(19)
(11) EP 2 515 821 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
09.03.2016  Patentblatt  2016/10

(21) Anmeldenummer: 10814746.3

(22) Anmeldetag:  22.12.2010
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A61G 11/00(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/IB2010/056038
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2011/077401 (30.06.2011 Gazette  2011/26)

(54)

BEGEGNUNGS- UND KONTAKTMATRATZE ODER -KISSEN FÜR KLEINKINDER UND SÄUGLINGE, INSBESONDERE FÜR FRÜH- UND NEUGEBORENE

ENCOUNTER AND CONTACT MATTRESS OR PILLOW FOR SMALL CHILDREN AND INFANTS, IN PARTICULAR FOR PREMATURE AND NEWBORN INFANTS

MATELAS OU COUSSIN DE CONTACT AVEC DES NOURRISSONS ET ENFANTS EN BAS-ÂGE, NOTAMMENT DES PRÉMATURÉS ET NOUVEAUX NÉS


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 22.12.2009 DE 102009059285

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
31.10.2012  Patentblatt  2012/44

(73) Patentinhaber: Esch, Barbara M.
6300 Zug (CH)

(72) Erfinder:
  • Esch, Barbara M.
    6300 Zug (CH)

(74) Vertreter: Heisel, Wolfgang 
HEISEL Patente Marken Designs Hauptstrasse 14
8280 Kreuzlingen
8280 Kreuzlingen (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A1- 1 864 630
US-A- 5 048 136
EP-A2- 0 188 739
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Begegnungs- und Kontaktmatratze gemäss dem Oberbegriff von Anspruch 1. Die Matratze weist die Eigenschaft auf, dass diese zwei (oder mehr) gleiche, ähnliche oder unterschiedlich gestaltete zur Lagerung dienliche Funktionsseiten aufweist, wobei die eine Seite dazu geeignet ist, zu einer Kontaktperson hinzuweisen und eine weitere Seite dafür geeignet ist, einem Säugling eine sichere und angenehme Auflagefläche zu bieten.

    Stand der Technik



    [0002] Im Rahmen einer Krankenhaus- und besonders im Rahmen einer Intensivbehandlung von Säuglingen, insbesondere von Frühgeborenen, treten längere Phasen der Trennung des Kindes von der Mutter auf. Dies hat nicht nur negative Folgen für die körperliche und seelische Entwicklung des Kindes, sondern führt auch zu seelischen Nöten bei der Mutter und zu einer Störung des Beziehungsaufbaus zwischen Mutter und Kind mit zahlreichen negativen Folgen und Unsicherheiten, die die ohnehin schwierige Situation noch weiter verkomplizieren.

    [0003] Für die oft kritische Anfangsphase der Behandlung eines Frühgeborenen, die primär auf das Überleben des Kindes ausgerichtet ist und auch für die Behandlung sehr unreifer oder kranken Kinder, hat sich der Einsatz von Babyinkubatoren, Reanimationseinheiten und Wärmebetten zur Aufrechterhaltung des lebensnotwendigen Klimas bewährt und etabliert.

    [0004] Um den Mangel an echter Begegnung mit der Mutter auszugleichen, wird beispielsweise die Kangaroo-Care-Methode angewendet, bei der das Kind für einige Stunden am Tag dem Inkubator oder Wärmebett entnommen und der Mutter oder einer anderen Bezugsperson (der Einfachheit halber wird im Folgenden immer von Mutter gesprochen) zum Verweilen in einer für das Kind beruhigenden Position auf der Brust der Mutter zugeführt wird. Die Methode des Kangaroo-Care führt zu einer Verbesserung der Bindung zwischen Mutter und Kind und trägt, wie zahlreiche Untersuchungen zeigen, zu einer positiven Entwicklung von Frühgeborenen bei.

    [0005] Die zum heutigen Stand der Technik gehörenden Inkubatoren weisen folgende Merkmale auf: Es handelt sich dabei um eine Vorrichtung zur Aufnahme eines Säuglings beziehungsweise eines Frühgeborenen, wobei diese Vorrichtung nach oben hin geschlossen ist. Der Oberbereich ist als Haube ausgebildet und besteht überwiegend aus transparentem Material. Seitliche Eingriffsöffnungen und die Aufklappbarkeit des Oberteils und der Seitenteile dienen dazu, die notwendige Pflege des Kindes und medizinischen Behandlungen durchzuführen. Die Grösse eines solchen Inkubators ist derart definiert, dass das Kind nicht nur aufgenommen, sondern auch innerhalb des Inkubators gehandhabt werden kann und zusätzliche Ablageflächen vorhanden sind.

    [0006] Inkubatoren sind derart ausgelegt, dass sie Vorrichtungen aufweisen, die ein konstantes feucht-warmes Klima innerhalb des Inkubators bereitstellen.

    [0007] Warme und feuchte Luft wird über Lüftungsschlitze in den Innenraum des Inkubators eingeführt. Lagerungshilfen für Säuglinge sind in unterschiedlichen Ausführungen bekannt.

    [0008] Die üblicherweise in Babyinkubatoren, Reanimationseinheiten und Wärmebetten zur Lagerung von Früh- und Neugeborenen verwendeten Liegeflächen bzw. Auflagen oder Lagerungsvorrichtungen bieten dem Kind in der Horizontallage Auflagefläche (mit der Möglichkeit des über einen Elektromotor gesteuerten stufenlosen Lagenwechsels).

    [0009] Durch diese Positionierung ist ein optimaler Zugang der medizinischen Versorgung und Pflege des Kindes gegeben.

