[0001] Die Erfindung betrifft eine Sensoranordnung zur Identifikation eines in eine Zentrifuge
eingesetzten Rotors, eine Zentrifuge mit einer solchen Sensoranordnung, ein Verfahren
zur Erkennung eines Rotors in einer Zentrifuge sowie ein Verfahren zur Unwuchterkennung
eines Rotors in einer Zentrifuge mit einer solchen Sensoranordnung.
[0002] Zentrifugen, insbesondere Laborzentrifugen, umfassen üblicherweise einen Rotor und
einen Antrieb, um eine Rotationsbewegung des Rotors um eine üblicherweise horizontal
verlaufende Drehachse anzutreiben. Typische Anwendungen solcher Zentrifugen sind beispielsweise
Operationen zur Stofftrennung unter Ausnutzung der Masseträgheit im Zentrifugiergutraum.
Im praktischen Einsatz hat es sich nun bewährt, verschiedene Rotoren für eine Zentrifuge
vorzusehen. Die Rotoren sind dazu auswechselbar, beispielsweise über geeignete Schnellwechselsysteme,
ausgebildet. Dies ermöglicht es einem Benutzer einen für die konkrete Applikation
jeweils geeigneten Rotor aus eine Vielzahl verschiedener Rotoren auszuwählen. Die
Rotoren können sich dabei untereinander hinsichtlich der Ausbildung der Probengefäßaufnahme,
der Anzahl der Lagerplätze, den räumlichen Abmessungen der Probengefäße, dem zulässigen
maximalen Drehzahlwert (in Umdrehungen pro Minute), etc., unterscheiden.
[0003] Um zu gewährleisten, dass die verschiedenen Rotoren nur innerhalb der für sie jeweils
zulässigen Betriebsparameter, insbesondere nicht über den für sie jeweils zulässigen
maximalen Drehzahlwert (in Umdrehungen pro Minute), betrieben werden, hat sich die
Integration einer sogenannten Rotoridentifikation in solche Zentrifugen bewährt. Bei
der Rotoridentifikation handelt es sich allgemein um eine Funktion zur Erkennung eines
in die Zentrifuge eingesetzten Rotors. Dazu ist in modernen Zentrifugen üblicherweise
eine geeignete Sensoranordnung vorhanden, die eine für den jeweiligen Rotor charakteristische
Codierung detektiert. Die Codierung kann von einer geeigneten Auswerteeinheit ausgewertet
und einem jeweiligen Rotor mit seinen spezifischen Betriebsparametern zugeordnet werden.
Es ist dann beispielsweise möglich, Betriebsparameter des jeweiligen Rotors, wie unter
anderem die maximale Drehzahl, die maximale Beladung, etc., automatisch zu prüfen
und die Einhaltung der jeweiligen Grenzwerte zu überwachen. Grundsätzlich haben sich
insbesondere solche Erkennungssysteme bewährt, die eine Identifikation des in die
Zentrifuge eingesetzten Rotors im Stillstand ermöglichen. Derartige Systeme haben
den Vorteil, dass eine Erkennung des Rotors noch vor Betriebsbeginn möglich ist, so
dass die nach dem Einsetzen des Rotors vom Bediener gewählten Betriebsbedingungen,
wie beispielsweise die gewünschte Drehzahl, noch vor dem Start des Zentrifugiervorgangs
auf Zulässigkeit überprüft werden können und ein unzulässiger Betriebsvorgang somit
gar nicht erst gestartet wird.
[0004] Eine solche Sensoranordnung zur Identifikation eines in eine Zentrifuge eingesetzten
Rotors ist beispielsweise in der
EP 0 604 912 A2 angegeben. Die dort offenbarte Sensoranordnung umfasst einen um eine Rotationsachse
rotierbaren Rotor mit einer Anzahl N
pmag Magnetsitze, die jeweils zur Aufnahme eines Magneten ausgebildet sind. Die einzelnen
Magnetsitze sind in gleichen Winkelabständen zueinander in einer Ebene liegend ringförmig
angeordnet. Den einzelnen Magnetsitzen gegenüberliegend ist ein Sensorträger mit einer
Anzahl N
sens Magnetsensoren angeordnet. Diese sind ebenfalls in gleichen Winkelabständen in einer
Ebene liegend ringförmig angeordnet. Bei der in der
EP 0 604 912 A2 gezeigten Sensoranordnung ist mindestens ein Magnetsensor jedem Magnetsitz zugeordnet.
Bei günstiger Positionierung des Rotors gegenüber den Magnetsensoren ist es möglich,
die Positionen einzelner in den Magnetsitzen angeordneter Magnete mit Hilfe der Magnetsensoren
zu bestimmen. Bei maximaler Bestückung der Rotors mit Magneten (in jedem vorhandenen
Magnetsitz ist dann ein Magnet eingesetzt) erfasst im Idealfall somit jeder Sensor
somit jeweils einen Magneten. Die jeweilige Rotorkodierung erfolgt über das Positionieren
wenigstens zweier von jeweils einem Magnetsitz aufgenommener Magnete in einem bestimmten
Winkelabstand bezogen auf eine Ebene senkrecht zur Rotationsachse des Rotors. Die
von den einzelnen Magnetsensoren gelieferten Informationen werden mit Hilfe einer
Auswerteeinheit verarbeitet und beispielsweise mit hinterlegten Rotordaten hinsichtlich
maximaler Drehzahl etc. abgeglichen. Die Auswerteeinheit kann ferner beispielsweise
Anzeigeelemente zur optischen Anzeige einer Rotorfreigabe bzw. Rotorinkompatibilität
und/oder weitere Komponenten, beispielsweise ein Datenträgerlesegerät, eine Tastatur
zur Eingabe von Rotorparametern, etc., umfassen.
[0005] Die vorstehend beschriebene Sensoranordnung der Zentrifuge weist allerdings einen
vergleichsweise komplexen Aufbau auf und stellt insbesondere hinsichtlich Montage
und Wartung erhöhte Anforderungen. Dies treibt letztendlich den Preis der Zentrifuge
in die Höhe und lässt damit viele Anwender auf veraltete Rotorerkennungssysteme zurückgreifen,
die jedoch häufig eine Erkennung des Rotors mit Hilfe eines einzelnen Sensors erst
im Rotationsbetrieb ermöglichen. Letztere zeigen in der Praxis allerdings den Nachteil,
dass die Erkennung des Rotors erst nach mindestens einem vollständigen Umlauf beziehungsweise
nach einer Inbetriebnahme des Rotors möglich ist, was sich insbesondere bei einem
hohen Nutzungsaufkommen als zeitraubend und damit nachteilig herausgestellt hat.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung liegt nun darin, eine Sensoranordnung und eine Zentrifuge
mit einer Sensoranordnung anzugeben, die einen vereinfachten Aufbau aufweist und damit
eine preiswertere Herstellung und Wartung ermöglicht. Gleichzeitig soll die Sensoranordnung
möglichst vielseitig anwendbar sein und insbesondere auch eine Rotoridentifikation
im Stillstand des Rotors ermöglichen.
[0007] Die Lösung der Aufgabe gelingt mit einer Sensoranordnung zur Identifikation eines
in eine Zentrifuge eingesetzten Rotors, einer Zentrifuge mit einer solchen Sensoranordnung,
einem Verfahren zur Erkennung eines Rotors in einer Zentrifuge und einem Verfahren
zur Unwuchterkennung eines Rotors in einer Zentrifuge gemäß den unabhängigen Ansprüchen.
Bevorzugte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0008] Ein wesentlicher Grundgedanke der Erfindung liegt darin, dass es für eine exakte
und zuverlässige Rotoridentifikation eines stillstehenden Rotors nicht erforderlich
ist, die Anzahl der Magnetsensoren mindestens gleich groß oder größer als die Anzahl
der Magnetsitze im Rotor zu wählen. Diese vor der Erfindung verbreitete Meinung beruhte
auf der Annahme, dass eine exakte Bestimmung der wenigstens zwei von jeweils einem
Magnetsitz aufgenommenen Magnete nur dann möglich ist, wenn jedem Magnetsitz auch
zumindest ein eigenständiger Magnetsensor eindeutig zugeordnet werden kann. Auf diese
Weise sollte vermieden werden, dass ein Magnetsensor unter Umständen (zum Beispiel
bei vollständiger Bestückung aller vorhandenen Magnetsitze mit jeweils einem Magneten)
die Position von mehr als einem Positionsmagneten bestimmen muss. Die maximale Anzahl
an Magneten zur Rotorcodierung wird schließlich durch die Anzahl der vorhandenen Magnetsitze
vorgegeben. Häufig wurden daher auch im Vergleich zur maximal möglichen Anzahl an
Magneten (beziehungsweise der Anzahl an Magnetsitzen) im Rotor weit mehr Magnetsensoren
in die Sensoranordnung integriert. Der Erfindung schlägt im Vergleich dazu nun einen
völlig neuen Weg ein und beruht auf der Erkenntnis, dass eine zuverlässige Rotorerkennung
auch mit einer im Vergleich zur Gesamtanzahl der Magnetsitze kleineren Anzahl an Magnetsensoren
möglich ist. Dadurch kann die Sensoranordnung im Ergebnis konstruktiv erheblich vereinfacht
werden. Nachstehend werden die Begriffe Positionsmagnet und Magnet synonym verwendet.
[0009] Das zentrale Merkmal der erfindungsgemäßen Sensoranordnung liegt somit darin, dass
die Anzahl der Magnetsensoren kleiner als die Anzahl der Magnetsitze (und damit kleiner
als die maximal mögliche Anzahl an Positionsmagneten im Rotor) ist. Damit kann unter
Beibehaltung der Anzahl der Magnetsitze und damit der Aufrechterhaltung der maximal
wählbaren Anzahl verschiedener Kodierungen im Vergleich zum Stand der Technik gleichzeitig
die Anzahl der Magnetsensoren gesenkt werden, wodurch die Herstellung und Wartung
der Sensoranordnung bzw. der Zentrifuge mit einer solchen Sensoranordnung vereinfacht
wird. Parallel dazu ist eine Erkennung der Rotors im Rotorsstillstand möglich, so
dass bereits vor der Aufnahme des Rotationsbetriebes sichergestellt werden kann, dass
für den jeweiligen Rotor keine unzulässigen Betriebsparameter gewählt werden. Die
Magnetsitze sind dazu im oder am Rotor angeordnet. Wesentlich ist, dass sich die Magnetsitze
mit dem Rotor mitdrehen und zumindest im praktischen Einsatz mit dem Rotor fest verbunden
sind. Neben einer fixen Integration der Magnetsitze in den Rotor sind somit auch Anbauversionen
denkbar, bei denen die Magnetsitze beispielsweise in einem Anbauteil angeordnet sind,
das mit dem Rotor fest verbindbar (beispielsweise mittels Verschraubungen, Verklebungen,
etc.) ist. Wenn nachstehend von Magnetsitzen im Rotor die Rede ist, umfasst dies auch
diejenigen Varianten, bei denen die Magnetsitze am Rotor, beispielsweise mit Hilfe
eines entsprechenden Anbauteils, angeordnet sind.
