Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine computerisierte Steuervorrichtung und ein
computerimplementiertes Verfahren zur Steuerung einer Druckproduktverarbeitungsanlage.
Die vorliegende Erfindung betrifft insbesondere eine computerisierte Steuervorrichtung
und ein computerimplementiertes Verfahren zur Steuerung einer Druckproduktverarbeitungsanlage,
welche eine Sammelanlage mit einem Förderer und mehreren Zuförderern zur Erstellung
von Produktkollektionen aus von den Zuförderern zugeführten Produkten, insbesondere
Druckprodukte, umfasst.
Stand der Technik
[0002] Bei bekannten Sammelanlagen zum Sammeln (im weiteren Sinne) von Produktkollektionen
aus mehreren Produkten durch Zusammentragen, Einstecken oder Sammeln (im engeren Sinne),
werden die verschiedenen Produkte von mehreren seriell angeordneten Zuförderern sequentiell
einem Förderer zugeführt, wo sie zusammengetragen, eingesteckt oder gesammelt werden,
beispielsweise auf respektive in Kollektionsträgern wie Greifern. Bei Druckproduktverarbeitungsanlagen
umfassen die Produkte insbesondere flächige Druckprodukte unterschiedlicher Dicke
aber auch andere flächige Produkte wie beispielsweise Datenträger oder andere Beilagen.
Die aus den Produkten erstellten Produktkollektionen werden vom Förderer sequentiell
einem oder mehreren Weiterverarbeitungsanlagen zugeführt, beispielsweise zum Einstecken,
Folieren, Heften, Kleben, Schneiden und/oder Stapeln. Typischerweise, ist eine zum
Zusammentragen von Produkten eingerichtete Sammelanlage mit einem umlaufenden Förderer
ausgeführt. Ein umlaufender Förderer ermöglicht den Transport von Produkten, Produktkollektionen
respektive Kollektionsträgern entlang einer geschlossenen Kurve zyklisch an den produktzuführenden
Zuförderern vorbei. Somit können bestimmte Produkte respektive Produktkollektionen
mehrere Zyklen auf dem umlaufenden Förderer durchführen, so dass sie dem Prozess des
Zusammentragens mehrfach zugeführt werden, bevor sie einer Weiterverarbeitungsanlagen
übergeben werden.
[0003] Bei hohen Fördergeschwindigkeiten und entsprechend hohen Zuführgeschwindigkeiten
und hohen Produktdurchsatzmengen bewirken selbst kleine Fehler bei der Zusammenstellung
der Produktkollektionen, beispielsweise bei ausbleibender Zuführung eines Produkts
aufgrund eines Abzugfehlers beim zuständigen Zuförderer, insbesondere durch Addition
solcher Fehler beträchtliche Mengen von fehlerhaften Kollektionen, die je nach Qualitätsanforderungen
als Ausschuss entsorgt oder aufwendig, d.h. manuell, aussortiert und dem Prozess erneut
zugeführt werden müssen. Zu diesem Zweck werden alle auch fehlerhafte Kollektionen
identifiziert und verfolgt (Tracking) und die fehlerhaften Kollektionen beim Erreichen
einer Makulaturweiche einer Makulaturausschleusung zugeführt, beispielsweise durch
Fallenlassen durch den betreffenden Kollektionsträger. Die umlaufende Ausführung des
Förderers ermöglicht jedoch als Alternative fehlerhafte Kollektionen, insbesondere
unvollständige Kollektionen mit fehlenden Produkten, zur Vervollständigung jeweils
an den Weiterverarbeitungsanlagen und Makulaturweichen vorbei, in einem weiteren Zyklus
auf dem umlaufenden Förderer, erneut an den produktzuführenden Zuförderern vorbeizuführen.
Derart in den Prozess zurückgeführte Produktkollektionen wirken sich jedoch oft negativ
auf die Nettoleistung der Sammelanlage und damit der Druckproduktverarbeitungsanlage
aus, da sie insbesondere bei nacheinander folgender Produktion von unterschiedlich
strukturierten Produktkollektionen Leerrunden bedingen.
[0004] Die bei Druckproduktverarbeitungsanlagen notwendigen hohen Fördergeschwindigkeiten
und entsprechend hohen Zuführgeschwindigkeiten und hohen Produktdurchsatzmengen machen
jedoch nicht bloss die Behandlung von Produktionsfehlern sondern generell jegliche
Anpassungen an Änderungen von Produktionsbedingungen und Produktionsanforderungen
während der Produktion, d.h. zur Produktionszeit, eine grosse Herausforderung. Bei
Druckproduktverarbeitungsanlagen gilt es den mindestens teilweise widersprüchlichen
Anforderungen von hochgeschwinder Massenproduktion und sich zeitlich ändernden bis
hin zu individualisierten Produkt- und/oder Kollektionserfordernissen gerecht zu werden.
[0005] EP 1 338 542 beschreibt für eine Sammelanlage mit mehreren Zuförderern eine der Produktion vorausgehende
Bestimmung von optimalen Batch-Sequenzen, welche eine möglichst geringe Änderung der
Produktbelegung in den Zuförderern ermöglichen.
[0006] US 2004/0073330 beschreibt eine Sammelanlage, beispielsweise für Zeitungen, welche durch einen zentralen
Steuercomputer gesteuert wird. Der zentrale Steuercomputer empfängt von Anlageteilen
Sensorinformationen und berechnet auf deren Basis eine optimale Gesamtdurchsatzrate
in Echtzeit. Der Steuercomputer bestimmt zudem welche Anlageelemente anders eingestellt
werden müssen, um die optimale Gesamtdurchsatzrate zu erreichen, und nimmt die entsprechenden
Anpassungen vor. Das Dokument beschreibt zudem eine Task-Tabelle mit Funktionen, die
zu einem definierbaren Zeitpunkt ausgeführt werden und die in der auszuführenden Sequenz
angeordnet sind. Die Task-Tabelle wird zu Beginn der Produktion geladen, wenn der
Benutzer die Konfiguration der Maschine ändert, erfolgt eine entsprechende Anpassung
der Task-Tabelle, beispielsweise durch Entfernen respektive Hinzufügen von Funktionen
und Ändern der Ausführungssequenz.
[0007] EP 2 107 023 beschreibt die automatisierte Aktivierung eines Reparaturmodus bei der Detektierung
eines Fehlers in der Sequenz eines Produktestroms, der aus flächigen Produkten erstellt
wird. Der Reparaturmodus wird für den Produktstrom durch eine mit dem Förderer verbundene
Steuereinheit aktiviert, wenn diese aufgrund der Art eines detektierten Produkts eine
Abweichung von einer gespeicherten Sequenz feststellt oder eine Fehlermeldung über
ein fehlendes oder fehlerhaftes Produkt empfängt. Im Reparaturmodus wird die Abgabe
neuer Produkte auf den Förderer unterbrochen und die auf dem Förderer bereits abgelegten
Produkte werden entlang einer geschlossenen Bewegungsbahn wieder zur Gruppierungsstrecke
zurückgefördert und die so entstehende(n) Lücke(n) und mögliche Leerrunden auf dem
Förderer werden in Kauf genommen.
Darstellung der Erfindung
[0008] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine computerisierte Steuervorrichtung
und ein computerimplementiertes Verfahren zur Steuerung einer Druckproduktverarbeitungsanlage
mit Sammelanlage vorzuschlagen, welche zumindest einige Nachteile der bekannten Systeme
nicht aufweisen. Es ist insbesondere eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine
computerisierte Steuervorrichtung und ein computerimplementiertes Verfahren zur Steuerung
einer Druckproduktverarbeitungsanlage mit Sammelanlage vorzuschlagen, welche eine
Optimierung der Produktion und insbesondere eine optimale Behandlung von fehlerhaften
Kollektionen ermöglichen, die einerseits ein Qualitätserfordernis der Produktkollektionen
und andererseits die Leistung der Druckproduktverarbeitungsanlage berücksichtigt.
[0009] Gemäss der vorliegenden Erfindung werden diese Ziele insbesondere durch die Elemente
der unabhängigen Ansprüche erreicht. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen gehen
ausserdem aus den abhängigen Ansprüchen und der Beschreibung hervor.
[0010] Die oben genannten Ziele werden durch die vorliegende Erfindung insbesondere dadurch
erreicht, dass zur Steuerung einer Druckproduktverarbeitungsanlage, welche eine Sammelanlage
mit einem Förderer und mehreren Zuförderern zur Erstellung von Produktkollektionen
aus von den Zuförderern zugeführten Produkten umfasst, in einer computerisierten Steuervorrichtung
Anlagekonfigurationsparameter erfasst und gespeichert werden, welche eine Konfiguration
der Druckproduktverarbeitungsanlage definieren, dass in der computerisierten Steuervorrichtung
Produktionskonfigurationsparameter erfasst und gespeichert werden, welche die Produktion
von aus mehreren zugeführten Produkten erstellten Produktkollektionen definieren,
dass während der Produktion in der computerisierten Steuervorrichtung Laufzeitdaten
bestimmt werden, dass in der computerisierten Steuervorrichtung während der Produktion
basierend auf den gespeicherten Anlagekonfigurationsparametern, den gespeicherten
Produktionskonfigurationsparametern und den bestimmten Laufzeitdaten dynamisch eine
von mehreren definierten Produktionsstrategien selektiert wird, welche jeweils die
Steuerung der Druckproduktverarbeitungsanlage bestimmen und welche gespeicherte Instruktionen
und/oder Steuerparameter zur Steuerung der Druckproduktverarbeitungsanlage umfassen,
und dass die selektierte gespeicherte Produktionsstrategie zur Steuerung der Druckproduktverarbeitungsanlage
aktiviert wird. Dabei sind die Laufzeitdaten, in Anlehnung an den im Englischen insbesondere
in der Informatik verwendeten Begriff "run time" (Laufzeit), Daten, insbesondere Datenwerte,
die zur Produktionszeit, also während des produktiven Betriebs der Druckproduktverarbeitungsanlage,
(dynamisch) anfallen, und vor der Aufnahme der Produktion, als vor dem Betrieb der
Druckproduktverarbeitungsanlage noch nicht (statisch) definiert sind. Der Begriff
Laufzeit ist als nicht im Sinne einer gemessenen Zeitdauer zu verstehen, sondern als
die Produktionszeit, d.h. der Zeitraum, in dem die Druckproduktverarbeitungsanlage
produktiv läuft. Die Werte von laufzeitabhängigen Parametern oder Variablen sind dementsprechend
nicht vor der Aufnahme der Produktion bekannt, sondern werden erst zur Produktionszeit
durch die entsprechenden aktuellen Laufzeitdaten definiert.
[0011] Die automatische Selektion einer Produktionsstrategie für die Steuerung der Druckproduktverarbeitungsanlage
während der Produktion basierend auf der System- und Produktkonfiguration und Laufzeitdaten
ermöglicht eine dynamische Anpassung der Erstellung und Weiterverarbeitung von Produktkollektionen
an aktuelle Ereignisse, Zustände und/oder Konfigurationen der Druckproduktverarbeitungsanlage.
Kurzum, die automatische Selektion einer Produktionsstrategie ermöglicht eine dynamische
Anpassung der Produktion an veränderte Rahmenbedingungen in der Produktion und in
der Produktionsanlage. Im Unterschied zum Stand der Technik wird also nicht bloss
bei der Detektierung eines Produktionsfehlers in einem Reparaturmodus die Abgabe neuer
Produkte auf den Förderer unterbrochen und bereits abgelegte Produkte entlang einer
geschlossenen Bewegungsbahn zurückgefördert, sondern es können dynamisch unterschiedlichste
definierte Produktionsstrategien aktiviert werden, welche flexibel abhängig von der
aktuellen Konfigurationen der Druckproduktverarbeitungsanlage selektiert werden.
[0012] Vorzugsweise werden mindestens gewisse laufzeitabhängige Anlagekonfigurationsparameter
respektive Produktionskonfigurationsparameter während der Produktion erfasst und gespeichert.
Durch die Erfassung von Anlagekonfigurationsparametern respektive Produktionskonfigurationsparametern
als Laufzeitdaten wird eine dynamische Anpassung der Erstellung und Weiterverarbeitung
von Produktkollektionen in Echtzeit oder nahe an der Echtzeit an laufzeitabhängige
und/oder benutzerspezifizierte Anlagebedingungen und/oder Produktionsvariablen der
Druckproduktverarbeitungsanlage ermöglicht. Im Unterschied zum Stand der Technik wird
also nicht bloss bei der Detektierung eines Produktionsfehlers ein Reparaturmodus
aktiviert, sondern es können abhängig von Änderungen in der Konfigurationen der Druckproduktverarbeitungsanlage
während der Produktion dynamisch unterschiedlichste definierte Produktionsstrategien
selektiert und aktiviert werden.
