[0001] Die Erfindung betrifft ein Kommissionierflurförderzeug mit einem anhebbaren und absenkbaren
Fahrerstand und mindestens einer Absperrvorrichtung, die im seitlichen Randbereich
des im Fahrerstand ausgebildeten Fahrerarbeitsplatzes zwischen einer offenen, im Wesentlichen
vertikalen Stellung und einer geschlossenen, im Wesentlichen horizontalen Stellung
verschwenkbar angeordnet ist.
[0002] Kommissionierflurförderzeuge, beispielsweise Kommissionierstapler oder Hochregalkommissionierer
bzw. Vertikalkommissionierer, weisen einen beispielsweise als Fahrkorb für die Bedienperson
ausgebildeten, anhebbaren und absenkbaren Fahrerstand auf. An dem Fahrerstand ist
hierbei ein Lastaufnahmemittel angeordnet, das beispielsweise von einer in Fahrzeuglängsrichtung
angeordneten Lastgabel oder einer Schwenkschubgabel bzw. einer in Fahrzeugquerrichtung
angeordneten Teleskopgabel ausgeführt sein kann. Derartige Kommissionierflurförderzeuge
werden in Regalanlagen für einen Kommissionierbetrieb und Kommissionierarbeiten von
Waren aus höheren Regalebenen eingesetzt.
[0003] Bei Kommissionierflurförderzeugen mit einem anhebbaren bzw. absenkbaren Fahrerstand
ist am Fahrerstand eine seitliche Absperrvorrichtung erforderlich, falls der Fahrerstand
über eine bestimmte Hubhöhe anhebbar ist. Die Absperrvorrichtung ist hierbei von mehreren
Seitenschranken gebildet, die zwischen einer geschlossen Stellung und einer offen
Stellung verschwenkbar sind, in der Regel manuell von Hand. Die Seitenschranken sind
hierbei am seitlichen Rand des Fahrerstandes angeordnet. In der Regel ist eine untere
Seitenschranke im Fußbereich, eine mittlere Seitenschranke auf Beinhöhe und eine obere
Seitenschränke auf Hüfthöhe bzw. Bauchhöhe der Bedienperson angeordnet.
[0004] Das Kommissionierflurförderzeug bewegt sich im Kommissionierbetrieb längs einer Regalzeile
in einer entsprechenden Regalgasse, wobei ein seitlicher Sicherheitsabstand zwischen
dem Kommissionierflurförderzeug und dem Regal einzuhalten ist. Im Kommissionierbetrieb
greift hierbei die auf dem Fahrerstand befindliche Bedienperson über die obere Seitenschranke
seitlich in Richtung des Regals, um Ware aus dem Regal aufzunehmen und auf dem Lastaufnahmemittel
abzulegen.
[0005] Aufgrund des seitlichen Sicherheitsabstandes zwischen dem Kommissionierflurförderzeug
und dem Regel ist durch die obere Seitenschranke der Absperrvorrichtung die Reichweite
der Bedienperson in Richtung des Regals beschränkt, so dass sich die Bedienperson
mit dem Oberkörper über die obere Seitenschranke beugt und den Körper in das Regal
überstreckt, um weiter in das Regal in seitlicher Richtung hineingreifen zu können
und eine größere Reichweite in das Regal zu erzielen. Dadurch ergibt sich jedoch eine
ungünstige Ergonomie für die Bedienperson.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Kommissionierflurförderzeug
der eingangs genannten Gattung zur Verfügung zu stellen, das einen ergonomischen Betrieb
beim Kommissionieren von Waren bei einer hohen Betriebssicherheit aufweist.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Absperrvorrichtung eine
obere Seitenschranke, eine mittlere Seitenschranke und eine untere Seitenschranke
umfasst, wobei die obere Seitenschranke und die mittlere Seitenschranke an einem Trägerbauteil
zwischen der offen und der geschlossenen Stellung verschwenkbar angeordnet ist, wobei
das Trägerbauteil um eine in Fahrzeugslängsrichtung verlaufende horizontale Schwenkachse
in seitlicher Richtung des Kommissionierflurförderzeugs begrenzt nach Außen zwischen
einer Absperrstellung und einer Kommissionierstellung klappbar ist, und wobei die
untere Seitenschranke an dem Fahrerstand zwischen der geschlossenen Stellung und der
offenen Stellung verschwenkbar angeordnet ist. Erfindungsgemäß weist somit die seitliche
Absperrvorrichtung, die aus den Seitenschranken als Baugruppe besteht, einen zweigeteilten
Aufbau auf, wobei die obere und die mittlere Seitenschranke an einem ausklappbaren
Trägerbauteil angeordnet sind, das an dem Fahrerstand nach Außen begrenzt klappbar
angeordnet ist, und die untere Seitenschranke direkt an dem Fahrerstand angeordnet
ist. Mit einem erfindungsgemäßen Trägerbauteil, das eine begrenzte Ausklappbarkeit
zwischen einer eingeklappten, inneren Absperrstellung und einer ausgeklappten, äußeren
Kommissionierstellung aufweist und mit der oberen sowie der mittleren Seitenschranke
versehen ist, kann die Reichweite der Bedienperson in Richtung des Regals durch das
Ausklappen des oberen Teils der Schrankenbaugruppe auf ergonomische Weise erhöht werden.
