Stand der Technik
[0001] Verstellvorrichtungen für Möbel mit einem Möbelteil, das über eine Führungseinheit
an einem Möbelkorpus bewegbar aufgenommen ist, sind bekannt. Die Führungseinheit ist
mit einem Führungsteil am bewegbaren Möbelteil und mit einem anderen Führungsteil
am Möbelkorpus angebunden. Bei der Führungseinheit kann es sich insbesondere um eine
Auszugführung mit zueinander teleskopisch verschiebbaren Führungsteilen handeln. Ein
Vollauszug beispielsweise dient zur verschieblichen Bewegung eines Auszugs oder einer
Schublade mit einer an der Schublade angreifenden Bewegungsschiene, einer am Möbelkorpus
angreifenden Korpusschiene und einer dazwischen wirkenden Mittelschiene. Unter einer
Führungseinheit kann auch eine Gelenkanordnung bzw. ein Scharnier zum Beispiel für
eine an einem Korpus verschwenkbare Möbelklappe oder Möbeltür verstanden werden.
[0002] Beispielsweise sind Blendenverstellvorrichtungen mit einer Neigungsverstellung des
an der Führungseinheit aufgenommenen bewegbaren Möbelteils bekannt. Mit der Verstellung
wird eine Ausrichtung eines in einem Sichtbereich des Möbels liegenden Frontteils
des bewegbaren Möbelteils vorgenommen. Auf diese Weise kann insbesondere ein gewünschtes
optisches Erscheinungsbild einer Vorderseite des Möbels mit exakt fluchtenden Bauteilkanten
bzw. einheitlichen Abständen zwischen benachbarten bewegbaren Möbelteilen eingerichtet
werden.
[0003] Im Hinblick auf insbesondere beim Transport auftretende Belastungen an entsprechenden
Möbeln kann es bislang zu einem Lösen der Neigungsverstellvorrichtung von der Führungseinheit
kommen bzw. ggf. zu einem Ablösen des bewegbaren Möbelteils vom Korpus.
Aufgabe und Vorteile der Erfindung
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Verstellvorrichtung bzw. ein Möbel
der eingangs beschriebenen Art bereitzustellen, mit denen in einem Montagezustand
bzw. bei einem zusammengebauten Möbel eine stabile Anordnung möglich ist, insbesondere
im Hinblick auf beim Transport auftretende Belastungen.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die unabhängigen Ansprüche gelöst.
[0006] In den abhängigen Ansprüchen sind vorteilhafte Varianten der Erfindung aufgezeigt.
[0007] Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung zur Verstellung der Neigung eines über
eine Führungseinheit an einem Möbelkorpus bewegbar aufgenommenen Möbelteils, wobei
die Verstellvorrichtung als separates Bauteil an einem Seitenbauteil des Möbelteils
derart anbringbar ist, dass im Montagezustand ein stirnseitiger Endbereich der Verstellvorrichtung
an der Führungseinheit lösbar an einem Einsteckabschnitt der Führungseinheit festlegbar
ist. Der Einsteckabschnitt an der Führungseinheit kann insbesondere an der Oberseite
beispielsweise einer Bewegungsschiene abstehend bzw. abgewinkelt vorhanden sein, beispielsweise
L-förmig oder zumindest angenähert L-förmig.
[0008] Der Kern der Erfindung liegt darin, dass ein Stützabschnitt derart abgestimmt auf
das Seitenbauteil vorhanden ist, dass der Stützabschnitt der an einem Seitenbauteil
angebrachten Verstellvorrichtung ein Anlageelement am Seitenbauteil übergreift, so
dass am Stützabschnitt eine Anschlagfläche gegenüberliegend zu einem Gegenabschnitt
des Anlageelements an dem Seitenbauteil vorhanden ist, womit zumindest ein Wegbewegen
des Seitenbauteils von der Führungseinheit unterbunden ist. Insbesondere ist ein Wegbewegen
in senkrechter Richtung zu einer Oberseite der Führungseinheit unterbunden.
