[0001] Die Erfindung betrifft eine kontinuierliche Presse für die Herstellung von Holzwerkstoffplatten,
insbesondere Faserplatten oder Spanplatten, mit einem Pressengestell mit mehreren
in Pressenlängsrichtung gereihten Pressenrahmen, wobei innerhalb der Pressenrahmen
einen Presspalt bildende obere Pressenplatte und untere Pressenplatte angeordnet sind,
wobei die obere Pressenplatte oder die untere Pressenplatte mit mehreren in Pressenlängsrichtung
verteilten Reihen von Zylinderkolbenanordnungen beaufschlagt ist, welche einerseits
an die Querholme der Pressenrahmen und andererseits an die jeweilige Pressenplatte
angeschlossen sind, wobei die den Zylinderkolbenanordnungen abgewandte Pressenplatte
unter Zwischenschaltung einer oder mehrerer Druckverteilplatten an die dieser Pressenplatte
zugeordneten Querholme der Pressenrahmen angeschlossen ist, wobei an den Druckverteilplatten
zwischen jeweils zwei benachbarten Pressenrahmen Auflager für die Pressenplatte befestigt
sind. Die Auflager sind folglich versetzt zu den Krafteinleitungsrichtungen der Zylinder
angeordnet.
[0002] Kontinuierliche Presse meint insbesondere eine kontinuierlich arbeitende Presse mit
im Pressenoberteil und im Pressenunterteil endlos umlaufenden Pressbändern, z. B.
Stahlpressbändern, welche unter Zwischenschaltung von Wälzkörperaggregaten, z. B.
Rollstäben an den Pressenplatten abgestützt sind. Holzwerkstoffplatten meint insbesondere
Faserplatten oder Spanplatten, besonders bevorzugt MDF-Platten (Medium Densified Fiber).
Die beleimten Holzwerkstoffpartikel, z. B. Fasern, werden zu einer kontinuierlichen
Pressgutmatte gestreut und diese Pressgutmatte aus beleimten Holzwerkstoffpartikeln
wird in der kontinuierlichen Presse unter Anwendung von Druck und Wärme zu der Holzwerkstoffplatte
verpresst. Die Pressenplatten sind als beheizte Pressenplatten und folglich Heizplatten
ausgebildet. An die Pressenplatten bzw. Heizplatten können einlaufseitig vorkragende
obere und untere Einlaufplatten angeschlossen sein, welche einen sich in Arbeitsrichtung
verjüngenden Einlaufspalt bilden, wobei die obere und/oder untere Einlaufplatte ebenfalls
mit Zylinderkolbenanordnungen beaufschlagt sind. Die zu verpressende Pressgutmatte
wird folglich zunächst im Bereich des Einlaufmauls in einer Verdichtungszone verdichtet.
An diese Verdichtungszone schließt sich eine Durchwärmzone an, in welcher die Matte
unter Anwendung von Druck und Wärme auf im Wesentlichen das Endmaß gepresst wird.
An diese Durchwärmzone schließt sich dann abschließend die sogenannte Kalibrierungszone
an, in welcher die Pressgutmatte bei verhältnismäßig geringem Pressdruck und exakter
Pressspalteinstellung fertiggestellt wird.
[0003] Eine kontinuierliche Presse der eingangs beschriebenen Art ist z. B. aus der
DE 103 20 741 B4 bekannt. Bei der Ausführungsform als Oberkolbenpresse sind die Zylinderkolbenanordnungen
an die obere Pressenplatte angeschlossen, während die untere Pressenplatte unter Zwischenschaltung
der Druckverteilplatten mit den Auflagern auf den Pressenrahmen aufliegt. Damit wird
das sogenannte "Schmiegeprinzip" auch bei herkömmlichen Rahmenkonstruktionen verwirklicht,
bei denen die Zylinderkolbenanordnungen an die Rahmenkonstruktionen angeschlossen
sind und bei denen die Arbeitsrichtung der Zylinderkolbenanordnungen im Wesentlichen
in der Rahmenebene liegt. Durch die Realisierung des Schmiegeprinzips soll in der
Praxis eine Schwankung des Pressspaltes vermieden werden. Dieses ist insbesondere
bei der Herstellung von Dünnplatten zweckmäßig.
