[0001] Die Erfindung betrifft eine Waschmaschine, beispielsweise eine gewerbliche Waschmaschine
oder eine Haushaltswaschmaschine, umfassend eine feststehende Außentrommel und eine
in der Außentrommel angeordnete Innentrommel, die durch einen Antrieb rotierend relativ
zur Außentrommel antreibbar ist, sowie eine Steuerung, welche während eines Waschvorgangs
den Antrieb derart ansteuert, dass dieser die Innentrommel in entgegengesetzten Drehrichtungen
dreht, wobei die Innentrommel bei einer Drehbewegung in jeder der Drehrichtungen mindestens
einen Drehzyklus durchläuft, der eine Beschleunigungsphase, eine Wäscheumwälzphase
und eine Abbremsphase umfasst.
[0002] Derartige Waschmaschinen sind aus dem Stand der Technik bekannt, bei diesen findet
allerdings keine optimale Ausnutzung der Waschflotte statt, so dass das vorhandene
Volumen der Waschflotte nicht optimal ausgenützt wird.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Waschmaschine der gattungsgemäßen
Art derart zu verbessern, dass eine verbesserte Ausnutzung der Waschflotte möglich
ist, so dass das Volumen der Waschflotte bezogen auf eine vorgegebene Wäschemenge
reduziert werden kann.
[0004] Diese Aufgabe wird bei einer Waschmaschine der eingangs beschriebenen Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass die Steuerung die Innentrommel während der Wäscheumwälzphase
mindestens eine Turbulenzphase durchlaufen lässt, in der eine Drehgeschwindigkeit
der Innentrommel um mehr als 5% von einem durch Mittelung über die gesamte Wäscheumwälzphase
ermittelnden Mittelwert der Drehgeschwindigkeit abweicht.
[0005] Der Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung ist darin zu sehen, dass mit der Einführung
derartigen Turbulenzphasen die Möglichkeit geschaffen wird, die Durchflutung der Wäsche
zu verbessern und somit die vorhandene Waschflotte optimal auszunutzen.
[0006] Insbesondere besteht dabei die Möglichkeit bei einer vorgegebenen Wäschemenge das
Volumen der Waschflotte zu reduzieren und somit Vorteile hinsichtlich des Wasserverbrauchs,
des Waschmittelverbrauchs, des Energieverbrauchs der Waschmaschine zum Aufheizen der
Waschflotte somit der Umweltverträglichkeit zu erreichen.
[0007] Besonders günstig ist es, wenn in der Turbulenzphase die Drehgeschwindigkeit der
Innentrommel um mehr als 10% von dem Mittelwert abweicht.
[0008] Noch besser ist es, wenn in der Turbulenzphase die Drehgeschwindigkeit der Innentrommel
um mehr als 20% von dem Mittelwert abweicht und besonders bevorzugt ist eine Lösung,
bei welcher in der Turbulenzphase die Drehgeschwindigkeit der Innentrommel um mehr
als 30% von dem Mittelwert abweicht.
[0009] Besonders günstig ist eine Ausführung, bei welcher in der Turbulenzphase die Drehgeschwindigkeit
einen Minimalwert von 10% des Mittelwerts nicht unterschreitet, so dass jeweils in
der jeweiligen Drehrichtung stets noch eine Drehung mit einer nennenswerten Drehgeschwindigkeit
in dieser Drehrichtung erfolgt.
[0010] Noch besser ist es, wenn in jeder Turbulenzphase die Drehgeschwindigkeit einen Minimalwert
von 20% des Mittelwerts nicht unterschreitet.
[0011] Hinsichtlich der Zeitdauer der Turbulenzphase wurden bislang noch keine näheren Angaben
gemacht.
[0012] So kann in Absolutwerten die Zeitdauer der Turbulenzphase dahingehend festgelegt
werden, dass diese insbesondere maximal 4 Sekunden dauert.
[0013] Noch vorteilhafter ist es, wenn die Turbulenzphase maximal 3 Sekunden dauert und
optimal ist es, wenn die Turbulenzphase maximal 2 Sekunden dauert.
[0014] Darüberhinaus ist eine relative Angabe der Zeitdauer der Turbulenzphase dadurch möglich,
dass die Turbulenzphase eine maximale Dauer hat, die 20% der Dauer der Wäscheumwälzphase,
noch besser 10% der Dauer und gegebenenfalls 5% der Dauer der Wäscheumwälzphase, nicht
überschreitet, das heißt also kleiner ist als ein Fünftel, noch besser ein Zehntel
und gegebenenfalls ein Zwanzigstel der Dauer der Wäscheumwälzphase.
