TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung befasst sich mit Staubsaugerdüsen und insbesondere mit
Saugköpfen für eine Düse eines Bodenstaubsaugers.
STAND DER TECHNIK
[0002] Bei der Entwicklung von Staubsaugern wird neben der Leistung des Staubsaugers in
jüngerer Zeit häufig auch auf die Geräuschemissionen des Staubsaugers Rücksicht genommen.
Dabei ist es insbesondere erforderlich, Maßnahmen zur Geräuschreduzierung derart zu
treffen, dass die Leistung des Staubsaugers nicht beeinträchtigt wird. Maßnahmen zur
Reduzierung der Geräuschemissionen können an unterschiedlichen Komponenten eines Staubsaugers
erfolgen, beispielsweise am Motor oder an den luftführenden Teilen, wie beispielsweise
den Saugköpfen, mittels derer die verunreinigte Luft von der zu reinigenden Oberfläche
aufgenommen wird. Zu diesem Zweck weisen Saugköpfe von Bodenstaubsaugern beispielsweise
eine Düsensohle auf, die auf die zu reinigende Oberfläche, beispielsweise einen Teppichboden
oder einen glatten Boden, aufgesetzt wird und mittels derer die Verunreinigung bzw.
die Luft aufgenommen wird.
[0003] Zur Verringerung des Ansauggeräusches eines Saugkopfes schlägt die europäische Patentanmeldung
EP1776908 A2 vor, die Strömungsgeräusche von Luft in einem Saugkanal innerhalb eines Saugkopfes
dadurch zu verringern, dass eine oder mehrere "jet units" verwendet werden, um einen
gerichteten Luftstrom zu erzeugen, welcher 2 von unterschiedlichen Richtungen aufeinandertreffende
weitere Luftströme voneinander trennt, so dass es zu keiner geräuschverursachenden
Verwirbelung der Luftströme kommt.
[0004] Die europäische Patentanmeldung
EP2060219 A2 schlägt vor, zur Verringerung der Strömungsgeräusche am Saugkopf einer Düse eines
Bodenstaubsaugers Teile der strömenden Luft, insbesondere von einander gegenüberliegenden
Enden des Saugkanals, unter Umgehung des Saugkanals durch Hilfskanäle zu transportieren
und erst nach dem Saugkanal mit den übrigen Luftanteilen zu vereinen. Dies soll das
Auftreten von Geräuschen aufgrund von turbulenten Strömungen und Verwirbelungen reduzieren,
wie sie beispielsweise an den Rändern des Saugkopfes auftreten können, an denen Luft
aus unterschiedlichen Strömungsrichtungen aufeinander trifft.
[0005] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Geräuschemissionen eines Saugkopfes
einer Düse für einen Bodenstaubsaugers im Betrieb weiter zu verringern.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0006] Gemäß einigen Ausführungsbeispielen der Erfindung wird dies dadurch erreicht, dass
ein Saugkopf mit einer Düsensohle zum Auflegen des Saugkopfes auf eine zu reinigende
Oberfläche einen speziell geformten, sich in einer Längsrichtung entlang des Saugkopfes
erstreckenden Saugkanal aufweist. Der Saugkanal ist nach unten, also zur Düsensohle
geöffnet ist und dazu dient, die verunreinigte Luft anzusaugen. Insbesondere weist
der Saugkanal eine spezielle, den Saugkanal begrenzende Oberflächenkontur auf, d.h.
eine Begrenzungsfläche des Saugkanals ist wie nachfolgend beschrieben geformt. Um
Strömungsgeräusche einer von der Seite, d.h. in oder entgegen der Längsrichtung, in
den Saugkanal strömenden Luft zu verringern, steigt die Begrenzung des Saugkanals
bzw. dessen Oberflächenkontour an den sich in der Längsrichtung gegenüberliegenden
Saugkanalenden des Saugkanals von der Düsensohle bis zu einem im Wesentlichen parallel
zu Düsensohle verlaufenden Saugkanalabschnitt schräg an. Die von der Seite, also parallel
bzw. antiparallel zur Längsrichtung in den Saugkanal strömende Luft wird so von einer
Anlaufschräge geführt, so dass sie keine abrupten Richtungsänderungen erfährt, wie
dies beispielsweise bei Verwendung einer Platte oder eines Steges zum Abschluss des
Saugkanals der Fall wäre. Dies kann wirksam das Auftreten von starken Turbulenzen
und die damit einhergehende Geräuschemissionen verhindern.
