[0001] Die Erfindung betrifft ein membranophones Musikinstrument mit wenigstens einer für
die Klangerzeugung zum Schwingen anzuregenden Membran.
[0002] Membranophone Musikinstrumente, auch als Membranophone bezeichnet, sind solche, die
zur Klangerzeugung eine Membran besitzen. Diese Membran kann ein gespanntes Tierfell
bzw. eine solche Tierhaut, aber auch eine Kunststofffolie, ein Papier oder dgl. sein.
[0003] In der Gruppe der Membranophone wird nun wiederum nach der Art der Anregung der Membran
unterschieden zwischen solchen, die angeschlagen werden, also Schlaginstrumente sind,
und solchen, bei denen die Membran durch Anblasen in Schwingungen versetzt wird. Zu
der erstgenannten Gruppe gehören z.B. Trommeln, Pauken, Djembes und Bongos. Zu der
zweitgenannten Gruppe gehört z.B. das Kazoo.
[0004] Membranophone Schlaginstrumente bilden häufig wesentliche Komponenten von Schlagzeugen,
bei denen es sich um eine Zusammenstellung von Schlaginstrumenten, typischerweise
Trommeln und Becken, handelt.
[0005] Membranophone, wie z.B. Trommeln, Bongos und Pauken, weisen häufig einen, zumeist
einseitig geöffneten, in jedem Fall auf der anderen Seite mit der Membran bespannten
Resonanzkörper auf, in dem eine Luftsäule durch die schwingende Membran zu entsprechenden
oszillatorischen Bewegungen angeregt wird, wodurch der Klang erzeugt und entsprechend
akustisch verstärkt wird. Da diese Resonanzkörper vielfach sehr voluminös sind, ist
der mit dem Membranophon durch Anschlagen oder sonstiges Anregen der Membran erzeugte
Klang oftmals sehr laut. Dies kann, auch wenn ein lauter Klang in verschiedenen Situationen
durchaus gewünscht ist, zu Problemen führen. Wenn das membranophone Musikinstrument
z.B. in einem vergleichsweise kleinen Raum gespielt wird oder zusammen mit anderen
Musikinstrumenten, die von Natur aus eine geringe Klanglautstärke aufweisen, so kommt
es vor, dass das Membranophon insgesamt zu laut klingt, entsprechende Maßnahmen ergriffen
werden müssen. Im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten ist es dann häufig erforderlich,
deren Klanglautstärke durch elektrische Verstärkung (Umwandeln des akustischen Signals
in elektrische Signale mittels eines Mikrophons, Verstärken des elektrischen Signals
und Ausgeben des verstärkten Signals über Lautsprecher durch erneute Umwandlung von
elektrisch in akustisch) entsprechend anzupassen.
[0006] Auch in Übungssituationen, in denen der Musiker mit seinem Membranophon allein Musikstücke
einstudiert, ist häufig eine geringere Klanglautstärke dieses Musikinstrumentes gewünscht.
[0007] Es gibt Ansätze, mit denen eine Reduzierung der Klanglautstärke erreicht werden kann,
die allerdings jeweils Nachteile aufweisen. So ist es z.B. bekannt, bei den membranophonen
Schlaginstrumenten eines Schlagzeuges auf die Membran zusätzliche dämpfende Folien
oder Matten aufzulegen, um einerseits die Schlagintensität, mit der das Instrument
angeregt wird, zu mindern und andererseits die Schwingungsamplituden der schwingenden
Membran zu dämpfen. So kann zwar eine Reduzierung der Klanglautstärke erreicht werden,
jedoch geht dies auch auf Kosten der Klangcharakteristik dieses Instruments, die durch
diese Maßnahme verändert wird. Auch ist es eine bekannte Maßnahme, zur Reduzierung
der Klanglautstärke eines Membranophons schalldämmendes Material, wie z.B. Decken,
Schaumstoffkörper oder dgl. in den Resonanzkörper des Instrumentes einzubringen, um
dadurch eine Dämpfung der schwingenden Luftsäule und somit eine Reduzierung der Klanglautstärke
zu erreichen. Auch diese Maßnahmen haben aber einen direkten Einfluss auf die Klangcharakteristik
des Instrumentes, da in der Regel die Grund- und verschiedenen Obertöne in unterschiedlicher
Gewichtung und Stärke gedämpft werden, sich in der Summe also ein hinsichtlich dieser
tonalen Zusammensetzung verändertes Klangbild ergibt.