[0004] Dazu wird in der
DE 199 26 258 A1, welche ebenfalls eine kontinuierliche Presse beschreibt, die nach dem Schmiegeprinzip
arbeitet, vorgeschlagen, dass in der Kalibrierzone der Presstrecke die Abstützlinien
an der Pressplatte des festen Pressenholmes zu den Abstützlinien an der Pressplatte
des beweglichen Pressenholms versetzt zueinander, d. h. abweichend von den Senkrechten
angeordnet sind. Dadurch sollen sich in der Kalibrierzone Druck- und Dickenschwankungen
im Pressspalt absolut vermeiden lassen, da in diesem Bereich die Abbindereaktionen
stattfinden und diese Schwankungen im Endprodukt negative Auswirkungen auf die Qualität
und die Biegefestigkeit haben. In der Kalibrierzone werden durch Anwendung des Schmiegeprinzips
die kritischen Druckschwankungen vermieden bzw. stark reduziert, so dass bei gleicher
Leimmenge die physikalischen Eigenschaften der hergestellten Werkstoffplatten erhöht
werden oder zum Erreichen bestimmter Festigkeiten die eingesetzte Leimmenge um 3 %
bis 8 % reduziert werden sollen.
[0005] Die insoweit bekannten Maßnahmen haben sich zwar grundsätzlich bewährt, sie sind
jedoch weiter entwicklungsfähig. - Hier setzt die Erfindung ein.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine kontinuierlich arbeitende Presse zu
schaffen, mit welcher sich Holzwerkstoffplatten hoher Qualität in besonders wirtschaftlicher
Weise herstellen lassen.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung bei einer gattungsgemäßen kontinuierlichen
Presse der eingangs beschriebenen Art, dass die Druckverteilplatten mit den Auflagern
in Pressenlängsrichtung über einen Bereich angeordnet oder verteilt sind, der mehr
als 75 % der Länge der Pressenplatten entspricht. Besonders bevorzugt sind die Druckverteilplatten
über einen Bereich angeordnet oder verteilt, der mehr als 90 % der Länge der Pressenplatten
entspricht. - Die Erfindung geht dabei zunächst von der grundsätzlich bekannten Erkenntnis
aus, dass sich Pressspaltschwankungen in einer kontinuierlichen Presse vermeiden bzw.
reduzieren lassen, wenn Druckverteilplatten mit Auflagern, z. B. Isolierungsauflagern,
eingesetzt werden, die zwischen den Pressenrahmen versetzt zu den Pressenrahmen und
insbesondere versetzt zu der Arbeitsrichtung der Zylinderkolbenanordnungen angeordnet
sind. Überraschend ist dabei die Tatsache, dass sich die Herstellung in besonderer
Weise optimieren lässt, wenn die erfindungsgemäßen Druckverteilplatten mit den Auflagern
nicht nur im Bereich der Kalibrierzone, sondern im nahezu gesamten Pressenbereich
angeordnet sind. Bislang ist man davon ausgegangen, dass lediglich im Bereich der
Kalibrierzone Druck- und Dickenschwankungen im Pressspalt zwingend vermieden werden
müssen. Die Erfindung geht von der überraschenden Erkenntnis aus, dass sich die Verfahrensführung
weiter optimieren lässt, wenn auch in den übrigen Pressenbereichen, und insbesondere
in der Durchwärmzone Druck und Presspaltschwankungen durch das erfindungsgemäße Schmiegeprinzip
vermieden werden. Ferner geht die Erfindung von der Erkenntnis aus, dass auf diese
Weise nicht nur die Eigenschaften der fertigen Holzwerkstoffplatten, z. B. die Querzugfestigkeit,
erheblich verbessern lassen, sondern dass sich insbesondere Standard-Holzwerkstoffplatten,
z. B. MDF-Platten mit üblicher Querzugfestigkeit bei deutlich reduzierter Leimmenge
und damit erheblicher Kostenersparnis herstellen lassen. So lassen sich mit der erfindungsgemäßen
kontinuierlichen Presse Holzwerkstoffplatten mit vorgegebener Querzugfestigkeit bei
einer Leimeinsparung von mehr als 20 %, z. B. 20 % bis 30 % herstellen. Die im Zusammenhang
mit der Realisierung des Schmiegeprinzips in der Kalibrierzone prognostizierten Leimeinsparungen
von 3 % bis 8 % werden folglich bei Weitem übertroffen.