[0010] Vorzugsweise sind die Magnetsitze im Rotor und die Magnetsensoren im Sensorträger
jeweils gleichmäßig kreis- bzw. ringförmig um die Rotationsachse des Rotors verteilt,
weisen mit anderen Worten somit jeweils untereinander gleiche Winkelabstände auf.
Die Winkelabstände beziehen sich dabei auf die Rotationsebene des Rotors (für die
Magnetsitze) bzw. auf die Rotationsebene oder eine Ebene parallel zu dieser Rotationsebene
(für die Magnetsensoren). Die Rotationsebene des Rotors zeichnet sich im wesentlichen
dadurch aus, dass sie senkrecht zur Rotationsachse des Rotors durch den Rotor hindurch
verläuft. Idealerweise sind die Magnetsitze im Rotor und die Magnetsensoren der Sensoranordnung
in der Weise angeordnet, dass sie jeweils in einer Ebene, insbesondere in der Rotationsebene
oder eine Ebene parallel zur Rotationsebene liegen. Dadurch, dass die Anzahl der Magnetsensoren
geringer als die Anzahl der Magnetsitze ist, ergibt sich, dass die bevorzugt gleichmäßigen
Winkelabstände zwischen den Magnetsensoren größer sind als die bevorzugt gleichmäßigen
Winkelabstände zwischen den Magnetsitzen.
[0011] Um dennoch eine ausreichend exakte Positionsbestimmung der zur Kodierung verwendeten
Magnete in den Magnetsitzen durch die Magnetsensoren zu ermöglichen, hat sich die
kombinierte Verwendung mehrerer Magnetsensoren zur Bestimmung der Position eines Magneten
in einem Magnetsitz als vorteilhaft erwiesen. Die diesem Bestimmungsverfahren zugrunde
liegenden Verfahrensschritte werden nachstehend noch näher erläutert werden.
[0012] Im Stand der Technik sind bereits eine Vielzahl von Magnetsensoren zur Positionsbestimmung
von Positionsmagneten in einem Rotor bekannt, auf die grundsätzlich auch für die vorliegende
erfindungsgemäße Anordnung zurückgegriffen werden kann. Bevorzugt kommen erfindungsgemäß
allerdings analoge Magnetsensoren zum Einsatz. Analoge Magnetsensoren haben gegenüber
digitalen Magnetsensoren den Vorteil, dass das mit ihnen generierte Analogsignal nicht
zeit- und auch nicht wertdiskret ist. Mit analogen Magnetsensoren gelingt es daher,
die räumliche Nähe des Magnetsensors exakt und über einen breiten Bereich zu detektieren
und insbesondere auch Unterschiede in der räumlichen Nähe präzise zu erfassen. Es
ist daher auch nicht erforderlich, dass jeder Magnetsitz von einem separaten Magnetsensor
auf Anwesenheit eines Magneten abgefragt wird. Die analogen Magnetsensoren liefern
vielmehr jeweils ein Signal, das angibt, ob, und wenn ja, in welchem Abstand zum jeweiligen
Magnetsensor sich ein Magnet (oder gegebenenfalls auch mehrere Magnete) in jeweils
einem Magnetsitz des Rotors befindet. Die konkrete Lokalisation der Magneten erfolgt
mit Hilfe dieser Signale anschließend durch die Auswerteeinheit in der nachstehend
noch weiter angegebenen Weise.
[0013] Es hat sich gezeigt, dass eine für die meisten Anwendungen ausreichende Kodierungsvielfalt,
das heißt eine befriedigende Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten an Positionierungen
von Magneten in den Magnetsitzen, bereits durch die Verwendung monopolarer Magnetsensoren
erreichbar ist. Monopolarer Magnetsensoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie lediglich
auf die Einwirkung eines Pols (bzw. mit oder entgegen den Magnetfeldlinien) die Nähe
eines Magneten detektieren können. Daraus ergibt sich, dass beim Einsatz von monopolaren
Magnetsensoren die Positionsmagnete im Rotor bezüglich der Richtung ihres Magnetfelds
auf die Magnetsensoren nur gleichgerichtet eingesetzt werden können (zumindest soweit
sie zu Kodierungszwecken herangezogen werden sollen), also beispielsweise in der Art,
dass jeweils der Nordpol der Positionsmagnete in Richtung der Magnetsensoren positioniert
ist. Um die Anzahl möglicher Kodierungen noch zu steigern und/oder die Anzahl der
für eine eindeutige Kodierung erforderlichen Positionsmagnete zu senken, handelt es
sich erfindungsgemäß bei den Magnetsensoren jedoch bevorzugt um bipolare Magnetsensoren.
Bipolare Magnetsensoren sind allgemein in der Weise ausgebildet, dass sie die auf
sie einwirkenden Magnetfeldlinien hinsichtlich ihrer Richtung bzw. hinsichtlich ihrer
räumlichen Orientierung unterscheiden können. Bipolare Magnetsensoren liefern mit
anderen Worten nicht nur ein Signal, ob und in welchem Abstand sich ein Magnet in
ihrer Nähe befindet. Sie liefern zudem ein von der Magnetfeldrichtung des jeweils
in ihrer Nähe befindlichen Positionsmagneten abhängiges Signal und können auf diese
Weise beispielsweise unterscheiden, ob ein in einem Magnetsitz angeordneter Magnet
der Sensoranordnung mit seinem Nordpol oder mit seinem Südpol zum Magnetsensor hin
ausgerichtet ist.
[0014] Konkret handelt es sich bei den bipolaren Magnetsensoren insbesondere um bipolare
Analog-Hallsensoren. Ein Hallsensor nutzt bekanntermaßen den Hall-Effekt zur Messung
von Magnetfeldern und zur Lageerfassung. Die grundsätzliche Funktionsweise von Hallsensoren
ist bekannt. Hallsensoren zeichnen sich allgemein durch ihre mechanische Unempfindlichkeit
gegen Stöße, durch ihre vergleichsweise kompakte Bauform und durch ihre hohe Funktionszuverlässig
aus. Bipolare Analog-Hallsensoren vereinen darüber hinaus die vorstehend bereits erwähnten
Vorteile analoger Magnetsensoren und bipolarer Magnetsensoren in einem Sensortyp.
[0015] Ein wesentlicher Aspekt der Erfindung liegt gemäß den vorstehenden Ausführungen nun
im Verhältnis der Magnetsensoren zur Anzahl der Magnetsitze, das im Wesentlichen dadurch
gekennzeichnet ist, dass die Anzahl der Magnetsensoren kleiner ist als die Anzahl
der Magnetsitze. Die Anzahl der Magnetsensoren ist dabei auf jeden Fall größer 1.
Dabei kann das Verhältnis der Anzahl der Magnetsensoren zur Anzahl der Magnete in
einem breiten Bereich variieren. Die Anzahl des Magnetsensoren im Verhältnis zur Anzahl
der Magnete kann prinzipiell grundsätzlich soweit reduziert werden, dass gerade noch
eine eindeutige Rotorerkennung in dem gewünschten Umfang möglich ist. Im praktischen
Einsatz hat sich gezeigt, dass bevorzugte Verhältnisse "Magnetsensoren : Magnetsitze"
im Bereich von 1:1,1 bis 1:2, insbesondere von 1:1,3 bis 1:75 liegen und ganz besonders
bei 1:1,5 liegen. Dabei versteht es sich von selbst, dass die Anzahl wenigstens so
groß gewählt wird, dass eine präzise Detektion der im Rotor eingesetzten Magnete bei
stillstehendem Rotor möglich ist. Wie groß diese Anzahl konkret ist, hängt im Wesentlichen
von der Größe der jeweiligen Zentrifuge ab. Vorzugsweise sind wenigstens 4 Magnetsensoren
vorhanden und wenigstens 5 Magnetsitze. Für typische Zentrifugengrößen liegt die Gesamtanzahl
der Magnetsitze konkret beispielsweise im Bereich 71 bis 12, insbesondere 44 bis 15
und ganz besonders bei 24, und die Gesamtanzahl der Magnetsensoren im Bereich 72 bis
24, insbesondere 45 bis 30 und ganz besonders bei 36. Die Anzahl der vorhandenen Magnetsensoren
und Magnetsitze kann allerdings in Abhängigkeit vom Zentrifugentyp auch stark variieren,
so dass die Erfindung auf diese Bereichsangaben keineswegs beschränkt ist. Wesentliche
Einflussgrößen für die Wahl der Anzahl der Magnetsitze und der Magnetsensoren sind
vielmehr eine ausreichende Codierungsvielfalt und eine hinreichend präzise Positionsbestimmung
der in den Magnetsitzen jeweils angeordneten Positionsmagnete.
[0016] Wie vorstehend bereits erwähnt, ist es grundsätzlich bevorzugt, die Magnetsensoren
in einem konstanten Winkelabstand zueinander kreisringförmig am Sensorträger verteilt
anzuordnen. Der Winkelabstand bezieht sich dabei auf die Winkelbeabstandung in der
Rotationsebene und auf den durch die Rotationsachse gebildeten Mittelpunkt. In konstruktiver
Hinsicht haben sich dabei Winkelabstände im Bereich von 5° bis 15°, insbesondere 8°
bis 12° und ganz besonders von 10°, als besonders günstig erwiesen. Für den Fall,
dass keine gleichmäßige Winkelbeabstandung gewählt werden sollte, betreffen die vorstehenden
Bereichsangaben die über den gesamten Sensorträger durchschnittliche Winkelbeabstandung
benachbarter Magnetsensoren. Eine Auswahl des Winkelabstands im angegebenen Bereich
eignet sich einerseits hervorragend für eine Unterbringung in der Sensoranordnung
von Zentrifugen üblicher Größe, beispielsweise von einer Laborzentrifuge. Andererseits
können mit diesen Winkelabständen im Regelfall hinreichende Bestimmungsgenauigkeiten
zur eindeutigen Identifikation des in eine Zentrifuge eingesetzten und im Stillstand
befindlichen jeweiligen Rotors erreicht werden. Selbstverständlich ist es jedoch auch
möglich, beispielsweise für besonders große oder für besonders kleine Spezialzentrifugen,
Winkelabstände außerhalb der angegebenen Winkelbereiche auszuwählen.