[0013] In einer Ausführungsvariante zeigen die Laufzeitdaten einen in der Erstellung einer
Produktkollektion aufgetretenen Produktionsfehler an und die definierte Produktionsstrategie
wird abhängig vom detektierten Produktionsfehler basierend auf den Anlagekonfigurationsparametern
und den Produktionskonfigurationsparametern selektiert. Die Laufzeitdaten zeigen beispielsweise
einen detektierten Fehler in der Zusammenstellung einer Produktkollektion an, z.B.
ein in der Produktkollektion fehlendes Produkt. Die automatische Selektion einer Produktionsstrategie
für die Steuerung der Druckproduktverarbeitungsanlage bei fehlerhaften Kollektionen
basierend auf der System- und Produktkonfiguration der Druckproduktverarbeitungsanlage
ermöglicht eine dynamische Anpassung der Fehlerbehandlung in der Druckproduktverarbeitungsanlage
an laufzeitabhängige und/oder benutzerspezifizierte Anlagebedingungen und/oder Produktionsvariablen
der Druckproduktverarbeitungsanlage.
[0014] In einer weiteren Ausführungsvariante werden die Laufzeitdaten von einem Benutzer
während der Produktion über eine Benutzerschnittstelle eingegeben, z.B. durch Hinzufügen,
Ändern und/oder Löschen, und gespeichert. Durch die freie Eingabe von beispielsweise
benutzerspezifischen Laufzeitdaten während der Produktion wird eine effiziente und
flexible Möglichkeit geschaffen, die Erstellung und Weiterverarbeitung von Produktkollektionen
dynamisch zu beeinflussen. Beispielsweise ist es so möglich aktuelle Wetterangaben
für bestimmte geografische Gebiete einzugeben, für welche dann zur Produktionszeit
wetterabhängige Routen respektive Adressen für die Bereitstellung, Anordnung und Auslieferung
der Produktkollektionen bestimmt und aktiviert werden. Zusätzlich oder als Alternative
können solche Laufzeitdaten auch von einer computerisierten Datenquelle über eine
Kommunikationsschnittstelle geliefert und bestimmt werden.
[0015] In einer Ausführungsvariante bewirken die definierten Produktionsstrategien eine
unterschiedliche Ansteuerung der Zuförderer für eine unterschiedliche Zuführung der
Produkte. Die unterschiedlichen Produktionsstrategien sind beispielsweise so eingerichtet,
dass sie eine derart unterschiedliche Steuerung der Druckproduktverarbeitungsanlage
bei der Detektierung einer unvollständigen Produktkollektion mit einem fehlenden Produkt
bewirken, dass der unvollständigen Produktkollektion bei der Weiterführung auf dem
Förderer durch die Zuförderer weitere Produkte zugeführt werden, keine weiteren Produkte
zugeführt werden und/oder nur selektierte weitere Produkte zur Erstellung der Produktkollektion
mit einer unterschiedlichen Struktur zugeführt werden (Kollektionsumwandlung).
[0016] In einer weiteren Ausführungsvariante bewirken die definierten Produktionsstrategien
eine unterschiedliche Ansteuerung einer Übergabeeinheit, welche eine erstellte Produktkollektion
einer Weiterverarbeitungsanlage übergibt oder auf einem umlaufenden Förderer belässt
und erneut an den Zuförderern vorbeiführt. Die unterschiedlichen Produktionsstrategien
sind beispielsweise so eingerichtet, dass sie eine derart unterschiedliche Steuerung
der Druckproduktverarbeitungsanlage bei der Detektierung einer unvollständigen Produktkollektion
mit einem fehlenden Produkt bewirken, dass die unvollständige Produktkollektion zur
Vervollständigung mit dem fehlenden Produkt in einem (oder mehreren) Zusatzzyklus
auf dem umlaufenden Förderer erneut an den betreffenden Zuförderern vorbeigeführt
wird, oder zur manuellen Vervollständigung oder als Makulatur ausgesondert wird.
[0017] In einer weiteren Ausführungsvariante bewirken die definierten Produktionsstrategien
eine unterschiedliche Ansteuerung einer Makulaturweiche, welche eine fehlerhafte Produktkollektion
einer Makulaturausschleusung zuführt oder auf dem Förderer weiterführt.
[0018] In einer Ausführungsvariante bewirken die definierten Produktionsstrategien eine
unterschiedliche Geschwindigkeitssteuerung des Förderers, welche unterschiedliche
Geschwindigkeiten des Förderers bewirken.
[0019] Die Anlagekonfigurationsparameter umfassen beispielsweise Angaben über die Anzahl
der Zuförderer, die Position der Zuförderer (in Bezug zum Förderer), die Anzahl Kollektionsträger,
die Anzahl zuschaltbarer Stapelstationen, die Position der zuschaltbaren Stapelstationen,
die Anzahl Makulaturweichen respektive Makulaturausschleusungen und/oder die Position
der Makulaturweichen respektive Makulaturausschleusungen.
[0020] Die Produktionskonfigurationsparameter umfassen beispielsweise Angaben über die Anzahl
zu erzeugender Produktkollektionen, Routeninformationen für die Auslieferung von Paketen
mit Produktkollektionen, Adressinformationen für die Auslieferung von Paketen respektive
Produktkollektionen, Angaben über die Anzahl Leerpositionen auf dem Förderer zwischen
der Produktion unterschiedlicher Produktkollektionen, z.B. die Anzahl leerer Kollektionsträger
zwischen der aufeinanderfolgenden Produktion von verschiedenen Produktkollektionen,
Angaben über die Anzahl Produktkollektionen in Mehrproduktion (Redundanz), die Struktur
einer Produktkollektion (Reihenfolge und Typ der Produkte in einer Produktkollektion),
die Grösse einer Produktkollektion, die Anzahl Produkte, die Belegung der Zuförderer,
den Splitbetrieb von Zuförderern (d.h. die Belegung von mehreren Zuförderern mit den
selben Produkten, z.B. für die effiziente Zuführung bei dicken Produkten oder als
redundanter Backup für Ausfälle von Zuförderern), die Behandlung von überschüssigen
Kollektionen und/oder die Fehlertoleranz, z.B. die Toleranz von Fehlabzügen pro Produkt,
die Toleranz von Produktkollektionsfehlern, die Toleranz von Paketfehlern, die Toleranz
von Fehlern in der Produktreihenfolge, die Toleranz von zusätzlichen Produkten in
einer Produktkollektion und/oder die Toleranz hinsichtlich Routenkonformität von Paketen
und/oder der Reihenfolge von Paketen. Dabei bezieht sich die Routenkonformität darauf,
dass die Stapelung der Produktkollektionen in Paketen und/oder die Reihenfolge in
der Anordnung von erstellten Paketen gemäss definierten Routeninformation respektive
Adressen für eine effiziente Auslieferung der Pakete respektive Produktkollektionen
erfolgt. Den definierten Produktionsstrategien Konfigurationsbedingungen sind zugeordnet
gespeichert, welche definierte Minimal- und/oder Maximalwerte für bestimmte Anlagekonfigurationsparameter
und/oder Produktionskonfigurationsparameter umfassen, und die definierten Produktionsstrategien
werden jeweils abhängig davon selektiert, ob die zugeordneten Konfigurationsbedingungen
erfüllt sind. Die Nichterfüllung von Konfigurationsbedingungen kann in einer Variante
auch eine Deaktivierung der entsprechenden Produktionsstrategie(n) zur Folge haben.
Die Anlagekonfigurationsparameter umfassen beispielsweise die Anzahl von Stapelstationen
zum Stapeln von Produktkollektionen, d.h. zur Paketbildung, welche dem Förderer zugeschaltet
werden können, und eine der Konfigurationsbedingungen definiert einen Minimalwert
für die Anzahl von Stapelstationen, die für eine bestimmte Produktionsstrategie erforderlich
sind, beispielsweise zwei, so dass diese Produktionsstrategie nicht selektierbar ist,
wenn die Druckproduktverarbeitungsanlage beispielsweise bloss mit einer Stapelstation
konfiguriert ist oder wenn zur Produktionszeit bloss eine Stapelstation verfügbar
ist.
[0021] In einer weiteren Ausführungsvariante ist den definierten Produktionsstrategien jeweils
eine Strategiebewertung zugeordnet gespeichert, und die definierte Produktionsstrategie
wird basierend auf der zugeordneten Strategiebewertung selektiert. Die Strategiebewertung
umfasst beispielsweise einen Strategieprioritätswert, einen erwarteten Ausschusswert
und/oder einen erwarteten Leistungswert. Die Zuordnung von Strategiebewertungen zu
Produktionsstrategien ermöglicht eine entsprechende Klassifizierung der Produktionsstrategien
beispielsweise in bevorzugte oder weniger bevorzugte Produktionsstrategien, und/oder
in solche mit hohem oder tiefem Ausschuss von fehlerhaften Kollektionen, respektive
solche mit hoher oder tiefer Produktionsleistung (Produktionsgeschwindigkeit, Produktdurchsatzmenge).
Diese Klassifizierung der Produktionsstrategien ermöglicht eine dynamische Selektion
der Produktionsstrategien basierend auf entsprechenden Produktionskonfigurationsparametern,
welche beispielsweise benutzerspezifiziert eine bevorzugte Strategiebewertung definieren,
beispielsweise einen bevorzugten Ausschusswert und/oder Leistungswert.
[0022] Vorzugsweise werden mindestens gewisse benutzerspezifische Anlagekonfigurationsparameter
respektive Produktionskonfigurationsparameter über eine Benutzerschnittstelle erfasst,
z.B. durch Hinzufügen, Ändern und/oder Löschen, und gespeichert. Durch die Erfassung
von benutzerspezifischen Anlagekonfigurationsparametern respektive Produktionskonfigurationsparametern
wird die flexible Anpassung der Produktion, insbesondere bei der Fehlerbehandlung,
in der Druckproduktverarbeitungsanlage an benutzerspezifizierte Produktionsvariablen
der Druckproduktverarbeitungsanlage ermöglicht.
[0023] Neben einer computerisierten Steuervorrichtung und einem computerimplementierten
Verfahren zur Steuerung einer Druckproduktverarbeitungsanlage bezieht sich die vorliegende
Erfindung überdies auf ein Computerprogrammprodukt, das ein computerlesbares Speichermedium
mit gespeichertem Computercode umfasst. Der Computercode ist eingerichtet, einen oder
mehrere Prozessoren der Steuervorrichtung so zu steuern, dass die Prozessoren respektive
die Steuervorrichtung Anlagekonfigurationsparameter erfassen und speichern, welche
eine Konfiguration der Druckproduktverarbeitungsanlage definieren, Produktionskonfigurationsparameter
erfassen und speichern, welche die Produktion von aus mehreren zugeführten Produkten
erstellten Produktkollektionen definieren, während der Produktion Laufzeitdaten bestimmen,
und während der Produktion basierend auf den Anlagekonfigurationsparametern, den Produktionskonfigurationsparametern
und den Laufzeitdaten dynamisch eine von mehreren definierten Produktionsstrategien
selektieren, welche jeweils die Steuerung der Druckproduktverarbeitungsanlage bestimmen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0024] Nachfolgend wird eine Ausführung der vorliegenden Erfindung anhand eines Beispieles
beschrieben. Das Beispiel der Ausführung wird durch die folgenden beigelegten Figuren
illustriert:
- Figur 1:
- zeigt ein Blockdiagramm einer schematisch dargestellten computergesteuerten Druckproduktverarbeitungsanlage,
welche eine Sammelanlage mit einem Förderer und mehreren Zuförderern zum Erstellen
von Produktkollektionen umfasst.
- Figur 2:
- zeigt ein Blockdiagramm, welches schematisch die Druckproduktverarbeitungsanlage der
Figur 1 bei der Zusammenstellung von mehreren Produkten zu einer Produktkollektion
eines bestimmten Kollektionstyps illustriert.
- Figur 3:
- zeigt ein Blockdiagramm, welches schematisch die Druckproduktverarbeitungsanlage der
Figur 1 bei der Zusammenstellung von Produktkollektionen mit unterschiedlichen Kollektionstypen
illustriert.
- Figur 4:
- zeigt ein Blockdiagramm, welches schematisch die Druckproduktverarbeitungsanlage der
Figur 1 bei der Zusammenstellung von Produktkollektionen mit unterschiedlichen Kollektionstypen
und der Paketbildung durch mehrere Stapelstationen illustriert.
