[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zuführen von Buchblocks zu einer Buchbindemaschine
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] In als Klebebinder bekannten Buchbindemaschinen werden klebegebundene Broschuren
oder Buchblocks für Festeinbände hergestellt, wobei Klebstoff auf den zuvor bearbeiteten
Rücken des Buchblocks aufgetragen und ein Umschlag und/oder ein Fälzelstreifen um
den Blockrücken herumgelegt und angedrückt wird. Je nach Ausrüstung des Klebebinders
sind verschiedene Bindeverfahren und Produktvarianten möglich.
[0003] Die
DE 20 2005 007 012 U1 zeigt eine derartige Buchbindemaschine mit einer Buchblockfördereinrichtung, bestehend
aus einem endlosen um Umlenkräder kontinuierlich laufenden Fördermittel und einer
Vielzahl von in einem gleichen gegenseitigen Teilungsabstand zueinander am Fördermittel
angeordneten Klammern zum Einspannen von Buchblocks. Längs geradliniger Förderstrecken
des Ovals sind verschiedene Bearbeitungsstationen angeordnet. Es sind auch linear
laufende Klebebinder bekannt mit einem Klemmplattenförderer aus zwei umlaufenden Plattenketten,
zwischen denen die Buchblocks in festen Abständen eingespannt und transportiert werden.
[0004] Die losen Buchblocks gelangen über einen Überführungskanal in den Klebebinder, wobei
die Buchblocks von Stabtransporteuren in einem Kanal, aufweisend einen Boden und seitliche
Führungswände, kontinuierlich vorgeschoben werden und dabei ein oder mehrere Rüttelstationen
passieren. Die auf dem Rücken stehend in Rückenlängsrichtung transportierten Buchblocks
werden dabei über im Boden eingelassene Rüttelplatten geführt und im Rücken und am
Kopf ausgerichtet, sodass alle Falzbogen und/oder Einzelblätter in einer Ebene liegen.
[0005] Insbesondere bei der Verarbeitung von ausschließlich aus Einzelblättern und/oder
Viertelbogen gebildeten Buchblocks, wie sie typischerweise im Digitaldruck anfallen,
ist eine derartige Überführung der Buchblocks nicht unproblematisch. Die äußeren Blätter
neigen dazu, während dem Vorschieben an den Führungswänden hochzuwandern oder unter
den Blockrücken zu kriechen oder sich zwischen Transporteur und Kopf des Buchblocks
zu legen. Bereits beim Anlegen des Buchblocks vorstehende einzelne Blätter können
beim Vorschieben über die Rüttelstrecke nur unzureichend in den Blattstapel zurückgedrängt
und ausgerichtet werden, sodass ein vorheriges Aufstoßen der Buchblocks erforderlich
ist, verbunden mit einem behutsamen und dadurch mühseligen Einlegen der Blattstapel
in den Überführungskanal. Bei einem Stopp der Maschine kann es zudem zum Vorschießen
einzelner Blätter oder Blockteile kommen.
[0006] Es sind Lösungen bekannt geworden, bei denen ein mit einer Greiferzange bestückter
Roboter auf einem stationären Rütteltisch ausgerichtete Buchblocks aufnimmt und in
eine stillstehende Klammer abgibt [
Fachartikel "Über 4.000 Produkte am Tag: Klebebindung im Akkord mit Roberto"; Deutscher
Drucker, Nr. 26, 19.8.2000, Seite 25]. Das aufwendige Übergabesystem ist nur für Klebebinder des unteren Leistungsbereich
geeignet, bei denen die Klammern intermittierend angetrieben sind. Außerdem nimmt
der Roboter die Buchblocks nur seitlich geklemmt auf, sodass die Gefahr des Durchrutschens
von Blockteilen besteht und die geschaffene Ausrichtung verloren gehen kann.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Zuführen von Buchblocks
zu einer Buchbindemaschine gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 zu schaffen, die bei
einfacher Konstruktion ein einwandfreies Ausrichten und Überführen von insbesondere
aus Einzelblättern gebildeten Blattstapeln resp. Buchblocks auch bei höheren Produktionsgeschwindigkeiten
ermöglicht.
