[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Handnagler zum Einschlagen von Einschlaghaken,
die eine abgewinkelte Einschlagspitze aufweisen, in dem ein Schlagbolzen in einem
Führungsrohr entgegen der Wirkung einer Druckfeder in Einschlagrichtung des Einschlaghakens
beweglich an eine Einschlagposition geführt ist, und seitlich an dem Führungsrohr
eine in das Führungsrohr mündende Magazinführung angebracht ist.
[0002] Einschlaghaken finden eine vielseitige Anwendung im Baubereich, etwa zur Befestigung
von Schieferplatten oder Faserzementplatten auf einer Tragkonstruktion aus Holz auf
Dächern oder an Fassaden. Damit die Einschlaghaken vom Dachdecker nicht in einer Gürteltasche
mitgeführt und Stück für Stück von Hand positioniert und mit dem Hammer eingeschlagen
werden müssen, werden diese in einer speziell konstruierten Verpackung einem sogenannten
Magazin angeboten, das dem Haken Halt gibt. Die Einschlaghaken eignen sich für die
Hand- und die Maschinenverarbeitung. Es ist bekannt, dass das Magazin mit den Einschlaghaken
maschinell verarbeitet wird. Mit einem pneumatischen Magazin-Nagler werden die Einschlaghaken
schnell, präzise und sicher eingeschlagen, wobei die Magazinbestückung einfach durchzuführen
ist. Nachteilig ist dabei das Gerätegewicht und die aufwendige Versorgung des Magazin-Naglers
mit Druckluft am Einsatzort, wobei für mehrere gleichzeitig betriebene Magazin-Nagler
eine zusätzliche Druckluft-Verteilereinheit notwendig ist.
[0003] In der Gebrauchsmusterschrift
DE 93 08 081 U1 ist ein Hammerhefter zum Einschlagen von Klammern offenbart, mit einem Schlagbolzen
in einer rohrförmigen Führung und einem im Winkel von 90° angesetzten Klammermagazin.
Dabei gelangen die unter der Nachschubkraft einer Feder stehenden Klammern einzeln
vor den Schlagbolzen. Hierbei ist das Klammermagazin nicht für die eingangs beschriebenen
Einschlaghaken geeignet. Die U-förmigen Klammern müssen einzeln in das Klammermagazin
eingelegt werden, und zum Nachladen einer Klammer vor den Schlagbolzen ist es erforderlich
den Schlagbolzen mit der Hand zurückzuziehen.
[0004] Die Offenlegungsschrift
DE 26 09 360 A1 beschreibt ein Gerät zum Einschlagen von Nägeln, mit einem Stoßkolben in einem Führungskanal,
wobei das Nachladen durch die Wirkung einer Rückholfeder erfolgt. Seitlich davon ist
ein Nagelmagazin angeordnet, das eine größere Anzahl von Nägeln vorzugsweise in Form
eines zusammenhängenden Magazinstreifens aufnehmen kann. Nachteilig können mit dem
Gerät nur Nägel verarbeitet werden, die einen stahlnadelartigen Schaft und einen dickeren
Kopf aufweisen. Das Gerät ist also nicht für die eingangs beschriebenen Einschlaghaken
geeignet. Nicht zuletzt ist das Nagelmagazin aufwendig gestaltet, das es erforderlich
macht, dass der Nagelkopf zwei gegenüberliegende, parallel zum Nagelschaft verlaufende
Flächen aufweist.
[0005] In der Offenlegungsschrift
DE 39 15 762 A1 ist ein Gerät zum Einschlagen von Nägeln offenbart, das eine selbsttätig arretierende
Klemmvorrichtung als Schlagbolzensicherung aufweist, wodurch der Arbeitsvorgang des
Einschlagens der Nägel von dem Benutzer bestimmbar ist. Hierbei ist die Magazinkammer
nur für Nägel der in
DE 26 09 360 A1 beschriebenen Gattung geeignet, wobei die Nachrückvorrichtung mit in einer separaten
Kammer geführter Feder außerordentlich kompliziert und in der Herstellung aufwendig
ist. Das Gerät ist also nicht für die eingangs beschriebenen Einschlaghaken geeignet.