[0008] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung werden im Folgenden erläutert:
[0009] Die kontinuierliche Presse kann in an sich bekannter Weise zusätzlich zu den Pressenplatten
mit einlaufseitig vorkragenden Einlaufplatten ausgerüstet sein, welche einen sich
in Arbeitsrichtung verjüngenden Einlaufspalt bilden, wobei die obere Einlaufplatte
und/oder die untere Einlaufplatte ebenfalls mit an den Querholmen der Pressenrahmen
abgestützten Zylinderkolbenanordnungen beaufschlagt sind. Es liegt dabei im Rahmen
der Erfindung, wenn im Bereich der Einlaufplatten auf die erfindungsgemäßen Druckverteilplatten
und Auflager verzichtet wird, so dass die Druckverteilplatten und Auflager dann -
wie eingangs beschrieben - im Wesentlichen im gesamten Bereich der Pressenplatten,
z. B. 70 % der Pressenplatten, vorzugsweise 90 % der Pressenplatten angeordnet sind.
Alternativ liegt es jedoch ebenso im Rahmen der Erfindung, wenn auch die obere oder
untere Einlaufplatte unter Zwischenschaltung von Druckverteilplatten mit Auflagern
an dem jeweiligen Querholm der Pressenrahmen abgestützt ist. Das Schmiegeprinzip kann
folglich auch im Bereich der Einlaufplatten und folglich im Verdichtungsbereich realisiert
werden. In diesem Fall können die Druckverteilplatten mit den Auflagern in Pressenlängsrichtung
über einen Bereich angeordnet bzw. verteilt sein, der mehr als 75 %, vorzugsweise
mehr als 90 % der Gesamtlänge von Pressenplatten einerseits und Einlaufplatten andererseits
entspricht.
[0010] Besonders bevorzugt ist die kontinuierliche Presse als Oberkolbenpresse ausgebildet,
bei welcher die Zylinderkolbenanordnungen auf die obere Pressenplatte und ggf. die
obere Einlaufplatte arbeiten, in diesem Fall liegt die untere Pressenplatte unter
Zwischenschaltung der Druckverteilplatten auf den unteren Querholmen der Pressenrahmen
auf. Grundsätzlich lässt sich die Erfindung aber auch bei Unterkolbenpressen realisieren.
Jedenfalls sind die Auflager vorzugsweise als Isolierungsauflager ausgebildet. Die
Auflager können als sich über die jeweilige Plattenbreite erstreckende Auflagerstreifen
ausgebildet sein, welche entweder eine sich über die Plattenbreite erstreckende durchgehende
Abstützfläche oder auch mehrere über die Plattenbreite verteilte singuläre Abstützflächen
aufweisen. Jedenfalls sind diese Abstützflächen in Pressenlängsrichtung zwischen den
Pressenrahmen und folglich versetzt zu der Arbeitsrichtung der Zylinderkolbenanordnungen
angeordnet. Denn die Zylinderkolbenanordnungen sind besonders bevorzugt in der Rahmenebene
positioniert.
