[0001] Die Erfindung betrifft eine Trinkflasche mit einem Flaschenkorpus sowie einem Trinknippel
mit Saugöffnung, durch die in der Trinkflasche befindliche Flüssigkeit gesaugt werden
kann, wobei der Trinknippel zwischen einer eingeschobenen Verschlussstellung, in der
die Saugöffnung dicht verschlossen ist, und einer herausgezogenen Trinkstellung, in
der die Saugöffnung zum Trinken geöffnet ist, verschiebbar ist, wobei der Trinknippel
direkt am Flaschenkorpus oder an einem am Flaschenkorpus befestigten Deckel in einer
zum Flascheninneren offenen, über den Trinknippel abgedichteten Aufnahme verschiebbar
gelagert ist.
[0002] Solche Trinkflaschen sind weit verbreitet und finden vornehmlich im Bereich von Wässern
und anderen Softdrinks Einsatz. Die bestehen aus einem Flaschenkorpus und einem relativ
zum Flaschenkorpus verschiebbaren Trinknippel. Der Trinknippel ist zwischen zwei Stellungen
verschiebbar entweder am Flaschenkorpus selbst oder an einem am Flaschenkorpus angeordneten
Deckel gelagert. In einer ersten, eingeschobenen Verschlussstellung ist eine den üblicherweise
länglichen Trinknippel mittig durchsetzende Saugöffnung, durch die der Trinkende die
Flüssigkeit heraussaugen kann, geschlossen, was zumeist dadurch realisiert ist, dass
ein lagefester Verschlusszapfen die Saugöffnung abdichtet. Aus der Verschlussstellung
kann der Trinknippel bewegungsbegrenzt in eine Offenstellung oder Trinkstellung gezogen
werden, in welcher die Saugöffnung geöffnet ist, mithin also der Trinknippel vom Zapfen
weggezogen ist. Da der Trinknippel respektive seine Saugöffnung zum Flascheninneren
hin offen ist, kann nun Flüssigkeit aus dem Flascheninneren gesaugt werden. Eine solche
Trinkflasche ist beispielsweise aus
DE 44 952 38 C1 bekannt.
[0003] Zur Bewegungslagerung des Trinknippels ist eine Aufnahme vorgesehen, die, je nach
Ausgestaltung der Trinkflasche, entweder am Flaschenkorpus selbst oder am Deckel vorgesehen
ist. In dieser Aufnahme ist der Trinknippel verschiebbar gelagert, wobei er über die
Aufnahme geführt ist und bewegungsbegrenzt in die jeweiligen Endstellungen gezogen
oder geschoben werden kann. Diese Aufnahme ist, da der Trinknippel mit seiner Saugöffnung
zum Flascheninneren hin offen sein respektive dort zugänglich sein muss, ebenfalls
zum Flascheninneren hin offen. Es ist deshalb erforderlich, die Aufnahme in jeder
Trinknippelstellung abzudichten. Dies geschieht bei der Flasche gemäß
DE 44 952 38 C1 dadurch, dass in das Innere des hohlzylindrischen Trinknippels im unteren Trinknippelbereich,
also letztlich in den unteren Abschnitt der Saugöffnung selbst, eine gummielastische
Dichtung eingespritzt ist, die zur Aufnahme, die dort als hohlzylindrische Aufnahme
ausgeführt ist, hin abdichtet. Dieses Dichtelement wird mit dem Trinknippel längs
der Aufnahme verschoben und liegt stets abdichtend in der Aufnahme an. Der Trinknippel
selbst ist aus einem hinreichend harten und formstabilen Kunststoff, da er zwischen
den Endstellungen viele Male verschoben werden können muss. Demgegenüber ist das Dichtelement
aus einem gummielastischen, also sehr weichen Material. Um seine Abdichtfunktion zu
erfüllen ist es an seinem freien Ende als dünne, sich V-förmig auffächernde ringförmig
umlaufende Dichtlippe ausgeführt. Diese Dichtlippenfunktion ermöglicht es, eine Ventilfunktion
zu realisieren, die ein Nachströmen von Luft beim Heraussaugen der Flüssigkeit aus
der Flasche, wobei ein Unterdruck entsteht, ermöglicht, vorausgesetzt, dass die Dichtlippe
hinreichend dünn, mithin also hoch flexibel hergestellt werden kann.