[0008] Hier soll mit der Erfindung Abhilfe geschaffen und ein membranophones Musikinstrument
angegeben werden, welches ohne bzw. weitestgehend ohne Veränderung der Klangcharakteristik
eine Reduzierung der Klanglautstärken gegenüber einem vergleichbaren, herkömmlichen
membranophonen Musikinstrument gestattet. In einem weiteren Aspekt der Erfindung soll
eine neuartige Membran für ein membranophones Musikinstrument benannt werden. Schließlich
wird ein Verfahren gesucht, mit welchem sich die Klanglautstärke eines membranophonen
Musikinstrumentes reduzieren lässt.
[0009] Die Lösung dieser Aufgabe hinsichtlich eines die entsprechenden Eigenschaften aufweisenden
membranophonen Musikinstrumentes ist charakterisiert durch ein membranophones Musikinstrument
mit den Merkmale des Anspruchs 1. Eine die Aufgabe lösende Membran ist in Anspruch
9 bezeichnet. Das gesuchte Verfahren lässt sich erfindungsgemäß wie in Anspruch 10
angegeben gestalten. In den abhängigen Ansprüchen 2 bis 8 sind vorteilhafte Weiterbildungen
eines erfindungsgemäßen membranophonen Musikinstrumentes angegeben.
[0010] Die Grundüberlegung der Erfindung besteht darin, dass die Klanglautstärke eines membranophonen
Musikinstrumentes neben weiteren Faktoren, wie z.B. der Schwingungsamplitude der angeregten
Membran insbesondere auch vom Volumen der mit der Membran zum Schwingen angeregten
Luftsäule, und somit von der Fläche der Membran abhängt. Je größer dieses Volumen
ist, desto mehr Schwingungsenergie wird von der Membran auf die Luftsäule übertragen
und desto lauter klingt das Instrument. Hier wurde mit der Erfindung nun ein Weg gefunden,
über den ohne eine sonstige Veränderung des membranophonen Musikinstrumentes (Veränderung
des Resonanzkörpers, des Materials oder dgl.) eine Verringerung der Energieübertragung
der mit vorgegebener Amplitude schwingenden Membran gegenüber der mit gleicher Amplitude
schwingenden Membran eines ansonsten baugleichen herkömmlichen membranophonen Musikinstrumentes
erreicht werden kann. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erzielt, dass die Membran
quer zu ihrer Oberfläche verlaufende, durchgehende Öffnungen aufweist, durch die hindurch
Luft strömen kann. Diese Öffnungen bewirken, dass bei schwingender Membran nicht mehr
die an dieser angrenzende Luft vollständig mitgerissen und zum Schwingen angeregt
wird, sondern dass vielmehr jedenfalls Teile der umgebenden Luft die Membran durchströmen
und insoweit an diesen Aneile der Luft von der schwingenden Membran keine Energie
abgegeben bzw. auf diesen übertragen werden kann. Damit aber reduziert sich zwangsläufig
die Klanglautstärke eines solchen, eine Membran mit Öffnungen aufweisenden membranophonen
Musikinstrumentes. Die Öffnungen können dabei auf verschiedene Weisen in die Membran
eingebracht sein. So ist es möglich, eine Membran nachträglich mit Öffnungen zu versehen,
insbesondere zu perforieren. Gleichermaßen ist es aber auch möglich, die Membran,
insbesondere dann, wenn sie aus Kunststoff hergestellt ist, bereits mit Öffnungen
versehen zu produzieren. Hierbei kann beispielsweise eine Herstellungsvariante gewählt
werden, bei der eine Kunststoffmembran nicht als Folie gezogen, sondern aus Fäden
durch Weben oder Wirken gebildet wird, an Stellen, an denen Öffnungen vorzusehen sind,
entsprechende Öffnungen belassen und durch Verknoten oder dgl. gesichert bzw. festgelegt
werden.
