[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Stromverteiler für ein elektrisch betriebenes
Flurförderzeug.
[0002] Bei der elektrischen Stromversorgung in einem Flurförderzeug ist bekannt, Einzel-oder
Doppelschütze einzusetzen. Auch werden Sicherungshalter an verschiedenen Positionen
an einem Antriebsteil des Flurförderzeugs montiert. Die einzelnen Bauteile werden
dann mit Kupferbrücken oder Kabeln untereinander verbunden. Hierdurch entsteht ein
erheblicher Aufwand bei der Montage und auch bei der Planung und Entwicklung eines
neuen Fahrzeugs, da die elektrischen Komponenten bei dem Entwurf des Fahrzeugs berücksichtigt
werden müssen.
[0003] Aus
EP 1 840 077 A2 ist eine Stromversorgung für ein deichselgeführtes Flurförderzeug bekannt geworden,
die einen Hochstromanschluss für den Anschluss an eine Batterie, mindestens eine steckbare
Sicherung, ein Hauptschütz zur Bestromung eines Antriebsmotors oder seiner Steuerung
und wahlweise eines Hydraulikpumpenmotors oder dessen Steuerung aufweist. Ferner besitzt
die bekannte Stromversorgung einen mehrpoligen Steckverbinder zum Anschluss einer
Steuerung für die Stromversorgung und Hochstromanschlüsse zum Anschluss der Verbraucher.
Die bekannte Stromversorgung besitzt einen einzigen Träger, in oder an dem die Hochstromanschlüsse,
das Hauptschütz und die steckbaren Sicherungen vormontiert angebracht sind. Ferner
ist bekannt, dass die Stromversorgung mit einer Notausbetätigung ausgestattet ist.
Die Notausbetätigung in einem Flurförderzeug dient dazu, in einer Gefahrensituation
die Stromversorgung schnell zu unterbrechen. Aus Sicherheitsgründen ist hierbei vorgesehen,
eine mechanisch betätigbare Trennung der Kontakte für die Schütze vorzunehmen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Stromverteiler für ein elektrisch
betriebenes Flurförderzeug bereitzustellen, der bei einer kompakten Bauweise einen
geringen Montageaufwand und möglichst geringe Übergangswiderstände zwischen den einzelnen
Komponenten des Stromverteilers bereitstellt.
[0005] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch einen Stromverteiler mit den Merkmalen aus
Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen bilden den Gegenstand der Unteransprüche.
[0006] Der erfindungsgemäße Stromverteiler ist vorgesehen und bestimmt für die Stromversorgung
in einem elektrisch betriebenen Flurförderzeug. Der erfindungsgemäße Stromverteiler
besitzt einen Hochstromanschluss für den Anschluss an eine Batterie. Ferner sind zwei
Hauptschütze für eine Notausschaltung des Flurförderzeugs vorgesehen. Weiterhin besitzt
der erfindungsgemäße Stromverteiler einen Einschaltschütz für das Flurförderzeug und
mehrere Hauptstromsicherungen. Erfindungsgemäß sind sämtliche vorstehende Komponenten
auf einer gemeinsamen Trägerplatte montiert und elektrisch leitend miteinander verbunden.
Der erfindungsgemäße Stromverteiler schafft mit seiner gemeinsamen Trägerplatte ein
kompaktes Bauteil, auf dem die für die elektrische Stromversorgung des Flurförderzeugs
notwendigen Komponenten vormontiert werden können. Ferner schafft die Anordnung der
Komponenten auf einer gemeinsamen Trägerplatte den Vorteil, dass bei der Planung des
Flurförderzeugs und insbesondere bei der Planung für die elektrische Stromverteilung,
der erfindungsgemäße Stromverteiler an einer Position in dem Antriebsteil des Flurförderzeugs
eingeplant werden kann und lediglich die Verkabelung von und zu dem Stromverteiler
für die Antriebsaggregate oder die Steuerungen der Antriebsaggregate berücksichtigt
werden muss.