[0017] Weitere vorteilhafte Variationsmöglichkeiten der Sensoranordnung ergeben sich im
Hinblick auf die Relativanordnung der Magnetsensoren im Verhältnis zum Rotor beziehungsweise
zu den im Rotor angeordneten Magnetsitzen. Einerseits können die Magnetsensoren in
Axialrichtung der Rotationsachse des Rotors beispielsweise unterhalb des Rotors angeordnet
sein. Die Axialrichtung der Rotationsachse verläuft üblicherweise vertikal, sodass
die, insbesondere jeweils auf einem Kreis angeordneten, Magnetsensoren und die Magnetsitze
im Rotor in Vertikalrichtung übereinander liegen. Auf diese Weise kann die Sensoranordnung
bezüglich ihrer Horizontalausdehnung beispielsweise verhältnismäßig schmal ausgebildet
werden. Alternativ kann die Sensoranordnung in der Weise ausgebildet werden, dass
die Magnetsensoren in Radialrichtung der Rotationsachse außerhalb des Rotors angeordnet
sind. Bei dieser Ausführungsform liegt der Ring, auf dem die Magnetsitze des Rotors
angeordnet sind, somit in Horizontalrichtung innerhalb des Ringes, auf dem die Magnetsensoren
angeordnet sind. Selbstverständlich ist es auch möglich, Mittelstellungen zwischen
den beiden vorstehend genannten Anordnungsalternativen zu wählen, beispielsweise in
einer Anordnung der Magnetsensoren schräg zum Rotor.
[0018] Die Sensoranordnung kann ferner hinsichtlich der Relativanordnung der einzelnen Magnetsitze
untereinander in mehrfacher Hinsicht vorteilhaft variiert werden. Alternativ zu einer
gleichmäßigen Verteilung der Magnetsitze (d.h. die Magnetsitze weisen jeweils den
gleichen Winkelabstand zu ihren benachbarten Magnetsitzen auf) ist es beispielsweise
möglich, die Magnetsitze gruppiert im oder am Rotor anzuordnen. Jede Gruppe umfasst
dabei wenigstens zwei Magnetsitze. Eine Gruppe zeichnet sich jeweils dadurch aus,
dass die wenigstens zwei Magnetsitze einer Gruppe näher zueinander liegend angeordnet
sind, als die dieser Gruppe benachbarten Magnetsitze. Idealerweise sind mehrere Gruppen
von Magnetsitzen am Rotor vorgesehen, beispielsweise umfassend jeweils drei bis acht
Magnetsitze. Jeder Magnetsitzgruppe kann nun beispielsweise ein bestimmter Informationsgehalt
zugeordnet werden, der zur späteren Rotoridentifikation herangezogen werden kann.
Ergänzend oder alternativ ist es auch möglich, die Magnetsitze einander teilweise
überlappend am Rotor auszubilden. Damit kann die Positionierungsvielfalt der Magnete
noch erheblich gesteigert werden, da im Vergleich zu den vorhergehenden Ausführungsformen
auch Zwischenpositionen zwischen zwei benachbarten (sich nicht überlappenden) Magnetsitzen
zur Platzierung eines Magneten möglich sind. Selbstverständlich können auch die Magnetsitze
einer Magnetsitzgruppe einander überlappen.
[0019] Neben einer Erhöhung der Anzahl der Magnetsitze besteht zur Erhöhung des durch die
Sensoranordnung erfassbaren Informationsgehaltes eine weitere Möglichkeit darin, dass
wenigstens zwei von jeweils einem Magnetsitz aufgenommene Magnete bezüglich ihrer
Polung zum Sensorträger abwechselnd angeordnet sind. Hinsichtlich der Ausrichtung
ihres Magnetfeldes weist somit wenigstens einer der wenigstens zwei Magneten mit seinem
Südpol und der andere der wenigstens zwei Magneten mit seinem Südpol in Richtung der
Magnetsensoren. Es versteht sich von selbst, dass insbesondere bei dieser Ausführungsform
solche Magnetsensoren zum Einsatz kommen, die in der Lage sind, die Feldrichtung eines
Magnetgeldes zu erkennen und zu unterscheiden. Besonders bevorzugt sind entsprechend
bipolare Magnetsensoren, speziell bipolare Analog-Hallsensoren.
[0020] Ein weiteres wesentliches Element der erfindungsgemäßen Sensoranordnung ist eine
Auswerteeinheit. Die Auswerteeinheit ermittelt aufgrund der von den Magnetsensoren
ermittelten Messwerte die Lage der in den Magnetsitzen angeordneten Magnete und ordnet
dem ermittelten Verteilungsmuster der Magnete in den Magnetsitzen einen Rotor mit
seinen jeweils spezifischen Betriebsparametern oder, je nach Codierungsweise, dem
Rotor bestimmte Betriebsparameter zu. Die Auswerteeinheit ist dazu bevorzugt in der
Weise ausgebildet, dass sie die Position der in jeweils einem der Magnetsitze angeordneten
Magnete jeweils unter Berücksichtigung der Messwerte von wenigstens zwei zueinander
benachbart angeordneten Magnetsensoren bestimmt. Bevorzugt ermittelt die Auswerteinheit
dazu a) die Magnetsensoren, die einen lokalen betragsmäßigen Maximalmesswert bzw.
ein lokales Messwertmaximum detektieren und b) jeweils den Messwert wenigstens eines
der beiden diesen Magnetsensoren benachbarten Magnetsensoren. Ein lokales Messwertmaximum
zeichnet sich dadurch aus, dass es einen Maximalmesswert im Vergleich zu seiner lokalen
Umgebung darstellt. Dabei muss es sich nicht um den auf alle Messwerte bezogenen Maximalmesswert
handeln. Bei einem lokalen betragsmäßigen Maximalmesswert liegt lediglich in Bezug
auf die unmittelbar benachbarten Magnetsensoren (in und entgegen der Rotationsrichtung)
ein betragsmäßiger Maximalmesswert vor. Übertragen auf die konkrete Sensoranordnung
weisen somit all diejenigen Magnetsensoren ein lokales Messwertmaximum auf, die im
Vergleich zu ihren in und entgegen der Rotationsrichtung benachbarten Magnetsensoren
einen (bezogen auf einen Ausgangsnormalwert) betragsmäßig höheren oder zumindest gleich
hohen Messwert detektieren. "Betragsmäßig" ist insbesondere im Hinblick auf die Verwendung
bipolarer Magnetsensoren so zu verstehen, dass der lokale Maximalmesswert sowohl in
Bezug auf die eine einen positiven Messwert liefernde Richtung des Magnetfeldes als
auch in Bezug auf die andere einen negativen Messwert liefernde Richtung des Magnetfeldes
festgelegt wird. Ein lokaler Maximalmesswert wird somit von all denjenigen Magnetsensoren
ermittelt, denen die im Rotor angeordneten Magnete jeweils am Nahsten sind.
[0021] Besonders bevorzugt greift die Auswerteeinheit zur Bestimmung der exakten Position
eines Magneten im Rotor zunächst jeweils auf die Messwerte derjenigen Magnetsensoren
zurück, die in Rotationsrichtung jeweils vor und hinter denjenigen Magnetsensoren
liegen, die einen lokalen betragsmäßigen Maximalmesswert ermitteln und an die Auswerteeinheit
übertragen. Das Grundskonzept dieser speziellen Ausführungsformen liegt nun darin,
dass die Auswerteeinheit jeweils unter Rückgriff auf die Messwerte mehrerer Magnetsensoren
die Position jedes einzelnen Magneten, die in einem Magnetsitz im oder am Rotor platziert
sind, ermittelt. Die abschließende konkrete Positionsbestimmung erfolgt schließlich
über geeignete Interpolationsoperationen, die die Messwerte eines einen lokalen Maximalmesswert
liefernden Magnetsensors und eines benachbarten Magnetsensors (bevorzugt desjenigen
benachbarten Magnetsensor, der das höhere Messsignal im Vergleich zu dem anderen benachbarten
Magnetsensor liefert) ins Verhältnis setzen und dadurch Zwischenstellungen eines Magneten
zwischen zwei Magnetsensoren exakt bestimmen. Mit diesen Ausführungsformen ist eine
äußerst präzise Detektion der Position der in den Magnetsitzen platzierten Magnete
möglich, insbesondere auch für Positionen, die nicht vollständig einem einzigen Magnetsensor
zugeordnet werden können, sondern beispielsweise zumindest teilweise zwischen zwei
Magnetsensoren liegen.
[0022] Im Rotationsbetrieb einer Zentrifuge können häufig starke Vibrationen bis hin zu
einem Aufschaukeln der Zentrifuge beobachtet werden. Die Ursache für diese unerwünschte
Betriebssituation liegt häufig in einer ungleichmäßigen Gewichtsverteilung im oder
am Rotor, beispielsweise bei der Verwendung unterschiedlich schwerer Proben. Im Rotationsbetrieb
des Rotors treten dann zum Teil erhebliche Unwuchten auf, sodass ein einwandfreier
Betrieb der Zentrifuge nicht mehr gewährleistet ist und in Extremfällen Teile der
Zentrifuge zerstört werden können und die Sicherheit von sich in der Umgebung befindenden
Personen nicht mehr gewährleistet ist. Die Grundidee der Erfindung für die vorliegende
bevorzugte Ausführungsform liegt nun darin, die vorstehend beschriebene Sensoranordnung,
insbesondere zusätzlich zur vorstehend offenbarten Rotoridentifikation, zur Unwuchtüberwachung/-bestimmung
im Rotationsbetrieb der Zentrifuge zu nutzen. Die Sensoranordnung ist bei dieser Ausführungsform
konkret in der Weise ausgebildet, dass die Rotoridentifikation im Stillstand des Rotors
und die Unwuchterkennung während des Betriebs des Zentrifuge beziehungsweise bei rotierendem
Rotor erfolgt. Die Sensoranordnung nimmt bei dieser Ausführungsfunktion neben einer
Überwachungsfunktion beim Rotorstillstand (Identifikation des Rotors) eine weitere
Überwachungsfunktion bei rotierendem Rotor (Unwuchterkennung/-überwachung) wahr.
[0023] Besonders geeignet sind hierzu ebenfalls analoge und/oder bipolare Magnetsensoren,
insbesondere bipolare Analog-Hallsensoren. Im Normalbetrieb rotiert der Rotor bzw.
rotieren die zum Teil mit Positionsmagneten bestückten Magnetsitze (zur Kodierung
des Rotors) in einer im Wesentlichen planen Rotationsebene. Diese liegt idealerweise
in der Ebene oder parallel zu der Ebene, in der die Magnetsensoren der Sensoranordnung
ringförmig angeordnet sind. Dies bedeutet mit anderen Worten, dass die wenigstens
zwei von jeweils einem Magnetsitz aufgenommenen Magnete im Normalbetrieb, das heißt
bei gleichmäßig beladenem Rotor, in nahezu gleichem Abstand an den Magnetsensoren
vorbeigeführt werden. Liegt dagegen eine Unwucht vor, beispielsweise durch ungleichmäßige
Beladung des Rotors, ist der Abstand der wenigstens beiden Magnete zu den Magnetsensoren
nicht mehr im Wesentlichen gleich, sondern variiert aufgrund der Schrägstellung bzw.
der Taumelbewegung des Rotors. Durch Verwendung von Magnetsensoren, die den Abstand
der an ihnen vorbeigeführten Magnete detektieren können, ist es möglich, diese taumelnde
Bewegung mit Hilfe der Sensoranordnung festzustellen beziehungsweise mir der Auswerteeinheit
zu erfassen. Dies gelingt beispielsweise bereits dadurch, dass die maximale Annäherung
eines Magneten an einen Magnetsensor im Rotationsbetrieb bestimmt wird. Befindet sich
der Rotor aufgrund einer ungleichmäßigen Gewichtsverteilung in einer Schräglage in
der Zentrifuge, kann sich ein Magnet unter Umständen wesentlich näher einem Magnetsensor
annähern als im Regelbetrieb.