Die erfindungsgemäße Absperrvorrichtung besteht somit aus einer Schrankenbaugruppe,
die von einer oberen, einer mittleren sowie einer unteren Seitenschranke gebildet
ist, wobei die aus den drei Seitenschranken bestehende Schrankenbaugruppe durch das
Trägerbauteil in vertikaler Richtung geteilt ist und in der Teilung der Schrankenbaugruppe
die Schwenkachse zum Ausklappen des mit der oberen und der mittleren Seitenschranke
bestehenden Trägerbauteils angeordnet ist. Durch die Anordnung einer oberen, auf Bauch-
bzw. Hüfthöhe einer Bedienperson angeordneten Seitenschranke und einer mittleren,
auf Beinhöhe einer Bedienperson angeordneten Seitenschranke an dem nach Außen ausklappbaren
Trägerbauteil kann ein ergonomischer Kommissionierbetrieb erzielt werden, bei dem
die Bedienperson durch Anlehnen an die Seitenschranke das Trägerbauteil nach Außen
ausklappt, um die Reichweite in das Regal zu erhöhen. Mit der erfindungsgemäßen Teilung
der aus den drei Seitenschranken bestehenden Schrankenbaugruppe bleibt die untere
Seitenschranke beim Ausklappen des Tragerbauteil in einer feststehenden Position an
dem Fahrerstand, wodurch die Standsicherheit der Bedienperson und somit die Betriebssicherheit
im Kommissionierbetrieb bei nach Außen ausgeklapptem Trägerbauteil erhöht wird. Zudem
führt die geteilte Ausführung der Schrankenbaugruppe, wobei die Schwenkachse des Trägerbauteils
zwischen der mittleren und der unteren Seitenschranke angeordnet ist, zu einer günstigen
Ergonomie beim Ausklappen des Trägerbauteils und einem ergonomisch günstigen Kommissionierbetrieb
für die Bedienperson. Bei dem erfindungsgemäßen Kommissionierflurförderzeug wird somit
ein ergonomisch günstiger Kommissionierbetrieb mit einer großen Reichweite in das
Regal bei einem sicheren Kommissionierbetrieb und somit mit hoher Betriebssicherheit
ermöglicht.
[0008] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist eine Verriegelungseinrichtung
zur Verriegelung des Trägerbauteils in der Absperrstellung vorgesehen. Mit einer Verriegelungseinrichtung
kann eine Verriegelung des Trägerbauteils und somit der Seitenschranke in der eingeklappten
Absperrstellung erzielt werden, wodurch eine Sicherung der Klappfunktion des mit der
oberen und der mittleren Seitenschranke versehenen Trägerbauteils in der eingeklappten
Absperrstellung erzielt werden kann. Mit der von der Verriegelungseinrichtung erzielten
Sicherung kann somit auf wirkungsvolle und einfache Weise verhindert werden, dass
das Trägerbauteil mit der Seitenschranke im Fahrbetrieb des Kommissionierflurförderzeugs
oder während eines Heben- bzw. Senkenbetriebs des Fahrerstandes nach Außen in die
Kommissionierstellung ausgeklappt werden kann.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltungsform der Erfindung ist das Trägerbauteil mittels
eines Schwenkgelenks, insbesondere eines Scharniergelenks, klappbar an dem Fahrerstand
angeordnet, wobei das Schwenkgelenk mit einer integrierten Federeinrichtung versehen
ist, die das Trägerbauteil in die Absperrstellung beaufschlagt. Mit einem Schwenkgelenk,
bevorzugt einem Scharniergelenk, kann das mit der oberen und der mittleren Seitenschranke
versehene Trägerbauteil mit geringem Bauaufwand begrenzt nach Außen klappbar an dem
Fahrerstand angeordnet werden. Mit einer in das Schwenkgelenk integrierten Federeinrichtung,
die das Trägerbauteil nach Innen in die Absperrstellung beaufschlagt, wird auf einfache
Weise erzielt, dass das Trägerbauteil bei geöffneter Verriegelungseinrichtung in ergonomischer
und schneller Weise von der Bedienperson entgegen der Kraft der Feder nach außen in
die Kommissionierstellung ausgeklappt werden kann. Hierdurch wird eine besonders ergonomische
Klappbewegung der Seitenschranke in die äußere Kommissionierstellung ermöglicht, da
die Klappbewegung des Trägerbauteil und somit das Ausklappen der Seitenschranke nach
Außen in die Kommissionierstellung durch einfaches Anlehnen der Bedienperson, beispielsweise
mit dem Oberkörper, ausgelöst werden kann. Das Trägerbauteil kann somit bei Bedarf
in komfortabler Weise von der Bedienperson mit dem Körper nach Außen in die Kommissionierstellung
bewegt und ausgeklappt werden, so dass die Bedienperson beide Hände zum Greifen der
Hände aus dem Regal frei hat und nutzen kann. Hierdurch wird der Kommissionierbetrieb
hinsichtlich der Ergonomie weiter verbessert und eine hohe Kommissionierleistung ermöglicht.
Beim Zurücklehnen der Bedienperson wird das Trägerbauteil von der Federeinrichtung
federunterstützt nach Innen in die Absperrstellung eingeklappt.
[0010] Das Öffnen und Schließen der aus den drei Seitenschranken bestehenden Absperrvorrichtung
kann in ergonomischer Weise durch Betätigen einer Seitenschranke erfolgen, wenn gemäß
einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung die obere Seitenschranke und die mittlere
Seitenschranke mittels einer Koppelstange zur gemeinsamen Verschwenkung zwischen der
geschlossenen Stellung und der offenen Stellung gekoppelt sind. Durch die zwischen
der geschlossenen und der offenen Stellung verschwenkbare Anordnung der oberen und
der mittleren Seitenschranke an dem ausklappbaren Trägerbauteil kann ein gemeinsames
Öffnen und Schließen der oberen und der mittleren Seitenschranke auf einfache Weise
erzielt werden.
[0011] Gemäß einer zweckmäßigen Ausführung der Erfindung ist die mittlere Seitenschranke
und die untere Seitenschranke mittels der Koppelstange zur gemeinsamen Verschwenkung
zwischen der geschlossenen Stellung und der offenen Stellung gekoppelt sind, wobei
in der Koppelstange ein mit dem Scharniergelenk des Trägerbauteils fluchtendes weiteres
Schwenkgelenk, insbesondere ein Scharniergelenk, angeordnet ist. Durch die mit einem
weiteren Schwenkgelenk versehene Koppelstange kann somit ebenfalls die untere, am
Fahrerstand schwenkbar angeordnete Seitenschranke auf einfache Weise zwischen der
geschlossenen Stellung und der offenen Stellung durch die Koppelstange mitverschwenkt
werden, wobei das weitere Schwenkgelenk ein Aus- bzw. Einklappen des mit der oberen
und der mittleren Seitenschranke versehenen Trägerbauteils zwischen der inneren, eingeklappten
Absperrstellung und der äußeren, ausgeklappten Kommissionierstellung ermöglicht. Das
Öffnen und Schließen der aus den drei Seitenschranken bestehenden Absperrvorrichtung
kann somit in ergonomischer Weise durch Betätigen einer Seitenschranke erfolgen.