[0011] Die Anordnung der Öffnungen über der Membran kann prinzipiell beliebig gestaltet
werden. So ist es denkbar, dass Öffnungen über die gesamte Membran verteilt in einem
einheitlichen Verteilungsmuster vorgesehen sind. Auch können die Öffnungen willkürlich
verteilt angeordnet sein. Allerdings wird, nicht zuletzt zum Erhalt der Stabilität
der Membran, bevorzugt, wenn die Membran wenigstens einen Bereich mit darin angeordneten
Öffnungen und wenigstens einen Bereich mit darin angeordneten Öffnungen und wenigstens
einen Bereich ohne Öffnungen, in denen die Oberfläche geschlossen ist, aufweist. Selbstverständlich
kann eine solche bereichsweise Unterteilung auch mit mehreren Bereichen mit Öffnungen
und/oder mehreren Bereichen mit geschlossener Membranoberfläche gestaltet sein. Besonders
effizient und mit vergleichsweise wenigen Öffnungen, also einer in der Stabilität
nicht übermäßig geschwächten Membranen, lässt sich bei einem membranophonen Musikinstrument
eine Reduzierung der Klanglautstärke erreichen, wenn die Öffnungen in wenigstens einem
Bereich der Membran angeordnet werden, der gemittelt über maximal die ersten fünf,
insbesondere die ersten drei, Schwingungsmoden der Membran nach Beginn der Anregung
mit hoher, vorzugsweise der höchsten Amplitude schwingt. Die bei einem membranophonen
Musikinstrument am Rand festgelegt Membran schwingt nach der Anregung abhängig von
ihrer Geometrie und Spannung in einem festgelegten Schwingungsmodenmuster. Dabei ergeben
sich in den einzelnen Schwingungsmoden Bereiche mit maximaler Auslenkung und andere
Bereiche, in denen die Knoten der stehenden Wellen als Linien bzw. Flächen liegen,
in denen die Auslenkung nahe null, bzw. deutlich geringer als in den Bereichen mit
maximaler Amplitude ist. Es leuchtet ein, dass die Energieübertragung auf die umgebende
Luft hauptsächlich durch die Bereiche erfolgt, in denen die Membran mit hoher Amplitude
schwingt, so dass das Einbringen von Öffnungen in diesen Bereichen einen klar spürbareren
und größeren Effekt für die Reduzierung der Klanglautstärke erbringt.
[0012] Die Öffnungen können insbesondere wenigstens in einem Bereich in einem regelmäßigen
Muster angeordnet sein. Dies ist einfacher in der Fertigung und erlaubt eine reproduzierbare
Herstellung. Darüber hinaus können die Öffnungen vergleichsweise dicht gepackt werden,
z.B. in solchen Bereichen mit hohen Schwingungsamplituden.
[0013] Eine weitere Gestaltungsmöglichkeit, mit der das Maß der Reduzierung der Klanglautstärke
beeinflusst bzw. eingerichtet werden kann, besteht darin, dass unterschiedliche Bereiche
mit Öffnungen in unterschiedlicher Anordnungsdichte vorgesehen sein können.
