(19)
(11) EP 2 511 013 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
17.10.2012  Patentblatt  2012/42

(21) Anmeldenummer: 12161104.0

(22) Anmeldetag:  23.03.2012
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B05B 15/02(2006.01)
B05C 5/02(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 14.04.2011 DE 102011002069

(71) Anmelder: Nordenia Deutschland Gronau GmbH
48599 Gronau (DE)

(72) Erfinder:
  • Weitkamp, Jürgen
    48683 Ahaus (DE)
  • Schönbeck, Dipl.-Ing. Marcus
    33775 Versmold (DE)

(74) Vertreter: Albrecht, Rainer Harald 
Andrejewski - Honke Patent- und Rechtsanwälte An der Reichsbank 8
45127 Essen
45127 Essen (DE)

   


(54) Klebstoffdüse zum Aufbringen von Klebstoff auf eine bewegte Materialbahn


(57) Die Erfindung betrifft eine Klebstoffdüse (1) zum Aufbringen von Klebstoff (2) auf eine bewegte Materialbahn (3) mit einem Düsengehäuse (4), das einen beheizbaren Klebstoffkanal (5) für die Zuführung von Klebstoff (2) enthält, wobei das Düsengehäuse (4) eine der Materialbahn (3) zugewandte Führungsfläche (6) aufweist, die in Bewegungsrichtung der Materialbahn (3) vor einer Auslassöffnung (7) des Klebstoffkanals (5) angeordnet ist. Die Führungsfläche (6) ist porös ausgestaltet und von einem Luftstrom, der durch einen Luftkanal (8) zuführbar ist, durchströmt.




Beschreibung

Beschreibung:



[0001] Die Erfindung betrifft eine Klebstoffdüse zum Aufbringen von Klebstoff auf eine bewegte Materialbahn mit einem Düsengehäuse, das einen Klebstoffkanal für die Zuführung von Klebstoff enthält, wobei das Düsengehäuse eine der Materialbahn zugewandte Führungsfläche aufweist, die in Bewegungsrichtung der Materialbahn vor einer Auslassöffnung des Klebstoffkanals angeordnet ist.

[0002] Die beschriebene Klebstoffdüse zum Aufbringen von Klebstoff kann insbesondere zum Kaschieren von Nonwoven gegen sich selbst oder gegen Folien verwendet werden. Mittels der Klebstoffdüse wird erhitzter Klebstoff (Hotmelt), auf ein bewegtes Substrat (Nonwoven) aufgebracht. Dabei liegt das Substrat an der Führungsfläche an. Durch den Druck, mit der das Substrat über die Führungsfläche bewegt wird, resultiert Reibung und Abrieb von Substrat. Die Folge ist, dass sich Fasern des Substrats an der Klebstoffdüse ablagern. Zur Reduzierung der Reibung und zur Vermeidung von Ablagerungen ist die Führungsfläche der Klebstoffdüse häufig mit einer Gleitbeschichtung, beispielsweise einer PTFE-Beschichtung, versehen. Die passive Beschichtung kann durch eine Oberflächenschuppung noch verbessert werden. Jedoch verschleißen die bekannten Gleitbeschichtungen relativ schnell. Erfahrungsgemäß muss die Gleitbeschichtung an der Führungsfläche einer Klebstoffdüse alle vier bis sechs Wochen erneuert werden.

[0003] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Klebstoffdüse zum Aufbringen von Klebstoff auf eine bewegte Materialbahn anzugeben, deren Führungsfläche wartungsfrei ist und sich selbst reinigt.

[0004] Gegenstand der Erfindung und Lösung dieser Aufgabe ist eine Klebstoffdüse zum Aufbringen von Klebstoff auf eine bewegte Materialbahn nach Anspruch 1.

[0005] Der Erfindung liegt eine Klebstoffdüse zum Aufbringen von Klebstoff auf eine bewegte Materialbahn mit den eingangs beschriebenen Merkmalen zugrunde. Erfindungsgemäß ist die Führungsfläche der Klebstoffdüse porös ausgestaltet und ist von einem Luftstrom, der durch einen Luftkanal zuführbar ist, durchströmt. Der Luftkanal kann seitlich oder an der Rückseite der Führungsfläche angeordnet sein. Durch die erfindungsgemäße Gestaltung der Klebstoffdüse wird zwischen der an der Führungsfläche vorbeigeführten Materialbahn und der Führungsfläche durch den in diesem Bereich ausströmenden Luftstrom ein Luftpolster gebildet. Das Luftpolster verhindert einen reibenden Kontakt zwischen der Führungsfläche und der Materialbahn oder reduziert diesen zumindest. Dadurch kann ein Abrieb der Materialbahn vermieden und ein Verschleiß der Führungsfläche verhindert werden. Die erfindungsgemäß ausgeführte Führungsfläche der Klebstoffdüse ist wartungsfrei. Lösen sich Fasern oder sonstige Bestandteile von der Materialbahn, so werden die Fasern bzw. Bestandteile von der ausströmenden Luft wegtransportiert. Die Klebstoffdüse weist daher für diesen Bereich einen Selbstreinigungseffekt auf.