[0008] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Fördereinrichtung wenigstens einen in
der Rütteleinrichtung ausgerichtete, auf dem Blockrücken stehende Blattstapel seitlich
am Blockrücken mittels Klemmleisten erfassenden und den Blockrücken auf Tragplatten
stützenden, aus einer geneigten Bereitstellungsposition übernehmenden und horizontal
an die Buchblockfördereinrichtung übergebenden Klemmwagen aufweist.
[0009] Die Blattstapel werden nicht mehr durch einen Kanal in den Klebebinder geschoben,
sondern von dem Klemmwagen seitlich eingespannt transportiert. Die in der vorgelagerten
Rütteleinrichtung geschaffene Ausrichtung der Blattstapel bleibt erhalten. Ein einwandfreier
Transport mit dem Klemmwagen ist dadurch gewährleistet, dass die Blattstapel nicht
nur seitlich eingespannt sondern von Tragplatten des Klemmwagens getragen werden.
Die aufzubringende Klemmkraft kann zur Produktschonung auf ein Minimum begrenzt werden.
Und die seitlich am Blockrücken greifenden Klemmleisten können in ihrer Höhe so schmal
gehalten werden, dass ein gegriffener Transport der Blattstapel ohne vorzeitiges Loslassen
bis in die Klammern bzw. den Klemmplattenförderer der Buchblockfördereinrichtung möglich
wird, bis diese geschlossen werden, womit eine positive Übergabe unter Ausschluss
möglicher Blockverschiebungen gewährleistet ist. Die Blattstapel werden in der geneigt
stehenden Orientierung, die für einen stabilen Stand der Blattstapel sorgt, von dem
Klemmwagen übernommen und erst anschließend in die horizontale Blockrückenlage verschwenkt.
[0010] Ein einwandfreies Ausrichtergebnis kann erzielt werden, wenn die Rütteleinrichtung
gegen die Horizontale geneigte, zueinander rechtwinklige Rüttelplatten aufweist, auf
denen die Blattstapel auf ihren Blattkanten stehend ausgerichtet werden. Die ausgerichteten
Blattstapel können in einfacher Weise durch querverschiebbare Führungsplatten in die
Bereitstellungsposition befördert werden. Vorzugsweise ist in der Bereitstellungsposition
der Rütteleinrichtung eine Beruhigungsbereich ausgebildet, indem die Bereitstellungsposition
starre Tragplatten aufweist, die sich mit ineinander greifenden Zungen und/oder über
schräg verlaufende Trennstellen an die Rüttelplatten anschließen. Die Übernahme der
Blattstapel durch den Klemmwagen wird dadurch ermöglicht, dass ein vorderer Abschnitt
der Blattstapel von den Tragplatten in der Bereitstellungsposition freigelassen ist.
[0011] Vorzugsweise sind die Klemmleisten des wenigstens einen Klemmwagens in ihrer Öffnungsweite
nach der jeweiligen Blockdicke des zu übernehmenden Blattstapels voreinstellbar. Im
Bereich der Blattstapelübernahme wird dadurch nur ein geringer Bewegungsraum beansprucht.
[0012] In bevorzugter Weiterausbildung ist vorgesehen, dass der wenigstens eine Klemmwagen
intermittierend angetrieben ist, mit einer Stillstandsphase zur Übernahme in der Bereitstellungsposition
ruhender Blattstapel und einer Gleichlaufphase mit der Buchblockfördereinrichtung
bei der Übergabe. Die Übernahme im Stillstand sichert die geschaffene Ausrichtung
und die Abgabe an die laufende Buchblockfördereinrichtung ermöglicht hohe Zuführleistungen.