[0009] Der Stützabschnitt ist bevorzugt integral bzw. einstückig an der Verstellvorrichtung
vorhanden. Ist der betreffende Bereich der Verstellvorrichtung aus einem Blechmaterial
gebildet, kann der Stützabschnitt beispielsweise durch einen aus dem Blech teils freigeschnittenen
und umgebogenen Blechabschnitt hergestellt sein.
[0010] Außerdem ist in der Regel bei der am Seitenbauteil angebrachten Verstellvorrichtung,
über welche das bewegbar aufgenommene Möbelteil an der Führungseinheit angebracht
ist, die Verstellvorrichtung aufliegend bzw. aufsitzend auf der Oberseite der Führungseinheit
positioniert. Dabei ist unter einer Oberseite ein im einsatzbereit aufgestellten Zustand
des Möbels insbesondere vertikal obenliegender und im Wesentlichen horizontal ausgerichteter
flächiger Abschnitt der Bewegungsschiene zu verstehen.
[0011] Mit der erfindungsgemäßen Ausbildung der Verstellvorrichtung kann auf einfache Weise
und zuverlässig vermieden werden, dass bei einem Transport eines Möbels samt daran
über die Führungseinheit angebrachtem Möbelteil gegebenenfalls durch beim Transport
auftretende Erschütterungen oder Vibrationen insbesondere bei vergleichsweise großdimensionierten
bzw. schweren bewegbaren Möbelteilen, ein Verbiegen von Abschnitten der Verstellvorrichtung
erfolgt. Dies kann insbesondere bei einem Überkopftransport bedeutend sein, da das
gesamte Gewicht des Möbelteils im Bereich der Anbringung der Verstellvorrichtung an
der Bewegungsschiene wirkt. Bisher kann in solchen Fällen, da keine dem Stützabschnitt
entsprechende Anordnung vorgesehen ist, durch ein Verbiegen von Abschnitten der Verstellvorrichtung
ein Lösen bzw. Lockern der Verbindung der Verstellvorrichtung und der Führungseinheit
zu einem Herausfallen des Möbelteils führen. Damit gehen insbesondere Beschädigungen
am bewegbaren Möbelteil bzw. dem Seitenbauteil samt Verstellvorrichtung und dem Möbelkorpus
einher. Auch Beschädigungen an der Führungseinheit können dabei auftreten.
[0012] Mit der erfindungsgemäßen Verstellvorrichtung ist ein Überkopftransport von Möbeln
sicher gewährleistet. Insbesondere werden Kräfte bzw. Momente über den Stützabschnitt
im Zusammenwirken mit dem Anlageelement aufgenommen bzw. übertragen und abgeführt,
so dass es zu keinen Verbiegungen oder bleibenden Formveränderungen an der Verstellvorrichtung
und/oder benachbarten Teilen kommt.
[0013] Eine bevorzugte Variante der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass der Stützabschnitt
als Hakenbauteil ausgebildet ist. Ein Hakenbauteil ist stabil, einfach herstellbar
und vergleichsweise platzsparend. Das Hakenbauteil übernimmt zumindest in hoch belasteten
Fällen wie einem Überkopftransport bei insbesondere vergleichsweise schweren Möbelteilen
eine zusätzliche Lager- bzw. Abstützstelle zwischen dem Möbelteil und der Führungseinheit.
Mit dem Anbringen des Möbelteils samt daran angebrachter Verstellvorrichtung wird
durch eine geeignete Bewegung des Möbelteils relativ zur Führungseinheit, zum Beispiel
in deren Längsrichtung, ggf. von einer Kippbewegung überlagert, das Hakenbauteil in
die übergreifende Position zum Anlageelement gebracht. In einer montagerichtigen Anbringposition
sind die Teile dann haltend verbunden ggf. miteinander z. B. verrastet. Das Anlageelement
ist insbesondere integral am Seitenbauteil vorbereitet vorhanden und kann als Orientierungshilfe
zum positionsrichtigen Montieren des Möbelteils an der Führungseinheit bzw. dem Möbelkorpus
dienen, indem der Stützabschnitt an das Anlageelement passend orientiert heranführbar
ist, bis der Stützabschnitt das Anlageelement übergreift.