[0024] Im praktischen Einsatz treten regelmäßig zumindest minimale Unwuchten auf. Diese
sind häufig für einen regulären Betrieb der Zentrifuge nicht störend, so dass es wünschenswert
ist, dass die Unwuchterkennung erst ab einem bestimmten Ausmaß geeignete Gegenmaßnahmen
einleitet. Durch Festlegung bestimmter Schwellenwerte ist es möglich, ein gewisses
Maß an Unwuchten im Betrieb des Rotors zuzulassen. Diese Schwellenwerte weisen idealerweise
eine Annährungsgrenze nach oben und nach unten auf, definieren somit einen Sollwertbereich,
innerhalb dessen eine Fortsetzung des Rotationsbetriebes zugelassen wird. Erfasst
die Auswerteeinheit Messsignale der Magnetsensoren außerhalb dieses Sollwertbereiches,
bedeutet dies, dass ein Magnet entweder zu nah oder zu weit entfernt an einem Magnetsensor
vorbeigeführt worden ist, was im Endergebnis durch eine unzulässige Verkippung des
Rotors beziehungsweise eine Unwucht im Rotor auftritt. Die Auswerteeinheit ist in
dieser Ausführungsform daher bevorzugt in der Weise ausgebildet, dass sie im Falle
des Verlassens des Sollwertbereiches im Rotationsbetrieb sicherheitshalber einen Stopp
des Rotationsvorgangs auslöst.
[0025] Die Auswerteeinheit ist in der praktischen Umsetzung ferner vorzugsweise in der Weise
ausgebildet, dass sie bei einer Ermittlung einer (gegebenenfalls über festgelegten
Schwellenwerten liegenden) Unwucht ein optisches und/oder akustisches Warnsignal generiert.
[0026] Es hat sich gezeigt, dass es von Vorteil ist, den Sensorträger in seiner Gesamtheit
als multifunktionale Einheit auszubilden, was beispielsweise vorteilhaft im Wartungs-
und Fertigungsprozess ist. Multifunktional ist in diesem Zusammenhang in der Weise
zu verstehen, dass die Sensoranordnung neben der Überwachung von Betriebsparametern
mithilfe der Magnetsensoren und der in den Magnetsitzen angeordneten wenigstens zwei
Magnete, wie beispielsweise Unwucht, Rotortyp, etc., weitere für den Betrieb der Zentrifuge
bedeutende Größen überwacht. Dazu können neben den Magnetsensoren insbesondere weitere
Sensoren in den Sensorträger integriert werden. Idealerweise sind in einem solchen
kompakten Sensorträger zusätzlich beispielsweise ein Temperatursensor und/oder ein
Beschleunigungssensor, etc., integriert.
[0027] Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Erfindung liegt ferner in einer Zentrifuge mit
einer vorstehend beschriebenen Sensoranordnung. Eine wesentliche Komponente einer
solchen Zentrifuge ist ein Antrieb, über den die für den Rotationsbetrieb des Rotors
erforderliche Antriebsleistung zur Verfügung gestellt wird. Die Zentrifuge umfasst
ferner einen, idealerweise verschließbaren, Zentrifugierkessel, in den verschiedene
Rotoren austauschbar eingebracht werden können. Dazu sind beispielsweise entsprechende
Schnellverschlüsse vorhanden. Zur Übertragung der Antriebsleistung vom Antriebsmotor
ist ferner eine Welle vorgesehen, die den üblicherweise im Wesentlichen außerhalb
des Zentrifugenkessels liegenden Motor und den im Wesentlichen im Inneren des Zentrifugierkessels
angeordneten Rotor verbindet. In Bezug auf den Zentrifugierkessel können grundsätzlich
auch die nicht am Rotor angeordneten Teile der Sensoranordnung, insbesondere die Magnetsensoren
und/oder die Auswerteeinheit, außerhalb des Zentrifugenkessels angeordnet sein, wobei
sich in der Praxis eine Unterbringung zumindest der Magnetsensoren im Inneren des
Zentrifugenkessels als vorteilhaft erwiesen hat.
[0028] Eine weitere Variationsmöglichkeit besteht in der Art der Lagerung des Rotors im
Zentrifugenkessel. Alternativ zu einer Ankopplung an eine starre Antriebswelle bietet
es sich beispielsweise zur Vermeidung gegebenenfalls auftretende Vibrationen (beispielsweise
durch Unwuchten) an, den Rotor elastisch zu lagern, beispielsweise über eine Welle
mit einem geeigneten Dämpfungselement.
[0029] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Erkennung beziehungsweise Identifikation
eines im Stillstand befindlichen Rotors in einer Zentrifuge, insbesondere in einer
Zentrifuge, wie sie vorstehend beschrieben worden ist. Das Verfahren erfolgt dabei
insbesondere unter Verwendung einer Sensoranordnung gemäß den vorstehenden Ausführungsformen,
bei denen die Anzahl der Magnetsensoren kleiner als die Anzahl der Magnetsitze ist.
Die wesentlichen Schritte dieses Verfahrens zur Erkennung des Rotors umfassen a) das
Einbringen des Rotors in die Zentrifuge, b) das Bestimmen des Positionsmusters der
wenigstens zwei in jeweils einem der Magnetsitze angeordneten Magnete im Rotor bei
stillstehendem Rotor mit Hilfe der Sensoranordnung und c) das Zuordnen des ermittelten
Positionsmusters durch die Auswerteeinheit zur Identifikation eines bestimmten Rotors.
[0030] Vorzugsweise erfolgt die Bestimmung des Positionsmusters der wenigstens zwei Magnete
durch a) das Identifizieren derjenigen Magnetsensoren, die bei stillstehendem Rotor
lokale betragsmäßige Maximalmesswerte an die Auswerteeinheit weiterleiten, b) das
Abfragen wenigstens der Messwerte der den unter a) identifizierten Magnetsensoren
zu wenigstens einer Seite benachbarten Magnetsensoren, c) das Bestimmen der konkreten
Position der wenigstens zwei Magnete jeweils unter Berücksichtigung der Messwerte
wenigstens zweier zueinander benachbarter Magnetsensoren durch die Auswerteeinheit
und d) das Bestimmen der Winkelstellung der wenigstens zwei Magnete in Bezug auf die
Rotationsebene des Rotors durch die Auswerteeinheit. Charakteristisch für dieses Verfahren
ist somit, dass die Auswerteeinheit zur Lagebestimmung der Magnete im Rotor pro in
einem Magnetsitz angeordnetem Magnet jeweils auf die Messwerte wenigstens zweier zueinander
benachbarter Magnetsensoren zurückgreift, wobei jeweils einer der beiden Magnetsensoren
ein lokales Messwertmaximum an die Auswerteeinheit übermittelt hat. Dabei wird letztendlich
aus dem Verhältnis der von diesen Magnetsensoren gelieferten Signale die exakte Position
bzw. Winkellage der wenigstens beiden Magnete zueinander bestimmt. Noch präzisere
Ergebnisse können dadurch erhalten werden, wenn zu den vorhergehenden Schritten b)
und c) jeweils die Messwerte der beiden Magnetsensoren miteinbezogen werden, die in
Bezug auf die Rotationsrichtung des Rotors zu beiden Seiten derjenigen Magnetsensoren
liegen, die jeweils einen lokalen betragsmäßigen Maximalmesswert detektieren.
[0031] Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Erfindung liegt schließlich in einem Verfahren
zur Unwuchterkennung eines Rotors in einer Zentrifuge, insbesondere einer Zentrifuge
gemäß den vorhergehenden Ausführungen, unter Verwendung insbesondere einer der vorstehend
offenbarten Sensoranordnungen. Das Verfahren zeichnet sich im Wesentlichen durch die
Schritte a) Rotieren des Rotors, b) Messen der Maximalannäherung eines Magneten an
einen Magnetsensor und c) Bestimmen der Kipplage des Rotors aus. Alternativ oder ergänzend
zu b) kann beispielsweise auch aus der betragsmäßigen Messwertdifferenz der wenigstens
zwei ermittelten Messwerte (pro Magnet im Rotor ein Messwert) auf eine Kipplage des
Rotors und damit auf eine Unwucht im Rotationsbetrieb geschlossen werden.
[0032] Ergänzend kann das vorhergehende Festlegen von einem Maximalwert bezüglich der Kipplage
des Rotors vorgesehen sein, wobei erst bei einem Überschreiten dieses Maximalwertes
bevorzugt eine Stoppfunktion von der Auswerteeinheit ausgelöst wird, die zu einem
Abbruch des Rotationsvorgangs des Rotors führt. Alternativ oder ergänzend kann hier
auch auf optische und/oder akustische Warnmittel zurückgegriffen werden.
[0033] Das Verfahren zur Unwuchterkennung kann darüber hinaus hinsichtlich der Anzahl der
für die zur Unwuchterkennung genutzten Magnetsensoren variiert werden. In der einfachsten
Ausführungsform wird dabei auf die Messwerte eines einzelnen Magnetsensors zurückgegriffen.
Zur Feststellung einer Unwucht ist es in diesem Fall erforderlich, dass der Rotor
zumindest einen vollständigen Umlauf um seine Rotationsachse vollzogen hat. Es kann
alternativ aber auch auf die Messwerte mehrerer und idealerweise aller Magnetsensoren
zurückgegriffen werden. Eine Unwuchterkennung gelingt dann in Bezug auf die Drehung
der Rotors um seine Rotationsachse wesentlich schneller, so dass dieser Verfahren
noch sicherer ist.
[0034] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von mehreren Ausführungsbeispielen näher beschrieben.
Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- eine seitliche Querschnittsansicht durch eine Zentrifuge mit einem Rotor und einer
Sensoranordnung;
- Fig. 2a und 2b
- Ansichten verschiedener Alternativen zur Anordnung der Magnetsitze am/im Rotor;
- Fig. 3
- Relativpositionierung der Magnetsitze im Verhältnis zu den Magnetsensoren in einer
Draufsicht;
- Fig. 4
- Kodierungsbeispiel für einen Rotor;
- Fig. 5
- Schaltbild des Sensorträgers;
- Fig. 6
- Querschnittsansicht aus Fig. 1 mit einem Rotor in Winkellage;
- Fig. 7a, 7b und 7c
- Prinzipskizze zur Veranschaulichung der Unwuchterkennung mit Hilfe der Sensoranordnung;
und
- Fig. 8a
- Ablaufdiagramm für ein Verfahren zur Bestimmung der Position der in jeweils einem
Magnetsitz angeordneten wenigstens zwei Magnete;
- Fig. 8b
- Ablaufdiagramm für ein Verfahren zur Unwuchterkennung und
- Fig. 9
- Ausschnittsansicht auf überlappende Magnetsitze im Trägerkranz.
[0035] Baugleiche und/oder funktionsgleiche Bauteile sind in den nachfolgenden Figuren mit
gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet.
[0036] Fig. 1 verdeutlicht die wesentlichen Bestandteile einer Zentrifuge 1. Die Zentrifuge
1 umfasst einen Zentrifugenkessel 2, der im vorliegenden Ausführungsbeispiel mit einem
nicht weiter dargestellten nach oben öffenbaren Deckel ausgebildet ist, einen Rotor
3 und einen Antrieb 4. Der Rotor 3 ist im Inneren des Zentrifugenkessels 2 angeordnet
und steht über eine Welle 5 in Antriebsverbindung mit dem Antrieb 4. Der Antrieb 4
treibt eine Rotationsbewegung um einer Rotationsachse 6 (vorliegend verläuft die Rotationsrichtung
7 des Rotors 3 von oben gesehen im Uhrzeigersinn) an, die über die Welle 5 auf den
Rotor 3 übertragen wird. Bei im Betrieb befindlichem Antrieb 4 rotiert der Rotor 3
somit, beispielsweise zur Probentrennung, in einer Rotationsebene (vorliegend in der
XZ-Ebene) um die Rotationsachse 6 (vorliegend die Vertikalachse in Y-Richtung). Der
Rotor 3 ist zur Aufnahme von Probenträgern, wie beispielsweise Titerplatten, Reagenzgläsern,
etc., mit geeigneten Halterungen und/oder Ausnehmungen ausgebildet, die in Fig. 1
nicht näher dargestellt sind. Um die Zentrifuge 1 mit verschiedenen Rotoren betreiben
zu können, ist der Rotor 3 auswechselbar ausgebildet und kann somit aus dem Zentrifugenkessel
2 herausgenommen und durch einen anderen Rotor ersetzt werden. Dazu ist beispielsweise
die Verwendung eines entsprechenden Schnellverschlusses vorgesehen. Derartige Verschlusssysteme
sind im Stand der Technik bekannt und in Fig. 1 nicht weiter angegeben.
[0037] Die zulässigen Betriebsbedingungen, beispielsweise hinsichtlich der maximal zulässigen
Rotationsgeschwindigkeit des Rotors 3, maximaler Beladung, etc., richten sich insbesondere
nach dem jeweils in die Zentrifuge 1 eingesetzten Rotor 3 und/oder nach den für den
jeweiligen Rotor 3 vorgesehenen Probengefäßen. Um einen sicheren Betrieb der Zentrifuge
1 zu ermöglichen, ist eine Sensoranordnung 8 vorhanden, die eine Identifikation des
in den Zentrifugenkessel 2 eingesetzten Rotors 3 im Stillstand des Rotors 3 ermöglicht.
Wesentliche Komponenten der Sensoranordnung 8 sind eine Auswerteeinheit 9, ein Sensorträger
10, in dem eine Vielzahl an Magnetsensoren 11 angeordnet ist, und eine Vielzahl von
Magnetsitzen 12, die jeweils zur Aufnahme eines Magneten 13 ausgebildet sind. Die
Auswerteeinheit 9 steht über die Signalleitungen 9A und 9B in Verbindung mit dem Sensorträger
bzw., zumindest indirekt, mit den einzelnen Magnetsensoren 11 und dem Antrieb 4. Konkret
werden über diese Verbindungen beziehungsweise Leitungen die von den Magnetsensoren
11 ermittelten Messwerte an die Auswerteeinheit 9 weitergeleitet und von dieser in
der nachstehend noch näher beschriebenen Weise zur Rotoridentifikation und/oder Unwuchtbestimmung
verarbeitet. Stellt die Auswerteeinheit 9 dabei beispielsweise unzulässige Abweichungen
von vorher festgesetzten Grenzwerten fest, löst sie über die Leitung 9A einen Antriebsstop
aus (bei der Funktion "Unwuchterkennung") beziehungsweise verhindert den Start des
Rotationsvorgangs (bei der Funktion "Rotoridentifikation"). Die Magnetsitze 12 sind
Teil eines ringförmigen Trägerkranzes 14, der an der Unterseite des Rotors 3 angeordnet
ist. Alternativ kann der Trägerkranz 14 auch einteilig beziehungsweise integral mit
dem Rotor 3 ausgebildet sein. Der Trägerkranz 14 ist in Richtung der Rotationsachse
6 bzw. vorliegend in Vertikalrichtung mit dem Abstand ΔH
1, zu der oben liegenden, dem Rotor 3 zugewandten Oberfläche der Magnetsensoren 11
gleichmäßig beabstandet. Die beiden jeweils ringförmig ausgebildeten Elemente Sensorträger
10 und Trägerkranz 14 liegen somit in Axialrichtung (Y-Richtung) der Rotationsachse
6 bzw. in Vertikalrichtung übereinander und weisen nahezu konstant den Abstand ΔH
1, auf. Der Übersichtlichkeit halber sind in Fig. 1 lediglich die Welle 5, der Sensorträger
10, die beiden geschnittenen Magnetsensoren 11, die beiden geschnittenen Magnetsitze
12, die beiden geschnittenen Magnete 13 und der Trägerkranz 14 mit schraffierten Schnittflächen
dargestellt (gleiches gilt im Übrigen für die nachstehend noch weiter erläuterte Schnittansicht
aus Fig. 6). Insbesondere der Rotor 3, der Antrieb 4 und der Zentrifugenkessel 2 sind
lediglich stark schematisiert wiedergegeben.
[0038] Die Fig. 2a und 2b veranschaulichen den prinzipiellen Aufbau des am Rotor 3 aus Fig.
1 angeordneten Trägerkranzes 14 mit seiner Vielzahl an Magnetsitzen 12 in einer Draufsicht
von oben. Der Trägerkranz 14 umfasst insgesamt 32 Magnetsitze 12 (N
pmag = 32; die einzelnen Magnetsitze sind mit den Nummer 12.1 bis 12.32 im Uhrzeigersinn
durchnummeriert; aus Übersichtlichkeitsgründen ist nicht jeder Magnetsitz mit dem
vollen Bezugszeichen 12.1, 12.2, 12.3, etc., gekennzeichnet), die jeweils zur Aufnahme
eines Magneten ausgebildet sind. Die Magnetsitze 12 weisen in Bezug auf die Rotationsachse
6 in der Rotationsebene (XZ-Ebene) zueinander einen gleichen Winkelabstand (β auf
(im vorliegenden Ausführungsbeispiel konkret 10°). Es ist nicht zwingend erforderlich,
dass die einzelnen Magnetsitze 12 jeweils im gleichen Winkelabstand über den gesamten
Trägerkranz 14 hinweg angeordnet sind. Eine alternative Anordnungsmöglichkeit veranschaulicht
dazu Fig. 2b, die sich insbesondere durch ihre gruppierte Anordnung der Magnetsitze
12 auszeichnet. Konkret sind jeweils fünf Magnetsitze zu einer Gruppe G zusammengefasst,
wobei insgesamt die Gruppen G1, G2, G3 und G4 im Trägerkranz 14 angeordnet sind. Innerhalb
der Gruppen sind die Magnetsitze 12 ebenfalls konkret mit 10° (d.h. β) beabstandet,
die einzelnen Gruppen G1 bis G4 sind allerdings in Bezug auf Ihren jeweils außen liegenden
Magnetsitze zueinander im größeren Winkel δ (konkret 30°) beabstandet. Allerdings
sind auch die Gruppen zueinander in Rotationsrichtung 7 gleichmäßig beabstandet. Eine
weitere Alternative zur Anordnung der Magnetsitze 12 im Trägerkranz ist in Fig. 9
angegeben, die eine Ausschnittsansicht auf ein Viertel eines Trägerkranzes 14 ist.
Auch in Fig. 9 sind die Magnetsitze 12 gruppiert angeordnet (der Ausschnitt entspricht
der Gruppe G3 aus Fig. 2b). Allerdings überlappen sich einander benachbarte Magnetsitze,
was insbesondere durch den gestrichelt angedeuteten Magnetsitz 12.13 und den beiden
ihm benachbarten überlappenden Magnetsitzen 12.12' und 12.13' verdeutlicht wird. Diese
sind jeweils gepunktet angedeutet. Die Überlappung der Magnetsitze 12.12', 12.13 und
12.13' ist somit in der Weise ausgebildet, dass sich jeweils benachbarte Magnetsitze
überlappen (zum Beispiel Magnetsitz 12.12' und 12.13), der darauffolgende Magnetsitz
(zum Beispiel Magnetsitz 12.13') ist aber wieder überlappungsfrei mit dem vorvorgeordneten
Magnetsitz (vorliegend Magnetsitz 12.12'). Die Überlappung erstreckt sich somit allein
auf den/die unmittelbar benachbarten Magnetsitze. Die Winkelbeabstandung beträgt β/2.
[0039] In Fig. 2a sind ferner vier Magnete 13 (13.1, 13.2, 13.3 und 13.4) in jeweils einem
Magnetsitz 12 (Magnet 13.1 in Magnetsitz 12.1, Magnet 13.2 in Magnetsitz 12.6, Magnet
13.3 in Magnetsitz 12.12 und Magnet 13.4 in Magnetsitz 12.23) angeordnet und weisen
somit die Winkelabstände α1 bis α4 zueinander auf. Wichtig ist ferner, dass die Magneten
13.1 - 13.4 hinsichtlich der Orientierung ihres Magnetfelds zum Teil entgegengesetzt
in den Trägerkranz 14 eingelassen sind. Bei den Magneten 13.1 und 13.3 weist der eine
Pol zum Betrachter (beispielsweise der Nordpol; in Fig. 2a symbolisiert durch die
schraffierte Flächenfüllung) und bei den beiden anderen Magneten 13.2 und 13.4 entsprechend
der entgegengesetzte Pol (beispielsweise der Südpol; in Fig. 2a symbolisiert durch
die ausgefüllte Fläche). Die spezielle Kennzeichnung des Rotors 3 zur nachstehend
noch näher erläuterten Rotoridentifikation erfolgt somit einerseits über die Winkelbeabstandung
der Magneten 13 sowie der Ausrichtung ihres jeweiligen Magnetfelds. Es ist somit nicht
jeder einzelne der Magnetsitze 12.1 bis 12.32 zwangsläufig jeweils mit einem Magneten
13 bestückt, sondern lediglich ein Teil der Magnetsitze 12 weist einen Magneten 13
auf. Aus dem Bestückungsmuster ergibt sich letztendlich unter Berücksichtigung der
die Kennung des jeweiligen Rotors.