[0012] Mit besonderem Vorteil ist die Federeinrichtung von einer Federplatte oder einer
Torsionsfeder gebildet. Eine mit dem Trägerbauteil in Wirkverbindung stehende Federplatte
bzw. eine Torsionsfeder kann mit geringem Bauaufwand in das Schwenkgelenk bzw. das
Scharniergelenk integriert werden.
[0013] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Verriegelungseinrichtung
als mechanische Verriegelungseinrichtung ausgebildet. Mit einer mechanischen Verriegelungseinrichtung
kann auf einfache Weise eine Sicherung der Klappfunktion des mit der Seitenschranke
versehenen Trägerbauteils erzielt werden, um im Fahrbetrieb des Kommissionierflurförderzeugs
und/oder im Heben- bzw. Senkenbetrieb des Fahrerstandes ein Ausklappen des Trägerbauteils
mit der Seitenschranke in die Kommissionierstellung zu verhindern.
[0014] Hinsichtlich eines einfachen Aufbaus der mechanischen Verriegelungseinrichtung ergeben
sich Vorteile, wenn gemäß einer zweckmäßigen Ausgestaltungsform der Erfindung die
mechanische Verriegelungseinrichtung einen an dem Trägerbauteil schwenkbar angeordneten
Riegel aufweist, der mit einer Verriegelungsausnehmung an dem Fahrerstand zusammenwirkt.
Mit einem an dem ausklappbaren Trägerbauteil angeordneten schwenkbaren Riegel, der
in eine Verriegelungsausnehmung an dem Fahrerstand einrastet, kann eine mechanische
Verriegelungseinrichtung zur Verriegelung des Trägerbauteils in der eingeklappten
Absperrstellung mit geringem Bauaufwand erzielt werden.
[0015] Mit besonderem Vorteil ist die mechanische Verriegelungseinrichtung mittels einer
Betätigungseinrichtung zwischen einer Lösestellung und einer Verriegelungsstellung
betätigbar ist. Mit einer Betätigungseinrichtung kann auf einfache Weise bei Stillstand
des Kommissionierflurförderzeugs eine Entriegelung der mechanischen Verriegelungseinrichtung
in die Lösestellung erfolgen, um ein Ausklappen des Trägerbauteils in die Kommissionierstellung
zu ermöglichen. Die Betätigungseinrichtung steht hierbei zweckmäßigerweise mit dem
Riegel in Wirkverbindung, wodurch eine Entriegelung der mechanischen Verriegelungseinrichtung
auf einfache Weise erfolgen kann.
[0016] Die Betätigungseinrichtung zur Betätigung des Riegels von einer Verriegelungsstellung
in eine Lösestellung und somit zur Entriegelung der mechanischen Verriegelungseinrichtung
kann durch eine manuelle Betätigung durch die Bedienperson erfolgen, beispielsweise
einen Seilzug und eine Fußbetätigung.
[0017] Mit besonderem Vorteil ist die Betätigungseinrichtung von einer elektrischen Betätigungseinrichtung,
insbesondere einem Hubmagnet, gebildet. Mit einer beispielsweise als Hubmagnet ausgebildeten
elektrischen Betätigungseinrichtung kann der Riegel auf einfache Weise zur Entriegelung
der mechanischen Verriegelungseinrichtung betätigt werden.
[0018] Die elektrische Betätigungseinrichtung kann mittels einer von der Bedienperson betätigbaren
Bedieneinrichtung betätigt werden. Durch eine als Schalter, beispielsweise einen Fußschalter,
oder als Taster ausgebildete Bedieneinrichtung kann von der Bedienperson auf einfache
Weise die mechanische Verriegelungseinrichtung in die Lösestellung entriegelt werden,
um das Trägerbauteil für einen Kommissionierbetrieb nach Außen klappen zu können.
[0019] Besondere Vorteile sind erzielbar, wenn gemäß einer zweckmäßigen Weiterbildung der
Erfindung die elektrische Betätigungseinrichtung mit einer elektronischen Steuereinrichtung
in Verbindung steht, wobei die elektronische Steuereinrichtung derart ausgebildet
ist, dass nur im Stillstand des Kommissionierflurförderzeugs eine Betätigung der Verriegelungseinrichtung
in die Lösestellung erfolgen kann. Mit einer derartigen elektronischen Steuereinrichtung
kann auf einfache Weise eine Entriegelung der mechanischen Verriegelungseinrichtung
in die Lösestellung zum Ausklappen des Trägerbauteils in die Kommissionierstellung
nur beim Stillstand des Kommissionierflurförderzeugs zugelassen werden, so dass eine
hohe Betriebssicherheit erzielt wird.
[0020] Hinsichtlich einer hohen Betriebssicherheit ergeben sich weitere Vorteile, wenn die
elektrische Betätigungseinrichtung mit einer elektronischen Steuereinrichtung in Verbindung
steht, wobei die elektronische Steuereinrichtung derart ausgebildet ist, dass im Fahrbetrieb
des Kommissionierflurförderzeug und/oder im Heben- bzw. Senkenbetrieb des Fahrerstandes
eine Betätigung der Verriegelungseinrichtung in die Lösestellung blockiert ist. Im
Fahrbetrieb des Kommissionierflurförderzeugs und/oder im Hub- bzw. Senkbetrieb des
Fahrerstandes kann somit ein Ausklappen des Trägerbauteils in die Kommissionierstellung
auf einfache Weise verhindert werden.