[0014] Auch wenn grundsätzlich alle membranophonen Musikinstrumente entsprechend der Erfindung
ausgebildet werden können, so ist diese doch insbesondere bei membranophonen Schlaginstrumenten
von besonderer Bedeutung. Diese klingen in der Regel deutlich lauter als z.B. angeblasene
Membranophone, so dass dort eine Reduzierung der Klanglautstärke eine größere praktische
Bedeutung hat. Darüber hinaus werden in Ensembles deutlich häufiger membranophone
Schlaginstrumente mit anderen Instrumenten zusammen eingesetzt (z.B. Pauken in klassischen
Orchestern und Schlagzeuge in Gruppen moderner Unterhaltungsmusik) als solche Membranophone
mit durch Anblasen erregter Membran.
[0015] Da, wie aus obigen Erläuterungen bereits ersichtlich ist, das Maß der Reduzierung
der Klanglautstärke eines vorgegebenen membranophonen Musikinstrumentes deutlich abhängig
ist von der Anzahl der Öffnungen, von der Anordnung derselben sowie deren Größe, kann
die Klanglautstärke durch Wahl einer Membran mit entsprechend festgelegten, oben genannten
Parametern beeinflusst bzw. eingestellt werden. Um also die Klanglautstärke bei einem
membranophonen Musikinstrument variabel einstellen zu können, kann gemäß der Erfindung
ein solches membranophones Musikinstrument einen Satz von wenigstens zwei Membranen,
mit darin eingebrachten Öffnungen in unterschiedlicher Anzahl, Große und/oder Verteilung
aufweisen. Durch Austausch der jeweiligen Membran, kann das membranophone Schlaginstrument
hinsichtlich seiner Klanglautstärke eingestellt und an die jeweiligen Bedürfnisse
angepasst werden. Da ein Austausch einer Membran bei vielen modernen membranophonen
Musikinstrumenten vergleichsweise einfach und schnell erfolgen kann, ist hier sogar
ein Wechsel im Zuge eines Auftrittes eines Musikers, z.B. im Rahmen einer Spielpause
zwischen zwei Musikstücken, möglich.
[0016] Grundsätzlich kommt, wie eingangs bereits dargelegt, für ein membranophones Musikinstrument
nahezu jedwedes Material für die Membran in Frage, aus dem sich eine Membran überhaupt
herstellen lässt. Neben Tierhäuten und - fellen, sind dies z.B. Papier und Kunststoff.
Für ein membranophones Musikinstrument gemäß der Erfindung wird allerdings als Material
für die Membran ein Kunststoff, insbesondere ein biaxial orientiertes Polyethylenterephthalat
(boPE) bevorzugt. Dieses Material wird heute z.B. regelmäßig für die Herstellung von
Membranen von membranophonen Schlaginstrumenten eines Schlagzeuges verwendet.
[0017] Ein weiterer Aspekt der Erfindung liegt, wie eingangs bereits ausgeführt, in einer
Membran, die quer zu ihrer Oberfläche verlaufende, durchgehende Öffnungen aufweist,
durch die hindurch Luft strömen kann. Eine solche Membran eignet sich, wie aus der
obigen Darstellung ersichtlich ist, für den Einsatz in membranophonen Musikinstrumenten
zur Reduzierung von deren Klanglautstärke.
[0018] Schließlich besteht ein Gesichtspunkt der Erfindung in einem Verfahren zum Reduzieren
der Klanglautstärke eines eine für die Klangerzeugung zum Schwingen anzuregende Membran
aufweisenden membranophonen Musikinstrumentes, bei dem in die Membran quer zu deren
Oberfläche verlaufende und die Membran vollständig durchragende Öffnungen eingebracht
werden, durch die Luft hindurchströmen kann.
[0019] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels anhand der beigefügten Figur. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Aufsicht auf die Membran eines membranophonen Musikinstrumentes
mit darin in erfindungsgemäßer Weise angeordneten Öffnungen.
