Stand der Technik
[0001] Bei Möbeln mit einem an einem Korpus bewegbar aufgenommenen Möbelteil sind Vorrichtungen
mit einer Verstelleinheit zur Festlegung einer Schließposition des Möbelteils bekannt.
Mit der Verstelleinheit ist es möglich, eine im Regelbetrieb des Möbels ausführbare
Schließbewegung des Möbelteils in ihrem Endpunkt durch Bereitstellung eines den Endpunkt
festlegenden verstellbaren Anschlags vorzugeben. Dies ist insbesondere bei Möbeln
mit Möbelteilen wie z.B. Schubladen notwendig, welche im geschlossenen Zustand vollständig
in einem Aufnahmevolumen des Korpus versenkbar sind. Dabei steht in der Regel eine
Frontseite des Möbelteils an einer Stirnseite des Korpus nicht über. Möbelteile mit
versenkbarer Frontseite werden bei Schubladen auch als "Inset Drawer" bezeichnet.
Dabei kann eine Frontblende so reduziert sein, dass keine Randbereiche an Seitenwänden
oder einem Boden der Schublade überstehen. Somit können die fehlenden Überstände der
Randbereiche an der Front der Schublade auch nicht als Gegenfläche für einen Kontakt
mit einem Anschlag z.B. mit einer Stirnfläche des Korpus dienen. Damit besteht frontseitig
am Möbelteil bzw. am Korpus keine Möglichkeit einen Endpunkt der Schließbewegung des
Möbelteils festzulegen. Ein Endpunkt der Schließbewegung ist daher an anderer Stelle
vorzugeben.
[0002] Je nach Fertigungstoleranzen von Bauteilen und/oder Abweichungen in der Montagegenauigkeit
z.B. einer Führungsvorrichtung für das bewegbare Möbelteil, kann es zudem vorkommen,
dass das Möbelteil im geschlossenen Zustand bzw. in Anschlagstellung sich nicht an
einer gewünschten Schließposition befindet bzw. zu weiteren bzw. benachbarten Möbelteilen
unterschiedlich weit im Korpus eingefahren ist. Dies führt regelmäßig zu einem uneinheitlichen
Frontbild des Möbels.
[0003] Aus
DE 203 241 444 U1 ist eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bekannt.
Aufgabe und Vorteile der Erfindung
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, bei Möbeln der einleitend genannten Art,
eine Schließsituation verbessert vorgeben zu können.
[0005] Diese Aufgabe wird durch den unabhängigen Anspruch gelöst.
[0006] Die abhängigen Ansprüche betreffen vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung.
[0007] Die Erfindung geht zunächst aus von einer Vorrichtung für ein Möbel, das ein an einem
Korpus bewegbar aufgenommenes Möbelteil umfasst, wobei die Vorrichtung zur Festlegung
einer Anschlagposition des Möbelteils dient, mit einer Verstelleinheit, die einen
verstellbaren Anschlag aufweist und welche eine im Regelbetrieb ausführbare Schließbewegung
des Möbelteils begrenzt. Ein wesentlicher Aspekt der Erfindung liegt darin, dass die
Verstelleinheit ein federnd aus einer Ausgangsposition auslenkbares Anschlagteil umfasst,
wobei die Anschlagposition durch das Maß einer Auslenkung in einer fixierten Auslenkstellung
des Anschlagteils bestimmt ist. Erfindungsgemäß ist eine Keilgetriebeanordnung vorgesehen,
über welche die Drehbewegung des Bedienelements in eine Verstellbewegung des Stellelements
überführbar ist. Eine Keilgetriebeanordnung ist besonders platzsparend, einfach und
zuverlässig. Erfindungsgemäß kann vorteilhafterweise im Zustand des geschlossenen
bewegbar aufgenommenen Möbelteils eine Anschlagposition für das Möbelteil einfach
eingestellt werden. Die Verstelleinheit kann insbesondere direkt bzw. auch indirekt
positionsfest mit dem bewegbaren Möbelteil oder mit dem Korpus verbunden sein. Das
auslenkbare Anschlagteil kann wiederum direkt oder indirekt am entsprechend anderen
Bauteil des Möbels, also sich entweder am bewegbaren Möbelteil oder am Korpus abstützen.
Die Auslenkung des Anschlagteils zur Festlegung der Anschlagposition kann von der
Ausgangsposition grundsätzlich in zwei entgegen gesetzten Auslenkrichtungen verstellt
werden und in einer vorgebbaren Auslenkstellung fixiert werden. Das Anschlagteil kann
von der Ausgangsposition aber auch in nur eine Richtung ausgelenkt verstellt werden.