- Figur 5:
- zeigt ein Blockdiagramm, welches schematisch die Druckproduktverarbeitungsanlage der
Figur 1 bei der Zusammenstellung von Produktkollektionen mit unterschiedlichen Kollektionstypen
und der Paketbildung durch eine Stapelstation illustriert.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0025] In den Figuren 1 bis 5 bezieht sich das Bezugszeichen 100 auf eine computergesteuerte
Druckproduktverarbeitungsanlage mit einer Sammelanlage 1. Die Sammelanlage 1 umfasst
mindestens einen Förderer 11 und mehrere Zuförderer 13, welche dem Förderer 11 abhängig
von ihrer Produktbelegung jeweils unterschiedliche Produkte 3 zuführen. Je nach Anwendung
sind mehrere Zuförderer 13 mit dem gleichen Produkt belegt (Splitbetrieb), beispielsweise
bei dicken Produkten, wo die manuelle Bestückung eines einzelnen Zuförderers 13 zu
langsam ist um die pausenlose Zuführung von Produkten 3 zum Förderer 11 durch einen
einzigen Zuförderer 13 abzudecken.
[0026] In den Figuren 1 bis 5 sind zur Vereinfachung bloss vier zuführende Zuförderer 131,
132, 133, 134 dargestellt; in einer praktischen Ausführung umfasst die Sammelanlage
1 der Druckproduktverarbeitungsanlage 100 eine viel grössere Vielzahl von Zuförderern
13, beispielsweise mehrere Dutzend oder über hundert. In verschiedenen Ausführungsvarianten
ist die Sammelanlage 1 eingerichtet durch Zusammentragen, Einstecken oder Sammeln
von Produkten oder durch andere produktzusammenführende Operationen Zusammenführungen
von Produkten zu Erstellen, die wir hier als Produktkollektionen bezeichnen, und umfasst
entsprechend einen Förderer 11 mit einer umlaufenden Zusammentragstrecke, eine Sammeltrommel,
einen Bandförderer zum Zusammentragen von Schuppenströmen oder eine Sammelstrecke,
jeweils mit oder ohne Kollektionsträger, beispielsweise Greifer.
[0027] Das Beispiel der in den Figuren 1-5 dargestellten Sammelanlage 1 umfasst einen Förderer
11 mit mehreren seriell angeordneten Kollektionsträgern 12, beispielsweise Greifer,
welche entlang einer geschlossenen Linie zyklisch an den Zuförderern 13 vorbeigeführt
werden und die zugeführten Produkte 3 aufnehmen. Durch die sequentielle Zuführung
der Produkte 3 wird auf dem Förderer 11, insbesondere auf respektive in den Kollektionsträgern
12, eine Produktkollektion 4 zusammengestellt.
[0028] Die Druckproduktverarbeitungsanlage 100 umfasst zudem mindestens eine Makulaturweiche
14, welche fehlerhafte Produktkollektionen 4* vom Förderer 11 weg einer Makulaturausschleusung
15 zuführt. Fehlerhafte Produktkollektionen 4* werden in der Druckproduktverarbeitungsanlage
100 durch verschiedene nicht dargestellte Sensoren detektiert.
[0029] Das Bezugszeichen 16 bezeichnet eine steuerbare Übergabeeinheit, welche die vollständig
zusammengestellten Produktkollektionen 4 über einen weiteren Förderer 17, beispielsweise
ein Kettenförderer mit Greifern, einer Stapelstation 5 zuführt, welche ein Paket 40
mit einer definierten Anzahl Produktkollektionen 4 erstellt und für den Abtransport
einem wegführenden Förderer 18 zuführt, beispielsweise ein Bandförderer.
[0030] Wie in den Figuren 1-5 schematisch dargestellt ist, umfasst die Druckproduktverarbeitungsanlage
100 in verschiedenen Ausführungsvarianten zusätzlich zur Stapelstation 5 eine oder
mehrere Weiterverarbeitungsanlagen 19, die beispielsweise der Übergabeeinheit 16 nachgeschaltet
sind. Solche Weiterverarbeitungsanlagen 19 umfassen beispielsweise eine Verpackungsanlage,
z.B. eine Folieranlage, eine Anlage zum Einstecken von zusätzlichen Produkten oder
Produktkollektionen 4 in ein Hauptprodukt, eine Anlage zum Heften und/oder Schneiden,
eine Anlage zum Kleben und/oder Schneiden, und eine Anlage zum Aufdrucken oder Aufkleben
von Zusatzinformationen wie beispielsweise Namen und Adresse. Je nach Ausführungsvariante
und Anlagekonfiguration sind der Sammelanlage 1 mehrere Stapelstationen 5, 5' zugeschaltet.
[0031] Je nach Ausführungsvariante und Produktionssituation führt der Förderer 17 überschüssige
Produktkollektionen 4 einer Abgabestation 6 zu.
[0032] Je nach Ausführungsvariante und Produktionssteuerung leitet die steuerbare Übergabeeinheit
16 unvollständig zusammengestellte Kollektionen 4' auf dem Förderer 11 zur Vervollständigung
der unvollständigen Kollektion 4' auf einem zusätzlichen weiteren Zyklus auf dem Förderer
11 an den zuführenden Zuförderern 13 vorbei.
[0033] Zur Zählung von zugeführten Produkten 3, fehlerhaften Produktkollektionen 4*, vollständigen
und überschüssigen Produktkollektionen 4, und/oder erstellten Paketen 40 umfasst die
Druckproduktverarbeitungsanlage 100 zudem verschiedene nicht dargestellte Zähler.
[0034] Der Fachmann wird verstehen, dass die in den Figuren 1 bis 5 dargestellte Druckproduktverarbeitungsanlage
100 in weiteren Ausführungsvarianten respektive Anlagekonfigurationen weitere Komponenten
und/oder andere Anordnungen umfassen kann, beispielsweise eine weitere steuerbare
Übergabeeinheit 16 und/oder eine andere Ausgestaltung des Förderers 17, welche ein
Aussondern und/oder eine verlangsamte Förderung zur manuellen Vervollständigung einer
unvollständigen Kollektion 4' mit fehlenden Produkten 3 ermöglichen.
[0035] Zur Steuerung umfasst die Druckproduktverarbeitungsanlage 100 einen Steuercomputer
10, der mit den verschiedenen Komponenten und Einheiten der Druckproduktverarbeitungsanlage
100 über Kommunikationsverbindungen verbunden ist, insbesondere mit dem Förderer 11
der Sammelanlage 1, den zuführenden Zuförderern 13, der Makulaturweiche 14, der steuerbaren
Übergabeeinheit 16, der Weiterverarbeitungsanlage 19, den Stapelstationen 5, 5', den
verschiedenen weiteren Förderern 17, 18 und den erwähnten Sensoren und Zählern.
[0036] Der Steuercomputer 10 ist eingerichtet, die auf dem Förderer 11 beförderten Produktkollektionen
4 respektive die unvollständigen Kollektionen 4' hinsichtlich deren Positionen auf
dem Förderer 11, deren Inhalt und Struktur (d.h. Produkte und Reihenfolge), dem vorgesehenen
und/oder geänderten Kollektionstyp (mit bestimmter Kollektionsstruktur), und/oder
der Anzahl durchlaufener Zyklen auf dem Förderer 11 zu verfolgen (Trackinginformation).
Zu Erstellung von individualisierten Produktkollektionen 4, die beispielsweise mit
individueller Adresse eines Empfängers und/oder inhaltlich mit individuell auf den
betreffenden Empfänger ausgerichteten Inhalt und somit Struktur der Produktkollektion
versehen sind, kann eine Produktkollektion 4 über seine gesamte Erstellungszeit vom
ersten zuführenden Zuförderer 13 auf dem Förderer 11 bis zur Stapelung auf einem bestimmten
Paket 40 in der Druckproduktverarbeitungsanlage 100 identifiziert und verfolgt werden.
[0037] Das Bezugszeichen 2 bezieht sich auf eine computerisierte Steuervorrichtung, welche
als Teil des Steuercomputers 10 oder auf einem separaten Computer ausgeführt ist.
Wie in den Figuren 1 bis 5 schematisch dargestellt ist umfasst die Steuervorrichtung
2 verschiedene Funktionsmodule, insbesondere einen Anlagekonfigurator (Anlagekonfigurationsmodul)
21, einen Produktionskonfigurator (Produktionskonfigurationsmodul) 22 und einen Strategieselektor
(Strategieselektionsmodul) 23, sowie Datenspeicher respektive Programmspeicher zur
Speicherung von Anlagekonfigurationsparametern 24, Produktionskonfigurationsparametern
25 und Produktionsstrategien 26. Die Funktionsmodule sind vorzugsweise als programmierte
Softwaremodule ausgeführt, welche Computerprogrammcode umfassen zur Steuerung von
einem oder mehreren Prozessoren eines oder mehrerer Computer. Der Computerprogrammcode
ist auf einem oder mehreren fest oder entfernbar mit den Prozessoren verbundenen (greifbaren)
computerlesbaren Speichermedien gespeichert. Der Fachmann wird jedoch verstehen, dass
die Funktionsmodule in alternativen Ausführungsvarianten teilweise oder vollständig
durch Hardwarekomponenten ausgeführt werden können.
[0038] Die Steuervorrichtung 2 und/oder der Steuercomputer 10 sind vorzugsweise mit einem
übergeordneten, nicht dargestellten computerisierten Leitsystem verbunden.
[0039] Der Anlagekonfigurator 21 ist eingerichtet Anlagekonfigurationsparameter 24, welche
die Konfiguration der Druckproduktverarbeitungsanlage 100 definieren, zu erfassen
und zu speichern.
[0040] Die Anlagekonfigurationsparameter 24 umfassen beispielsweise Angaben über die Anzahl,
den Typ und/oder die Funktion der Zuförderer 3, die Position der Zuförderer 3 auf
dem Förderer 11, z.B. eine sequentielle Positionsnummer, die Anzahl und gegebenenfalls
Art der Kollektionsträger 12 des Förderers 11, die Anzahl und den Typ von betriebsbereiten
und/oder zuschaltbaren Stapelstationen 5, 5', die Position der zuschaltbaren Stapelstationen
5, 5' mit Bezug zum Förderer 17, die Anzahl Makulaturweichen 14, die Position der
Makulaturweichen 14, die Anzahl und Art (Funktion) der Weiterverarbeitungsanlagen
19 und/oder die Position der Weiterverarbeitungsanlagen 19.
[0041] Der Anlagekonfigurator 21 umfasst vorzugsweise eine (beispielsweise grafische) Benutzerschnittstelle
mit Anzeige und Bedienungselementen für die Eingabe der Anlagekonfigurationsparameter
24, beispielsweise bei der Installation der Druckproduktverarbeitungsanlage 100, bei
der Vorbereitung auf die Produktion und/oder während der Produktion. Anlagekonfigurationsparameter
24, die während der Produktion eingegeben werden, sind somit Laufzeitdaten, welche
die dynamische Selektion einer Produktionsstrategie 26 bestimmen. Das heisst durch
Eingabe der oben beschriebenen Anlagekonfigurationsparameter 24 durch Hinzufügen,
Ändern und/oder Löschen kann die Selektion der Produktionsstrategie 26 während der
Produktionszeit beeinflusst werden.
[0042] In einer Variante ist der Anlagekonfigurator 21 zudem eingerichtet, wenigstens gewisse
Anlagekonfigurationsparameter 24 automatisch durch Abfrage über einen Kommunikationskanal
von den verschiedenen Komponenten der Druckproduktverarbeitungsanlage 100 zu erfassen
und zu speichern, einerseits statische andererseits aber auch laufzeitabhängige Anlagekonfigurationsparameter
24 der Druckproduktverarbeitungsanlage 100, wodurch die Anlagekonfiguration zur Produktionszeit
insbesondere auch bezüglich verfügbarer respektive ausfallender Systemkomponenten
automatisch aktualisiert wird. Die dynamische Erfassung von laufzeitabhängigen Anlagekonfigurationsparameter
24 erfolgt beispielsweise periodisch und/oder auf Anfrage respektive Benutzerinstruktion.
[0043] Der Produktionskonfigurator 22 ist eingerichtet Produktionskonfigurationsparameter
25, welche mindestens eine Produktionsserie für die Zusammenstellung von Produktkollektionen
4 aus mehreren zugeführten Produkten 3 definieren, zu erfassen und zu speichern. Dabei
ist eine Produktionsserie ein Produktionslauf für die Zusammenstellung von Produktkollektionen
4 mit einem bestimmten Kollektionstyp, d.h. einer bestimmten Kollektionsstruktur,
wobei ein Produktionslauf einen Produktionsbeginn und ein Produktionsende aufweist
und mehrere verschiedene Produktionsserien umfassen kann. Neben Informationen für
die Erstellung von Produktkollektionen 4 und Paketen 40 umfassen die Produktionskonfigurationsparameter
25 insbesondere auch kundenspezifische Angaben (Spezifikationen) zur Produktqualität
respektive zulässige Fehlertoleranz in der Produktion sowie zur Auslieferung der Pakete
40 respektive Produktkollektionen 4.
