Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Handwerkzeugmaschine. Die Handwerkzeugmaschine kann beispielsweise
in Form eines Bohrhammers oder eines Schlagschraubers realisiert sein. Beispielsweise
kann das Tangentialschlagwerk eine Schlagschraubbewegung der Abtriebswelle erzeugen.
In dem Fall kann das Werkzeug in Form eines Schraubers gebildet sein, der in der Werkzeugaufnahme
über die drehende und teilweise schlagende Bewegung der Abtriebswelle eine Schlagschraubbewegung
ausführen kann. Das Tangentialschlagwerk wird üblicher Weise über einen Motor, gegebenenfalls
unter Zwischenschaltung eines Getriebes, angetrieben. Die Hauptbestandteile eines
kupplungartig aufgebauten Tangentialschlagwerks sind ein einer Antriebswelle der Kupplung
zugeordneter Hammer und ein einer Abtriebswelle der Kupplung zugeordneter Amboss.
Der Hammer kann sich gegen die Krafteinwirkung einer Feder axial unter Verdrehen desselben
vom Amboss entfernen und anschließend wieder unter Verdrehen desselben -unter Krafteinwirkung
der Feder beschleunigt- schlagend gegen den Amboss bewegt werden. Die Schlagbewegung
erfolgt praktisch in Tangentialrichtung zur Drehbewegung. Die Drehbewegung und axiale
Hin- und Herbewegung zur Ausführung eines Drehschlages sind durch eine Kulissenführung
gekoppelt, so dass sich der Hammer letztlich unter Vorgabe der Kulissenführung zwangsgeführt
bewegt. An einem einen Umkehrpunkt der Hin- und Herbewegung wird der Hammer vom Amboss
ausgelöst. An einem anderen Umkehrpunkt der Hin- und Herbewegung führt der Hammer
einen Drehschlag gegen den Amboss aus. Auf diese Weise kann der Hammer beispielsweise
jede halbe Umdrehung praktisch in Tangentialrichtung zur Drehbewegung an den Amboss
anschlagen und beim Drehschlag vergleichsweise hohe Drehmomentspitzen übertragen.
Derartig hohe Drehmomentspitzen wären üblicherweise durch einen kontinuierlichen Drehantrieb
der Abtriebswelle nicht erreichbar. Ein vorgenanntes Tangentialschlagwerk kann als
ein resonantes Feder-Masse-System für einen vergleichsweise eng definierten Drehmomentbereich
ausgelegt sein, innerhalb dem der eigentliche Betriebspunkt durch eine Antriebsdrehzahl
des Antriebs für die Antriebswelle festgelegt ist. Der Betriebspunkt ist darüber hinaus
durch ein Auslösemoment gekennzeichnet, bei dem der Hammer sich vom Amboss in Auslösestellung
entkoppelt - d.h. das Auslösemoment bei Ausführung einer Trennung eines Eingriffs
des Ambosses und des Hammers. Darüber hinaus ist der Betriebspunkt durch die beim
Schlag übertragbare Drehmomentspitze gekennzeichnet. Maßgeblich dafür sind unter anderem
das Trägheitsmoment des Hammers, die Federsteifigkeit der Feder und die Übertragungsfunktion
der Kulissenführung, die letztlich durch eine Steuerkontur der Kulissenführung vorgebbar
ist.
[0002] Im Rahmen üblicher Anwendungen weist ein Tangentialschlagwerk ein vergleichsweise
geringes Auslösemoment auf, das mittels einer vergleichsweise geringen Federsteifigkeit
erreicht wird. Ein hohe Drehmomente erforderndes Bohren von z. B. tiefen Löchern mit
großen Durchmessern ist unter Nutzung eines solchen üblichen Tangentialschlagwerks
nur bedingt möglich.
[0003] Wünschenswert wäre es, ein Tangentialschlagwerk auch für Anwendungen mit vergleichsweise
hohen Drehmomentanforderungen auszulegen. Ein einfaches Hochskalieren der Auslegungsparameter
eines üblichen Tangentialschlagwerks führt hier nicht zum Ziel, da dies regelmäßig
mit einer Erhöhung der Körpermassen des Tangentialschlagwerks einher geht. Bei einer
Werkzeugmaschine der eingangs genannten Art würde dies zu einer Verschlechterung der
Handhabbarkeit führen.
[0004] Die Aufgabe betreffend die Handwerkzeugmaschine wird durch die Erfindung mit einer
Handwerkzeugmaschine der eingangs genannten Art gelöst, bei der erfindungsgemäß vorgesehen
ist, dass die Kulissenführung eine gewindeartige Steuerkontur aufweist, die in einem
ersten Abschnitt eine erste Steigung und in einem zweiten Abschnitt eine zweite Steigung
aufweist, wobei die erste und zweite Steigung unterschiedlich sind.
[0005] Bevorzugt ist ein in Bezug auf eine Achse eines zylindrischen Körpers für die Kulissenführung
gemessener erster Steigungswinkel α der ersten Steigung grösser als ein in Bezug auf
die Achse gemessener zweiter Steigungswinkel β der zweiten Steigung. Die Steigungen
haben insbesondere gleiches Vorzeichen, d. h. die Abschnitte sind Teil eines einzigen
gewindeartigen Verlaufs der Steuerkontur. In einer besonders bevorzugten Weiterbildung
kann dazu vorgesehen sein, dass der erste Abschnitt einen ambossnahen Abschnitt und
der zweite Abschnitt einen ambossfernen Abschnitt der Steuerkontur bildet und die
erste Steigung grösser als die zweite Steigung ist. Insbesondere können die erste
und die zweite Steigung einzige wesentlich unterschiedliche Steigungen der Steuerkontur
sein. D.h. bis auf einen möglichst kontinuierlichen Übergangsbereich gibt es praktisch
nur den ersten und zweiten Abschnitt mit wesentlich unterschiedlichen Steigungen.
Bevorzugt grenzen der erste und zweite Abschnitt unmittelbar aneinander an.
[0006] Die Erfindung geht von der Überlegung aus, dass ein Tangentialschlagwerk für eine
anwenderfreundliche und vergleichsweise gewichtsarme Handwerkzeugmaschine ein Federsystem
mit vergleichsweise geringer Federsteifigkeit aufweisen sollte. Ausgehend davon wurde
darüber hinaus erkannt, dass dennoch ein vergleichsweise hohes Auslösemoment erreichbar
ist, wenn eine Kulissenführung -insbesondere in einem dem Schlag zugeordneten, hier
z.B. ersten, Abschnitt- vorzugsweise geeignet steil gestaltet ist. Auch wurde erkannt,
dass zur Übertragung einer vergleichsweise hohen Drehmomentspitze bei einem Schlag
zwischen Hammer und Amboss eine Kulissenführung -insbesondere in einem der Auslösung
von Hammer und Amboss zugeordneten, hier z.B. zweiten, Abschnittvorzugsweise geeignet
flach ausgelegt wird. Grundsätzlich hat die Erfindung erkannt, dass ein dem Schlag
zugeordneter erster Abschnitt und ein der Auslösung zugeordneter zweiter Abschnitt
mit einer unterschiedlichen ersten und zweiten Steigung einer gewindeartigen Steuerkontur
versehen werden kann.