[0040] Fig. 3 veranschaulicht die relative Lage der Magnetsitze 12 im Trägerkranz 14 des
Rotors 2 im Verhältnis zu den Magnetsensoren 11 der Sensoranordnung 8 weiter schematisch.
Aus Übersichtlichkeitsgründen sind die Magnetsensoren 11 in Fig. 3 in Radialrichtung
nach innen, d.h. zur Rotationsachse 6 hin, versetzt dargestellt. Die Ränder des Trägerkranzes
14 aus Fig. 2a sind zur Orientierung gestrichelt angedeutet. Insgesamt umfasst die
Sensoranordnung 8 24 Magnetsensoren (N
sens = 24). Die einzelnen Magnetsensoren 11 sind durchnummeriert angegeben (11.1 bis 11.24);
die Positionsnummern 1 bis 32 der Magnetsitze 12 aus Fig. 2a sind nur zum Teil erneut
angegeben.
[0041] In Rotationsrichtung 7 sind sowohl die Magnetsensoren 11 als auch die Magnetsitze
12 untereinander gleichmäßig beabstandet. Konkret sind in Rotationsrichtung zueinander
benachbarte Magnetsensoren 11 mit dem Winkel γ und Magnetsitze 12 mit dem Winkel β
beabstandet, wobei der Winkel γ größer als der Winkel β ist (konkret im Verhältnis
von ca. 1:1,3). Die beiden Winkel β und γ sind dabei jeweils durch Schenkel in Radialrichtung
aus der Rotationsachse 6 heraus durch die jeweiligen Mittelpunkte der kreisförmigen
Magnetsitze 12 und Magnetsensoren 11 angegeben. Durch die unterschiedliche Anzahl
der Magnetsensoren 11.1 bis 11.24 im Vergleich zu den Magnetsitzen 12.1 - 12.32 bzw.
deren unterschiedliche Winkelbeabstandung verschiebt sich das Lagerverhältnis der
Magnetsitze 12 relativ zu den Magnetsensoren 11 und ist nicht über den gesamten Kreis
gleichförmig. Der Magnetsitz 12.1 liegt beispielsweise in Radialrichtung auf einer
Linie mit dem Magnetsensor 11.1. Der in Rotationsrichtung benachbarte Magnetsitz 12.2
ist gegenüber seinem nächstliegenden Magnetsensor 11.2 entgegen der Rotationsrichtung
verschoben und weist somit ein anderes Beabstandungsverhältnis zu seinem nächstliegenden
Magnetsensor 11.2 als der Magnetsitz 12.1 im Verhältnis zum Magnetsensor 11.1 auf.
[0042] Mit der Sensoranordnung 8 ist jedoch dennoch eine exakte Bestimmung der Lage der
jeweils im Sensorträger angeordneten Magnete möglich, wie es nachstehend anhand des
in Fig. 4 angegebenen Situationsbeispiels näher veranschaulicht ist. Die Darstellung
aus Fig. 4 basiert auf der Fig. 3, wobei in Fig. 4 zusätzlich die vier Magnete 13.1,
13.2, 13.3 und 13.4 aus Fig. 2a zur Kodierung des entsprechenden Rotors von jeweils
einem Magnetsitz 12 (Magnet 13.1 vom Magnetsitz 12.1, Magnet 13.2 vom Magnetsitz 12.6,
Magnet 13.3 vom Magnetsitz 12.12 und Magnet 13.4 vom Magnetsitz 12.23) aufgenommen
sind. Zur Positionsbestimmung der Magnete 13.1 bis 13.4 erfolgt zunächst durch die
in Fig. 4 nicht weiter dargestellte Auswerteeinheit eine Abfrage der aktuellen Messwerte
der einzelnen Magnetsensoren 11.1 bis 11.24. Dabei ermittelt die Auswerteeinheit zunächst
betragsmäßige Maximalwerte. Solche betragsmäßigen Maximalwerte werden von denjenigen
Magnetsensoren 11 geliefert, die im Vergleich zu ihren in und entgegen der Umlaufrichtung
des Rotors benachbarten Magnetsensoren den geringsten Abstand zu einem der Magnete
13.1 bis 13.4 aufweisen bzw. stärker vom Magnetfeld der Magnete 13.1 bis 13.4 beeinflusst
werden als ihre benachbarten Magnetsensoren. Im Ausführungsbeispiel aus Fig. 4 sind
dies die Magnetsensoren 11.1 (für den Magneten 13.1), 11.5 (für den Magneten 13.2),
11.9 (für den Magneten 13.3). Der Magnet 13.4 nimmt eine Zwischenposition zwischen
den Magnetsensoren 11.17 und 11.18 ein, sodass die Auswerteeinheit zunächst die Werte
jeweils der beiden Magnetsensoren 11.17 und 11.18 separat als betragsmäßigen Maximalwert
berücksichtigt. Diejenigen Magnetsensoren 11, die einen betragsmäßigen Maximalwert
detektieren, sind in Fig. 4 mit einem schwarzen Punkt gekennzeichnet.
[0043] Um festzustellen, wie weit und in welche Richtung (in oder entgegen der Rotationsrichtung
7) der jeweilige Magnet 13.1 bis 13.4 gegenüber dem jeweils ein betragsmäßiges Maximalsignal
liefernden Magnetsensor 11 in oder entgegen der Rotationsrichtung verschoben ist,
fragt die Auswerteeinheit in einem nächsten Schritt die Messwerte der in und entgegen
der Rotationsrichtung benachbarten beiden Magnetsensoren 11 ab. Für den Magnetsensor
11.1 heißt das beispielsweise, dass die Auswerteeinheit ergänzend die Messwerte der
Magnetsensoren 11.2 und 11.24 berücksichtigt und daraus die konkrete Verschiebung
des Positionsmagneten in Rotationsrichtung gegenüber dem Magnetsensor 11.1 errechnet.
Gleiches gilt für die weiteren jeweils ein betragsmäßiges Maximalsignal liefernden
Magnetsensoren (für den Magnetsensor 11.5 werden zusätzlich die Werte der Magnetsensoren
11.4. und 11.6 abgefragt; für den Magnetsensor 11.9 werden zusätzlich die Werte der
Magnetsensoren 11.8 und 11.10 abgefragt; für den Magnetsensor 11.17 werden zusätzlich
die Werte der Magnetsensoren 11.16 und 11.18 abgefragt; für den Magnetsensor 11.18
werden zusätzlich die Werte der Magnetsensoren 11.17 und 11.19 abgefragt). Die ergänzend
abgefragten "benachbarten" Magnetsensoren sind mit einem Kreis in Fig. 4 gekennzeichnet.
Aus dem Verhältnis jedes betragsmäßigen Maximalwertes eines Magnetsensors mit den
Messwerten seiner beiden benachbarten Magnetsensoren ermittelt die Auswerteeinheit
anschließend die konkrete Winkellage der einzelnen Magnete 13.1 bis 13.4 zueinander
und ordnet diesem Wertemuster einen bestimmten Rotor zu (vorliegend stellt die Auswerteeinheit
dabei beispielsweise auch fest, dass die Maximalmesswerte der beiden Magnetsensoren
11.17 und 11.18 jeweils dem Magneten 13.4. im Magnetsitz 12.23 zugeordnet werden können).
[0044] Fig. 5 veranschaulicht den prinzipiellen Aufbau der Auswerteeinheit 9. Die Auswerteeinheit
9 ist zunächst über geeignete Signalverbindungen mit den Magnetsensoren 11.1 bis 11.24
verbunden und kann dadurch die von den Magnetsensoren ermittelten Messwerte abfragen.
Dazu ist eine geeignete Abfrageeinheit 15 (konkret ein Multiplexer) vorhanden, der
wiederum an einen Mikrocontroller 16 angeschlossen ist. Dieser steht mit einer Zentrifugensteuerung
17 in Verbindung, über die insbesondere auch die Funktionen "Drehzahl" und "Motorstopp"
geregelt werden. Die Zentrifugensteuerung steuert dazu den Antrieb der Zentrifuge
1 an (in Fig. 5 nicht weiter angegeben). Die Auswerteeinheit 9 hat im Ausführungsbeispiel
gemäß Fig. 5 neben der reinen Auswertefunktion (Verarbeitung der Daten der Magnetsensoren,
Ermittlung des vorhandenen Codemusters und Zuordnung zu einem bestimmten Rotor und
gegebenenfalls Überwachung, ob die eingestellten Betriebsdaten mit den zu dem ermittelten
Rotor hinterlegten Betriebsdaten übereinstimmen bzw. nicht außerhalb festgelegter
Grenzwerte liegen) somit auch eine Steuerfunktion (Abbruch des Rotationsbetriebes
beim Überschreiten der erlaubten Betriebsgrenzen, zum Beispiel hinsichtlich Drehzahl,
Kipplage, etc.), über die der Rotationsbetrieb der Zentrifuge 1 geregelt wird. Eine
Vielzahl der Komponenten sind auf einer Platine 18 angeordnet (in Fig. 5 lediglich
gestrichelt angedeutet). Die Auswerteeinheit 9 umfasst im Ausführungsbeispiel gemäß
Fig. 5 ferner einen Temperatursensor 19, der zur Überwachung der Temperatur im Zentrifugenkessel
ausgebildet ist, eine elektronische Wasserwaage 20, um eine waagerechte Aufstellung
der Zentrifuge 1 zu gewährleisten, und einen elektronischen Unwuchtsensor 21, der
insbesondere zur Unwuchterkennung bei hohen Drehzahlen des Rotors 3 ausgebildet ist.
Neben den Magnetsensoren 11 sind somit weitere Sensoren vorhanden, die weitere physikalische
Betriebsparameter überwachen.
[0045] Wie vorstehend bereits erwähnt, ist die Zentrifuge 1 ferner in der Weise ausgebildet,
dass sie die Kipplage des Rotors 3 im Rotationsbetrieb überwachen kann beziehungsweise
in der Lage ist, eine während des Rotationsbetriebes auftretende Unwucht im Rotor
3 zu erkennen und, sofern bestimmte Grenzwerte überschritten werden, den Rotationsbetrieb
vorsorglich zu stoppen. Weitere Details zu dieser Funktion ergeben sich insbesondere
aus den Figuren Fig. 6, 7a, 7b und 7c.