[0004] Da das Dichtelement während der Verschiebbewegung des Trinknippels immer entlang
der Aufnahme bewegt wird, wird das in diesem Bereich sehr dünnwandige, weil die Ventilfunktion
sicherstellende Dichtelement hierbei stark beansprucht. Es kann deshalb sehr leicht
zu einer Beschädigung des Dichtelements, beispielsweise durch Einreißen, kommen, so
dass das Dichtelement seine Dicht- und Ventilfunktion nicht oder nur unzureichend
ausüben kann. Darüber hinaus ist der Trinknippel selbst in dem Bereich, mit dem er
vom Trinkenden in den Mund genommen wird, haptisch unangenehm, da er wie ausgeführt
aus einem sehr harten Material besteht, damit er die benötigte Stabilität aufweist.
[0005] Der Erfindung liegt damit das Problem zugrunde, eine Trinkflasche anzugeben, bei
der zum einen dauerhaft eine sehr gute Dichtfunktion gegeben ist, zum anderen aber
auch eine sehr angenehme Haptik des Trinknippels gegeben ist.
[0006] Zur Lösung dieses Problems ist bei einer Trinkflasche der eingangs genannten Art
erfindungsgemäß vorgesehen, dass der Trinknippel aus einem Nippelkörper aus einem
ersten Kunststoffmaterial besteht, an dem ein Saugerteil aus einem gegenüber dem ersten
Kunststoffmaterial weicheren zweiten Kunststoffteil angeformt ist, wobei am Saugerteil
eine erste Ringwulst, über die die Abdichtung der Aufnahme in der Verschlussstellung
erfolgt, und eine zweite Ringwulst, über die die Abdichtung der Aufnahme in der Trinkstellung
erfolgt, ausgebildet ist, und wobei an der zweiten Ringwulst wenigstens eine Lüftungsnut
vorgesehen ist, die in der Trinkstellung ein Nachströmen von Luft durch die Aufnahme
in das Innere des Flaschenkorpus beim Trinken ermöglicht.
[0007] Bei der erfindungsgemäßen Trinkflasche ist der Trinknippel als Zwei-Komponenten-Kunststoffbauteil
ausgeführt. Er besteht aus einem Nippelkörper aus einem ersten Kunststoffmaterial,
wobei der Nippelkörper primär eine länglichzylindrische Form aufweist. An diesem Nippelkörper,
der beispielsweise aus Polypropylen besteht, ist an seinem freien, von dem Flaschenkopf
abstehenden Ende ein ihn zumindest über einen Teil seiner Länge außenseitig umgebender
Überzug aus einem weicheren, zweiten Kunststoffmaterial, beispielsweise einem thermoplastischen
Elastomer, angeformt. D. h., dass der Nippelkörper an seinem in den Mund zu nehmenden
Ende von dem weichen Kunststoffmaterial eingefasst ist. Dieses weiche Kunststoffmaterial
ist wesentlich angenehmer von der Haptik her, verglichen mit den harten Trinknippeln
aus dem Stand der Technik, weshalb das Trinken von Haus aus wesentlich angenehmer
ist.
[0008] Diesem Überzug aus dem zweiten Kunststoffmaterial kommt jedoch des Weiteren eine
zusätzliche Doppelfunktion zu, nämlich die der Abdichtung der Aufnahme, in der der
Trinknippel geführt ist, und zwar sowohl in der Verschlussstellung als auch in der
Schließstellung. Zu diesem Zweck sind an dem Saugerteil aus diesem zweiten weichen
Kunststoff eine erste Ringwulst und eine zweite Ringwulst angeformt, die jeweils der
Abdichtung der Aufnahme dienen. Die erste Ringwulst, die bevorzugt am in den Mund
zu nehmenden Ende des Saugerteils angeformt ist, dient der Abdichtung der Aufnahme
in der Verschlussstellung, in welcher also der Trinknippel in den Flaschenkorpus gedrückt
ist. Hierbei liegt die Ringwulst am Flaschenkorpus oder am Deckel, je nachdem, wer
die den Trinknippel führende Aufnahme aufweist, an, dichtet diese also vollständig
nach außen hin ab. Die Saugöffnung des Trinknippels ist in dieser Verschlussstellung
verschlossen, beispielsweise indem ein lagefester Verschlusszapfen dichtend in die
Saugöffnung eingreift.
[0009] Wird nun der Trinknippel aus der Verschlussstellung herausgezogen, so entfernt sich
die erste Ringwulst von ihrer Dichtanlage im Bereich der Aufnahme oder des Aufnahmerandes.