[0015] Besonders günstig ist es, wenn die Steuerung den Antrieb derart steuert, dass während
der Wäscheumwälzphase mehrere Turbulenzphasen auftreten.
[0016] Insbesondere ist günstigerweise vorgesehen, dass jede Turbulenzphase eine Verzögerungsphase
und eine nachfolgende Beschleunigungsphase der Innentrommel oder eine Beschleunigungsphase
und eine nachfolgende Verzögerungsphase der Innentrommel umfasst.
[0017] Zwischen Verzögerungsphase und Beschleunigungsphase kann noch eine Phase einer konstanten
Drehgeschwindigkeit liegen oder lediglich ein Maximum der Drehgeschwindigkeit.
[0018] Besonders günstig ist es dabei insbesondere, wenn die Turbulenzphasen so aufeinanderfolgen,
dass die Beschleunigungsphase der einen Turbulenzphase in die Beschleunigungsphase
der nachfolgenden Turbulenzphase unmittelbar übergeht und die Verzögerungsphase der
einen Turbulenzphasen ebenfalls unmittelbar in die Verzögerungsphase der nachfolgenden
Turbulenzphase übergeht.
[0019] Darüberhinaus wird die eingangs genannte Aufgabe erfindungsgemäß alternativ oder
ergänzend auch dadurch gelöst, dass ein radialer Abstand zwischen einer Außenwandfläche
der Innentrommeln und einer Innenfläche der Außentrommel in einer Umlaufrichtung variierend
ausgebildet ist, das heißt, dass der Zwischenraum zwischen der Außenwandfläche der
Innentrommel und der Innenfläche der Außentrommel in Umlaufrichtung gesehen variiert.
[0020] Ein derartiger variierender Zwischenraum kann beispielsweise dadurch realisiert sein,
dass die Innentrommel eine Außenwandfläche hat, die radial zur Drehachse variiert.
[0021] Eine besonders vorteilhafte Möglichkeit sieht jedoch vor, dass die Außentrommel radial
verengte Innenwandbereiche aufweist.
[0022] Derartige radial verengte Innenwandbereiche können an verschiedensten Stellen der
Außentrommel angeordnet sein.
[0023] Besonders günstig ist es, wenn die radial verengten Innenwandbereiche innerhalb eines
unteren Außentrommelsegments liegen, das sich zu beiden Seiten eines bezogen auf die
Schwerkraftrichtung tiefstliegenden Punktes der Außentrommel über einen Winkelbereich
von maximal 120° erstreckt.
[0024] Besonders günstig ist es, wenn radial verengten Innenwandbereiche auf einander gegenüberliegenden
Seiten der Außentrommel liegen.
[0025] Insbesondere ist es günstig, wenn die radial verengten Innenwandbereiche ausgehend
von dem in Schwerkraftrichtung tiefstliegenden Punkt der Außentrommel in einem Winkelbereich
W zwischen 40° und 140° liegen.
[0026] Besonders günstig ist es, wenn die radial verengten Innenwandbereiche ausgehend vom
tiefsten Punkt in einem Winkelbereich von 60° bis 120° liegen. Die radial verengten
Innenwandbereiche lassen sich nun in unterschiedlichster Art und Weise realisieren.
[0027] Beispielsweise wäre es denkbar, an der Außentrommel auf einer Innenseite über die
Innenfläche vorstehende Rippen vorzusehen.
[0028] Eine besonders günstige Lösung sieht vor, dass die radial verengten Innenwandbereiche
durch eine von einer kreisrunden Querschnittsfläche abweichende Querschnittsform der
Innenfläche der Außentrommel gebildet sind.
[0029] Beispielsweise ist dies dadurch möglich, dass die radial verengten Innenwandbereiche
durch eine elliptische Querschnittsfläche der Innenfläche der Außentrommel gebildet
sind.
[0030] Im einfachsten Fall ist dabei die Innentrommel so ausgebildet, dass sie eine Außenwandfläche
mit einer kreisrunden Querschnittsform aufweist.
[0031] Ferner ist zur Verbesserung der Durchflutung der Wäsche noch vorgesehen, dass die
Innentrommel mit radial über eine Innenwandfläche nach innen überstehenden Schöpfrippen
versehen ist, wobei die Schöpfrippen Innenräume zur Auf- und Mitnahme von Waschwasser
der Waschflotte aufweisen.