[0007] Im Unterschied zu einer üblichen Steuerkontur -z.B. einer auf einer Spindel angebrachten
gleichförmigen gewindeartigen Steuerkontur mit konstanter Steigung über den gesamten
Verlauf der Steuerkontur - sieht das Konzept der Erfindung also eine Kulissenführung
mit gewindeartiger Steuerkontur vor, die eine in angepasster Weise variierte Steigung
aufweist. Diese in oben genannter Weise angepasste Steuerkontur weist in einem der
Drehmomentübertragung zugeordneten ersten Abschnitt eine andere Steigung auf als in
einem der Auslösung von Hammer und Amboss zugeordneten zweiten Abschnitt. Vorzugsweise
kann die Kulissenführung darüberhinaus eine grundsätzlich V-artig --auch doppelgewindeartig--
ausgeführte Steuerkontur aufweisen. Jedoch ist diese in Abgrenzung zu einer vorbekannten
Steuerkontur mit einem einzigen durchgehend gleichgerichteten Gewindeverlauf in einem
V-Schenkel versehen, der zudem in einem ersten Abschnitt des V-Schenkels eine erste
Steigung und in einem zweiten davon unterschiedlichen Abschnitt des V-Schenkels eine
zweite unterschiedliche Steigung gleichen Vorzeichens aufweist.
[0008] Mit einer derart angepassten gewindeartigen Steuerkontur der Kulissenführung kann
ein vergleichsweise guter Schlag als auch ein vergleichsweise hohes Auslösemoment
erreicht werden; dies vorteilhaft ohne dass die Masse des Tangentialschlagwerks erhöht
werden müsste. Insbesondere kann eine Federsteifigkeit dennoch vergleichsweise gering
gehalten werden.
[0009] Weitere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen
und geben im Einzelnen vorteilhafte Möglichkeiten an, das oben erläuterte Konzept
im Rahmen der Aufgabenstellung, sowie hinsichtlich weiterer Vorteile zu realisieren.
[0010] Bevozugt ist der Amboss einstückig mit der Abtriebswelle und die Spindel einstückig
mit der Antriebswelle verbunden. Bevorzugt ist die Kulissenführung auf einem zylindrischen
Körper wie einer Welle -z.B. Spindel- oder einem Hohlkörper gebildet; beispielsweise
auf einer Aussenseite oder einer Innenseite des zylindrischen Körpers. Diese Massnahmen
-einzeln oder in Kombination- führen zu einem besonders kompakten und stabilen Tangentialschlagwerk.
[0011] Bevorzugt weist die Kulissenführung eine erste Steuerkontur auf einer Spindel zwischen
Antriebswelle und Abtriebswelle auf. Alternativ, bevorzugt zusätzlich, weist die Kulissenführung
eine zweite Steuerkontur auf einer Mantelinnenseite des Hammers auf. Insbesondere
durch das Zusammenspiel der vorgenannten ersten und zweiten Steuerkontur in einer
bevorzugten Kulissenführung lässt sich eine axiale und drehende Bewegung von Hammer
gegen Amboss zur Ausführung einer Dreh-Schlagbewegung mit Vorteil realisieren.
[0012] Unter Weiterbildung kann nur die erste Steuerkontur oder nur die zweite Steuerkontur
der Kulissenführung jeweils einen ersten Abschnitt mit der ersten Steigung und einen
zweiten Abschnitt mit der zweiten unterschiedlichen Steigung aufweisen. Es kann in
einer Abwandlung auch die erste Steuerkontur und die zweite Steuerkontur der Kulissenführung
jeweils einen ersten Abschnitt mit der ersten Steigung und einen zweiten Abschnitt
mit der zweiten unterschiedlichen Steigung aufweisen.
[0013] Vorzugsweise bildet (insbesondere jeweils) der erste Abschnitt einen ambossnahen
Abschnitt und der zweite Abschnitt einen ambossfernen Abschnitt der Steuerkontur.
Die erste Steigung ist bevorzugt grösser als die zweite Steigung. Insbesondere ist
ein in Bezug auf eine Achse eines zylindrischen Körpers für die Kulissenführung gemessener
erster Steigungswinkel α der ersten Steigung grösser als ein in Bezug auf die Achse
gemessener zweiter Steigungswinkel β der zweiten Steigung. In besonders vorteilhafter
Weise wird mit dem Tangentialschlagwerk ein erhöhtes Auslösemoment erreichbar und
das Tangentialschlagwerk ist dennoch in der Lage, eine vergleichsweise hohe Drehmomentspitze
zu übertragen, d. h. einen guten Schlag auszuführen. Die Steuerkontur gewährleistet
eine besonders sichere und verlustfreie Kraftübertragung in dem als Kupplung wirkenden
Tangentialschlagwerk. Das Tangentialschlagwerk eignet sich in besonders bevorzugter
Weise auch zur Ausführung hohe Drehmomente erfordernder Arbeiten.
[0014] Es hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, dass die erste und zweite Steigung
im Wesentlichen einzige Steigungen der Steuerkontur sind und der erste und zweite
Abschnitt unmittelbar aneinander angrenzen. Dies führt zu einer vergleichsweise einfachen
Ausführung der Steuerkontur. Grundsätzlich kann darüber hinaus zwischen dem ersten
und zweiten Abschnitt ein weiterer Abschnitt vorgesehen sein, der als Übergangsabschnitt
mit einer graduellen Steigungsanpassung versehen ist oder eine zwischen der ersten
und zweiten Steigung liegenden konstanten Wert aufweist.
[0015] In einer besonders vorteilhaften Weiterbildung ist die Steuerkontur -bevorzugt eine
erste Steuerkontur- von einer geschlossenen Kulisse der Kulissenführung gebildet.
In besonders bevorzugter Konstruktion ist eine geschlossene Kulisse in Form einer
Nut (z. B. mit U-förmigem Querschnitt) gebildet, wobei in der Nut ein mit dem Hammer
zwangsgeführt verbundener Kulissenstein bewegbar ist.
[0016] In einer anderen besonders vorteilhaften Weiterbildung ist die Steuerkontur von einer
offenen Kulisse der Kulissenführung gebildet. Besonders bevorzugt ist die zweite Steuerkontur
von einer offenen Kulisse der Kulissenführung gebildet ist. In besonders bevorzugter
Konstruktion ist eine offene Kulisse in Form einer Lauffläche (mit einem flachen Querschnitt)
gebildet, wobei an der Lauffläche ein mit dem Hammer zwangsgeführt verbundener Kulissenstein
bewegbar ist.
[0017] In einer besonders bevorzugten -auch anhand einer Ausführungsform erläuterten-Weiterbildung
ist die Kulissenführung durch ein Zusammenspiel einer geschlossenen Kulisse auf einer
Spindel zwischen Antriebswelle und Abtriebswelle und einer offenen Kulisse auf einer
Mantelinnenseite des Hammers gebildet. Es kann alternativ auch die Kulissenführung
durch ein Zusammenspiel einer geschlossenen Kulisse auf einer Mantelinnenseite des
Hammers und einer offenen Kulisse auf einer Spindel zwischen Antriebswelle und Abtriebswelle
gebildet sein. Diese Arten einer Kulissenführung aus einer Kombination einer geschlossenen
und einer offenen Kulisse haben sich besonders bewährt.
[0018] Im Rahmen einer vorgenannten besonders bevorzugten Weiterbildung ist die Steuerkontur
in Form einer Nut der Lauffläche gebildet, wobei ein an der Steuerkontur zwangsgeführter
Kulissenstein bewegbar ist. Grundsätzlich kann die Steuerkontur auch invers dazu gebildet
sein, z. B. mit einem Steg, auf oder an dem ein Kulissenstein zwangsgeführt ist. Grundsätzlich
kann eine Steuerkontur einer Kulissenführung zur Realisierung einer geeigneten Übertragungsfunktion
mit zwei unterschiedlichen Steigungen in einer den konstruktiven Erfordernissen angepassten
Art und Weise verwirklicht sein.