In der Trinkstellung jedoch liegt die am Saugerteil, vorzugsweise an seinem unteren
Ende, ausgebildete zweite Ringwulst dichtend im Bereich der Aufnahme an, so dass die
Aufnahme wiederum abgedichtet ist. Um darüber hinaus jedoch auch ein Nachströmen von
Luft beim Trinken zu ermöglichen, mithin also einen Druckausgleich zum Flascheninneren
hin zu ermöglichen, ist die zweite Ringwulst durch wenigstens eine sehr schmale Lüftungsnut
unterbrochen, die einen Luftdurchgang von der Umgebung in das Flascheninnere ermöglicht.
D. h., dass über diese Lüftungsnut, die beispielsweise eine Breite von 1 mm oder weniger
aufweist, ein Nachströmen von Luft möglich ist. Gleichzeitig ist, trotz Vorhandensein
der Lüftungsnut, ein Ausströmen von Flüssigkeit während des Trinkens nahezu ausgeschlossen.
Denn während des Trinkens baut sich kontinuierlich ein Unterdruck im Flascheninneren
auf, der durch die nachströmende Luft ausgeglichen wird. Infolge des Nachströmens
der Luft, die entgegengesetzt der Ausströmrichtung der Flüssigkeit strömt, wird folglich
ein ungewolltes Ausströmen der Flüssigkeit durch die Lüftungsnut verhindert.
[0010] Damit werden mit dem Zwei-Komponenten-Kunststoff-Trinknippel der erfindungsgemäßen
Trinkflasche folglich eine Vielzahl von Vorteilen erreicht. Zum einen ist er in der
Herstellung sehr einfach, da er als einfaches 2K-Bauteil in einem Kunststoffspritzverfahren
hergestellt werden kann. Darüber hinaus ist er haptisch sehr vorteilhaft, da sich
die weiche Kunststoffkomponente, die das Saugerteil bildet, beispielsweise ein TPE,
sehr angenehm anfühlt und die erforderliche Weichheit besitzt. Aus dieser Weichheit
resultiert des Weiteren die Möglichkeit, dieses Saugerteil als multifunktionales Dichtelement
zu nutzen, indem die beiden Ringwülste ausgeformt werden, die in der jeweiligen Endstellung,
also der Verschlussund der Trinkstellung, die Abdichtung der den Trinknippel führenden
Aufnahme bewerkstelligen.
[0011] Bevorzugt werden an der zweiten Ringwulst mehrere Lüftungsnuten um den Umfang, vorzugsweise
äquidistant, verteilt, vorgesehen. Beispielsweise kann die Ringwulst über vier sehr
schmale Lüftungsnuten quasi geviertelt werden, wobei natürlich auch weniger oder mehr
Lüftungsnuten vorgesehen werden können. Je mehr Lüftungsnuten vorgesehen sind, desto
schmäler können sie ausgebildet werden.
[0012] Das Saugerteil selbst besteht wie bereits beschrieben bevorzugt aus einem thermoplastischen
Elastomer, wobei auch andere synthetische Elastomere verwendet werden können, bevorzugt
solche, die in einem Kunststoffspritzverfahren verarbeitet werden können.
[0013] Das zweite Kunststoffmaterial sollte eine Shore-Härte A zwischen 40 - 60, vorzugsweise
von 50 aufweisen.
[0014] Der Nippelkörper selbst kann aus Polypropylen sein, wobei auch hier wiederum andere
insbesondere in einem Spritzverfahren verarbeitbare thermoplastische Materialien verwendet
werden können.
[0015] In Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die erste Ringwulst pilzkopfartig
das freie Ende des Saugerteils bildet. D. h., dass sich die erste Ringwulst direkt
vom oberen Ende des Saugerteils radial nach außen erstreckt, was auch für das Trinken
angenehm ist.