[0021] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist eine Überwachungseinrichtung
zur Erfassung der Verriegelungsstellung und/oder der Lösestellung der Verriegelungseinrichtung
vorgesehen. Mit einer derartigen Überwachungseinrichtung kann auf einfache Weise eine
Sicherheitsüberwachung der mechanischen Verriegelungseinrichtung erzielt werden.
[0022] Die Überwachungseinrichtung weist zweckmäßigerweise einen die Lösestellung und/oder
die Verriegelungsstellung des Riegels erfassende Sensoreinrichtung, insbesondere eine
berührungslose Sensoreinrichtung, auf. Mit einer berührungslosen Sensoreinrichtung
kann auf einfache Weise die Position des Riegels überwacht werden, um eine Sicherheitsüberwachung
der mechanischen Verriegelungseinrichtung zu erzielen.
[0023] Mit besonderem Vorteil ist die elektrische Betätigungseinrichtung an dem Trägerbauteil
und die Sensoreinrichtung an dem Fahrerstand angeordnet. Mit der Sensoreinrichtung
kann somit bei in die Kommissionierstellung, nach Außen ausgeklappten Trägerbauteil,
weiterhin eine Überwachung der Stellung des Trägerbauteils erfolgen, um in der Kommissionierstellung
Fahrfunktionen und/oder Hubfunktionen des Kommissionierflurförderzeugs zu begrenzen
bzw. zu blockieren.
[0024] Hinsichtlich einer hohen Betriebssicherheit ergeben sich besondere Vorteile, wenn
gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung bei einer von der Sensoreinrichtung
erfassten Lösestellung der Verriegelungseinrichtung ein Fahrbetrieb des Kommissionierflurförderzeugs
und/oder ein Heben- Senkenbetrieb des Fahrerstands blockiert bzw. eingeschränkt ist
und bei einer von der Sensoreinrichtung erfassten Verriegelungsstellung der Verriegelungseinrichtung
ein Fahrbetrieb des Kommissionierflurförderzeugs und/oder ein Heben- Senkenbetrieb
des Fahrerstands freigegeben ist. Mit einer derartigen Überwachungseinrichtung, die
in der elektronischen Steuereinrichtung des Kommissionierflurförderzeugs ausgebildet
werden kann oder mit der elektronischen Steuereinrichtung des Kommissionierflurförderzeugs
in Verbindung steht, kann bei in der Lösestellung befindlicher Verriegelungseinrichtung
und/oder bei in der Kommissionierstellung und somit in Richtung des Regals nach Außen
ausgeklapptem Trägerbauteil, wobei der Sicherheitsabstand zwischen dem Kommissionierflurförderzeug
und dem Regal verringert ist, durch die Sperrung der Hubfunktion und der Fahrfunktion
eine Bewegung des Fahrerstandes verhindert werden. Hierdurch wird eine hohe Betriebssicherheit
im Kommissionierbetrieb bei in der Kommissionierstellung befindlicher Seitenschranke
erzielt.
[0025] Sofern gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung mittels einer weiteren
Überwachungseinrichtung die Verschwenkung der Seitenschranken erfassbar ist, kann
auf einfache Weise die offene bzw. geschlossene Stellung der Seitenschranken überwacht
werden, um Fahr- bzw. Hubfunktionen des Kommissionierflurförderzeugs bei entsprechender
Stellung der oberen Seitenschranke zu sperren oder einzuschränken bzw. freizugeben.
Die aus den Seitenschranken gebildete Absperrvorrichtung soll nur bei Stillstand des
Kommissionierflurförderzeugs durch Verschwenken der Seitenschranke in die offene Stellung
geöffnet werden können. Mit einer weiteren elektronischen Überwachungseinrichtung
kann das Öffnen der Absperrvorrichtung und somit das Verschwenken der Seitenschranken
auf einfache Weise überwacht werden.
[0026] Die weitere Überwachungseinrichtung weist zweckmäßigerweise eine die geschlossene
Stellung und/oder die offene Stellung der Seitenschranken erfassende Sensoreinrichtung,
insbesondere eine berührungslose Sensoreinrichtung, auf. Mit einer berührungslosen
Sensoreinrichtung kann die Stellung der Seitenschranke auf einfache Weise erfasst
und somit das Öffnen der Absperrvorrichtung bei Stillstand des Kommissionierflurförderzeugs
überwacht werden.
[0027] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand der in den schematischen
Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Hierbei zeigt
- Figur 1
- ein erfindungsgemäßes Kommissionierflurförderzeug in einer Seitenansicht,
- Figur 2
- einen Fahrerstand des Kommissionierflurförderzeugs der Figur 1 mit geschlossener und
in der Absperrstellung befindlicher Absperrvorrichtung,
- Figur 3
- den Fahrerstand der Figur 2 mit geöffneter und in der Absperrstellung befindlicher
Absperrvorrichtung,
- Figur 4
- den Fahrerstand der Figur 2 mit in der Kommissionierstellung befindlicher Absperrvorrichtung,
- Figur 5
- einen Ausschnitt des Fahrerstands mit einer konstruktiven Ausführungsform der Absperrvorrichtung
und
- Figur 6
- einen Ausschnitt der Figur 5.
[0028] In der Figur 1 ist ein erfindungsgemäßes, beispielsweise als Hochregalflurförderzeug
ausgebildetes Kommissionierflurförderzeug 1 in einer Seitenansicht als Beispiels eines
Kommissionierflurförderzeugs 1 dargestellt. Das Kommissionierflurförderzeug 1 weist
einen Rahmen 2 auf, in dem ein Batteriefach zur Aufnahme einer beispielsweise als
Antriebsbatterie ausgebildeten Energieversorgungseinheit 3 ausgebildet ist. Das Kommissionierflurförderzeug
1 weist ein von einem Hubgerüst gebildetes Hubwerk 4 auf, an dem ein als Fahrkorb
bzw. Fahrerkabine ausgebildeter Fahrerstand 5, der einen Fahrerarbeitplatz F für eine
Bedienperson bildet, mittels eines nicht näher dargestellten Hubantriebs auf- und
abbewegbar angeordnet ist. An dem Fahrerstand 5 ist bei dem dargestellten Kommissionierflurförderzeug
1 ein Lastaufnahmemittel 6 befestigt, das beispielsweise als Schwenkschubgabel ausgebildet
ist, die an einen am Fahrerstand angeordneten Hubmast 7 anhebbar und absenkbar angeordnet
ist. Alternativ kann das Lastaufnahmemittel von einer in Fahrzeugquerrichtung verschiebbar
angeordneten Teleskopgabel gebildet werden, die an dem Fahrerstand 5 angeordnet ist.
