Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft eine Zündkerzenelektrode, die aus einem Elektrodenmaterial
auf Legierungsbasis hergestellt wird.
[0002] Aufgrund der steten Weiterentwicklung von Kraftfahrzeugmotoren und deren Komponenten
zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und Motorkraft, werden auch an die Materialien
der Motorbauteile immer höhere Anforderungen gestellt. Insbesondere die Bauteile,
die eine tragende Rolle bei der Zündung des Brennstoffgemisches spielen, die Zündkerzen,
und insbesondere die Zündkerzenelektroden, sind hohen Belastungen insbesondere durch
die Sauerstoffreiche Atmosphäre und hohe Temperaturen im Motorraum, ausgesetzt. Dies
macht es erforderlich Zündkerzen bereitzustellen, die diesen hohen Anforderungen genügen.
[0003] Als Basismaterial für Zündkerzenelektroden werden unter anderem Nickellegierungen
verwendet, da Nickel sowohl eine hohe Schmelztemperatur aufweist, die für die Temperaturbeständigkeit
der Legierung unabdingbar ist, sowie eine hohe Beständigkeit gegenüber Korrosion aufweist.
Zwar zeigen Werkstoffe aus reinen Edelmetallen oder auf Edelmetallbasis, wie Platin
oder Platinlegierungen mit Iridium, hinsichtlich der Verschleißbeständigkeit gegen
funkenerosive Angriffe eine gesteigerte Beständigkeit und damit sehr hohe Lebenszeiten
der Elektroden, jedoch stellen Zündkerzenelektrodenmaterialien aus Platin, im Hinblick
auf die enormen Kosten, aus wirtschaftlichen Gründen keine geeignete Alternative zu
handelsüblichen Nickellegierungen dar. Unter funkenerosiven Angriffen bzw. Erosionsverlusten
wird dabei der Materialabtrag von der Elektrode, der durch die Einwirkung des Lichtbogens
auf die Elektrodenoberfläche induziert wird, verstanden.
[0004] In herkömmlichen Zündkerzenelektroden, z.B. aus Nickellegierungen, oxidiert unter
[0005] Betriebsbedingungen im Motorraum eines Fahrzeugs ein Großteil der Nickeloberfläche
sowie auch ein Teil des Nickels im Inneren des Elektrodenmaterials durch Reaktion
mit dem umgebenden Sauerstoff. Dadurch wird eine dicke, sowohl wärmeisolierende wie
auch die elektrische Leitfähigkeit unterbindende bzw. reduzierende Nickeloxidschicht
gebildet, die schon nach einiger Zeit aufgrund fehlenden Verbundes mit dem nicht oxidierten
Nickelbasismaterial zu Korrosion bzw. zu funkenerosiver Erosion neigt.
[0006] EP 2 012 398 A2 offenbart eine Zündkerzenelektrode, hergestellt aus einem Elektrodenmaterial wobei
das Elektrodenmaterial a) Nickel als Basismaterial und b) mindestens ein weiteres
Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Y, Hf, Ce, La, Zr, Ta und Yb und
c) mindestens ein Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Si, Na, K, Li,
Ti, Ag und Cu enthält, wobei der Gesamtanteil an Element b) bezogen auf das Gesamtgewicht
des Elektrodenmaterials 0,1 bis 0,3 Gew.% beträgt.
Offenbarung der Erfindung
[0007] Es sei den weiteren Ausführungen vorangestellt, dass sich alle nachstehenden Gew.-%-
Angaben, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, immer auf das Gesamtgewicht
der Zusammensetzung des Elektrodenmaterials beziehen.
[0008] Die erfindungsgemäße Zündkerzenelektrode mit den Merkmalen des Anspruches 1 zeichnet
sich durch eine extrem hohe Temperaturbeständigkeit und einen deutlich reduzierten
funkenerosiven Verschleiß bzw. Elektrodenabbrand aus und weist eine einzigartige Oxidations-
und Korrosionsbeständigkeit auf. Somit wird ein kostengünstiges Elektrodenmaterial
für Zündkerzenelektroden bereitgestellt, das Wechselintervalle erlaubt, die bislang
nur mit Elektrodenmaterialien aus Edelmetall- und Edelmetalllegierungen erzielt wurden.
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass eine an der Oberfläche des Elektrodenmaterials
gebildete Oxidschicht einen elektrischen Widerstand R aufweist, der kleiner oder gleich
ist, als durch nachfolgende Gleichung definiert:

wobei 0,6 ≤ a ≤ 0,8, insbesondere 0,7, ist, wobei 3,1 ≤ b ≤ 3,3, insbesondere 3,2,
ist
und wobei T die Temperatur in Kelvin ist,
wobei das Elektrodenmaterial aus
- a) Nickel als Basismaterial,
- b) mindestens einem weiteren Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Y, Hf,
Ce, La, Zr, Ta und Yb, und
- c) mindestens einem weiteren Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Si,
Na, K, Li, Ti, Ag und Cu besteht, wobei
der Gesamtanteil an Element b) bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials
0,1 bis 0,3 Gew.-%, bevorzugt 0,1 bis 0,2 Gew.-% und besonders bevorzugt 0,13 bis
0,17 Gew.-% beträgt,
wobei der Gesamtanteil an Element c) bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials
0,5 bis 3 Gew.-% und bevorzugt 1,0 bis 2,5 Gew.-% beträgt, und
wobei
das Elektrodenmaterial bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials einen
Sauerstoffgehalt von maximal 0,003 Gew.-% und insbesondere 0,002 Gew.-% aufweist
oder
wobei das Elektrodenmaterial
a) Nickel als Basismaterial und
b) mindestens ein weiteres Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Y, Hf,
Ce, La, Zr, Ta und Yb und
d) mindestens ein weiteres Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus V, Zn und
Ti enthält, wobei
der Gesamtgehalt an Element b) bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials
≤ 0,3 Gew.-% beträgt und wobei
der Gesamtgehalt an Element d) bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials
1,5 bis 18 Gew.-% und bevorzugt 2 bis 15 Gew.-% beträgt.