[0011] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass zwischen jeweils zwei benachbarten Pressenrahmen
jeweils ein oder mehrere Auflager mittig positioniert sind. So kann beispielsweise
zwischen jeweils zwei benachbarten Pressenrahmen jeweils ein Auflagerstreifen zentral
positioniert sein. Es liegt jedoch auch im Rahmen der Erfindung, dass einem Pressenrahmen
jeweils zumindest zwei Auflager zugeordnet sind, welche jeweils mit vorgegebenem Abstand
zu dem Pressenrahmen in Pressenlängsrichtung beidseitig des Pressenrahmens angeordnet
sind. Ausgehend von einem Pressenrahmen mit einer daran angeordneten Zylinderkolbenreihe
erfolgt die Krafteinleitung dieser Zylinderkolbenreihe folglich nicht unmittelbar
auf den senkrecht darunter liegenden Querholm des Pressenrahmens, sondern gleichsam
schräg in Richtung der beidseitig äquidistant beabstandeten Auflager. Auf diese Weise
erfolgt auch Verdopplung der Kraftstützpunkte in Pressenlängsrichtung.
[0012] Insgesamt sind zumindest 75 % der Pressenrahmen und folglich auch 75 % der Zylinderkolbenreihen
die erfindungswesentlichen Druckverteilplatten mit Auflagern zugeordnet, vorzugsweise
90 % der Pressenrahmen bzw. Zylinderkolbenreihen. Besonders bevorzugt sind sämtlichen
Pressenrahmen und Zylinderkolbenreihen, bzw. im Wesentlichen sämtlichen Pressenrahmen
und Zylinderkolbenreihen im Bereich der Pressplatten und ggf. auch im Bereich der
Einlaufplatten die erfindungsgemäßen Auflager zugeordnet.
[0013] Jedenfalls ragen die Auflager als Erhebungen um ein vorgegebenes Maß aus der der
Pressenplatte zugeordneten Oberfläche der Druckverteilplatte hervor, so dass sich
in Pressenlängsrichtung die diskreten Abstützpunkte ergeben.
[0014] Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten
mit einer kontinuierlich arbeitenden Presse der beschriebenen Art. Die zu verpressende
Pressgutmatte aus beleimten Holzwerkstoff-Partikeln, z. B. beleimten Fasern oder Spänen,
durchläuft in an sich bekannter Weise einlaufseitig, z. B. im Bereich der Einlaufplatten,
eine Verdichtungszone, danach in einem ersten Abschnitt der Pressenplatten eine Durchwärmzone
und schließlich in einem zweiten Abschnitt der Pressenplatten eine Kalibrierzone.
Zur Reduzierung der für die Erzielung einer vorgegebenen Querzugfestigkeit der herzustellenden
Holzwerkstoffplatte erforderlichen Leimmenge sind sowohl in der Kalibrierungszone
als auch in der in der Kalibrierungszone vorgeordneten Durchwärmzone Druckverteilplatten
mit Auflagern der erfindungsgemäßen Art angeordnet. Dabei liegt es im Rahmen des beanspruchten
Verfahrens, dass außerdem in der der Durchwärmezone vorgeordneten Verdichtungszone,
z. B. im Bereich von Einlaufplatten, Druckverteilplatten mit Auflagerelementen verwendet
werden. Während der Einsatz von Druckverteilplatten mit Auflagern bislang in erster
Linie zur Optimierung der Platteneigenschaften, insbesondere zur Erhöhung der Querzugfestigkeit
der Holzwerkstoffplatte und u. a. auch zur Optimierung der Herstellung von Dünnplatten
und Dünnstplatten eingesetzt wurde, kommt es im Rahmen der Erfindung in erster Linie
auf die Reduzierung der einzusetzenden Leimmengen an, so dass insbesondere Standard-Holzwerkstoffplatten
mit mehr als 20 % reduzierter Leimmenge und damit in besonders wirtschaftlicher Weise
herstellbar sind.