    [0010] Hinzugefügte speziell angeordnete Matratzen, Kissen und Konstruktionen sollen dem Kind (das eine Vielzahl von Positionen einnehmen kann, ohne Unterstützung, Sicherheit oder eine angenehme Lagerung zu erfahren) Lagesicherheit vermitteln. Die einzelnen Lagerungskissen werden je nach Anwendung entsprechend positioniert und liegen in der Regel einfach auf der Lagerungsvorrichtung, beispielsweise einer gewöhnlichen Matratze, auf.

    [0011] Auf einigen Liegeflächen bzw. Auflagen liegt das Kind unmittelbar diesen auf, andere erfordern eine zusätzliche weiche Schicht oder Umkleidung, beispielsweise ein Moltontuch oder eine in besonderer Weise gestaltete Oberfläche aus Materialien mit geringer Wärmeleitfähigkeit oder die Liegeflächen sind auf Körpertemperatur beheizt, um dem Kind keine Wärme zu entziehen und um ungewollten Luftströmungen im Inkubator zu minimieren.

    [0012] Die genannten Lagerungshilfen haben sich als übliche Ausstattung zur Unterstützung der Liegepositionen der Kleinkinder bewährt.

    [0013] Eine typisch verwendete Ausgestaltung einer Lagerungsmatte für Neugeborene ist in der DE 199 093 82 A1 beschrieben. Sie besteht aus einem mit Polyurtehan-Gel gefüllten und von einer Kunststoffhülle ringsum verschlossen umgebenen Kissen. Die Oberseite weist eine regelmässige Berg- und Tal-Struktur auf, wobei sich in der Tal-Struktur Flüssigkeit sammelt, die so nicht mit dem Kleinkind in Kontakt kommen soll.

    [0014] Eine von Folie umgrenzte Auflage zur Lagerung von Neugeborenen in einem Inkubator ist in der Patentschrift DE 699 11 426 T2 gezeigt. Diese Auflagefläche weist eine oder mehrere Kammern auf, die mit Luft befüllbar und teilweise mit Stoff überzogen sind. Über den Befüllungsdruck kann die Härte der Auflagefläche individuell angepasst werden.

    [0015] In der Patentschrift DE 39 10 238 A1 ist eine Sonderform eines aufblasbaren Luftkissens mit einer die Wirkung der Phototherapie verstärkenden Oberfläche beschrieben.

    [0016] Neuere Lagerungsmatratzen beziehungsweise -kissen für Neugeborene bestehen aus einem in Kunststofffolie eingeschlagenen viskoelastischen, sehr weichen Schaumstoff, der dem geringen Gewichtsdruck des Neugeborenen nachgibt.

    [0017] Ebenfalls neuere Ausbildungen sehen vor, dass eine solche Liegefläche mit einer Heizfolie kombiniert wird, um so ein entsprechendes Temperaturniveau über der gesamten Matratze stabil zu halten. In der Regel werden Materialien eingesetzt, die dermatologisch geprüft, leicht zu reinigen und nicht brennbar sind, in einzelnen Fällen sind sie auch antibakteriell ausgestattet.

    [0018] Hilfsmittel zur definierten Lagerung auf einer solchen Lagefläche sind in unterschiedlichen Ausgestaltungen bekannt. Die Lagerungshilfen dienen zur seitlichen Begrenzung, zur Begrenzung des Kopfes oder zur Bauchlagerung.

    [0019] Neben den an sich üblichen praktischen Lagerungshilfen, wie beispielsweise einem gerollten Moltontuch, Windel oder Ähnlichem sind im Rahmen der Entwicklungsfördernden Pflege eine Reihe von sehr hilfreichen Produkten auf dem Markt (zum Beispiel Lagerungskissen aus Gel oder aus Stoff gefertigte durch aufgenähte Falten und Stoffbänder Halt vermittelnde Auflageflächen).

    [0020] Lagerungshilfen aus Schaumstoff mit einer etwas härteren umgebenen Kunststofffolie, wie sie zum Beispiel zur Bauchlagerung des Säuglings verwendet werden, sind auf der Unterfläche oder an einer anderen entsprechenden geeigneten Stelle eingeschnitten, um komprimierte Luft, die durch die Auflage des Kleinkindes entsteht, entweichen zu lassen, damit die Matratze auch im stark komprimierten Zustand noch viskoelastische Eigenschaften aufweist.

    [0021] Ferner sind keilartige Ausbildungen zur Vermeidung von Schädeldeformitäten, wie in der EP 1 795 090 A1 aufgeführt, bekannt und eine für den Transport bestimmte Lagerungsvorrichtung für Neugeborene aus der DE 35 02 003 A1. Letztere besteht aus einem elastisch verformbaren Silikonkautschuk und weist eine wannenförmige Lagerungshilfe für den Kopf des Kindes auf. Das Kind ist darin sicher, weich, wärmestabil und rutschfest zum Transport gelagert.

    [0022] Aus der DE 10 2008 059 469 A1 ist ein Frühchenkokon bekannt, das insbesondere Frühgeborenen in Inkubatoren anzuziehen ist.

    [0023] Es handelt sich dabei um eine Art Anzug in der Ausbildung einer Hülle, die das Frühgeborene in eine entsprechende Lage bringt, aber auch einen hüllenartigen Schutz, vergleichbar mit einem Kokon bietet. Wird der Hautkontakt mit dem Frühgeborenen gesucht, so sind einige Knöpfe und Schlaufen zu öffnen. In der Regel gelangt man nur an den Rumpf des Frühgeborenen. Eine fixierte Lage des Kindes ist dabei nicht gegeben.