[0019] Vorzugsweise bildet der erste Abschnitt einen ambossnahen Abschnitt und der zweite
Abschnitt einen ambossfernen Abschnitt der Steuerkontur, wobei die erste Steigung
bevorzugt grösser als die zweite Steigung ist. Mit anderen Worten ist die der Übertragung
der Drehmomentspitze beim Schlag zugeordnete erste Steigung grösser als die der Auslösung
von Hammer und Amboss zugeordnete zweite Steigung der Steuerkontur, insbesondere bei
einer auf der Spindel befindlichen ersten Steuerkontur.
[0020] Im Rahmen einer derartigen Weiterbildung wurde erkannt, dass eine Drehmomentspitze
mit vergleichsweise hohem Betrag übertragbar ist, wenn ein möglichst großer Teil,
insbesondere die gesamte Rotationsenergie des Hammers in Schlagenergie des Drehschlags
(auch Tangentialschlag genannt) transformiert wird, d. h. in ein Drehmoment transformiert
wird. Dies kann durch eine gegen eine Achse gemessene vergleichsweise flache Auslegung
der Steuerkontur unterstützt werden. Im Rahmen einer weiteren Weiterbildung wurde
erkannt, dass ein Auslösemoment zwischen Amboss und Hammer vergleichsweise hoch auslegbar
ist. Dies kann durch eine gegen eine Achse gemessene vergleichsweise steile Auslegung
der Steuerkontur unterstützt werden.
[0021] Vorzugsweise steigt die erste Steigung im ersten ambossnahen Abschnitt an. Der Anstieg
kann graduell umgesetzt sein. Der erste Abschnitt mit grösserer Steigung kann auch
in Form eines ersten ambossnahen Abschnitts mit konstanter Steigung ausgeführt sein,
die grösser als die zweite Steigung im zweiten ambossfernen Abschnitt ist. Die zweite
Steigung der Steuerkontur ist vergleichsweise gering. In diesem Fall kann der Steigungsverlauf
im zweiten Abschnitt graduell abnehmen. Der zweite Abschnitt kann jedoch auch vergleichsweise
einfach als Abschnitt konstanter zweiter Steigung ausgelegt sein, die geringer ist
als eine erste Steigung im ersten Abschnitt. Insbesondere kann ein Steigungsverlauf
im Übergang vom ersten zum zweiten Abschnitt graduell oder abgestuft oder als einfache
Stufe zwischen der ersten und zweiten Steigung ausgeführt sein.
[0022] Insbesondere ist vorgesehen, dass in Eingriffstellung des Ambosses und des Hammers
zur Ausführung eines Tangentialschlages ein mit dem Hammer zwangsführend verbundener
Kulissenstein im ersten Abschnitt der Steuerkontur angeordnet ist. Dadurch wird vorteilhaft
ausgeschlossen, dass eine Übertragung einer Drehmomentspitze durch eine Widerstand
bewirkende Kraftaufnahme im zweiten Abschnitt mit geringerer zweiter Steigung begrenzt
wird. Vielmehr ist gewährleistet, dass der Kulissenstein im Bereich der vergleichsweise
grösseren ersten Steigung die Übertragung praktisch der vollen Rotationsenergie des
Hammers als Drehmoment auf den Amboss ermöglicht und nicht entgegen wirkt.
[0023] Zur Ausführung eines Tangentialschlags befindet sich der Amboss und der Hammer bevorzugt
in vollständiger Eingriffstellung. In einem den Drehschlag ausführenden Umkehrpunkt
der Hin- und Herbewegung des Hammers weist der Amboss und der Hammer einen Eingriffsbereich
auf, der beispielsweise durch die Länge von Anschlagmitteln vorgegeben sein kann.
Vorteilhaft ist vorgesehen, dass der erste Abschnitt insbesondere grösserer Steigung
eine axiale Erstreckung aufweist, die wenigstens 20 % der axialen Erstreckung des
Eingriffsbereichs ausmacht. Dadurch ist sichergestellt, dass wenigstens auf den restlichen
20 % der axialen Erstreckung des Eingriffsbereichs eine vorteilhaft grössere erste
Steigung vorliegt, die eine Übertragung von besonders hohen Drehmomentspitzen erlaubt.
Tendenziell wird das Ergebnis beim Schlag verbessert, je größer die axiale Erstreckung
des ersten Abschnitts ist. Vorteilhaft macht die axiale Erstreckung des Abschnitts
wenigstens 20 % der axialen Erstreckung des Eingriffsbereichs aus oder entspricht
in etwa der Erstreckung des Eingriffsbereichs ohne diese jedoch zu übersteigen.
[0024] Auch hat es sich als vorteilhaft erwiesen, dass wenigstens in Auslösestellung des
Ambosses und des Hammers zur Ausführung einer Trennung eines Eingriffs derselben ein
mit dem Hammer zwangsführend verbundener Kulissenstein im zweiten Abschnitt der Steuerkontur
angeordnet ist. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass der Kulissenstein in Anbetracht
der geringeren zweiten Steigung der Kulissenführung nur ein hohes Auslösemoment erlaubt.
[0025] Ein Anschlagmittel ist beim Amboss und/oder Hammer vorzugsweise in Form von wenigstens
einem Nocken gebildet. Als besonders vorteilhaft haben sich zwei Nocken erwiesen.
Die Nocken sind vorteilhaft an einem Ringumfang des Ambosses bzw. des Hammers gebildet.
Der Ringumfang kann kopfseitig oder seitlich vom Amboss und/oder Hammer angeordnet
sein. Die Weiterbildung mit zwei Nocken erlaubt mit geeigneter Anpassung der Steuerkontur
ein Auslösen bzw. tangentiales Anschlagen von Hammer und Amboss bei jeder halben Umdrehung.
Unter weiterer geeigneter Anpassung der Kulissenführung können auch mehr als zwei
Nocken beispielsweise in Form eines Zahnkranzes vorgesehen sein. Insbesondere kann
dies eine Drehbewegung auf einen Bruchteil einer vollen Umdrehung des Hammers begrenzen.
[0026] Im Rahmen einer besonders bevorzugten Verwendung des Tangentialschlagwerks lässt
sich eine Handwerkzeugmaschine in Form eines Bohrhammers ausbilden. Vorzugsweise ist
das Tangentialschlagwerk ausgebildet, die Funktion einer Rutschkupplung auszuführen.
In dieser Verwendung kann das Tangentialschlagwerk vorzugsweise auch außer Resonanz
des entsprechenden Feder-Masse-Systems betrieben werden. Die zweite Steigung im zweiten
ambossfernen Abschnitt der Steuerkontur ist vorzugsweise derart ausgeführt, dass das
Tangentialschlagwerk ein besonders hohes Auslösemoment aufweist, um den normalen Bohrbetrieb
des Bohrhammers zu erlauben, d. h. im normalen Bohrbetrieb eben nicht auszulösen.
[0027] In einer dazu abgewandelten Weiterbildung einer Verwendung hat es sich als vorteilhaft
erwiesen, die Handwerkzeugmaschine in Form eines Schlagschraubers auszubilden. Bei
dieser Weiterbildung ist das Tangentialschlagwerk ausgebildet, die Funktion einer
Schlagschraubbewegung auszuführen. Hier hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen,
das Tangentialschlagwerk für einen resonanten Betrieb des damit verbundenen Feder-Masse-Systems
auszulegen. Dies kann für einen definierten vergleichsweise begrenzten Drehmomentbereich
geschehen. Insbesondere ist die erste Steigung im ersten ambossnahen Abschnitt mit
einem vergleichsweise hohen Wert ausgeführt, um einen besonders hohen Drehmomentspitzenübertrag
beim Drehschlag zwischen Hammer und Amboss zu erreichen.