[0006] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung einen Handnagler zum Einschlagen von Einschlaghaken
mit abgewinkelter Einschlagspitze zu schaffen, die in einem Magazin nebeneinander
liegend zusammengefasst sind und das von Hand betätigt wird.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Ausführungsformen der
Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0008] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht zur Lösung dieser Aufgabe einen
Handnagler vor, der ein Führungsrohr mit einem darin beweglich geführten Schlagbolzen
und eine darin mündende Magazinführung umfasst. Der Schlagbolzen ist in dem Führungsrohr
entgegen der Wirkung einer Druckfeder gehalten, die sich nach dem Einwirken der Einschlagkraft
auf den Schlagbolzen entspannt und so den Schlagbolzen in eine Ruheposition fährt.
Seitlich ist an dem Führungsrohr eine Magazinführung angebracht, die in das Führungsrohr
einmündet, wobei das Führungsrohr über eine Rohrunterlage mit der Magazinführung verbunden
ist, Die Rohrunterlage weist eine rechteckförmige Aussparung auf, durch die der Schlagbolzen
ragt. Vorteilhaft besitzt die Rohrunterlage einen im Wesentlichen trapezförmigen Querschnitt
mit einer Diagonalen, durch die das anliegende Führungsrohr in einen Winkel von 76°
zur Magazinführung gestellt ist. Dieser Winkel entspricht dem Winkel der abgewinkelten
Einschlagspitze, so dass die Einschlagkraft optimal gerichtet durch den Schlagbolzen
auf die Einschlagspitze des Einschlaghakens übertragen wird.
[0009] Besonders vorteilhaft weist die Magazinführung ein im Wesentlichen C-förmiges Hohlprofil
auf, in dem ein Magazin der Gattung eingeführt ist, wie es in der Patentanmeldung
EP 10 159 869.6 vom gleichen Anmelder detailliert beschrieben ist. In diesem Magazin sind eine Vielzahl
von Einschlaghaken mit einer abgewinkelten Einschlagspitze in einer Faltschachtel
nebeneinander liegend gefasst, wobei sie eine Schiebeöffnung für einen Schieber einer
Einschlagmaschine und eine Austrittsöffnung zum Ausfördern des Einschlaghakens besitzt.
Eine federbelastete Vorschubeinrichtung greift so in die Schiebeöffnung ein, dass
der erste Einschlaghaken im Magazin an die Einschlagposition dicht vor den Schlagbolzen
gebracht wird, um dann durch Schläge mit einem Hammer auf den Schlagbolzen durch die
Schieferplatte bzw. Faserzementplatte in die Tragkonstruktion eingetrieben zu werden.
[0010] Vorteilhaft ist die Vorschubeinrichtung aus einem Schieber und einer Blattfeder mit
wenigen Teilen einfach gebaut. Das erste Ende der Blattfeder ist durch eine Haltevorrichtung
mit zwei Winkeln an der Magazinführung fixiert. Am anderen Ende der Blattfeder ist
ein Schieber gehalten, der auf einem Schlitten montiert ist, der durch die Federkraft
der Blattfeder entlang einer Schiene in Richtung des Führungsrohrs geschoben wird.
Dabei greift der Schieber in die Schiebeöffnung des Magazins. Der Schieber ist mit
einem Griff ausgestattet, so dass er beim Einführen eines Magazins in die Magazinführung
entgegen der Federkraft der Blattfeder auf der Schiene zurückgezogen werden kann.
Dadurch ist das Hohlprofil der Magazinführung freigegeben. Beim Einschlagvorgang übernimmt
der Schlagbolzen die Bremsung der folgenden Einschlaghaken, die sich sonst durch die
Federkraft wieder in Richtung des Führungsrohrs schieben würden.
[0011] Die Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass der Schlagbolzen aus einem Flachstab
besteht, dessen schlagseitiges Ende über einen Schlaghals verbunden das Führungsrohr
überragt. Der Schlaghals durchragt einen Deckel mit dem das schlagseitige Ende des
Führungsrohrs abgedeckt ist. Der mit dem Schlagbolzen verbundene Schlaghals wiederum
besitzt an seinem freien Ende einen auswechselbaren Schlagkopf zur Aufnahme der Schläge
mit einem Hammer. Das andere Ende des Schlagbolzens weist eine Aussparung auf, die
formschlüssig die abgewinkelte Einschlagspitze des dicht vor dem Schlagbolzen befindlichen
Einschlaghakens umfasst. Dadurch wird die Wirkung der Hammerschläge kraftschlüssig
auf die abgewinkelte Einschlagspitze des Einschlaghakens übertragen.