[0009] Die Oxidschicht, die sich an der Oberfläche der erfindungsgemäßen Zündkerzenelektrode
bildet, weist eine optimierte Struktur auf. Unter einer optimierten Struktur wird
dabei verstanden, dass die Oxidschicht einen gleichmäßigen und stabilen Verbund aufweist
und zudem relativ dünn und an der Oberfläche ebenmäßig ist im Vergleich zu sich auf
herkömmlichen Elektroden bildenden Oxidschichten. Dies ermöglicht einen geringen elektrischen
Widerstand der Oxidschicht an der Elektrodenoberfläche. Erfindungsgemäß wird ferner
ein Übergangswiderstand zwischen der Oxidschicht und dem Grundmaterial, also dem unoxidierten
Elektrodenmaterial, gesenkt, was eine zusätzlich verbesserte elektrische Leitfähigkeit
zur Folge hat. Ist der elektrische Widerstand an der Elektrodenoberfläche befindlichen
Oxidschicht gering, also gleich oder kleiner als durch oben definierte Gleichung vorgegeben,
so wird die elektrische Spannung, die beim Funkenüberschlag im Brennraum zwischen
den Elektrodenoberflächen entsteht, schnell von der Oberfläche der Elektrode in deren
Inneres abgeleitet, so dass die lokale Belastung ah der Oberfläche der Elektrode deutlich
vermindert wird und auch nur von extrem kurzer Dauer ist. Die Fähigkeit, den Strom
schnell und gleichmäßig von der Elektrodenoberfläche in das Innere der Zündkerzenelektrode
zu leiten, ist umso größer, je kleiner der elektrische Widerstand ist. Ein weiterer
positiver Effekt der Erfindung ist, dass dadurch, dass der Strom so schnell abgeleitet
wird, außerdem einer lokalen Erwärmung des dem Funken ausgelieferten Materials entgegengewirkt
wird, so dass die Neigung des Elektrodenmaterials zur weiteren Bildung von Oxiden
wiederum deutlich vermindert wird und somit lediglich nur eine extrem dünne und homogene
Oxidschicht an der Elektrodenoberfläche gebildet wird. Der Verschleiß des Elektrodenmaterials
durch Funkenerosion und Korrosion wird dadurch deutlich verringert, so dass die Verschleißrate
der erfindungsgemäßen Zündkerzenelektrode gegenüber solchen aus herkömmlichen Elektrodenmaterialien
erheblich reduziert ist. Das erfindungsgemäße Elektrodenmaterial ist auch bei hohen
Temperaturen unter den extremen Bedingungen, wie sie im Brennraum herrschen, stabil
und verschleißresistent. Die erfindungsgemäße Zündkerzenelektrode ist edelmetallfrei,
weist jedoch signifikant verbesserte Standzeiten im Vergleich mit herkömmlichen Zündkerzen
auf. Besonders bevorzugt erfüllt auch ein Widerstand des Elektrodenmaterials die vorhergehend
definierte Gleichung, so dass ein ähnlicher, besonders bevorzugt gleicher, Widerstand
der am Elektrodenmaterial gebildeten Oxidschicht und des Elektrodenmaterials vorhanden
ist.
[0010] Gemäß der Erfindung besteht das Elektrodenmaterial, das die erfindungsgemäße Zündkerzenelektrode
bildet, aus:
- 1. a) Nickel als Basismaterial und
- 2. b) mindestens ein weiteres Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Y,
Hf, Ce, La, Zr, Ta und Yb, und
- 3. c) mindestens ein weiteres Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Si,
Na, K, Li, Ti, Ag und Cu, wobei
der Gesamtanteil an Element b) bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials
0,1 bis 0,3 Gew.-%, bevorzugt 0,1 bis 0,2 Gew.-% und besonders bevorzugt 0,13 bis
0,17 Gew.-% beträgt, wobei das Elektrodenmaterial bezogen auf das Gesamtgewicht des
Elektrodenmaterials einen Sauerstoffgehalt von maximal 0,003 Gew.-% und insbesondere
0,002 Gew.-% aufweist. Diese erfindungsgemäße
[0011] Zündkerzenelektrode zeichnet sich durch ein Elektrodenmaterial aus, dessen an seiner
Oberfläche befindliche Oxidschicht einen elektrischen Widerstand R aufweist, der gleich
oder kleiner ist als derjenige, der durch oben angeführte Gleichung definiert wird,
so dass alle oben erwähnten Vorteile mit diesem Elektrodenmaterial erzielt werden.
Auch die wärmeleitenden Eigenschaften der Oxide und damit der Gesamtlegierung sind
ausgezeichnet so dass das Material ferner auch eine extrem hohe Temperaturbeständigkeit
und einen damit einhergehend deutlich reduzierten funkenerosiven Verschleiß bzw. Elektrodenabbrand
aufweist. Die Oxidations- und Korrosionsbeständigkeit des Materials ist auch unter
Dauerbelastung sehr gut. Das Element b) zeichnet sich durch hervorragende elektrische
und physikalische Eigenschaften aus und unterstützt die Bildung einer dünnen und ebenmäßigen
Oxidschicht an der Elektrodenoberfläche. Konzentration an Element b) von über 0,3
Gew.-% führen zu Ausscheidungen dieses Elements, so dass die Korrosionsbeständigkeit
und Erosionsbeständigkeit des Materials wieder sinkt. Konzentration an Element b)
von weniger als 0,1 Gew.-% hingegen wirken nicht ausreichend stabilisierend auf das
Elektrodenmaterial.
[0012] Demnach bevorzugt ist das Elektrodenmaterial frei von Aluminium. Dadurch lässt sich
das Material in Bezug auf bekannte, Aluminium-haltige Materialien, leichter verarbeiten,
was den Aufwand für die Produktion solcher Elektrodenmaterialien senken kann. Somit
wird ein kostengünstiges Elektrodenmaterial für Zündkerzenelektroden bereitgestellt,
das Wechselintervalle erlaubt, die bislang nur mit Elektrodenmaterialien aus Edelmetall-
und Edelmetalllegierungen erzielt wurden.