[0015] So schlägt die Erfindung in bevorzugter Weiterbildung die Herstellung einer MDF-Faserplatte
mit einer Dicke von 4 mm bis 30 mm, vorzugsweise 6 mm bis 30 mm und mit einer Querzugfestigkeit
von 0,5 N/m
2 bis 1,m0 N/m
2, vorzugsweise 0,6 bis 0,8 N/m
2 vor, wobei eine Streugutmatte mit einer Leimmenge von weniger als 9 %, vorzugsweise
bis zu 8 %, z. B. 5 % bis 8 %, verwendet wird. Die angegebenen Leimmengen beziehen
sich auf die Angabe in Gewichtsprozent, und zwar bezogen auf den Festharzanteil der
verpressten Holzwerkstoffplatte.
[0016] Bei den verwendeten Leimen handelt es sich insbesondere um Harnstoff-Formaldehyd-Harze.
Holzwerkstoffplatte meint insbesondere Faserplatte und ganz besonders bevorzugt MDF-Platte.
Die erfindungsgemäßen Leimeinsparungen lassen sich jedoch auch bei anderen Holzwerkstoffplattentypen
und insbesondere auch mit anderen Leimen bzw. Bindemitteln erzielen.
[0017] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße kontinuierliche Presse in einer vereinfachten Seitenansicht,
- Fig. 2
- einen vergrößerten Ausschnitt aus dem Gegenstand nach Fig. 1 und
- Fig. 3
- eine abgewandelte Ausführungsform des Gegenstandes nach Fig. 2.
[0018] In den Figuren ist eine kontinuierlich arbeitende Presse zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten,
insbesondere MDF-Platten dargestellt. In dieser kontinuierlichen Presse wird eine
in Arbeitsrichtung A in die Presse einlaufende Pressgutmatte aus beleimten Holzpartikeln,
z. B. beleimten Fasern, zu einer Holzwerkstoffplatte verpresst. Die Presse weist im
Pressenoberteil eine obere Pressenplatte 1 und im Pressenunterteil eine untere Pressenplatte
2 auf, die jeweils als Heizplatten ausgebildet sind. Die Pressenplatten 1, 2 sind
in einem Pressengestell angeordnet, welches aus einer Vielzahl von in Pressenlängsrichtung
gereihten Pressenrahmen 3 zusammengesetzt ist. Diese Pressenrahmen sind im Ausführungsbeispiel
in Fensterbauweise aus Stahlblechzuschnitten realisiert. Ferner weist die Presse im
Pressenoberteil und im Pressenunterteil endlos umlaufende Stahlpressbänder 4 auf,
welche unter Zwischenschaltung von Wälzkörperaggregaten, z. B. Rollstäben 5 an den
Pressenplatten 1, 2 abgestützt sind. Die Presse ist im Ausführungsbeispiel als Oberkolbenpresse
ausgebildet. Das bedeutet, dass auf die obere Pressenplatte 1 eine Vielzahl von in
Reihen angeordneten Zylinderkolbenanordnungen 6 arbeitet. Im Bereich jedes Pressenrahmens
3 ist folglich eine Reihe von Zylinderkolbenanordnungen 6 vorgesehen, wobei diese
Zylinderkolbenanordnungen 6 einerseits an den oberen Querholm 3a des Pressenrahmens
3 und andererseits an die obere Pressenplatte 1 angeschlossen sind. In den Figuren
ist erkennbar, dass die Zylinderkolbenanordnungen 6 jeweils in der Rahmenebene der
Pressenrahmen 3 angeordnet sind, so dass die Arbeitsrichtung bzw. Arbeitsebene der
Zylinderkolbenanordnungen in der Rahmenebene liegt.