[0014] Mit einem Hakenbauteil kann zudem vorteilhaft erreicht werden, dass eine Arretierung
bzw. Verhakung bzw. eine Bewegung weg vom Seitenbauteil in unterschiedliche Richtungen
einrichtbar ist.
[0015] Weiter wird gemäß einer vorteilhaften Modifikation der Erfindung vorgeschlagen, dass
im angebrachten Zustand der Verstellvorrichtung am Seitenbauteil der Stützabschnitt
durch eine Öffnung am Seitenbauteil greift. An einem Seitenbauteil kann problemlos
an unterschiedlichen Stellen bzw. auf einfache Weise die Öffnung vorgesehen werden.
Der insbesondere abstehende Stützabschnitt muss lediglich an das Seitenbauteil herangeführt
und in die Öffnung eingefädelt werden, wobei die korrekte Anbringposition am Seitenbauteil
sich dann nahezu von selbst ergibt.
[0016] In einer alternativen vorteilhaften Variante kann anstelle der Öffnung eine offene
Aussparung beispielsweise in einem Randverlauf des Seitenbauteils vorgesehen sein.
[0017] Eine vorteilhafte Modifikation des Erfindungsgegenstandes zeichnet sich dadurch aus,
dass der Stützabschnitt und die Öffnung am Seitenbauteil derart aufeinander abgestimmt
sind, dass bei der am Seitenbauteil angebrachten Verstellvorrichtung der Stützabschnitt
von einem Rand der Öffnung beabstandet ist. Der Stützabschnitt zum Beispiel eine Schmal-
und/oder eine Längsseite des Stützabschnitts kann an einem Randbereich der Öffnung
beispielsweise über einen geringen Spalt beabstandet sein und von einem dem betrachteten
Randbereich gegenüberliegenden Randbereich der Öffnung über eine größeren Abstand
beabstandet sein. Es ist aber auch denkbar, dass der Stützabschnitt an zumindest einem
Randbereich von gegenüberliegenden Rändern der Öffnung in Anlage kommt, womit ggf.
in entgegengesetzten Richtungen eine Relativbewegung der Verstellvorrichtung und dem
Seitenbauteil unterbunden ist. Bevorzugt ist die Verstellvorrichtung insbesondere
gegen eine Bewegung bzw. eine Relativbewegung in Längsrichtung des Seitenbauteils,
die in der Regel mit der Längsrichtung der Führungseinheit übereinstimmt, gesichert.
Die Verstellvorrichtung kann aber auch quer zur Längsrichtung des Seitenbauteils gegen
eine Relativbewegung gesichert werden. Beispielsweise indem der Stützabschnitts z.
B. mit einer Längsseite an einem dazugehörigen Randabschnitt der Öffnung ansteht,
beispielsweise wenn der Stützabschnitt mit einer Stirnseite und der Längsseite an
unterschiedlich orientierten Rändern der Öffnung ansteht.
[0018] Entsprechendes gilt, wenn anstelle der Öffnung die offene Aussparung vorhanden ist.
[0019] Besonders bevorzugt ist es, wenn der Stützabschnitt an einem Rand in Anlage kommt
und vom gegenüberliegenden Rand etwas beabstandet ist, so dass in eine Richtung eine
begrenzte Relativbewegung zwischen der Verstellvorrichtung und dem Seitenbauteil möglich
ist. Dies ist insbesondere im Hinblick auf eine Montage und Demontage der Verstellvorrichtung
am Seitenbauteil vorteilhaft, um ein Heranführen und Einfädeln bzw. Ausfädeln der
Verstellvorrichtung am Seitenbauteil einfacher durchführen zu können.
[0020] Es ist überdies vorteilhaft, wenn der Stützabschnitt an einem in Längsrichtung der
Verstellvorrichtung sich erstreckenden Rand vorhanden ist. Der Stützabschnitt ist
auf diese Weise einfach herstellbar. Des Weiteren kann die Verstellvorrichtung einfacher
montiert und demontiert werden. Der Stützabschnitt kann insbesondere außen am Rand
fußen bzw. umgebogen von diesem beispielsweise nach oben abstehen.
