[0001] Die Erfindung betrifft eine Spannvorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Eine Spannvorrichtung der eingangs genannten Art ist nach der
DE 196 45 778 A1 bekannt. Diese besteht aus einer drehbar in einem Gehäuse gelagerten Hohlwelle (Spannarmwelle),
an der ein Spannelement (Spannarm) befestigbar und die zur Ausbildung einer Kniehebelmechanik
mit einem Hebelarm (Stellfortsatz) versehen ist, wobei ein Zwischenglied einerseits
gelenkig mit dem Hebelarm und andererseits gelenkig mit einem axialbeweglichen Stellglied
(Stellstange) eines Antriebselements verbunden ist, wobei in der Hohlwelle eine mit
einem Handhebel verbundene Innenwelle angeordnet ist, die ein Zapfenelement (Stellzapfen)
aufweist, das eine Kulissenführung (Kulissenschlitz) an der Hohlwelle durchgreift
und mit der Kniehebelmechanik in Wirkverbindung bringbar ist, wobei ein die Innenwelle
gegen die Hohlwelle in Hauptaxialrichtung verspannendes Federelement vorgesehen ist.
[0003] Wie ausführlich in der
DE 196 45 778 A1 beschrieben, ist es mit dieser Konstruktion möglich, die Kniehebelmechanik mit Hilfe
des Handhebels wahlweise zu lösen oder auch in die so genannte Übertotpunktposition
zu bringen, und zwar insbesondere dann, wenn das Stellglied des Antriebselements (Pneumatikzylinder,
Hydraulikzylinder, Elektroantrieb oder dergleichen) unbehindert beweglich ist. Dabei
wird insbesondere dem Aspekt Rechnung getragen, dass bei einer nicht hohlen Spannarmwelle
eine Drehmomenteinbringung in diese untauglich ist, um Einfluss auf die Kniehebelmechanik
zu nehmen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Spannvorrichtung der eingangs genannten
Art zu verbessern. Insbesondere soll eine kompaktere Bauform geschaffen werden.
[0005] Diese Aufgabe ist mit einer Spannvorrichtung der eingangs genannten Art durch die
im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 aufgeführten Merkmale gelöst.
[0006] Nach der Erfindung ist also vorgesehen, dass das Federelement im Innern der Hohlwelle
angeordnet ist.
[0007] Mit anderen Worten zeichnet sich die erfindungsgemäße Lösung dadurch aus, dass das
ursprünglich außen an der Hohlwelle angeordnete Federelement (siehe insbesondere Figur
5 der
DE 196 45 778 A1) nunmehr innen in der Hohlwelle platziert ist, und zwar besonders bevorzugt in der
Weise, dass das Federelement als in einem Ringspalt zwischen Innen- und Hohlwelle
angeordnete Schraubendruckfeder ausgebildet ist.
[0008] Andere vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüche.
[0009] Die erfindungsgemäße Spannvorrichtung einschließlich ihrer vorteilhaften Weiterbildungen
gemäß der abhängigen Patentansprüche wird nachfolgend anhand der zeichnerischen Darstellung
eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
[0010] Es zeigt
- Figur 1
- im Schnitt das Kopfstück der erfindungsgemäßen Spannvorrichtung;
- Figur 2
- in Seitenansicht (teilweise geschnitten) die erfindungsgemäße Spannvorrichtung;
- Figur 3
- in Draufsicht die erfindungsgemäße Hohlwelle mit Innenwelle und Handhebel; und
- Figur 4
- im Schnitt die erfindungsgemäße Hohlwelle mit Innenwelle und Handhebel gemäß Figur
3.
[0011] Die in den Figuren 1 bis 4 dargestellte Spannvorrichtung besteht in bekannter Weise
aus einer drehbar in einem Gehäuse gelagerten Hohlwelle 1, an der ein Spannelement
(insbesondere Spannarm 17) verdrehfest befestigbar und die zur Ausbildung einer Kniehebelmechanik
mit einem Hebelarm 2 versehen ist. Wie das Spannelement ist auch der Hebelarm 2 verdrehfest
mit der spannarmseitig im Querschnitt vieleckig, vorzugsweise quadratisch ausgebildeten
Hohlwelle 1 verbunden. Weiterhin ist ein Zwischenglied 3 einerseits gelenkig mit dem
Hebelarm 2 und andererseits gelenkig mit einem axialbeweglichen Stellglied 4 eines
Antriebselements verbunden. Weiterhin ist in der Hohlwelle 1 eine mit einem Handhebel
5 verbundene, verdrehbar zur Hohlwelle 1 ausgebildete Innenwelle 6 angeordnet, die
ein Zapfenelement 7 aufweist, das eine Kulissenführung 8 an der Hohlwelle 1 durchgreift
und mit der Kniehebelmechanik in Wirkverbindung bringbar ist, wobei ein die Innenwelle
6 gegen die Hohlwelle 1 in Hauptaxialrichtung verspannendes Federelement 9 vorgesehen
ist. Wie auch aus der
DE 196 45 778 C2 bekannt, weist die genannte Kulissenführung 8 einerseits einen parallel und andererseits
einen quer zur Hauptachsrichtung der Hohlwelle 1 orientierten Führungsabschnitt 14,
15 auf (siehe Figur 3), wobei das Zapfenelement 7 wahlweise mit dem Zwischenglied
3 oder dem Stellglied 4 zusammenwirkend ausgebildet ist. Dazu ist das Stellglied 4
zwischengliedseitig gabelförmig ausgebildet, wobei zwischen zwei Gabelteilen ein Widerlager
16 für das Zapfenelement 7 angeordnet ist (siehe Figur 1). Wie sich ferner aus Figur
1 und 3 ergibt, ist der Hebelarm 2 zwischengliedseitig gabelförmig (bzw. aus zwei
Laschen) gebildet, wobei zwischen zwei Gabelteilen bzw. Laschen das Zwischenglied
3 gelenkig gelagert ist. Wie aus Figur 4 ersichtlich, ist an der Hohlwelle 1 eine
zylindrische Durchgangsbohrung 13 zur Ausbildung der Hohlwelle 1 vorgesehen, wobei
die Innenwelle 6 beidseitig aus der Hohlwelle 1 herausstehend ausgebildet ist.