In dem Fahrerstand 5 sind die für die Bedienung des Flurförderzeugs erforderlichen
Steuer- und Bedienelemente angeordnet, beispielsweise in Form eines Bedienpultes B.
[0029] Das Kommissionierflurförderzeug 1 stützt sich mittels Laufrädern 8, die an einem
lastteilseitigen Ende des Rahmens 2 angeordnet ist, und einem lenkbaren Antriebsrad
9, das an einem antriebsteilseitigen Ende des Rahmens 2 angeordnet ist, auf einer
Fahrbahn ab. Im antriebsteilseitigen Ende des Rahmens 2 ist weiterhin ein nicht näher
dargestelltes elektrisches Antriebssystem angeordnet, das einen elektrischen Fahrmotor
und einen Lenkantrieb, beispielsweise einen elektrischen Lenkmotor, für das lenkbare
Antriebsrad 9 sowie ein elektrisch betriebenes Hydraulikpumpenaggregat umfasst, das
zur Versorgung der Arbeitshydraulik vorgesehen ist, die von dem Hubantrieb des Hubwerkes
4 sowie einem Hubantrieb des Hubmastes 7 sowie Antrieben für die im dargestellten
Ausführungsbeispiel vorgesehene Schwenkschubgabel als Lastaufnahmemittel 6 gebildet
sind.
[0030] Der den Fahrerarbeitsplatz F definierende Fahrerstand 5 ist - wie aus den Figuren
2 und 3 ersichtlich ist - von einer Fahrerstandplattform 10, einer dem Hubwerk 4 zugewandten
Rückwand 11, an der ein Fahrerschutzdach 12 angeordnet ist, und einer dem Lastaufnahmemittel
6 zugewandten Brüstungswand 13 gebildet. Zur seitlichen Begrenzung des Fahrerstandes
5 ist an der in der Figuren 2 und 3 linken Seite des Fahrerstandes 5 eine Seitenbegrenzung
14 angeordnet, die beispielsweise von mehreren strebenartigen Seitenschranken ausgebildet
werden kann. An der in den Figuren 2, 3 rechten Seite ist als Seitenbegrenzung des
Fahrerstandes 5 eine erfindungsgemäße Absperrvorrichtung 15 angeordnet, die von mehreren
strebenartigen Seitenschranken 16, 17, 18 gebildet ist.
[0031] Die Seitenschranke 16 ist als untere Seitenschranke ausgebildet, die im Fußbereich
des Fahrerarbeitsplatzes F angeordnet ist. Die Seitenschranke 17 bildet eine mittlere,
im Knie- bzw. Beinbereich des Fahrerarbeitsplatzes F angeordnete Seitenschranke. Die
Seitenschranke 18 ist als obere Seitenschranke ausgebildet, die im Hüftbereich bzw.
Bauchbereich des Fahrerarbeitsplatzes F angeordnet ist.
[0032] Die Seitenschranken 16-18 sind um jeweils eine im Wesentlichen horizontale, in Fahrzeugquerrichtung
angeordnete Schwenkachse S1 - S3 zwischen einer in der Figur 2 dargestellten geschlossenen
Stellung, in der die Seitenschranken 16-18 im Wesentlichen horizontal angeordnet sind
und den Fahrerarbeitsplatz F seitlich verschließen, und einer in der Figur 3 dargestellten
offenen Stellung verschwenkbar, in der die Seitenschranken 16-18 im Wesentlichen vertikal
angeordnet sind, um ein Ein- und Aussteigen der Bedienperson zu erzielen. Die Schwenkachsen
S1, S2, S3 der Seitenschranken 16-18 sind an dem antriebsteilseitigen und dem Hubwerk
4 zugewandten Rückseite des Fahrerstandes 5 angeordnet. Die Schwenkbarkeit und Verschwenkung
der Seitenschranken 16-18 zwischen der geschlossenen und der offenen Stellung ist
in der Figur 2 anhand des Pfeiles S verdeutlicht.
[0033] Erfindungsgemäß ist die aus den drei Seitenschranken 16-18 bestehende Schrankenbaugruppe
und Absperrvorrichtung 15 zweigeteilt ausgeführt, wobei die obere Seitenschranke 18
und die mittlere Seitenschranke 17 an einem Trägerbauteil 20 um die Schwenkachsen
S3 bzw. S2 schwenkbar angeordnet sind. Das Trägerbauteil 20 ist um eine in Fahrzeugslängsrichtung
verlaufende horizontale Schwenkachse 21 in seitlicher Richtung des Kommissionierflurförderzeugs
1 begrenzt nach Außen zwischen einer Inneren, eingeklappten Absperrstellung A, die
in der Figur 2 dargestellt ist, und einer Äußeren, ausgeklappten Kommissionierstellung
K, die in der Figur 4 dargestellt ist, klappbar. Die untere Seitenschranke 16 ist
an einer Rückwand 11 des Fahrerstands 5 um die Schwenkachse S1 schwenkbar angeordnet.
Die Klappbewegung des Trägerbauteils 20 und somit die Klappbewegung der oberen Seitenschranke
18 sowie der mittleren Seitenschranke 17 ist in der Figur 4 mit dem Pfeil L verdeutlicht.
Der durch die Klappbewegung L des Trägerbauteils 20 erzielbare Ausklappweg der oberen
Seitenschranke 18 beträgt im Bereich von 100-150mm, bevorzugt 110mm, nach außen.