    [0024] Aus der US 2008/0256679 A1 ist ein Bekleidungsstück für eine erwachsene Person bekannt, das dazu geeignet ist, mit einem zusätzlichen mit einem Bekleidungsstück versehen zu werden, welches dann geeignet ist, ein Kleinkind aufzunehmen, wobei das Bekleidungsstück für das Kleinkind an das des Erwachsenen lösbar anbringbar ist. Ein direkter Körperkontakt ist dabei nicht vorgesehen.

    [0025] Aus der EP 0 503 231 A1 ist eine Unterlage für ein Kleinkind bekannt, das einen vorzugsweise gepolsterten Boden und wenigstens einen mit Füllmaterial gefüllten Randbereich beschreibt.

    [0026] Aus der US 5,341,531 ist ein Unterlage für ein Kleinkind bekannt, bei dem die seitlich gepolsterten Randbereiche, die beispielsweise in Keilform ausgebildet sind und entfernt werden können.

    [0027] Aus der EP 1 864 630 A1 ist eine Matratze für Kleinkinder und Neugeborene bekannt. Die Matratze zeichnet sich durch Bereiche aus, die eine sichere Lagerung des Kindes zulassen. Die Bereiche entsprechen der Körperform. Die dem Bett zugewandte Seite ist matratzenartig ausgebildet und bietet für das Kind eine feste Unterlage.

    [0028] Die EP 0 188 739 A2 beschreibt eine Vorrichtung zur Lagerung von Personen, insbesondere Neugeborenen für den liegenden Transport. Diese besteht aus einer elastisch formbaren Matratze, die aus einer der Körperform anpassbarem Kunststoffmaterial besteht. Die Matratze hat ein wannenförmig ausgebildetes Kopfteil. Ausnehmungen für den Kopf und Nackenstütze sind ebenfalls vorgesehen. Die zur ebenen Fläche hinweisenden Seite der Matratze ist fest ausgebildet, derart dass eine sichere Lagerung mit Wärmeschutz gegeben ist.

    [0029] Aus der US 5,048,136 ist eine Unterlage bekannt, mit der Kleinkinder und Neugeborene sicher transportiert werden können. In einem räumlichen Körper ausgesparte Ausnehmungen, die der Körperform entsprechen, wird das Kleinkind sicher fixiert. Der Rahmen, in dem sich das Kind dann befindet, ist fest und nicht biegsam.

    Nachteile des Standes der Technik



    [0030] Die aus dem Stand der Technik bekannten Lagerungsmatratzen weisen in der Regel nur eine Funktionsseite auf, nämlich die zum Kind hingewandte Seite.

    [0031] Diese Seite eignet sich dazu, dem Kind in unterschiedlichen Positionen eine sichere und wärmestabile Auflagefläche bereit zu stellen.

    [0032] Darüber hinaus ist sie derart ausgestaltet, dass Flüssigkeiten vom Körper des Kindes ferngehalten werden, um so Folgeschäden zu vermeiden. Die Rückseite ist oft identisch mit der Funktionsseite und weist keine besonderen Vorrichtungen auf. Ferner sind Einrichtungen vorgesehen, die ein konstantes Temperaturniveau über die gesamte Lagerfläche ermöglichen.

    [0033] Die bekannten Lagerungsmatratzen sind mit allen oder mit der Mehrzahl dieser positiven Eigenschaften ausgestattet, weisen aber keinerlei Vorrichtungen auf, durch die die Trennung des Kindes von der Mutter aufgehoben oder überbrückt werden könnte.

    [0034] Die Anwendung der Kangaroo-Care-Methode erfordert eine aufwändige Umpositionierung des oft durch Beatmungs- und Infusionsschläuche eingeschränkt transportfähigen Kindes und die Überführung zur Position auf der Brust der Mutter, die zumeist neben dem Inkubator sitzt. Dabei ist die Unterstützung durch eine oder mehrere Pflegepersonen notwendig. Der hohe Zeit- und Personalaufwand begrenzt die Anwendung der Methode zum Beispiel auf die gewöhnlichen Besuchszeiten.

    [0035] Darüber wird die Kangaroo-Care-Methode erst spät im Behandlungsverlauf und nicht bei schwer erkrankten Kindern angewendet. Gerade in diesen Fällen wäre eine intensivere Unterstützung durch die Mutter aber wünschenswert.

    Aufgabe der Erfindung



    [0036] Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, eine Begegnungs- und Kontaktmatratze bereitzustellen, die neben der Funktion einer stabilen, sicheren und bequeme Lagerung des Neugeborenen auch die Möglichkeit bietet, eine zeitlich unbeschränkte Begegnung von Mutter und Kind unter natürlichen Bedingungen zu schaffen. Die Überführung in diese Position soll auf eine einfache Weise und auch weniger zeit- und personalintensiv im Vergleich zum Stand der Technik, erfolgen können.

    Lösung der Aufgabe



    [0037] Die Lösung der Aufgabe wird in den Merkmalen des Anspruches 1 dargestellt. Die Unteransprüche stellen mehrere Weiterbildungen der Erfindung dar.

    Vorteile der Erfindung



    [0038] Die erfindungsgemässe Begegnungs- und Kontaktmatratze, bzw. das Begegnungs- und Kontaktkissen, ist in drei Bereiche unterteilt, nämlich in Randzonen, Übergangszonen und in die eigentliche Begegnungszone, bzw. Kontaktzone.

    [0039] Die Matratze kann sowohl in Alleinfunktion als auch als Bestandteil eines Inkubators oder Wärmebetts ausgebildet sein, wobei diese dann die herkömmliche Matratze ersetzt.