[0006] Die Führungsfläche des Düsengehäuses weist vorzugsweise abgewinkelte Abschnitte auf, die in Bewegungsrichtung der Materialbahn einen Einlaufspalt begrenzen. Die abgewinkelten Abschnitte sind als zwei Schenkel ausgebildet, wobei ein Schenkel einen spitzen Winkel α mit der in Bewegungsrichtung bewegten Materialbahn bildet und der andere Schenkel zu der bewegten Materialbahn parallel ausgerichtet ist. Eine weitere Gestaltungsmöglichkeit sieht eine bogenförmig gekrümmte Führungsfläche vor.

[0007] Die Führungsfläche wird zweckmäßig von einem porösen Formkörper gebildet. Dieser weist vorzugsweise eine offenzellige Porenstruktur auf. Der Formkörper kann insbesondere aus Metallschaum oder einem metallischen Sintermaterial bestehen, und weist vorzugsweise sehr kleine, mit bloßem Auge nicht sichtbare Poren auf, so dass Luft durchgeleitet werden kann. Zweckmäßig ist der poröse Formkörper für einen Luftdurchsatz von 0,1 bis 10 l/(min.cm2Austrittsfläche) ausgelegt.

[0008] Erfindungsgemäß wird die beschriebene Klebstoffdüse insbesondere für die Aufbringung eines Hotmeltklebstoffes, das heißt eines Schmelzklebstoffes, auf eine bewegte Materialbahn aus Nonwoven verwendet. Hotmeltklebstoffe zeichnen sich insbesondere durch permanente Klebrigkeit im dauerelastischen Zustand aus. Diese besonderen Eigenschaften des Hotmeltklebstoffes sind insbesondere für die Anwendung bei porösen oder fasrigen Werkstoffoberflächen, wie Nonwoven, geeignet. Zur Verarbeitung wird der Hotmeltklebstoff in dem beheizbaren Klebstoffkanal auf eine Temperatur von beispielsweise 100 bis 200° C erhitzt und mittels der Düse auf die Materialbahn aufgetragen.

[0009] Der aus der porösen Führungsfläche austretende Luftstrom wird vorzugsweise so eingestellt, dass sich zwischen der Führungsfläche und der Materialbahn ein Luftpolster bildet, das einen direkten Kontakt zwischen der Materialbahn und der Führungsfläche verhindert oder zumindest reduziert. Das Luftpolster ist durch Regulierung der Luftzufuhr veränderbar. Zweckmäßig wird der Luftdurchsatz durch die Führungsfläche der Klebstoffdüse in einen Bereich von 0,2 I bis 0,5 I pro cm2 Austrittsfläche pro Minute eingestellt.

[0010] Erfindungsgemäß wird durch das gebildete Luftpolster eine in Bewegungsrichtung bewegte Materialbahn berührungslos oder zumindest ohne wesentlichen reibenden Kontakt an der Führungsfläche der Düse vorbeigeführt. Daraus resultiert eine schonende Bahnführung der Nonwovenbahn und Vermeidung von Abrieb. Einzelne sich von der Materialbahn lösende Bestandteile und Fasern, die in den Einlaufspalt zwischen der Materialbahn und einem im Winkel α liegenden Schenkel der Führungsfläche gelangen, können durch den dort wirkenden Luftstrom wegtransportiert werden. Somit erfolgt auch eine Selbstreinigung der Klebstoffdüse von Ablagerungen.

[0011] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung erläutert. Die einzige Figur zeigt schematisch in einer Seitenansicht eine Klebstoffdüse zum Aufbringen von Klebstoff auf eine bewegte Materialbahn.