[0034] Das ausklappbare Trägerbauteil 20 ist - wie in der Figur 5 näher dargestellt ist
- mittels eines als Scharniergelenk ausgebildeten Schwenkgelenks 22 klappbar an dem
Fahrerstand 5 angeordnet, das die Teilung der Schrankenbaugruppe definiert. Das als
Scharniergelenk ausgebildete Schwenkgelenk 22 ist mit einer integrierten Federeinrichtung
23 versehen, die das Trägerbauteil 20 in die innere Absperrstellung A beaufschlagt
und bevorzugt von einer Federplatte gebildet ist. Das Schwenkgelenk 22 ist in vertikaler
Richtung unterhalb der mittleren Seitenschranke 17 angeordnet.
[0035] Zur gemeinsamen Betätigung der drei Seitenschranken 16-18 zwischen der geschlossen
Stellung und der offenen Stellung sind die Seitenschranken 16-18 mittels einer Koppelstange
25 miteinander verbunden, die in der Figur 5 näher dargestellt ist. In der Koppelstange
25 ist in vertikaler Richtung zwischen der mittleren Seitenschranke 17 und der unteren
Seitenschranke 16 ein mit dem Schwenkgelenk 22 des Trägerbauteils 20 fluchtendes weiteres
Schwenkgelenk 26, bevorzugt ein Scharniergelenk, angeordnet ist, so dass die Koppelstange
25 und das Trägerbauteil 20 in der geschlossenen Stellung der Seitenschranken 16-18
eine gemeinsame Schwenkachse 21 aufweisen.
[0036] Zur Verriegelung des Trägerbauteils 20 in der inneren, eingeklappten Absperrstellung
A ist eine Verriegelungseinrichtung 30 vorgesehen, die als mechanische Verriegelungseinrichtung
ausgebildet ist.
[0037] Die mechanische Verriegelungseinrichtung 30 ist - wie aus den Figuren 5 und 6 näher
ersichtlich ist - von einem an dem Trägerbauteil 20 um eine in Fahrzeugquerrichtung
verlaufende Schwenkachse 31 schwenkbar angeordneten Riegel 32 gebildet, der mit einer
nut- bzw. schlitzförmigen Verriegelungsausnehmung 33 an der Rückwand 11 des Fahrerstands
5 zusammenwirkt. An der Außenseite der Rückwand 11 ist im Bereich der Verriegelungsausnehmung
33 eine Betätigungsschräge 39 ausgebildet, die beim Einklappen des Trägerbauteils
20 mit dem Riegel 32 zusammenwirkt.
[0038] Die mechanische Verriegelungseinrichtung 30 ist mittels einer als elektrische Betätigungseinrichtung
36 ausgebildeten Betätigungseinrichtung 35 zwischen einer Lösestellung und einer Verriegelungsstellung
betätigbar. Die elektrische Betätigungseinrichtung 36 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel
von einem Hubmagnet, gebildet, der an dem Trägerbauteil 20 befestigt ist und dessen
linearverschiebbarer Betätigungsstößel 37 den Riegel 32 betätigt.
[0039] Zur Betätigung des von dem Hubmagneten gebildeten elektrischen Betätigungseinrichtung
36 kann an der Fahrerstandplattform 10 eine von einer Bedienperson betätigbare Bedieneinrichtung
38, beispielsweise ein Fußschalter, angeordnet werden, um im Stillstand des Kommissionierflurförderzeugs
1 durch Betätigung der Bedieneinrichtung 38 eine Ansteuerung der Betätigungseinrichtung
35 zum Lösen der Verriegelungsvorrichtung 30 zu erzielen.
[0040] Zur Erfassung der Verriegelungsstellung und/oder der Lösestellung der Verriegelungseinrichtung
30 ist eine Überwachungseinrichtung 40 vorgesehen ist, die einen die Lösestellung
und/oder die Verriegelungsstellung des Riegels 32 erfassende Sensoreinrichtung 41,
insbesondere eine berührungslose Sensoreinrichtung, aufweist.
[0041] Die Sensoreinrichtung 41 ist an der Rückwand 11 des Fahrerstands 5 angeordnet. Im
dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Sensoreinrichtung 41 in vertikaler Richtung
unterhalb des Hubmagneten angeordnet. Zur Erfassung der Stellung des Riegels 32 ist
an dem Riegel 32 ein Übertragungsbauteil 42 angeordnet, das sich nach vertikal unten
erstreckt und im unteren Bereich mit einem Erfassungsmittel 43, beispielsweise einem
Magneten, versehen ist, das zur Erfassung der Stellung des Riegels 32 durch die Sensoreinrichtung
41 dient. An dem Übertragungsbauteil 42 ist weiterhin eine Betätigungsnase 44 ausgebildet,
die zur Betätigung des Riegels 32 durch den Betätigungsstößel 37 des Hubmagneten dient.
[0042] An dem Trägerbauteil 20 ist eine weitere elektronischen Überwachungseinrichtung 50
angeordnet, mit der die Verschwenkung der aus den drei Seitenschranke 16 -18 bestehenden
Schrankenbaugruppe um die Schwenkachsen S1 - S3 erfassbar ist.
[0043] Die weitere Überwachungseinrichtung 50 weist einen die geschlossenen Stellung und/oder
die offene Stellung der mittleren Seitenschranke 17 erfassende Sensoreinrichtung 51,
insbesondere eine berührungslose Sensoreinrichtung, aufweist, der an dem Trägerbauteil
20 angeordnet ist. An der mittleren Seitenschranke 17 ist ein Erfassungsmittel 53
angeordnet, beispielsweise ein Magnet, das zur Erfassung der Stellung der mittleren
Schranke 17 durch die Sensoreinrichtung 51 dient.