Im ersten Fall kann ein maximal abdeckbarer Verstellweg größer sein, zum Beispiel
doppelt so groß sein gegenüber dem zweiten Fall bei ansonsten vergleichbaren Randbedingungen.
[0008] Insbesondere ist es vorteilhaft, dass die Festlegungsvorrichtung bzw. die Verstelleinheit
als ein Bauteil ausgebildet ist. Dieses Bauteil kann je nach Anwendungsfall wahlweise
an unterschiedlichen Stellen vorgesehen werden.
[0009] Die Vorrichtung ist insbesondere für ein Möbel vorteilhaft, das eine Vorderseite
mit einer Möbelteilfront und einer Korpusfront umfasst und Außenabmessungen der Möbelteilfront
geringer sind, als Außenabmessungen eines freien Querschnitts einer vorderseitigen
Aufnahmeöffnung im Korpus, an welche sich ein Raum für die Aufnahme des Möbelteils
im Korpus anschließt. So ist bei der Bewegung des Möbelteils die Möbelteilfront über
einen vergleichsweise geringen Spalt beabstandet zu Abschnitten des Korpus, welche
die Aufnahmeöffnung begrenzen. Dies betrifft z.B. frontreduzierte Schubladen bzw.
"Inset-Drawers", welche keine breite Frontblende aufweisen, sondern lediglich eine
Frontblende, die so breit bzw. hoch ist, wie das durch Seitenteile und Boden gegebene
Außenmaß des Schubladenkörpers. Mit der erfindungsgemäßen Verstelleinheit lässt sich
vorteilhaft eine exakt bündige Versenkung der Frontseite des Möbelteils zu einer Stirnfläche
des Korpus bzw. zu einer mit dieser fluchtenden oder zu dieser parallelen Ebene einstellen.
[0010] Mit dem federnd auslenkbaren Anschlagteil lässt sich eine Anschlagposition besonders
einfach und präzise bzw. insbesondere stufenlos einstellen.
[0011] Die Bedienung der Verstelleinheit durch eine Person erfolgt z.B. mit einem einfachen
Werkzeug oder bevorzugt werkzeuglos, insbesondere mit einer einfachen Handbewegung.
[0012] Besonders bevorzugt ist es, dass die Verstelleinheit an einer Kuppeleinrichtung zur
insbesondere verrastbaren und lösbaren Anbringung des Möbelteils an einer dem Möbelteil
zugeordneten Bewegungsschiene vorhanden ist. Die Kuppeleinrichtung kann zum Beispiel
als Rastkupplung ausgebildet sein, welche unterseitig an einem Möbelteilboden befestigt
ist und im montierten Zustand in einen Einrastabschnitt an der Bewegungsschiene einrastet.
Denn solche Anbauteile sind ohnehin vorhanden und eignen sich besonders für die Aufnahme
der Verstelleinheit. So erfolgt mit der Anbringung der Rastkupplung ohne weiteren
Aufwand auch die Montage der Verstelleinheit. Außerdem ist unterseitig des Möbelteils
die Verstelleinheit für die Bedienung in der Regel gut zugänglich. Bei geschlossenem
Möbelteil steht dann das Anschlagteil der Verstelleinheit in Wirkverbindung mit dem
Korpus bzw. einer Führungsschiene am Korpus.
[0013] Bevorzugt ist das Maß der Auslenkung des Anschlagteils durch ein auf das Anschlagteil
einwirkendes positionsveränderbares Stellelement vorgebbar. So kann z.B. auch bei
beengten Raumverhältnissen im Bereich des Anschlagteils dieses von einer dazu beabstandeten
Stelle verstellt werden. Hierzu muss lediglich auf das positionsveränderbare Stellelement
entsprechend direkt oder indirekt eingewirkt werden, was auf unterschiedliche Weise
erfolgen kann. Das Stellelement kann damit zumindest den wesentlichen Abstand zwischen
der Einwirk- bzw. Bedienstelle und dem Anschlagteil überbrücken.
[0014] Weiter wird vorgeschlagen, dass die Verstelleinheit einen Grundkörper mit dem daran
federnd ausgebildeten Anschlagteil und dem am Grundkörper geführten Stellelement umfasst.
So kann die Verstelleinheit kompakt aus einem Bauteil aufgebaut sein.