[0020] In Fig. 1 ist in stark schematischer Prinzipdarstellung eine Membran eines erfindungsgemäßen
membranophonen Musikinstrumentes dargestellt und allgemein mit der Bezugsziffer 1
bezeichnet. Diese Membran 1 ist im konkreten Aufbau des membranophonen Musikinstrumentes
über einen Halterahmen gespannt, welcher Halterahmen z.B. eine umlaufende Kante eines
Resonanzkörpers ein kann, und wird mittels entlang ihres kreisförmig gestalteten Umfanges
verteilter Spanneinrichtungen 2 in straff gespannter Position gehalten. Die Membran
1 ist gemäß der Erfindung bevorzugt aus einem Kunststoffmaterial gefertigt, insbesondere
aus einem biaxial orientierten Polyethylenterephthalat (boPE). Sie unterscheidet sich
insoweit und in den oben beschriebenen Merkmalen in nichts von einer herkömmlichen
Membran aus demselben Material eines membranophonen Musikinstrumentes gleiche Bauart.
Sie kann im Übrigen auf einem identisch aufgebauten Rahmen bzw. Resonanzkörper, wie
er in einen konventionellen Musikinstrument dieser Bauart enthalten ist, aufgespannt
und so verwendet werden. Das Besondere an der Membran 1 sind die Öffnungen 3, 4, die
quer zur Oberfläche der Membran 1 die Membran 1 durchragend durch diese hindurch geführt
und so ausgebildet sind, dass Luft durch sie hindurchströmen kann. Diese Öffnungen
3, 4 sind in unterschiedlichen, hier schematisch angedeuteten Bereichen, einem ringförmigen,
auf der Membran 1 außen liegenden Bereich 5 und einem benachbart an den Bereich 5
angrenzenden, näher zum Zentrum der Membran 1 gelegenen, kreisringsegmentförmigen
Bereich 6, in jeweils unterschiedlicher Dichte angeordnet. Während die regelmäßig
angeordneten Öffnungen 4 im Bereich 5 eine vergleichsweise hohe Flächendichte aufweisen,
ist die Flächendichte der Öffnungen 3 in dem Bereich 6 deutlich geringer, wobei auch
dort die Öffnungen 6 einem regelmäßigen Muster gehorchend angeordnet sind. In dem
zentralen Bereich 7 weist die Membran 1 keinerlei Öffnungen auf, verfügt hier also
über eine geschlossene Oberfläche.
[0021] Wird diese Membran z.B. durch Schlagen zum Schwingen angeregt, so übertragen die
Bereiche 5 und 6 der Membran 1, in denen Öffnungen 3 und 4 angeordnet sind, deutlich
weniger Energie auf die umgebende Luft als dies bei einer vergleichbaren Membran (einer
solchen mit gleichem Material und Abmessungen) der Fall wäre, die keine Öffnungen
3, 4 aufweist. Durch diesen geringeren Energieübertrag ergibt sich letztlich eine
verringerte Klanglautstärke des mit dieser Membran 1 ausgestatteten Musikinstrumentes.
[0022] Die Anordnung der Öffnungen 3, 4 bzw. der mit diesen Öffnungen 3, 4 versehenen Bereiche
5, 6 ist in der Figur rein schematisch dargestellt. Die Bereiche 5, 6 können auch
in gänzlich anderer Weise angeordnet und dimensioniert sein, wobei es bevorzugt ist,
dort Öffnungen vorzusehen, wo die Membran 1 in den maximal fünf, insbesondere maximal
drei nach Anregung der Membran zuerst anklingenden Schwingungsmoden mit größter Amplitude
schwingt, wenn diese Moden gemittelt betrachtet werden. Selbstverständlich ist es
auch möglich, auf der Membran 1 anstelle von zwei unterschiedlichen Bereichen 5, 6
mit Öffnungen 3, 4 in verschiedener Flächendichte nur einen Bereich mit Öffnungen
oder mehrere Bereiche mit Öffnungen vorzusehen, in denen die Öffnungen in gleicher
Flächendichte angeordnet sind.