[0044] Zum Schutz der von dem Hubmagneten gebildeten Betätigungseinrichtung 36 und der Sensoreinrichtung
51 ist an dem Trägerbauteil 20 eine Abdeckung 60 angeordnet. Die Abdeckung 60 erstreckt
sich weiterhin in Richtung der Rückwand 11, um in der ausgeklappten Kommissionierstellung
K des Trägerbauteils 20 den entstehenden Spalt zwischen der Rückwand 11 und dem nach
Außen klappbaren Trägerbauteil 20 von oben abzudecken. In den Figuren 5 und 6 ist
das Trägerbauteil 20 bei entfernter Abdeckung 60 dargestellt.
[0045] Der erfindungsgemäße, geteilte Aufbau der aus den drei Seitenschranken 16 - 18 bestehenden
Schrankenbaugruppe mit dem Trägerbauteil 20 und einer in der Teilung der Schrankenbaugruppe
angeordneten Schwenkachse 21 ermöglicht bei einfachem Aufbau und günstiger Ergonomie
eine nach Außen klappbare Ausführung der oberen Schrankenstrebe 18.
[0046] Die Klappfunktion des Trägerbauteils 20 ist durch die mechanische Verriegelungseinrichtung
30 gesichert, um das Klappen der Schrankenstreben 18, 17 beim Fahren des Kommissionierflurförderzeugs
1 oder beim Heben- Senkenbetrieb des Fahrerstands 5 zu verhindern. Der Kommissioniervorgang
mit nach Außen in die Kommissionierstellung K ausgeklapptem Trägerbauteil 20 kann
nur bei Stillstand des Kommissionierflurförderzeugs 1 stattfinden, in dem die mechanische
Verriegelungseinrichtung 30 durch einen bestromten Hubmagnet, beispielsweise durch
Betätigen des als Fußschalter ausgebildeten Bedieneinrichtung 38, in die Lösestellung
entriegelt ist.
[0047] Diese Ausklappfunktion des Trägerbauteils 20 ist durch die von der Sensoreinrichtung
41 gebildete Überwachungseinrichtung 40 überwacht, die eine Sicherheitsüberwachung
der mechanischen Verriegelungseinrichtung 30 bildet.
[0048] Das Öffnen der Seitenschranken 16 - 18 ist nur bei Stillstand des Fahrzeugs zulässig.
Dies kann durch die von der Sensoreinrichtung 51 gebildeten Überwachungseinrichtung
50 auf einfache Weise überwacht werden.
[0049] Nach Betätigen der Verriegelungseinrichtung 30 in die Lösestellung kann die Bedienperson
durch einfaches Anlehnen an die Seitenschranke 18 mit dem Körper das mit der oberen
Seitenschranke 18 und der mittleren Seitenschranke 17 versehene Trägerbauteil 20 nach
Außen in die Kommissionierstellung K ausklappen. Im Kommissionierbetrieb kann daher
die Bedienperson bei Bedarf die obere Seitenschranke 18 komfortabel mit dem Körper
nach außen in die Kommissionierstellung K bewegen, beispielsweise durch ein Anlehnen
an die Seitenschranke 18, wobei die Bedienperson beide Hände zum Greifen der Ware
aus dem Regal frei hat und nutzen kann. Hierdurch wird der Kommissionierbetrieb hinsichtlich
der Ergonomie weiter verbessert und eine hohe Kommissionierleistung ermöglicht. Beim
Zurückneigen der Bedienperson fährt das mit der oberen Seitenschranke 18 und der mittleren
Seitenschranke 17 versehene Trägerbauteil 20 federunterstützt in die innere Absperrstellung
A zurück. Durch die Betätigungsschräge 39 kann der Riegel 32, der von dem Hubmagneten
nicht betätigt ist, beim Einklappen des Trägerbauteils 20 in die innere Absperrstellung
A betätigt werden, um ein Einrasten in der Verriegelungsausnehmung 33 sicherzustellen.
[0050] In der Kommissionierstellung K der oberen Seitenschranke 18 wird die Reichweite der
Bedienperson in seitlicher Richtung und somit in Richtung eines Regals beim Kommissioniervorgang
deutlich erhöht. Ein Überstrecken des Körpers in Richtung des Regals im Kommissionierbetrieb
und bei der Aufnahme der Ware aus dem Regal wird vermieden, so dass ein ergonomischer
Kommissionierbetrieb durch die Klappbewegung L des Trägerbauteils 20 ermöglicht wird.
Dadurch wird ein entspanntes Arbeiten mit dem Kommissionierflurförderzeug 1 ermöglicht.
Weiterhin können durch die Klappbewegung des Trägerbauteils 20 gleichzeitig größere
Regaltiefen von der Bedienperson beim Kommissioniervorgang erreicht werden, wodurch
die Lagerflächen besser ausgenutzt und somit Kosten gesenkt werden können.
[0051] Mit der Überwachungseinrichtung 40 kann hierbei die Lösestellung bzw. die Verriegelungsstellung
der Verriegelungseinrichtung 30 sicher erfasst und überwacht werden, so dass durch
entsprechenden Eingriff in die Fahrzeugsteuerung ein sicherer Betrieb des Kommissionierflurförderzeugs
mit einer hohen Betriebsicherheit während des Kommissionierbetriebs bei in der Lösestellung
befindlicher Verriegelungseinrichtung 30 ermöglicht wird.
[0052] Es ist selbstverständlich möglich, anstelle der dargestellten Ausführungsform beide
Seitenbegrenzungen des Fahrerstandes 5 mit erfindungsgemäßen Absperrvorrichtungen
15 und entsprechenden ausklappbaren Trägerbauteilen 20 zu versehen.