[0013] Gemäß einer Alternative der Erfindung enthält das Elektrodenmaterial, das die erfindungsgemäße
Zündkerzenelektrode bildet:
a) Nickel als Basismaterial und
b) mindestens ein weiteres Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Y, Hf,
Ce, La, Zr, Ta und Yb, und
d) mindestens ein weiteres Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus V, Zn und
Ti, wobei
der Gesamtgehalt an Element b) bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials
≤0,5 Gew.-% und bevorzugt ≤0,3 Gew.-% beträgt und wobei der Gesamtgehalt an Element
d) bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials 1,5 bis 18 Gew.-% und bevorzugt
2 bis 15 Gew.-% beträgt. Auch diese erfindungsgemäße Zündkerzenelektrode zeichnet
sich durch ein Elektrodenmaterial aus, dessen an seiner Oberfläche befindliche Oxidschicht
einen elektrischen Widerstand R aufweist, der kleiner ist als derjenige, der durch
oben angeführte Gleichung definiert wird, so dass alle oben erwähnten Vorteile auch
mit diesem Elektrodenmaterial erzielt werden. Die Elemente d), also V, Zn und Ti,
fügen sich besonders homogen in eine Nickelmatrix ein. Das Elektrodenmaterial zeichnet
sich durch einen geringen Übergangswiderstand zwischen Oxidschicht und dem Elektrodengrundmaterial
aus, so dass dessen elektrische Leitfähigkeit stark erhöht ist. Auch die wärmeleitenden
Eigenschaften sind ausgezeichnet, so dass verschleißresistentes Material gebildet
wird. Die elektrischen Eigenschaften und auch die Wärmeleitfähigkeit der Oxide der
Elemente V, Zn und Ti sind dabei so ausgezeichnet, dass vorzugsweise sogar auf das
reaktive Element b) verzichtet werden kann. Besonders bevorzugt ist aber, wenn mindestens
ein weiteres Element aus der Gruppe bestehend aus Y, Hf, Ce, La, Zr, Ta und Yb zulegiert
bzw. zudotiert wird. Auch in diesem Legierungsmaterial zeichnen sich die Elemente
b) durch hervorragende elektrische und physikalische Eigenschaften aus und bilden
dieselben positiven Strukturen aus, wie bereits oben im Detail ausgeführt. Ist der
Anteil an Element d) geringer als 1,5 Gew.-% bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials,
so ist die elektrische Leitfähigkeit im Elektrodengrundmaterial geringer, da zu wenig
Metalloxid des Elements d) gebildet ist, das den Übergangswiderstand in dem Elektrodenmaterial
senkt. Ein Anteil an Element d) von mehr als 15 Gew.-% oder sogar 18 Gew.-% hat keinen
wesentlichen Einfluss mehr auf die Verbesserung der elektrischen Eigenschaften und
die Struktur des Elektrodenmaterials.
[0014] Gemäß einer nicht erfindungsgemäßen Alternative enthält ein Elektrodenmaterial die
nachfolgenden Elemente:
a) Eisen als Basismaterial und
b) mindestens ein weiteres Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Y, Hf,
Ce, La, Zr, Ta und Yb und
e) mindestens ein weiteres Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Al, Cr,
Ni und Mo, wobei
der Gesamtgehalt an Element b) bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials
≤0,5 Gew.-% und bevorzugt ≤0,3 Gew.-% beträgt und wobei der Gesamtgehalt an Element
e) bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials 1,5 bis 29 Gew.-% und bevorzugt
2 bis 25 Gew.-% beträgt. Auch diese Zündkerzenelektrode zeichnet sich durch ein Elektrodenmaterial
aus, dessen an seiner Oberfläche befindliche Oxidschicht einen elektrischen Widerstand
R aufweist, der kleiner ist als derjenige, der durch oben angeführte Gleichung definiert
wird, so dass alle oben erwähnten Vorteile auch mit diesem Elektrodenmaterial erzielt
werden. Während hingegen eine Kombination Nickel mit Aluminium oder auch Chrom nicht
zu einem ausreichend niedrigen elektrischen Widerstand führt, weist dieses Elektrodenmaterial
das Element Eisen in Kombination mit den Elementen e), also Al, Cr, Ni und Mo auf,
wodurch eine sehr stabile und homogene Struktur gebildet wird. Auch die wärmeleitenden
Eigenschaften der Oxide und damit der Gesamtlegierung sind ausgezeichnet. Die elektrischen
Eigenschaften der Oxide der Elemente Al, Cr, Ni und Mo sind dabei so ausgesprochen
gut, dass gegebenenfalls bevorzugt sogar auf das reaktive Element b) verzichtet werden
kann. Besonders bevorzugt ist aber, wenn mindestens ein weiteres Element aus der Gruppe
bestehend aus Y, Hf, Ce, La, Zr, Ta und Yb zulegiert bzw. zudotiert wird. Auch in
diesem Legierungsmaterial zeichnen sich die Elemente b) durch hervorragende elektrische
und physikalische Eigenschaften aus und bilden dieselben positiven Strukturen aus,
wie bereits oben im Detail ausgeführt. Ist der Anteil an Element e) geringer als 1,5
Gew.-% bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials, so ist die elektrische
Leitfähigkeit im Elektrodengrundmaterial geringer, da zu wenig Metalloxid des Elements
e) gebildet ist, das den Übergangswiderstand in dem Elektrodenmaterial senkt. Ein
Anteil an Element e) von mehr als 25 Gew.-% oder sogar 29 Gew.-% hat keinen wesentlichen
Einfluss mehr auf die Verbesserung der elektrischen Eigenschaften und die Struktur
des Elektrodenmaterials.
[0015] Die Unteransprüche zeigen bevorzugte Weiterbildungen und Verbesserungen der Erfindung.
[0016] Besonders bevorzugt ist es, wenn die sich auf der Oberfläche der Elektrode bildende
Oxidschicht eine Wärmeleitfähigkeit von mehr als 6 W/mK und bevorzugt von mehr als
8 W/mK und besonders bevorzugt von mehr als 10 W/mK aufweist, wobei die Wärmeleitfähigkeit
bei 20 °C gemessen wird. Wird die Wärme von der oxidhaltigen Elektrodenoberfläche
sehr schnell in das Innere der Elektrode abgeleitet, so wird die Bildung einer dicken,
stark ausgeprägten und unregelmäßig geformten Oxidschicht an der Elektrodenoberfläche
verhindert. Die erfindungsgemäße Zündkerzenelektrode zeichnet sich durch eine extrem
dünne und gleichmäßige Oxidschicht aus, so dass die Zündkerzenelektrode über eine
ausgezeichnete Stabilität auch im Dauerbetrieb der Zündkerze verfügt. Ist die Wärmeleitfähigkeit
der sich bildenden Oxidschicht geringer als 6 W/mK, so entstehen im Funkenplasma lokal
hohe Temperaturen, die nicht ausreichend schnell an die Umgebung abgegeben werden,
so dass sich gerade an diesen Stellen bevorzugt Oxidschichten abscheiden, so dass
die Oxidschichten gerade an diesen Stellen besonders schnell gebildet werden. Hierdurch
erhöht sich die Erosions- und Korrosionsneigung des Materials und somit dessen Verschleiß
und es kommt verstärkt zu Hitzestaus, was den Verschleiß weiter begünstigt. Weiter
bevorzugt weist auch das Elektrodenmaterial eine Wärmeleitfähigkeit von mehr als 6
W/mK auf und besonders bevorzugt sind die Wärmeleitfähigkeiten der Oxidschicht und
des Elektrodenmaterials gleich.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform hat die an der Oberfläche des Elektrodenmaterials
gebildete Oxidschicht eine Dicke von weniger als 10 µm bzw. weist besonders bevorzugt
eine Dicke in einem Bereich von 5 bis 8 µm auf. Erfindungsgemäß werden also solche
Materialien miteinander zu einem Elektrodenmaterial kombiniert, die sich durch eine
reduzierte Neigung zur Bildung von Oxiden unter den vorherrschenden Extrembedingungen
auszeichnen. Ist die sich bildende Oxidschicht 10 µm oder stärker, so wirkt die Oxidschicht
sowohl gegenüber Wärme als auch in Bezug auf die Leitfähigkeit isolierend. Dies fördert
wiederum die Bildung weiterer Oxide und damit auch die Verschleißrate des Elektrodenmaterials.