[0046] Fig. 6 ist von der vorstehend bereits beschriebene Fig. 1 abgeleitet. Aus Übersichtlichkeitsgründen
sind nicht sämtliche Bezugszeichen aus der Fig. 1 auch in Fig. 6 angegeben. Eine Kipplage
des Rotors 3 liegt dann vor, wenn seine mittige und üblicherweise in Vertikalrichtung
verlaufende Längsachse 6' (die Achse, um die die Rotation erfolgen soll) von der tatsächlichen
Rotationsachse 6 abweicht. Der Rotor 3 läuft dann "unrund" beziehungsweise taumelt
um die Rotationsachse 6 herum. Diese Verkippung des Rotors 3 ist in Fig. 6 mit dem
Winkel ε angegeben, der die Abweichung der Längsachse 6' zur Rotationsachse 6 angibt.
Eine derartige Schieflage des Rotors kann beispielsweise dann auftreten, wenn eine
bezüglich der Rotationsebene ungleichmäßige Gewichtsverteilung im Rotor 3 vorliegt,
der Rotor nicht korrekt im Zentrifugenkessel 2 gelagert ist, der Rotor 3 defekt ist,
etc. Die dabei auftretenden Unwuchten stellen ein erhebliches Betriebsrisiko dar,
sodass eine frühzeitige Unwuchterkennung wünschenswert ist.
[0047] Fig. 6 (insbesondere im Vergleich zu Fig. 1) verdeutlicht den Effekt, den eine Schräglage
des Rotors 3 um den Verkippungswinkel ε auf die Sensoranordnung 8 beziehungsweise
auf die mit den Sensoranordnung ermittelten Messwerte hat. Die im Normalzustand (Fig.
1) und im verkippten Zustand (Fig. 6) erhaltenen Messwerte sind in den Figuren 7a,
7b und 7c gegenübergestellt, wobei jeweils auf der linken Seite der Figuren 7a bis
7c schematisch die Relativlage eines Magneten 13 und eines Magnetsensors 11 angegeben
ist und auf der rechten Seite jeweils das vom Sensor 11 ermittelte Signal in einer
Anzeige 22 verdeutlicht ist. In durchgezogener Linie ist in der Anzeige dabei jeweils
der Signalverlauf dargestellt, der von einem Magnetsensor 11 ermittelt wird, wenn
ein in einem Magnetsitz 12 des Trägerkranzes 14 untergebrachter Positionsmagnet 13
an ihm im Rotationsbetrieb vorbeigeführt wird, wobei der eine Pol (zum Beispiel der
Nordpol) des Magneten 13 zum Magnetsensor 11 ausgerichtet ist. Gestrichelt ist der
alternative Signalverlauf angegeben, wenn der andere Pol (zum Beispiel der Südpol)
zum Magneten ausgerichtet ist. Dieser Signalverlauf entspricht dem Spiegelbild des
anderen Signalverlaufs bei umgekehrter Magnetfeldrichtung. Das Magnetfeld 24 ist lediglich
zur weiteren Verdeutlichung in den Figuren 7a bis 7c mit einem Teil seiner Feldlinien
angedeutet.
[0048] Im Normalfall beträgt der Abstand zwischen den auf dem Sensorträger 10 angeordneten
Magnetsensoren 11 und den Magnetsitzen 12 des Rotors 3 (bzw. den darin befindlichen
Magneten 13) konstant ΔH
1, über den gesamten Bereich der Rotationsebene (in Fig. 1 angegeben). Beim Vorbeilaufen
eines in einem der Magnetsitze 12 am Rotor 3 platzierten Magneten 13 mit seinem Magnetfeld
24 an einem Magnetsensor 11 im Rotationsbetrieb wird dabei das Signal S1 mit der Signalintensität
H1 (Abstand zwischen der Basis- bzw. Nulllinie 23 und dem betragsmäßigen Maximalmesswert
bzw. dem Wendepunkt des Signals im Maximum) von der Auswerteeinheit 14 registriert.
Dies ist in Fig. 7a veranschaulicht, die auf der linken Seite zunächst einen Ausschnitt
aus der Sensoranordnung 8 zeigt. Aus Übersichtlichkeitsgründen ist lediglich der Magnet
13 dargestellt, dessen Magnetfeldlinien gepunktet angedeutet sind. Der Magnet 13 weist
ferner zwei Pole 13a (beispielsweise Nordpol) und 13b (beispielsweise Südpol) auf,
wobei der Magnet 13 in der Weise relativ zum Magnetsensor 11 angeordnet ist, dass
er mit seinem einen Pol 13a zum Magnetsensor 11 hin ausgerichtet ist und mit seinem
anderen Pol 13b vom Magnetsensor wegweisend im in Fig. 7a nicht mehr dargestellten
Rotor angeordnet ist. Im Rotationsbetrieb wird der Magnet 13 somit am Magnetsensor
11 vorbeigeführt, sodass der Magnetsensor, bei dem es sich in Fig. 7a konkret um einen
bipolaren analogen Hall-Sensor handelt, das auf der rechten Seite dargestellte Signal
mit der Signalintensität S1 weiterleitet. Die Signalhöhe bzw. Signalintensität ergibt
sich dabei aus dem Unterschied des Maximalwertes und der Basislinie. Wird der Magnet
13 umgedreht in der Weise, dass er mit dem Magnetpol 13b zum Magnetsensor 11 hin zeigt,
wird das gepunktet dargestellte Signal erhalten, dessen Signalintensität ebenfalls
S1 entspricht.
[0049] Bei einer Verkippung der Rotorachse um den Winkel ε nähert sich der Rotor auf einer
Seite den entsprechenden Magnetsensoren an, d.h. der Abstand ΔH
1, verkleinert sich zu ΔH
2, wie es beispielsweise in Fig. 7b dargestellt ist. Gegenüberliegend vergrößert sich
der Abstand ausgehend von ΔH
1, zu ΔH
3, wie es beispielsweise aus Fig. 7c ersichtlich ist. Dadurch, dass der Magnet in den
Figuren 7b und 7c in größerem bzw. kleinerem Abstand am Magnetsensor 11 im Vergleich
zum Normalzustand aus Fig. 7a vorbeigeführt wird, registriert die Auswerteeinheit
14 auch unterschiedliche Signalintensitäten. Diese Unterschiede in den Signalintensitäten
lassen letztendlich einen Rückschluss auf die Kipplage des Rotors 3 zu. Fig. 7b verdeutlicht,
dass bei einer Verkleinerung des Abstandes zwischen dem Magnetsensor 11 und dem Magneten
13 die Signalintensität S2 im Vergleich zur Ausgangssignalintensität bei Normallage
S1 zunimmt. Dies gilt auch bei umgekehrter Polung des Magneten 13. Fig. 7c schließlich
betrifft den gegenteiligen Fall, indem der Einfluss des an dem Magnetsensor vorbeigeführten
Magnetfeldes 22 auf den Magnetsensor 11 aufgrund des größeren Abstandes ΔH
3 geringer wird, sodass die Signalintensität auf S
3 sinkt. Beide Abstände werden im Rotationsbetrieb, bei dem jeder Magnet an jedem Sensor
vorbei geführt wird, von jedem einzelnen Sensor nacheinander erfasst. Entsprechend
ist es möglich, für die Funktion "Unwuchterkennung" nur einen Sensor 11 aus der gesamten
Sensoranordnung 8 heranzuziehen.
[0050] Ein gewisses Maß an Verkippung des Rotors 3 im Rotationsbetrieb ist durchaus tolerierbar.
Die Auswerteeinheit 14 kann dazu beispielsweise in der Weise ausgebildet sein, dass
ein Signalbereich festgelegt ist, innerhalb dessen ein regulärer Rotationsbetrieb
der Zentrifuge 1 erlaubt und fortgesetzt wird. Stellt die Auswerteeinheit 14 jedoch
ein Unterschreiten bzw. ein Überschreiten einer Untergrenze 33 bzw. einer Obergrenze
34 dieses Bereichs fest, wird eine Stoppfunktion der Zentrifuge eingeleitet, die ein
sofortiges Abstoppen der Rotationsbewegung des Rotors 3 bis hin zum Stillstand zur
Folge hat.
[0051] Die wesentlichen Verfahrensschritte der Sensoranordnung 8 aus den vorhergehenden
Figuren für die Erkennung eines Rotors im Stillstand und für die Unwuchterkennung
beim Rotationsbetrieb des Rotors sind in den Figuren 8a (Rotoridentifikation) und
8b (Unwuchterkennung) weiter veranschaulicht.
[0052] Mit den in Fig. 8a angegebenen Verfahrenschritte kann die Sensoranordnung 8 nach
dem Einsetzen des Rotors 3 in die Zentrifuge den jeweiligen Rotor 3 erkennen und beispielsweise
abgleichen, ob die vom Bediener für den Rotationsbetrieb gewählten Betriebsbedingungen
noch innerhalb zulässiger Betriebsgrenzen für den jeweiligen Rotor 3 liegen oder nicht
(und in diesem Fall beispielsweise die Aufnahme des Rotationsbetriebes blockieren).
Die in Fig. 8a angegebenen Verfahrensschritte laufen nach dem Einsetzen des Rotors
3 in die Zentrifuge bei stillstehendem beziehungsweise nicht rotierendem Rotor ab.
[0053] Um den jeweiligen Rotor zu identifizieren, ist in einem ersten Verfahrensschritt
25 das Identifizieren derjenigen Magnetsensoren 11 vorgesehen, die bei stillstehendem
Rotor 3 lokale betragsmäßige Maximalmesswerte an die Auswerteeinheit 9 weiterleiten.
Die Auswerteeinheit 9 vergleicht beim Verfahrensschritt 25 somit die Signalintensitäten
aller Magnetsensoren 11 und ermittelt diejenigen Magnetsensoren 11, die im Vergleich
zu den ihnen jeweils in und entgegen der Rotationsrichtung benachbarten Magnetsensoren
11 betragsmäßig größere (oder zumindest gleich große) Signale liefern.
[0054] Im sich daran anschließenden Verfahrensschritt 26 ordnet die Auswerteeinheit 9 den
im Schritt 25 identifizierten Magnetsensoren mit lokalen betragsmäßigen Maximalmesswerten
die Messwerte der jeweils benachbarten Magnetsensoren (in und entgegen der Rotationsrichtung)
zu. Die Auswerteeinheit 9 berücksichtigt somit auch die in der Umgebung der mit 25
identifizierten Magnetsensoren positionierten Magnetsensoren und prüft, ob das jeweilige
Magnetfeld des jeweiligen Magneten im Rotor 3 auch von benachbarten Magnetsensoren
registriert wird und, wenn ja, wie stark das sensierte Signal ist.