[0032] Die eingangs genannte Aufgabe wird erfindungsgemäß außerdem durch ein Verfahren zum
Waschen von Wäsche mit einer Waschmaschine, umfassend eine feststehende Außentrommel
und eine in der Außentrommel angeordnete Innentrommel, die durch einen Antrieb rotierend
relativ zur Außentrommel angetrieben wird, wobei während eines Waschvorgangs die Innentrommel
in entgegengesetzten Drehrichtungen dreht und die Innentrommel bei einer Drehbewegung
in jeder der Drehrichtungen mindestens einen Drehzyklus durchläuft, der eine Beschleunigungsphase,
eine Wäscheumwälzphase und eine Abbremsphase umfasst, und wobei die Innentrommel während
der Wäscheumwälzphase mindestens eine Turbulenzphase durchläuft, in der eine Drehgeschwindigkeit
der Innentrommel um mehr als 5% von einem durch Mittelung über die gesamte Wäscheumwälzphase
ermittelnden Mittelwert der Drehgeschwindigkeit abweicht.
[0033] Noch vorteilhafter ist es, wenn in der Turbulenzphase die Drehgeschwindigkeit der
Innentrommel um mehr als 10% noch besser mehr als 20% von dem Mittelwert abweicht.
[0034] Besonders günstig ist es, wenn in der Turbulenzphase die Drehgeschwindigkeit der
Innentrommel um mehr als 30% von dem Mittelwert abweicht.
[0035] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass in jeder Turbulenzphase
die Drehgeschwindigkeit einen Minimalwert von 10% des Mittelwerts nicht unterschreitet.
[0036] Gegebenenfalls noch günstiger ist es, wenn in jeder Turbulenzphase die Drehgeschwindigkeit
einen Minimalwert von 20% des Mittelwerts nicht unterschreitet.
[0037] Eine bevorzugte Ausführungsform sieht vor, dass jede Turbulenzphase maximal 4 Sekunden
dauert.
[0038] Noch vorteilhafter ist es, wenn jede Turbulenzphase maximal 3 Sekunden dauert.
[0039] Bei einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass jede Turbulenzphase eine maximale
Dauer hat, die 20% der Dauer der Wäscheumwälzphase nicht überschreitet.
[0040] Insbesondere ist eine Ausführungsform von Vorteil, bei welcher während der Wäscheumwälzphase
mehrere Turbulenzphasen auftreten.
[0041] Eine zweckmäßige Lösung sieht vor, dass jede Turbulenzphase eine Verzögerungsphase
und eine nachfolgende Beschleunigungsphase der Innentrommel oder eine Beschleunigungsphase
und eine nachfolgende Verzögerungsphase der Innentrommel umfasst.
[0042] Weitere Merkmale und Vorteile sind Gegenstand der nachfolgenden Beschreibung sowie
der zeichnerischen Darstellung einiger Ausführungsbeispiele:
[0043] In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische perspektivische Ansicht von vorne eines ersten Ausführungsbeispiels
einer erfindungsgemäßen Waschmaschine;
- Fig. 2
- eine schematische perspektivische Ansicht des ersten Ausführungsbeispiels von hinten;
- Fig. 3
- eine Ansicht ähnlich Fig. 1 von Außentrommel und Innentrommel des ersten Ausführungsbeispiels;
- Fig. 4
- eine Draufsicht in Richtung des Pfeils A in Fig. 3;
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung von Drehzyklen der Innentrommel beim Waschvorgang;
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung ähnlich Fig. 5 von erfindungsgemäß verbesserten Drehzyklen
der Innentrommel bei einem Waschvorgang;
- Fig. 7
- eine ausschnittsweise vergrößerte Darstellung eines Drehzyklus mit Turbulenzzyklen;
- Fig. 8
- eine Darstellung ähnlich Fig. 4 eines zweiten Ausführungsbeispiels.
[0044] Eine in Fig. 1 bis 3 schematisch dargestellte erfindungsgemäße Waschmaschine 10 umfasst
ein Maschinengestell 12, an welchem eine Außentrommel 14 beispielsweise mittels gefederten
Lagerungen 16 um eine Ausgangslage elastisch federnd bewegbar gelagert ist.