[0016] Die Abdichtwirkung der zweiten Ringwulst in der Trinkstellung kann auf zwei unterschiedliche
Arten erfolgen, nämlich zum einen quasi axial, zum anderen radial. Im Falle einer
axialen Abdichtung kann die zweite Ringwulst in der Trinkstellung gegen einen Anlagebund
der Aufnahme geführt sein und dicht an diesem anliegen. Wird der Trinknippel aus der
Verschlussstellung in die Trinkstellung gezogen, so wird die sich radial erstreckende
zweite Ringwulst gegen einen entsprechenden Anlagebund der Aufnahme, der entweder
in der Aufnahme selbst oder an deren unterem Ende vorgesehen ist, geführt und dicht
gegen ihn angelegt. Die Anlage erfolgt dabei so, dass stets ein Luftdurchgang über
die wenigstens eine Lüftungsnut gegeben ist. Alternativ dazu kann eine radiale Abdichtung
vorgesehen sein, im Rahmen welcher die zweite Ringwulst in der Trinkstellung in der
hohlzylindrischen Aufnahme, diese abdichtend angeordnet ist. Hier liegt also in der
Trinkstellung die zweite Ringwulst im Inneren der hohlzylindrischen Aufnahme, sie
liegt also radial an der Zylinderwand an und dichtet auf diese Weise ab, wobei natürlich
auch hier der Luftdurchgang durch die wenigstens eine Lüftungsnut gegeben ist.
[0017] Gemäß einer besonders zweckmäßigen Ausgestaltung der Trinkflasche mit radialer Abdichtung
durch die zweite Ringwulst kann vorgesehen sein, dass die zweite Ringwulst sowohl
in der Verschlussstellung als auch in der Trinkstellung im Inneren der hohlzylindrischen
Aufnahme, diese abdichtend, angeordnet ist. D. h., dass die Ringwulst zu jedem Zeitpunkt
im Inneren der hohlzylindrischen Aufnahme, an der Zylinderwand anliegend, aufgenommen
ist. Damit ist also in jeder Stellung des Trinknippels zwischen den beiden Endlagen
eine Abdichtung gegeben, so dass auch bei der Bewegung von der Verschlussstellung
in die Trinkstellung und umgedreht stets eine vollständige Abdichtung über die zweite
Ringwulst gegeben ist. Während der Bewegung des Trinknippels wird die zweite Ringwulst
entlang der Aufnahme bzw. der Zylinderwand bewegt, also an der Zylinderwand entlanggezogen,
dabei stets abdichtend. Eine Beschädigung während dieser häufig vorkommenden Bewegung
ist jedoch ausgeschlossen, da die Ringwulst eine hinreichende Dicke besitzt, anders
als die im Stand der Technik vorgesehenen sehr dünnen Dichtlippen. Denn die Ringwulst
selbst hat keinerlei Ventilfunktion, sondern lediglich eine Abdichtfunktion, weshalb
sie eine hinreichende axiale Länge besitzen kann, d. h., sie kann also hinreichend
stark dimensioniert werden. Über die Ringwulst kann darüber hinaus auch zu einem gewissen
Grad die axiale Führung des Trinknippels in der Aufnahme erfolgen.
[0018] Der Nippelkörper selbst ist wie ausgeführt bevorzugt als im Wesentlichen zylindrisches
Bauteil ausgeführt, wobei das Saugerteil sich zumindest längs eines Teils der Länge
des Nippelkörpers erstreckt.
[0019] Zur Begrenzung der Auszugsbewegung des Trinknippels und zur Fixierung des Trinknippels,
damit dieser vom Kind nicht von der Flasche gelöst werden kann, sind gemäß einer vorteilhaften
Weiterbildung der Erfindung am Nippelkörper zwei Arme vorgesehen, die eine zum Flascheninneren
führende Öffnung durchgreifen und den Öffnungsrand hintergreifen. D. h., dass die
Arme, die entsprechende Anschläge aufweisen, beim Herausziehen des Trinknippels gegen
den Öffnungsrand gezogen werden, wodurch die Ausziehbewegung begrenzt wird. Dabei
kann diese Öffnung entweder als rundliche Öffnung ausgebildet sein, die zum Flascheninneren
hin führt, denkbar ist es aber auch, die Öffnung mittels zweier Durchbrechungen, von
denen je eine von einem Arm durchsetzt ist, gebildet ist. Dies ermöglicht es auf einfache
Weise, den Bereich zwischen diesen Öffnungen zur Anformung des die Saugöffnung des
Trinknippels verschließenden Zapfens zu nutzen.
[0020] Besonders zweckmäßig ist es, wenn die Arme als federnde Rastarme ausgeführt sind.
Dies ermöglicht es, beispielsweise bei Anordnung des Trinknippels an einem separaten
Deckel, den Trinknippel nach Abschrauben des Deckels von innen her aus seiner Rastverbindung
zur Aufnahme durch Zusammendrücken der Rastarme zu lösen und so zu Reinigungszwecken
zu entnehmen. Zum Verbinden ist er auch einfache Weise wieder in die hohlzylindrische
Aufnahme einzuschieben, bis die Arme die Öffnung oder die Durchbrechungen hintergreifen
und dahinter verrasten.