[0019] An die Pressenplatten 1, 2 sind einlaufseitig vorkragende Einlaufplatten 1a, 2a angeschlossen,
welche einen sich in Arbeitsrichtung A verjüngenden Einlaufspalt E bilden, an den
sich der von den Pressplatten 1, 2 gebildete Pressspalt P anschließt. Im Ausführungsbeispiel
handelt es sich um flexible, biegeelastische Einlaufplatten zur Einstellung einer
variablen Einlaufkontur. Alternativ können jedoch auch ein oder mehrere gelenkig angeschlossene
Einlaufplatten verwendet werden, die ggf. aus mehreren gelenkig miteinander verbundenen
Plattenabschnitten zusammengesetzt sind. Die untere Einlaufplatte 2b ist - wie die
untere Pressenplatte 2 - auf den unteren Querholmen 3b der Pressenrahmen 3 abgestützt,
während an die obere Einlaufplatte 1a - wie an die obere Pressenplatte 1 - Zylinderkolbenanordnungen
6 angeschlossen sind.
[0020] Die untere Pressenplatte 2b ist unter Zwischenschaltung von Druckverteilplatten 7
an die unteren Querholme 3b der Pressenrahmen angeschlossen. Diese Druckverteilplatten
7 sind mit Auflagern 8 ausgerüstet, welche zwischen jeweils in Pressenlängsrichtung
benachbarten Pressenrahmen auf den Druckverteilplatten 7 befestigt sind.
[0021] In Fig. 1 ist angedeutet, dass diese Druckverteilplatten 7 mit den Auflagern 8 im
gesamten Pressenbereich und insbesondere im gesamten Bereich der Pressenplatten 1,
2 angeordnet sind. Die Druckverteilplatten 7 und die Auflager 8 sind folglich in Pressenlängsrichtung
über einen Bereich angeordnet und verteilt, der mehr als 90 % der Länge der Pressenplatten
1, 2 und im Ausführungsbeispiel auch mehr als 90 % der Gesamtlänge von Pressenplatten
1, 2 und Einlaufplatten 1a, 2a entspricht. Das Schmiegeprinzip ist bei der erfindungsgemäßen
Presse folglich über die gesamte Pressenlänge realisiert. Das Schmiegeprinzip beschränkt
sich folglich nicht nur auf die auslaufseitige Kalibrierzone der Presse, sondern ist
sowohl in der Durchwärmzone und der Kalibrierzone, besonders bevorzugt zusätzlich
auch in der Einlaufzone und folglich Verdichtungszone realisiert.
[0022] Die in den Figuren lediglich angedeuteten Auflager 8 erstrecken sich vorzugweise
über die gesamte Breite der Pressenplatten 1, 2 bzw. Einlaufplatten 1a, 2a. Sie können
als sich über die Plattenbreite erstreckende, durchgehende Auflagerstränge im Sinne
von durchgehenden Abstützflächen realisiert sein. Alternativ können diese Auflagerstränge
aber auch von mehreren über die Plattenbreite verteilten singulären Abstützflächen
gebildet werden. Einzelheiten sind nicht gezeigt. Jedenfalls sind die Auflager als
Isolierungsauflager ausgebildet, so dass ein übermäßiger Wärmeübertrag von den beheizten
Pressenplatten 1, 2 auf die Rahmen unterbunden wird. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel
sind über die Pressenlänge eine Vielzahl von einzelnen Druckverteilplatten 7 vorgesehen,
wobei eine Druckverteilplatte 7 jeweils zwischen zwei Pressenrahmen 3 angeordnet und
auf den unteren Querholmen 3b der Pressenrahmen 3 abgestützt ist. Alternativ können
aber auch durchgehende Druckverteilplatten vorgesehen sein, welche mehrere Pressenrahmen
oder auch sämtliche Pressenrahmen überspannen. Dieses ist in den Figuren nicht dargestellt.
[0023] Fig. 2 zeigt eine Ausführungsform, bei welcher zwischen zwei benachbarten Pressenrahmen
jeweils ein Auflager 8 als Isolierungsauflager angeordnet ist, wobei dieses Auflager
8 mittig zwischen zwei benachbarten Pressenrahmen 3 positioniert ist.