    [0040] Ist es jedoch erforderlich, dass ein bestimmtes Mikroklima für den Säugling bereitgestellt wird, so weist die Begegnungs- und Kontaktmatratze eine Haube auf, die den Säugling umschliesst. In der Regel besteht diese Haube aus einem flexiblen Material und kann zeltartig auf- und abgebaut werden. Durch diese kann um den Säugling herum ein bestimmtes Klima erhalten bleiben, auch im Liege- und/oder Transportzustand.

    [0041] Einer der wesentlichen Vorteile der Erfindung besteht darin, dass die Begegnungs- und Kontaktmatratze eine dauerhafte Begegnung den natürlichen Austausch zwischen Mutter und Kind ermöglicht und fördert, indem sie eine für Mutter und Kind sichere und angenehme Lagerung bereitstellt.

    [0042] Die Begegnungs- und Kontaktmatratze kann jedoch nicht nur eine matratzenartige Ausgestaltung aufweisen, sondern kann auch als Kissen oder kissenähnliche Struktur ausgebildet sein.

    [0043] Die Bewegungs- und Kontaktmatratze kann in unterschiedlichen Funktionszusammenhängen eingesetzt werden.

    [0044] Zum einen dient sie als einfache Matratze, die beispielsweise auf den Körper der Mutter gelegt werden kann, sodass das Kind sicher, stabil und bequem gelagert ist aber auch vergleichbar mit der Kangaroo-Care-Methode mit der Mutter körperlichen Kontakt aufnehmen kann. Ein Haut- zu Hautkontakt kann auf einfache Weise über Aussparungen in der Bewegungs- und Kontaktmatratze erreicht werden.

    [0045] Wie beim Kangaroo-Care werden auch hier physiologische Vorgänge bei der Mutter (beispielsweise durch Gerüche und taktile Reize die Ausschüttung von Bindungshormonen und Wohlbefinden) und Reifung und Entwicklung des Säuglings angeregt.

    [0046] Die Begegnungs- und Kontaktmatratze lässt sich auch im Bett der Mutter und auch in Kleidung und Tragesystemen einbinden. Sie ist jeweils fester oder austauschbarer Bestandteil dieser Vorrichtung und kann je nach den Anforderungen an Einsatzweise und Funktion entsprechend ausgebildet sein.

    [0047] Diese besonderen Ausgestaltungen ermöglichen eine Ausweitung der Anwendung beispielsweise der Kangaroo-Care-Methode auf Alltagssituationen aber auch hin zur Behandlung schwer kranker Säuglinge, die bisher nicht oder nicht so früh die wohltuende Unterstützung durch die Mutter erfahren konnten und auf noch andere hier nicht genannte Anwendungsbereiche.

    [0048] Vorteilhafterweise können alle erdenklichen nach dem Stand der Technik bekannten Materialien oder eine Kombination aus diesen oder auch neue oder neu entwickelte Materialien zum Bau der Begegnungs- und Kontaktmatratze bzw. des Begegnungs- und Kontaktkissens verwendet werden, um die definierten Funktionen und Eigenschaften zu erreichen. Mitunter werden bekannte Materialien in einfacher Weise verwendet und verarbeitet. In einigen Fällen wird schon allein durch die besondere Form oder Struktur (z.B. eine Oberfläche mit Rillen oder mit einer anderen eingearbeiteten Oberflächenstruktur) eine beabsichtigte Eigenschaft oder Funktion, wie die Verteilung von Gewicht oder das Ableiten von Flüssigkeiten erreicht.

    [0049] Die Begegnungs- und Kontaktmatratze ist in vielen Ausführungsformen verwendbar. Neben der Matratzen- und Kissenform ist sie auch als Decke, als integrativer oder austauschbarer Bestandteil eines Kleidungsstücks oder Trageelements, einer Hängematratze oder als ein Teil der genannten Strukturen oder hier nicht ausdrücklich genannter Kleidungsstücke und Gegenstände einsetzbar.

    [0050] Diese vorteilhaften Ausbildungen sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen beschrieben.

    Zeichnungen



    [0051] Die Erfindung ist in unterschiedlichen Ausführungsformen und in Zeichnungen dargestellt.

    [0052] Es zeigen:
    Fig. 1
    eine schematische Ansicht auf die Begegnungs- und Kontaktmatratze in der Anwendung;
    Fig. 2
    eine Draufsicht auf die Begegnungs- und Kontaktmatratze, von der Seite des Kindes;
    Fig. 3 [A-F]
    unterschiedliche Ausführungsformen der Begegnungs- und Kontaktmatratze mit unterschiedlicher Gestaltung der Auflageflächen;
    Fig. 4
    eine Darstellung des Prinzips einer speziellen Verwendung einer Begegnungs- und Kontaktmatratze;
    Fig. 5 [A-B]
    zwei weitere Anwendungen von zuvor dargestellten Begegnungs- und Kontaktmatratzen unter einer Haube bzw. in einem Inkubator;
    Fig. 6 [A-D]
    eine Ausführungsform eines Inkubators mit einer integrierten Begegnungs- und Kontaktmatratze;
    Fig. 7 [A-G]
    eine spezielle zusammenfaltbare Ausführungsform einer Begegnungs- und Kontaktmatratze mit umschliessender Haube;
    Fig. 8 [A-E]
    Beispiele für technische Lösungen, die ein Hinführen des Inkubators oder "Haubengerätes" zur Kontaktperson unterstützen.