[0021] Sofern die Aufnahme an einem Deckel ausgebildet ist, so ist dieser zweckmäßigerweise
als Schraubdeckel ausgeführt, der auf einen Gewindeabschnitt des Flaschenkorpus lösbar
aufschraubbar ist.
[0022] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus dem im
Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiel sowie anhand der Zeichnung. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Trinkflasche,
- Fig. 2
- eine Schnittansicht durch die Trinkflasche gemäß Fig. 1 mit entferntem Abschlussdeckel,
- Fig. 3
- eine Aufsicht auf den auf den Flaschenkorpus aufgeschraubten Deckel,
- Fig. 4
- eine Schnittansicht entlang der Linie IV - IV aus Fig. 3,
- Fig. 5
- eine Seitenansicht des Trinknippels,
- Fig. 6
- eine um 90° gedrehte Seitenansicht des Trinknippels aus Fig. 5,
- Fig. 7
- eine Schnittansicht durch den Trinknippel gemäß Fig. 4,
- Fig. 8
- eine Aufsicht auf den Deckel mit eingesetztem Trinknippel,
- Fig. 9
- eine Schnittansicht entlang der Linie A - A in Fig. 8,
- Fig. 10
- eine Schnittansicht entlang der Linie B - B in Fig. 8,
- Fig. 11
- eine vergrößerte Ansicht des Trinknippels in der Verschlussstellung,
- Fig. 12
- eine Schnittansicht in Richtung der Linie A - A aus Fig. 8 mit herausgezogenem Trinknippel,
- Fig. 13
- eine Schnittansicht in Richtung der Linie B - B aus Fig. 8 mit herausgezogenem Trinknippel,
und
- Fig. 14
- eine vergrößerte Ansicht des in der Trinkstellung befindlichem Trinknippel.
[0023] Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Trinkflasche 1, bestehend aus einem Flaschenkorpus
2, auf dem ein Deckel 3, der ein Innengewinde 4 aufweist, das auf ein entsprechendes
Außengewinde 5 des Flaschenkorpus 2 aufgeschraubt ist, aufgesetzt ist. An dem Deckel
3 ist ein Ring 6 mit einem Halteclip 7 befestigt, der zum Anclipsen der Trinkflasche
1 an einem Drittgegenstand dient. Über einen Abschlussdeckel 8, der auf den Deckel
3 aufgeschnappt werden kann, kann der Deckel 3 komplett gekapselt werden, so dass
sich eine insgesamt geschlossene Form ergibt, siehe Fig. 1. Am Deckel 3 ist längsverschiebbar
ein Trinknippel 9 angeordnet, der zwischen einer Verschlussstellung, wie sie in Fig.
1 gezeigt ist, und einer Trinkstellung, wie sie in der Schnittansicht gemäß Fig. 2
gezeigt ist, verschiebbar ist. In der Verschlussstellung ist eine Entnahme von im
Flaschenkorpus 2 befindlicher Flüssigkeit nicht möglich, in der Trinkstellung kann
Flüssigkeit aus dem Flaschenkorpusinneren über den Trinknippel 9, der ein hohlzylindrisches
Bauteil ist und eine Saugöffnung 10 aufweist, gesaugt werden.
[0024] Fig. 3 zeigt eine Aufsicht auf den Deckel 3 ohne eingesetzten Trinknippel 9. Der
Deckel 3, siehe hierzu auch Fig. 4, weist eine kegelstumpfartige Erhöhung 11 auf,
die von einem oberen Ringrand 12 begrenzt ist. In die Tiefe erstreckt sich eine hohlzylindrische
Aufnahme 13, die über einen Boden 14 zum Deckelinneren hin begrenzt ist. In dem Boden
14 sind zwei Durchbrechungen 15 vorgesehen, die, worauf nachfolgend noch eingegangen
wird, von Armen des Trinknippels durchgriffen und zur Bewegungsbegrenzung der Auszugsbewegung
von diesen Armen hintergriffen werden. Am Boden 14 ist mittig ein Zapfen 16 angeformt,
der sich längs der Aufnahme 13 erstreckt und aus dieser etwas hinausragt. Dieser Zapfen
16 greift in den hohlzylindrischen Trinknippel 9 und in die Saugöffnung 10 des Trinknippels
9 in der Verschlussstellung ein, worüber diese abgedichtet wird.
