[0001] Die Erfindung betrifft ein Flurförderzeug mit einem Antriebsteil und einem Lastteil,
das ein bezüglich des Antriebsteils anhebbares und absenkbares Lastaufnahmemittel
aufweist, wobei das Flurförderzeug fahrerlos, automatisiert betreibbar ist und/oder
durch eine Bedienperson bedienbar ist.
[0002] Gattungsgemäße Flurförderzeuge werden hauptsächlich als Lagertechnikstapler zum Ein-
und Auslagern von Waren bzw. für Transportaufgaben in einem Lager oder in einer Regalanlage
eingesetzt.
[0003] Hierbei kann in einem Lager oder einer Regalanlage ein reiner Betrieb mit fahrerlos,
automatisierten Flurförderzeugen erfolgen. In der Regel erfolgt in einem Lager oder
einer Regalanlage ein gemischter Betrieb mit fahrerlos, automatisiert betriebenen
Flurförderzeugen und durch Bedienpersonen manuell bedienten Flurförderzeuge. Hierbei
können beide Arten von Flurförderzeugen gemeinsame Verkehrswege in der Regelanlage
bzw. in dem Lager nutzen und gemeinsam in Regalgassen, Arbeitsgängen und Lagergängen
betrieben werden.
[0004] Für den effizienten Betrieb von fahrerlos, automatisierten Flurförderzeugen bzw.
den effizienten gemeinsamen Betrieb beider Arten von Flurförderzeug in einem Lager
oder einer Regalanlage ist es erforderlich, dass Überwachungspersonen von fahrerlos,
automatisierten Flurförderzeugen und/oder Bedienpersonen von manuell bedienten Flurförderzeugen
den aktuellen Zustand und das Verhalten der fahrerlos, automatisiert betriebenen Flurförderzeuge
abschätzen können.
[0005] Dadurch kann beispielsweise vermieden werden, dass sich beide Arten von Flurförderzeugen
bei der Durchführung von Arbeitsaufgaben gegenseitig behindern, beispielsweise in
einer engen Lagergasse aufeinander zu fahren und somit keines der beiden Flurförderzeuge
einen gewünschten Zielpunkt erreichen kann, oder unproduktive Wartezeiten entstehen.
Zudem kann es an stationärer Fördertechnik, an der ein Flurförderzeug einen Zugriff
anfordern muss, beispielsweise einem Verschieberegal, einem Lastaufzug oder an einem
Förderband, an der eine Last aufgenommen oder abgestellt werden soll, beim gemeinsamen
Betrieb von manuell durch eine Bedienperson bedienten Flurförderzeugen und fahrerlos,
automatisiert betriebenen Flurförderzeugen zu unproduktiven Wartezeiten kommen, da
in der Regel fahrerlose, automatisierte Flurförderzeuge über eine übergeordnete Leitsteuerung
die Zugriffsanforderung schneller durchführen können, so dass bei manuell bedienten
Flurförderzeugen lange Wartezeiten entstehen können.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Flurförderzeug der eingangs
genannten Gattung zur Verfügung zu stellen, dessen Fahrzeugzustand von der Umgebung
besser wahrgenommen werden kann.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass an der Außenkontur des Antriebsteils
mindestens ein aus der Umgebung wahrnehmbares Außendisplay zur Darstellung von Fahrzeuginformationen
vorgesehen ist. An einem an der Außenkontur des Antriebsteils des Flurförderzeugs
angeordneten bzw. in die Außenkontur des Antriebsteils integrierten Außendisplay können
auf einfache Weise Fahrzeuginformationen dargestellt und von außerhalb aus der Umgebung
wahrgenommen werden, die den aktuellen Fahrzeugzustand des Flurförderzeugs wiedergeben.
Die Anordnung bzw. Integration des Außendisplays in die Außenkontur des Flurförderzeugs
ermöglicht es weiterhin, ein großflächigen Display zur Verfügung zu stellen, der bei
guter Ablesbarkeit die gleichzeitige Darstellung mehrerer Fahrzeuginformation ermöglicht
und gleichzeitig vor mechanischen Beschädigungen geschützt angeordnet ist. Die an
dem Außendisplay dargestellten Fahrzeuginformationen ermöglichen es auf einfache Weise,
dass insbesondere bei einem fahrerlos, automatisiert betriebenen Flurförderzeug der
aktuelle Fahrzeugzustand aus der Umgebung des Flurförderzeugs, beispielsweise von
Überwachungspersonen von fahrerlos, betriebenen Flurförderzeugen oder Bedienperson
von manuell bedienten Flurförderzeugen, wahrgenommen werden kann. Hierdurch wird auf
einfache Weise ermöglicht, dass Überwachungspersonen von fahrerlos, betriebenen Flurförderzeugen
und Bedienpersonen von manuell bedienten Flurförderzeugen den Zustand und das Verhalten
von fahrerlos, automatisiert betriebenen Flurförderzeugen abschätzen und deren Verhalten
einplanen können.