[0007] Erfindungsgemäß ist die gemeinsame Trägerplatte aus einem nichtleitenden Kunststoffmaterial
hergestellt, in dem Bolzen zur Verbindung mit den Komponenten vorgesehen sind. Die
in der Trägerplatte vorgesehenen Bolzen können je nach ihrer Verwendung sowohl als
stromführende Bolzen ausgeführt werden, über welche der Strom durch die Trägerplatte
fließt oder als Befestigungsbolzen ausgeführt sein, die den Strom nicht durch die
Trägerplatte leiten. Hierdurch wird der Aufbau des erfindungsgemäßen Stromverteilers
deutlich vereinfacht.
[0008] In einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Stromverteilers sind die
zwei Hauptschütze und das Einschaltschütz an einer Flachseite der Trägerplatte montiert
und die Hauptstromsicherungen auf der anderen Flachseite der Trägerplatte montiert.
Hierdurch ergibt sich ein klar strukturierter und übersichtlicher Aufbau des Stromverteilers,
der auch den Einbau des Stromverteilers mit seiner Trägerplatte bei der Montage des
Flurförderzeugs vereinfacht.
[0009] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung sind die zwei Hauptschütze und das Einschaltschütz
jeweils an stromführende Bolzen, bevorzugt aus Messing, angeschlossen. Die stromführenden
Bolzen erlauben es, große Ströme durch die Trägerplatte hindurchzuführen, so dass
die Anordnung der Schütze an der Trägerplatte variabel ist und die Schütze beispielsweise
kompakt auf einer Flachseite der Trägerplatte angeordnet werden können, wobei dann
die von dem Schütz geschaltete elektrische Verbindung zwischen den Kontakten auf der
gegenüberliegenden Seite der Trägerplatte erfolgen kann.
[0010] In einer bevorzugten Ausgestaltung sind diejenigen Bolzen, die den Strom nicht durch
die Trägerplatte führen, aus Stahl ausgebildet. Diese nicht stromführenden Bolzen
dienen im Wesentlichen als Halter für die Hauptstromsicherung und als Kontakte für
die Versorgung von über die Hauptstromsicherung abgesicherte Aggregate.
[0011] In einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Stromverteilers ist an den
Hochstromanschluss für die Batterie ein erstes Hauptschütz über eine Haupteingangssicherung
angeschlossen. Die Haupteingangssicherung sichert die gesamte Stromversorgung des
Flurförderzeugs ab. Über das erste Hauptschütz wird im Zusammenspiel mit dem zweiten
Hauptschütz die Stromversorgung bei einer Notausschaltung unterbrochen. Zwischen das
erste und das zweite Hauptschütz sind zwei Hauptstromsicherungen geschaltet, von denen
eine Stromversorgung abgeht. Diese beiden Hauptstromsicherungen können beispielsweise
die Stromversorgung für die Kabine und die Hauptsteuersicherung absichern. Durch die
Schaltung von zwei Hauptstromsicherungen zwischen das erste und das zweite Hauptschütz
können die Kontakte der Hauptschütze auf der gemeinsamen Trägerplatte so voneinander
beabstandet werden, dass eine ausreichende Luftstrecke zwischen den Kontakten vorliegt.
[0012] Bevorzugt ist das Einschaltschütz zwischen dem ersten und dem zweiten Hauptschütz
angeordnet und über eine Hauptstromsicherung zwischen die Kontakte der Hauptschütze
geschaltet. Das Einschaltschütz schaltet geringere Ströme als die Hauptschütze und
dient dazu, die Stromverbindung zu schalten, wenn das Flurförderzeug beispielsweise
über ein elektronisches Einschaltgerät eingeschaltet werden soll.
[0013] In einer bevorzugten Weiterbildung ist das zweite Hauptschütz in seinem nicht mit
dem ersten Hauptschütz verbundenen Kontakt mit mehreren Hauptstromsicherungen verbunden.