[0044] In einer Variante werden mindestens gewisse der Produktionskonfigurationsparameter
25 vom übergeordneten Leitsystem an den Produktionskonfigurator 22 übermittelt.
[0045] Die Produktionskonfigurationsparameter 25 umfassen beispielsweise Angaben über die
Struktur einer Produktkollektion 4, das heisst die Anzahl und gegebenenfalls die vorgeschriebene
Reihenfolge von Produkten 3 in einer Produktkollektion 4, die Grösse einer Produktkollektion
4, die Anzahl Produktkollektionen 4 in einer Produktion respektive Produktionsserie,
Routeninformationen für die effiziente Auslieferung von Paketen 40 mit Produktkollektionen,
Adressinformationen für die Auslieferung von Paketen 40 respektive Produktkollektionen
4, die Anzahl Leerpositionen, beispielsweise leere Kollektionsträger 12, zwischen
zwei in einem Produktionslauf aufeinanderfolgenden Produktionsserien zur Erstellung
unterschiedlicher Produktkollektionen 4, die Belegung der Zuförderer 13, das heisst
die Reihenfolge und Anzahl von Produkten 3 eines bestimmten Produkttyps auf einem
betreffenden Zuförderer 13, und/oder den Splitbetrieb von zwei oder mehr Zuförderern
13 mit einer Belegung von den selben Produkten 3.
[0046] Die Routeninformationen respektive Adressinformation für die Auslieferung von Paketen
40 mit Produktkollektionen 4 umfassen eine Zuordnung von Paketen 40 zu definierten
Auslieferungssequenzen oder geografischen Positionen, beispielsweise eine Zuordnung
von Paketen 40 mit Produktkollektionen 4 einer bestimmten Kollektionsstruktur zu bestimmten
Routen, Adressen oder Zonen. Die Routeninformationen respektive Adressinformation
für die Auslieferung von Paketen 40 umfassen in einer Ausführungsvariante zudem zugeordnete
Wetterangaben, welche für bestimmte geografische Gebiete eine automatische wetterabhängige
Routenselektion respektive Adressenselektion zur Produktionszeit ermöglichen.
[0047] Je nach Ausführungsvariante umfassen die Produktionskonfigurationsparameter 25 überdies
Angaben über die Anzahl Produktkollektionen 4 in Mehrproduktion für eine Produktion
respektive Produktionsserie, das heisst die geplante Anzahl von zusätzlichen (redundanten)
Produktkollektionen 4 über der definierten Sollproduktion, die Toleranz von Fehlabzügen
pro Produkt 3 insgesamt und/oder per Zuförderer 13, die Toleranz von Paketfehlern,
die Toleranz von Kollektionsfehlern, z.B. die Toleranz von Fehlern der Produktreihenfolge
oder zusätzlichen Produkten 3 in einer Produktkollektion 4, die Bedingungen an Produktionsvolumen
respektive Produktionsgeschwindigkeit, die Behandlung von überschüssig produzierten
Produktkollektionen 4, und/oder die Toleranz hinsichtlich Routenkonformität von Paketen
und/oder der Reihenfolge von Paketen.
[0048] Der Produktionskonfigurator 22 umfasst vorzugsweise eine (beispielsweise grafische)
Benutzerschnittstelle mit Anzeige und Bedienungselementen für die Eingabe der Produktionskonfigurationsparameter
25, beispielsweise bei der Vorbereitung auf die Produktion und/oder während der Produktion.
Produktionskonfigurationsparameter 25, die während der Produktion eingegeben werden,
sind somit Laufzeitdaten, welche die dynamische Selektion einer Produktionsstrategie
26 bestimmen. Das heisst durch Eingabe (Hinzufügen, Ändern und/oder Löschen) der oben
beschriebenen Produktionskonfigurationsparameter 25 oder anderer Produktionskonfigurationsparameter,
wie beispielsweise aktuelle Wetterangaben für bestimmte geografische Gebiete, kann
die Selektion der Produktionsstrategie 26 während der Produktionszeit beeinflusst
werden, beispielsweise die Selektion der Routen respektive Adressen für die Auslieferung
der Pakete 40, 40a, 40b mit Produktkollektionen und damit die geeignete Erstellung
der Pakete 40, 40a, 40b und deren Reihenfolge respektive Anordnung für eine effiziente
routenspezifische Auslieferung. In einer Variante wird selbst die Reihenfolge der
Produktkollektionen 4, 4a, 4b in den Paketen 40, 40a, 40b für eine effiziente routenspezifische
Auslieferung bestimmt. Zum Beispiel kann bei sonnigem Wetter für die Produktion der
Pakete respektive Produktkollektionen eine andere Auslieferungsroute selektiert werden
als bei regnerischem Wetter.
[0049] Die Produktionsstrategien 26 umfassen jeweils ausführbare und/oder interpretierbare
Instruktionen und/oder Steuerparameter zur Steuerung der Druckproduktverarbeitungsanlage
100 bei bestimmten Situationen, Zuständen und Ereignissen während der Produktion respektive
einer Produktionsserie, das heisst abhängig von verschiedensten Laufzeitdaten wie
während der Produktionszeit eingegebene Produktionskonfigurationsparameter 25, Anlagekonfigurationsparameter
24 oder Wetterdaten, oder fehleranzeigende Laufzeitdaten wie Anlagefehler oder Produktionsfehler.
[0050] Die Produktionsstrategien 26 umfassen insbesondere gespeicherte Instruktionen und/oder
Steuerparameter zur Steuerung von Komponenten der Druckproduktverarbeitungsanlage
100, beispielsweise zur Steuerung des Förderers 11, einzelner Zuförderer 131, 132,
133, 134, der Makulaturweiche 14, der steuerbaren Übergabeeinheit 16, der Weiterverarbeitungsanlage
19, der Förderer 17, 18 und/oder der Stapelstationen 5, 5' bei definierten laufzeitspezifischen
Szenarien, Konstellationen, Konfigurationen und Ereignissen, insbesondere beim Eintreten
von definierten Fehlersituationen und Fehlerzuständen bei der Zusammenstellung einer
Produktkollektion 4 respektive der Zuführung eines Produkts 3 zu einer Produktkollektion
4.
[0051] Vorzugsweise werden die selektierten Produktionsstrategien 26 zur Steuerung der Druckproduktverarbeitungsanlage
100 auf dem Steuercomputer 10 ausgeführt respektive vom Steuercomputer 10 interpretiert
oder deren Steuerparameter auf dem Steuercomputer 10 ausgewertet. Der Fachmann wird
jedoch verstehen, dass in alternativen Ausführungsvarianten mindestens gewisse Instruktionen
und/oder Steuerparameter der selektierten Produktionsstrategien 26 verteilt durch
Prozessoren anderer computerisierter Komponenten der Druckproduktverarbeitungsanlage
100 ausgeführt, interpretiert oder ausgewertet werden können.
[0052] In einer Ausführungsvariante ist den definierten Produktionsstrategien 26, wie in
der Tabelle 1 illustriert, jeweils eine Strategiebewertung zugeordnet gespeichert,
beispielsweise ein Strategieprioritätswert P
1, P
n, ein erwarteter Ausschusswert A
1, An und/oder ein erwarteter Leistungswert L
1, L
n.
[0053] Der Strategieprioritätswert P
1, P
n ist beispielsweise ein Index oder Mass dafür, in welchem Grad die zugeordnete Produktionsstrategie
PS
1, PS
n allgemein gegenüber anderen Produktionsstrategie PS
1, PS
n bevorzugt respektive zurückgestellt wird.
[0054] Der erwartete Ausschusswert A
1, An ist ein Index oder Mass dafür, in welchem Grad die zugeordnete Produktionsstrategie
PS
1, PS
n dafür ausgerichtet ist, fehlerhafte Produktkollektionen 4*, insbesondere unvollständige
Kollektionen 4' mit fehlgeschlagener Produktzuführung, über die Makulaturweiche 14
der Makulaturausschleusung 15 zuzuführen, oder umgekehrt, in welchem Grad die zugeordnete
Produktionsstrategie PS
1, PS
n dafür ausgerichtet ist, unvollständige Kollektionen 4' mit einer fehlgeschlagenen
Produktzuführung durch Umwandlung in einen anderen Kollektionstyp und/oder Vervollständigung
durch Zurückführung über die steuerbare Übergabeeinheit 16 zu korrigieren.
[0055] Der erwartete Leistungswert L
1, L
n ist ein Index oder Mass dafür, in welchem Grad die zugeordnete Produktionsstrategie
PS
1, PS
n dafür ausgerichtet ist, die Produktionszeiten (Produktionsdauer) möglichst klein
respektive den Produktionsdurchsatz und die Produktionsgeschwindigkeit möglichst gross
zu halten indem fehlerhafte Kollektionen 4*, insbesondere unvollständige Kollektionen
4' mit fehlgeschlagener Produktzuführung, möglichst ohne zusätzliche Produktionsschritte,
insbesondere ohne leere Produktionszyklen, behandelt werden.
[0056] Der Strategieprioritätswert P
1, P
n, der erwartete Ausschusswert A
1, A
n und der erwartete Leistungswert L
1, L
n sind beispielsweise Rangierungswerte aus einer definierten Rangierungsskala mit einem
Wertebereich zwischen einem tiefsten Rangwert, z.B. eins, und einem höchsten Rangwert,
z.B. zehn. Entsprechende (z.B. benutzerspezifizierte) Angaben in den Produktionskonfigurationsparametern
zu bevorzugten Strategiebewertungen, insbesondere zu Strategieprioritätswerten, Ausschusswerten
und/oder Leistungswerten, ermöglichen eine diesbezügliche Selektion der Produktionsstrategien
26 durch den Strategieselektor 23.
Tabelle 1
| Produktionsstrategie |
Strategiebewertung |
Konfigurationsbedingungen |
| Strategieprioritätswert |
Ausschusswert |
Leistungswert |
Systemkonfigurationsparameter |
... |
Produktionskonfigurationsparameter |
| Minimalwert |
Maximalwert |
... |
Minimalwert |
Maximalwert |
| PS1 |
P1 |
A1 |
L1 |
SK11min |
SK11max |
... |
SP1qmin |
SP1qmax |
| ... |
... |
... |
... |
... |
... |
... |
... |
... |
| PSn |
Pn |
An |
Ln |
SKn1min |
SKn1max |
... |
SPnqmin |
SPnqmax |
[0057] Den definierten Produktionsstrategien PS
1, PS
n, wie in der Tabelle 1 illustriert, sind jeweils eine oder mehrere Konfigurationsbedingungen
zugeordnet gespeichert. Die Konfigurationsbedingungen umfassen jeweils definierte
Minimal- und/oder Maximalwerte SK
11min, SK
11max, SP
1qmin, SP
1qmax, SK
n1min, SK
n1max, SP
nqmin, SP
nqmax für bestimmte Anlagekonfigurationsparameter 24 und/oder Produktionskonfigurationsparameter
25, welche entsprechend konfiguriert sein müssen, damit die betreffende Produktionsstrategie
PS
1, PS
n im betreffenden Produktionslauf respektive in der betreffenden Produktionsserie selektierbar
und aktivierbar ist, das heisst der Wert eines betreffenden Anlagekonfigurationsparameters
24 oder Produktionskonfigurationsparameters 25 muss mindestens den entsprechenden
Minimalwert SK
11min, SP
1qmin, SK
n1min, SP
nqmin, und/oder höchstens den entsprechenden Maximalwert SK
11max, SP
1qmax, SK
n1max, SP
nqmax aufweisen.
[0058] Der Strategieselektor 23 ist eingerichtet, basierend auf den (aktuellen) gespeicherten
Anlagekonfigurationsparametern 24, den (aktuellen) gespeicherten Produktionskonfigurationsparametern
25 sowie gegebenenfalls den zugeordneten Konfigurationsbedingungen und/oder Strategiebewertungen
eine der gespeicherten Produktionsstrategien 26 zu selektieren und zu aktivieren.
Je nach Anwendung und Situation kann der Strategieselektor 23 die Produktionsstrategien
26 beispielsweise von einer Produktionsserie zur andern oder selbst innerhalb einer
Produktionsserie ändern, so dass typischerweise zwei nacheinander folgende Produktionsserien
unterschiedliche Produktionsstrategien 26 aufweisen oder selbst eine einzige Produktionsserie
mit mehreren unterschiedlichen Produktionsstrategien 26 produziert wird.
[0059] In einer Ausführungsvariante wird der Strategieselektor 23 bei der Veränderung von
bestimmten Laufzeitdaten für die dynamisch Selektion der Produktionsstrategie 26 aktiviert,
beispielsweise bei bestimmten Benutzereingaben wie aktuelle (oder prognostizierte)
Wetterdaten, oder bei fehleranzeigenden Laufzeitdaten wie Produktionsfehler oder Ausfälle
von bestimmten Anlagekomponenten oder anderen abrupten Anlagekonfigurationsänderungen.