[0055] Im Verfahrensschritt 27 ermittelt die Auswerteeinheit aus den verfügbaren Daten für
jede Messwertgruppe (betragsmäßiger Maximalmesswert und Messwerte der benachbarten
Magnetsensoren) zunächst die Anzahl der Magnete und die konkrete Position jedes Magneten
in Bezug auf seine Position relativ zu den Magnetsensoren der Sensoranordnung. Durch
den zusätzlichen Rückgriff auf die Messwerte derjenigen Magnetsensoren, die jeweils
einem Magnetsensor mit einem lokalen betragsmäßigen Maximalmesswert benachbart sind,
kann die Auswerteeinheit auch Zwischenstellungen der Magnete zwischen zwei Magnetsensoren
mit berücksichtigen und exakt ermitteln. Dies erfolgt beispielsweise über entsprechende
Interpolationsoperationen beziehungsweise die Auswerteeinheit ist in der Weise ausgebildet,
dass sie die von den beiden benachbarten Magnetsensoren (wovon wenigstens einer einen
lokalen betragsmäßigen Maximalmesswert sensiert) jeweils gemessenen Signalintensitäten
ins Verhältnis zueinander setzt. In diesem Verfahrensschritt ermittelt die Auswerteeinheit
ferner die Feldrichtung der jeweiligen Magnete (bzw., ob er mit seinem Nord- oder
mit seinem Südpol zu den Magnetsensoren ausgerichtet ist), was mit Hilfe bipolarer
Magnetsensoren möglich ist.
[0056] Nachdem die Anzahl, die konkrete Position der Magnete in Bezug auf den Trägerkranz
der Magnetsitze und die Ausrichtung der Magnete von der Auswerteeinheit ermittelt
wurde, bestimmt die Auswerteeinheit schließlich die konkret vorliegenden Beabstandungswinkel
α der vorhandenen Magnete zueinander.
[0057] Die Zuordnung der von der Sensoranordnung erfassten Messdaten zu einem bestimmten
Rotor erfolgt schließlich im Schritt 29. Dazu wird das ermittelte Muster aus "Anzahl
der Magnete", "Ausrichtung der Magnete" und "Winkelabstand der Magnete" mit in der
Auswerteeinheit hinterlegten Daten abgeglichen und einem bestimmten Rotor zugeordnet.
Gibt ein Bediener nun gewünschte Betriebsparameter ein, wie beispielsweise Drehzahl,
Beschleunigung, etc., gleicht die Auswerteeinheit diese Betriebsparameter mit hinterlegten
Soll- und/oder Maximal-/Minimalwerten ab und verhindert bei einer unzulässigen Auswahl
die Aufnahme des Rotationsbetriebes. Die Verfahrensschritte 25 bis 29 laufen im Stillstand
des Rotors 3 ab.
[0058] Fig. 8b veranschaulicht dagegen die Informationsverarbeitung zur Unwuchterkennung,
wobei diese Verfahrensschritte im Rotationsbetrieb des Rotors 3 ablaufen. Die Unwuchterkennung
kann einerseits unter Anwendung aller Magnetsensoren, nur eines Teils der Magnetsensoren
oder zumindest mit einem der vorhandenen Magnetsensoren erfolgen. Die in Fig. 8b angegebene
Ausführungsform ist in der Weise ausgebildet, dass sie die Messwerte aller vorhandener
Magnetsensoren berücksichtigt. Zunächst wird der Rotationsbetrieb im Schritt 30 aufgenommen,
so dass die im Rotor angeordneten wenigstens zwei Magnete an den Magnetsensoren vorbei
bewegt werden. Wie zu den Figuren 6 und 7a bis 7c vorstehend bereits angegeben wurde,
hat die ungleichmäßige Gewichtsverteilung im Rotor 3 zur Folge, dass der Rotor 3 in
Schräglage kommt und somit nicht mehr gleichmäßig zu den Magnetsensoren im Trägerkranz
beabstandet ist. Diese Schräglage erfasst die Sensoranordnung im Schritt 31, in dem
die Maximalannäherung eines Magneten an einen Magnetsensor bestimmt wird. Alternativ
oder ergänzend kann auch die maximale Beabstandung bestimmt werden. Durch die Veränderung
der Beabstandung der Magnete zu den Magnetsensoren bei einer Schräglage des Rotors
3 und die entsprechende Beeinflussung (oben bereits angegeben) der Messwerte, kann
die Auswerteeinheit 9 die Kipplage des Rotors 3 bestimmen (Schritt 32) und damit letztendlich
eine vorhandene Unwucht erkennen. Werden dabei festgelegte Grenzwerte nach oben überschritten
und nach unten unterschritten, greift die Auswerteeinheit mit der Sicherheitsfunktion
"Motorstop" in den Rotationsbetrieb, insbesondere vor dem Erreichen hoher Drehzahlen,
und bricht den Rotationsvorgang ab.
1. Sensoranordnung (8) zur Identifikation eines in eine Zentrifuge (1) eingesetzten um
eine Rotationsachse (6) rotierbaren Rotors (3), umfassend
- in dem Rotor (3) eine Anzahl Npmag Magnetsitze (12), die jeweils zur Aufnahme eines Magneten (13) ausgebildet sind,
- in einem dem Rotor (3) gegenüberliegend angeordneten Sensorenträger (10) eine Anzahl
Nsens Magnetsensoren (11), die in einer Sensorenträgerebene liegend in gleichen Winkelabständen
(γ) angeordnet sind,
- wenigstens zwei von jeweils einem Magnetsitz (12) aufgenommene Magnete (13) und
- eine Auswerteeinheit (9),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anzahl Nsens der Magnetsensoren (11) kleiner als die Anzahl Npmag der Magnetsitze (12) Npmag ist.
2. Sensoranordnung (8) gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Magnetsensoren (11) analoge Magnetsensoren (11) sind.
3. Sensoranordnung (8) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Magnetsensoren (11) bipolare Magnetsensoren (11) sind.
4. Sensoranordnung (8) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Magnetsensoren (11) bipolare Analog-Hallsensoren (11) sind.
5. Sensoranordnung (8) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verhältnis der Anzahl Nsens der Magnetsensoren (11) zur Anzahl Npmag der Magnetsitze (12) im Bereich 1:1,01 bis 1:2, insbesondere 1:1,3 bis 1:1,75 und
ganz besonders 1:1,5 beträgt.
6. Sensoranordnung (8) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Magnetsensoren (11) einen Winkelabstand (γ) im Bereich von 5° bis 15°, insbesondere
8° bis 12° und ganz besonders von 10° aufweisen.
7. Sensoranordnung (8) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Magnetsensoren (11) in Axialrichtung der Rotationsachse (6) unterhalb des Rotors
(3) angeordnet sind.
8. Sensoranordnung (8) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Magnetsensoren (11) in Radialrichtung der Rotationsachse (6) außerhalb des Rotors
(3) angeordnet sind.
9. Sensoranordnung (8) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Magnetsitze (12) gruppiert (G1, G2, G3, G4) angeordnet sind.
10. Sensoranordnung (8) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Magnetsitze (11, 11', 12, 12', 13, 13', 14, 14', 15) einander teilweise überlappend
angeordnet sind.
11. Sensoranordnung (8) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens zwei von jeweils einem Magnetsitz (12) aufgenommenen Magnete (13) bezüglich
ihrer Polung zum Sensorträger (10) gegensätzlich angeordnet sind.
12. Sensoranordnung (8) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Auswerteeinheit (9) in der Weise ausgebildet ist, dass sie die Position eines
in einem der Magnetsitze (12) angeordneten Positionsmagneten (13) unter Berücksichtigung
der ermittelten Maximalmesswerte a) eines Magnetsensors (11), der einen lokalen betragsmäßigen
Maximalmesswert feststellt, und b) wenigstens eines der beiden diesem Magnetsensor
(11) benachbarten Magnetsensoren (11) bestimmt.
13. Sensoranordnung (8) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Auswerteeinheit (9) in der Weise ausgebildet ist, dass sie anhand der von den
Magnetsensoren (11) ermittelten Messwerte bei rotierendem Rotor (3) Unwuchten im Rotor
(3) identifiziert.
14. Sensoranordnung (8) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensorenträger (10) einen Temperatursensor und/oder einen Beschleunigungssensor
aufweist.
15. Zentrifuge (1), umfassend
- einen um eine Rotationsachse rotierbaren Rotor (3),
- einen Antrieb (4),
- eine Welle (5) zur Übertragung einer Antriebskraft des Antriebs (4) auf den Rotor
(3) und
- eine Sensoranordnung (8) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14.
16. Zentrifuge (1) gemäß Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rotor (3) elastisch gelagert ist.
17. Verfahren zur Erkennung eines Rotors (3) in einer Zentrifuge (1), insbesondere gemäß
der Ansprüche 14 und 15, unter Verwendung einer Sensoranordnung (8) gemäß einem der
Ansprüche 1 bis 13, umfassend die Schritte
a) Einbringen des Rotors (3) in die Zentrifuge (1);
b) Bestimmen des Positionsmusters wenigstens zweier Magnete (13) im Rotor (3) bei
stillstehendem Rotor (3) mit Hilfe der Sensoranordnung (8); und
c) Zuordnen des Positionsmuster durch die Auswerteeinheit (9) zur Identifikation eines
bestimmten Rotors (3).
18. Verfahren zur Erkennung eines Rotors (3) in einer Zentrifuge (1) gemäß Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Bestimmen des Positionsmusters der wenigstens zwei Magnete (13) folgende Schritte
durchgeführt werden:
a) Identifizieren derjenigen Magnetsensoren (11), die bei stillstehendem Rotor (3)
lokale betragsmäßige Maximalmesswerte an die Auswerteeinheit (9) weiterleiten;
b) Abfragen wenigstens der Messwerte der zu a) identifizierten Magnetsensoren (11)
zu wenigstens einer Seiten benachbarten Magnetsensoren (11);
c) Bestimmen der konkreten Position der wenigstens zwei Magnete (13) jeweils unter
Berücksichtigung der Messwerte wenigstens zweier zueinander benachbarter Magnetsensoren
(11) durch die Auswerteeinheit (9); und
d) Bestimmen der Winkelstellung der wenigstens zwei Magnete (13) in Bezug auf die
Rotationsebene des Rotors (3) durch die Auswerteeinheit (9).
19. Verfahren zur Erkennung eines Rotors (3) in einer Zentrifuge (1) gemäß Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet,
dass zu den Schritten b) und c) jeweils die Messwerte der beiden Magnetsensoren (11) mit
einbezogen werden, die zu beiden Seiten derjenigen Magnetsensoren (11) liegen, die
einen lokalen betragsmäßigen Maximalmesswert detektieren.
20. Verfahren zur Unwuchterkennung eines Rotors (3) in einer Zentrifuge (1), insbesondere
gemäß der Ansprüche 15 oder 16, unter Verwendung einer Sensoranordnung (8) gemäß einem
der Ansprüche 1 bis 14, umfassend die Schritte
a) Rotieren des Rotors (3);
b) Messen der Maximalannäherung eines Magneten (13) an einen Magnetsensor (11); und
c) Bestimmen der Kipplage des Rotors (3).