[0045] Die Außentrommel 14 umfasst dabei einen Außentrommelmantel 20 welcher rückseitig
durch eine Außentrommelrückwand 22 verschlossen ist und frontseitig durch eine Außentrommelfrontwand
24 verschlossen ist, über deren Türe ein Innenraum 26 der Außentrommel 14 zugänglich
ist.
[0046] Wie in Fig. 3 dargestellt, ist in der Außentrommel 14 eine als Ganzes mit 30 bezeichnete
Innentrommel eine Drehachse 32 drehbar gelagert, wobei ein Drehlager 33 (Fig. 2) für
die Innentrommel 30 an der Außentrommelrückwand 22 angeordnet ist.
[0047] Die Innentrommel 30 ist dabei relativ zur Außentrommel 14 durch einen Antrieb 34
(Fig. 1 bis 3) antreibbar, welcher relativ zur Außentrommel 14 fixiert ist und somit
im Fall der elastisch federnden Lagerungen 16 mitsamt der Außentrommel 14 relativ
zum Maschinengestell 12 bewegbar ist.
[0048] Wie insbesondere auch in Fig. 4 dargestellt, hat die Innentrommel 30 einen mit Durchbrüchen
versehenen Innentrommelmantel 36, welcher beispielsweise eine im Querschnitt kreisrunde
Außenwandfläche 38 aufweist.
[0049] An dem Innentrommelmantel 36 sind ferner sogenannte Schöpfrippen 40 angeordnet, die
von einer Innenwandfläche 42 des Innentrommelmantels 36 radial nach innen in Richtung
der Drehachse 32 überstehen und unter Bildung eines Innenraums 44 innen hohl ausgebildet
sind, so dass die Schöpfrippen 40 in der Lage sind, Waschwasser dann aufzunehmen,
wenn diese eine Waschflotte 50 eintauchen, die sich in einem unteren Bereich der Außentrommel
14 ansammelt (Fig. 3 und 4).
[0050] Hierzu sind beispielsweise die Schöpfrippen 40 als im Querschnitt dreieckförmige
Hohlkörper mit perforierten Wandbereichen 48 ausgebildet, so dass beim Eintauchen
der Schöpfrippen 40 in die Waschflotte 50 sich die Schöpfrippen 40 mit Waschwasser
füllen können, was dann, wenn die Schöpfrippen 40 aus der Waschflotte 50 durch Drehen
der Innentrommel 30 austreten, sich wiederum aus den Schöpfrippen 40 auf die in der
Innentrommel angeordnete Wäsche entleert.
[0051] Der Außentrommelmantel 20 ist, wie in Fig. 1 und 2 dargestellt, geschlossen und flüssigkeitsdicht
ausgebildet, so dass er die Waschflotte 50 hält.
[0052] Zur Aufheizung der Waschflotte 50 sind zwischen der Außentrommel 14 und der Innentrommel
30 in einem unteren Bereich Heizelemente HZ vorgesehen.
[0053] Ferner hat der Außentrommelmantel 20 eine Innenfläche 52, welche in einer Umlaufrichtung
54 einen variierenden radialen Abstand RA von der Außenwandfläche 38 der Innentrommel
30 aufweist.
[0054] Beispielsweise bildet die Außentrommel 14 beiderseits eines durch die Schwerkraftrichtung
definierten tiefsten Punktes 56 der Außentrommel 14 einen unteren Innenwandbereich
58, welcher in konstantem radialem Abstand RA von der Außenwandfläche 38 der Innentrommel
30 verläuft, und anschließend an den Innenwandbereich 58 in einen radial verengten
Innenwandbereich 62 übergeht, dessen Abstand von der Außenwandfläche 38 der Innentrommel
30 in der Umlaufrichtung 54 variiert und von einem dem unteren Innenwandbereich 58
entsprechenden Abstand RA
MAX bis zu einem minimalen Abstand RA
MIN variiert.
[0055] Die radial verengten Innenwandbereiche 62 liegen vorzugsweise ausgehend von dem tiefsten
Punkt 56 in innerhalb eines unteren Außentrommelsegments 60, das sich maximal über
ein Winkelbereich WAS von 120° beiderseits des tiefsten Punktes 56 erstreckt.