Die mehreren Hauptstromsicherungen können bevorzugt über eine auf die Trägerplatte
montierte Leiterbrücke mit dem zweiten Hauptschütz verbunden sein.
[0014] Eine bevorzugte Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Stromverteilung wird nachfolgend
näher erläutert.
[0015] Die einzige Figur zeigt eine flache, rechteckige Trägerplatte 10, die mit einem Unterbau
12 versehen ist. Der Unterbau 12 besitzt seitlich Befestigungsmittel 14, die den Einbau
des Stromverteilers in das Flurförderzeug erleichtern. Der Unterbau 12 nimmt die beiden
Hauptschütze und das Einschaltschütz auf. Von den drei Schützen ist in der dargestellten
Ansicht ein Hauptschütz 16 zu erkennen, das zusätzlich von einer umlaufenden Wandung
18 des Unterbaus 12 teilweise umgeben ist. Das Einschaltschütz (20) ist ebenfalls
teilweise durch die Wandung 18 verdeckt. Zur besseren Übersicht ist die an dem Hauptschütz
16 anliegende Wandung 18 transparent gezeichnet.
[0016] Aus der vom Unterbau 12 fortweisenden Seite der Trägerplatte 10 stehen Bolzen vor.
Je nach Ausgestaltung der Bolzen sind dies entweder stromführende Bolzen, die einen
Strom durch die Trägerplatte führen oder nicht stromführende Bolzen, die zur Befestigung
weiterer Komponenten und als Anschluss dienen. Die Bolzen 22, 24, 26, 28 und 30 sind
als stromführende Bolzen bevorzugt aus Messing ausgeführt.
[0017] Der Bolzen 32, der aus Stahl ausgeführt ist, dient als Hochstromanschluss für einen
Anschluss der Batterie. Zwischen die Bolzen 32 und 22 ist als Hauptstromsicherung
eine Haupteingangssicherung (nicht dargestellt) vorgesehen. Die Bolzen 22 und 32 dienen
hierbei zur Halterung der Haupteingangssicherung. Der Bolzen 22 ist mit dem ersten
Hauptschütz unterhalb der Trägerplatte 10 verbunden. Die Kontaktfläche zwischen dem
Messingbolzen 32 und einem Anschluss des Schützes kann einen Silberauftrag besitzen.
[0018] Das erste Hauptschütz ist unterhalb der Trägerplatte 10 mit dem zweiten Kontakt 30
verbunden, der als stromführender Bolzen durch die Trägerplatte durchragt. Der Bolzen
30 ist über eine weitere Hauptstromsicherung (nicht dargestellt) mit dem Bolzen 34
verbunden. Der Bolzen 34 führt keinen Strom durch die Trägerplatte 10 und ist daher
als Haltebolzen für die Sicherung aus Stahl ausgebildet sein. Über die Sicherung zwischen
den Bolzen 30 und 34 kann beispielsweise die elektrische Versorgung der Kabine in
dem Flurförderzeug abgesichert sein.
[0019] Zwischen den Messingbolzen 30 und 28 ist eine weitere Hauptstromsicherung (nicht
dargestellt) geschaltet. Diese Sicherung kann beispielsweise als Gesamtsteuersicherung
vorgesehen sein, über die die Steuerungen in dem Flurförderzeug abgesichert sind.
Die Bolzen 26 und 28 sind jeweils die Kontaktbolzen für das Einschaltschütz auf der
gegenüberliegenden Seite der Trägerplatte 10. Das Einschaltschütz ist somit über die
zwischen die Bolzen 28 und 30 geschaltete Sicherung zwischen das erste und das zweite
Hauptschütz geschaltet.
[0020] Der stromführende Bolzen 30, der einen Kontakt für einen zweiten Anschluss des ersten
Hauptschützes bildet, ist ebenfalls mit einem ersten Anschluss des zweiten Hauptschützes
auf der Unterseite der Trägerplatte 10 verbunden. Das zweite Hauptschütz schaltet
den Strom zwischen den Bolzen 30 und 24. Der Bolzen 24 ist, wie bereits erwähnt, als
stromführender Bolzen ausgeführt.
[0021] Zwischen die Bolzen 24 und 36 ist eine Hauptstromsicherung (nicht dargestellt) geschaltet.
Die Sicherung kann beispielsweise die elektrische Stromversorgung nach dem Hauptschütz
absichern. Ferner ist der Kontaktbolzen 24 des zweiten Hauptschützes über eine Kupferbrücke
38 mit den Bolzen 40 und 42 verbunden. Der Bolzen 42 trägt eine Mutter zur Fixierung
der Kupferbrücke 38. Auch der Bolzen 40 kann mit einer entsprechenden Mutter versehen
sein. Von dem Bolzen 40 geht zu den Bolzen 44 und 46 jeweils eine Hauptstromsicherung
(nicht dargestellt) ab. Die Sicherungen können beispielsweise eine Kombisteuerung
für Fahrantrieb und Hydraulikfunktion des Flurförderzeugs und eine Lenksteuerung für
das Antriebsrad des Flurförderzeugs absichern. Zwischen den Bolzen 42 und die Bolzen
48 und 50 ist ebenfalls jeweils eine Sicherung geschaltet. Die Sicherungen können
beispielsweise die Lenksteuerungen für die Radarme links und rechts absichern.
1. Stromverteiler für ein elektrisch betriebenes Flurförderzeug, mit folgenden Komponenten:
- einem Hochstromanschluss (32) für einen Anschluss an eine Batterie,
- zwei Hauptschütze für eine Notausschaltung des Flurförderzeugs,
- einem Einschaltschütz für das Flurförderzeug und
- mehreren Hauptstromsicherungen,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Komponenten auf einer gemeinsamen Trägerplatte (10) aus einem nicht leitenden
Kunststoffmaterial montiert sind, in dem Bolzen (22, 24, 26, 28, 30, 32, 34, 44, 48,
50) zur Verbindung mit den Komponenten vorgesehen sind, wobei die Komponenten elektrisch
leitend miteinander verbunden sind.
2. Stromverteiler nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Hauptschütze und das Einschaltschütz auf einer Flachseite der Trägerplatte (10)
montiert und die Hauptstromsicherungen auf der anderen Flachseite montiert sind.
3. Stromverteiler nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei Hauptschütze und das Einschaltschütz jeweils an Bolzen angeschlossen sind,
die den Strom durch die Trägerplatte leiten.
4. Stromverteiler nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die den Strom durch die Trägerplatte leitenden Bolzen aus Messing bestehen.
5. Stromverteiler nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die den Strom nicht durch die Trägerplatte leitenden Bolzen aus Stahl bestehen.
6. Stromverteiler nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass an den Hochstromanschluss (32) für die Batterie ein erstes Hauptschütz über eine
Eingangssicherung angeschlossen ist.
7. Stromverteiler nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen erstes und zweites Hauptschütz zwei Hauptstromsicherungen geschaltet sind.
8. Stromverteiler nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Einschaltschütz zwischen dem ersten und dem zweiten Hauptschütz angeordnet ist.
9. Stromverteiler nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Einschaltschütz über eine Hauptstromsicherung zwischen die Kontakte der Hauptschütze
geschaltet ist.
10. Stromverteiler nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Hauptschütz an seinem nicht mit dem ersten Hauptschütz verbundenen Kontakt
(24) mit mehreren Hauptstromsicherungen verbunden ist.
11. Stromverteiler nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die mehreren Hauptstromsicherungen über eine auf der Trägerplatte montierte Leiterbrücke
(28) mit dem zweiten Hauptschütz verbunden sind.