[0023] Die Erfindung hat ergeben, dass die Öffnungen in der Membran die Klangcharakteristik
eines mit einer solchen Membran ausgestatteten Musikinstrumentes ansonsten nicht verändert,
dass dieses insbesondere mit gleichem Obertonmuster klingt. Es wird lediglich eine
Reduzierung der Klanglautstärke erreicht, wobei das Maß dieser Reduzierung durch Wahl
der Zahl, der Verteilung und/oder der Größe der Öffnungen verändert und eingestellt
werden kann.
[0024] Es dürfte einleuchten, dass mit dieser Erfindung ein hohes Maß an Möglichkeiten für
die Verwendung entsprechender Instrumente in neuer Orchestrierung geschaffen wird,
wobei auf dem Fachgebiet bestehende Probleme gelöst werden.
[0025] Abschließend ist hier darauf zu verweisen, dass eine wie in Fig. 1 gezeigte bzw.
eine erfindungsgemäße Membran, wie in Anspruch 9 beschrieben, nicht allein zum Ersatz
einer gleich bemessenen Membran auf einem klassischen, akustischen Musikinstrument
angebracht werden kann, sie kann auch im Zusammenhang mit neuartigen Instrumententypen
membranophoner Musikinstrumente zum Einsatz kommen, bei denen die Klanglautstärke
der angeregten Membran zu reduzieren ist.
Bezugszeichenliste
[0026]
- 1
- Membran
- 2
- Spanneinrichtung
- 3
- Öffnung
- 4
- Öffnung
- 5
- Bereich
- 6
- Bereich
- 7
- Bereich
1. Membranophones Musikinstrument mit wenigstens einer für die Klangerzeugung zum Schwingen
anzuregenden Membran (1), dadurch gekennzeichnet, dass die Membran (1) quer zu ihrer Oberfläche verlaufende, durchgehende Öffnungen (3,
4) aufweist, durch die hindurch Luft strömen kann.
2. Membranophones Musikinstrument nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran (1) wenigstens einen Bereich (5, 6) mit darin angeordneten Öffnungen
(3, 4) und wenigstens einen Bereich (7) ohne Öffnungen, in dem die Oberfläche geschlossen
ist, aufweist.
3. Membranophones Musikinstrument nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Bereich (5, 6) der Membran (1) mit darin angeordneten Öffnungen
(3, 4) ein solcher ist, der gemittelt über maximal die ersten fünf, insbesondere die
ersten drei, Schwingungsmoden der Membran (1) nach Beginn der Anregung mit hoher,
vorzugsweise der höchsten Amplitude schwingt.
4. Membranophones Musikinstrument nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnungen (3, 4) wenigstens in einem Bereich (5, 6) in einem regelmäßigen Muster
angeordnet sind.
5. Membranophones Musikinstrument nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran (1) wenigstens zwei Bereiche (5, 6) mit darin angeordneten Öffnungen
(3, 4) aufweist mit unterschiedlicher Anordnungsdichte und/oder Größe der Öffnungen
(3, 4).
6. Membranophones Musikinstrument nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Schlaginstrument ist.
7. Membranophones Musikinstrument nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Satz von wenigstens zwei alternativ an dem Musikinstrument festzulegenden
Membranen (1) aufweist mit Öffnungen (3, 4) in unterschiedlicher Anzahl, Größe und/oder
Verteilung.
8. Membranophones Musikinstrument nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Membran (1) aus Kunststoff, insbesondere biaxial orientiertem Polyethylenterephthalat
(boPE).
9. Membran für ein membranophones Musikinstrument, dadurch gekennzeichnet, dass sie quer zu ihrer Oberfläche verlaufende, durchgehende Öffnungen (3, 4) aufweist,
durch die hindurch Luft strömen kann.
10. Verfahren zum Reduzieren der Klanglautstärke eines eine für die Klangerzeugung zum
Schwingen anzuregende Membran aufweisenden membranophonen Musikinstrumentes, dadurch gekennzeichnet, dass in die Membran quer zu deren Oberfläche verlaufende und die Membran vollständig durchragende
Öffnungen eingebracht werden, durch die Luft hindurchströmen kann.