Je geringer also die Dicke der Oxidschicht ist, desto beständiger ist das Material
in Bezug auf Funkenerosion und insbesondere oxidative Korrosion.
[0018] Besonders bevorzugt ist es, wenn das Elektrodenmaterial
a) Nickel als Basismaterial und
b) mindestens ein weiteres Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Y, Hf,
Ce, La, Zr, Ta und Yb und
d) mindestens ein weiteres Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus V, Zn und
Ti enthält, wobei
der Gesamtgehalt an Element b) bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials
≤ 0,3 Gew.-% beträgt und wobei der Gesamtgehalt an Element d) bezogen auf das Gesamtgewicht
des Elektrodenmaterials 1,5 bis 18 Gew.-% und bevorzugt 2 bis 15 Gew.-% beträgt und
wobei der Anteil an Sauerstoff in dem Elektrodenmaterial weniger als 0,003 Gew.-%
bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials beträgt. Unter Sauerstoff im
Elektrodenmaterial wird in Bezug auf die vorliegende Erfindung nicht nur jeglicher
gasförmig oder gelöst vorliegende molekulare Sauerstoff verstanden, sondern auch jeglicher
in Form von Oxiden gebundene Sauerstoff. Das bedeutet mit anderen Worten, dass das
erfindungsgemäße Elektrodenmaterial und damit auch eine daraus hergestellte Zündkerzenelektrode
vor Inbetriebnahme der Zündkerzenelektrode, d.h., ohne Oxidschicht, einen Sauerstoffanteil
von weniger als 0,003 Gew.-% aufweist. Es wurde gefunden, dass wenn der Sauerstoffanteil
vor Inbetriebnahme der Zündkerzenelektrode über der Grenze von 0,003 Gew.-% liegt,
insbesondere die sogenannten reaktiven metallischen Elemente Y, Hf, Ce, La, Zr, Ta
und Yb, also die Elemente b), bereits zu einem großen Anteil in Form ihrer Oxide vorliegen.
Diese Oxide der reaktiven Elemente liegen somit überwiegend als Oxidpartikel oder
oxidische intermetallische Phasen vor und sind damit aus der Legierungsmatrix ausgeschieden.
Sie können also bei Inbetriebnahme der Zündkerze keinen Sauerstoff mehr binden und
tragen damit nicht mehr zur Erhöhung der Oxidationsbeständigkeit des Legierungsmaterials
bei. Ferner leidet hierunter auch die Erosionsbeständigkeit und Stabilität des Materials,
so dass die Verschleißrate eines solchen Elektrodenmaterials gegenüber einem solchen,
gemäß der vorliegenden Erfindung, deutlich erhöht ist. Je geringer der initiale Sauerstoffgehalt
vor Inbetriebnahme der Zündkerzenelektrode ist, desto geringer ist auch der Anteil
an destabilisierenden Oxidpartikeln, Oxidaggregaten oder sogar oxidischen Phasen,
desto besser ist das Material gegenüber Korrosion und Funkenerosion bei Inbetriebnahme
der Zündkerze geschützt. Der Grenzwert von 0,003 Gew.-% für den Sauerstoffanteil scheint
hierbei ein Schwellenwert zu sein, so dass Sauerstoffgehalte unter diesem Wert zu
einem guten und dauerhaft beständigem Elektrodenmaterial führen. Es wurde gefunden,
dass dieser geringe Sauerstoffgehalt besonders wichtig ist für die mindestens ein
Element c) enthaltende Nickelbasislegierung. Bei Nickelbasislegierungen, die mindestens
eines der Elemente d) enthalten oder aber bei besagter Eisenbasislegierung scheint
die Anfälligkeit des Materials gegenüber Oxidation geringer ausgebildet zu sein, so
dass auch höhere Sauerstoffgehalte im Legierungsmaterial tolerierbar sind. Der Sauerstoffgehalt
in dem Elektrodenmaterial kann dabei durch Heißextraktion einer Probe des Legierungsmaterials
nach herkömmlichen Methoden bestimmt werden.
[0019] Besonders bevorzugt liegt der Anteil an Sauerstoff in dem Elektrodenmaterial bei
maximal 0,002 Gew.-%. Unterhalb dieser Grenze ist die Ausbildung von metallischen
Oxiden in dem Elektrodenmaterial vor Inbetriebnahme des Zündkerze so gering, dass
die Elektrode auch bei hohen Temperaturen optimal vor Oxidation und damit vor Destabilisierung
durch Korrosion und Erosion geschützt ist.
[0020] Als weiterhin vorteilhaft hat sich herausgestellt, wenn vor Inbetriebnahme der Zündkerze
der Gesamtanteil an oxidierten Elementen b) in dem Elektrodenmaterial bezogen auf
das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials geringer ist als 15 Mol.-% und bevorzugt
geringer als 10 Mol.-%. Liegt der Anteil an oxidischem Element b) vor Inbetriebnahme
der Elektrode höher als 10 Mol.-% oder sogar 15 Mol.-%, so ist dessen Anteil bereits
so hoch, dass das reaktive Element b) nicht mehr ausreichend zur Stabilisierung des
Elektrodenmaterials bei Funkenschlag beitragen kann, denn es liegt bereits in seiner
oxidierten Form vor und kann somit keinen weiteren Sauerstoff binden. Damit unterliegt
nun das Basismaterial und insbesondere das Nickelbasismaterial, dem mindestens eines
der Elemente c) zulegiert ist, einer stärkeren Oxidation und das Elektrodenmaterial
verschleißt zusehends. Je höher der Anteil an oxidiertem Element b), desto geringer
ist der stabilisierende Effekt, den es auf das Elektrodenmaterial ausüben kann. Je
geringer der Anteil an oxidiertem Element b), desto höher ist hingegen folglich die
stabilisierende Wirkung, die das reaktive Element in dem Nickelgefüge bewirkt.