[0012] Vorteilhaft sieht der erfinderische Handnagler vor, dass am schlagseitigen Ende des
Führungsrohrs ein Handschutz zur Gefahrbereichssicherung angebracht ist. Der Handschutz
überlappt den Schlagkopf, so dass beim versehentlichen daneben schlagen oder ausrutschen
mit dem Hammer die Schlagkraft durch den Handschutz aufgefangen wird und Verletzungen
der Hand des Benutzers wirksam vermieden werden.
[0013] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist zum Anvisieren der Kante
einer Schieferplatte oder Faserzementplatte ein Visierrahmen an der Magazinführung
montiert. Durch das Anvisieren der Plattenkante im Sichtfeld des Visierrahmens wird
der Handnagler vorteilhaft so auf der Platte positioniert, das der Einschlaghaken
an der optimalen Einschlagposition eingebracht wird und die Schieferplatte bzw. Faserzementplatte
sicher befestigt ist.
[0014] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass durch eine rutschhemmende Ummantelung
des Führungsrohrs ein Handgriff gebildet ist. Vorteilhaft lässt sich so der Handnagler
gut festhalten und die Hand des Benutzers umgreift das schlanke Führungsrohr sicher.
[0015] Die Erfindung ist nachfolgend anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen unter
Bezugnahme auf die Abbildungen beispielhaft erläutert. Dabei zeigt:
Fig. 1 eine vorteilhafte Ausführungsform des Handnaglers in Isometrieansicht.
Fig. 2 die Ausführungsform in Seitenansicht.
Fig. 3 die Ausführungsform im Vorderansicht.
Fig. 4 einen Querschnitt des Führungsrohrs.
Fig. 5 eine Sicht auf den Schlagbolzen.
Fig. 6 eine Sicht auf die obere Seite eines gefüllten Magazins bekannter Art.
Fig. 7 eine Sicht auf die untere Seite eines gefüllten Magazins bekannter Art.
Fig. 8 einen Querschnitt durch ein gefülltes Magazin bekannter Art.
[0016] In Fig. 1 ist eine vorteilhafte Ausführungsform des Handnaglers 1 räumlich skizziert.
Schieferplatte bzw. Faserzementplatte, Tragkonstruktion auf einem Dach bzw. an einer
Fassade und gefülltes Magazin mit Einschlaghaken sind der Übersichtlichkeit halber
nicht mit eingezeichnet. Der Handnagler 1 besteht im Wesentlichen aus einem Führungsrohr
2, der seitlich angebrachten Magazinführung 15 und einem Schieber 12, der auf einem
Schlitten 13 montiert ist, der durch die Blattfeder 10 entlang der Schiene 16 zum
Führungsrohr 2 gezogen wird.
[0017] Darüber hinaus umfasst das Führungsrohr 2 einen Handschutz 17 am oberen Ende, und
die Magazinführung 15 einen Visierrahmen 18 an der rechten Kante.
[0018] Aus Fig. 2 ist die Verbindung des Führungsrohrs 2 mit der Magazinführung 15 in Seitenansicht
des Handnaglers 1 ersichtlich. Durch die trapezförmige Rohrunterlage 4 wird der Schlagbolzen
5 im Führungsrohr 2 in einen Winkel α gestellt, so dass die Kraft eines Hammerschlags
in Einschlagrichtung D auf den Schlagkopf 8 optimal auf die unter einem entsprechenden
Winkel β abgewinkelten Einschlagspitze übertragen wird, wodurch der Einschlaghaken
in die Einschlagposition P eingetrieben wird.
[0019] In Fig. 3 ist die vorteilhafte Ausführungsform des Handnaglers 1 in Vorderansicht
dargestellt.
[0020] Fig. 4 zeigt das Führungsrohr 2 im Querschnitt. Der Schlagbolzens 5 ist im Führungsrohr
geführt, zum einen durch eine Scheibe an der die Druckfeder 7 an der oberen Seite
anliegt, und zum anderen durch eine rechteckförmige Aussparung in der Rohrunterlage
4, an der das untere Ende der Druckfeder 7 anliegt. Die oberen Seite des Führungsrohrs
2 ist mit einem Deckel 3 abgeschlossen, der vom mit dem Schlagbolzen 5 verbundenen
Schlaghals 9 durchragt wird, an dem wiederum der Schlagkopf 8 montiert ist.
[0021] In Fig. 5 ist eine detaillierte Sicht auf den Schlagbolzen 5 aus Fig. 5 gezeigt.
Der Schlagbolzen 5 weist am unteren Ende eine Aussparung 6 auf, die formschlüssig
die abgewinkelte Einschlagspitze eines Einschlaghakens umfasst.