[0021] Eine vorteilhafte Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes zeichnet sich dadurch
aus, dass ein freies Ende des Stützabschnitts mit abgewinkelt zueinander stehenden
Abschnitten ausgestaltet ist, wobei ein erster abgewinkelter Abschnitt die Anschlagfläche
am Stützabschnitt umfasst.
[0022] Weiter wird als beispielhafte Variante der Erfindung vorgeschlagen, dass ein zweiter
abgewinkelter Abschnitt des Stützabschnitts bei der am Seitenbauteil angebrachten
Verstellvorrichtung vom Rand der Öffnung beabstandet ist. Eine berührende Anlage des
zweiten abgewinkelten Abschnitts an dem Rand bzw. Randbereich der Öffnung ist alternativ
nicht ausgeschlossen.
[0023] Es ist außerdem vorteilhaft, dass der an dem abgewinkelt vorhandenen Einsteckabschnitt
der Führungseinheit festlegbare Abschnitt am Endbereich der Verstellvorrichtung erhöht
ausgebildet ist gegenüber seitlich daran anschließenden Bereichen. So kann insbesondere
eine verbesserte Klemmwirkung bzw. Abstützung des Endbereichs der Verstellvorrichtung
an der Führungseinheit realisiert werden.
[0024] Bevorzugt ist an einem Seitenabschnitt, der seitlich an dem erhöht ausgebildeten
Abschnitt am Endbereich der Verstellvorrichtung anschließt, ein hochstehender Anschlag
ausgebildet ist, durch welchen bei dem an der Führungseinheit angebrachten Möbelteil
eine Bewegung des Möbelteils in eine Richtung quer zur Längsrichtung der Führungseinheit
begrenzt ist. So kann durch eine einfache Formgebung an dem Seitenabschnitt ein weiterer
Anschlag ausgebildet sein. Insgesamt kann somit im Belastungsfall ein Verrutschen
oder Verdrehen des Möbelteils gegenüber der Führungseinheit sicher vermieden werden.
[0025] Außerdem ist es vorteilhaft, dass der Anschlag am Seitenabschnitt und ein abgewinkelt
vorhandener Einsteckabschnitt an der Führungseinheit derart aufeinander abgestimmt
sind, dass im Montagezustand die Bewegung der Verstellvorrichtung in eine Richtung
quer zur Längsrichtung des Seitenbauteils durch Anstoßen des Anschlags an dem Einsteckabschnitt
begrenzt ist. So kann insbesondere auch ein seitliches Wegbewegen der Verstellvorrichtung
am Seitenbauteil bzw. ein Verdrehen aus einer positionsrichtigen Anbringposition der
Verstellvorrichtung am Seitenbauteil vermieden werden.
[0026] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes ist beidseitige
des erhöht ausgebildeten Abschnitts jeweils ein Seitenabschnitt vorhanden, wobei der
hochstehende Anschlag an einem Seitenabschnitt ausgebildet ist und am anderen Seitenabschnitt
der Stützabschnitt vorhanden ist. So wird über beabstandete Stellen eine sichere Fixierung
bzw. Positionsfixierung der Verstellvorrichtung relativ zur Führungseinheit ermöglicht.
Die beiden Seitenabschnitte sind bevorzugt zum erhöhten Abschnitt nach unten versetzt
und liegen im angebrachten Zustand der Verstellvorrichtung mit ihrer Unterseite auf
der Oberseite der Führungseinheit flächig auf. Alternativ ist es außerdem möglich,
dass der Halteabschnitt und der Stützabschnitt auf demselben Seitenabschnitt vorhanden
sind. Die Erfindung betrifft außerdem ein Möbel mit einem Möbelteil, das relativ zu
einem Möbelkorpus über eine Führungseinheit bewegbar aufgenommen ist. Der Möbelkorpus
bildet mit dem bewegbar aufgenommenen Möbelteil das Möbel. Das erfindungsgemäße Möbel
zeichnet sich dadurch aus, dass eine Verstellvorrichtung gemäß einer der oben erläuterten
Ausbildungsformen vorhanden ist. Damit lassen sich an einem Möbel, insbesondere beim
Transport eines solchen Möbels Beschädigungen vermeiden bzw. die oben genannten Vorteile
erzielen.