[0021] Als besonders nachteilig in Bezug auf die Stabilität des Elektrodenmaterials, also
dessen Oxidations- sowie Korrosions- und Erosionsbeständigkeit, hat sich die Bildung
von intermetallischen Zweitphasen gezeigt. Intermetallische Zweitphasen bilden sich,
wie bereits ausgeführt, insbesondere dann, wenn große Anteile an reaktivem Element
b) in dem Legierungsmaterial vorliegen, die dann aufgrund von Unverträglichkeiten
mit dem Basismaterial nicht in gelöster Form, sondern in Form einer intermetallischen
Zweitphase vorliegen. Diese intermetallischen Zweitphasen führen zur Destabilisierung
des Elektrodenmaterials, da sie sich nicht homogen in die Legierungsmatrix einfügen,
sondern aus dieser ausgeschieden vorliegen, so dass die Bindungen zwischen den Legierungselementen
lokal und auch über weitere Bereiche reduziert werden. Das Legierungsgefüge wird durch
intermetallische Zweitphasen gestört. Damit ist der elektrische Widerstand des Materials
erhöht und folglich insbesondere die Wärmeleitfähigkeit und die elektrische Leitfähigkeit
des Materials reduziert, bzw. werden diese inhomogen über den gesamten Bereich, so
dass lokal hohe Temperaturschwankungen auftreten können, die das Material an diesen
Stellen aufweiten und zu einem Abplatzen des Materials führen können. Dies fördert
den Verschleiß des Elektrodenmaterials. Die Störung des Legierungsgefüges ist besonders
groß, wenn der Anteil an intermetallischen Phasen in dem Elektrodenmaterial 15 Mol.-%
oder mehr beträgt. Es wurde gefunden, dass intermetallische Phasen, mit einem Anteil
von weniger als 15 Mol.-% und bevorzugt von weniger als 10 Mol.-% bezogen auf die
Gesamtzusammensetzung noch tolerierbar sind, so dass sich deren destabilisierende
Wirkungen nicht essentiell auswirken und die Legierungsmatrix ausreichend stabil gebildet
ist. Je geringer der Anteil an intermetallischen Phasen, desto stabiler ausgeprägt
ist das Legierungsgefüge. Besonders bevorzugt ist es deshalb, wenn im Wesentlichen
keine intermetallischen Phasen im Elektrodenmaterial vorliegen.
[0022] Das erfindungsgemäße Elektrodenmaterial für Zündkerzenelektroden kann sowohl für
die Herstellung der Mittel-, wie auch für die Masseelektrode wie auch beider Elektroden
gleichzeitig, verwendet werden. Die daraus gebildeten Zündkerzen liegen in Bezug auf
ihre Standzeiten in etwa in demselben Bereich wie sie mit Edelmetallmaterialzündkerzen
erzielt werden, ohne jedoch Edelmetall zu enthalten. Während hingegen die Standzeiten
der herkömmlichen edelmetallfreien Zündkerzen lediglich etwa bis 60.000 km betragen,
liegen die Standzeiten der erfindungsgemäßen Zündkerzenelektroden bedeutend höher,
d.h., im Bereich von 90.000 km. Dies erzeugt eine wesentlich bessere Akzeptanz auf
dem Markt und ist sowohl aus umwelttechnischen wie auch aus wirtschaftlichen Gründen
von Vorteil.
[0023] Erfindungsgemäß werden Zündkerzen bereitgestellt, die mindestens eine erfindungsgemäße
Zündkerzenelektrode umfassen, und die somit eine verbesserte Oxidations- und Korrosionsbeständigkeit,
sowie Funkenerosionsbeständigkeit und Wärmeleitfähigkeit aufweisen.
[0024] Die Erfindung betrifft eine Zündkerzenelektrode, gekennzeichnet durch ein Elektrodenmaterial,
das aus
- a) Nickel als Basismaterial,
- b) mindestens einem weiteren Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Y, Hf,
Ce, La, Zr, Ta und Yb, und
- c) mindestens einem weiteren Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Si,
Na, K, Li, Ti, Ag und Cu besteht, wobei
der Gesamtanteil an Element b) bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials
0,1 bis 0,3 Gew.-%, bevorzugt 0,1 bis 0,2 Gew.-% und besonders bevorzugt 0,13 bis
0,17 Gew.-% beträgt,
wobei der Gesamtanteil an Element c) bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials
0,5 bis 3 Gew.-% und bevorzugt 1,0 bis 2,5 Gew.-% beträgt, und wobei
das Elektrodenmaterial bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials einen
Sauerstoffgehalt von maximal 0,003 Gew.-% und insbesondere 0,002 Gew.-% aufweist.
Das vorstehend definierte Elektrodenmaterial weist, bezogen auf das Gesamtgewicht
des Elektrodenmaterials, einen Sauerstoffgehalt von weniger als 0,003 Gew.-% auf.
In dieser Ausführungsform ist das Elektrodenmaterial sowohl in struktureller als auch
in chemisch-physikalischer Hinsicht optimal ausgebildet. Es weist einen kleinen elektrischen
Widerstand auf, ist gut wärmeleitend und damit oxidationsstabil und ferner resistent
gegenüber Funkenerosion und Korrosion, insbesondere auch bei erhöhten Temperaturen,
wie sie z.B. im Motorraum eines Fahrzeugs an Zündkerzen vorliegen können. Das Material
lässt sich hervorragend verarbeiten und ist in sich homogen. Eine sich bildende Oxidschicht
an der Oberfläche der Elektrode ist aufgrund der gut abgestimmten Materialien stabil
aber ausreichend dünn, um die Wärmeleitfähigkeit und elektrische Leitfähigkeit nicht
wesentlich nachteilig zu beeinflussen. Das Material ist dauerhaft, also auch bei langen
Standzeiten stabil, und zeichnet sich durch eine extrem niedrige Verschleißrate aus.