[0028] Eine Anpassung der Steuerkontur gemäss dem Konzept der Erfindung ist insbesondere
für die beiden vorgenannten Fälle einer Verwendung besonders vorteilhaft. Darüber
hinaus lassen sich die vorgenannten Fälle einer Verwendung auch miteinander kombinieren
durch eine optimierte Anpassung sowohl des ersten Abschnitts mit vergleichsweise grösserer
Steigung als auch des zweiten Abschnitts mit vergleichsweise geringerer Steigung.
Insgesamt wird die Ausführung eines bedarfsangepassten Tangentialschlagwerks möglich,
das den Übertrag hoher Drehmomentspitzen beim Drehschlag einerseits und den Betrieb
bei hohen Drehmomentanforderungen unterhalb eines Auslösemoments des Tangentialschlagwerks
erlaubt. Insbesondere lässt sich ein Auslösemoment des Tangentialschlagwerks durch
Vergrößern der ersten Steigung im ersten ambossnahen Abschnitt vergleichsweise hoch
gestalten, so dass sich das Tangentialschlagwerk praktisch wie eine Rutschkupplung
verhält. Dennoch ist eine vergleichsweise gute Drehmomentübertragung im ambossfernen
Abschnitt gewährleistet.
Ausführungsbeispiele
[0029] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nun nachfolgend anhand der Zeichnungen
beschrieben. Diese sollen die Ausführungsbeispiele nicht nofiniendigerweise maßstäblich
darstellen, vielmehr sind die Zeichnungen, wo zur Erläuterung dienlich, in schematisierter
und/oder leicht verzerrter Form ausgeführt. Im Hinblick auf Ergänzungen der aus der
Zeichnung unmittelbar erkennbaren Lehren wird auf den einschlägigen Stand der Technik
verwiesen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass vielfältige Modifikationen und Änderungen
betreffend die Form und das Detail einer Ausführungsform vorgenommen werden können,
ohne von der allgemeinen Idee der Erfindung abzuweichen. Die in der Beschreibung,
in der Zeichnung sowie in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können
sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Weiterbildung der Erfindung
wesentlich sein. Zudem fallen in den Rahmen der Erfindung alle Kombinationen aus zumindest
zwei der in der Beschreibung, der Zeichnung und/oder den Ansprüchen offenbarten Merkmale.
Die allgemeine Idee der Erfindung ist nicht beschränkt auf die exakte Form oder das
Detail der im folgenden gezeigten und beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen
oder beschränkt auf einen Gegenstand, der eingeschränkt wäre im Vergleich zu dem in
den Ansprüchen beanspruchten Gegenstand. Bei angegebenen Bemessungsbereichen sollen
auch innerhalb der genannten Grenzen liegende Werte als Grenzwerte offenbart und beliebig
einsetzbar und beanspruchbar sein.
[0030] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen sowie anhand der Zeichnung; im Einzelnen
zeigen die Zeichnungen in:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Handwerkzeugmaschine -vorliegend als ein
Bohrhammer oder ein Schlagschrauber- mit einem Tangentialschlagwerk;
Fig. 2 eine schematische Darstellung des Tangentialschlagwerks der Handwerkzeugmaschine
der Fig. 1, wobei der Hammer und der Amboss des Tangentialschlagwerks in der Art eine
Explosionsdarstellung vergleichsweise weit auseinander gezogen sind, um den Verlauf
der gewindeartigen Steuerkontur der Kulissenführung darzustellen - zur Erläuterung
des Konzepts der Erfindung ist eine Kulissenführung mit einer einfachen Kulisse einer
gewindeartigen Steuerkontur mit einer ersten und zweiten Steigung gezeigt, die gleiches
Vorzeichen haben und vom Betrag unterschiedlich sind;
Fig. 3A eine detaillierte Darstellung einer bevorzugten konstruktiven Realisierung
eines Tangentialschlagwerks für eine besonders bevorzugte Ausführungsform einer Handwerkzeugmaschine
in einer Seitenansicht (C) sowie in zwei Schnittansichten (B) und (A) dazu;
Fig. 3B eine Stirnansicht auf die Seitenansicht der Fig. 3A (C);
Fig.4 in Ansicht (A) eine perspektivische Ansicht auf den Hammer für die konstruktive
Realisierung des Tangentialschlagwerks der Fig. 3A, Fig. 3B und in Ansicht (B) eine
Schnittansicht des Hammers der Ansicht (A).
[0031] Fig. 1 zeigt eine Handwerkzeugmaschine 100, die -beispielsweise in Form eines Schlagschraubers-
an einem vom Gehäuse 101 gebildeten Handgriff 102 gehalten werden kann und deren Antrieb
104 vorliegend über einen Trigger 103 in Form eines Hebels oder Druckknopfes aktiviert
werden kann. Der Antrieb 104 ist hier mit einem Motor 105 in Form eines Elektromotors
gebildet, der eine in Fig. 2 angedeutete Drehbewegung 1 über ein Getriebe 106 und
eine Antriebswelle 50 auf eine Spindel 20 überträgt. Die Spindel 20 ist zwischen der
Antriebswelle 50 und einer Abtriebswelle 30 angeordnet und vorliegend mit der Antriebswelle
50 einstückig verbunden. Die Drehbewegung 1 der Spindel 20 wird über das in Fig. 2
näher dargestellte Tangentialschlagwerk 10 -d.h. unter drehschlagendem Zusammenwirken
von Hammer 70 und Amboss 60- in eine drehende und teilweise tangential schlagende
Bewegung der Antriebswelle 30 umgesetzt; diese drehende und teilweise -in Tangentialrichtung
der Drehbewegung- schlagende Bewegung der Antriebswelle 30 überträgt sich auf ein
nicht näher dargestelltes Werkzeug in einer Werkzeugaufnahme 40 der Handwerkzeugmaschine
100.
[0032] Das auf gleicher Achse 2 wie die Spindel 20 und die Abtriebswelle 30 in der Werkzeugaufnahme
40 angebrachte Werkzeug -beispielsweise ein Schrauber oder dergleichen- ist so in
der Lage höhere Drehmomente als mit der kontinuierlichen Drehmomentleistung des Motors
105 erreichbar, auf beispielsweise eine Schraube, zu übertragen. Das Tangentialschlagwerk
10 kann im Rahmen eines Feder-Masse-Systems modelliert werden. Es wird vorliegend
im resonanten Bereich betrieben, was den Drehmomentspitzenübertrag auf das Werkzeug
und die Schraube optimiert. Eine bevorzugte Anwendung eines dargestellten Schlagschraubers
ist z. B. das Einschrauben von Schrauben, Setzen von Ankern in Beton oder dergleichen
harten Untergrund.
[0033] Bezugnehmend auf Fig. 2 weist das Tangentialschlagwerk 10 einen der Abtriebswelle
30 zugeordneten Amboss 60 sowie einen der Antriebswelle 50 zugeordneten Hammer 70
auf. Unter Krafteinwirkung einer Feder 80 und einer Kulissenführung 90 kann hier der
Hammer 70 axial unter Verdrehen desselben -praktisch tangential zur Drehrichtung-
schlagend gegen den Amboss 60 bewegt werden. Die Axialbewegung 4 ist vorliegend durch
einen Pfeil als Hin- und Herbewegung angedeutet und die Drehbewegung 3 ist durch einen
weiteren Pfeil angedeutet. Ein vorderer Umkehrpunkt der Axialbewegung 4 folgt dem
Anschlag des Hammers 70 am Amboss 60 durch einen Drehschlags (auch Tangentialschlag
genannt), bei dem die Drehmomentspitze zwischen Hammer 70 und Amboss 60 übertragen
wird. Ein hinterer Umkehrpunkt der Axialbewegung 4 liegt jenseits eines Auslöseortes
von Hammer 70 und Amboss 60. Der Auslöseort liegt etwa im Bereich des Übergangs zwischen
dem weiter unten erläuterten ersten und zweiten Abschnitt 93, 94 der Steuerkontur
91; d.h. etwa im Bereich des Abknickens der Steuerkontur 91. In Fig. 2 ist der Hammer
70 weit jenseits des Auslöseortes gezeigt, um den Verlauf der Kulissenführung 90 deutlicher
darstellen zu können. Der Amboss 60 weist vorliegend Anschlagmittel in Form zweier
Ambossnocken 64 auf - von diesen ist vorliegend nur eine auf einer Seite des Amboss
liegende Ambossnocke 64 gezeigt.