[0024] Fig. 3 zeigt eine alternative Ausführungsform, bei welcher jedem Pressenrahmen 3
jeweils zwei Auflager 8 zugeordnet sind, welche jeweils mit vorgegebenem Abstand zu
dem Pressenrahmen beidseitig des Pressenrahmens 3 angeordnet sind.
[0025] Während folglich bei der Ausführungsform nach Fig. 2 die Krafteinleitung zweier benachbarter
Zylinder 6 im Wesentlichen in dasselbe mittig angeordnete Auflager 8 erfolgt, erfolgt
die Krafteinleitung bei der Ausführungsform nach Fig. 3 in den einzelnen Zylinderkolbenanordnungen
zugeordnete Paare von Auflagern 8. Dieses ist durch Pfeile vereinfacht angedeutet.
[0026] Mit der erfindungsgemäßen Presse, die beispielhaft in den Figuren dargestellt ist,
lassen sich nicht nur Dünnplatten und Dünnstplatten, sondern besonders bevorzugt Dickplatten
mit einer Dicke von 4 mm bis 30 mm, vorzugsweise 6 mm bis 30 mm mit grundsätzlich
üblicher Querzugfestigkeit herstellen, jedoch mit deutlich reduzierten Leimmengen.
1. Kontinuierliche Presse für die Herstellung von Holzwerkstoffplatten, insbesondere
Faserplatten oder Spanplatten,
mit einem Pressengestell mit mehreren in Pressenlängsrichtung gereihten Pressenrahmen
(3),
wobei innerhalb der Pressenrahmen einen Pressspalt (P) bildende obere Pressenplatte
(1) und untere Pressenplatte (2) angeordnet sind,
wobei die obere Pressenplatte (1) oder die untere Pressenplatte (2) mit mehreren in
Pressenlängsrichtung bzw. Arbeitsrichtung (A) verteilten Reihen von Zylinderkolbenanordnungen
(6) beaufschlagt ist, welche einerseits an die Querholme (3a, 3b) der Pressenrahmen
(34) und andererseits an die jeweilige Pressenplatte (1, 2) angeschlossen sind, wobei
die den Zylinderkolbenanordnungen (6) abgewandte Pressenplatte (1, 2) unter Zwischenschaltung
von Druckverteilplatten (7) an die dieser Pressenplatte (1, 2) zugeordneten Querholme
(3a, 3b) der Pressenrahmen angeschlossen ist,
wobei an den Druckverteilplatten (7) zwischen jeweils zwei in Pressenlängsrichtung
benachbarten Pressenrahmen (3) Auflager (8) für die Pressenplatte (1, 2) befestigt
sind, dadurch gekennzeichnet, dass
die Druckverteilplatten (7) mit den Auflagern (8) in Pressenlängsrichtung über einen
Bereich angeordnet oder verteilt sind, der mehr als 75 % der Länge der Pressenplatten
(1, 2) entspricht.
2. Presse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckverteilplatten (7) mit den Auflagern (8) in Pressenlängsrichtung über einen
Bereich angeordnet oder verteilt sind, der mehr als 90 % der Länge der Pressenplatten
(1, 2) entspricht.
3. Presse nach Anspruch 1 oder 2, in der Ausführungsform als Oberkolbenpresse, wobei
die Zylinderkolbenanordnung (6) zwischen den oberen Querholmen (3a) der Pressenrahmen
(3) und der oberen Pressenplatte (1) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Pressenplatte (2) unter Zwischenschaltung der Druckverteilplatten (7)
mit den Auflagern (8) auf den unteren Querholmen (3b) der Pressenrahmen (3) aufliegt.
4. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass den Pressenplatten (1, 2) einlaufseitig vorkragende obere und untere Einlaufplatten
(1a, 2a) vorgeordnet sind, welche einen sich in Arbeitsrichtung verjüngenden Einlaufspalt
(E) bilden, wobei die obere und/oder untere Einlaufplatte (1a, 2a) mit an den Querholme
(3a, 3b) der Pressenrahmen abgestützten Zylinderkolbenanordnungen (6) beaufschlagt
sind, dadurch gekennzeichnet, dass die obere oder untere Einlaufplatte (1a, 2a) unter Zwischenschaltung von Druckverteilplatten
(7) an die der Einlaufplatte zugeordneten Querholmen (3a, 3b) angeschlossen ist, wobei
an den Druckverteilplatten (7) zwischen zwei benachbarten Pressenrahmen (3) Auflager
(8) für die Pressenplatte befestigt sind.
5. Presse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckverteilplatten (7) mit den Auflagern (8) in Pressenlängsrichtung über einen
Bereich angeordnet bzw. verteilt sind, der mehr als 75 %, vorzugsweise mehr als 90
% der Gesamtlänge von Pressenplatte (1, 2) und Einlaufplatte (1a, 2a) entspricht.
6. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest 75 % der Pressenrahmen, vorzugsweise mehr als 90 % der Pressenrahmen und/oder
zumindest 75 % der Reihen von Zylinderkolbenanordnungen, vorzugsweise mehr als 90
% der Reihen von Zylinderkolbenanordnungen, Druckverteilplatten (7) mit Auflagern
(8) zugeordnet sind, besonders bevorzugt sämtlichen Pressenrahmen und sämtlichen Zylinderkolbenanordnungen.
7. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflager (8) als Isolierungsauflager ausgebildet sind.
8. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflager (8) als sich über die Plattenbreite erstreckende Auflagerstränge ausgebildet
sind, welche sich über die Plattenbreite erstreckende durchgehende Abstützflächen
oder mehrere über die Plattenbreite verteilte singuläre Abstützflächen aufweisen.
9. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen jeweils zwei benachbarten Pressenrahmen (3) jeweils ein oder mehrere Auflager
(8) mittig positioniert sind.
10. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass den Pressenrahmen (3) jeweils zumindest zwei Auflager (8) zugeordnet sind, welche
mit jeweils vorgegebenem Abstand zu dem Pressenrahmen in Pressenlängsrichtung beidseitig
des Pressenrahmens (3) angeordnet sind.
11. Verfahren zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten, insbesondere Faserplatten oder
Spanplatten, mit einer kontinuierlichen Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
wobei die zu verpressende Pressgutmatte aus beleimten Holzwerkstoff-partikeln, z.
B. Fasern oder Spänen, einlaufseitig, z. B. im Bereich der Einlaufplatten eine Verdichtungszone,
danach in einem ersten Abschnitt der Pressenplatten eine Durchwärmzone und schließlich
in einem zweiten Abschnitt der Pressenplatte eine Kalibrierungszone durchläuft, dadurch gekennzeichnet, dass
zur Reduzierung der für die Erzielung einer vorgegebenen Querzugfestigkeit der herzustellenden
Holzwerkstoffplatte erforderlichen Leimmenge sowohl in der Kalibrierungszone als auch
in der der Kalibrierungszone vorgeordneten Durchwärmzone Druckverteilplatten mit Auflagern
verwendet werden.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass außerdem in der der Durchwärmzone vorgeordneten Verdichtungszone Druckverteilplatten
mit Auflagern verwendet werden.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herstellung einer Faser oder Spanplatte, z. B. MDF-Faserplatte einer Dicke von
4 mm bis 30 mm, vorzugsweise 6 mm bis 30 mm und mit einer Querzugfestigkeit von 0,5
N/m2 bis 1,0 N/m2, vorzugsweise 0,6 bis 0,8 N/m2, eine Streugutmatte mit einer Leimmenge von weniger als 9 %, vorzugsweise bis zu
8 %, z. B. 5 % bis 8 % verwendet wird, bezogen auf den Feststoffharzanteil (Gewichtsprozent)
der verpressten Holzwerkstoffplatte.