[0013] In bevorzugter Weiterausbildung ist ein umlaufendes Fördersystem mehrerer hintereinander
angeordneter Klemmwagen vorgesehen, wodurch noch höhere Zuführleistungen bei gleichzeitig
verlängerten Stillstandsphasen und Gleichlaufphasen ermöglicht werden. Für den unabhängigen
Antrieb unmittelbar aufeinander folgender Klemmwagen, sind die Klemmwagen abwechselnd
an wenigstens zwei separat angetriebenen Fördermitteln gekoppelt. Für den Umlauf der
Klemmwagen ist ein in Förderrichtung mehrgliedriger Klemmwagen vorgesehen, welcher
in einer ersten Richtung biegsam und in einer zweiten Richtung querstabil ist. Die
dadurch mehrteiligen Klemmleisten sind nacheinander öffne-und/oder schließbar. Vorzugsweise
ist ein erster Abschnitt der mehrteiligen Klemmleisten im Stillstand des wenigstens
einen Klemmwagens zur Übernahme eines Blattstapels schließbar ist und nachfolgende
Abschnitte werden jeweils nach entsprechend zurückgelegtem Förderweg in der Bewegung
des Klemmwagens geschlossen. Ein vorderer von den Tragplatten freigelassener Abschnitt
der Blattstapel wird so im Stillstand sicher und verschiebungsfrei erfasst, bei langsamer
Abzugsgeschwindigkeit werden nachfolgende Klemmabschnitte geschlossen, sodass schließlich
der Blattstapel mit hoher Beschleunigung weggefördert werden kann. Bei Übergabe der
Blattstapel an die Buchblockfördereinrichtung werden vorzugsweise alle Abschnitte
der mehrteiligen Klemmleisten gleichzeitig geöffnet. Dadurch wird eine kürzere Übergabestrecke
ermöglicht, die sich auch in der Länge des Klebebinders positiv auswirkt.
[0014] Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels beschrieben. Es
zeigen
- Fig. 1
- in perspektivischer Ansicht eine Zuführeinrichtung für einen Klebebinder mit einer
als umlaufendes Taschenfördersystem ausgebildeten Rütteleinrichtung und einem umlaufenden
Klemmwagenförderer;
- Fig. 2
- die Zuführeinrichtung aus Fig. 1 in einer Vorderansicht;
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf die Rüttelplatten der Rütteleinrichtung;
- Fig. 4
- eine Seitenansicht auf die Rütteleinrichtung;
- Fig. 5
- das Taschenfördersystem in einer zweiten perspektivischen Ansicht;
- Fig. 6
- eine Detailansicht von dem Taschenfördersystem.
- Fig. 7 a, b
- einen Klemmwagen in perspektivischer Ansicht von oben und von unten.
[0015] Die Figuren 1 und 2 zeigen einen Teilbereich eines Klebebinders, bestehend aus einem
Buchblocktransportsystem mit einer Vielzahl von in einer geschlossenen, ovalförmigen
Umlaufbahn in Förderrichtung F
3 kontinuierlich bewegbaren und antriebsmäßig an einer Förderkette 4 in gleichen gegenseitigen
Abständen angelenkten Blockklammern 3, mit einer Zuführeinrichtung 1 zum Zuführen
von vorwiegend aus Einzelblättern und/oder Viertelbogen gebildeten Blattstapeln, sogenannten
losen Buchblocks 2, und einer durch einen Pfeil symbolisch dargestellten Ausfuhr 16
zum Ausführen von im Klebebinder klebegebundenen Broschuren 17 oder Buchblocks. Entlang
geradliniger Förderstrecken der ovalförmigen Umlaufbahn sind die verschiedenen, in
den Figuren 1 und 2 nicht weiter dargestellten Stationen zur Rückenbearbeitung und
-beleimung sowie zum Umschlaganlegen und -anpressen angeordnet.