[0012] Nach der Erfindung ist nun wesentlich, dass das bevorzugt als die Innenwelle 6 umschließende
Schraubendruckfeder ausgebildete Federelement 9 im Innern der Hohlwelle 1 angeordnet
ist. Wie eingangs erläutert, hat diese Maßgabe den Vorteil, dass die Spannvorrichtung
insgesamt kompakter ausgebildet werden kann.
[0013] Besonders bevorzugt ist dabei - wiederum mit Verweis auf Figur 4 - zwischen der Hohlwelle
1 und der Innenwelle 6 ein das Federelement 9 aufnehmender Ringspaltraum 10 vorgesehen.
Zu dessen Ausbildung sind zwischen der Hohlwelle 1 und der Innenwelle 6 zwei Buchsen
11 angeordnet, wobei eine der beiden Buchsen 11 als Gegenlager für das Federelement
9 ausgebildet ist. Genauer betrachtet, entspricht dabei der Innendurchmesser der Buchse
11 dem Außendurchmesser der Innenwelle 6, so dass letztere leicht (in Bezug auf die
Hohlwelle 1) gedreht werden kann, wobei gleichzeitig jede Buchse 11 kraftschlüssig
(zum Beispiel durch Einpressen) mit der Hohlwelle 1 verbunden ausgebildet ist.
[0014] Weiterhin ist bevorzugt vorgesehen, dass die Innenwelle 6 als Gegenlager für das
Federelement 9 eine Wellenschulter 12 aufweist. Diese Wellenschulter 12 ist dabei
als zylindrische Anlagefläche zur Innenwandung der Hohlwelle 1 ausgebildet, wobei
die Wellenschulter 12 einen zum Innendurchmesser der Hohlwelle 1 passenden Außendurchmesser
aufweist. Außerdem entspricht der Außendurchmesser der Buchse 11 dem Außendurchmesser
der Wellenschulter 12. Schließlich ist vorgesehen, dass das Zapfenelement 7 im Bereich
der Wellenschulter 12 an der Innenwelle 6 angeordnet ist.
[0015] Die erfindungsgemäße Spannvorrichtung funktioniert wie folgt:
[0016] Ausgehend von der in Figur 1 dargestellten Spannstellung (Kniehebelmechanik in Übertotpunktposition)
wird mit dem Handhebel 5 ein Drehmoment auf die Innenwelle 6 übertragen. Die Innenwelle
6 kann sich in diesem Moment innerhalb der Hohlwelle 1 drehen, und zwar so lange,
bis das Zapfenelement 7 das Widerlager 16 am Stellglied 4 berührt. Das Zapfenelement
7 bewegt sich in dieser Phase in dem quer zur Hauptachsrichtung der Hohlwelle 1 orientierten
Führungsabschnitt 15 der Kulissenführung 8. Kommt das Zapfenelement 7 in Kontakt mit
dem Widerlager 16, kann durch Weiterdrehen des Handhebels 5 das Stellglied 4 nach
unten gedrückt werden, wobei die freie Beweglichkeit des Stellgliedes 4, wie erwähnt,
vorausgesetzt wird. Durch die Bewegung nach unten löst sich die Übertotpunktposition
und das Zwischenglied 3 überträgt eine Zugkraft auf den Hebelarm 2, so dass sich nunmehr
auch die Hohlwelle 1 bewegt. Inzwischen hat sich auch das Zapfenelement 7 in den parallel
zur Hauptachsrichtung der Hohlwelle 1 orientierten Führungsabschnitt 14 bewegt, wobei
diese Position des Zapfenelements 7 durch die Kraft des Federelements 9 unterstützt
wird. In dieser Position kann die Spannvorrichtung vollständig geöffnet werden, da
nunmehr auch eine drehfeste Verbindung zwischen der Innen- 6 und der Hohlwelle 1 besteht.
[0017] Um die Spannvorrichtung wieder zu schließen bzw. in Übertotpunktposition zu bringen,
wird wieder der Handhebel 5 betätigt, diesmal selbstverständlich in die andere Drehrichtung.