    Beschreibung der Ausführungsbeispiele


    Prinzipien der Begegnungszone



    [0053] Der Grundgedanke der Erfindung ist es, eine insbesondere auf längere Zeit angelegte natürliche Begegnung zwischen Mutter und Kind zu ermöglichen, dadurch, dass sowohl für die Mutter als auch für das Kind eine sichere und angenehme Lagerung bereitgestellt wird.

    [0054] Die Begegnungs- und Kontaktmatratze 1 beziehungsweise das Begegnungs- und Kontaktkissen weist statt einer ausschliesslichen Lagerungsfläche für das Kind (wie sie bei den üblichen Matten umgesetzt wird) eine spezifisch gestaltete Seite für die Kontaktperson 3 und eine spezifisch gestaltete Seite für das Kind 2 auf. Zwischen den beiden Seiten ist der vorwiegend matratzen- oder mattenbeziehungsweise tuchartig ausgestaltete Begegnungsbereich 5 angeordnet.

    [0055] Die Begegnungs- und Kontaktmatratze 1 weist im Wesentlichen drei Bereiche auf, wie beispielsweise in Fig. 1 - 3 dargestellt. Neben der Begegnungszone 5 sind Übergangszonen 6 sowie Randzonen 8 vorgesehen.

    [0056] Es könnte bei einer einfachen Ausführung sein, dass beide Seiten sich nicht unterscheiden beispielsweise bei einer sehr durchlässigen zum Beispiel mit Folien gestalteten Kontaktfläche oder einer grossen Aussparung im Bereich der Kontaktmatratze. Die Folien können aus Stoff, Kunststoff oder einem Gemisch oder einer Kombination aus beiden oder mit anderen Materialien bestehen und beispielsweise netzartig ausgestaltet sein.

    [0057] Es wäre ebenfalls denkbar, dass die Begegnungs- und Kontaktmatratze 1 beispielsweise keilförmig, das heisst mit 5 Seiten oder auch durch hohe Lagerungshilfen würfelförmig, das heisst 6-seitig, ausgebildet ist. Sie könnte auch kugelförmig, oval oder in anderer Weise ausgeführt sein, wobei die Seiten in diesem Fall und erst durch das Gewicht durch die Auflage des Kindes flexibel entstehen und definiert werden.

    [0058] So wäre auch ein Gebilde mit nach zwei oder mehreren Kindern (zum Beispiel Zwillingen) zugewandten Seiten und einer der Kontaktperson entgegen weisenden Seite denkbar, ebenso ein Gebilde mit einer Liegefläche für ein Kind (oder auch wieder für zwei und mehr) und mit zwei den Kontaktpersonen (beispielsweise den Eltern) zugewandten Seiten.

    [0059] Der beschriebene Begegnungsbereich 5 ist je nach Bedarf gestaltet, (Fig. 3 [A] - [E] vorwiegend derart, dass eine Begegnung im Sinne der Kangaroo-Care-Methode zwischen einer erwachsenen Kontaktperson 3 und vornehmlich einem Säugling 2 stattfindet und gegebenenfalls die Übermittlung taktiler Reize, akustischer Signale und eventuell von Gerüchen oder auch Wärme möglich ist. Der die Begegnung vermittelnde Bereich kann je nach Anführungsform und Anforderung auch für Luft, Feuchtigkeit oder Keime durchlässig oder undurchlässig gestaltet sein. Hierfür sind aus dem Stand der Technik unterschiedliche Materialien bekannt, die in die Begegnungsbereiche 5 der Matratze 1 eingefügt werden können. Vorzugsweise sind diese zu vernähen. Aber auch Kleben ist denkbar. Eine Alternative könnte auch darin bestehen, dass die Folien in den Begegnungsbereichen austauschbar sind und beispielsweise über Klettverschlüsse an der übrigen Matratze fixierbar sind.

    [0060] Ein weiterer Grundgedanke der Erfindung ist es, die Begegnungszone 5 derart zu gestalten, dass das Neugeborene weich und sicher liegt und gegebenenfalls durch Lagerungshilfen 4 in der gewünschten Position gehalten und gegebenenfalls durch ein Befestigungssystem gegen ein ungewolltes Wegrutschen gesichert ist. Durch seine grössere Mobilität scheint neu ein besonderer Schutz des Kopfes des Kindes wichtig.

    [0061] Die der Kontaktperson 3 zugewandten Seite der Begegnungszone 5 soll ausreichend gross, angenehm und komfortabel gestaltet sein, sodass die Position über einen langen Zeitraum ohne Mühe beibehalten werden kann.

    [0062] Bedeckt eine Folie oder ein Kissen für längere Zeit die Haut und ist diese sogar von der Luft abgeschlossen, so tritt körperliches Unwohlsein auf. Schwitzen auf der Haut führt zu einer Entzündung der Haut und zu lange Druckeinwirkung, sei es auch durch das eigene Körpergewicht bedingt, zu einem Auflagegeschwür.

    [0063] Befindet sich eine luftdichte Barriere zwischen der Kontaktperson und dem Kind, sind die unmittelbar im Hautkontakt stehenden Flächen nach Struktur und Materialeigenschaften so gestaltet, dass eine gute Belüftung besteht und eine angenehme auf längere Zeit angelegte Lagerung möglich ist. Hierfür sind Rillen, auch Berg- und Tal-Strukturen der Oberfläche vorgesehen oder sie besteht vorwiegend aus atmungsaktivem Material oder enthält selbst andere Mechanismen, die für eine Belüftung der Haut bzw. dem Abtransport von Flüssigkeiten sorgen.