[0015] Weiter ist es vorteilhaft, dass ein um eine Drehachse drehgelagertes Bedienelement
derart vorgesehen ist, dass durch Drehung des Bedienelements eine Verschiebung des
Stellelements erfolgt. So kann durch eine einfache Drehverstellung beispielsweise
von Hand die Verschiebung des Stellelements und damit eine exakte Feinjustierung der
Auslenkung bzw. des Maßes der Auslenkung des Anschlagteils erreicht werden.
[0016] Es ist überdies vorteilhaft, dass das Bedienelement und das Stellelement so aufeinander
abgestimmt sind, dass die Drehachse des Bedienelements quer zu einer Verschieberichtung
des Stellelements verläuft. So kann auch bei räumlich schwierigen Randbedingungen
eine Verschiebung des Stellelements in eine Richtung erfolgen, in welcher selbst nicht
direkt auf das Stellelement eingewirkt werden kann. Vielmehr kann durch seitliches
Einwirken auch mit einem entsprechend größeren Abstand das Stellelement verschoben
werden.
[0017] Weiter wird vorgeschlagen, dass das Bedienelement und das Stellelement so aufeinander
abgestimmt sind, dass die Drehachse des Bedienelements parallel zur Verschiebeachse
des Stellelements ausgerichtet ist. Damit kann die Bedienung räumlich auch in Verlängerung
der Längsachse des Stellelements vorgenommen werden. Außerdem kann die Verstelleinheit
auf diese Weise sehr platzsparend bzw. einfach gestaltet werden.
[0018] Ein weiterer Aspekt, der jedoch nicht Gegenstand der Erfindung ist, liegt darin,
dass die die Verstelleinheit ein drehbares Bedienelement umfasst, durch welches ein
verschieblich aufgenommenes Anschlagteil verstellbar ist, um die Anschlagposition
durch das Maß der Verschiebung des Anschlagteils zu bestimmen und wobei die Drehachse
des Bedienelements in Richtung der Verschiebung des Anschlagteils orientiert ist.
Mit der Verschiebeanordnung lässt sich eine besonders stabile Konstruktion realisieren.
Im Unterschied zum auslenkbaren Anschlagteil ist kein Gelenk nötig, womit die Verstelleinheit
besonders einfach und kompakt ausbildbar ist. Trotzdem ist auch hier ein sehr feinfühliges
Verstellen des Anschlagteils und damit eine Feinjustage bezüglich der Position des
geschlossenen Möbelteils möglich.
[0019] Für das verschieblich aufgenommene Anschlagteil eine ist Verdrehsicherung vorgesehen.
So kann sichergestellt werden, dass bei der Drehbewegung des Bedienelements es zu
keinem Mitdrehen des Anschlagteils kommt, wenn die beiden Teile für eine Verstellbewegung
z.B. über eine Gewindeanordnung miteinender in kämmendem Eingriff stehen. Mit dem
Zusammenwirken über aufeinander abgestimmte Gewindeabschnitte an dem Bedienelement
und dem Anschlagteil kann zudem eine selbsthemmende bzw. sichernde Anordnung realisiert
werden. Im Betrieb ggf. auftretende Vibrationen und/oder stoßartige Kräfte beim Schließen
des Möbelteils können zu keiner unerwünschten Verstellung des Anschlagteils führen.
[0020] Grundsätzlich kann diesbezüglich auch eine andere bzw. gesonderte Anordnung zur selbsttätigen
Sicherung einer eingestellten Position des Anschlagteils vorhanden sein.
[0021] Es ist außerdem vorteilhaft, dass am Anschlagteil ein lösbar angebrachter Kontaktabschnitt
vorhanden ist, welcher in einer Anschlagssituation an einem Gegenabschnitt in einen
Anschlagkontakt gelangt. So kann beispielsweise ein aus einem besonderen widerstandsfähigen
Material gebildeter Kontaktabschnitt insbesondere auch austauschbar vorgesehen werden.
Gegebenenfalls kann ein beschädigter Kontaktabschnitt leicht ausgetauscht werden.
[0022] Die Erfindung betrifft außerdem ein Möbel mit einer der oben diskutierten Vorrichtungen.