[0060] Neben der Funktion als Auswertungsmodul weist der Strategieselektor 23 in einer Variante
zudem die Funktion eines Überwachungsmoduls auf, das heisst der Strategieselektor
23 wertet nicht bloss definierte Entscheidungsgrundlagedaten zur dynamischen Bestimmung
und Aktivierung einer situativ optimalen Produktionsstrategie 26 aus, sondern erfasst
zudem mindestens gewisse der Entscheidungsgrundlagedaten in der Druckproduktverarbeitungsanlage
100 und/oder vom Benutzer.
[0061] In einer Ausführungsvariante aktiviert der Strategieselektor 23 vor der Selektion
der Produktionsstrategie 26 den Anlagekonfigurator 21 zur Erfassung von laufzeitabhängigen
Anlagekonfigurationsparametern 24 der Druckproduktverarbeitungsanlage 100.
[0062] Der Strategieselektor 23 bestimmt in einem ersten Schritt die Produktionsstrategien
26, die selektierbar sind, durch jeweilige Überprüfung, ob die zugeordneten Konfigurationsbedingungen
einer Produktionsstrategie PS
1, PS
n durch die aktuelle Systemrespektive Produktionskonfiguration erfüllt werden, das
heisst, ob die aktuellen Anlagekonfigurationsparameter 24 und/oder Produktionskonfigurationsparameter
25 den definierten Minimal- und/oder Maximalwerten SK
11min. SK
11max, SP
1qmin, SP
1qmax, SK
n1min, SK
nimax, SP
nqmin, SP
nqmax der Produktionsstrategie PS
1, PS
n entsprechen. In einer Variante werden Produktionsstrategien 26, deren Konfigurationsbedingungen
durch die aktuellen Anlagekonfigurationsparameter 24 und/oder Produktionskonfigurationsparameter
25 nicht erfüllt sind, automatisch deaktiviert und beispielsweise erst dann wieder
aktiviert, wenn ihre Konfigurationsbedingungen erfüllt sind.
[0063] Wenn mehrere selektierbare (respektive nicht deaktivierte) Produktionsstrategien
26 bestimmt werden, selektiert der Strategieselektor 23 in einem zweiten Schritt die
anzuwendende und zu aktivierende Produktionsstrategie 23 beispielsweise basierend
auf der zugeordneten Strategiebewertung der betreffenden Produktionsstrategie PS
1, PS
n, das heisst abhängig davon, welche Produktionsstrategie PS
1, PS
n einen hohen zugeordneten Strategieprioritätswert P
1, P
n und/oder einen Ausschusswert A
1, An und/oder Leistungswert L
1, L
n aufweist, der am besten mit einer in den Produktionskonfigurationsparametern 25 enthaltenen
bevorzugten Strategiebewertung übereinstimmt, insbesondere mit einem bevorzugten Ausschusswert
und/oder einem bevorzugten Leistungswert.
[0064] In einer weiteren Ausführungsvariante berücksichtigt der Strategieselektor 23 zudem
für die Selektion der Produktionsstrategie 26 Produktionszustandswerte des aktuellen
Produktionslaufs respektive der aktuellen Produktionsserie wie beispielsweise die
Anzahl zugeführter respektive verbleibender Produkte 3 der Zuförderer 13, die Anzahl
fehlerhafter respektive ausgeschleuster Kollektionen 4*, die Anzahl und Position unvollständiger
Kollektionen 4', 4a', 41', die Anzahl vollständiger und überschüssiger Produktkollektionen
4 und/oder die Anzahl erstellter Pakete 40.
[0065] Die selektierte Produktionsstrategie 26 wird dann zur Steuerung der Druckproduktverarbeitungsanlage
100 angewendet respektive ausgeführt, beispielsweise bei der Detektierung von neuen
respektive geänderten Laufzeitdaten wie Wetterdaten, Anlagefehler oder Produktionsfehler,
z.B. Fehler in der Zusammenstellung einer Produktkollektion 4, insbesondere bei der
Detektierung einer unvollständigen Kollektion 4', bei dem fälschlicherweise an der
betreffenden Stelle in der Produktion respektive Produktionsserie eines oder mehrere
Produkte 3 fehlen.
[0066] Figur 2 illustriert die Druckproduktverarbeitungsanlage 100 während der Produktion,
bei welchem in einer laufenden Produktionsserie Produktkollektionen 4 eines bestimmten
Kollektionstyps und in einer nachfolgenden Produktionsserie Produktkollektionen 4#
eines vom Kollektionstyp der laufenden Produktionsserie verschiedenen Kollektionstyps
zusammengestellt werden.
[0067] Wie in der Figur 2 schematisch illustriert wird, führt der Zuförderer 131 dem Förderer
11, beispielsweise auf einen Kollektionsträger 12, zur Zusammenstellung der Produktkollektion
4 ein erstes Produkt 41 zu. Von den nachfolgenden Zuförderern 132, 133 wird jeweils
ein weiteres Produkt zugeführt, so dass auf dem Förderer 11, beispielsweise im betreffenden
Kollektionsträger 12, eine Teilkollektion 42 respektive 43 gebildet wird, welche vom
Zuförderer 134 durch Zuführung eines weiteren Produkts zur Produktkollektion 4 vervollständigt
wird. Die Produktkollektionen 4 werden durch den Förderer 17 zur Stapelstation 5 transportiert,
wo sie gestapelt und die erstellten Pakete 40 weggeführt werden.
[0068] Auf dem Förderer 11 bezeichnet das Bezugszeichen 4# in der Figur 2 eine Produktkollektion
eines vom Kollektionstyp der laufenden Produktionsserie verschiedenen Kollektionstyps,
welches gemäss einer selektierten Produktionsstrategie 26 basierend auf einer unvollständigen
Kollektion (Teilkollektion) erzeugt wurde, das ursprünglich für die Zusammenstellung
einer Produktkollektion vom Kollektionstyp der laufenden Produktionsserie vorgesehen
war, bei dem jedoch eine fehlgeschlagene Produktzuführung detektiert wurde. Diese
dynamische Kollektionsumwandlungsstrategie ist abhängig von den Kollektionsstrukturen
nacheinander folgender Produktionszyklen sowie der Belegung und Anordnung der Zuförderer
13 selektierbar. Eine weitere Bedingung dafür ist, dass die ausserhalb der regulären
Reihenfolge erzeugten Produktkollektionen 4# durch eine dafür vorgesehene separate
Stapelstation 5' gestapelt werden können, oder dass die Produktionskonfigurationsparameter
25 eine Toleranz von Paketfehlern definieren, welche Produktkollektionen 4# mit unterschiedlichen
Kollektionstypen auf einem Paket 40 von Produktkollektionen 4 tolerieren. Abhängig
davon, bei welchem Zuförderer 3 die Produktzuführung fehlschlägt, kann es zudem erforderlich
sein, dass für die Kollektionsumwandlung zudem eine Toleranz für eine abweichende
Produktreihenfolge und/oder zusätzliche Produkte 3 in einer Produktkollektion 4# spezifiziert
wurde.
[0069] Wenn die Produktionsstrategie 26 für eine Kollektionsumwandlung nicht selektierbar
ist, kann die unvollständige Kollektion 4', 41' in alternativen Produktionsstrategien
26 zur Vervollständigung einem zusätzlichen Zyklus zugeführt werden oder als fehlerhafte
Kollektion 4* durch Ausschleusen entfernt werden, wobei im letzteren Fall abhängig
von der spezifizierten Mehrproduktion das Produktionssoll für die Produktkollektionen
4 des betreffenden Kollektionstyps erhöht werden muss.
[0070] Die beiden unvollständigen Kollektionen 4', 41' in der Figur 2 illustrieren überdies
schematisch unterschiedliche Produktionsstrategien 26 für die Vervollständigung von
unvollständigen Kollektionen. Die unvollständige Kollektion, die mit 41' bezeichnet
ist, wurde nach der Detektierung einer fehlgeschlagenen Produktzuführung, beispielsweise
beim Zuförderer 132, ohne Zuführung weiterer Produkte durch die nachfolgenden Zuförderer
133, 134 auf dem Förderer 11 weitertransportiert, um anschliessend zur Vervollständigung
mit den fehlenden Produkten der Zuförderer 132, 133, 134 auf einen zusätzlichen Zyklus
auf dem Förderer 11 geführt zu werden. Diese Zurückführung, mit zusätzlichem Zyklus
auf dem Förderer 11, ohne vorgängige Zuführung von Produkten nach der Fehlerdetektierung
wird beispielsweise selektiert, wenn die Produktreihenfolge in der Produktkollektion
eingehalten werden muss und eine Umwandlung in eine Produktkollektion 4# eines anderen
Kollektionstyps nicht möglich ist. Die mit 4' bezeichnete unvollständige Kollektion
in der Figur 2 wurde hingegen nach der Detektierung einer fehlgeschlagenen Produktzuführung,
beispielsweise beim Zuförderer 132, mit weiteren Produkten der nachfolgenden Zuförderer
133, 134 ergänzt, weil die Produktreihenfolge in diesem hypothetischen Beispiel nicht
eingehalten werden muss, und danach zur Vervollständigung, beispielsweise durch Zuförderer
132, auf einen zusätzlichen Zyklus geführt.
[0071] Figur 3 illustriert die Druckproduktverarbeitungsanlage 100 während der Produktion
beim Übergang von einer ersten Produktionsserie für Produktkollektionen 4a eines ersten
Kollektionstyps auf eine nachfolgende zweite Produktionsserie für Produktkollektionen
4b eines zweiten Kollektionstyps. Wie in der Figur 3 schematisch illustriert wird,
erfolgt der Übergang im Beispiel der Figur 3 nahtlos, beispielsweise ohne leere Kollektionsträger
12 zwischen den unterschiedlichen Produktkollektionen 4a, 4b auf dem Förderer 11.
Abhängig von der Produktionsstrategie können jedoch auch Leerstellen, beispielsweise
leere Kollektionsträger 12, zwischen den Produktionsserien vorgesehen werden. Wie
in der Figur 3 ersichtlich ist, werden die Produktkollektionen 4b des zweiten Kollektionstyps
durch die Zuförderer 3, wie oben mit Bezug zur Figur 2 für die Produktkollektionen
4 beschrieben, sequentiell über Teilkollektionen 41 b, 42b und 43b zusammengestellt,
während die bereits vollständig zusammengestellten Produktkollektionen 4a des ersten
Kollektionstyps durch den Förderer 11 zur Stapelstation 5 transportiert werden, wo
sie zu Paketen 40a des ersten Kollektionstyps gestapelt und weggeführt werden.
[0072] Im Beispiel der Figur 3 ist zudem dargestellt wie eine unvollständige Kollektion
4a' des ersten Kollektionstyps auf einem zusätzlichen Zyklus zur Vervollständigung
erneut an den Zuförderern 13 vorbeigeführt wird, wobei die entsprechende Stelle auf
dem Förderer 17, beispielsweise der entsprechende Kollektionsträger 12', leer bleibt
(bei variablem Vorschub der Förderer 17 kann dies auch verhindert werden). Bei dieser
gleichzeitigen Zusammenstellung von Produktkollektionen 4a, 4b mit unterschiedlichen
Kollektionstypen wird die unvollständige Kollektion 4a' nach seiner Vervollständigung
auf dem Förderer 11 als Produktkollektion des ersten Kollektionstyps inmitten von
Produktkollektionen 4b des zweiten Kollektionstyps zu den Stapelstationen 5, 5' transportiert
werden.
[0073] Wie in der Figur 4 illustriert wird, wird die vervollständigte Produktkollektion
4a des ersten Kollektionstyps durch die Förderer 17 der Stapelstation 5' zugeführt,
die in dieser Phase beispielsweise für die (verzögerte) Stapelung der Produktkollektionen
4a des ersten Kollektionstyps vorgesehen ist und bereits ein unvollständiges Paket
40a' von Produktkollektionen 4a des ersten Kollektionstyps enthält, wohingegen die
Stapelstation 5 für die laufende Erstellung von Paketen 40b mit Produktkollektionen
4b des zweiten Kollektionstyps vorgesehen ist. Die Produktionsstrategie 26 mit durchmischten
Kollektionstypen auf dem Förderer 11 ist nicht selektierbar, wenn nicht mehrere Stapelstationen
5, 5' zur Verfügung stehen oder die Pakete 40a, 40b nicht Produktkollektionen 4a,
4b mit unterschiedlichen Kollektionstypen aufweisen dürfen.