    [0064] Eine alternative Ausführungsform sieht vor, die Begegnungszone an der Kontaktperson so zu befestigen beispielsweise mit speziellen Klebeflächen an der Haut oder in ein Kleidungsstück, beispielsweise in ein T-Shirt oder Patientenpfleghemd so zu integrieren, dass die Begegnungsfläche nicht wegrutschen kann, wenn die Kontaktperson zum Beispiel einschläft oder aufschreckt.

    [0065] Die Kontakt- und Begegnungsmatratze bzw. die gesamte Ausbildung ist leicht und soll für die Kontaktperson kaum spürbar sein; optimalerweise erfährt die Kontaktperson ausschliesslich das Eigengewicht des Kindes.

    [0066] Durch eine unmittelbare und dichte Lagerung an der Kontaktperson, z. B. nur über die Vermittlung einer Folie, eines Stoffes oder Gewebes kann dieses im Sinne eines bestens von der Natur gemachten Lagerungskissen dienen, das sich zudem im Atemrhythmus bewegt, die dem Kind schon vertrauten Herztöne abgibt und mit dem Kind in der ihm vertrauten Weise spricht.

    [0067] Die erfindungsgemässe Begegnungszone 5 kann je nach Bedürfnissen in Form und verwendetem Material sehr unterschiedlich ausgestaltet sein wie in Fig. 1 bis 8 aufgezeigt. Sie kann aus einem Stück gefertigt sein (z. B. aus Silikonkautschuk oder anderem Material). Sie kann aus verschiedenen Lagen und Schichten von Materialien bestehen, kann Aussparungen und fest angebrachte oder abnehmbare Lagerungshilfen und Vorrichtungen zum Schutz oder zum Befestigen des Kindes auf der Matratze enthalten.

    [0068] Ein erstes Ausführungsbeispiel - dargestellt in den Fig. 1 - 4 - einer Begegnungszone 5 besteht in der flachen Ausgestaltung einer Membran, bzw. Folie, die in der Auflagefläche des Kindes 2 durch eine Aussparung unterbrochen ist und so eine Lagerung von Kontaktperson 3 und Kind 2 mit Haut zu Hautkontakt ermöglicht, so wie bei der Kangaroo- Care- Methode, oder es ist eine nur sehr dünne oder unterbrochene Barriere (wie zum Bespiel eine dünne Folie oder ein netzartiger Stoff) vorgesehen.

    [0069] Während die unmittelbare Begegnungszone hier vorwiegend möglichst dünn gestaltet oder mit Aussparungen versehen ist, enthält die umgebende Zone weitere Funktionen wie die Aufnahme oder den Abtransport von Feuchtigkeit oder die Befestigung von Lagerungshilfen und Fixiersystemen.

    [0070] Mit den neueren technischen Möglichkeiten könnte man z. B. durch miteinander Verschweissen mehrerer physiologisch unbedenklicher Folien mit gewünschten Materialeigenschaften, beispielsweise besonders dünne im Hautkontakt angenehme und zugleich reissfeste Folien, für diese Anwendung herstellen. Bevorzugt wird eine mikroskopisch kleine Berg- und Tal-Struktur oder eine sinngemässe Prägung vorgeschlagen, auf der eine Tropfenbildung oder eine Wasseransammlung aufgrund der Oberflächenstruktur nicht möglich ist. Die Umgebungszone ist vorwiegend so gestaltet, dass ein Abtransport von Feuchtigkeit radial nach aussen möglich ist.

    [0071] Ebenfalls ist vorgesehen, dass die Schicht von Kind 2 zur Kontaktperson 3 hin durchlässig bzw. porös gestaltet ist, sodass sich möglicherweise unterhalb des Kindes auf der Liegefläche angesammelte Flüssigkeit über ein Abgleichsystem auf der der Kontaktperson zugewandten Seite abgeführt wird.

    [0072] Fig. 3 zeigt Formvarianten für Aussparungen oder eine besonders durchlässige Bereiche der Begegnungsmatratze 1 in der Draufsicht.

    [0073] Soll eine länger andauernde bequeme Lagerung des Kindes auf der Begegnungsmatratze erfolgen, wäre eine gekammerte vorwiegend mit einem Gel oder einer zähfliessenden Flüssigkeit gefüllte Matratze oder eine Matratze aus viskoelastischem Schaumstoff vorteilhaft (wie sie in Inkubatoren, in der Dekubitustherapie und -prophylaxe verwendet werden).

    [0074] Eine Weiterentwicklung einer mit Gel oder zähfliessenden Flüssigkeit gefüllten Begegnungs- und Kontaktmatratze besteht bevorzugt aus einer mit einem Gel gefüllten Matratze mit unterschiedlich weicher Umhüllung. Die Lagerungshilfen sorgen für eine stabile Lagerung des Kindes auf der Matratze.

    [0075] Gemäss Fig. 5 [A-B] wäre es auch möglich, die Seiten - oder Bodenklappe eines Inkubators 44 gegen eine passende Begegnungs- oder Kontaktmatratze 1 auszutauschen und durch Hinzuführen zur Mutter, beispielsweise durch ein entsprechende Hebemechanismus bzw. an einem Gerät angebrachte Konstruktion in einen Mutter-und-Kind-Inkubator zu verwandeln. Dabei stellen die mit dem Bezugszeichen 45 und 46 versehenen Merkmale Versorgungs- und Bedieneinheiten für den Inkubator 44 dar.

    [0076] Der in Fig. 6 dargestellte Inkubator besteht aus einer, wie bei Inkubatoren 44 üblich, einer Umhausung in der Form einer Haube, wobei auf der unteren Seite des Inkubators die Kontaktmatratze 1 angeordnet ist. Vorzugsweise bilden Inkubator 44 und Kontaktmatratze 1 eine integrative Baugruppe.