[0056] Der radial verengte Innenwandbereich 62 lässt sich beispielsweise dadurch erreichen,
dass in den Außentrommelmantel 20 mit kreisrundem Querschnitt sich parallel zur Drehachse
32 erstreckende Körper 64 eingesetzt sind, die einerseits an dem Außentrommelmantel
20 anliegen und andererseits eine Innenseite 66 aufweist, die beispielsweise in Form
einer Sekante zur im Querschnitt kreisrunden Form der Außentrommelwand 20 verläuft.
[0057] Es ist aber auch denkbar, die Körper 64 mit einer Innenseite 66 zu versehen, die
eine sich in Richtung der Drehachse 32 erhebende Wölbung aufweist.
[0058] Vorzugsweise sind die Körper 64 mit der den radial verengten Innenwandbereich 62
bildenden Innenseite 66 so angeordnet, dass der radial verengte Innenwandbereich 62
ausgehend vom tiefsten Punkt 56 sich in einem Winkelbereich W von 80° bis 100° bezogen
auf die Drehachse 32 erstreckt.
[0059] Somit variiert bei dem ersten Ausführungsbeispiel der radiale Abstand RA zwischen
der Außenwandfläche 38 der Innentrommel 30 und der Innenfläche 52 des Außentrommelmantels
20 ausgehend vom tiefsten Punkt 56 in Umlaufrichtung 54 gesehen, insbesondere in einem
Winkelbereich W von 80° bis 100° bezogen auf die Drehachse 32, wobei die Körper 64
symmetrisch zur Drehachse 32 an dem Außentrommelmantel 20 angeordnet sind.
[0060] Die radial verengten Innenwandbereiche 62 der Außentrommel 14 ermöglichen es den
in einem Zwischenraum Z zwischen der Außenwandfläche 38 der Innentrommel 30 und der
Innenfläche 52 der Außentrommel 14 stehenden Anteil der Waschflotte 50, der auch als
tote Flotte bezeichnet wird, da er nicht zum Waschvorgang beiträgt, zu reduzieren,
nämlich durch Reduzierung des Volumens der Waschflotte 50 insgesamt, ohne die Waschleistung
zu beeinträchtigen, da der bei einer Drehbewegung der Innentrommel 30 in der jeweiligen
Drehrichtung 70 mitgenommene Anteil der toten Flotte durch die radial verengten Innenwandbereiche
62 ins Innere der Innentrommel 30 gedrückt wird und sich somit am Waschvorgang beteiligt.
[0061] Zur Ansteuerung des Antriebs 34 ist eine als Ganzes mit 80 bezeichnete Steuerung
vorgesehen, welche die verschiedenen Funktionen der Waschmaschine 10 steuert, insbesondere
jedoch die Bewegung der Innentrommel 30 durch den Antrieb 34 im Zusammenhang mit den
anderen Funktionen der Waschmaschine steuert.
[0062] Vorzugsweise erfolgt die Ansteuerung des Antriebs 34 über einen schnelltaktenden
Frequenzumformer 82, so dass Änderungen der Drehgeschwindigkeit der Innentrommel 30
mit hoher Dynamik realisierbar sind.
[0063] Durch die Steuerung 80 für den Antrieb 34 der Innentrommel 30 lässt sich diese, wie
beispielsweise in Fig. 2 dargestellt, in entgegengesetzte Drehrichtungen 70L (Linkslauf)
und 70R (Rechtslauf) um die Drehachse 32 drehen, wobei in jeder der Drehrichtungen
70L und 70R die Innentrommel 30 einen Drehzyklus DZ durchläuft der, wie beispielsweise
in Fig. 5 dargestellt, eine Beschleunigungsphase BP, eine Wäscheumwälzphase WP und
eine Abbremsphase AP umfasst, wobei in der Beschleunigungsphase BP die Drehgeschwindigkeit,
also die Winkelgeschwindigkeit bezüglich der Drehung um die Drehachse 32, ausgehend
von dem Wert Null zunimmt, in der Wäscheumwälzphase WP die Drehgeschwindigkeit konstant
bleibt und in der Abbremsphase AP die Drehgeschwindigkeit wiederum auf den Wert Null
reduziert wird, so dass jeder Drehzyklus DZ bei der Drehgeschwindigkeit Null beginnt
und bei der Drehgeschwindigkeit Null endet.
[0064] Vorzugsweise ist zwischen zwei Drehzyklen DZ noch ein Ruhezyklus RZ vorgesehen, in
dem die Drehgeschwindigkeit Null ist, bevor eine Drehung in die jeweils entgegengesetzte
Drehrichtung 70 erfolgt.