[0022] Die Fig. 6 und Fig. 7 zeigen jeweils eine Sicht auf die obere und untere Seite eines
mit Einschlaghaken 20 gefüllten Magazins 19, wie es in F 067-080 EP detailliert beschrieben
ist. Die abgewinkelten Einschlagspitzen 21 der Einschlaghaken 20 ragen aus dem Magazin
19 heraus. Ein erster Einschlaghaken 20 befindet sich an der Austrittsöffnung 23 in
der Einschlagposition. Ein federbelasteter Schieber greift in die Schiebeöffnung 22
ein und befördert die Einschlaghaken 20 durch das Magazin 19.
[0023] Fig. 8 zeigt einen Querschnitt durch das gefüllte Magazin 19 aus Fig. 6 und Fig.
7 mit einem Einschlaghaken 20 und dessen abgewinkelter Einschlagsspitze 21.
Bezugszeichen
[0024]
- 1
- Handnagler
- 2
- Führungsrohr
- 3
- Deckel
- 4
- Rohrunterlage
- 5
- Schlagbolzen
- 6
- Aussparung
- 7
- Druckfeder
- 8
- Schlagkopf
- 9
- Schlaghals
- 10
- Blattfeder
- 11
- Winkel
- 12
- Schieber
- 13
- Schlitten
- 14
- Griff
- 15
- Magazinführung
- 16
- Schiene
- 17
- Handschutz
- 18
- Visierrahmen
- 19
- Magazin
- 20
- Einschlaghaken
- 21
- Einschlagspitze
- 22
- Schiebeöffnung
- 23
- Austrittsöffnung
- α
- Winkel Führungsrohr
- β
- Winkel Einschlagspitze
- D
- Einschlagrichtung
- P
- Einschlagposition
1. Handnagler (1) zum Einschlagen von Einschlaghaken (20), die eine abgewinkelte Einschlagspitze
(21) aufweisen, in dem ein Schlagbolzen (5) in einem Führungsrohr (2) entgegen der
Wirkung einer Druckfeder (7) in Einschlagrichtung (D) des Einschlaghakens (20) beweglich
an eine Einschlagposition (P) geführt ist, und seitlich an dem Führungsrohr (2) eine
in das Führungsrohr mündende Magazinführung (15) angebracht ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Magazinführung (15) ein Magazin (19) eingeführt ist, das eine Vielzahl von
Einschlaghaken (20) nebeneinander liegend fasst, wobei eine federbelastete Vorschubeinrichtung
den ersten Einschlaghaken (20) an die Einschlagposition (P) bringt, so dass er über
den Schlagbolzen (5) eingeschlagen werden kann.
2. Handnagler (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorschubeinrichtung aus einem Schieber (12) und einer Blattfeder (10) gebildet
ist, deren erstes Ende an der Magazinführung (15) fixiert ist und an deren anderem
Ende der Schieber (12) gehalten ist, so dass dieser durch die Federkraft in Richtung
des Führungsrohrs (2) geschoben wird.
3. Handnagler (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
dass der Schieber (12) einen Griff (14) aufweist, wodurch der Schieber (12) beim Einführen
des Magazins (19) in die Magazinführung (15) entgegen der Federkraft zurückgezogen
werden kann.
4. Handnagler (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass der Schlagbolzen (5) aus einem Flachstab besteht, dessen schlagseitiges Ende das
Führungsrohr (2) überragt und einen Schlagkopf (8) besitzt.
5. Handnagler (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
dass an dem schlagseitigen Ende des Führungsrohrs (2) ein Handschutz (17) zur Gefahrbereichssicherung
angebracht ist.
6. Handnagler (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
dass das andere Ende des Schlagbolzens (5) eine Aussparung (6) aufweist, die formschlüssig
die abgewinkelte Einschlagspitze (21) des dicht vor dem Schlagbolzen (5) befindlichen
Einschlaghakens (20) umfasst.
7. Handnagler (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
dass das Führungsrohr (2) in einem Winkel (α) zur Magazinführung (15) angeordnet ist,
der dem Winkel (β) der abgewinkelten Einschlagspitze (21) entspricht, so dass die
Wirkung des Einschlagens optimal durch den Schlagbolzen (5) übertragen wird.
8. Handnagler (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Magazinführung (15) einen Rahmen (18) zum Anvisieren der Kante einer Schieferplatte
oder Faserzementplatte aufweist.
9. Handnagler (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass das Führungsrohr (2) als ein Handgriff ausgeführt ist.