[0074] Wenn die Produktionsstrategie 26 mit durchmischten Kollektionstypen auf dem Förderer
11 nicht selektierbar ist, kann die Produktionsserie zur Erzeugung von Produktkollektionen
4b des zweiten Kollektionstyps erst dann begonnen werden, wenn die zurückgeführte
Produktkollektion 4a des ersten Kollektionstyps vom betreffenden Zuförderer, beispielsweise
134, vervollständigt wurde, wie in der Figur 5 schematisch illustriert ist. Diese
vorgehend beschriebene Produktionsstrategie 26 gewährleistet bei einer einzigen Stapelstation
5 homogene Pakete 40a mit Produktkollektionen 4a, die einheitlich den ersten Kollektionstyp
aufweisen, allerdings zu Lasten der Produktionsleistung, da dabei zahlreiche Stellen,
beispielsweise Kollektionsträger 12', auf dem Förderer 11 leer bleiben, wie in der
Figur 5 ersichtlich ist, und die Durchsatzmenge respektive Produktionsgeschwindigkeit
entsprechend reduziert wird.
[0075] Neben den oben beschriebenen Produktionsstrategien 26 zur Behandlung von fehlerhaften
Kollektionen einschliesslich der Weiterführung mit oder ohne Zuführung weiterer Produkte,
der Beibehaltung oder Umwandlung des vorgesehenen Kollektionstyps, der Vervollständigung
mit oder ohne Zusatzzyklus auf dem Förderer 11, dem Ausschleusen von Teilkollektionen
mit oder ohne Erhöhung des Produktionssolls, dem Beginn einer Produktionsserie während
oder nach der Vervollständigung von Teilkollektionen vorhergehender Produktionsserien,
sind je nach Ausführungsvariante weitere Produktionsstrategien 26 zur Steuerung der
Druckproduktverarbeitungsanlage 100 bei neuen respektive geänderten Laufzeitdaten
vorgesehen, welche vom Strategieselektor 23 basierend auf den aktuellen Anlagekonfigurationsparametern
24, den aktuellen Produktionskonfigurationsparametern 25, den bestimmten Laufzeitdaten
sowie den zugeordneten Konfigurationsbedingungen und/oder Strategiebewertungen automatisch
selektiert und aktiviert werden, beispielsweise die verlangsamte Weiterführung und/oder
Absonderung der fehlerhaften Kollektionen mit oder ohne Zuführung weiterer Produkte
für die anschliessende manuelle Vervollständigung mit dem oder den fehlenden Produkten.
[0076] Abschliessend soll angeführt werden, dass in der Beschreibung zwar Computerprogrammcode
spezifischen funktionalen Modulen zugeordnet wurde und dass die Ausführung von Schritten
in einer bestimmten Reihenfolge dargestellt wurde, dass der Fachmann jedoch verstehen
wird, dass der Computerprogrammcode unterschiedlich strukturiert und die Reihenfolge
von mindestens gewissen Schritten geändert werden kann, ohne dabei vom Schutzgegenstand
abzuweichen.
Bezugszeichenliste
[0077]
- 1
- Sammelanlage
- 2
- computerisierte Steuervorrichtung
- 3
- Produkt
- 4, 4a, 4b
- Produktkollektion
- 4', 4a'
- unvollständige Produktkollektion
- 4*
- fehlerhafte Produktkollektion
- 4#
- Produktkollektion mit verschiedenem Kollektionstyp
- 5, 5'
- Stapelstation
- 6
- Abgabestation
- 10
- Steuercomputer
- 11
- Förderer
- 12,12'
- Kollektionsträger
- 13
- Zuförderer
- 14
- Makulaturweiche
- 15
- Makulaturausschleusung
- 16
- steuerbare Übergabeeinheit
- 17, 18
- Förderer
- 19
- Weiterverarbeitungsanlage
- 21
- Anlagekonfigurator
- 22
- Produktionskonfigurator
- 23
- Strategieselektor
- 24
- Anlagekonfigurationsparameter
- 25
- Produktionskonfigurationsparameter
- 26
- Produktionsstrategien
- 40, 40a, 40b
- Paket
- 40a'
- unvollständiges Paket
- 41
- Produkt
- 41 b
- Teilkollektion
- 41'
- unvollständige Produktkollektion
- 42, 42b, 43, 43b
- Teilkollektion
- 100
- Druckproduktverarbeitungsanlage
- 131, 132, 133, 134
- Zuförderer
1. Eine computerisierte Steuervorrichtung (2) zur Steuerung einer Druckproduktverarbeitungsanlage
(100), welche eine Sammelanlage (1) mit einem Förderer (11) und mehreren Zuförderern
(13) zur Erstellung von Produktkollektionen (4, 4a, 4b) aus von den Zuförderern (13)
zugeführten Produkten (3) umfasst, umfassend:
einen Anlagekonfigurator (21) zum Erfassen und Speichern von Anlagekonfigurationsparametern
(24), welche eine Konfiguration der Druckproduktverarbeitungsanlage (100) definieren,
einen Produktionskonfigurator (22) zum Erfassen und Speichern von Produktionskonfigurationsparametern
(25), welche eine Produktion von aus mehreren zugeführten Produkten (3) erstellten
Produktkollektionen (4, 4a, 4b) definieren,
Mittel zum Bestimmen von Laufzeitdaten während der Produktion,
mehrere gespeicherte Produktionsstrategien (26), welche jeweils die Steuerung der
Druckproduktverarbeitungsanlage (100) bestimmen, und
welche gespeicherte Instruktionen und/oder Steuerparameter zur Steuerung der Druckproduktverarbeitungsanlage
(100) umfassen, und
einen Strategieselektor (23), der eingerichtet ist, während der Produktion basierend
auf den gespeicherten Anlagekonfigurationsparametern (24),
den gespeicherten Produktionskonfigurationsparametern (25) und den bestimmten Laufzeitdaten
eine der gespeicherten Produktionsstrategien (26) zur Steuerung der Druckproduktverarbeitungsanlage
(100) zu selektieren und zu aktivieren,
dadurch gekennzeichnet,
dass den definierten Produktionsstrategien (26) Konfigurationsbedingungen zugeordnet gespeichert
sind, welche definierte Minimal und/oder Maximalwerte für bestimmte Anlagekonfigurationsparameter
(24) und/oder Produktionskonfigurationsparameter (25) umfassen, und
dass der Strategieselektor (23) eingerichtet ist, eine der definierten Produktionsstrategien
(26) abhängig davon zu selektieren, ob die zugeordneten Konfigurationsbedingungen
erfüllt sind.
2. Die Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Anlagekonfigurator (21) und/oder der Produktionskonfigurator (22) eingerichtet
sind, mindestens gewisse laufzeitabhängige Anlagekonfigurationsparameter (24) respektive
Produktionskonfigurationsparameter (25) während der Produktion zu erfassen und zu
speichern.
3. Die Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufzeitdaten einen in der Erstellung einer Produktkollektion (4, 4a, 4b) aufgetretenen
Produktionsfehler anzeigen, und dass der Strategieselektor (23) eingerichtet ist,
die definierte Produktionsstrategie (26) basierend auf dem Produktionsfehler zu selektieren.
4. Die Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum Bestimmen von Laufzeitdaten eine Benutzerschnittstelle umfassen, welche
eingerichtet ist, die Laufzeitdaten von einem Benutzer während der Produktion entgegenzunehmen
und zu speichern.
5. Die Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die definierten Produktionsstrategien (26) eine unterschiedliche Ansteuerung der
Zuförderer (13) für eine unterschiedliche Zuführung der Produkte (3) bewirken.
6. Die Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die definierten Produktionsstrategien (26) eine unterschiedliche Ansteuerung einer
Übergabeeinheit (16) bewirken, welche eine erstellte Produktkollektion (4, 4a, 4b)
einer Weiterverarbeitungsanlage (19) übergibt oder auf dem Förderer (11) belässt und
erneut an den Zuförderern (13) vorbeiführt.
7. Die Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die definierten Produktionsstrategien (26) eine unterschiedliche Ansteuerung einer
Makulaturweiche (14) bewirken, welche eine fehlerhafte Produktkollektion (4*) einer
Makulaturausschleusung zuführt (15) oder auf dem Förderer (11) weiterführt.
8. Die Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die definierten Produktionsstrategien (26) eine unterschiedliche Geschwindigkeitssteuerung
des Förderers (11) bewirken.
9. Die Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass den definierten Produktionsstrategien (26) jeweils eine Strategiebewertung zugeordnet
gespeichert ist, und dass der Strategieselektor (23) eingerichtet ist, eine der definierten
Produktionsstrategien (26) basierend auf der zugeordneten Strategiebewertung zu selektieren.
10. Die Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlagekonfigurationsparameter (24) Angaben umfassen über mindestens eines aus
Anzahl Zuförderer (13), Position der Zuförderer (13), Anzahl von Kollektionsträgern
(12), Anzahl von zuschaltbaren Stapelstationen (5, 5'), Position der zuschaltbaren
Stapelstationen (5, 5'), Anzahl Makulaturweichen (14) und Position der Makulaturweichen
(14), und dass die Produktionskonfigurationsparameter (25) Angaben umfassen über mindestens
eines aus Anzahl Produktkollektionen (4, 4a, 4b) in einer Produktion, Routeninformationen
für Auslieferung von Paketen (40, 40a, 40b) mit Produktkollektionen (4, 4a, 4b), Adressinformation
für Auslieferung von Paketen (40, 40a, 40b) respektive Produktkollektionen (4, 4a,
4b), Anzahl Leerpositionen auf dem Förderer (11) zwischen der Produktion von unterschiedlichen
Produktkollektionen (4, 4a, 4b), Anzahl Produktkollektionen (4, 4a, 4b) in Mehrproduktion,
Struktur einer Produktkollektion (4, 4a, 4b), Grösse einer Produktkollektion (4, 4a,
4b), Anzahl Produkte (3), Belegung der Zuförderer (13), Splitbetrieb von Zuförderern
(13), Behandlung von überschüssigen Produktkollektionen, Toleranz von Fehlabzügen
pro Produkt (3), Toleranz von Produktkollektionsfehlern, Toleranz von Paketfehlern,
Toleranz von Fehlern in Produktreihenfolge, Toleranz von zusätzlichen Produkten (3)
in einer Produktkollektion (4, 4a, 4b), Toleranz hinsichtlich Routenkonformität von
Paketen (40, 40a, 40b), und Toleranz hinsichtlich Routenkonformität der Reihenfolge
der Pakete (40, 40a, 40b).
11. Ein computerimplementiertes Verfahren zur Steuerung einer Druckproduktverarbeitungsanlage
(100), welche eine Sammelanlage (1) mit einem Förderer (11) und mehreren Zuförderern
(13) zur Erstellung von Produktkollektionen (4, 4a, 4b) aus von den Zuförderern (13)
zugeführten Produkten (3) umfasst, umfassend:
Erfassen und Speichern in einer computerisierten Steuervorrichtung (2) von Anlagekonfigurationsparametern
(24), welche eine Konfiguration der Druckproduktverarbeitungsanlage (100) definieren,
Erfassen und Speichern in der computerisierten Steuervorrichtung (2) von Produktionskonfigurationsparametern
(25), welche eine Produktion von aus mehreren zugeführten Produkten (3) erstellten
Produktkollektionen (4, 4a, 4b) definieren,
Bestimmen in der computerisierten Steuervorrichtung (2) von Laufzeitdaten während
der Produktion,
Selektieren in der computerisierten Steuervorrichtung (2) einer von mehreren gespeicherten
Produktionsstrategien (26), welche jeweils die Steuerung der Druckproduktverarbeitungsanlage
(100) bestimmen, und
welche gespeicherte Instruktionen und/oder Steuerparameter zur Steuerung der Druckproduktverarbeitungsanlage
(100) umfassen, während der Produktion basierend auf den gespeicherten Anlagekonfigurationsparametern
(24), den gespeicherten Produktionskonfigurationsparametern (25) und den bestimmten
Laufzeitdaten, und
Aktivieren der selektierten gespeicherten Produktionsstrategie (26) zur Steuerung
der Druckproduktverarbeitungsanlage (100),
dadurch gekennzeichnet,
dass den definierten Produktionsstrategien (26) Konfigurationsbedingungen zugeordnet gespeichert
werden, welche definierte Minimal und/oder Maximalwerte für bestimmte Anlagekonfigurationsparameter
(24) und/oder Produktionskonfigurationsparameter (25) umfassen, und dass eine der
definierten Produktionsstrategien (26) abhängig davon selektiert wird, ob die zugeordneten
Konfigurationsbedingungen erfüllt sind.
12. Das Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens gewisse laufzeitabhängige Anlagekonfigurationsparameter (24) und/oder
Produktionskonfigurationsparameter (25) während der Produktion erfasst und gespeichert
werden.