[0025] Weiterhin betrifft die Erfindung eine Zündkerzenelektrode, gekennzeichnet durch ein
Elektrodenmaterial, enthaltend:
a) Nickel als Basismaterial und
b) mindestens ein weiteres Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Y, Hf,
Ce, La, Zr, Ta und Yb, und
d) mindestens ein weiteres Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus V, Zn und
Ti, wobei
der Gesamtgehalt an Element b) bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials
≤0,5 Gew.-% und bevorzugt ≤0,3 Gew.-% beträgt und wobei
der Gesamtgehalt an Element d) bezogen auf das Gesamtgewicht des
[0026] Elektrodenmaterials 1,5 bis 18 Gew.-% und bevorzugt 2 bis 15 Gew.-% beträgt. Es sei
angemerkt, dass der Wert für den Gesamtgehalt an Element b) auch Null sein kann.
[0027] Das erfindungsgemäße Elektrodenmaterial der zweiten aufgeführten Alternative weist
dabei besonders bevorzugt, bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials,
einen Sauerstoffgehalt von maximal 0,003 Gew.-%, und das erfindungsgemäße Elektrodenmaterial
gemäß der ersten und der zweiten aufgeführten Alternative weist dabei insbesondere
einen Sauerstoffgehalt von maximal 0,002 Gew.-% auf.
Zeichnung
[0028] Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme
auf die begleitende Zeichnung beschrieben.
- Figur 1
- zeigt einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Zündkerzenelektrode,
- Figur 2
- zeigt einen Querschnitt durch eine Zündkerzenelektrode gemäß dem Stand der Technik,
- Figur 3
- ist eine logarithmische Darstellung, die den elektrischen Widerstand von Elektroden
in Abhängigkeit von der Temperatur zeigt,
- Figur 4
- zeigt Verschleißreduktionen an Zündkerzenelektrode in Abhängigkeit der Zusammensetzung,
und
- Figur 5
- ist eine Arrhenius-Auftragung, die den elektrischen Widerstand von Elektroden in Abhängigkeit
von der Temperatur zeigt.
Beschreibung der Ausführungsform
[0029] Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf die Figuren 1, 3, 4 und 5 eine Zündkerzenelektrode
gemäß einen Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben.
[0030] Veranschaulicht werden die Vorteile des erfindungsgemäßen Elektrodenmaterials bzw.
der erfindungsgemäßen Zündkerze durch einen Vergleich der Figuren 1 und 2. Figuren
1 und 2 sind mikroskopische Aufnahmen mit einem Rasterelektronenmikroskop in 500facher
Vergrößerung eines Teils einer Elektrode. In den Figuren 1 und 2 bezeichnet das Bezugszeichen
1 das jeweilige Elektrodengrundmaterial. Bezugszeichen 2 bezeichnet die Oberfläche
des Elektrodenmaterials, auf der sich eine Oxidschicht 3 gebildet hat. Darüber befindet
sich ein Gasraum 4, in den die Elektrode eingebracht ist.
[0031] Figur 1 ist eine Mikroskopaufnahme einer erfindungsgemäßen Nickellegierung, die 0,2
Gew.-% Hafnium als Element b) und 1 Gew.-% Silicium als Element c) enthält, sowie
einem Sauerstoffgehalt von weniger als 0,0015 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht
des Elektrodenmaterials. Deutlich zu erkennen ist, dass die Oxidschicht 3 in dem erfindungsgemäßen
Elektrodenmaterial sehr dünn und gleichmäßig ausgebildet und im Durchschnitt etwa
5 bis 8 µm dick ist. Dies zeigt deutlich den positiven Einfluss der reaktiven Elemente
b) auf die Ausbildung der oxidischen Schutzschicht, die erfindungsgemäß dünn und stabil
ausgeprägt ist. Oxidierte Bereiche im Inneren des Elektrodenmaterials sind praktisch
nicht vorhanden.
[0032] Dies zeigt die Stabilität und damit Korrosions- und Erosionsbeständigkeit des erfindungsgemäßen
Elektrodenmaterials.
[0033] Figur 2 zeigt eine Mikroskopaufnahme einer herkömmlichen Nickellegierung, die 1 Gew.-%
Al, 1 Gew.-% Si und 0,2 Gew.-% Y sowie einen Sauerstoffgehalt von 0,0033 Gew.-% aufweist.
Hier ist die an der Oberfläche der Elektrode befindliche Oxidschicht 3 ungleichmäßig
und porös ausgebildet und zeigt weitläufig große Teilbereiche 6, in denen sich die
oxidischen Bereiche bis tief ins Innere des Elektrodenmaterials ziehen. Die an der
Oberfläche der Elektrode gebildete Oxidschicht ist bedeutend dicker ausgebildet und
liegt im Mittel zwischen 12 und 20 µm. Diese destabilisierenden Effekte sind direkt
auf die Zusammensetzung des Elektrodenmaterials zurückzuführen. Hier ist das reaktive
Element b) zwar in der optimalen Konzentration, jedoch nicht in gelöstem Zustand,
sondern in Form isolierter Aggregate bzw. intermetallische Zweitphasen 5 vorhanden,
die aus der Nickelmatrix ausgeschieden sind. So ist das Nickelgefüge fehlerhaft und
der umgebende Sauerstoff oxidiert zum Einen das Nickel an der Elektrodenoberfläche
bedeutend stärker und zum Anderen dringt der Sauerstoff ins Elektrodeninnere ein und
oxidiert hier sowohl weiteres Nickel als auch die intermetallischen Zweitphasen aus
reaktivem Element b). Das Elektrodenmaterial zeichnet sich folglich durch eine hohe
Verschleißrate aus.
[0034] Figur 3 zeigt Messergebnisse des elektrischen Widerstands R in Ω von Oxidschichten
zweier Elektroden logarithmisch in Abhängigkeit der Temperatur T in °C. Der obere
Kurvenverlauf 10, dessen Messpunkte durch Quadrate gezeichnet sind, wurde an der Elektrode
des Standes der Technik (Figur 2) gemessen. Die darunter liegende Kurve 11, deren
Messwerte mit Kreuzen gekennzeichnet sind, ist diejenige der erfindungsgemäßen Elektrode
(Figur 1). Hier ist deutlich zu erkennen, dass durch die erfindungsgemäße dünnere
oxidische Schutzschicht an der Elektrodenoberfläche der elektrische Widerstand R im
gesamten Temperaturspektrum bedeutend geringer ist als in einem herkömmlichen Elektrodenmaterial.
Das erfindungsgemäße Elektrodenmaterial weist also hervorragende elektrische Leitfähigkeiten
auf, ohne dass dabei Edelmetall im Elektrodenmaterial verwendet wurde.