    [0077] Insbesondere im Übergang zum Gehäuse des Inkubators 44 sind Polsterelemente 47 vorgesehen, sodass, so wie in Abschnitt D dargestellt, beim Aufsetzen des Inkubators mit dem innenliegenden Kindes, die Kanten der Haube des Inkubators keine Verletzungen herbeiführen.

    [0078] Wird die erfindungsgemässe Begegnungs- und Kontaktmatratze als Begegnungszone unter einer zeltähnlichen umgebender Stoff-Folien-Konstruktion wie in Fig. 7 [A-G] eingeführt, unter der ein konstant feuchtes Klima aufrechterhalten wird, so entsteht daraus eine einfache Form eines Inkubators, der zum Transport von Kontaktperson und Kind oder auch als Notfallinkubator Einsatz finden könnte. Ebenso könnten er als Einmalartikel (Single-Use) Verwendung finden oder als Grundlage für einen in den Entwicklungsländern anzuwendenden Inkubator dienen. Ein umlaufender Reissverschluss 53 bietet die Möglichkeit, die Matratzen an andere Gegenstände anzuheften.

    [0079] Die erfindungsgemässe Begegnungs- und Kontaktmatratze 1 ist somit eine sehr flexible Konstruktion, die auch über ein sehr kleines Packmass verfügt. Sie weist eine starke Umrandung auf, die flexibel ist, wobei der übrige Teil, insbesondere der Übergangsbereich, hin zum Begegnungsbereich aus einer flexiblen Folie besteht, die kontakt- beziehungsweise hautfreundlich ist. Die Begegnungszone selbst kann in unterschiedlichen Ausführungsformen ausgestaltet sein, so wie es zuvor bereits beschrieben worden ist. So wie in Fig. 7 [A - E] dargestellt, ist der Mini-Inkubator sehr einfach aufzubauen. In der Regel, je nach Ausbildung der Umrandung, schlägt sich auch dieser Mini-Inkubator selbst auf.

    [0080] Die zuvor beschriebenen Haube 51 weist, damit eine entsprechende Stabilität vorhanden ist, zusätzlich Stabilisierungselement auf, damit die Haubenstruktur beibehalten bleibt. Die Kontaktmatte selbst ist derart ausgestaltet, dass sie Ausschnitte auch für den Kopfbereich der Kontaktpersonen aufweist, sodass die Kontaktperson selbst auf zumindest einen Teil der Bewegungs- und Kontaktmatratze liegen kann (der Kopf), wohingegen der restliche Körper, auch um zu vermeiden, dass entsprechender Wärmeverlust auftritt, abgedeckt ist.

    [0081] Fig. 8 [A-E] geben einen beispielhaften Ausblick auf weitere mögliche neue Geräte, die mit der Verwendung einer Kontakt- und Begegnungsmatratze erst möglich werden.

    [0082] Fig. 8 [A-E] gibt eine Auswahl von technischen Lösungen, die die Anwendung der neuen Geräte im Alltag andeuten

    [0083] Alle genannten Matratzen können durch die Wahl eines Überzuges oder die Integration von durchlässigen oder undurchlässigen Folien oder durch Gestaltung der Oberfläche beispielsweise durch eine Beschichtung oder Membran mit weiteren Funktionen versehen werden. Sämtliche der hier beschriebenen Ausbildungsformen der Begegnungs- und Kontaktmatratze sind alleine zu verwenden oder sind geeignet, dem sinngemässen Gebrauch in anderen Zusammenhängen Anwendung zu finden, beispielsweise in einem Inkubator, Wärmebett oder auch integriert an entsprechende Kleidung.

    [0084] Die Auflagefläche an der der Kontaktperson zugewandten Seite kann auch in den zuletzt genannten Beispielen mit einer Flüssigkeit ableitenden eingeprägten Struktur versehen sein. Eine andere Möglichkeit stellt eine auf- bzw. eingearbeitete Beschichtung (z.B. Beflockung) oder vorwiegend fest aufgebrachte Feuchtigkeit ableitende Membran vorwiegend aus atmungsaktivem Gewebe dar. Bei dickeren Auflageflächen wäre es auch möglich, die Feuchtigkeit über einen in der Funktionszone eingebauten chemischen Vorgang zu entziehen (z.B. durch ein ungiftiges Granulat, das der Umgebung Feuchtigkeit entzieht) oder durch einen anderen Feuchtigkeit ableitenden Mechanismus.

    [0085] Die Erfindung ist neben den bisher beschriebenen Verwendungen vorteilhaft für jeweilige Ausgestaltungen folgender Geräte einsetzbar:
    • Inkubator für Neugeborene (in den verschiedenen bekannten oder noch zu entwickelnden Variationen);
    • neues Gerät oder Gerätegattung, das/die aufgrund der Erfindung erst möglich wird (eine mit Matte versehene Haubenkonstruktion)
    • Wärmebetten und andere Intensiv- und Palliativpflegesysteme;
    • mit kleinem Packmass in Notarztwagen, Arzt- und Hebammepraxis;
    • im Bett der Mutter oder Kontaktperson;
    • in Kleidungsstücken, in Rucksäcken und Taschen;
    • im Kinderwagen und anderen mehr.


    [0086] Wenn auch die erfindungsgemässe Vorrichtung in erster Linie für Neugeborene, insbesondere für Frühgeborene, geeignet und bestimmt ist, ist sie nicht auf diesen Anwendungszweck beschränkt, sondern kann sinngemäss auch für gesunde Säuglinge und Kleinkinder mit bettlägeriger Mutter (z.B. nach Kaiserschnittentbindung), für ältere Kinder und die Mutter, oder zwischen Kindern oder auch zwischen Erwachsenen Anwendung finden.


