung der Fig. 1 gesehen von einem Rückstellstößel 83 der
Rückstelleinrichtung 51 axial teilweise durchgriffen. Ein weiteres, zweites Gehäusesegment
81" mit etwa 1½-facher axialer Erstreckung wie das erste Gehäusesegment 81' ist in
Anlage an dem ersten Gehäusesegment 81' in Betrachtungsrichtung der Fig.1, 2 gesehen
rechts von diesem anschließend angeordnet. Das zweite Gehäusesegment 81" dient der
Aufnahme des Ventilkolbens 43 und zu dessen axialer Führung. Es kann auch vorteilhaft
sein, das erste und das zweite Gehäusesegment 81', 81" einstückig als zusammenhängendes
Bauteil zu bilden. Die Schließkugel 49 ist in einer der einfacheren Darstellung wegen
nicht gezeichneten Käfighalterung geführt, zu deren Aufnahme das schalenförmige erste
Gehäusesegment 81' in zwei Schalenteile unterteilt ist, die zwischen sich dann die
Schließkugel 49 aufnehmen. Auch kann das Gehäusesegment 81" in mehrere weitere Ringsegmente
unterteilt sein. Der Abstand der Ventilsitze wird gemäß der Darstellung nach den Figuren
mit einem Abstandshalter hergestellt; dies ist nicht zwingend notwendig, da die Sitze
auch auf Maß eingepresst sein können.
[0030] Zur dichtenden axialen Führung weist im Bereich des Ventilraumes 3 der Ventilkolben
43 außenumfangsseitig eine erste Dichteinrichtung 87 und eine zweite Dichteinrichtung
89 auf. Beide Dichteinrichtungen 87, 89 sind durch jeweils einen äußeren, im Querschnitt
rechteckförmigen Formdichtring 91 bzw. 93 gebildet. Die Formdichtringe 91, 93 sind
durch, an jeweils deren Innenumfang anliegenden weiteren Dichtringen 95 bzw. 97 radial
vorgespannt. Die erste Dichteinrichtung 87 befindet sich in axialer Richtung des Ventilkolbens
43 betrachtet mit Abstand von dem zweiten Steuersteg 33 links zwischen diesem und
dem Tankanschluss 37. Die zweite Dichteinrichtung 89 ist axial mittig zwischen dem
ersten Steuersteg 27 und dem zweiten Steuersteg 33 angeordnet und dichtet die beiden
Fluidkammern 39 und 41 voneinander ab. Das Gehäusesegment 81', das den Tankanschluss
37 aufweist, ist mit entsprechend ausgestalteten Strömungsleitflächen 90 versehen.
[0031] Beide Dichteinrichtungen 87, 89 liegen in Umfangsnuten mit rechteckförmigem Querschnitt
in dem Ventilkolben 43 und gleiten im Betrieb innenumfangsseitig an dem zweiten Gehäusesegment
81" ab. Ein drittes Gehäusesegment 81"' in der Art eines Einschraubteils bildet einen
dichtenden Abschluss des Ventilraumes 3 gegenüber dem Anschluss 31 mit dem Umgebungsdruck.
In dem Gehäusesegment 81"' ist eine dritte Dichteinrichtung 101 angeordnet, die sich
in Richtung der ersten Kammer 39 öffnet. Die dritte Dichteinrichtung 101 ist in gleicher
Weise wie die beiden Dichteinrichtungen 87, 89 aufgebaut und weist einen Formdichtring
103 und einen weiteren Dichtring 105 auf.
[0032] In dem zweiten Gehäusesegment 81" ist ein Kanal 117 radial bis an die zweite Kammer
41 geführt. Der Kanal 117, der sich von dem Ventilraum 59 durch das Ventilgehäuse
5 und das zweite Gehäusesegment 81" etwa senkrecht zu der Längsachse 107 des Ventils
1 erstreckt, dient der ständigen Beaufschlagung der zweiten Kammer 41 mit dem Umgebungsdruck
po, unabhängig von der jeweiligen Position des zweiten Steuersteges 33 und mithin
von der Verfahrposition des Ventilelements 7. Das dritte Gehäusesegment 81'" ist eingepresst
und insoweit außenumfangseitig dicht im Ventilgehäuse 5 aufgenommen.