[0065] Eine in Fig. 5 dargestellte Drehbewegung mit einer in der Wäscheumwälzphase WP konstanten
Drehgeschwindigkeit entspricht einem bekannten Drehzyklus DZ.
[0066] Wie in Fig. 6 und 7 dargestellt, ist bei der erfindungsgemäßen Lösung vorgesehen,
dass während der Wäscheumwälzphase WP keine konstante Drehgeschwindigkeit vorliegt,
wie dies im Zusammenhang mit Fig. 5 dargestellt ist, sondern dass während der Wäscheumwälzphase
WP mindestens eine Turbulenzphase TP, vorzugsweise eine Vielzahl von Turbulenzphasen
TP1 bis TP11, auftritt in denen, bezogen auf einen über die gesamte Zeitdauer der
Wäscheumwälzphase WP durch Mittelbildung ermittelnden Mittelwert M der Drehgeschwindigkeit,
die Drehgeschwindigkeit der Innentrommel 30 durch Abweichen von diesem Mittelwert
M variiert, und zwar so, dass jede der Turbulenzphasen TP mindestens eine Beschleunigungsphase
TBP und eine Verzögerungsphase TVP aufweist, zwischen denen ein von diesem Mittelwert
M maximal abweichender Turbulenzwert TW vorliegt.
[0067] Dabei können, wie bei dem in Fig. 6 und 7 dargestellten Ausführungsbeispiel, während
der ganzen Wäscheumwälzphase WP aufeinanderfolgende Turbulenzphase n TP1 bis TP11
auftreten, es können aber auch nur während eines Teils der Zeitdauer der Wäscheumwälzphase
WP Turbulenzphasen TP einzeln oder in zeitlichen Abständen voneinander oder aufeinanderfolgend
auftreten.
[0068] Der während der Turbulenzphasen TP erreichte Turbulenzwert TW kann dabei von dem
Mittelwert M um mehr als 5%, vorzugsweise mehr als 10% und noch besser mehr als 20%
und insbesondere mehr als 30% abweichen, so dass die Turbulenzwerte TW, die während
der einzelnen Turbulenzphasen TP erreichbar sind, Maximalwerte erreichen, die um die
vorstehend genannten Werte größer sind als der Mittelwert M oder kleiner sind als
der Mittelwert M, wobei vorzugsweise die Drehgeschwindigkeit während des Auftretens
der Turbulenzphasen TP nicht Null wird, sondern einen Minimalwert aufweist, der 10%
des Mittelwerts nicht unterschreitet, vorzugsweise 20% des Mittelwerts nicht unterschreitet.
[0069] Ferner liegen die Zeitdauern, während welcher die einzelne Turbulenzphasen TP auftreten,
bei weniger als 4 Sekunden pro Turbulenzphase TP, noch besser weniger als 3 Sekunden
und vorzugsweise weniger als 2 Sekunden, das heißt, dass die Turbulenzphasen TP relativ
zu den Wäscheumwälzphasen WP kurz sind.
[0070] In Relation zu den Wäscheumwälzphasen WP betragen die Zeitdauern der Turbulenzphasen
TP weniger als ein Fünftel, noch besser weniger als ein Zehntel der Zeitdauer der
Wäscheumwälzphase WP.
[0071] Durch die während der Wäscheumwälzphase WP auftretenden Turbulenzphasen TP wird die
Waschflotte 50 in turbulente Strömungen versetzt, wodurch die Durchflutung des Waschguts
verstärkt wird und die Waschwirkung verbessert wird.
[0072] Ferner wird die Bildung von Turbulenzen in der Waschflotte 50 auch noch dadurch verstärkt,
dass bei in der erfindungsgemäßen Waschmaschine 10, wie insbesondere in Fig. 4 dargestellt,
die in der jeweiligen Drehrichtung 70 ansteigende und von der Drehbewegung der Innentrommel
30 mitgeführte Waschflotte 50 aufgrund der radial verengten Innenwandbereiche 62 aus
dem Zwischenraum Z zwischen der Außentrommel 14 und der Innentrommel 30 durch die
Perforation des Innentrommelmantels 36 in einen Innenraum des Innentrommelmantels
36 gedrückt wird, wodurch eine zusätzliche und verbesserte Durchflutung der Wäsche
erreicht wird.