1. Kommissionierflurförderzeug mit einem anhebbaren und absenkbaren Fahrerstand und mindestens
einer Absperrvorrichtung, die im seitlichen Randbereich des im Fahrerstand ausgebildeten
Fahrerarbeitsplatzes zwischen einer offenen, im Wesentlichen vertikalen Stellung und
einer geschlossenen, im Wesentlichen horizontalen Stellung verschwenkbar angeordnet
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Absperrvorrichtung (15) eine obere Seitenschranke (18), eine mittlere Seitenschranke
(17) und eine untere Seitenschranke (16) umfasst, wobei die obere Seitenschranke (18)
und die mittlere Seitenschranke (17) an einem Trägerbauteil (20) zwischen der offen
und der geschlossenen Stellung verschwenkbar angeordnet ist, wobei das Trägerbauteil
(20) um eine in Fahrzeugslängsrichtung verlaufende horizontale Schwenkachse (21) in
seitlicher Richtung des Kommissionierflurförderzeugs (1) begrenzt nach Außen zwischen
einer Absperrstellung (A) und einer Kommissionierstellung (K) klappbar ist und wobei
die untere Seitenschranke (16) an dem Fahrerstand (5) zwischen der geschlossenen Stellung
und der offenen Stellung verschwenkbar angeordnet ist.
2. Kommissionierflurförderzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verriegelungseinrichtung (30) zur Verriegelung des Trägerbauteils (20) in der
Absperrstellung (A) vorgesehen ist.
3. Kommissionierflurförderzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägerbauteil (20) mittels eines Schwenkgelenks (22), insbesondere eines Scharniergelenks,
klappbar an dem Fahrerstand (5) angeordnet ist, wobei das Schwenkgelenk (22) mit einer
integrierten Federeinrichtung (23) versehen ist, die das Trägerbauteil (20) in die
Absperrstellung (A) beaufschlagt.
4. Kommissionierflurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Seitenschranke (18) und die mittlere Seitenschranke (17) mittels einer
Koppelstange (25) zur gemeinsamen Verschwenkung zwischen der geschlossenen Stellung
und der offenen Stellung gekoppelt sind.
5. Kommissionierflurförderzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die mittlere Seitenschranke (17) und die untere Seitenschranke (16) mittels der Koppelstange
(25) zur gemeinsamen Verschwenkung zwischen der geschlossenen Stellung und der offenen
Stellung gekoppelt sind, wobei in der Koppelstange (25) ein mit dem Scharniergelenk
(22) des Trägerbauteils (20) fluchtendes weiteres Schwenkgelenk (26), insbesondere
ein weiteres Scharniergelenk, angeordnet ist.
6. Kommissionierflurförderzeug nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Federeinrichtung (23) von einer Federplatte oder einer Torsionsfeder gebildet
ist.
7. Kommissionierflurförderzeug nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungseinrichtung (30) als mechanische Verriegelungseinrichtung ausgebildet
ist.
8. Kommissionierflurförderzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die mechanische Verriegelungseinrichtung einen an dem Trägerbauteil (20) schwenkbar
angeordneten Riegel (32) aufweist, der mit einer Verriegelungsausnehmung (33) an dem
Fahrerstand (5) zusammenwirkt.
9. Kommissionierflurförderzeug nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die mechanische Verriegelungseinrichtung mittels einer Betätigungseinrichtung (35)
zwischen einer Lösestellung und einer Verriegelungsstellung betätigbar ist.
10. Kommissionierflurförderzeug nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinrichtung (35) von einer elektrischen Betätigungseinrichtung (36),
insbesondere einem Hubmagnet, gebildet ist.
11. Kommissionierflurförderzeug nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Betätigungseinrichtung (36) mittels einer von der Bedienperson betätigbaren
Bedieneinrichtung (38) betätigbar ist.
12. Kommissionierflurförderzeug nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Betätigungseinrichtung (36) mit einer elektronischen Steuereinrichtung
in Verbindung steht, wobei die elektronische Steuereinrichtung derart ausgebildet
ist, dass nur im Stillstand des Kommissionierflurförderzeugs eine Betätigung der Verriegelungseinrichtung
(30) in die Lösestellung erfolgen kann.
13. Kommissionierflurförderzeug nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Betätigungseinrichtung (36) mit einer elektronischen Steuereinrichtung
in Verbindung steht, wobei die elektronische Steuereinrichtung derart ausgebildet
ist, dass im Fahrbetrieb des Kommissionierflurförderzeug (1) und/oder im Heben- bzw.
Senkenbetrieb des Fahrerstandes (5) eine Betätigung der Verriegelungseinrichtung (30)
in die Lösestellung blockiert ist.
14. Kommissionierflurförderzeug nach einem der Ansprüche 2 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass eine Überwachungseinrichtung (40) zur Erfassung der Verriegelungsstellung und/oder
der Lösestellung der Verriegelungseinrichtung (30) vorgesehen ist.
15. Kommissionierflurförderzeug nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Überwachungseinrichtung (40) einen die Lösestellung und/oder die Verriegelungsstellung
des Riegels (32) erfassende Sensoreinrichtung (41), insbesondere eine berührungslose
Sensoreinrichtung, aufweist.
16. Kommissionierflurförderzeug nach einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Betätigungseinrichtung (36) an dem Trägerbauteil (20) und die Sensoreinrichtung
(41) an dem Fahrerstand (5) angeordnet ist.
17. Kommissionierflurförderzeug nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer von der Sensoreinrichtung (41) erfassten Lösestellung der Verriegeleinrichtung
(30) ein Fahrbetrieb des Kommissionierflurförderzeugs (1) und/oder ein Heben- Senkenbetrieb
des Fahrerstands (5) blockiert bzw. eingeschränkt ist und bei einer von der Sensoreinrichtung
(41) erfassten Verriegelungsstellung der Verriegelungseinrichtung (30) ein Fahrbetrieb
des Kommissionierflurförderzeugs (1) und/oder ein Heben- Senkenbetrieb des Fahrerstands
(5) freigegeben ist.
18. Kommissionierflurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer weiteren Überwachungseinrichtung (50) die Verschwenkung der Seitenschranken
(16; 17; 18) erfassbar ist.
19. Kommissionierflurförderzeug nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Überwachungseinrichtung (50) einen die geschlossene Stellung und/oder
die offene Stellung der Seitenschranken (16; 17; 18) erfassende Sensoreinrichtung
(51), insbesondere eine berührungslose Sensoreinrichtung, aufweist.