[0012] Die Figur zeigt eine Klebstoffdüse 1 zum Aufbringen von Klebstoff 2 auf eine bewegte Materialbahn 3. Zum grundsätzlichen Aufbau der Klebstoffdüse 1 gehört ein Düsengehäuse 4, mit einem beheizbaren Klebstoffkanal 5 für die Klebstoffzuführung. Das Düsengehäuse 4 weist eine der Materialbahn 3 zugewandte Führungsfläche 6 auf, die in Bewegungsrichtung der Materialbahn 3 vor einer Auslassöffnung 7 des beheizbaren Klebstoffkanals 5 angeordnet ist. Die Führungsfläche 6 ist porös ausgestaltet und von einem Luftstrom, der durch einen Luftkanal 8 an der Rückseite der Führungsfläche 6 zuführbar ist, durchströmt. Sie weist abgewinkelte Abschnitte auf, die in Bewegungsrichtung der Materialbahn 3 einen Einlaufspalt 9 begrenzen. Die abgewinkelten Abschnitte bilden zwei Schenkel, wobei ein Schenkel einen spitzen Winkel α mit einer in Bewegungsrichtung bewegten Materialbahn 3 bildet und der andere Schenkel zu der bewegten Materialbahn 3 parallel ist. Die Führungsfläche 6 kann auch bogenförmig gekrümmt sein.

[0013] Die Führungsfläche 6 ist von einem porösen Formkörper 11 gebildet. Der Formkörper 11 besteht vorzugsweise aus einem Metall-Sintermaterial, das sehr kleine, mit bloßem Auge nicht sichtbare Poren aufweist, so dass Luft duchgeleitet werden kann. Zweckmäßig wird der poröse Formkörper für einen Luftdurchsatz von 0,1 bis 1 l/(min.cm2Austrittsfläche) ausgelegt.

[0014] Die Klebstoffdüse 1 wird zum Aufbringen eines Hotmeltklebstoffes 2 auf eine bewegte Materialbahn 3 aus Nonwoven verwendet. Dabei wird der aus der porösen Führungsfläche 6 austretende Luftstrom so eingestellt, dass sich zwischen Führungsfläche 6 und der Materialbahn 3 ein Luftpolster 12 bildet, das einen direkten Kontakt zwischen der Materialbahn 3 und der Führungsfläche 6 verhindert und eine schonende Bahnführung der Materialbahn 3 über die Klebstoffdüse 1 ermöglicht.


Ansprüche

1. Klebstoffdüse (1) zum Aufbringen von Klebstoff (2) auf eine bewegte Materialbahn (3) mit einem Düsengehäuse (4), das einen beheizbaren Klebstoffkanal (5) für die Zuführung von Klebstoff (2) enthält, wobei das Düsengehäuse (4) eine der Materialbahn (3) zugewandte Führungsfläche (6) aufweist, die in Bewegungsrichtung der Materialbahn (3) vor einer Auslassöffnung (7) des Klebstoffkanals (5) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsfläche (6) porös ausgestaltet ist und von einem Luftstrom, der durch einen Luftkanal (8) zuführbar ist, durchströmt ist.
 
2. Klebstoffdüse (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsfläche (6) des Düsengehäuses (4) abgewinkelte Abschnitte aufweist, die in Bewegungsrichtung der Materialbahn (3) einen Einlaufspalt (9) begrenzen.
 
3. Klebstoffdüse (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die abgewinkelten Abschnitte zwei Schenkel ausbilden, wobei ein Schenkel einen Winkel (α) mit einer in Bewegungsrichtung bewegten Materialbahn (3) bildet und ein Schenkel zu der bewegten Materialbahn (3) parallel ist.
 
4. Klebstoffdüse (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsfläche (6) bogenförmig gekrümmt ist.
 
5. Klebstoffdüse (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsfläche (6) von einem porösen Formkörper (11) gebildet ist.
 
6. Klebstoffdüse (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Formkörper (11) eine offenzellige Porenstruktur aufweist.
 
7. Klebstoffdüse (1) nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Formkörper (11) aus einem Metall-Sintermaterial besteht.
 
8. Verwendung einer Klebstoffdüse (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 zum Aufbringen eines Hotmeltklebstoffes (2) auf eine bewegte Materialbahn (3) aus einem Nonwoven.
 
9. Verwendung einer Klebstoffdüse nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei der aus der porösen Führungsfläche (6) austretende Luftstrom so eingestellt wird, dass sich zwischen Führungsfläche (6) und der Materialbahn (3) ein Luftpolster (12) bildet.
 




Zeichnung







Recherchenbericht









Recherchenbericht