[0073] Die Steuerung 80 ist dabei beispielsweise so ausgebildet, dass die Drehzahlzyklen
DZ mit den Beschleunigungsphasen BP, den Wäscheumwälzphasen WP zusammen mit den Turbulenzphasen
TP und nachfolgend den Abbremsphasen AP als feste Abfolge mit feststehenden Amplituden
und Zeitdauern in einem oder in Variationen in mehreren Programmen abgespeichert sind,
die von der Steuerung 80 abgearbeitet werden, wobei ein Maschinenbediener beispielsweise
einzelne der Programme je nach Art der Wäsche auswählen kann.
[0074] Alternativ kann die Steuerung 80 aber auch so ausgebildet sein, dass sie die Drehzyklen
DZ und/oder die Beschleunigungsphasen BP und/oder die Turbulenzphasen TP und/oder
die Abbremsphasen AP an die jeweils in der Innentrommel 30 und der Außentrommel 14
vorliegenden Verhältnisse je nach Art und Menge der Wäsche anpasst, wobei die Anpassung
durch Abfrage von Vorgaben, die seitens eines Maschinenbedieners bei der Programmwahl
eingegeben werden können, und /oder durch Abfrage von Sensoren erfolgt, die die Verhältnisse
in der Innentrommel 30 und der Außentrommel 14 erfassen und die Sensorwerte der Steuerung
80 übermitteln.
[0075] Beispielsweise kann die Steuerung 80 mit festen Beschleunigungsphasen BP, festgelegten
Wäscheumwälzphasen WP und festgelegten Abbremsphasen AP arbeiten und lediglich adaptiv
während der Wäscheumwälzphasen WP die Turbulenzphasen TP hinsichtlich deren Zahl,
Zeitdauer und Amplitude festlegen, wobei hierzu zum Beispiel die Beladung der Innentrommel
30, beispielsweise mittels eines dem Drehlager 33 zugeordneten Gewichtssensors 90
oder den Lagerungen 16 zugeordneten Gewichtssensoren 92, und die Füllhöhe der Waschflotte
50, beispielsweise mittels eines der Außentrommel 14 zugeordneten Füllstandssensors
94, insbesondere auch hinsichtlich ihrer Schwankungen während der Drehzyklen, erfasst
werden können, um zum Beispiel die Zahl der pro Wäscheumwälzhase WP erforderlichen
Turbulenzphasen TP festzulegen und /oder deren Zeitdauer und/oder Amplitude zu bestimmen.
[0076] Es ist aber auch denkbar, weitere oder andere Parameter erfassende Sensoren einzusetzen
mit denen direkt oder indirekt die Verhältnisse in der Innentrommel 30 und/oder der
Außentrommel 14 und/oder auch der Waschflotte 50 erfasst werden können.
[0077] Bei einem zweiten Ausführungsbeispiel, dargestellt in Fig. 8, sind die radial verengten
Innenwandbereiche 62' der Außentrommel 14' unmittelbar durch den Außentrommelmantel
20 gebildet, der eine elliptische Querschnittsfläche aufweist, so dass der Abstand
RA kontinuierlich vom Wert R
MAX zum Wert R
MIN übergeht.
[0078] Hinsichtlich aller übrigen Merkmale wird vollinhaltlich auf die Ausführungen zum
ersten Ausführungsbeispiel verwiesen.
1. Waschmaschine umfassend eine feststehende Außentrommel (14) und eine in der Außentrommel
(14) angeordnete Innentrommel (30), die durch einen Antrieb (34) rotierend relativ
zur Außentrommel (14) antreibbar ist, sowie eine Steuerung, welche während eines Waschvorgangs
den Antrieb (34) derart ansteuert, dass dieser die Innentrommel (30) in entgegengesetzten
Drehrichtungen (70) dreht, wobei die Innentrommel (30) bei einer Drehbewegung in jeder
der Drehrichtungen (70) mindestens einen Drehzyklus (DZ) durchläuft, der eine Beschleunigungsphase
(BP), eine Wäscheumwälzphase (WP) und eine Abbremsphase (AP) umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (80) die Innentrommel (30) während der Wäscheumwälzphase (WP) mindestens
eine Turbulenzphase (TP) durchlaufen lässt, in der eine Drehgeschwindigkeit der Innentrommel
(30) um mehr als 5% von einem durch Mittelung über die gesamte Wäscheumwälzphase (WP)
ermittelnden Mittelwert (M) der Drehgeschwindigkeit abweicht.
2. Waschmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der Turbulenzphase (TP) die Drehgeschwindigkeit der Innentrommel (30) um mehr
als 10% von dem Mittelwert (M) abweicht.
3. Waschmaschine nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Turbulenzphase (TP) die Drehgeschwindigkeit einen Minimalwert von 10% des
Mittelwerts (M) nicht unterschreitet, und dass insbesondere in jeder Turbulenzphase
(TP) die Drehgeschwindigkeit einen Minimalwert von 20% des Mittelwerts (M) nicht unterschreitet.
4. Waschmaschine nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede Turbulenzphase (TP) maximal 4 Sekunden dauert, und dass insbesondere jede Turbulenzphase
(TP) maximal 3 Sekunden dauert.
5. Waschmaschine nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede Turbulenzphase (TP) eine maximale Dauer hat, die 20% der Dauer der Wäscheumwälzphase
(WP) nicht überschreitet.
6. Waschmaschine nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung (80) den Antrieb (34) derart steuert, dass während der Wäscheumwälzphase
(WP) mehrere Turbulenzphasen (TP) auftreten.
7. Waschmaschine nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede Turbulenzphase (TP) eine Verzögerungsphase (TVP) und eine nachfolgende Beschleunigungsphase
(TBP) der Innentrommel (30) oder eine Beschleunigungsphase (TBP) und eine nachfolgende
Verzögerungsphase (TVP) der Innentrommel (30) umfasst.
8. Waschmaschine nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein radialer Abstand (RA) zwischen einer Außenwandfläche (38) der Innentrommel (30)
und einer Innenfläche (52) der Außentrommel (14) in einer Umlaufrichtung (54) variierend
ausgebildet ist.
9. Waschmaschine nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Innentrommel (30) mit radial über eine Innenwandfläche (42) nach innen überstehenden
Schöpfrippen (40) versehen ist, und dass insbesondere die Schöpfrippen Innenräume
(44) zur Auf- und Mitnahme von Waschwasser der Waschflotte (50) aufweisen.
10. Verfahren zum Waschen von Wäsche mit einer Waschmaschine, umfassend eine feststehende
Außentrommel (14) und eine in der Außentrommel (14) angeordnete Innentrommel (30),
die durch einen Antrieb (34) rotierend relativ zur Außentrommel (14) angetrieben wird,
wobei während eines Waschvorgangs die Innentrommel (30) in entgegengesetzten Drehrichtungen
(70) dreht und die Innentrommel (30) bei einer Drehbewegung in jeder der Drehrichtungen
(70) mindestens einen Drehzyklus (DZ) durchläuft, der eine Beschleunigungsphase (BP),
eine Wäscheumwälzphase (WP) und eine Abbremsphase (AP) umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass die Innentrommel (30) während der Wäscheumwälzphase (WP) mindestens eine Turbulenzphase
(TP) durchläuft, in der eine Drehgeschwindigkeit der Innentrommel (30) um mehr als
5% von einem durch Mittelung über die gesamte Wäscheumwälzphase (WP) ermittelnden
Mittelwert (M) der Drehgeschwindigkeit abweicht.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass in der Turbulenzphase (TP) die Drehgeschwindigkeit der Innentrommel (30) um mehr
als 10% von dem Mittelwert (M) abweicht, und dass insbesondere in der Turbulenzphase
(TP) die Drehgeschwindigkeit der Innentrommel (30) um mehr als 20% von dem Mittelwert
(M) abweicht.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass in jeder Turbulenzphase (TP) die Drehgeschwindigkeit einen Minimalwert von 10% des
Mittelwerts (M) nicht unterschreitet, und dass insbesondere in jeder Turbulenzphase
(TP) die Drehgeschwindigkeit einen Minimalwert von 20% des Mittelwerts (M) nicht unterschreitet.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass jede Turbulenzphase (TP) maximal 4 Sekunden dauert, und dass insbesondere jede Turbulenzphase
(TP) maximal 3 Sekunden dauert.
14. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass während der Wäscheumwälzphase (WP) mehrere Turbulenzphasen (TP) auftreten.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass jede Turbulenzphase (TP) eine Verzögerungsphase (TVP) und eine nachfolgende Beschleunigungsphase
(TBP) der Innentrommel (30) oder eine Beschleunigungsphase (TBP) und eine nachfolgende
Verzögerungsphase (TVP) der Innentrommel (30) umfasst.