[0016] Bei den Blockklammern 3 kann es sich um parallel schließende Blockklammern handeln,
aufweisend eine innere feste Klemmbacke 3 a und eine senkrecht zur inneren Klemmbacke
3 a verschiebbare äußere Klemmbacke 3 b, oder es sind translatorisch aufschwenkbare
Blockklammern, bei denen die äußere Klemmbacke 3 b mittels eines Schwenkarms zur inneren
festen Klemmbacke 3 a bewegbar ist. Im Bereich der in Fig. 1 gezeigten Umlenkung laufen
geöffnete Blockklammern 3 von der Ausfuhr zu einem Übergabebereich 22, in der dann
von der Zuführeinrichtung 1 zugeführte Buchblocks 2 durch Schließen der Blockklammern
3 übernommen und weiter transportiert werden, wobei der Blockrücken 2 a um ein definiertes
Maß nach unten aus den Blockklammern 3 vorsteht. Der Kopf 2 b der Buchblocks 2 liegt
in Förderrichtung F
3 gesehen hinten.
[0017] Bei dem Klebebinder kann es sich auch um einen linear laufenden Klebebinder handeln
mit einem Klemmplattenförderer aus zwei umlaufenden Plattenketten, zwischen denen
die Buchblocks in festen Abständen eingespannt und transportiert werden.
[0018] Erfindungsgemäß besteht die Zuführeinrichtung 1 aus einer separaten Rütteleinrichtung
5 zum Ausrichten von manuell angelegten oder über eine Kopplung mit vorgeordneten
Maschinen, wie einer Zusammentragmaschine oder einer Digitaldruckmaschine, zugeführten
Blattstapeln resp. ungebundenen Buchblocks 2 und einem Klemmwagenförderer 30 zum Überführen
von in der Rütteleinrichtung 5 ausgerichteten Buchblocks 2 in die Blockklammern 3.
[0019] Die Rütteleinrichtung 5 weist erste und zweite, auf Schwingelementen 7 befestigten
Rüttelplatten 6.1, 6.2 auf, die im rechten Winkel zueinander und unter einem Winkel
α von vorzugsweise 45° zur Horizontalen geneigt angeordnet sind. Die losen Buchblocks
2 stehen mit ihrem Blockrücken 2a als erste Blattkanten auf der ersten Rüttelplatte
6.1 und liegen mit zweiten Blattkanten, hier dem Kopf 2 b des Buchblocks 2, an der
zweiten Rüttelplatte 6.2 als Ausrichtelement an. Die seitliche Führung erfolgt mit
Führungsplatten 10.
[0020] Die Rütteleinrichtung 5 ist als umlaufendes Taschenfördersystem 13 ausgebildet. Ein
Vielzahl von Führungsplatten 10 sind an einer umlaufenden Förderkette 18 gekoppelt,
wobei zwischen jeweils aufeinander folgenden Führungsplatten 10 eine Aufnahmetasche
14 vorliegt. Die Taschenfördersystem 13 weist eine Förderrichtung F
1 auf. Im Bereich einer Handanlage 24 angelegte Buchblocks 2 werden sukzessive in eine
Bereitstellungsposition 21 transportiert und erfahren dabei eine Querverschiebung
über die Rüttelplatten 6.1, 6.2.
[0021] Wie aus Fig. 3 ersichtlich erstrecken sich die Rüttelplatten 6.1, 6.2 nicht über
die volle Länge der Rütteleinrichtung 5. Sie enden vor der Bereitstellungsposition
21. Starre Platten 8 schließen sich mit ineinander greifenden Zungen 8 a und über
schräg verlaufende Trennstellen 9 an die Rüttelplatten 6.1, 6.2 an und bilden einen
Beruhigungsbereich 12, in dem die ausgerichteten Buchblocks 2 zur Ruhe kommen, zur
einwandfreien Übernahme durch den Klemmwagenförderer 30. Die Rüttelplatten 6.1, 6.2
können sich auch bis in den Beruhigungsbereich 12 erstrecken, wobei im Beruhigungsbereich
12 nur noch eine kleine Rüttelintensität vorhanden wäre, die einerseits die Reibung
beim Quertransport in die Bereitstellungsposition 21 mindert und andererseits die
Übernahme der ausgerichteten Buchblocks 2 aus einer quasi ruhenden Position heraus
ermöglicht.