13. Das Verfahren nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufzeitdaten einen in der Erstellung einer Produktkollektion (4, 4a, 4b) aufgetretenen
Produktionsfehler anzeigen, und dass die definierte Produktionsstrategie (26) basierend
auf dem Produktionsfehler selektiert wird.
14. Das Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufzeitdaten in der computerisierten Steuervorrichtung (2) während der Produktion
über eine Benutzerschnittstelle von einem Benutzer entgegengenommen und gespeichert
werden.
15. Das Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass ein Steuercomputer (10) die Zuförderer (13) basierend auf den definierten Produktionsstrategien
(26) unterschiedlich ansteuert um die Produkte (3) unterschiedlich zuzuführen.
16. Das Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass ein Steuercomputer (10) eine Übergabeeinheit (16) basierend auf den definierten Produktionsstrategien
(26) unterschiedlich ansteuert um eine erstellte Produktkollektion (4, 4a, 4b) einer
Weiterverarbeitungsanlage (19) zu übergeben oder auf dem Förderer (11) zu belassen
und erneut an den Zuförderern (13) vorbeizuführen.
17. Das Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass ein Steuercomputer (10) eine Makulaturweiche (14) basierend auf den definierten Produktionsstrategien
(26) unterschiedlich ansteuert um eine fehlerhafte Produktkollektion (4*) einer Makulaturausschleusung
zuzuführen (15) oder auf dem Förderer (11) weiterzuführen.
18. Das Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass ein Steuercomputer (10) den Förderer (11) basierend auf den definierten Produktionsstrategien
(26) unterschiedlich ansteuert um eine unterschiedliche Geschwindigkeit des Förderers
(1) zu erreichen.
19. Das Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass den definierten Produktionsstrategien (26) jeweils eine Strategiebewertung zugeordnet
gespeichert wird, und dass eine der definierten Produktionsstrategien (26) basierend
auf der zugeordneten Strategiebewertung selektiert wird.
20. Das Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass für die Produktion unterschiedlicher Produktkollektionen (4, 4a, 4b) in nacheinander
folgenden Produktionsserien, jeweils eine unterschiedliche Produktionsstrategie (26)
selektiert wird.
21. Computerprogrammprodukt, umfassend ein greifbares computerlesbares Speichermedium
mit gespeichertem Computercode,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Computercode eingerichtet ist,
einen oder mehrere Prozessoren einer Steuervorrichtung (2) zur Steuerung einer Druckproduktverarbeitungsanlage
(100), welche eine Sammelanlage (1) mit einem Förderer (11) und mehreren Zuförderern
(13) zur Erstellung von Produktkollektionen (4, 4a, 4b) aus von den Zuförderern (13)
zugeführten Produkten (3) umfasst, so zu steuern, dass die Prozessoren Anlagekonfigurationsparameter
(24), welche eine Konfiguration der Druckproduktverarbeitungsanlage (100) definieren,
erfassen und speichern,
Produktionskonfigurationsparameter (25), welche eine Produktion von aus mehreren zugeführten
Produkten (3) erstellten Produktkollektionen (4, 4a, 4b) definieren, erfassen und
speichern,
während der Produktion Laufzeitdaten bestimmen,
eine von mehreren definierten Produktionsstrategien (26), welche jeweils die Steuerung
der Druckproduktverarbeitungsanlage (100) bestimmen, und welche gespeicherte Instruktionen
und/oder Steuerparameter zur Steuerung der Druckproduktverarbeitungsanlage (100) umfassen,
während der Produktion basierend auf den gespeicherten Anlagekonfigurationsparametern
(24), den gespeicherten Produktionskonfigurationsparametern (25) und den bestimmten
Laufzeitdaten selektieren, und
die selektierte gespeicherte Produktionsstrategie (26) zur Steuerung der Druckproduktverarbeitungsanlage
(100) aktivieren, wobei den definierten Produktionsstrategien (26) Konfigurationsbedingungen
zugeordnet gespeichert sind, welche definierte Minimal und/oder Maximalwerte für bestimmte
Anlagekonfigurationsparameter (24) und/oder Produktionskonfigurationsparameter (25)
umfassen, und die definierten Produktionsstrategien (26) werden jeweils abhängig davon
selektiert, ob die zugeordneten Konfigurationsbedingungen erfüllt sind.
22. Computerprogrammprodukt nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass das Speichermedium weiteren Computercode umfasst, welcher eingerichtet ist, den einen
oder die mehreren Prozessoren so zu steuern, dass die Prozessoren das Verfahren gemäss
einem der Ansprüche 12 bis 22 ausführen.
1. A computerized control device (2) for controlling a printed-product processing system
(100), which comprises a collector system (1) having a conveyor (11) and a plurality
of feed conveyors (13) for creating product collections (4, 4a, 4b) from the products
(3) supplied by the feed conveyors (13), comprising:
a system configurator (21) for detecting and storing system configuration parameters
(24), which define a configuration of the printed-product processing system (100),
a production configurator (22) for detecting and storing production configuration
parameters (25), which define a production of product collections (4, 4a, 4b) created
from a plurality of supplied products (3),
means for determining run-time data during production,
a plurality of stored production strategies (26), which in each case determine the
control of the printed-product processing system (100), and which comprise stored
instructions and/or control parameters for controlling the printed-product processing
system (100), and
a strategy selector (23), which is set up to select and to activate one of the stored
production strategies (26), for controlling the printed-product processing system
(100), during production on the basis of the stored system configuration parameters
(24), the stored production configuration parameters (25) and the determined run-time
data,
characterized in
that configuration conditions, which comprise defined minimum and/or maximum values for
certain system configuration parameters (24) and/or production configuration parameters
(25), are stored in such a manner that the configuration conditions are assigned to
the defined production strategies (26), and in that the strategy selector (23) is
set up to select one of the defined production strategies (26), depending on whether
the assigned configuration conditions are fulfilled.
2. The device according to claim 1, characterized in that the system configurator (21) and/or the production configurator (22) are set up to
detect and to store at least certain run-time dependent system configuration parameters
(24) or production configuration parameters (25) during production.
3. The device according to one of claims 1 or 2, characterized in that the run-time data display a production fault which has occurred in the creation of
a product collection (4, 4a, 4b), and in that the strategy selector (23) is set up to select the defined production strategy on
the basis of production faults (26) .
4. The device according to one of claims 1 to 3, characterized in that the means for determining run-time data comprise a user interface, which is set up
to receive and to store the run-time data from a user during production.
5. The device according to one of claims 1 to 4, characterized in that the defined production strategies (26) effect a different control of the feed conveyors
(13) for a different supply of the products (3) .
6. The device according to one of claims 1 to 5, characterized in that the defined production strategies (26) effect a different control of a transfer unit
(16), which transfers a created product collection (4, 4a, 4b) to a further processing
system (19) or leaves the product collection on the conveyor (11) and guides the product
collection past the feed conveyors (13) anew.
7. The device according to one of claims 1 to 6, characterized in that the defined production strategies (26) effect a different control of a waste gate
(14), which supplies a defective product collection (4*) to a waste discharge system
(15) or guides the product collection further on the conveyor (11) .
8. The device according to one of claims 1 to 7, characterized in that the defined production strategies (26) effect a different speed control of the conveyor
(11).
9. The device according to one of claims 1 to 8, characterized in that a strategy evaluation is stored in such a manner that the strategy evaluation is
assigned to the defined production strategies (26) in each case, and in that the strategy selector (23) is set up to select one of the defined production strategies
(26) on the basis of the assigned strategy evaluation.
10. The device according to one of claims 1 to 9, characterized in that the system configuration parameters (24) comprise data about at least one of a number
of feed conveyors (13), position of the feed conveyors (13), number of collection
carriers (12), number of connectable stacking stations (5, 5'), position of the connectable
stacking stations (5, 5'), number of waste gates (14) and position of the waste gates
(14), and in that the production configuration parameters (25) comprise data about at least one of
a number of product collections (4, 4a, 4b) in a production, route information for
delivering packages (40, 40a, 40b) with product collections (4, 4a, 4b), address information
for delivering packages (40, 40a, 40b) or product collections (4, 4a, 4b), number
of empty positions on the conveyor (11) between the production of different product
collections (4, 4a, 4b), number of product collections (4, 4a, 4b) in multi-production,
structure of a product collection (4, 4a, 4b), size of a product collection (4, 4a,
4b), number of products (3), occupancy of the feed conveyors (13), split operation
of feed conveyors (13), treatment of surplus product collections, tolerance of failed
extractions per product (3), tolerance of product collection faults, tolerance of
package faults, tolerance of faults in the product sequence, tolerance of additional
products (3) in a product collection (4, 4a, 4b), tolerance with regards to route
conformity of packages (40, 40a, 40b), and tolerance with regards to route conformity
of the sequence of the packages (40, 40a, 40b).
11. A computer-implemented method for controlling a printed-product processing system
(100), which comprises a collector system (1) having a conveyor (11) and a plurality
of feed conveyors (13) for creating product collections (4, 4a, 4b) from the products
(3) supplied by the feed conveyors (13), comprising:
detection and storage in a computerized control device (2) of system configuration
parameters (24), which define a configuration of the printed-product processing system
(100),
detection and storage in the computerized control device (2) of production configuration
parameters (25), which define a production of product collections (4, 4a, 4b) created
from a plurality of supplied products (3),
determination of run-time data in the computerized control device (2) during production,
selection in the computerized control device (2) of one of a plurality of stored production
strategies (26), which in each case determine the control of the printed-product processing
system (100), and which comprise stored instructions and/or control parameters for
controlling the printed-product processing system (100), during production on the
basis of the stored system configuration parameters (24), the stored production configuration
parameters (25) and the determined run-time data, and activation of the selected stored
production strategy (26) for controlling the printed-product processing system (100),
characterized in
that configuration conditions, which comprise defined minimum and/or maximum values for
certain system configuration parameters (24) and/or production configuration parameters
(25), are stored in such a manner that the configuration conditions are assigned to
the defined production strategies (26), and in that one of the defined production
strategies (26) is selected, depending on whether the assigned configurations conditions
are fulfilled.
12. The method according to claim 11, characterized in that at least certain run-time dependent system configuration parameters (24) and/or production
configuration parameters (25) are detected and stored during production.
13. The method according to one of claims 11 or 12, characterized in that the run-time data display a production fault which has occurred in the creation of
a product collection (4, 4a, 4b), and in that the defined production strategy (26) is selected on the basis of the production fault.
14. The method according to one of claims 11 to 13, characterized in that the run-time data are received and stored in the computerized control device (2)
from a user via a user interface during production.
15. The method according to one of claims 11 to 14, characterized in that a control computer (10) controls the feed conveyors (13) differently on the basis
of the defined production strategies (26) in order to supply the products (3) differently.
16. The method according to one of claims 11 to 15, characterized in that a control computer (10) controls a transfer unit (16) differently on the basis of
the defined production strategies (26) in order to transfer a created product collection
(4, 4a, 4b) to a further processing system (19) or to leave the product collection
on the conveyor (11) and guide the product collection past the feed conveyors (13)
anew.
17. The method according to one of claims 11 to 16, characterized in that a control computer (10) controls a waste gate (14) differently on the basis of the
defined production strategies (26) in order to transfer a defective product collection
(4*) to a waste discharge system (15) or guide the product collection further on the
conveyor (11).
18. The method according to one of claims 11 to 17, characterized in that a control computer (10) controls the conveyor (11) differently on the basis of the
defined production strategies (26) in order to achieve a different speed of the conveyor
(1).
19. The method according to one of claims 11 to 18, characterized in that a strategy evaluation is stored in such a manner that the strategy evaluation is
assigned to the defined production strategies (26) in each case, and in that one of the defined production strategies (26) is selected on the basis of the assigned
strategy evaluation.
20. The method according to one of claims 11 to 19, characterized in that for the production of different production collections (4, 4a, 4b) in successive
production series, a different production strategy (26) is selected in each case.
21. A computer program product, comprising a tangible computer-readable storage medium
with stored computer code,
characterized in
that the computer code is set up to control one or more processors of a control device
(2) in such a manner for controlling a printed-product processing system (100), which
comprises a collector system (1) having a conveyor (11) and a plurality of feed conveyors
(13) for creating product collections (4, 4a, 4b) from the products (3) supplied by
the feed conveyors (13), that the processors detect and store system configuration
parameters (24), which define a configuration of the printed-product processing system
(100),
detect and store production configuration parameters (25), which define a production
of product collections (4, 4a, 4b) created from a plurality of supplied products (3),
determine run-time data during production,
select one of a plurality of defined production strategies (26), which in each case
determine the control of the printed-product processing system (100), and which comprise
stored instructions and/or control parameters for controlling the printed-product
processing system (100), during production on the basis of the stored system configuration
parameters (24), the stored production configuration parameters (25) and the determined
run-time data,
activate the selected stored production strategy (26) for controlling the printed-product
processing system (100),
wherein configuration conditions, which comprise defined minimum and/or maximum values
for certain system configuration parameters (24) and/or production configuration parameters
(25), are stored in such a manner that the configuration conditions are assigned to
the defined production strategies (26), and the defined production strategies (26)
are selected, in each case depending on whether the assigned configurations conditions
are fulfilled.