[0007] Bei einigen Ausführungsbeispielen beträgt die Schräge bzw. der Winkel zwischen der
Oberflächenkontour des Saugkanals und der Düsensohle am Saugkanalende zwischen 30°
und 50°, bevorzugt zwischen 32° und 38° und besonders bevorzugt etwa 35°. Die Wahl
eines solchen Winkels ermöglicht zum einen das Verhindern des Auftretens von Strömungsgeräuschen
und zum anderen einen hinreichend schnellen Anstieg des Volumens bzw. des aktiven
Querschnitts des Saugkanals, so dass die Saugleistung erhalten bleibt.
[0008] Bei weiteren Ausführungsbeispielen der Erfindung ist zusätzlich ein Rand zwischen
den Saugkanalenden und dem Ende bzw. dem längsseitigen Ende des Saugkopfes breiter
als etwa 2 % der Gesamtbreite des Saugkopfes. Die Verbreiterung des Randes bzw. des
Weges entlang dessen von der Seite einströmende Luft in den Saugkanal gelangt, verringert
die Bildung von geräuschemittierenden turbulenten Strömungen. Beispielsweise bei einer
Breite des Saugkopfes zwischen 240 und 180 mm kann dieser Effekt erzielt werden, wenn
der Rand breiter als 2 % der Breite des Saugkopfes ist.
[0009] Bei weiteren Ausführungsbeispielen von Saugköpfen kann der Rand eine Breite zwischen
5mm und 20mm und bevorzugt zwischen 6,5mm und 12,5mm aufweisen, um eine Geräuschreduzierung
zu erzielen.
[0010] Zusammengefasst sind erfindungsgemäße Saugköpfe äußerst leise im Betrieb, ohne eine
signifikante Reduzierung der Saugkraft zu verursachen. Dies wird bei einigen Ausführungsbeispielen
erreicht, indem ein Höhensprung von der Düsensohle (der Saugkante) zur Kanalbegrenzungsfläche
bzw. zur Oberflächenkontur des Saugkanals strömungsoptimiert und nicht abrupt abfallend
ausgeführt wird. In diesem Zusammenhang ist die Aussage, dass die Oberflächenkontur
des Saugkanals von der Düsensohle bis zu einem im Wesentlichen parallel zur Düsensohle
verlaufenden Saugkanalabschnitt schräg ansteigt natürlich nicht allein so zu verstehen,
dass dieser Anstieg in Form einer ebenen Fläche erfolgen muss. Vielmehr kann sich
der Winkel der Kontur bezüglich der Düsensohle auch während des Anstiegs ändern. Die
oben exemplarisch genannten Winkel sind also so zu verstehen, dass diese zumindest
an der unmittelbaren Grenze zwischen der Düsensohle und der an die Düsensohle angrenzenden
Kontur des Saugkanals auftreten.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0011] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen werden nachfolgend an Hand eines in den Zeichnungen
dargestellten Ausführungsbeispieles, auf welches die Erfindung jedoch nicht beschränkt
ist, näher beschrieben. Es zeigen:
Figur 1 einen Schnitt in einer Längsrichtung durch ein Ausführungsbeispiel eines Saugkopfes;
Figur 2 eine Ansicht von unten auf den in Figur 1 gezeigten Saugkopf;
Figur 3 eine perspektivische Ansicht auf den Saugkopf der Figuren 1 und 2; und
Figur 4 ein Messwertdiagramm zum Vergleich der Geräuschemissionen des Saugkopfes der
Figuren 1-3 mit einem Vergleichsbeispiel.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG VON AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
[0012] Bei der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche oder vergleichbare Komponenten.