[0034] Die in Fig. 2 gezeigte untere Fläche der Ambossnocke 64 dient als Ambossschlagfläche
62. Auf die Ambossschlagfläche 62 wird ein entsprechender durch Anschlag des Hammers
70 vermittelter Impuls ausgeübt - so wird eine Drehmomentspitze vom Hammer 70 auf
den Amboss 60 übertragen. Entsprechend weist der Hammer 70 zwei Hammernocken 74 auf,
wobei die in Fig. 2 erkennbare Vorderseite der unteren Hammernocke 74 als Hammerschlagfläche
72 dient. Diese mit Anschlag an die Ambossschlagfläche 62 zur Übertragung des genannten
Impulses vorgesehen. Vorliegend erfolgt eine Übertragung einer Drehmomentspitze auf
den Amboss 60 bei jeder halben Umdrehung der Spindel 20. Die zwei Ambossnocken 64
und zwei Hammernocken 74 sind dazu entsprechend ausgelegt und in Abstimmung mit der
Kulissenführung 90 platziert.
[0035] Die Kulissenführung 90 weist hier eine geschlossene Kulisse in Form einer Nut 96
auf, die in der Spindel 20 gebildet ist und dem einzigen durchgehenden Verlauf einer
gewindeartigen Steuerkontur 91 folgt. In der Nut 96 befindet sich ein hier als Kugel
ausgeführter Kulissenstein 92, über den der Hammer 70 mit einem Freiheitsgrad bewegbar
-durch die Kulissenführung 90 zwangsgeführt- auf der Spindel 20 sitzt und mit dieser
formschlüssig verbunden ist; nämlich beweglich unter Ausführung der Hin- und Herbewegung
in Axialrichtung 4 und der Drehbewegung in Tangentialrichtung 3. Die Ambossanschlagflächen
62 und Hammeranschlagflächen 72 sind hier senkrecht stehend zur Umfangsrichtung des
Amboss 70 bzw. Hammers 60 ausgerichtet. Eine Senkrechte auf der Ambossschlagfläche
62 bzw. Hammerschlagfläche 72 zeigt also in eine Tangentenrichtung an den die Ambossnocke
64 umfassenden Ringumfang des Ambosses 60 bzw. die Hammernocke 74 umfassenden Ringumfang
des Hammers 70.
[0036] Die Kulissenführung 90 weist vorliegend einen ersten ambossnahen Abschnitt 93 und
einen zweiten ambossfernen Abschnitt 94 auf, wobei der erste Abschnitt eine geringere
axiale Erstreckung hat als der zweite Abschnitt 94. Der zweite Abschnitt 94 schließt
unmittelbar an den ersten Abschnitt 93 an. Im ersten Abschnitt 93 weist die Steuerkontur
91 einen einfachgewindeartigen Verlauf mit einer ersten, vergleichsweise steilen Steigung
auf. Im zweiten Abschnitt 94 weist die Steuerkontur 90 einen den einfachgewindeartigen
Verlauf im ersten Abschnitt 93 in gleicher Richtung fortsetzenden weiteren einfachgewindeartigen
Verlauf auf, der eine zweite, flachere Steigung hat. Die zweite, einen kleineren Steigungswinkel
β gegen die Achse 2 aufweisende Steigung ist also geringer als die erste Steigung
mit grösserem Steigungswinkel α. Darüber hinaus weist der erste Abschnitt 93 eine
axiale Erstreckung auf, die etwas kleiner als die axiale Erstreckung eines Eingriffsbereichs
95 von Amboss 60 und Hammer 70 ist. Der Eingriffsbereich 95 wird vorliegend durch
die axiale Erstreckung der Anschlagmittel -nämlich hier der Ambossnocke 64 und der
Hammernocke 74- bestimmt.
[0037] Durch diese Proportionen der axialen Erstreckung des ersten Abschnitts 93 und des
Eingriffsbereichs 95 wird zum einen sichergestellt, dass in Eingriffstellung des Ambosses
60 und des Hammers 70 -d. h. zur Ausführung eines Tangentialschlages an der Ambossschlagfläche
62 und der Hammerschlagfläche 72- ein mit dem Hammer 70 zwangsgeführt verbundener
Kulissenstein 92 im ersten Abschnitt 93 der Steuerkontur 90 befindlich ist. Zudem
sichert die vergleichsweise steile Steigung der Steuerkontur 91 im ersten Abschnitt
93 einen sicheren Eingriff von Hammer 70 und Amboss 60 ab. Durch den ausreichend graduierten
Übergang der zweiten Steigung -mit geringerem Steigungswinkel β-zur ersten Steigung
-mit grösserem Steigungswinkel α- ist im dynamischen Betrieb des Tangentialschlagwerks
10 auch sichergestellt, dass eine Rotationsbewegung des Hammers 70 kurz vor Ausführung
des Tangentialschlags zwischen Hammer 70 und Amboss 60 im Bereich der ersten, steileren
Steigung des ersten Abschnitts 93 in Tangentialrichtung zum einen ausreichend beschleunigt
ist und zum anderen die Rotationsenergie als Drehmomentspitze übertragen werden kann.
[0038] In der Beschleunigungsphase dagegen entlädt sich das Kraftpotential der Feder 80
weitgehend im Bereich des zweiten Abschnitts 94 der Steuerkontur 91 und der Hammer
70 wird -zwangsgeführt über die Kulissenführung 90 und gegen eine Masseträgheit des
Hammers 70 beschleunigt- nach vorn gedrückt. Auf diese Weise wird im zweiten Abschnitt
94 der Steuerkontur 91 ein besonders hoher Betrag einer Drehmomentspitze zwischen
Amboss 60 und Hammer 70 erreicht. Diese wird zudem auf das Werkzeug in verbesserter
Weise übertragen im ersten Abschnitt 93 der Steuerkontur 91 und darüberhinaus ist
das Haltemoment aufgrund des grösseren Steigungswinkels α bei der Steuerkontur 91
erhöht. So kann beispielsweise eine Schraube effektiver in einen festen Untergrund
eingedreht werden.
[0039] So bleibt nach einem Drehschlag und weiter ausgeführter Drehbewegung 1 der Spindel
20 zunächst eine das Drehmoment haltende Kopplung zwischen Antrieb 104 und Werkzeug
über das Tangentialschlagwerk 10 bestehen, da nunmehr Amboss 60 und Hammer 70 an der
Ambossnocke 64 und Hammernocke 74 in Eingriff befindlich sind. Der Eingriffzustand
wird infolge des ersten Abschnitts 93 der Steuerkontur 93 mit grösserem Steigungswinkel
α in verbesserter Weise aufrechterhalten.