[0027] Insbesondere ist das bewegbare Möbelteil eine Schublade, welche über einen Vollauszug
bzw. eine entsprechende teleskopierbare Schienenführung an dem Möbelkorpus aufgenommen
ist. In der Regel sind an einem entsprechenden Möbel mehrere Schubladen am Möbelkorpus
gleichartig aufgenommen.
Figurenbeschreibung
[0028] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung sind anhand eines in den Figuren dargestellten
Ausführungsbeispiels der Erfindung näher erläutert.
[0029] Im Einzelnen zeigt:
- Figur 1
- eine erfindungsgemäße Verstellvorrichtung in perspektivischer Ansicht schräg von oben,
- Figur 2a
- ein perspektivischer Ausschnitt aus einem Seitenbauteil eines Möbelteils mit angebrachter
erfindungsgemäßer Verstellvorrichtung gemäß Figur 1, wobei ein Abschnitt des Seitenbauteils
weggelassen ist,
- Figur 2b
- den Ausschnitt A aus Figur 2a in vergrößerter Darstellung,
- Figur 3
- eine zu Figur 2a vergleichbare Ansicht mit gegenüber Figur 2a veränderter Einstellung
der Neigungsverstellvorrichtung und
- Figur 4
- eine perspektivische Ansicht schräg von hinten auf die Anordnung gemäß Figur 2a.
[0030] Figur 1 zeigt perspektivisch schräg von oben eine erfindungsgemäße Verstellvorrichtung
1 zur Verstellung der Neigung eines über eine Führungseinheit an einem Möbelkorpus
(nicht gezeigt) bewegbar aufgenommenen Möbelteils. Das bewegbare Möbelteil ist beispielsweise
eine Schublade, von der in den Figuren 2a bis 4 nur ein als Schubladenzarge 13 ausgebildetes
Seitenbauteil dargestellt ist, wobei die Schublade mittels eines Teil- oder Vollauszugs
an dem Möbelkorpus verschieblich gelagert ist. Die Verstellvorrichtung 1 ist an der
Schubladenzarge 13 lösbar angebracht und gemeinsam mit diesem an der Führungseinheit
bzw. deren Einsteckabschnitt ansteckbar bzw. festklemmbar.
[0031] Die Verstellvorrichtung 1 umfasst ein als Gehäuse 2 ausgebildetes Lagerelement und
ein am Gehäuse 2 drehbar gelagertes Verstellritzel, von dem nur ein endseitiger Zapfenabschnitt
3 sichtbar ist, wobei das Verstellritzel von einer der Ansichtseite abgewandten Gegenseite
gemäß Figur 1 rechts- oder linksherum verdrehbar ist und so die Neigung des mit der
Verstellvorrichtung 1 versehenen Möbelteils relativ zu einem Möbelkorpus verstellbar
ist.
[0032] Außerdem umfasst die Verstellvorrichtung 1 einen vom Gehäuse 2 großteils verdeckten
Verstellkeil 4, welcher verschieblich gegenüber dem Gehäuse 2 aufgenommen ausgebildet
ist, was durch Verdrehen des Verstellritzels geschieht. Der Verstellkeil 4 umfasst
Gleitnasen 5, 6, welche in schräg ausgeformten Kulissenführungen 7, 8 im Gehäuse 2
eingreifen und entlang diesen hin- bzw. herbewegbar sind, wenn das Verstellritzel
verdreht wird.