[0023] Damit lässt sich an einem Möbel beispielsweise mit einem Korpus, an dem mehrere bewegbare
Schubladen mit reduzierten Frontteilabmessungen bzw. mehrere Inset-Drawers aufgenommen
sind, vorteilhaft für jede Schublade mit einer jeweils dazugehörigen Verstelleinheit
eine Schließ- bzw. Anschlagposition in der geschlossenen Stellung der Schublade im
Korpus feinfühlig justieren. Im Ergebnis kann millimetergenau eine Frontseite des
Möbels mit exakt fluchtenden Frontflächen sämtlicher Schubladen eingerichtet werden,
was insbesondere unter optischen Gesichtspunkten vorteilhaft ist.
Figurenbeschreibung
[0024] Nachfolgend sind weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung anhand von dem in den
Figuren 1-4 gezeigten erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel näher erläutert.
[0025] Im Einzelnen zeigt:
- Figur 1
- eine Rastkupplung mit einer erfindungsgemäßen Verstelleinheit in perspektivischer
Darstellung,
- Figur 2
- die Verstelleinheit aus Figur 1 vergrößert in perspektivischer Darstellung,
- Figur 3
- die Verstelleinheit aus Figur 2 in Explosionsdarstellung,
- Figur 4
- eine Schnittansicht durch die Verstelleinheit aus Figur 2,
- Figur 5
- die Rastkupplung aus Figur 1 mit einer alternativen Verstelleinheit, die jedoch nicht
Gegenstand der Erfindung ist, in perspektivischer Ansicht,
- Figur 6
- die Verstelleinheit aus Figur 5 in Explosionsdarstellung,
- Figur 7
- eine weitere alternative Verstelleinheit, die jedoch nicht Gegenstand der Erfindung
ist, in perspektivischer Ansicht und
- Figur 8
- die Verstelleinheit aus Figur 7 in Explosionsdarstellung.
[0026] Figur 1 zeigt eine nicht näher beschriebene Rastkupplung 1, mit einer daran vorhandenen
erfindungsgemäßen Konsole bzw. Verstelleinheit 2. Die Rastkupplung 1 ist beispielsweise
an einer Unterseite einer Möbelschublade angebracht und dient zur verrastbaren Verbindung
der Schublade mit einer Schubladenschiene, die zur verschieblichen Führung der Schublade
an einem Korpus dient. Die Schubladenschiene ist Teil eines bekannten teleskopartigen
Voll- oder Teilauszuges mit relativ zueinander beweglichen Führungsschienen, von denen
eine Korpusschiene positionsfest am Korpus festgelegt ist.
[0027] Die Verstelleinheit 2 kann beispielsweise lösbar, aber fest fixiert an der Rastkupplung
1 aufgenommen sein.
[0028] Die Verstelleinheit 2 ist insbesondere aus Kunststoff gefertigt und umfasst einen
Grundkörper 3, mit einem daran integral ausgebildeten auslenkbaren Anschlagteil, das
als Anschlagzunge 4 ausgestaltet ist, die in ihrem Fußbereich mit einem Biegegelenk
versehen ist.
[0029] In den Figuren 1 bis 6 ist jeweils eine neutrale Ausgangsstellung bzw. nicht gebogene
bzw. nicht ausgelenkte Stellung der Anschlagzunge 4 dargestellt. Dies entspricht einer
Einstellung, in welcher das Möbelteil in der Schließposition im Korpus maximal weit
einfahrbar ist.
[0030] Am oberen freien Ende der Anschlagzunge 4 ist ein kappenartiger bzw. lösbar aufgesteckter
Kontaktabschnitt 5 vorhanden. Außerdem sind im Grundkörper 3 rechtwinklig zueinander
ausgerichtete und sich durchdringende Aufnahmebohrungen 6, 7 vorhanden, deren zentralen
Achsen sich schneiden. In der Aufnahmebohrung 6 ist ein als Stellschraube 8 ausgebildetes
Bedienelement 8 aufgenommen, das mit einem in der Aufnahmebohrung 7 verschieblich
bewegbaren Verstellbolzen 9 zusammenwirkt, der als Stellelement der Verstelleinheit
2 dient.
[0031] Die Stellschraube 8 weist an ihrem zylindrischen Außenmantel 8a ein nicht dargestelltes
Außengewinde 10 auf, welches auf ein ebenfalls nicht gezeigtes Innengewinde 11 in
der Aufnahmebohrung 6 abgestimmt ausgebildet ist. So kann durch Verdrehen der Stellschraube
8 diese unterschiedlich weit je nach Drehrichtung in die Aufnahmebohrung 6 hinein-
bzw. herausgedreht werden. Hierfür kann beispielsweise ein Verdrehwerkzeug an einer
kreuzschlitzförmigen Eingreifkontur 12 stirnseitig außen an der Stellschraube 8 angesetzt
werden.