[0040] Bei steigenden Widerstand des Werkzeugs gegen die Drehbewegung 1 wird der Hammer
70 aus dem Eingriffszustand im Eingriffsbereich 95 gegen die Federkraft der Feder
80 herausgezogen, d.h. die Spindel 20 wird durch den Hammer 70 -zwangsgeführt über
die Kulissenführung 90- hindurch gedreht. Dabei bleibt der Hammer 70 über die Hammernocken
74 und Ambossnocken 64 solange mit dem Amboss 60 in Eingriff, bis die Kopfseiten 63,
73 der Ambossnocke 64 bzw. Hammernocke 74 aneinander vorbei drehen können. Dies erfolgt
praktisch sobald sich Amboss 60 und Hammer 70 weiter als die Axialerstreckung des
Eingriffsbereichs 95 voneinander entfernt haben.
[0041] Das Auslösemoment von Hammer 70 und Amboss 60 wird bestimmt durch die erste Steigung
der Steuerkontur 91 gemäß dem ersten Steigungswinkel α. Anders ausgedrückt befindet
sich in Auslösestellung des Ambosses 60 und des Hammers 70 zur Ausführung der Trennung
des Eingriffs derselben der mit dem Hammer 70 zwangsführend verbundene Kulissenstein
92 im zweiten Abschnitt 94 der Steuerkontur 90 bzw. geht in diesen über. Aufgrund
des vergleichsweise groß gewählten Steigungswinkels α der ersten Steigung im Vergleich
zum Steigungswinkel der zweiten Steigung β ist das Auslösemoment sehr viel größer
als dies bei einem geringeren Steigungswinkel der Fall wäre. Ein somit vergleichsweise
groß gestaltetes Auslösemoment liegt vor, obwohl die Federsteifigkeit der Feder 80
vorliegend vergleichsweise gering gehalten ist. Das vergleichsweise hohe Auslösemoment
wird auch erreicht, ohne die Gesamtmasse des Tangentialschlagwerks 10 erhöhen zu müssen.
Das Tangentialschlagwerk 10 ermöglicht somit in verbesserter Weise den Betrieb der
Handwerkzeugmaschine 100 in Form eines Schlagschraubers bei Anwendungen mit vergleichsweise
großen Drehmomenten. Auch ermöglicht dies die Verwendung des Tangentialschlagwerks
10 in einem Bohrhammer unter Belastung mit vergleichsweise großen Drehmomenten, die
zum Beispiel bei Bohren von tiefen Löchern und/oder mit großem Durchmesser auftreten.
Insbesondere eignet sich das vorliegend bezeichnete Tangentialschlagwerk 10 auch als
Rutschkupplung für beispielsweise einen Bohrhammer oder Schlagschrauber. In dem Fall
ist die erste Steigung mit Steigungswinkel α derart groß gewählt, dass eine Trennung
eines Eingriffs zwischen Hammer 70 und Amboss 60 bei normaler Drehmomentbelastung
der Abtriebswelle 30 praktisch nicht auftritt.
[0042] Nach dem Auslösen von Hammer 70 und Amboss 60 erfolgt eine ausreichende Drehbeschleunigung
des Hammers 70 im zweiten Abschnitt 94, so dass ein Drehmomentspitzenübertrag ebenfalls
optimiert ist.
[0043] In Fig. 3A als Seitenansicht und in Fig. 3B als Stirnansicht ist ein weiteres Tangentialschlagwerk
11 gezeigt, das für eine besonders bevorzugte Ausführungsform einer schematisch in
Fig. 1 gezeigten Handwerkzeugmaschine 100 geeignet ist. Fig. 3A und Fig. 3B zeigen
dazu eine Antriebswelle 51, die in nicht näher dargestellter Weise beispielsweise
über ein Getriebe 106 mit einem Motor 105 einer Handwerkzeugmaschine 100 drehend antreibbar
verbunden ist. An einer Abtriebswelle 31 kann in nicht näher dargestellter Weise eine
Werkzeugaufnahme 40 oder dergleichen zur Aufnahme eines nicht näher dargestellten
Werkzeugs der Handwerkzeugmaschine 100 angebracht werden. Erkennbar aus Fig. 3A und
Fig.3B ist die Abtriebswelle 31 mittels der Antriebswelle 51 und einem Tangentialschlagwerk
11 in eine drehende und teilweise schlagende Bewegung versetzbar - dies grundsätzlich
analog des zuvor anhand von Fig. 2 erläuterten Prinzips. Dazu weist das Tangentialschlagwerk
11 einen der Abtriebswelle 31 zugeordneten Amboss 61 sowie einen der Antriebswelle
51 zugeordneten Hammer 71 auf. Der Hammer 71 und der Amboss 61 wirken dabei prinzipiell
in der bereits grundsätzlich anhand von Fig. 2 erläuterten Weise zusammen.
[0044] Auch bei der in Fig. 3A und Fig. 3B gezeigten konstruktiven Realisierung ist der
Hammer 71 unter Krafteinwirkung einer Feder 81 und einer aus den Ansichten (A) und
(B) der Fig. 3A sowie der Fig. 4 ersichtlichen Kulissenführung 190 axial bewegbar
und unter Verdrehen des Hammers 71 ist dieser gegen den Amboss 61 schlagbar. Vorliegend
ist der Amboss 61 einstückig mit der Abtriebswelle 31 verbunden. Eine Spindel 21 ist
vorliegend einstückig mit der Antriebswelle 51 verbunden. Die Feder 81 sitzt konzentrisch
auf der Spindel 21. Insgesamt ist zur Bildung des Tangentialschlagwerks 11 die Antriebswelle
51, die Spindel 21, der Amboss 61 sowie die Abtriebswelle 31 jeweils konzentrisch
zur Achse 2 angeordnet. Die Feder 81 und der Hammer 71 sitzen dazu bewegbar ebenfalls
konzentrisch zur Achse 2 auf der Spindel 21. Die Feder 81 stützt sich auf Seite der
Antriebswelle 31 an einem Ringanschlag 22 ab, der an einem Absatz zwischen Spindel
21 und Antriebswelle 51 sitzt. Auf Seiten der Abtriebswelle 31 stützt sich die Feder
81 an einer Stirnseite 75 des Hammers 71 ab und spannt diesen vor, bzw. ist in der
Lage diesen in Richtung der Achse 2 unter Zwangsführung der Kulissenführung 190 zu
bewegen. Sowohl die Stirnseite 75 als auch der Ringanschlag 22 für die Feder 80 sind
schematisch in Fig. 2 gezeigt.
[0045] Die Kulissenführung 190 für die bevorzugte konstruktive Realisierung des Tangentialschlagwerks
11 wird weiter bezugnehmend auf die Ansichten (A) und (B) zur Darstellung der Schnitte
A--A und B--B der Fig. 3A sowie bezugnehmend auf die Fig. 4 beschrieben. Vorliegend
weist die Kulissenführung 190 eine erste Steuerkontur 91.1 und eine zweite Steuerkontur
91.2 auf. Die erste Steuerkontur 91.1 gibt vorliegend den Verlauf einer geschlossenen
Kulisse in Form einer Nut 180 in der Spindel 21 vor. Die Nut 180 ist gewindeartig
in die Spindel 21 eingebracht und weist einen im Prinzip V-förmigen Verlauf auf, der
-wie in Ansicht (B) der Fig. 3A ersichtlich- in Aufsicht symmetrisch zur Achse 2 verläuft.
Ein erster Zweig 181 der V-förmigen Nut 180 und ein zweiter Zweig 182 der V-förmigen
Nut 180 sind insofern spiegelsymmetrisch und im Prinzip gleichverlaufend ausgebildet.