[0025] Der Trinknippel 9 selbst ist im Detail in den Fig. 5 - 7 gezeigt. Er besteht aus
einem Nippelkörper 17 aus einem relativ harten Kunststoffmaterial, beispielsweise
Polypropylen. Er weist einen hohlzylindrischen Abschnitt 18 auf, an den unterseitig
zwei federnde Rastarme 19 angeformt sind, an deren unterem Ende Schnapphaken 20 radial
zur Seite hin abstehen. Am gegenüberliegenden Ende verbreitert sich der Nippelkörper
17 etwas, so dass sich ein umlaufender Ringbund 21 ausbildet.
[0026] Wie insbesondere Fig. 7 zu entnehmen ist, ist der hohlzylindrische Abschnitt 18 des
Nippelkörpers 17 außenseitig mit einem zweiten Kunststoffmaterial, vornehmlich einem
TPE-S mit einer Härte-Shore A50 umspritzt. Dieses zweite Kunststoffmaterial bildet
ein weiches Saugerteil 22, das den zylindrischen Abschnitt 18 außenseitig umgibt,
wie auch vollständig den Ringbund 21. Es kleidet ferner die Saugöffnung 10 nach innen
hin etwas aus. Es handelt sich um ein weiches Kunststoffmaterial, so dass es im Bereich
der Saugöffnung 10 in der Verschlussstellung, wenn der Zapfen 16 in die Saugöffnung
10 eingreift, zu einer sehr guten Abdichtung kommt, da der Zapfen 16 fest am weichen
Saugermaterial anliegt und dieses leicht deformiert.
[0027] Das Saugerteil 22 bildet zwei Ringwulste aus, nämlich eine erste Ringwulst 23, die
den Ringbund 21 umgibt. Diese Ringwulst 23 ist pilzkopfartig, sie verbreitert sich
radial gesehen bezogen auf den Durchmesser des zylindrischen Abschnitts 18 beachtlich.
Die Ringwulst 23 dient der Abdichtung der Aufnahme 13 in der Verschlussstellung, worauf
nachfolgend noch eingegangen wird.
[0028] Am unteren Ende des Saugerteils 22 ist eine zweite Ringwulst 24 aus dem weichen Kunststoffmaterial
angeformt. Diese zweite Ringwulst 24 ist mit mehreren Lüftungsnuten 25 versehen bzw.
unterbrochen, sie läuft also nicht vollständig um. Die zweite Ringwulst 24, die ebenfalls
radial gesehen etwas vom hohlzylindrischen Abschnitt absteht, dient der Abdichtung
der Aufnahme 13 in der Drehstellung, worauf nachfolgend noch eingegangen wird. D.
h., dass also an dem Saugerteil 22 zwei separate, der Abdichtung der Aufnahme 13,
die über die Durchbrechungen 15 unmittelbar mit dem Inneren des Flaschenkorpus 2 verbunden
ist, dienende Dichtelemente aufweist, nämlich zum einen die erste Ringwulst 23, zum
anderen die zweite Ringwulst 24.
[0029] Fig. 8 zeigt eine Aufsicht auf den Deckel 3 mit eingesetztem Trinknippel 9. Dabei
zeigen die Fig. 9 - 11 Schnittansichten, zum Teil vergrößert, des Trinknippels 9 in
der Verschlussstellung, während die Fig. 12 - 14 entsprechende Ansichten des Trinknippels
der Trinkstellung zeigen.
[0030] Fig. 9 zeigt eine Schnittansicht längs der Linie A - A gemäß Fig. 8, Fig. 10 eine
um 90° gedrehte Schnittansicht längs der Linie B - B. In der eingesetzten Stellung
durchgreifen die beiden Rastarme 19 die beiden Durchbrechungen 15, ersichtlich liegen
die beiden Schnapphaken 20 beabstandet zu dem unteren Rand des Bodens 14. Der Zapfen
16 liegt dicht in der Saugöffnung 10, er verdrängt das weiche Kunststoffmaterial des
Saugerteils 22, das die Trinköffnung 10 auskleidet.