[0032] Durch Verdrehen der Stellschraube 8 kann diese in Pfeilrichtung P1 (siehe Figur 4)
bewegt werden, so dass durch einen Schiebekontakt einer vorne an der Stellschraube
8 umlaufenden Fase 13 mit einer umlaufenden dazu passenden umlaufenden Fase 14 am
Verstellbolzen 9, der Verstellbolzen 9 in Pfeilrichtung P2 (Figur 4) verschoben wird.
Die Fasen 13, 14 bilden wirksame Kraft- bzw. Bewegungsübertragungsflächen einer Keilgetriebeanordnung
15 zwischen der Stellschraube 8 und dem Verstellbolzen 9.
[0033] Eine der Anschlagzunge 4 zugewandten Kontaktnase 16 vorne an dem in der Aufnahmebohrung
7 gleitend geführten Verstellbolzen 9 kommt dadurch in Kontakt mit einem freien oberen
Ende der Anschlagzunge 4 (siehe Figur 4). Damit wird die gelenkig an einem Sockelabschnitt
3a des Grundkörpers 3 federnd auslenkbare Anschlagzunge 4 gemäß Pfeil P3 in Figur
4 nach vorne gebogen ausgelenkt. Dabei wird auch der Kontaktabschnitt 5 in Richtung
P3 nach vorne bewegt und damit eine Auslenkstellung bzw. ein Maß der Auslenkung der
Anschlagzunge 4 und damit eine Positionsveränderung der Anschlagzunge 4 und des Kontaktabschnitts
5 bestimmt. Mit der eingestellten Auslenkung wird entsprechend ein mechanischer Anschlag
für eine Schließbewegung des bewegbar aufgenommenen Möbelteils an einem Korpus festgelegt.
[0034] Die Biegecharakteristik der Anschlagzunge 4 kann über die Art, Form z.B. die Materialdicke
im Fußbereich der Anschlagzunge 4 und/oder die Materialwahl der sich verbiegenden
Bereiche vorgegeben bzw, abgestimmt werden.
[0035] Die Kontaktnase 16 ist zylindrisch und im Durchmesser reduziert gegenüber dem Durchmesser
des in der Aufnahmebohrung 7 verschieblichen Teils des Verstellbolzens 9. Der Verstellbolzen
9 muss zum Verbiegen der Anschlagzunge 4 eine durch Verbiegen der Anschlagzunge 4
wirkende Gegenkraft bzw. Federkraft überwinden. Diese Gegenkraft steht im gebogenen
bzw. ausgelenkten Zustand der Anschlagzunge 4 dauerhaft am Verstellbolzen 9 an. Daher
ist eine Selbsthemmung vorgesehen, welche bei Nichtbetätigung der Stellschraube 8
ein Zurückweichen des Verstellbolzens 9 in Richtung entgegen dem Pfeil P2 verhindert
und über die im kämmenden Eingriff stehenden Außengewinde 10 und Innengewinde 11 realisiert
ist.
[0036] Mit der beschriebenen Verstelleinheit 2 lassen sich eine Vielzahl von unterschiedlichen
Anschlagpositionen mit der Verstelleinheit 2 feinstufig einstellen. Damit kann eine
Frontseite des bewegbaren Möbelteils im Schließzustand millimetergenau festlegen.
[0037] Die Anschlagzunge 4 ist in ihrem Auslenkweg gemäß Pfeil P3 limitiert, wobei ein Auslenkweg
aus der gezeigten Ausgangsstellung bis zu einer maximalen Auslenkung mehrere Millimeter
bis über einen Zentimeter betragen kann. Der Auslenkweg korreliert gemäß P1 mit dem
Verstellweg der Stellschraube 8 in der Aufnahmebohrung 6 bzw. gemäß P2 mit dem Verschiebeweg
des Verstellbolzens 9 in der Aufnahmebohrung 7.
[0038] Zum Einklipsen des z.B. etwas elastischen Kontaktabschnitts 5 am oberen Bereich der
Anschlagzunge 4 ist die Anschlagzunge 4 entsprechend mit Einschnitten bzw. Absätzen
versehen, welche auf entsprechende leicht nachgiebige Befestigungsbacken 17, 18 und
19 am Kontaktabschnitt 5 abgestimmt sind. Der Kontaktabschnitt 5 kann zudem mechanisch
dämpfend bzw. geräuschmindernd ausgebildet sein, zum Beispiel aus einem Elastomer-
oder Gummimaterial bestehen.