Zu Beginnn der Drehbewegung ist das Zapfenelement 7 aufgrund der Kraft des Federelements
9 im parallel zur Hauptachsrichtung der Hohlwelle 1 orientierten Führungsabschnitt
14 fixiert. Erst in dem Moment, wenn eine weitere Drehbewegung des Handhebels 5 (aufgrund
der Kniehebelmechanik) nicht mehr ausreichend ist, um das Stellglied 4 weiter nach
oben zu bewegen, muss die Kraft des Federelements 9 überwunden werden, damit das Zapfenelement
9 in den quer zur Hauptachsrichtung der Hohlwelle 1 orientierten Führungsabschnitt
15 gelangen kann. Dort angekommen, kann es auch in Kontakt mit dem Zwischenglied 3
bzw. einer Unterkante des Zwischengliedes 3 treten, um dieses nach oben zu drücken,
wobei gleichzeitig auch das Stellglied 4 nach oben gezogen wird, so dass die Übertotpunktposition
wieder erreicht ist.
[0018] Die Montage der erfindungsgemäßen Wellenkonstruktion geschieht wie folgt: Zunächst
wird auf einer Seite der Hohlwelle 1 eine Buchse 11 eingepresst, und zwar am äußeren
Rand, der auch zur verdrehfesten Anordnung eines Spannarms 17 dient. Zwischen den
beiden Rändern und dem Hebelarm 2 sind jeweils zylindrische Lagerflächen zur Verbindung
mit dem Gehäuse der Spannvorrichtung vorgesehen.
[0019] Als nächstes wird das bevorzugt als Schraubendruckfeder ausgebildete Federelement
9 auf die Innenwelle 6 aufgesteckt und diese in die auf einer Seite noch buchsenfreie
Hohlwelle 1 eingesteckt. Das Zapfenelement 7 wird durch die Kulissenführung 8 geführt
und in eine entsprechende Gewindebohrung an der Innenwelle 6 eingeschraubt. Abschließend
wird noch auf der bisher buchsenfreien Seite der Hohlwelle 1 eine Buchse 11 eingepresst.
Der Handhebel 5 kann auf einer der beiden Seiten verdrehfest an der Innenwelle 6 befestigt
werden.
Bezugszeichenliste
[0020]
- 1
- Hohlwelle
- 2
- Hebelarm
- 3
- Zwischenglied
- 4
- Stellglied
- 5
- Handhebel
- 6
- Innenwelle
- 7
- Zapfenelement
- 8
- Kulissenführung
- 9
- Federelement
- 10
- Ringspaltraum
- 11
- Buchse
- 12
- Wellenschulter
- 13
- Durchgangsbohrung
- 14
- Führungsabschnitt
- 15
- Führungsabschnitt
- 16
- Widerlager
- 17
- Spannarm
1. Spannvorrichtung, umfassend eine drehbar in einem Gehäuse gelagerte Hohlwelle (1),
an der ein Spannelement befestigbar und die zur Ausbildung einer Kniehebelmechanik
mit einem Hebelarm (2) versehen ist, wobei ein Zwischenglied (3) einerseits gelenkig
mit dem Hebelarm (2) und andererseits gelenkig mit einem axialbeweglichen Stellglied
(4) eines Antriebselements verbunden ist, wobei in der Hohlwelle (1) eine mit einem
Handhebel (5) verbundene Innenwelle (6) angeordnet ist, die ein Zapfenelement (7)
aufweist, das eine Kulissenführung (8) an der Hohlwelle (1) durchgreift und mit der
Kniehebelmechanik in Wirkverbindung bringbar ist, wobei ein die Innenwelle (6) gegen
die Hohlwelle (1) in Hauptaxialrichtung verspannendes Federelement (9) vorgesehen
ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Federelement (9) im Innern der Hohlwelle (1) angeordnet ist.
2. Spannvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen der Hohlwelle (1) und der Innenwelle (6) ein das Federelement (9) aufnehmender
Ringspaltraum (10) vorgesehen ist.
3. Spannvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen der Hohlwelle (1) und der Innenwelle (6) mindestens eine Buchse (11) angeordnet
ist.
4. Spannvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Buchse (11) als Gegenlager für das Federelement (9) ausgebildet ist.
5. Spannvorrichtung nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Buchse (11) kraftschlüssig mit der Hohlwelle (1) verbunden ausgebildet ist.
6. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Innenwelle (6) als Gegenlager für das Federelement (9) eine Wellenschulter (12)
aufweist.
7. Spannvorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wellenschulter (12) als zylindrische Anlagefläche zur Innenwandung der Hohlwelle
(1) ausgebildet ist.
8. Spannvorrichtung nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wellenschulter (12) einen zum Innendurchmesser der Hohlwelle (1) passenden Außendurchmesser
aufweist.
9. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Zapfenelement (7) im Bereich der Wellenschulter (12) an der Innenwelle (6) angeordnet
ist.
10. Spannvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Federelement (9) als Schraubendruckfeder ausgebildet ist.