[0035] Figur 4 zeigt verschiedene Verschleißraten von Elektrodenmaterialien unterschiedlicher
Zusammensetzung, wie sie in der nachfolgenden Übersicht zusammengestellt sind. In
Figur 4 ist dabei der Verschleiß V in µm
3 pro Funke für die verschiedenen Elektrodenmaterialien dargestellt. Dabei stellen
die Rauten die Mittelwerte der gemessenen Werte dar und die vertikalen Striche deren
Streuung.
| Elektrodenmaterial |
A erfindungsgemäß |
B Standard |
| Reaktives Element b) |
Hf |
Y |
| Menge an reaktivem Element b) in Gew.-% |
0,2 |
0,2 |
| Element c) |
Si |
Si |
| Menge an Element c) in Gew.-% |
1 |
1 |
| Sauerstoffgehalt in Gew.-% |
0,0015 |
0,0033 |
| Basismaterial |
Ni |
Ni |
| weitere Elemente |
--- |
Al(1 Gew.-%) |
[0036] Gut zu erkennen ist, dass das erfindungsgemäße Elektrodenmaterial eine Reduktion
des Verschleißes von etwa 25 % bewirkt.
[0037] In Figur 5 ist eine Arrhenius-Auftragung, welche den elektrischen Widerstand R über
der Temperatur T' dargestellt ist, wobei die Temperatur T' durch den Quotienten 1000/T
in K
-1 dargestellt ist. Hierdurch kann die Gleichung logR = a+b* 1000/T definiert werden,
wobei a zwischen 0,6 und 0,8 liegt, b zwischen 3,1 und 3,2 liegt und T die entsprechende
Elektrodentemperatur in Kelvin ist. Wie aus Figur 5 deutlich ersichtlich ist, ist
der elektrische Widerstand der Oxidschicht der erfindungsgemäßen Zündkerzenelektrode
(Kurve 13) deutlich kleiner als der Widerstand der herkömmlichen Oxidschichten von
Elektroden ohne Edelmetalle (Kurve 12).
1. Zündkerzenelektrode, hergestellt aus einem Elektrodenmaterial,
dadurch gekennzeichnet, dass eine an einer Oberfläche des Elektrodenmaterials vorhandene Oxidschicht einen elektrischen
Widerstand R aufweist, der kleiner oder gleich ist als durch nachfolgende Gleichung
definiert:

wobei 0,6 ≤ a ≤ 0,8, insbesondere 0,7, ist,
wobei 3,1 ≤ b ≤ 3,3, insbesondere 3,2, ist und
wobei T die Temperatur in Kelvin ist,
wobei das Elektrodenmaterial aus
a) Nickel als Basismaterial,
b) mindestens einem weiteren Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Y, Hf,
Ce, La, Zr, Ta und Yb, und
c) mindestens einem weiteren Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Si,
Na, K, Li, Ti, Ag und Cu besteht, wobei
der Gesamtanteil an Element b) bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials
0,1 bis 0,3 Gew.-%, bevorzugt 0,1 bis 0,2 Gew.-% und besonders bevorzugt 0,13 bis
0,17 Gew.-% beträgt,
wobei der Gesamtanteil an Element c) bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials
0,5 bis 3 Gew.-% und bevorzugt 1,0 bis 2,5 Gew.-% beträgt, und wobei
das Elektrodenmaterial bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials einen
Sauerstoffgehalt von maximal 0,003 Gew.-% und insbesondere 0.002 Gew.-% aufweist
oder
wobei das Elektrodenmaterial
a) Nickel als Basismaterial und
b) mindestens ein weiteres Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Y, Hf,
Ce, La, Zr, Ta und Yb und
d) mindestens ein weiteres Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus V, Zn und
Ti enthält, wobei
der Gesamtgehalt an Element b) bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials
≤ 0,3 Gew.-% beträgt und wobei
der Gesamtgehalt an Element d) bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials
1,5 bis 18 Gew.-% und bevorzugt 2 bis 15 Gew.-% beträgt.
2. Zündkerzenelektrode nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oxidschicht an der Oberfläche des Elektrodenmaterials bei 20 °C eine Wärmeleitfähigkeit
von größer als 6 W/mK und bevorzugt 8 W/mK und besonders bevorzugt 10 W/mK, aufweist.
3. Zündkerzenelektrode nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oxidschicht eine Dicke von weniger als 10 µm und bevorzugt eine Dicke in einem
Bereich von 5 bis 8 µm aufweist.
4. Zündkerzenelektrode nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Elektrodenmaterial
a) Nickel als Basismaterial und
b) mindestens ein weiteres Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Y, Hf,
Ce, La, Zr, Ta und Yb und
d) mindestens ein weiteres Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus V, Zn und
Ti enthält, wobei
der Gesamtgehalt an Element b) bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials
≤ 0.3 Gew.-% beträgt und wobei der Gesamtgehalt an Element d) bezogen auf das Gesamtgewicht
des Elektrodenmaterials 1,5 bis 18 Gew.-% und bevorzugt 2 bis 15 Gew.-% beträgt und
wobei das Elektrodenmaterial bezogen auf das Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials
einen Sauerstoffgehalt von maximal 0,003 Gew.-% und insbesondere 0,002 Gew.-% aufweist.
5. Zündkerzenelektrode nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Gesamtanteil an oxidiertem Element b) in dem Elektrodenmaterial bezogen auf das
Gesamtgewicht des Elektrodenmaterials geringer als 15 Mol.-% und bevorzugt geringer
als 10 Mol.-% ist.
6. Zündkerzenelektrode nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil an intermetallischen Phasen in dem Elektrodenmaterial bezogen auf die
Gesamtzusammensetzung des Elektrodenmaterials geringer als 15 Mol.-% und bevorzugt
geringer als 10 Mol.-% ist.
7. Zündkerzenelektrode nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Elektrodenmaterial im Wesentlichen keine intermetallischen Phasen enthält.
8. Zündkerze, umfassend mindestens eine Zündkerzenelektrode nach einem der vorhergehenden
Ansprüche.