[0039] Figur 4 zeigt einen Horizontalschnitt durch die Verstelleinheit 2 durch eine Ebene,
in welcher die beiden Längsachsen der Stellschraube 8 und des Verstellbolzens 9 liegen.
[0040] Figur 5 zeigt an einer Rastkupplung 1 gemäß Figur 1 eine alternative Verstelleinheit
20 mit einer entsprechend dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1 bis 4 federnd auslenkbaren
Anschlagzunge 31. Die Verstelleinheit 20 entspricht dem zugrundeliegenden Wirkprinzip
gemäß der Verstelleinheit 2. Lediglich die Anordnung zum Einwirken auf die Anschlagzunge
31 ist unterschiedlich. Die Verstelleinheit 20 weist einen Grundkörper 21 und einen
darin verdrehgesicherten verschieblich gelagerten Verstellbolzen 22 auf. Die Verschieberichtung
des Verstellbolzens 22 entspricht der Auslenkrichtung der Anschlagzunge 31. Zur manuellen
Verschiebung des Verstellbolzens 22 in seiner Längsrichtung ist ein am Grundkörper
teilweise versenkt in einer Aufnahmemulde 24 vorhandenes Verstellrad 23 vorgesehen.
Das als Ritzel gestaltete Verstellrad 23 verfügt über eine Durchgangsbohrung 26 mit
einem Innengewinde 27, das mit einem außen am Verstellbolzens 22 ausgebildeten Gewindeabschnitt
22a zusammenwirkt bzw. das Verstellrad 23 auf dem Verstellbolzens 22 aufgeschraubt
ist. Umfänglich außen am Verstellrad 23 ist ein Zahnabschnitt 28 zur besseren manuellen
Bedienung des Verstellrads 23 ausgebildet. Das vordere zur Anschlagzunge 31 gerichtete
Ende des Verstellbolzens 22 ist als Vierkantabschnitt 22b gestaltet, der im zusammengebauten
Zustand der Verstelleinheit 20 durch ein passendes Vierkantloch 29 im Grundkörper
21 mit geringem Spiel greift und endseitig an einer Innenseite der Anschlagzunge 31
ansteht. An der zur Anschlagzunge 31 entgegengesetzten Seite des Grundkörpers 21 ist
außerdem für die Lagerung des Verstellbolzens 22 eine Aufnahmeöffnung 30 vorhanden,
in welcher sich ein Endbereich des Gewindeabschnitts 22a abstützt.
[0041] Durch manuelles Verdrehen des Verstellrads 23 kann der Verstellbolzen 22 gemäß Doppelpfeil
P4 relativ zum Grundkörper 21 verschoben werden. Damit wird auch die Anschlagzunge
31, federnd ausgelenkt verstellt und in der erreichten Verbiegestellung gehalten.
Außerdem ist ein Kontaktabschnitt 32 an der Anschlagzunge 31 vorhanden.
[0042] Figur 7 und 8 zeigen eine dritte Verstelleinheit 33 im zusammengebauten Zustand gemäß
Figur 7 bzw. in Explosionsdarstellung gemäß Figur 8. Die Verstelleinheit 33 kann prinzipiell
über eine Rastkupplung gemäß der Figuren 1 und 5 an einem Möbelteil positioniert werden.
[0043] Im Unterschied zu den Ausführungsbeispielen gemäß Figur 1 bis Figur 6 weist die Verstelleinheit
33 keine federnd auslenkbare Anschlagzunge auf, sondern ein längsverschieblich bewegbares
Anschlagstück 34, das fest verbunden mit einem Verstellbolzen 35 und an einem Grundkörper
36 der Verstelleinheit 33 geführt ist. Der Verstellbolzen 35 ist hierfür in Durchgangsbohrungen
37 und 38 im Grundkörper 36 gehalten. Die durchmessergleichen Durchgangsbohrungen
37, 38 fluchten miteinander und sind durch eine dazwischen liegende Aufnahmemulde
39 für ein Verstellrad 40 der Verstelleinheit 33 getrennt. Im sich nach unten sich
verlängernden Abschnitt der Anschlagstück 34 ist außerdem ein zum Verstellbolzen 35
paralleler Führungszapfen 41 vorhanden, welcher in einer weiteren Bohrung 42 im Grundkörper
36 bewegungsgeführt ist. Der Führungszapfen 41 ist so lang, dass er über den gesamten
möglichen Verschiebeweg des Anschlagstücks 34 in der Bohrung 42 aufgenommen ist. Außerdem
weist der Führungszapfen 41 einen etwas geringeren Durchmesser als der Verstellbolzen
35 auf.