[0033] Durch die angesprochene Ventilkonstruktion mit ihrer weitestgehenden Kompensation
der statischen Druckkräfte bei gleichzeitig kompakter Bauart als Basis, werden neue
Möglichkeiten zur Kompensation allfällig auftretender Strömungs- und Reibungskräfte
geschaffen.
[0034] Es sei angemerkt, dass geringfügige Abweichungen von der idealen Dimensionierung
der Druckflächen fertigungstechnisch oder bezüglich Kompensation von Strömungs- und
Reibungskräften Vorteile haben kann. Mit der vorgestellten Erfindung wird ein solches
Niveau des Druckausgleichs erreicht, dass solche Abweichungen besser möglich sind
bzw. eine in der Summe aller Einflüsse geringere Schaltkraft als bei bestehenden Lösungen
möglich ist.
[0035] Die mit 51 bezeichnete Rückstelleinrichtung ist in einer Einschraubhülse 121 integriert,
die auf der dem Ventilelement 7 gegenüberliegenden Seite in das Ventilgehäuse 5 einschraubbar
ist. Die Druckfeder 54 stützt sich mit ihrem einen freien Ende an der Einschraubhülse
121 ab und mit ihrem anderen Ende an einem Verfahrkolben 129, der an seiner einen
freien Stirnseite, die der Schließkugel 49 benachbart ist, den bereits erwähnten Rückstellstößel
83 trägt. Der Verfahrkolben 129 ist in einer zylindrischen Mittenführung 127 im Einschraubteil
121 geführt.
[0036] Mit dem erfindungsgemäßen Ventil lassen sich sehr hohe Drücke, beispielsweise im
Bereich eines Arbeitsdruckes von 700 bar beherrschen. Durch das Druckkraft kompensierte
Ventilelement 7 lassen sich die benötigten Schaltströme für den nicht näher dargestellten
Betätigungsmagneten deutlich reduzieren, insbesondere lässt sich über einen weiten
Versorgungsdruckbereich wie auch Tankdruckbereich von beispielsweise 50 bis 700 bar
eine nahezu vollständige Druckunabhängigkeit erreichen, was in diesem Anschluss mit
den bekannten vergleichbar fremdkraftbetätigten Wege-Sitzventilen nicht möglich war.
Dadurch kann auch der Tankanschluss als Nutzanschluss verwendet werden.
[0037] Wird entgegen der beschriebenen Bestromung des Betätigungs- oder Schaltmagneten der
Schaltstrom weggenommen, schiebt die Druckfeder 54 die Schließkugel 49 in Blickrichtung
auf die Fig. 1 und 2 gesehen, nach rechts auf den zweiten Ventilsitz 35, so dass insoweit
die Schließkugel 49 die fluidführende Verbindung 9 zwischen Versorgungsanschluss 11
und Nutzanschluss 13 freigibt. Die bisher herrschende Verbindung zwischen Nutzanschluss
13 und Tankanschluss 37 ist insoweit dann unterbrochen und ein am Nutzanschluss 13
angeschlossener hydraulischer Verbraucher wird mit dem Versorgungsdruck beaufschlagt.
Auch dahingehend ist der Ventilkolben 43 in jeder Verfahrposition druckausgeglichen
im Ventilelementgehäuse 81 geführt.