[0013] Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Saugkopfes 2. Dabei wird in der nachfolgenden
Beschreibung auf die einzelnen Komponenten bzw. Strukturen, die das Gehäuse 3 des
Saugkopfes 2 bilden, nicht näher eingegangen, da deren Funktionsweise im Hinblick
auf die hier betrachtete Geräuschreduzierung nebensächlich ist. Der Saugkopf 2 weist
eine Düsensohle 4 auf, mittels derer der Saugkopf 2 auf eine zu reinigende Oberfläche,
beispielsweise auf den Boden, aufgelegt wird ab. Die Düsensohle 4 ist bei dem gezeigten
Ausführungsbeispiel im Wesentlichen eben, wie aus der Ansicht von unten in Figur 2
bzw. aus der in Figur 3 dargestellten perspektivischen Ansicht zusätzlich hervorgeht.
Innerhalb des Saugkopfes 2 erstreckt sich in einer Längsrichtung 6 der Saugkanal 8,
so dass bei einer Bewegung des Saugkopfes 2 in der zur Längsrichtung 6 senkrechten
Richtung von dem Saugkanal 8 die zu reinigende Oberfläche überstrichen wird. Über
den Saugkanal 8 wird somit die verunreinigte Luft angesagt, wenn der Saugkopf 2 über
den zylindrischen Anschluss 10 für das Saugrohr mit einem Gebläsemotor eines Staubsaugers
verbunden ist.
[0014] Der Saugkanal 8 weist an seinen sich in der Längsrichtung 6 gegenüberliegenden Saugkanalenden
12a und 12b eine Form bzw. eine Oberflächenkontur auf, die optimiert ist, um Strömungsgeräusche
zu vermeiden. Insbesondere verläuft die Oberflächenkontur von der Düsensohle 4 bis
zu einem im Wesentlichen parallel zu der Düsensohle 4 verlaufenden Saugkanalabschnitt
14 schräg, wodurch die seitlich (in und entgegen der Längsrichtung) einströmende Luft
daran gehindert wird, hohe, den Komfort beeinträchtigende Strömungsgeräusche zu verursachen.
Dies wird insbesondere dadurch erreicht, dass der Höhensprung von der Düsensohle zur
Kanalbegrenzungsfläche in dem Saugkanalabschnitt 14 strömungsoptimiert und nicht abrupt
abfallend ausgestaltet ist. Der Saugkanal 8 mündet im zentralen Bereich in ein Absaugvolumen
16, das vorliegend einen in etwa rechteckigen Querschnitt aufweist und an das sich
unmittelbar der zylindrische Anschluss 10 für das Saugrohr anschließt. Bei dem in
Figur 1 gezeigten Ausführungsbeispiel ist ein Winkel 18 zwischen der Düsensohle 4
und der innenliegende Begrenzungsfläche des Saugkanals 8 an den Saugkanalenden 12a
und 12b in etwa 35°, was zum einen sicherstellt, dass schnell das maximale Volumen
des Saugkanals in den Saugkanalabschnitten 14 erreicht wird und zum anderen hinreichend
flach ist, um Strömungsgeräusche wirksam zu verhindern. Winkel 18 zwischen 30° und
50° haben sich als ebenso wirksam gezeigt.
[0015] Ferner ist bei den in den Figuren 1-3 gezeigten Ausführungsbeispielen ein Rand 20
zwischen den Saugkanalenden 12a und 12b und den längsseitigen Enden des Saugkopfes
2, also der Rand, über den seitlich einströmende Luft strömen muss, breiter als 2
% der Breite des Saugkopfes 2. Die Breite des Randes 20 beträgt bei dem in Figur 1
beispielhaft dargestellten Saugkopf einer Gesamtbreite von etwa 268 mm beispielsweise
etwa 9,6 mm. Ein derart dimensionierter Rand 20 verhindert zusätzlich, dass die seitlich
einströmende Luft entlang eines Weges 22 von außerhalb des Saugkopfes zu den Saugkanalenden
12a und 12b abrupte Ablenkungen erfährt, was wiederum eine Geräuschemission vermindert.
[0016] Wie aus den Figuren 2 und 3 ferner ersichtlich, sind an der Düsensohle 4 Räder 26a
und 26b angeordnet, die zwischen dem Saugkanal 8 und der Vorderseite des Saugkopfes
2 liegen und die ein komfortables führen des Saugkopfes über eine Oberfläche ermöglichen.
Zu dem gleichen Zweck sind an der Düsensohle 4 zwei weitere Rollen 28a und 28b angeordnet.