[0022] Die Führungsplatten 10 sind über angefederte Rollenhebel 19 an Mitnahmenocken 20
der Förderkette 18 eingerastet, wodurch ein bestimmter Abstand A' zwischen den Führungsplatten
definiert ist. Die Führungsplatten 10 können aus der Förderkette 18 ausgerastet werden
und durch Stellmittel in bestimmte Positionen gehalten werden, wodurch zwischen den
Führungsplatten 10 ein an die Blockdicke D angepasster Abstand A" eingestellt werden
kann.
[0023] In den Figuren 1, 2 und 5 ist ein oberhalb des Taschenfördersystems 13 angeordnetes
Stellelement 11 zu sehen, mit dem eine jeweils vordere Führungsplatte 10 in der Bereitstellungsposition
21 festgehalten werden kann, während die nachfolgende hintere Führungsplatte 10 von
der nach der Blockdicke D und dem Takt des Klebebinders gesteuert angetriebenen Förderkette
18 soweit weiter bewegt wird, dass der Buchblock 2 in dieser Aufnahmetasche 14 seitlich
geklemmt wird.
[0024] Weitere Stellelemente sind unterhalb bzw. innerhalb des Taschenfördersystems 13 vorgesehen.
So können die Führungsplatten 10 in der Bereitstellungsposition 21, aus der ein ausgerichteter
Buchblock 2 mittels des Klemmwagenförderers 30 abtransportiert wird, zunächst in eine
enge, nach der Blockdicke D bemessenen Führungsstellung gehalten werden, anschließend
in eine die ausgerichteten (Einzel-) Blätter des Buchblocks 2 zwischen den beiden
Führungsplatten 10 einspannende Klemmstellung sowie abschließend nach Übernahme des
Buchblocks 2 durch den Klemmwagenförderer 30 in eine Freigabestellung verschoben werden.
[0025] Nach Übernahme eines Buchblocks 2 durch den Klemmwagenförderer 30 rastet die vordere
Führungsplatte 10 in die Förderkette 18 wieder ein, zur Rückführung in den Bereich
der Handanlage 24, wo neue Buchblocks 2 in die Aufnahmetaschen 14 eingelegt werden
können. Die Führungsplatten 10 können auch abwechselnd an zwei separat angetriebenen
Förderketten gekoppelt sein. Die Aufnahmetaschen 14 liegen dann zwischen der ersten
und der zweiten, zwischen der dritten und der vierten, usw. Führungsplatte 10 vor,
wobei die erste, dritte usw. Führungsplatte 10 an der ersten Förderkette und die zweite,
vierte, usw. Führungsplatte an der zweite Förderkette gekoppelt sind. Durch Phasenverschiebung
der zweiten Förderkette zur ersten Förderkette kann dann ein an die Blockdicke D angepasster
Abstand A' in den Aufnahmetaschen 14 eingestellt werden.
[0026] Die zweite Rüttelplatte 6.2 ist zusammen mit dem Taschenfördersystem 13 gemäß Verstellpfeil
V
H verstellbar. Damit wird erreicht, dass bei Änderung der Formathöhe der Buchblocks
2 deren Fuß 2 c weiterhin im Bereich der äußeren Kante der Rüttelplatte 6.1 liegt,
damit die Buchblocks 2 vom Klemmwagenförderer 30 übernommen werden können.
[0027] Der Klemmwagenförderer 30 weist insgesamt vier auf einer Umlaufbahn in eine Förderrichtung
F
2 hintereinander umlaufende Klemmwagen 31.1...4 auf. Gemäß Fig. 7 a und b besteht jeder
Klemmwagen 31.1...4 aus miteinander gelenkig verbundenen, in einer ersten Richtung
biegsamen und in einer zweiten Richtung querstabilen Klemmwagengliedern 34. Es sind
Tragplatten 32 in den Klemmwagen 31.1...4 vorgesehen, auf denen sich die zu überführenden
Buchblocks 2 mit ihrem Blockrücken 2 a abstützten, während sie von Klemmleisten 33.1,
33.2 seitlich am Blockrücken eingespannt sind. Die einzelnen, entsprechend den Klemmwagengliedern
34 gebildeten Klemmabschnitte 36.1...3 können durch die Betätigung von unterseitig
angeordneten Steuerrollen 35 geöffnet und geschlossen werden. Da der Klebebinder feste
innere Klemmbacken 3 a aufweist, sind erste Klemmleisten 33.1 ebenfalls ortsfest und
zweite Klemmleisten 33.2 verschiebbar auf den Klemmwagen 31.1... 2 angeordnet. Es
können auch beide Klemmleisten 33.1 und 33.2 verschiebbar angeordnet sein.