[0038] Das Ventil kann mit außerhalb der Fluidwege angeordneten und zu diesen abgedichteten
kraftausübenden Betätigungsvorrichtungen gekoppelt sein. Insbesondere die Trennung
der Betätigungsvorrichtung vom zu steuernden Fluid macht den gewünschten Druckausgleich
so schwierig und wo der doppelt paarweise Druckausgleich den Vorteil bringt. Bei gewissen
Ausführungen, insbesondere für Freiluft-Anwendungen ist aber erwünscht die Möglichkeit
zu nutzen, po mit dem Tankanschluss zu verbinden, beispielsweise aus Korrosionsschutzgründen.
[0039] Durch andersartige Gestaltung des Hebels (andere Lage des Drehpunktes) könnte auch
ein ziehender Magnet mit gleicher Kraftrichtung auf das Ventilelement wirken wie ein
drückender Magnet. Abschließend sei noch erwähnt, dass die vorstehend beschriebene
Funktionsweise des Betätigungsmagneten fachsprachlich mit der Wirkungsweise eines
"drückenden Magnetes" in Abgrenzung zu sogenannten "ziehenden Magneten" beschrieben
ist.
1. Ventil, insbesondere fremdkraftbetätigtes Wege-Sitzventil, mit einem in einem Ventilraum
(3) eines Ventilgehäuses (5) verfahrbar angeordneten Ventilelement (7) zum Führen
von unter einem Mediendruck stehenden Fluidströmen und zum wahlweisen Freigeben oder
Sperren einer Verbindung (9) zwischen einem Versorgungsanschluss (11) und mindestens
einem Nutzanschluss (13), das auf vor- und rückseitig gelegenen Querschnittsflächen
(15, 17) mit dem jeweiligen Versorgungsdruck (p) beaufschlagbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass für ein unabhängig von dem jeweils herrschenden Mediendruck führbares Ventilelement
(7) der in den Ventilraum (3) ragende Bereich (19) des Ventilelements (7) eine weitere
Querschnittsfläche (21) aufweist, welche flächenmäßig einer, dem Ventilraum (3) abgewandten,
weiteren wirksamen Querschnittsfläche (23) entspricht und dass diese beiden weiteren
Querschnittsflächen (21, 23) einem regelmäßig vom Medien- und/oder Versorgungsdruck
(p) unterschiedlichen Druck (po), insbesondere gebildet durch den Umgebungsdruck,
gleichermaßen ausgesetzt sind.
2. Ventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die dem Versorgungsdruck (p) jeweils ausgesetzte erste und zweite Querschnittsfläche
(15, 17) der Durchmesserfläche (d) eines Ventilsitzes (25) im Ventilgehäuse (5) entspricht,
an dem sich Teile des kolbenartig ausgebildeten Ventilelements (7) abstützen können
bzw. der Außendurchmesserfläche (da1) eines am Ventilelement (7) verbreitert angeordneten, ersten Steuersteges (27) abzüglich
einer Kolbenfläche (da2) des Ventilelements (7), die außerhalb des Ventilraumes (3) in einen Anschluss (31)
mit dem Umgebungsdruck (po) mündet.
3. Ventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die dem Umgebungsdruck (po) jeweils ausgesetzte weitere dritte und weitere wirksame
vierte Querschnittsfläche (21, 23) der Außendurchmesserfläche (da3) eines am Ventilelement (7) verbreitert angeordneten weiteren Steuersteges (33) abzüglich
einer weiteren Kolbenfläche (da4) des Ventilelements (7) entspricht, die dem Ventilsitz (25) zugewandt ist bzw. der
Kolbenfläche (da2) des Ventilelements (7), die außerhalb des Ventilraumes (3) in den Anschluss (31)
mit dem Umgebungsdruck (po) mündet.
4. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass paarweise einander zugeordnet die erste und die zweite sowie die dritte und die vierte
Querschnittsfläche (15, 17, 21, 23) gleich groß ausgebildet sind und gleichermaßen
dem Versorgungsdruck (p) bzw. dem Umgebungsdruck (po) ausgesetzt sind.
5. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der eine Ventilsitz (25) die Verbindung (9) zwischen dem Versorgungsanschluss (11)
und dem jeweiligen Nutzanschluss (13) herstellt und dass ein weiterer Ventilsitz (35)
die Verbindung (36) zwischen dem jeweiligen Nutzanschluss (13) und einem Tankanschluss
(37) herstellt.
6. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Steuersteg (27) innerhalb des Ventilraumes (3) zumindest teilweise eine
erste Kammer (39) variablen Volumens begrenzt, die permanent mit dem Versorgungsanschluss
(11) fluidführend verbunden ist.
7. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Steuersteg (33) innerhalb des Ventilraumes (3) zumindest teilweise eine
zweite Kammer (41) variablen Volumens begrenzt, die permanent mit dem Umgebungsdruck
(po) beaufschlagt ist.
8. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventilelement (7) mehrteilig ausgebildet und neben einem Ventilkolben (43), der
die beiden Steuerstege (27, 33) aufweist und den Ventilraum (3) innerhalb des Ventilgehäuses
(5) durchgreift, ein an seiner freien Stirnseite (45) angeordnetes Schließelement
(47), insbesondere in Form einer Schließkugel (49), aufweist, das in seinen gegenüberliegenden
Endlagen an dem einen oder dem anderen Ventilsitz (25, 35) anliegt.
9. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ventilkolben (43) zweiteilig ausgebildet ist, mit einer Teilungsebene quer zu
seiner Achse (107) zwischen Durchmesser (da4) und (da3) bzw. so, dass die Teilungsebene sich in der zweiten Kammer (41) befindet bzw. mit
der zweiten Kammer (Druck po) verbunden ist.
10. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schließelement (47) mit der Fläche (45) in fester Verbindung steht.
11. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Drücke an Versorgungsanschluss (11), Nutzanschluss (13) und Tankanschluss (37)
in der Höhe umgedreht, insbesondere beliebig sein können.
12. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schließelement (47) ganz oder teilweise eine andere Kontur als die Kugelform
besitzt, beispielsweise in Form eines Doppelkegels mit zusätzlich strömungslenkenden
Konturen ausgebildet ist.
13. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass entweder der Sitz (25) (= ständige Verbindung von Versorgungsdruck und Nutzdruck)
oder der Sitz (35) (=ständige Verbindung von Nutzdruck und Tankdruck) weggelassen
ist.
14. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der jeweils p0 aufweisende Ventilraum, insbesondere zu Schmierzwecken, zum Zweck des Korrosionsschutzes
oder zu Sperrzwecken mit einem gleichen oder anderen flüssigen oder gasförmigen Fluid
gefüllt ist.
15. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Drücke in den Anschlüssen (11, 13 und 37) niedriger als der Druck po sind, insbesondere
bei Verwendung von Druck po zu Sperrzwecken, beispielsweise wenn das eigentliche Druckmedium
toxisch ist.
16. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schließelement (47) sich an einer Rückstelleinrichtung (51) abstützt, die unter
dem Einfluss eines Energiespeichers (53) das Schließelement (47) in Richtung des zweiten
Ventilsitzes (35) zu verfahren sucht.
17. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schließelement (47) auf seiner, der Rückstelleinrichtung (51) abgewandten Seite
(55) sich an dem kolbenartigen Ventilelement (7) abstützt, das zumindest teilweise
den Tankanschluss (37) durchgreift und im betätigten Zustand das Schließelement (47)
entgegen der Wirkung der Rückstelleinrichtung (51) in Richtung des ersten Ventilsitzes
(25) zu verfahren sucht.
18. Ventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mittels eines hebelartig ausgebildeten Fremdkraftteils (57), das in einem weiteren
Ventilraum (59) des Ventilgehäuses (5) angeordnet ist, der den Umgebungsdruck (po)
aufweist, im betätigten Zustand das Ventilelement (7) in Richtung des ersten Ventilsitzes
(25) zu verfahren sucht.