[0044] An dem Anschlagstück 34 ist entsprechend der Anschlagzungen 4 und 31 ein Kontaktabschnitt
43 aufgesteckt vorhanden.
[0045] Zum Verschieben des Anschlagstücks 34 ist an einem Außenmantel 35a des Verstellbolzens
35 ein Außengewinde vorgesehen, welches zu einem Innengewinde 40a einer Durchgangsbohrung
40b im Verstellrad 40 passend ausgebildet ist. Durch Verdrehen über manuelle Bedienung
des Verstellrads 40 kann der Verstellbolzen 35 und damit die Anschlagstück 34 gemäß
des Doppelpfeils P5 in Figur 8 hin und her bewegt werden und somit ein mechanischer
Anschlag für das bewegbare Möbelteil definiert werden. Der Kontakt erfolgt durch den
Kontaktabschnitt 43.
Bezugszeichenliste:
[0046]
- 1
- Rastkupplung
- 2
- Verstelleinheit
- 3
- Grundkörper
- 3a
- Sockelabschnitt
- 4
- Anschlagzunge
- 5
- Kontaktabschnitt
- 6
- Aufnahmebohrung
- 7
- Aufnahmebohrung
- 8
- Stellschraube
- 8a
- Außenmantel
- 9
- Verstellbolzen
- 10
- Außengewinde
- 11
- Innengewinde
- 12
- Eingreifabschnitt
- 13
- Fase
- 14
- Fase
- 15
- Keilgetriebeanordnung
- 16
- Kontaktnase
- 17
- Befestigungsbacke
- 18
- Befestigungsbacke
- 19
- Befestigungsbacke
- 20
- Verstelleinheit
- 21
- Grundkörper
- 22
- Verstellbolzen
- 22a
- Gewindeabschnitt
- 22b
- Vierkantabschnitt
- 23
- Verstellrad
- 24
- Aufnahmemulde
- 25
- Außengewinde
- 26
- Durchgangbohrung
- 27
- Innengewinde
- 28
- Zahnabschnitt
- 29
- Vierkantloch
- 30
- Aufnahmeöffnung
- 31
- Anschlagzunge
- 32
- Kontaktabschnitt
- 33
- Verstelleinheit
- 34
- Anschlagstück
- 35
- Verstellbolzen
- 36
- Grundkörper
- 37
- Durchgangsbohrung
- 38
- Durchgangsbohrung
- 39
- Aufnahmemulde
- 40
- Verstellrad
- 41
- Führungszapfen
- 42
- Bohrung
- 43
- Kontaktabschnitt
1. Vorrichtung für ein Möbel, das ein an einem Korpus bewegbar aufgenommenes Möbelteil
umfasst, zur Festlegung einer Anschlagposition des Möbelteils, mit einer Verstelleinheit
(2), die einen verstellbaren Anschlag aufweist und welche eine im Regelbetrieb ausführbare
Schließbewegung des Möbelteils begrenzt, wobei die Verstelleinheit (2) ein federnd
aus einer Ausgangsposition auslenkbares Anschlagteil (4) umfasst, und wobei die Anschlagposition
durch das Maß einer Auslenkung in einer fixierten Auslenkstellung des Anschlagteils
(4) bestimmt ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine Keilgetriebeanordnung (15) vorgesehen ist, über welche die Drehbewegung eines
Bedienelements (8) in eine Verstellbewegung eines Stellelements (9) überführbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Maß der Auslenkung des Anschlagteils (4) durch ein auf das Anschlagteil (4) einwirkendes
positionsveränderbares Stellelement (9) vorgebbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstelleinheit (2) einen Grundkörper (3) mit dem daran federnd ausgebildeten
Anschlagteil (4) und dem am Grundkörper (3) geführten Stellelement (9) umfasst.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein um eine Drehachse drehgelagertes Bedienelement (8) derart vorgesehen ist, dass
durch Drehung des Bedienelements (8) eine Verschiebung des Stellelements (9) erfolgt.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bedienelement (8) und das Stellelement (9) so aufeinander abgestimmt sind, dass
die Drehachse des Bedienelements (8) quer zu einer Verschieberichtung des Stellelements
(9) verläuft.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Bedienelement und das Stellelement so aufeinander abgestimmt sind, dass die Drehachse
des Bedienelements parallel zur Verschiebeachse des Stellelements ausgerichtet ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am Anschlagteil ein lösbar angebrachter Kontaktabschnitt vorhanden ist, welcher in
einer Anschlagsituation an einem Gegenabschnitt in einen Anschlagkontakt gelangt.