22. The computer program product according to claim 21,
characterized in
that the storage medium comprises further computer code, which is set up to control the
one or the plurality of processor(s) in such a manner that the processors execute
the method according to one of claims 12 to 22.
1. Dispositif de commande informatisé (2) pour commander une installation de fabrication
de produits imprimés (100), qui comprend une installation de collecte (1) avec un
convoyeur (11) et plusieurs convoyeurs d'alimentation (13) pour établir des collections
de produits (4, 4a, 4b) à partir des produits (3) alimentés par les convoyeurs d'alimentation
(13),
un configurateur d'installation (21) pour détecter et mémoriser des paramètres de
configuration d'installation (24), qui définissent une configuration de l'installation
de fabrication de produits imprimés (100),
un configurateur de production (22) pour détecter et mémoriser des paramètres de configuration
de production (25), qui définissent une production de collections de produits (4,
4a, 4b) établies à partir de plusieurs produits (3) alimentés,
des moyens pour déterminer des données de durée d'exécution pendant la production,
plusieurs stratégies de production mémorisées (26), qui déterminent respectivement
la commande de l'installation de fabrication de produits imprimés (100), et qui comprennent
des instructions et/ou paramètres de commande mémorisés pour commander l'installation
de fabrication de produits imprimés (100),
un sélecteur de stratégie (23), qui est conçu afin de, sur la base des paramètres
de configuration d'installation (24) mémorisés, des paramètres de configuration de
production (25) mémorisés et des données de durée d'exécution déterminés, de sélectionner
et activer, une des stratégies de production (26) mémorisées pour commander l'installation
de fabrication de produits imprimés (100),
caractérisé en ce
que des conditions de configuration sont mémorisées de manière coordonnée aux stratégies
de production (26) définies, qui comprennent des valeurs minimales et/ou maximales
pour des paramètres de configuration d'installation (24) et/ou des paramètres de configuration
de production (25), et en ce que le sélecteur de stratégie (23) est configuré afin
de sélectionner les stratégies de production (26) définies en fonction du fait que
les conditions de configuration coordonnées sont remplies.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que le configurateur d'installation (21) et/ou le configurateur de production (22) sont
configurés afin de détecter et mémoriser pendant la production au moins certains paramètres
de configuration d'installation (24) étant fonction de la durée d'exécution, respectivement
paramètres de configuration de production (25).
3. Dispositif selon une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que les données de durée d'exécution affichent un défaut de production survenu lors de
l'établissement d'une collection de produit (4a, 4a, 4b), et en ce que le sélecteur de stratégie (23) est conçu afin de sélectionner la stratégie de production
définie (26) sur la base du défaut de production.
4. Dispositif selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les moyens pour déterminer les données de durée d'exécution comprennent une interface
d'utilisateur, qui est conçue afin de recevoir et mémoriser les données de durée d'exécution
par un utilisateur pendant la production.
5. Dispositif selon une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que les stratégies de production définies (26) provoquent une commande différente du
convoyeur d'alimentation (13) pour une alimentation différente des produits (3).
6. Dispositif selon une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que les stratégies de produits définies (26) provoquent une commande différente d'une
unité de transfert (16), qui transfère une collection de produits établie (4, 4a,
4b) à une installation de finition (19)ou les laisse sur le convoyeur (11) et les
avance de nouveau sur le convoyeur d'alimentation (13) .
7. Dispositif selon une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que les stratégies de production définies (26) provoquent une commande différente d'une
séparation de papier de rebut (14), qui introduit une collection de produits défectueuse
(4*) dans une évacuation de papier de rebut (15) ou la transmet au convoyeur (11).
8. Dispositif selon une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que les stratégies de production définies (26) provoquent une commande de vitesse différente
du convoyeur (11).
9. Dispositif selon une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que respectivement une estimation de stratégie est mémorisée de manière coordonnée aux
stratégies de production définies (26), et en ce que le sélecteur de stratégie (23) est conçu afun de sélectionner une des stratégies
de production (26) définies sur la base de l'estimation de stratégie coordonnée.
10. Dispositif selon une des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que les paramètres de configuration d'installation (24) comprennent des indications relatives
à au moins un d'un nombre de convoyeurs (13), une position du convoyeur d'alimentation
(13), un nombre de supports de collection (12), un nombre de postes d'empilage (5,
5') pouvant être commutés, une position des postes d'empilage (5, 5') pouvant être
commutés, un nombre de séparations de papier de rebut (14) et une position de séparations
de papier de rebut (14) et en ce que les paramètres de configuration de production (25) comprennent des indications relatives
à au moins un d'un nombre de collections de produits (4, 4a, 4b) dans une production,
des informations de route pour la livraison des paquets (40, 40a, 40b) avec des collections
de produits (4, 4a, 4b), des informations d'adresse pour la livraison des paquets
(40, 40a, 40b) de collections de produits respectives (4, 4a, 4b), un nombre de positions
vides sur le convoyeur (11) entre la production de collections de produits différentes
(4, 4a, 4b), un nombre de collections de production (4, 4a, 4b) en surproduction,
une structure d'une collection de produits (4, 4a, 4b), une taille d'une collection
de produits (4, 4a, 4b), un nombre de produits (3), une affectation du convoyeur d'alimentation
(13), un fonctionnement décalé des convoyeurs d'alimentation (13), un traitement des
collections de produits excédentaires, une tolérance d'erreurs de retrait par produit
(3), une tolérance d'erreurs de collection de produits, une tolérance d'erreurs de
paquets, une tolérance d'erreurs dans une séquence de produits, une tolérance de produits
supplémentaires (3) dans une collection de produits (4, 4a, 4b), une tolérance concernant
la conformité de route des paquets (40, 40a, 40b) et une tolérance concernant une
conformité de route de la séquence de paquets (40, 40a, 40b).
11. Procédé implémenté de manière informatisée pour commander une installation de fabrication
de produits imprimés (100), qui comprend une installation de collecte (1) avec un
convoyeur (11) et plusieurs convoyeurs d'alimentation (13) pour établir des collections
de produits (4, 4a, 4b) à partir des produits (3) alimentés par les convoyeurs d'alimentation
(13), comprenant de
détecter et mémoriser dans un dispositif de commande informatisé (2) des paramètres
de configuration d'installation (24), qui définissent une configuration de l'installation
de fabrication de produits imprimés (100),
détecter et mémoriser dans le dispositif de commande informatisé (2) des paramètres
de configuration de production (25), qui définissent une production de collections
de produits (4, 4a, 4b) établies à partir de plusieurs produits (3) alimentés,
déterminer dans le dispositif de commande informatisé (2) des données de durée d'exécution
pendant la production,
sélectionner dans le dispositif de commande informatisé (2) une de plusieurs stratégies
de production mémorisées (26), qui déterminent respectivement la commande de l'installation
de fabrication de produits imprimés (100), et qui comprennent des instructions et/ou
paramètres de commande mémorisés pour commander l'installation de fabrication de produits
imprimés (100), pendant la production sur la base des paramètres de configuration
d'installation (24) mémorisés, des paramètres de configuration de production (25)
mémorisés et des données de durée d'exécution déterminés,
activer les stratégies de production (26) sélectionnées mémorisées pour commander
l'installation de fabrication de produits imprimés (100),
caractérisé en ce
que des conditions de configuration sont mémorisées de manière coordonnée aux stratégies
de production (26) définies, qui comprennent des valeurs minimales et/ou maximales
pour des paramètres de configuration d'installation (24) et/ou des paramètres de configuration
de production (25), et en ce que le sélecteur de stratégie est configuré afin de sélectionner
les stratégies de production (26) définies en fonction du fait que les conditions
de configuration coordonnées sont remplies.
12. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce que au moins certains paramètres de configuration d'installation (24) fonction de la
durée d'exécution, respectivement paramètres de configuration de production (25) sont
détectés et mémorisés pendant la production.
13. Procédé selon une des revendications 11 ou 12, caractérisé en ce que les données de durée d'exécution affichent un défaut de production survenu lors de
l'établissement d'une collection de produit (4a, 4a, 4b), et en ce que la stratégie de production définie (26) est sélectionnée sur la base du défaut de
production.
14. Procédé selon une des revendications 11 à 13, caractérisé en ce que les données de durée d'exécution sont reçues et mémorisées par un utilisateur dans
le dispositif de commande informatisé (2) pendant la production par l'intermédiaire
d'une interface d'utilisateur.
15. Procédé selon une des revendications 11 à 14, caractérisé en ce que un ordinateur de commande (10) commande différemment les convoyeurs d'alimentation
(13) sur la base des stratégies de production définies (26), afin d'alimenter les
produits (3) différemment.
16. Procédé selon une des revendications 11 à 15, caractérisé en ce que un ordinateur de commande (10) commande différemment une unité de transfert (16)
sur la base des stratégies de production définies (26) afin de transférer une collection
de produits établie (4, 4a, 4b) à une installation de finition ou la laisser sur le
convoyeur (11) et l'avancer à nouveau sur les convoyeurs d'alimentation (13).
17. Procédé selon une des revendications 11 à 16, caractérisé en ce que un ordinateur de commande (10) commande différemment une séparation de papier de
rebut (14) sur la base des stratégies de production définies (26), afin d'introduire
une collection de produits défectueuse (4*) dans une évacuation de papier de rebut
(15) ou la transmettre au convoyeur (11).
18. Procédé selon une des revendications 11 à 17, caractérisé en ce que un ordinateur de commande (10) commande différemment le convoyeur (11) sur la base
des stratégies de production définies (26) afin d'atteindre une vitesse différente
du convoyeur (1).
19. Procédé selon une des revendications 11 à 18, caractérisé en ce que respectivement une estimation de stratégie est mémorisée de manière coordonnée aux
stratégies de production définies (26), et en ce que une des stratégies de production définies (26) est sélectionnée sur la base de l'estimation
de stratégie coordonnée.
20. Procédé selon une des revendications 11 à 19, caractérisé en ce que pour la production de différentes collections de produits (4, 4a, 4b) dans des séries
de production se suivant, une stratégie de production (26) respectivement différente
est sélectionnée.
21. Produit de programme informatique, comprenant un support de mémorisation préhensible
lisible par ordinateur sur lequel du code informatique est mémorisé,
caractérisé en ce
que le code informatique est conçu afin de commander un ou plusieurs processeurs d'un
dispositif de commande (2) pour commander une installation de fabrication de produits
imprimés (100), qui comprend une installation de collecte (1) avec un convoyeur (11)
et plusieurs convoyeurs d'alimentation (13) pour établir des collections de produits
(4, 4a, 4b) à partir des produits (3) alimentés par les convoyeurs d'alimentation
(13), de telle sorte que les processeurs détectent et mémorisent des paramètres de
configuration d'installation (24), qui définissent une configuration de l'installation
de fabrication de produits imprimés (100), détectent et mémorisent des paramètres
de
configuration de production (25), qui définissent une production de collections de
produits (4, 4a, 4b) établies à partir de plusieurs produits (3) alimentés, déterminent
des données de durée d'exécution pendant la production,
sélectionnent une ou plusieurs stratégies de production (26) définies, qui déterminent
respectivement la commande de l'installation de fabrication de produits imprimés (100),
et qui comprennent des instructions et/ou paramètres de commande mémorisés pour commander
l'installation de fabrication de produits imprimés (100), pendant la production sur
la base des paramètres de configuration d'installation (24) mémorisés, des paramètres
de configuration de production (25) mémorisés et des données de durée d'exécution
déterminés, activent la stratégie de production (26) sélectionnée mémorisée afin de
commander l'installation de fabrication de produits imprimés (100),
dans lequel des conditions de configuration sont mémorisées de manière coordonnée
aux stratégies de production (26) définies, qui comprennent des valeurs minimales
et/ou maximales pour des paramètres de configuration d'installation (24) et/ou des
paramètres de configuration de production (25), et en ce que le sélecteur de stratégie
est configuré afin de sélectionner les stratégies de production (26) définies en fonction
du fait que les conditions de configuration coordonnées sont remplies.
22. Produit de programme informatique selon la revendication 21, caractérisé en ce que le moyen de mémorisation comprend du code informatique supplémentaire, qui est conçu
afin de commander un ou plusieurs processeurs, de telle sorte que les processeurs
mettent en oeuvre le procédé selon une des revendications 12 à 22.