[0031] Wie die Fig. 9, 10 und insbesondere 11 zeigen, liegt in dieser Verschlussstellung
die erste Ringwulst 23 dicht auf dem oberen Rand 12, der die Aufnahme 13 begrenzt,
dicht an. Da das Saugerteil 23 aus einem weichen Material besteht, kann folglich hierüber
eine sehr gute Abdichtung erreicht werden. Der Trinknippel 9 ist darüber hinaus auch
axial fest in der Aufnahme 13 positioniert. Dies wird zum einen dadurch erreicht,
dass sich auch in der Verschlussstellung die zweite Ringwulst 24 im Inneren der Aufnahme
13, dicht an deren hohlzylindrischer Innenwand 25 anliegend, angeordnet ist. D. h.,
dass auch in diesem Bereich eine zusätzliche Dichtung gegeben ist, wie auch eine axiale
Festlegung. Darüber hinaus findet auch eine laterale Festlegung, die ein Wackeln des
Trinknippels vermeidet, im Bereich des Randes 12 statt. Denn, siehe beispielsweise
Fig. 7, im Übergang zwischen dem ersten Ringwulst 23 zum anschließenden zylindrischen
Abschnitt des Saugerteils 22 ist eine Materialverbreiterung 26 ausgeformt, die in
die Aufnahme 13 eingreift und dort eine Klemmhalterung realisiert.
[0032] Die Fig. 12 - 14 zeigen entsprechende Ansichten des Deckels 3 nebst Trinknippel 9
in der Trinkstellung. Ersichtlich ist der Trinknippel 9 aus den Deckel 3 herausgezogen,
soweit dies die Bewegungsbegrenzung über die Rastarme 19 und die Schnapphaken 20 ermöglicht.
Wie die Fig. 12 und 13 zeigen, liegen die Schnapphaken 20 in diesem Fall an den Rändern
27 der Durchbrechungen 15 von unten her hintergreifend an, so dass ein weiteres Herausziehen
nicht möglich ist. Während der Auszugsbewegung wandert auch die zweite Ringwulst 24
in der Aufnahme 13 nach oben, dabei aber stets in dichtendem Kontakt zur hohlzylindrischen
Innenwand 28 der Aufnahme 13 stehend. In der Trinkstellung, also der maximalen Auszugsstellung,
befindet sich die zweite Ringwulst 24 im Bereich des oberen Randes 12, jedoch noch
innerhalb der Aufnahme 13 und in dichter Anlage zur Innenwand 25. Durch einerseits
das Anschlagen der Schnapphaken 20 und andererseits die dichte, feste Anlage der zweiten
Ringwulst 24 an der Innenwandung 28 ist eine sichere axiale Positionsfixierung realisiert.
[0033] Ersichtlich ist in Folge des Herausziehens nun die Saugöffnung 10 des Trinknippels
9 geöffnet, d. h., dass der Trinknippel 9 quasi vom Zapfen 16 heruntergezogen ist.
Flüssigkeit kann nun durch die Durchbrechungen 15 in den Bereich der Aufnahme 13 und
über diese in das Innere des Trinknippels 9 und hieraus aus der Saugöffnung 10 gesaugt
werden. Gleichwohl ist eine vollständige Abdichtung der Aufnahme 13, die wie beschrieben
flüssigkeitsführend ist, über die zweite Ringwulst 24 gegeben.
[0034] Gleichzeitig ist aber auch ein Einströmen von Luft in die Aufnahme 13 von außerhalb
der Trinkflasche und damit auch in den Flaschenkorpus 2 möglich. Beim Saugen der Flüssigkeit
entsteht im Flascheninneren ein Unterdruck. Um diesen auszugleichen muss Luft nachströmen,
was trotz der Abdichtung der Aufnahme 13 mit der zweiten Ringwulst 24 möglich ist,
da diese wie ausgeführt über die mehreren Lüftungsnuten 25 unterbrochen ist. Diese
sehr schmal bemessenen Lüftungsnuten, deren Breite bevorzugt weniger als 1 mm beträgt,
lassen einen Luftstrom zu, wobei, nachdem der Luftstrom entgegengesetzt der Austrittsrichtung
der Flüssigkeit durch die Lüftungsnuten ist, ein solcher Flüssigkeitsaustritt verhindert
ist. Es ist also trotz vollständiger Abdichtung ein Druckausgleich und damit eine
Ventilation möglich.