Ferner weist der Düsenboden 4 eine Bürste 30 auf, die bei Betrieb auf einem glatten
Boden aus der Düsensohle 4 ausgefahren werden kann, um die Reinigungsleistung zu erhöhen.
[0017] Figur 4 zeigt ein Diagramm, das die akustischen Verbesserungen, die durch das Erfindungsgemäße
Konzept erzielt werden können, illustriert. Bei dem in Figur 4 gezeigten Diagramm
ist auf der X-Achse die Frequenz in Hertz und auf der Y-Achse der Schalldruck in dB(A)
dargestellt, wobei die Messung mit Teppich als Bodenbelag durchgeführt wurde. Bei
den Grafen 32 und 34 handelt es sich um einen Vergleich der Geräuschemissionen des
in den Figuren 1-3 dargestellten Saugkopfes (Graf 32) und eines herkömmlichen Saugkopfes,
dessen Saugkanal keine Anlaufschräge in seitlicher Richtung aufweist. Wie aus Figur
4 unmittelbar ersichtlich, kann durch das erfindungsgemäße Konzept die Geräuschemission
insbesondere in einem als besonders störend empfundenen Frequenzbereich zwischen 500
und 2000 Hz um 5 dB reduziert werden, was eine signifikante Verringerung der Lärmbelästigung
durch die Staubsaugerdüse bzw. den Saugkopf mit sich bringt.
[0018] Zusammengefasst sind erfindungsgemäße Saugköpfe äußerst leise im Betrieb, ohne eine
signifikante Reduzierung der Saugkraft zu verursachen. Dies wird bei einigen Ausführungsbeispielen
erreicht, indem ein Höhensprung von der Düsensohle (der Saugkante) zur Kanalbegrenzungsfläche
bzw. zur Oberflächenkontur des Saugkanals strömungsoptimiert und nicht abrupt abfallend
ausgeführt wird.
[0019] Dabei versteht es sich von selbst, dass die in der vorstehenden Beschreibung, den
Ansprüchen und den Zeichnungen offenbarten Merkmale sowohl einzeln als auch in beliebiger
Kombination für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausgestaltungen
von Bedeutung sein können.
1. Saugkopf (2) für eine Düse eines Bodenstaubsaugers mit, mit folgenden Merkmalen:
einer Düsensohle (4) zum Auflegen des Saugkopfes (2) auf eine zu reinigende Oberfläche;
und
einem sich innerhalb des Saugkopfes (2) in einer Längsrichtung (6) erstreckenden,
sich zu der Düsensohle (4) öffnenden Saugkanal (8), der an einer von der Düsensohle
(4) abgewandten Seite in ein Absaugvolumen (16) mündet, wobei eine den Saugkanal (8)
begrenzende Oberflächenkontour an sich in der Längsrichtung (6) gegenüberliegenden
Saugkanalenden (12a, 12b) von der Düsensohle (4) bis zu einem im Wesentlichen parallel
zur Düsensohle (4) verlaufendem Saugkanalabschnitt (14) schräg ansteigt.
2. Saugkopf gemäß Anspruch 1, bei dem ein Rand (20) zwischen dem Saugkanalende (12a,
12b) und einem längsseitigen Endes des Saugkopfes (2) breiter ist als 2% einer Ausdehnung
des Saugkopfes (2) in der Längsrichtung (6).
3. Saugkopf (2) gemäß Anspruch 1 oder 2, bei dem der Rand (20) zwischen 5mm und 20 mm
breit ist.
4. Saugkopf (2) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Rand (20) zwischen
6,5mm und 12,5 mm breit ist.
5. Saugkopf (2) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem ein Winkel (16) zwischen
der Oberflächenkontour des Saugkanals (8) und der Düsensohle (4) an den Saugkanalenden
(12a, 12b) zwischen 30° und 50° liegt.
6. Saugkopf (2) gemäß Anspruch 5, bei dem der Winkel (16) zwischen 32° und 38° liegt.
7. Saugkopf (2) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Saugkopf (2) in der
Längsrichtung (6) eine Ausdehnung zwischen 240 mm bis 290mm besitzt.
8. Saugkopf (2) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Absaugvolumen (16)
einen im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt aufweist und in einen zylindrischen
Anschluss (10) für ein Saugrohr mündet.