[0033] Des Weiteren weist die Verstellvorrichtung 1 einen beim Verstellen positionsfest
verbleibenden Neigungsverstellhebel 9 auf, der einen horizontalen Abschnitt 10 und
einen vertikalen Abschnitt aufweist, der am horizontalen Abschnitt 10 auf der gemäß
Figur 1 nicht ersichtlichen Gegenseite nach oben vertikal absteht und mit einem abgewinkelten
Rand den Verstellkeil 4 oberseitig etwas umgreift, so dass der Verstellkeil 4 sowohl
auf dem Neigungsverstellhebel 9 als auch am Neigungsverstellhebel 9 gemäß des Doppelpfeils
P1 bewegungsgeführt ist, wenn das Verstellritzel verdreht wird, wobei das Gehäuse
2 relativ zum Neigungsverstellhebel 9 bzw. relativ zu einer Oberseite 11 einer Schubladenschiene
12 gemäß des Doppelpfeils P2 angehoben bzw. abgesenkt wird. Dieses Anheben und Absenken
findet im hinteren Endbereich der Schublade statt, dort wo diese an der Schubladenschiene
12 (siehe Figur 4) der Führungseinheit festgeklemmt aufsitzt. Hierzu ist ein als angenähert
L-förmig nach oben an der Oberseite 11 abstehender Haken 31 ausgebildeter Einsteckabschnitt
vorgesehen, unter den für die Befestigung der Schublade an der Führungseinheit der
horizontale Abschnitt 10 untergeschoben bzw. zwischen der Oberseite 11 und dem freien
Schenkel des Hakens 31 eingeklemmt wird.
[0034] Damit wird auch die Neigung der Schublade relativ zum Möbelkorpus verstellt.
[0035] Figur 2a und Figur 3 zeigen die Verstellvorrichtung 1 im angebrachten Zustand an
der Schubladenzarge 13, jedoch getrennt von der Führungseinheit bzw. der Schubladenschiene
12.
[0036] Figur 4 zeigt demgegenüber den hinteren Abschnitt der Schubladenzarge 13 samt Verstellvorrichtung
1 an der teilweise gezeigten Führungseinheit, welche neben der Schubladenschiene 12
eine nicht ersichtliche Mittelschiene und eine positionsfest an einem Möbelkorpus
anbringbare Korpusschiene 17 umfasst. An der Korpusschiene 17 ist gemäß Figur 4 ein
Anschraubwinkel 18 mit Öffnungen 19 ersichtlich, über welchen die Führungseinheit
an einer seitlichen Korpusinnenwand anschraubbar ist.
[0037] Die Schubladenzarge 13 ist als im Grundaufbau unten offene bzw. U-förmige Hohlkammerzarge
aus Blech ausgebildet. Die Schubladenzarge 13 umfasst insbesondere gegenüberliegende
Seitenwandungen 14, 15 und eine oberseitige Schmalseite 16.
[0038] Für eine Anbindung der Schubladenzarge 13 mit einer Schubladenrückwand ist ein weiterer
Anschraubwinkel 20 mit entsprechenden Öffnungen abgewinkelt am hinteren Stirnende
der Seitenwandung 15 vorhanden. Längs der Seitenwandung 15 ist nach innen abgewinkelt
ein Befestigungssteg 21 zur Befestigung eines nicht dargestellten Schubladenbodens
ausgebildet.
[0039] Am horizontalen Abschnitt 10 des Neigungsverstellhebels 9 ist erfindungsgemäß ein
als Haken 22 ausgebildeter Stützabschnitt vorhanden. Der Haken 22 steht randständig
an einer seitlich am Abschnitt 10 vorhandenen Lasche 23 senkrecht nach oben ab. An
einer weiteren Lasche 24, welche gegenüberliegend bzw. parallel am anderen Seitenrand
des Abschnitts 10 vorhanden ist, ist endständig ein als Haltenase 25 ausgebildeter
hochstehender Anschlag vorhanden. Die Haltenase 25 verhindert ein Verrutschen bzw.
Ausweichen der positionsrichtig angebrachten Schublade relativ zur Führungseinheit.
Dabei steht in der positionsrichtigen Anbringposition der Schublade die Haltenase
25 seitlich am Haken 31 an.
[0040] Gemäß Figur 2b und 3 hinter einem ausgeschnittenen Bereich der Seitenwandung 15 ist
zu erkennen, dass zwei unterschiedliche Neigungsverstellpositionen durch entsprechende
Verstellung der Verstellvorrichtung 1 wie oben beschrieben eingerichtet sind. Gemäß
Figur 2b ist eine Unterseite 26 des Hakens 22, welche eine Anschlagfläche am Stützabschnitt
bildet, gegenüberliegend und beispielsweise über wenige Millimeter bzw. den Abstand
h beabstandet zu einem Anlageelement 27. Das Anlageelement 27 wird durch einen Abschnitt
eines Randbereichs einer Öffnung 28 in einem Profilabschnitt 29 der Schubladenzarge
13 gebildet. Das Anlageelement 27 bildet dabei einen Gegenabschnitt 30 aus, welcher
mit der als Anschlagfläche ausgebildeten Unterseite 26 am Haken 22 zusammenwirken
kann, so dass insbesondere bei einem Überkopftransport des betreffenden Möbelteils
der Gegenabschnitt 30 mit der Anschlagfläche 26 in einen abstützenden Kontakt kommen
bzw. gegenseitigen einen mechanischen Anschlag bilden. Der Abstand h gemäß Figur 2b
im nicht bzw. nicht entsprechend hoch belasteten Zustand kann sich beispielsweise
durch ein elastisches Verhalten der betreffenden Bauteile z. B. beim Überkopftransport
auf Null reduzieren bzw. gegenseitig in Abstützposition kommen. Ebenso wird ein Abstand
h1 gemäß Figur 3 gegen Null reduziert bei entsprechender Belastung. Nach einer Belastung
stellt sich aufgrund der Elastizität der Teile wieder der gemäß Figur 2 bzw. Figur
3 dargestellte Zustand ein.
[0041] Der Haken 22 ist außerdem in seinem Fußbereich mit einer Außenseite 22a geringfügig
bzw. mit einem Spalt beabstandet von einem weiteren Randabschnitt der Öffnung 28.
Der betreffende Randabschnitt verläuft in Längsrichtung der Schubladenzarge. Es ist
jedoch nicht ausgeschlossen, dass gemäß einer alternativen Variante der Haken 22 in
seinem Fußbereich berührend am Rand der Öffnung 28 ansteht, womit ggf. eine seitliche
positionsrichtige Anlage bzw. Fixierung der Verstellvorrichtung an der Schubladenzarge
möglich ist.
[0042] In Figur 2b ist der Abstand h zwischen der Anschlagfläche 26 und dem Gegenabschnitt
30 um wenige Millimeter größer als der Abstand h1 zwischen der Anschlagfläche 26 und
dem Gegenabschnitt 30 gemäß Figur 3, was durch die unterschiedlichen Neigungsverstellpositionen
von Figur 2 und Figur 3 herrührt, die mit der Verstellvorrichtung 1 eingerichtet sind.
[0043] So kann im Belastungsfall bzw. einem Überkopftransport des Möbels erreicht werden,
dass die Neigungsverstellvorrichtung 1 bzw. der horizontale Abschnitt 10 nicht verbogen
wird und es damit zu keinem Herausfallen der Verstellvorrichtung 1 von der Schubladenzarge
13 kommt bzw. damit auch zu keinem Lösen der Schublade vom Möbelkorpus bzw. von der
Führungseinheit.