Jeder der Zweige 181, 182 der V-förmigen Nut 180 weist einen ersten Abschnitt 193
mit einer ersten Steigung und einen zweiten Abschnitt 194 mit einer zweiten Steigung
auf. Vorliegend ist analog zum in Fig. 2 dargestellten Prinzip einer Steuerkontur
91 auch bei der Kulissenführung 190 in dem ersten Abschnitt 193 eine erste Steigung
einer Steuerkontur 91.1 größer als eine zweite Steigung einer Steuerkontur 91.1 in
dem zweiten Abschnitt 194. Konkret ist auch für die Kulissenführung 190 in jedem der
Zweige 181, 182 eine in Bezug auf die Achse 2 der Spindel 21 für die Kulissenführung
190 gemessener erster Steigungswinkel α der ersten Steigung größer als ein in Bezug
auf die Achse 2 gemessener zweiter Steigungswinkel β der zweiten Steigung im zweiten
Abschnitt 194.
[0046] Der ersten gewindeartigen Steuerkontur 91.1 an der Mantelaußenfläche der Spindel
21 zugeordnet ist bei dem Tangentialschlagwerk 11 eine zweite in Fig. 4 ersichtliche
Steuerkontur 91.2, die in einer Mantelinnenseite des Hammers 71 eingebracht ist. Die
zweite Steuerkontur 91.2 gibt den Verlauf einer offenen Kulisse in Form einer Lauffläche
vor. Auch die zweite Steuerkontur 91.2 weist einen der Einfachheit halber mit gleichen
Bezugszeichen versehenen ersten Abschnitt 193 und zweiten Abschnitt 194 auf. Wiederum
ist in dem ersten Abschnitt 193 eine in Bezug auf die Achse 2 gemessene Steigung der
zweiten Steuerkontur 91.2 größer als eine Steigung der Steuerkontur 91.2 im zweiten
Abschnitt 194. Insbesondere ist aus Ansicht (B) der Fig. 3A und Ansicht (A) der Fig.
4 erkennbar, dass eine erste Steigung der Steuerkonturen 91.1, 91.2 derart groß ist,
dass sich die Steuerkonturen 91.1, 91.2 im Verlauf einem praktisch paraxialen Verlauf
zur Achse 2 annähern. Der größte erste Steigungswinkel α im ersten Abschnitt 193 ergibt
sich so an der Spitze des insgesamt V-förmigen Verlaufs der Steuerkontur 190 wo der
erste Zweig 181 und der zweite Zweig 182in Aufsicht auf Höhe der Achse 2-- zusammenstoßen.
In Richtung der geringeren zweiten Steigung im Abschnitt 194 geht die erste Steigung
der Steuerkontur 91.1, 91.2 des ersten Abschnitts 193 asymptotisch in die zweite Steigung
des zweiten Abschnitts 194 über. Unabhängig davon sind die erste und zweite Steigung
--wie sie durch die Steigungswinkel α, β beispielhaft kenntlich gemacht sind-- die
im Wesentlichen einzigen unterschiedlichen Steigungen der Steuerkontur 190.
[0047] Das Zusammenspiel der ersten Steuerkontur 91.1 und der zweiten Steuerkontur 91.2
ergibt sich am besten aus Ansicht (A) der Fig. 3A. In der Schnittansicht (A) ist ersichtlich,
dass ein in der Nut 180 der Spindel 21 als auch an der Lauffläche 170 des Hammers
71 anliegender Kulissenstein 192 zwangsgeführt ist. Auf diese Weise ist die Bewegung
des Hammers 71 einerseits und der Spindel 21 andererseits relativ zueinander durch
den Verlauf der ersten und zweiten Steuerkontur 91.1, 91.2 festgelegt. Ähnlich dem
bereits anhand von Fig. 2 erläuterten Prinzip ist der Hammer 71 unter Verdrehen desselben
axial entlang der Achse 2 der Spindel 21 gemäß der Vorgabe der Kulissenführung 190
bewegbar. Die Vorspannung der Feder 81 wird dabei in Bewegungsenergie des Hammers
71 umgewandelt, der diese als Drehmomentspitze beim Schlag gegen den Amboss 61 abgibt.
Dazu schlagen Hammernocke 74 und Ambossnocke 64 in der in Ansicht (B) der Fig. 3A
und Fig. 3B gezeigten Weise aneinander an.
[0048] In Eingriffstellung des Ambosses 61 und des Hammers 71 zur Ausführung des Drehschlages
befindet sich dazu der zwangsgeführt mit dem Hammer 71 verbundene Kulissenstein 192
im Bereich steiler Steigung der Steuerkontur 91.1 im ersten Abschnitt 193 und geht
dann in den weiteren ersten Abschnitt 193 der zweiten Steuerkontur 91.2 unter Durchlaufen
der Spitze der V-förmigen Steuerkontur 190 über. Bei weiterem Erhöhen des Drehmoments
auf der Spindel 21 durch den Antrieb 104 und über die Antriebswelle 51 lösen sich
schließlich Amboss 61 und Hammer 71, indem die Ambossnocke 64 und Hammernocke 74 außer
Eingriff geraten. Etwa in der so erreichten Auslösestellung geht der zwangsgeführte
Kulissenstein 192 in den zweiten Abschnitt 194 der Kulissenführung 190, also in den
Bereich der flacheren zweiten Steigung mit Steigungswinkel β über. Schließlich durchläuft
der Kulissenstein 192 weiter die Nut 180 der Kulissenführung 190 umfänglich der Spindel
21 und geht so in den ersten Abschnitt 194 des ersten Zweigs 181 der Nut 180 über.
Die Bewegung des Kulissenstein 192 vollzieht sich dann weiter auf der anderen Seite
der Spindel 21 in prinzipiell gleicher Weise. Insgesamt wird damit pro halbe Umdrehung
der Spindel 21 jeweils ein Schlag von Hammer 61 und Amboss 71 ausgeführt.
[0049] Vorliegend ergibt sich damit eine besonders bevorzugte Beschleunigung des Hammers
71-aufgrund der flacheren Steigung mit zweiten Steigungswinkel β im zweiten Abschnitt
194 der Kulissenführung 190-- als auch --aufgrund der steileren Steigung mit erstem
Steigungswinkel α im ersten Abschnitt 193 der Kulissenführung 190-- ein zeitlich abgestimmter
und kompakter Schlag mit vergleichsweise hohem Drehmomentspitzenübertrag zwischen
Hammer 71 und Amboss 61. Zudem wird durch die steilere Steigung mit erstem Steigungswinkel
α im ersten Abschnitt 193 der Kulissenführung 190 ein vergleichsweise hohes Auslösemoment
des Hammers 71 gegen den Amboss 61 erreicht. Wiederum kann dieses vergleichsweise
hohe Auslösemoment bei vergleichsweise geringer Federsteifigkeit der Feder 81 und
bei vergleichsweise geringer Masse des Tangentialschlagwerks 11 erzielt werden.
[0050] Vereinfacht ausgedrückt unterstützt der erste Abschnitt 193 der Kulissenführung 190
primär die Ausbildung eines vergleichsweise hohen Auslösemoments. Der zweite Abschnitt
der Kulissenführung 190 ist primär dazu ausgelegt, eine vergleichsweise hohe Drehmomentspitze
zwischen Hammer 71 und Amboss 61 aufzubauen und zu übertragen.
[0051] Um nun einen vergleichsweise guten Schlag zwischen Hammer 71 und Amboss 61 zu ermöglichen,
ist der Übergang zwischen dem zweiten Abschnitt 194 vergleichsweise eng begrenzt.
Anders ausgedrückt ist eine Erstreckung des Übergangsbereichs zwischen erstem Steigungswinkel
α und zweitem Steigungswinkel β vergleichsweise gering gegen die Erstreckung der Abschnitte
194, 193 gehalten. Dies stellt sich --aus Ansichten (B) der Fig. 3A und Fig. 4 ersichtlich--
in einem etwa knickartigen Übergang zwischen dem ersten Abschnitt 193 und zweiten
Abschnitt 194 der Steuerkontur 91.1 und der zweiten Steuerkontur 91.2 dar. An dem
Übergang ist der Hammer 71 aufgrund der flacheren Steigung der Steuerkontur 91.1,
91.2 vergleichsweise hoch beschleunigt.
[0052] Bei dem konkreten aus Ansicht (B) der Fig. 3A ersichtlichen Fall von Steigungswinkeln
α, β sind diese wie folgt gewählt. Ein gegen die Achse 2 und gegen den Uhrzeigersinn
gemessener erster Steigungswinkel α liegt vorliegend eher oberhalb von 135°, d. h.
zwischen 135° und 180° im Verlaufe des ersten Abschnitts 193 der Steuerkontur 91.1,
91.2. Ein gegen die Achse 2 und gegen den Uhrzeigersinn gemessener zweiter Steigungswinkel
β des zweiten Abschnitts 194 liegt eher unterhalb von 135°, d. h. konkret in etwa
zwischen einem Winkel von 90° bis 135° im Bereich des zweiten Abschnitts 194 der Steuerkontur
91.1, 91.2. Es ist außerdem zu verstehen, dass sich der erste Steigungswinkel α mit
Verlauf der Steuerkontur 91.1, 91.2 zur Achse 2 dem Winkel 180° asymptotisch annähert.
Mit Übergang vom ersten Abschnitt 193 zum Abschnitt 194 geht die Steuerkontur 91.1,
91.2 von dem ersten Steigungswinkel α in den zweiten Steigungswinkel β über.
[0053] Auf dem flachen Teil der Kulissenführung 190 im Übergang zwischen dem ersten Zweig
181 und dem zweiten Zweig 182 nähert sich der zweite Steigungswinkel β dem Winkel
90° asymptotisch an. Ein vergleichsweise glatter Übergang des Kulissensteins 192 zwischen
den Zweigen 181, 182 --jeweils auf Vorder- und Rückseite der Spindel 21 und jeweils
an den Spitzen des V-förmigen Verlaufs einer Steuerkontur 91.1, 91.2 -- ist damit
ermöglicht.
1. Handwerkzeugmaschine (100), insbesondere in Form eines Bohrhammers oder eines Schlagschraubers,
mit
- einer an einer Abtriebswelle (30, 31) angebrachten Werkzeugaufnahme (40) zur Aufnahme
eines Werkzeugs, wobei
- die Abtriebswelle (30, 31) mittels einer Antriebswelle (50, 51) und einem Tangentialschlagwerk
(10, 11) in eine drehende und teilweise schlagende Bewegung versetzbar ist, und wobei
- das Tangentialschlagwerk (10, 11) einen der Abtriebswelle (30, 31) zugeordneten
Amboss (60, 61) und einen der Antriebswelle (50, 51) zugeordneten Hammer (70, 71)
aufweist, wobei der Hammer (70, 71) unter Krafteinwirkung einer Feder (80, 81) und
einer Kulissenführung (90,190) axial bewegbar und unter Drehen des Hammers (70, 71)
um die Antriebswelle (50, 51) gegen den Amboss (60, 61) schlagbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kulissenführung (90, 190) eine gewindeartige Steuerkontur (91, 91.1, 91.2) aufweist,
die in einem ersten Abschnitt (93, 193) eine erste Steigung und in einem zweiten Abschnitt
(94, 194) eine zweite Steigung aufweist, wobei die erste und zweite Steigung unterschiedlich
sind.
2. Handwerkzeugmaschine (100) nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Kulissenführung (90, 190) eine erste Steuerkontur (91.1) auf der Antriebswelle
(20, 21; 50, 51) und/oder eine zweite Steuerkontur (91.2) auf einer Mantelinnenseite
des Hammers (70, 71) aufweist.
3. Handwerkzeugmaschine (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 2 dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Steuerkontur (91.1) und/oder die zweite Steuerkontur (91.2) der Kulissenführung
(90, 190) jeweils einen ersten Abschnitt (93, 193) mit der ersten Steigung und einen
zweiten Abschnitt (94, 194) mit der zweiten unterschiedlichen Steigung aufweist.
4. Handwerkzeugmaschine (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, dass
der erste Abschnitt (93, 193) einen ambossnahen Abschnitt und der zweite Abschnitt
(94, 194) einen ambossfernen Abschnitt der Steuerkontur (91, 91.1, 91.2) bildet und
die erste Steigung grösser als die zweite Steigung ist.
5. Handwerkzeugmaschine (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, dass
ein in Bezug auf eine Achse (2) eines zylindrischen Körpers für die Kulissenführung
(90, 190) gemessener erster Steigungswinkel (α) der ersten Steigung grösser als ein
in Bezug auf die Achse (2) gemessener zweiter Steigungswinkel (β) der zweiten Steigung
ist.
6. Handwerkzeugmaschine (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 5 dadurch gekennzeichnet, dass
eine geschlossene Kulisse der Kulissenführung (90, 190) in Form einer Nut (96) gebildet
ist, wobei in der Nut (96) ein mit dem Hammer (70) zwangsgeführt verbundener Kulissenstein
(92) bewegbar ist und/oder
eine offene Kulisse der Kulissenführung (90, 190) in Form einer Lauffläche gebildet
ist, wobei an der Lauffläche ein mit dem Hammer (70) zwangsgeführt verbundener Kulissenstein
(92) bewegbar ist.
7. Handwerkzeugmaschine (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 6 dadurch gekennzeichnet, dass die erste und zweite Steigung einzige wesentlich unterschiedliche Steigungen der
Steuerkontur (91, 91.1, 91.2) sind und der erste Abschnitt (93, 193) und der zweite
Abschnitt (94, 194) unmittelbar aneinander angrenzen.
8. Handwerkzeugmaschine (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 dadurch gekennzeichnet, dass
in Eingriffstellung des Ambosses (60, 61) und des Hammers (70, 71) zur Ausführung
eines Drehschlages ein mit dem Hammer (70, 71) zwangsgeführt verbundener Kulissenstein
(92, 192) im ersten Abschnitt (93, 193) der Steuerkontur (91, 91.1, 91.2) angeordnet
ist.
9. Handwerkzeugmaschine (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 8 dadurch gekennzeichnet, dass in Auslösestellung des Ambosses (60, 61) und des Hammers (70, 71) zur Ausführung
einer Trennung eines Eingriffs ein mit dem Hammer (70, 71) zwangsgeführt verbundener
Kulissenstein (92, 192) im zweiten Abschnitt (94, 194) der Steuerkontur (91, 91.1,
91.2) angeordnet ist.
10. Handwerkzeugmaschine (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 dadurch gekennzeichnet, dass der Amboss (60, 61) und der Hammer (70, 71) jeweils einen einander zugewandten Eingriffsbereich
(95) mit Anschlagmitteln zur Ausführung eines Drehschlages aufweisen und ein Anschlagmittel
in Form von wenigstens einem, vorzugsweise zwei, Nocken (64, 74) an einem Ringumfang
des Ambosses (60, 61) und/oder Hammers (70, 71) gebildet ist, der eine quer zur Umfangsrichtung
stehende Schlagfläche (62, 72) aufweist.
11. Handwerkzeugmaschine (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 10 dadurch gekennzeichnet, dass
der erste Abschnitt (93) eine axiale Erstreckung aufweist, die in einem Bereich zwischen
dem 0.1-fachen und 1.0-fachen, insbesondere grösser als dem 0.2-fachen, der axialen
Erstreckung des Eingriffsbereichs (95) liegt.