8. Möbel mit einer Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
1. Device for a piece of furniture, which comprises a furniture part accommodated in
a movable manner on a body, for defining a stop position of the furniture part, having
an adjusting unit (2), which comprises an adjustable stop and which delimits a closing
movement of the furniture part which can be executed during normal operation, wherein
the adjusting unit (2) comprises a stop part (4) which can be deflected resiliently
out of a starting position, and wherein the stop position is determined by the extent
of deflection in a fxed deflecting position of the stop part (4), characterised in that a wedge-gear mechanism (15) is provided by means of which the rotary movement of
an operating element (8) can be converted into an adjusting movement of an adjusting
element (9).
2. Device according to claim 1, characterised in that the extent of deflection of the stop part (4) can be predetermined by a position-adjustable
adjusting element (9) which acts on the stop part (4).
3. Device according to claim 1 or 2, characterised in that the adjusting unit (2) comprises a base body (3) with the stop part (4) formed resiliently
thereon and the adjusting element (9) guided on the base body (3).
4. Device according to one of the preceding claims, characterised in that an operating element (8) mounted rotationally about an axis of rotation is provided
such that by rotation of the operating element (8) there is a displacement of the
adjusting element (9).
5. Device according to one of the preceding claims, characterised in that the operating element (8) and the adjusting element (9) are coordinated with one
another such that the axis of rotation of the operating element (8) runs transversely
to a displacement direction of the adjusting element (9).
6. Device according to one of the preceding claims 1 to 4, characterised in that the operating element and the adjusting element are coordinated relative to one another
so that the axis of rotation of the operating element is aligned to be parallel to
the displacement axis of the adjusting element.
7. Device according to one of the preceding claims, characterised in that on the stop part a detachably connected contact section is provided which enters
into stop contact in a stop situation on a mating section.
8. Piece of furniture with a device according to one of the preceding claims.
1. Dispositif pour un meuble qui comprend un élément de meuble reçu de manière mobile
sur un corps, pour la mise en place d'une position de butée de l'élément de meuble,
ledit dispositif étant pourvu d'une unité de réglage (2) qui présente une butée réglable
et qui limite le mouvement de fermeture de l'élément de meuble susceptible d'être
effectué lors d'un fonctionnement normal, l'unité de réglage (2) comprenant un élément
de butée (4) pouvant être écarté de manière élastique d'une position de départ, et
la position de butée étant déterminée par la grandeur d'un écartement dans une position
d'écartement fixée de l'élément de butée (4), caractérisé en ce qu'il est prévu un ensemble de transmission cunéiforme (15) à l'aide duquel il est possible
de transformer le mouvement rotatif d'un élément de commande (8) en mouvement de réglage
d'un élément de réglage (9).
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que la grandeur de l'écartement de l'élément de butée (4) peut être fixée à l'avance
par un élément de réglage (9) à position variable agissant sur l'élément de butée
(4).
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'unité de réglage (2) comprend un corps de base (3) pourvu de l'élément de butée
(4) formé dessus de manière élastique et de l'élément de réglage (9) guidé sur le
corps de base (3).
4. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il est prévu un élément de commande (8) logé de manière à pouvoir tourner autour d'un
axe de rotation de telle manière qu'un déplacement de l'élément de réglage (9) est
réalisé à la suite d'une rotation de l'élément de commande (8).
5. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément de commande (8) et l'élément de réglage (9) sont adaptés l'un à l'autre,
de telle manière que l'axe de rotation de l'élément de commande (8) s'étend transversalement
à une direction de déplacement de l'élément de réglage (9).
6. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'élément de commande et l'élément de réglage sont adaptés l'un à l'autre, de telle
manière que l'axe de rotation de l'élément de commande est orienté parallèlement à
l'axe de déplacement de l'élément de réglage.
7. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une partie de contact montée amovible est disposée sur l'élément de butée, laquelle
parvient en contact de butée contre une partie homologue dans le cas d'une situation
de butée.
8. Meuble pourvu d'un dispositif selon l'une des revendications précédentes.