[0028] Mit einer Voreinstelleinrichtung 37 kann die Öffnungsweite der Klemmleisten 33.1,
33.2 nach der Blockdicke D des zu übernehmenden Buchblocks 2 eingestellt werden. Die
Klemmwagen 31.1...4 laufen dann von unten kommend durch eine Freilassung 23 in die
Bereitstellungsposition 21 der Rütteleinrichtung 5 ein. Dabei können sich die Klemmleisten
33.1, 33.2 in einem jeweiligen Freiraum zwischen den Buchblocks 2 bewegen, der sich
aufgrund einer bestimmten Dicke D
F der Führungsplatten 10 und ihrem Abstand A
F von der Rüttelplatte 6.1 ergibt. Mittels einer Schließeinrichtung 39 werden dann
sukzessive die einzelnen Klemmabschnitte 36.1...3 geschlossen.
[0029] Vorgesehen ist dabei ein intermittierender Antrieb der Klemmwagen 34.1...4, mit einer
Stillstandsphase, in der der erste Klemmabschnitt 36.1 geschlossen wird. Der jeweilige
Klemmwagen 31.1...4 wird dann mit dem vom ersten Klemmabschnitt 36.1 eingespannten
Buchblock 2 mit relativ langsamer Geschwindigkeit vorgezogen, wobei ein jeweils nachfolgender
Klemmabschnitt 36.2...3 in der Förderbewegung des Klemmwagens 34.1...4 geschlossen
wird, sobald er sich dem Blockrücken 2 a angenähert hat. Nachdem alle Klemmabschnitte
36.1..3 geschlossen sind, kann der Klemmwagen 31.1...4 in stark beschleunigter Bewegung
zu den Blockklammern 3 bewegt werden, wobei der Buchblock 2 von unten in die geöffnete
Blockklammer 3 eingeführt wird. In einer Gleichlaufphase im Übergabebereich 22 mit
der mit konstanter Geschwindigkeit laufenden Blockklammer 3 wird zunächst die Blockklammer
3 geschlossen und anschließend die Klemmleisten 33.1, 33.2 gesamthaft über alle Klemmabschnitte
36.1...3 mittels der Öffnungseinrichtung 40 geöffnet. Die Buchblocks 2 werden also
nach der Übernahme aus der Rütteleinrichtung 5 nicht mehr losgelassen bis sie fest
in den Blockklammern 3 eingespannt sind, sogenannte positive Übergabe.
[0030] Um die vier hintereinander umlaufenden Klemmwagen 31.1...4 jeweils wie oben dargelegt
antreiben zu können und um außerdem noch eine lageabhängige Positionierung des Buchblocks
2 in der Blockklammer 3 zu ermöglichen, sind jeweils aufeinander folgende Klemmwagen
31.1 und 31.2 bzw. 31.2 und 31.3 usw. an unabhängig voneinander angetriebenen Förderketten
38.1, 38.2 gekoppelt. Klemmwagen 31.1 und 31.3 an Förderkette 38.1 und Klemmwagen
31.2 und 31.4 an Förderkette 38.2.
[0031] In Fig. 1 ist eine Weiterbildung der Erfindung durch gestrichelte Linien 15 angedeutet,
bei der das Taschenfördersystem 13 bis in die Ausfuhr 16 des Klebebinders verlängert
ist. Im Klebebinder klebegebundene Broschüren 17 oder Buchblocks können in die Aufnahmetaschen
14 abgegeben werden und zur Trocknung darin verweilen und ggf. bis zur Handanlage
24 der Buchblocks 2 transportiert werden, sodass eine Arbeitskraft sowohl das Anlegen
von Buchblocks 2 als auch die Abnahme gebundener Broschüren 17 erledigen kann.
1. Vorrichtung zum Zuführen von als Blattstapel (2) aus Falzbogen und/oder Einzelblättern gebildeten
Buchblocks (2) zu einer Buchbindemaschine,
● aufweisend eine kontinuierlich angetriebene Buchblockfördereinrichtung mit die Buchblocks
(2) seitlich einspannenden Klemmelementen (3), wobei der Blockrücken (2 a) nach unten
aus den Klemmelementen (3) vorsteht,
● mit einer Rütteleinrichtung (5) zum Ausrichten der Blattstapel (2),
● mit einer Fördereinrichtung (30) zur synchronen Übergabe der Blattstapel (2) an
die Buchblockfördereinrichtung,
dadurch gekennzeichnet,
● dass die Fördereinrichtung (30) wenigstens einen in der Rütteleinrichtung (5) ausgerichtete,
auf dem Blockrücken (2 a) stehende Blattstapel (2) seitlich am Blockrücken (2 a) mittels
Klemmleisten (33.1, 33.2) erfassenden und den Blockrücken (2 a) auf Tragplatten (32)
stützenden, aus einer geneigten Bereitstellungsposition (21) übernehmenden und horizontal
an die Buchblockfördereinrichtung übergebenden Klemmwagen (31.1...4) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rütteleinrichtung (5) gegen die Horizontale geneigte, zueinander rechtwinklige
Rüttelplatten (6.1, 6.2) aufweist, auf denen die Blattstapel (2) auf ihren Blattkanten
(2 a, 2 b) stehend ausgerichtet werden und dass die ausgerichteten Blattstapel (2)
durch querverschiebbare Führungsplatten (10) in die Bereitstellungsposition (21) verbringbar
sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bereitstellungsposition (21) starre Tragplatten (8) aufweist, die sich mit ineinander
greifenden Zungen (8 a) und/oder über schräg verlaufende Trennstellen (9) an die Rüttelplatten
(6.1, 6.2) anschließen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass zur Übernahme der Blattstapel (2) ein vorderer Abschnitt der Blattstapel (2) von
den Tragplatten (8) in der Bereitstellungsposition (21) freigelassen ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmleisten (33.1, 33.2) des wenigstens einen Klemmwagens (31.1...4) in ihrer
Öffnungsweite nach der jeweiligen Blockdicke (D) des zu übernehmenden Blattstapels
(2) voreinstellbar sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Klemmwagen (31.1...4) intermittierend angetrieben ist, mit einer
Stillstandsphase zur Übernahme in der Bereitstellungsposition (21) ruhender Blattstapel
(2) und einer Gleichlaufphase mit der Buchblockfördereinrichtung bei der Übergabe
(22).
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch ein umlaufendes Fördersystem (30) mehrerer hintereinander angeordneter Klemmwagen
(31.1...4).
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmwagen (31.1...4) abwechselnd an wenigstens zwei separat angetriebenen Fördermitteln
(38.1, 38.2) gekoppelt sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 oder 8, gekennzeichnet durch einen in Förderrichtung (F2) mehrgliedrigen Klemmwagen (31.1...4) und nacheinander öffne-und/oder schließbar
mehrteiligen Klemmleisten (33.1, 33.2).
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Abschnitt (36.1) der mehrteiligen Klemmleisten (33.1, 33.2) im Stillstand
des wenigstens einen Klemmwagens (31.1...4) zur Übernahme eines Blattstapels (2) schließbar
ist und nachfolgende Abschnitte (36.1, 36.2) jeweils nach entsprechend zurückgelegtem
Förderweg in der Bewegung des Klemmwagens (31.1...4) geschlossen werden.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, gekennzeichnet durch die gleichzeitige Öffnung aller Abschnitte (36.1...3) der mehrteiligen Klemmleisten
(33.1, 33.2) bei Übergabe an die Buchblockfördereinrichtung.