Bezugszeichenliste:
[0044]
- 1
- Verstellvorrichtung
- 2
- Gehäuse
- 3
- Zapfenabschnitt
- 4
- Verstellkeil
- 5
- Gleitnase
- 6
- Gleitnase
- 7
- Kulissenführung
- 8
- Kulissenführung
- 9
- Neigungsverstellhebel
- 10
- Abschnitt
- 11
- Oberseite
- 12
- Schubladenschiene
- 13
- Schubladenzarge
- 14
- Seitenwandung
- 15
- Seitenwandung
- 16
- Schmalseite
- 17
- Korpusschiene
- 18
- Anschraubwinkel
- 19
- Öffnung
- 20
- Anschraubwinkel
- 21
- Befestigungssteg
- 22
- Haken
- 22a
- Außenseite
- 23
- Lasche
- 24
- Lasche
- 25
- Haltenase
- 26
- Unterseite
- 27
- Anlageelement
- 28
- Öffnung
- 29
- Profilabschnitt
- 30
- Gegenabschnitt
- 31
- Haken
1. Vorrichtung zur Verstellung der Neigung eines über eine Führungseinheit (12, 17) an
einem Möbelkorpus bewegbar aufgenommenen Möbelteils, wobei die Verstellvorrichtung
(1) als separates Bauteil an einem Seitenbauteil (13) des Möbelteils derart anbringbar
ist, dass im Montagezustand ein stirnseitiger Endbereich der Verstellvorrichtung (1)
an der Führungseinheit (12) lösbar an einem Einsteckabschnitt (31) der Führungseinheit
(12) festlegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Stützabschnitt (22) derart abgestimmt auf das Seitenbauteil (13) vorhanden ist,
dass der Stützabschnitt (22) der an einem Seitenbauteil (13) angebrachten Verstellvorrichtung
(1) ein Anlageelement (27) am Seitenbauteil (13) übergreift, so dass am Stützabschnitt
(22) eine Anschlagfläche (26) gegenüberliegend zu einem Gegenabschnitt (30) des Anlageelements
(27) an dem Seitenbauteil (13) vorhanden ist, womit zumindest ein Wegbewegen des Seitenbauteils
(13) von der Führungseinheit (12, 17) unterbunden ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützabschnitt (22) als Hakenbauteil ausgebildet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im angebrachten Zustand der Verstellvorrichtung (1) am Seitenbauteil (13) der Stützabschnitt
(22) durch eine Öffnung (28) am Seitenbauteil (13) greift.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützabschnitt (22) und die Öffnung (28) am Seitenbauteil (13) derart aufeinander
abgestimmt sind, dass bei der am Seitenbauteil (13) angebrachten Verstellvorrichtung
(1) der Stützabschnitt (22) von einem Rand der Öffnung (28) beabstandet ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stützabschnitt (22) an einem in Längsrichtung der Verstellvorrichtung (1) sich
erstreckenden Rand vorhanden ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein freies Ende des Stützabschnitts (22) mit abgewinkelt zueinander stehenden Abschnitten
ausgestaltet ist, wobei ein erster abgewinkelter Abschnitt die Anschlagfläche (26)
am Stützabschnitt (22) umfasst.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein zweiter abgewinkelter Abschnitt des Stützabschnitts bei der am Seitenbauteil
angebrachten Verstellvorrichtung vom Rand der Öffnung (28) beabstandet ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der an dem abgewinkelt vorhandenen Einsteckabschnitt (31) der Führungseinheit (12,
17) festlegbare Abschnitt am Endbereich der Verstellvorrichtung (1) erhöht ausgebildet
ist gegenüber seitlich daran anschließenden Bereichen.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einem Seitenabschnitt(24), der seitlich an dem erhöht ausgebildeten Abschnitt
am Endbereich der Verstellvorrichtung (1) anschließt, ein hochstehender Anschlag (25)
ausgebildet ist, durch welchen bei der am Seitenbauteil (13) angebrachten Verstellvorrichtung
(1) eine Bewegung der Verstellvorrichtung (1) in eine Richtung quer zur Längsrichtung
des Seitenbauteils (13) begrenzt ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlag (25) am Seitenabschnitt (24) und ein abgewinkelt vorhandener Einsteckabschnitt
(31) an der Führungseinheit (12) derart aufeinander abgestimmt sind, dass im Mcntagezustand
die Bewegung der Verstellvorrichtung (1) in eine Richtung quer zur Längsrichtung des
Seitenbauteils (13) durch Anstoßen des Anschlags (25) an dem Einsteckabschnitt (31)
begrenzt ist.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass beidseitig des erhöht ausgebildeten Abschnitts jeweils ein Seitenabschnitt (23, 24)
vorhanden ist, wobei der hochstehende Anschlag (25) an einem Seitenabschnitt (24)
ausgebildet ist und am anderen Seitenabschnitt (23) der Stützabschnitt (22) vorhanden
ist.
12. Möbel mit einem Möbelteil, das relativ zu einem Möbelkorpus über eine Führungseinheit
(12, 17) bewegbar aufgenommen ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche vorhanden ist.