[0035] Ersichtlich ist die Trinkflasche respektive insbesondere der Trinknippel 9 und der
Deckel 3 sehr einfach ausgeführt. Insbesondere der Trinknippel ist ein einfaches 2-Komponenten-Spritzgussbauteil
aus einem harten Kunststoff, der den Nippelkörper 17 bildet, und einem weichen Kunststoff,
der den Saugerteil 22 bildet. Ihm kommt eine Multifunktion zu. Zum einen dient er
als doppelt wirkendes Dichtelement über die beiden Wülste 23 und 24, die die jeweilige
Abdichtung vornehmen. Zum anderen ist er auch als haptisch angenehmes Trinkelement
zu sehen, da das weiche Kunststoffmaterial, wie beschrieben vornehmlich das TPE, des
Saugerteils 22, das der Trinkende in den Mund respektive zwischen den Lippen hat,
haptisch sehr angenehm ist. Auch der Deckel 3 ist ein einfaches Kunststoffspritzteil.
1. Trinkflasche mit einem Flaschenkorpus sowie einem Trinknippel mit Saugöffnung, durch
die in der Trinkflasche befindliche Flüssigkeit gesaugt werden kann, wobei der Trinknippel
zwischen einer eingeschobenen Verschlussstellung, in der die Saugöffnung dicht verschlossen
ist, und einer herausgezogenen Trinkstellung, in der die Saugöffnung zum Trinken geöffnet
ist, verschiebbar ist, wobei der Trinknippel direkt am Flaschenkorpus oder an einem
am Flaschenkorpus befestigten Deckel in einer zum Flascheninnern offenen, über den
Trinknippel abgedichteten Aufnahme verschiebbar gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Trinknippel (9) aus einem Nippelkörper (17) aus einem ersten Kunststoffmaterial
besteht, an dem ein Saugerteil (22) aus einem gegenüber dem ersten Kunststoffmaterial
weicheren zweiten Kunststoffmaterial angeformt ist, wobei am Saugerteil (22) eine
erste Ringwulst (23), über die die Abdichtung der Aufnahme (13) in der Verschlussstellung
erfolgt, und eine zweite Ringwulst (24), über die die Abdichtung der Aufnahme (13)
in der Trinkstellung erfolgt, ausgebildet ist, und wobei an der zweiten Ringwulst
(24) wenigstens eine Lüftungsnut (25) vorgesehen ist, die in der Trinkstellung ein
Nachströmen von Luft durch die Aufnahme (13) in das Innere des Flaschenkorpus (2)
beim Trinken ermöglicht.
2. Trinkflasche nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Lüftungsnuten (25) um den Umfang der zweiten Ringwulst (24), vorzugsweise
äquidistant verteilt, vorgesehen sind.
3. Trinkflasche nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Saugerteil (22) aus einem thermoplastischen Elastomer besteht.
4. Trinkflasche nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Kunststoffmaterial eine Shore-Härte zwischen 40 - 60, vorzugsweise von
50 aufweist.
5. Trinkflasche nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Nippelkörper (17) aus Polypropylen ist.
6. Trinkflasche nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Ringwulst (23) pilzkopfartig das freie Ende des Saugerteils (22) bildet.
7. Trinkflasche nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Ringwulst (24) in der Trinkstellung gegen einen Anlagebund der Aufnahme
(13) geführt ist und dicht an diesem anliegt, oder dass die zweite Ringwulst (24)
in der Trinkstellung in der hohlzylindrischen Aufnahme (13), diese radial abdichtend,
angeordnet ist.
8. Trinkflasche nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Ringwulst (24) sowohl in der Verschlussstellung als auch in der Trinkstellung
im Innern der hohlzylindrischen Aufnahme (13), diese abdichtend, angeordnet ist.
9. Trinkflasche nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Nippelkörper (17) einen zylindrischen Abschnitt (18) aufweist, wobei das Saugerteil
(22) zumindest längs eines Teils des Abschnitts (18) verläuft.
10. Trinkflasche nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am Nippelkörper (17) zwei Arme (19) vorgesehen sind, die eine zum Flascheninnern
führende Öffnung (15) durchgreifen und den Öffnungsrand hintergreifen.
11. Trinkflasche nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung mittels zweier Durchbrechungen (15) gebildet ist, von denen je eine von
einem Arm (19) durchsetzt ist.
12. Trinkflasche nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Arme als federnde Rastarme (19) ausgeführt sind.
13. Trinkflasche nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der die Aufnahme (13) aufweisende Deckel (3) ein Schraubdeckel ist, der auf einen
Gewindeabschnitt (5) des Flaschenkorpus (2) lösbar aufschraubbar ist.