    Ansprüche

    1. Begegnungs- und Kontaktmatratze, bestehend aus mindestens einem tuch-, oder, decken-,ähnlichen Grundkörper mit zwei Seiten, wobei eine Seite geeignet ist, einem Früh-, Neugeborenen oder Säugling eine Auflagefläche zu bieten, wobei die eine Seite Lagerungshilfen aufweist,

    - der Grundkörper der Auflagefläche in mindestens drei Bereiche aufgeteilt ist, nämlich in einen Randzonenbereich (8), einen Übergangsbereich (6) und einen Begegnungsbereich (5),

    - die zweite Seite für die Kontaktaufnahme von einer Kontaktperson (3) geeignet ist und die zweite Seite ebenfalls den Begegnungsbereich (5) umfasst, und

    - der Begegnungsbereich (5) derart ausgebildet ist, dass eine Übertragung von taktilen und/oder akustischen Reizen und/oder Wärme von der einen Seite zu der zweiten Seite der Begegnungs- und Kontaktmatratze (1) möglich ist, wobei die Begegnungs- und Kontaktmatratze (1 im Begegnungsbereich (5) Aussparungen vorgesehen sind und dass innerhalb der Aussparungen (5) folien- oder stoffartige Elemente vorgesehen sind, die eine Übertragung von taktilen und/oder akustischen Reizen und/oder Wärme von der einen Seite zu der anderen Seite der Begegnungs- und Kontaktmatratze (1) ermöglichen und dadurch gekennzeichnet, dass

    - die Begegnungs- und Kontaktmatratze (1) mit einer Haube (51) versehen ist, wobei die Haube (51) Stabilisierungselemente aufweist, wobei die Begegnungs- und Kontraktmatratze (1) eine flexible Umrandung aufweist, derart die Begegnungs- und Kontaktmatratze (1) zusammenfaltbar ist.


     
    2. Begegnungs- und Kontaktmatratze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass, das Material im Begegnungsbereich (5) eine Folie oder stoff- oder netzartig ausgebildet ist, die im Wesentlichen in Bezug auf die Dicke dünner ist als die Rand- (8) und Übergangsbereiche (6).
     


    Claims

    1. Encounter and contact mattress, consisting of at least one cloth-like, blanket-like, or similar main body having two sides, wherein one side is suitable for offering a supporting face to a prematurely born or newborn infant or a baby, wherein the one side has supporting aids,

    - the main body of the supporting face is subdivided into at least three regions, namely into a peripheral-zone region (8), a transition region (6), and an encounter region (5),

    - the second side is suitable for establishing contact by a contact person (3), and the second side likewise comprises the encounter region (5), and

    - the encounter region (5) is configured in such a manner that transmission of tactile and/or acoustic stimulation and/or warmth from the one side to the second side of the encounter and contact mattress (1) is possible, wherein the encounter and contact mattress (1) in the encounter region (5) has clearances provided therein, and in that film-type of cloth-type elements which enable transmission of tactile and/or acoustic stimulation and/or warmth from the one side to the other side of the encounter and contact mattress (1) are provided within the clearances (5),

    characterized in that
    the encounter and contact mattress (1) is provided with a hood (51), wherein the hood (51) has stabilizing elements, wherein the encounter and contact mattress (1) has a flexible border in such a manner that the encounter and contact mattress (1) is capable of being folded up.
     
    2. Encounter and contact mattress according to Claim 1, characterized in that the material in the encounter region (5) is a film or is configured in the manner of a cloth or a net, said material in terms of thickness being substantially thinner than the peripheral regions (8) and the transition regions (6).
     


    Revendications

    1. Matelas de rencontre et de contact, composé d'au moins un corps de base similaire à un tissu ou une couverture, avec deux côtés, un côté étant adapté pour proposer une surface portante à un prématuré, à un nouveau-né ou à un nourrisson, ledit côté comportant des éléments auxiliaires de positionnement ;

    - le corps de base de la surface portante étant divisé en au moins trois zones, notamment une zone de bordure (8), une zone de transition (6) et une zone de rencontre (5) ;

    - le deuxième côté étant adapté à la prise de contact d'une personne de contact (3) et le deuxième côté comprenant également la zone de rencontre (5) ; et

    - la zone de rencontre (5) est réalisée de telle sorte qu'une transmission des stimulations tactiles et/ou acoustiques et/ou de la chaleur du premier côté au deuxième côté du matelas de rencontre et de contact (1) est possible, le matelas de rencontre et de contact (1) comprenant dans la zone de rencontre (5) des évidements et qu'à l'intérieur des évidements (5), des éléments de type substance en film ou en tissu sont prévus permettant une transmission des stimulations tactiles et/ou acoustiques et/ou de la chaleur d'un côté à l'autre côté du matelas de rencontre et de contact (1) ; et

    caractérisé en ce que :

    le matelas de rencontre et de contact (1) est pourvu d'une coiffe (51), la coiffe (51) comportant des éléments de stabilisation ;

    le matelas de rencontre et de contact (1) comporte un pourtour flexible, de telle sorte le matelas de rencontre et de contact (1) peut être replié.


     
    2. Matelas de rencontre et de contact selon la revendication 1, caractérisé en ce que le matériau est réalisé, dans la zone de rencontre (5), à la façon d'un film ou d'une étoffe ou d'un filet pour l'essentiel plus fin, en terme d'épaisseur, que les zones de bordure (8) et les zones de transition (6).
     




    Zeichnung



































    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente