[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Hochspannungsdurchführung enthaltend
in koaxialer Anordnung:
einen längs einer Achse geführten Stromleiter,
einen am Stromleiter befestigten und den Stromleiter umfassenden Isolator, enthaltend
eine gehärtete Polymermasse,
einen in die gehärtete Polymermasse eingebetteten Kondensatorwickel mit voneinander
elektrisch isolierten Kondensatorbelägen, die in radialer Richtung durch eine um die
Achse gewickelte Isolierfolie mit Abstand voneinander gehalten sind,
einen am Isolator befestigten Montageflansch und
eine vom Montageflansch auf einen Anschluss des Stromleiters erstreckte Beschirmung.
[0002] Eine solche Hochspannungsdurchführung verbindet einen in einer im allgemeinen metallgekapselt
ausgebildeten Komponente einer Hochspannungsanlage angeordneten und mit einem festen,
flüssigen und/oder gasförmigen Isoliermittel gegenüber der Metallkapselung isolierten
Stromleiter mit einem Aussenleiter, der im allgemeinen durch die umgebende Luft isoliert
wird, der aber auch mit einem anderen Isoliermittel, wie beispielsweise einem Feststoff,
Öl oder SF
6, isoliert und Teil eines Hochspannungskabels, eines Kabelendverschlusses, einer Kabelmuffe
oder einer gasisolierten Schaltanlage sein kann. Der mechanische Einbau der Durchführung
in die Komponente, beispielsweise in einen Transformator, erfolgt mit Hilfe eines
Montageflansches, der an einem den Kondensatorwickel enthaltenden Isolator befestigt
ist.
[0003] Eine typische Ausführungsform einer solchen Durchführung enthält einen feldsteuernden
Kondensatorwickel, der auf einen als metallener Voll- oder Hohlzylinder ausgeführten
Rundkörper aufgewickelt ist. Der Kondensatorwickel umfasst eine aus Papier oder Kunststoff
gebildete Isolierfolie, in die beim Wickeln in bestimmten Abständen Kondensatorbeläge
einfügt werden. Das Einfügen kann durch Einlegen von Metallfolien, etwa auf der Basis
von Aluminium oder durch Aufdrucken von leitfähigem Material auf die Isolierfolie,
erfolgen. Die Kondensatorbeläge sind dann in Form konzentrischer Zylinder angeordnet.
Die Längen der Kondensatorbeläge sind so abgestuft, dass die Kapazitäten zwischen
zwei aufeinanderfolgender Beläge weitgehend gleich sind. Daher weisen Kondensatorbeläge
mit grösserem Durchmesser eine kürzere Länge in axialer Richtung auf. Es wird so mit
dem Kondensatorwickel eine feingestufte Steuerung eines elektrischen Feldes erreicht,
das bei Betrieb der Durchführung zwischen dem dann auf Hochspannungspotential liegenden
und Betriebsstrom führenden Rundkörper und der Metallkapselung der Komponente, welche
typischerweise als Transformator ausgebildet ist, wirkt.
[0004] In dem der umgebenden Luft ausgesetzten Bereich der Durchführung ist ein Abschnitt
des Kondensatorwickels zum Schutz gegen äussere Einflüsse, wie Wetter, Verschmutzung
und Strahlung, durch einen eine Beschirmung aufweisenden Wetterschutz umhüllt. Der
Wetterschutz ist im allgemeinen als Porzellangehäuse (Wetterschutzsystem A) oder als
Polymergehäuse mit einem hohlen, typischerweise faserverstärkten Kunststoffrohr und
einer auf der Mantelfläche dieses Rohrs angebrachten Beschirmung aus einem elastomeren
Polymer, wie insbesondere einem Silicon oder einem EPDM (Wetterschutzsystem B), ausgebildet,
kann aber auch lediglich eine Beschirmung aus dem elastomeren Polymer aufweisen, die
direkt auf den in die gehärtete Polymermasse eingebetteten Kondensatorwickel aufgegossen
ist (Wetterschutzsystem C).
[0005] Die vorgenannten drei Wetterschutzsysteme A, B und C stellen eine Barriere gegen
das Eindringen von Wasser dar. Sie verhindern dementsprechend das Eindringen von Feuchtigkeit
in die gehärtete Polymermasse und stellen daher sicher, dass sich der Feuchtigkeitsgehalt
im Kondensatorwickel nicht erhöht und sich dementsprechend die elektrischen Eigenschaften
der Durchführung, wie insbesondere der elektrische Verlustfaktor, auch nach mehrjährigem
Betrieb der Durchführung nicht wesentlich ändern.
[0006] Beim Wetterschutzsystem B erhöht das Kunststoffrohr die mechanische Festigkeit der
Durchführung wesentlich, da es den überwiegenden Teil der Kräfte aufnimmt, die beim
Anlegen einer mechanischen Last, wie typischerweise einer statischen oder dynamischen
Biegekraft, an der Durchführung wirken.
STAND DER TECHNIK
[0007] Durchführungen der eingangs genannten Art sind beispielsweise beschrieben in
EP 1 284 484 B1,
EP 1 417 689 B1,
EP 1 771 866 B1 und
WO 2009/053147 A1. Die beschriebenen Durchführungen sind jeweils zum Einbau in ein metallenes Gehäuse
eines elektrischen Hochspannungsapparates, beispielsweise eines Transformators, bestimmt
und weisen jeweils einen in einen Isolator integrierten Kondensatorwickel auf. Am
Isolator ist ein Montageflansch befestigt, der einen oberhalb des Montageflanschs,
in Luft angeordneten Abschnitt des Kondensatorwickels von einem Abschnitt des Kondensatorwickels
trennt, der unterhalb des Montageflanschs gelegen ist und der nach Einbau der Durchführung
in den Apparat in einem von Luft abweichenden Isoliermittel, typischerweise Öl oder
SF
6, angeordnet ist. Ein der umgebenden Luft ausgesetzter Bereich dieser Durchführungen
weist jeweils eine als Wetter- und Strahlenschutz wirkende Beschirmung auf, die den
oberhalb des Montageflanschs gelegenen Abschnitt des Kondensatorwickels einschliesst.
[0008] Die Beschirmung kann wie in
EP 1 284 484 B1 und
EP 1 771 689 B1 gezeigt in einen Porzellanisolator integriert sein oder aus Silicon gefertigt und
auf einem faserverstärkten Kunststoffrohr befestigt sein. Sie kann aber auch - wie
in
EP 1 417 689 B1 und
WO 2009/053147 A1 beschrieben - unmittelbar auf die zwischen dem Montageflansch und einem Stromanschluss
der Durchführung erstreckte Aussenfläche des den Kondensatorwickel aufnehmenden Isolators
aufgebracht sein.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0009] Der Erfindung, wie sie in den Patentansprüchen angegeben ist, liegt die Aufgabe zugrunde,
eine Hochspannungsdurchführung der eingangs genannten Art zu schaffen, die einfach
zu fertigen ist und sich zugleich durch eine grosse Betriebssicherheit auszeichnet.
[0010] Gemäss der vorliegenden Erfindung wird eine Hochspannungsdurchführung bereitgestellt,
die in koaxialer Anordnung einen längs einer Achse geführten Stromleiter aufweist
sowie einen am Stromleiter befestigten und den Stromleiter umfassenden Isolator, enthaltend
eine gehärtete Isoliermasse. In die gehärtete Polymermasse ist ein Kondensatorwickel
mit voneinander elektrisch isolierten Kondensatorbelägen eingebettet, die in radialer
Richtung durch eine um die Achse gewickelte Isolierfolie mit Abstand voneinander gehalten
sind. Ferner weist die Durchführung in koaxialer Anordnung einen am Isolator befestigten
Montageflansch und eine vom Montageflansch auf einen Anschluss des Stromleiters erstreckte
Beschirmung auf. Die Beschirmung ist in eine Mantelfläche des Isolators eingeformt,
die von der gehärteten Polymermasse gebildet und radial nach aussen mit Abstand zum
Kondensatorwickel angeordnet ist.
[0011] Bei der Durchführung nach der Erfindung ist der Beschirmung in die gehärtete Polymermasse
eingeformt. Da bei der Fertigung der Durchführung in jedem Falls ungehärtete Polymermasse
benötigt wird, um den durch Wickeln vorgefertigten Kondensatorwickel zunächst in einer
Giessform mit der ungehärteten Polymermasse zu imprägnieren, kann diese Giessform
fertigungstechnisch vorteilhaft dazu verwendet werden, die Beschirmung in geeigneter
Weise in eine Mantelfläche des beim Härten sich bildenden Isolators der Durchführung
einzuformen. Die Giessform benötigt dazu lediglich kreisringförmig um die Achse der
Durchführung geführte Vertiefungen, die in axialer Richtung voneinander mit Abstand
angeordnet und in die Innenwand der Giessform eingeformt sind.
[0012] Da der den Kondensatorwickel integrierende Isolator und die Beschirmung unter Verwendung
lediglich einer einzigen Giessform gefertigt werden können, entfällt eine beim Stand
der Technik mit den Wetterschutzsystemen B oder C benötigte zweite Giessform für eine
elastomere Beschirmung. Da eine solche Giessform durch Vorgaben eines Lieferanten
bestimmt ist, können nun das Material und das Design der Beschirmung unabhängig von
äusseren Faktoren festgesetzt und so das Betriebsverhalten der Durchführung optimiert
werden. Zudem entfällt eine zeit- und kostenintensive mechanische Bearbeitung des
den Kondensatorwickel aufnehmenden Isolators im Bereich der Beschirmung.
[0013] Bei der Fertigung der Durchführung entfallen sowohl eine aufwendige Befestigung und
eine arbeitsintensive Installation eines Wetterschutzsystems A oder B als auch eine
störanfällige Schnittstelle zwischen dem Isolator und einer auf dem Isolator aufgebrachten,
elastomeren Beschirmung eines Wetterschutzsystems C. Es werden auch eine spezielle
Ausrüstung und zusätzlicher zeitlicher Aufwand vermieden, so wie dies bei der Fertigung
der Durchführung mit dem Wetterschutzschutzsystem C anfällt. Ebenso wird ein Spalt
zwischen dem Kondensatorwickel und dem Wetterschutzsystem A oder B vermieden, so dass
nun ein trockener Füllstoff zum Auffüllen des Spalts und eine dazu notwendige Ausrüstung
entbehrlich sind. Es entfällt so auch eine oft ein bis zwei Tage dauernde Zeitspanne,
die zur Härtung des zunächst in flüssiger Form in den Spalt eingebrachten Füllstoffs
benötigt wird. Ferner entfallen die nach Auffüllen des Spalts mit Füllstoff und nach
Härten des Füllstoffs sich bildenden, störanfälligen zwei Schnittstellen zwischen
dem Kondensatorwickel und dem trockenen Füllstoff resp. dem trockenen Füllstoff und
dem Wetterschutzsystem A oder B. Zudem entfallen separate Flansche, die sonst am Kopf
und am Fuss einer die Wetterschutzsysteme A oder B aufweisenden Durchführung anzubringen
sind. Im Unterschied zu Durchführungen mit dem Wetterschutzsystem B oder C ist die
erfindungsgemässe Durchführung weitgehend vor Zerstörung durch Tiere (Tierfrass) geschützt.
[0014] Um den Kondensatorwickel gegen äussere Störfaktoren, wie etwa Feuchtigkeit, Strahlung
oder die Einleitung mechanischer Last, zu schützen, weist die von der Beschirmung
bestimmte Mantelfläche des Isolators gegenüber dem Kondensatorwickel radial nach aussen
einen geeignet bemessenen Abstand auf.
[0015] Die Durchführung nach der Erfindung kann daher kostengünstig gefertigt werden und
weist zugleich eine hohe Betriebssicherheit auf.
[0016] Als Polymer der gehärteten Polymermasse kann ein Duroplast, insbesondere ein Polyurethan
oder ein Epoxidharz, gewählt sein, welches in Hinblick auf gute Freiluftbeständigkeit
mit Vorteil ein cycloaliphatisches Epoxidharz ist.
[0017] Um die Freiluftbeständigkeit der gehärteten Polymermasse zu erhöhen, kann die Oberfläche
der Beschirmung mit einem hydrophoben Material, insbesondere mit einem Organopolysiloxan,
beschichtet sein.
[0018] Die mechanische Festigkeit der Durchführung und insbesondere der Beschirmung kann
vergrössert werden, falls die Polymermasse einen anorganischen Füllstoff, insbesondere
ein Pulver auf der Basis von SiO
2 und/oder Al
2O, aufweist. Beträgt der Anteil des Füllstoffs an der Polymermasse 60 bis 80 Gewichtsprozent,
so kann die Durchführung mechanisch und thermisch besonders hoch belastet werden.
[0019] Um eine zusätzliche Erhöhung der mechanischen Festigkeit der Durchführung zu erreichen,
kann in die Polymermasse eine Verstärkung eingebettet sein, welche gegebenenfalls
auch in mindestens einen Schirm der Beschirmung erstreckt sein kann.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0020] Anhand von Zeichnungen wird die Erfindung nachfolgend näher erläutert. Hierbei zeigt:
- Fig.1
- eine Aufsicht auf eine längs einer Achse A erstreckte erste Ausführungsform der Durchführung
nach der Erfindung, die links der Achse geschnitten dargestellt ist,
- Fig.2
- eine Vergrösserung eines umrandet dargestellten Teils der Durchführung nach Fig.1,
und
- Fig.3
- ein gemäss Fig.2 dargestelltes Teil einer zweiten Ausführungsform der Durchführung
nach der Erfindung.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0021] In allen Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen auch gleichwirkende Teile. Die
in den Figuren 1 und 2 dargestellte, längs der Achse A ausgerichtete Ausführungsform
der erfindungsgemässen Durchführung enthält in koaxialer Anordnung einen längs der
Achse A geführten Stromleiter 10, einen am Stromleiter befestigten und den Stromleiter
umfassenden Isolator 20, einen am Isolator 20 befestigten Montageflansch 30, einen
in den Isolator 20 integrierten Kondensatorwickel 40 und eine in den Isolator 20 eingeformte
Beschirmung 21.
[0022] Der Stromleiter 10 kann mit seinem nicht dargestellten unteren Ende mit einem Stromanschluss
eines in einem isoliermittelgefüllten Metallgehäuse angeordneten Stromleiters eines
elektrischen Apparates, typischerweise einem Transformator, elektrisch leitend verbunden
werden. Sein vom Stromanschluss 11 gebildetes oberes Ende ist mit einem im allgemeinen
freiluftisolierten Hochspannungsleiter elektrisch leitend verbindbar.
[0023] Die Beschirmung 21 ist längs der Achse A vom Montageflansch 30 auf den Stromanschluss
11 geführt. Sie dient als Wetter- und Strahlenschutz.
[0024] Der Kondensatorwickel 40 weist voneinander elektrisch isolierte Kondensatorbeläge
41 auf, die in radialer Richtung durch eine in Form einer Spirale gewickelten Isolierfolie
42, welche typischerweise aus Papier und/oder Kunststoff besteht, mit Abstand voneinander
gehalten sind. Die Längen der Kondensatorbeläge 41 oberhalb des Montageflansches 30,
also in einem der Luft ausgesetzten Abschnitt 24 der Durchführung, wie auch unterhalb
des Montageflansches 30, also in einem dem Isoliermittel des metallgekapselten Apparates
ausgesetzten, nur teilweise dargestellten Abschnitt 26 der Durchführung verkleinern
sich mit zunehmendem, radialem Abstand zum Stromleiter 10 stetig.
[0025] Der Kondensatorwickel 40 dient der Steuerung eines elektrischen Feldes, welches sich
während des Betriebs der Durchführung zwischen dem dann auf Hochspannungspotential
befindlichen Stromleiter 10 und dem dann auf dem Potential des Metallgehäuses des
Transformators befindlichen Montageflansch 30 ausbildet. Die Isolierfolie 42 und die
Kondensatorbeläge 41 des Kondensatorwickels 40 sind in eine Matrix aus einer durch
Härten verfestigten Polymermasse 22 eingebettet. Die Beschirmung 21 ist in einen radial
nach aussen mit Abstand zum Kondensatorwickel 40 gehaltenen Abschnitt der gehärteten
Polymermasse einformt. Die Polymermasse 22 weist ein als Duroplast ausgebildetes,
gefülltes oder ungefülltes Polymer auf. Besonders geeignet ist ein Duroplast auf der
Basis eines Polyurethans oder eines cycloaliphatischen Epoxidharzes. Als Füllstoff
wird im allgemeinen ein anorganisches Pulver auf der Basis von SiO
2 und/oder Al
2O
3 mit Partikelgrössen, die typischerweise zwischen 0,01 und 2 mm liegen, verwendet.
Um eine besonders hohe mechanische Festigkeit der Durchführung zu gewährleisten, beträgt
der Gewichtsanteil des Füllstoffs an der Polymermasse 22 mit Vorteil 60 bis 80 Gewichtsprozent.
[0026] Zum Fertigen der Durchführung wird - wie etwa in
WO 2009/053147 A1 beschrieben - die typischerweise Papier oder Kunststoff enthaltende Isolierfolie
42 auf den drehbar gelagerten Stromleiter 10 unter Bildung einer Spirale aufgewickelt
und werden die typischerweise Metallfolie enthaltenden Kondensatorbeläge 41 während
des Wickelvorgangs in die einzelnen Windungen der Spirale eingefügt.
[0027] Ein so gebildeter, den Stromleiter 10 und den Kondensatorwickel 40 enthaltender Wickelkörper
wird in einer nicht dargestellten Giessform angeordnet. Die Giessform weist in deren
Innenwand entlang der Achse A voneinander mit Abstand angeordnete und kreisringförmig
um die Achse geführte Vertiefungen auf. Ferner weist die Giessform zwei Öffnungen
auf, von denen die eine der vakuumfesten Durchführung des oberen Stromanschlusses
11 und die andere der vakuumfesten Durchführung des nicht dargestellten, unteren Stromanschlusses
dient.
[0028] Der Kondensatorwickel 40 wird sodann - im allgemeinen unter Vakuum - getrocknet und
anschliessend - im allgemeinen ebenfalls unter Vakuum - in der Giessform mit der ungehärteten
Polymermasse imprägniert. Die im Stand der Technik nach
WO 2009/053147 A1 beschriebene Isolierfolie 42 und gegebenenfalls auch die Kondensatorbeläge 41 weisen
für die ungehärtete Polymermasse durchlässige Poren und Kanäle auf. Die ungehärtete,
bei einem hohen Füllstoffanteil eine grosse Viskosität aufweisende Polymermasse kann
daher auch bei hoher Viskosität rasch ins Innere des Kondensatorwickels 40 eindringen.
[0029] Nachfolgend wird die Polymermasse in der Giessform unter Bildung der Matrix und damit
auch unter Bildung des Isolators 20 und der Beschirmung 21 - im allgemeinen bei erhöhten
Temperaturen - gehärtet. Sodann wird ein die Beschirmung 21 und den am Isolator 20
befestigten Stromleiter 10 enthaltender Formkörper der Giessform entnommen. In diesen
Formkörper wird spanabhebend ein Sitz für den Montageflansch 30 eingeformt. Der Montageflansch
30 wird typischerweise durch Kleben oder Kaltaufschrumpfen am Isolator 20 gas- und
flüssigkeitsdicht fixiert, so dass nach Einbau der Durchführung ins Metallgehäuse
der Hochspannungskomponente weder Luft ins Innere des Metallgehäuses noch Öl aus dem
Gehäuse treten kann.
[0030] Enthält die Polymermasse ein cycloaliphatisches Epoxidharz, so ist eine - wie vorstehend
beschrieben gefertigte - Durchführung im allgemeinen ausreichend gegen Sonneneinstrahlung,
Feuchtigkeit und Verschmutzung geschützt. Im Unterschied zu einer Durchführung nach
dem Stand der Technik mit einer aus einem Elastomer, wie insbesondere einem Silicon,
gefertigten Beschirmung 21 weist die Beschirmung 21 eine hohe mechanische Festigkeit
auf. Es wird so durch die Integration der Beschirmung 21 in den Isolator 20 nicht
nur eine wesentliche Vereinfachung der Fertigung der Durchführung erreicht, sondern
zugleich vermieden, dass die einzelnen Schirme der Beschirmung 21 von Tieren - etwa
durch Frass - beschädigt werden können.
[0031] Ein verbesserter Schutz der Durchführung vor Feuchtigkeit wird erreicht, wenn eine
dem Witterungseinfluss ausgesetzte Oberfläche der Beschirmung 21 mit einem hydrophoben
Material beschichtet ist. Als Beschichtungsmaterial bewährt hat sich ein Organopolysiloxan,
welches wie in
US 2011/0027532 A1 beschrieben in flüssiger Form auf die Oberfläche aufgebracht werden kann.
[0032] Bei der Ausführungsform gemäss Fig.3 ist im Unterschied zur Ausführungsform nach
den Figuren 1 und 2 in den Isolator eine weitgehend axialsymmetrisch ausgebildete
Verstärkung 23 integriert. Diese Verstärkung stützt den vorwiegend aus der vergleichsweise
spröden, gehärteten Polymermasse 22 gebildeten Isolator 20 und erhöht so dessen mechanische
Festigkeit. Die Verstärkung kann in den der umgebenden Freiluft ausgesetzten Abschnitt
24 des Isolators integriert werden, kann aber auch in einen durch den Montageflansch
30 geführten Abschnitt 25 der Durchführung integriert sein. Alternativ kann die Verstärkung
21 auch in nur einen der beiden Abschnitte 24 oder 25 integriert sein oder aber auch
in den unterhalb des Montageflanschs 30 befindlichen Abschnitt 26 des Isolators 20,
also in einem dem Isoliermittel des Transformators ausgesetzten Bereich der Durchführung.
Die Verstärkung weist mindestens eine in Umfangsrichtung um den Kondensatorwickel
40 geführte Lage 23a eines flächenhaften Faserhalbzeugs auf, welches mit Vorteil mindestens
ein Gewebe, ein Gelege, eine Matte oder ein Vlies enthält. Geeignete Fasern sind anorganische
Fasern, etwa auf der Basis von Glas oder Basalt, oder anorganische Fasern, etwa auf
der Basis von Aramid. Wie aus Fig.3 ersichtlich ist, kann die Verstärkung 23 auch
vorwiegend radial ausgerichtete, ringförmig um die Lage 23a geführte Einlagen 23b
aufweisen, die sich von der Lage 23a radial nach aussen in die einzelnen Schirme der
Beschirmung 21 erstrecken und die mechanische Festigkeit der Beschirmung erhöhen.
[0033] Bei der Fertigung der Durchführung werden der den Stromleiter 10 und den Kondensatorwickel
40 enthaltende Wickelkörper und die Verstärkung 23 in der zuvor beschriebenen, nicht
dargestellten Giessform angeordnet und wie zuvor beschrieben unter Vakuum getrocknet,
mit der ungehärteten Polymermasse imprägniert und die Polymermasse unter Bildung des
Isolators 20 gehärtet.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0034]
- 10
- Stromleiter
- 11
- Stromanschluss
- 20
- Isolator
- 21
- Beschirmung
- 22
- gehärtete Polymermasse
- 23
- Verstärkung
- 23a
- Lage aus Faserhalbzeug
- 23b
- Einlagen aus Faserhalbzeug
- 24, 25, 26
- Abschnitte des Isolators 20
- 30
- Montageflansch
- 40
- Kondensatorwickel
- 41
- Kondensatorbeläge
- 42
- Isolierfolie
- A
- Achse
1. Hochspannungsdurchführung, enthaltend in koaxialer Anordnung:
einen längs einer Achse (A) geführten Stromleiter (10),
einen am Stromleiter (10) befestigten und den Stromleiter (10) umfassenden Isolator
(20), enthaltend eine gehärtete Polymermasse (22),
einen in die gehärtete Polymermasse (22) eingebetteten Kondensatorwickel (40) mit
voneinander elektrisch isolierten Kondensatorbelägen (41), die in radialer Richtung
durch eine um die Achse (A) gewickelte Isolierfolie (42) mit Abstand voneinander gehalten
sind,
einen am Isolator (20) befestigten Montageflansch (30) und
eine vom Montageflansch (30) auf einen Anschluss (11) des Stromleiters (10) erstreckte
Beschirmung (21),
dadurch gekennzeichnet, dass die Beschirmung (21) in eine Mantelfläche des Isolators (20) eingeformt ist, die
von der gehärteten Polymermasse (22) gebildet und radial nach aussen mit Abstand zum
Kondensatorwickel (40) angeordnet ist.
2. Durchführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Polymer der gehärteten Polymermasse ein Duroplast, insbesondere ein Polyurethan
oder ein Epoxidharz, gewählt ist.
3. Durchführung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Duroplast ein cycloaliphatisches Epoxidharz ist.
4. Durchführung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche der Beschirmung (21) mit einem hydrophoben Material beschichtet ist.
5. Durchführung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung von einem Organopolysiloxan gebildet ist.
6. Durchführung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Polymermasse einen anorganischen Füllstoff aufweist.
7. Durchführung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Füllstoff ein Pulver auf der Basis von SiO2 und/oder Al2O3 enthält.
8. Durchführung nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil des Füllstoff an der Polymermasse 60 bis 80 Gewichtsprozent beträgt.
9. Durchführung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass in die Polymermasse eine Verstärkung (23) eingebettet ist.
10. Durchführung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkung in mindestens einen Schirm der Beschirmung (21) erstreckt ist.