1. Spark plug electrode produced from an electrode material, wherein an oxide layer present
on a surface of the electrode material has an electrical resistance R which is less
than or equal to that defined by the below equation:

where 0.6 ≤ a ≤ 0.8, in particular a is 0.7,
where 3.1 ≤ b ≤ 3.3, in particular b is 3.2, and where T is the temperature in Kelvin,
wherein the electrode material consists of
a) nickel as base material and
b) at least one further element selected from the group consisting of: Y, Hf, Ce,
La, Zr, Ta and Yb, and
c) at least one further element selected from the group consisting of: Si, Na, K,
Li, Ti, Ag and Cu, wherein
the total proportion of element b) in relation to the total weight of the electrode
material is 0.1 to 0.3% by weight, preferably 0.1 to 0.2% by weight and particularly
preferably 0.13 to 0.17% by weight,
wherein the total proportion of element c) in relation to the total weight of the
electrode material is 0.5 to 3% by weight and preferably 1.0 to 2.5% by weight, and
wherein the electrode material has an oxygen content of at most 0.003% by weight and
in particular 0.002% by weight, in relation to the total weight of the electrode material
or
wherein the electrode material contains
a) nickel as base material and
b) at least one further element selected from the group consisting of: Y, Hf, Ce,
La, Zr, Ta and Yb, and
d) at least one further element selected from the group consisting of: V, Zn and Ti,
wherein
the total content of element b) in relation to the total weight of the electrode material
is ≤ 0.3% by weight, and wherein
the total content of element d) in relation to the total weight of the electrode material
is 1.5 to 18% by weight and preferably 2 to 15% by weight.
2. Spark plug electrode according to Claim 1, characterized in that the oxide layer on the surface of the electrode material has a thermal conductivity
of more than 6 W/mK and preferably 8 W/mK and particularly preferably 10 W/mk at 20°C.
3. Spark plug electrode according to either of the preceding claims, characterized in that the oxide layer has a thickness of less than 10 µm and preferably a thickness in
a range of 5 to 8 µm.
4. Spark plug electrode according to one of the preceding claims,
characterized in that the electrode material contains
a) nickel as base material and
b) at least one further element selected from the group consisting of: Y, Hf, Ce,
La, Zr, Ta and Yb, and
d) at least one further element selected from the group consisting of: V, Zn and Ti,
wherein
the total content of element b) in relation to the total weight of the electrode material
is ≤ 0.3% by weight, and wherein
the total content of element d) in relation to the total weight of the electrode material
is 1.5 to 18% by weight and preferably 2 to 15% by weight and wherein the electrode
material has an oxygen content of at most 0.003% by weight and in particular 0.002%
by weight, in relation to the total weight of the electrode material.
5. Spark plug electrode according to Claim 1, characterized in that the total proportion of oxidized element b) in the electrode material in relation
to the total weight of the electrode material is less than 15 mol% and preferably
less than 10 mol%.
6. Spark plug electrode according to one of the preceding claims, characterized in that the proportion of intermetallic phases in the electrode material in relation to the
overall composition of the electrode material is less than 15 mol% and preferably
less than 10 mol%.
7. Spark plug electrode according to one of the preceding claims, characterized in that the electrode material contains essentially no intermetallic phases.
8. Spark plug, comprising at least one spark plug electrode according to one of the preceding
claims.
1. Electrode de bougie d'allumage réalisée en un matériau d'électrode, une couche d'oxyde
présente sur une surface du matériau d'électrode présentant une résistance électrique
R inférieure ou égale à celle définie par l'équation ci-dessous :

dans laquelle 0,6 ≤ à ≤ 0,8 et en particulier 0,7, 3,1 ≤ b ≤ 3,3 et en particulier
3,2 et T étant la température en Kelvin,
le matériau d'électrode consistant
a) du nickel comme matériau de base et
b) au moins un autre élément sélectionné dans l'ensemble constitué de Y, Hf, Ce, La,
Zr, Ta et Yb et
c) au moins un autre élément sélectionné dans l'ensemble constitué de Si, Na, K, Li,
Ti, Ag et Cu,
la teneur totale en élément b) par rapport au poids total du matériau d'électrode
étant de 0,1 à 0,3 % en poids, de préférence de 0,1 à 0,2 % en poids et de façon particulièrement
préférable de 0,13 à 0,17 % en poids,
la teneur totale en élément c) par rapport au poids total du matériau d'électrode
étant de 0,5 à 3 % en poids et de préférence de 1,0 à 2,5 % en poids, et
le matériau d'électrode présente par rapport au poids total du matériau d'électrode
une teneur en oxygène d'au plus 0,003 % en poids et en particulier de 0,002 % en poids,
ou le matériau d'électrode contenant
a) du nickel comme matériau de base et
b) au moins un autre élément sélectionné dans l'ensemble constitué de Y, Hf, Ce, La,
Zr, Ta et Yb et
d) au moins un autre élément sélectionné dans l'ensemble constitué de V, Zn et Ti,
la teneur totale en élément b) par rapport au poids total du matériau d'électrode
étant ≤ 0,3 % en poids et
la teneur totale en élément d) par rapport au poids total du matériau d'électrode
étant de 1,5 à 18 % en poids et de préférence de 2 à 15 % en poids.
2. Electrode de bougie d'allumage selon la revendication 1, caractérisée en ce que la couche d'oxyde présente à la surface du matériau d'électrode présente à 20°C une
conductivité thermique supérieure à 6 W/m.K, de préférence à 8 W/m.K et de façon particulièrement
préférable à 10 W/m.K.
3. Electrode de bougie d'allumage selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la couche d'oxyde présente une épaisseur d'au moins 10 µm et de préférence une épaisseur
de l'ordre de 5 à 8 µm.
4. Electrode de bougie d'allumage selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le matériau d'électrode contient
a) du nickel comme matériau de base et
b) au moins un autre élément sélectionné dans l'ensemble constitué de Y, Hf, Ce, La,
Zr, Ta et Yb et
d) au moins un autre élément sélectionné dans l'ensemble constitué de V, Zn et Ti,
la teneur totale en élément b) par rapport au poids total du matériau d'électrode
étant ≤ 0,3 % en poids et
la teneur totale en élément d) par rapport au poids total du matériau d'électrode
étant de 1,5 à 18 % en poids et de préférence de 2 à 15 % en poids, et
le matériau d'électrode présente par rapport au poids total du matériau d'électrode
une teneur en oxygène d'au plus 0,003 % en poids et en particulier de 0,002 % en poids.
5. Electrode de bougie d'allumage selon la revendication 1, caractérisée en ce que la teneur totale en élément oxydé b) dans le matériau d'électrode par rapport au
poids total du matériau d'électrode est inférieure à 15 % en moles et de préférence
inférieure à 10 % en moles.
6. Electrode de bougie d'allumage selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la teneur en phase intermétallique dans le matériau d'électrode par rapport à la
composition globale du matériau d'électrode est inférieure à 15 % en mole et de préférence
inférieure à 10 % en mole.
7. Electrode de bougie d'allumage selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le matériau d'électrode ne contient essentiellement pas de phases intermétalliques.
8. Bougie d'allumage comprenant au moins une électrode de bougie d'allumage selon l'une
des revendications précédentes.