[0008] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden an dem Außendisplay
des Flurförderzeugs eine oder mehrere der folgenden Fahrzeuginformationen dargestellt
werden:
- Ladezustand einer Traktionsbatterie
- aktuelle Betriebsart
- aktueller Fahrzeugbetriebszustand
- aktueller Fahrzeugstatus, insbesondere Fahrtrichtung und/oder Heben-Senkenbetrieb
des Lastaufnahmemittels
- aktueller Arbeitsauftrag
- nächstes Ziel
- Aufnahmeort einer aufgenommenen Ladung
[0009] Bei einem wahlweise fahrerlos, automatisiert betreibbaren und durch eine Bedienperson
manuell betreibbaren Flurförderzeug kann an dem Außendisplay auf einfache Weise die
aktuelle Betriebsart für die Umgebung erkennbar dargestellt werden, ob das Flurförderzeug
momentan fahrerlos betrieben oder durch eine Bedienperson bedient wird. Zudem kann
an dem Außendisplay der momentane Fahrzeugbetriebszustand dargestellt werden, so dass
von der Umgebung aus erkannt werden kann, in welchem Betriebszustand sich das Flurförderzeug
gerade befindet. Besondere ergeben sich, wenn an dem Außendisplay der aktuelle Fahrzeugstatus
angezeigt wird, so dass von der Umgebung aus erkannt werden kann, ob und in welche
Richtung das Flurförderzeug gerade fährt oder ob sich das Flurförderzeug in einem
Ladebetrieb zum Aufnehmen oder Absetzen einer Ladung befindet und das Lastaufnahmemittel
angehoben bzw. abgesenkt wird. Die Anzeige des Ladezustands der Traktionsbatterie
an dem Außendisplay ermöglicht es auf einfache Weise, bei einem an einer Batterieladestation
abgestellten Flurförderzeug den Ladebetrieb der Traktionsbatterie zu verfolgen und
den aktuellen Ladezustand der Traktionsbatterie während eines Ladevorgangs von Außen
abzulesen. Zudem ermöglicht es die Anzeige des Ladezustandes der Traktionsbatterie
an dem Außendisplay auf einfache Weise, im Betrieb des fahrerlos, automatisiert betriebenen
Flurförderzeugs mögliches Fehlverhalten des Flurförderzeugs auf einfache Weise zu
erkennen, beispielsweise wenn infolge eines zu geringen Ladezustands der Traktionsbatterie
des Flurförderzeugs bestimmte Fahrzeugfunktionen, beispielsweise eine gewünschte Hubbewegung
des Lastaufnahmemittels, nicht mehr erzielt werden kann, und das Flurförderzeug in
einen Fehlerzustand geht. Zudem stellen ein aktueller Arbeitsauftrag, ein aktueller
Zielort bzw. der Aufnahmeort der aktuellen Ladung für Überwachungspersonen von fahrerlos,
automatisierten Flurförderzeugen oder Bedienperson von manuell bedienten Flurförderzeugen
wichtige Informationen dar.
[0010] Besondere Vorteile sind erzielbar, wenn gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der
Erfindung das Außendisplay mit einer berührungssensitiven Oberfläche versehen ist,
um eine Bedienung des Flurförderzeugs von Außen zu ermöglichen. Das Außendisplay weist
somit weiterhin die Funktion einer von Außen aus der Umgebung zugänglichen und bedienbaren
Bedieneinheit des Flurförderzeugs auf. Mit einer derartigen Ausbildung des Außendisplays
als Touch-Screen-Bedieneinheit kann mit einem fahrerlos, automatisiert betriebenen
Flurförderzeug auf einfache Weise interagiert werden und beispielsweise von einer
Bedienperson Arbeits- und Transportaufgaben gegeben werden. Sofern ein erfindungsgemäßes
Flurförderzeug im fahrerlosen, automatisierten Betrieb ohne Anbindung an eine übergeordnete
Leitsteuerung, beispielsweise ein Materialfluss-Management-System, betrieben wird,
das den Einsatz und die Arbeits- und Transportaufgaben an die Flurförderzeuge vergibt,
kann an einem derartigen als Touch-Screen-Bedieneinheit ausgebildeten Außendisplay
von einer Bedienperson auf einfache Weise einem fahrerlosen, automatisiert betriebenen
Flurförderzeug ein Arbeits- oder Transportauftrag vergeben werden. Mit dem erfindungsgemäßen
Flurförderzeug kann somit auf einfache Weise eine Automatisierung von Teilprozessen
ermöglicht werden. Nach dem Aufnehmen einer Ladung, wobei die Ladung durch manuelle
Bedienung des Flurförderzeugs durch eine Bedienperson aufgenommen werden kann, kann
von der Bedienperson an dem als Touch-Screen-Bedieneinheit ausgebildeten Außendisplay
ein gewünschten Ziel eingeben werden, so dass das Flurförderzeug für diese Transportaufgabe,
beispielsweise einen Langstreckentransport innerhalb eines Lagers oder einer Regalanlage,
fahrerlos, automatisiert betrieben werden kann. An einem als Touch-Screen-Bedieneinheit
ausgebildeten Außendisplay können hierbei auf einfache Weise die Arbeits- bzw. Transportaufgaben
eingeben werden und das gewünschte Ziel, beispielsweise aus einer Liste, ausgewählt
werden. Zudem kann an stationärer Fördertechnik, an der ein Flurförderzeug einen Zugriff
anfordern muss, beispielsweise einem Verschieberegal, einem Lastaufzug oder an einem
Förderband, an der eine Last aufgenommen oder abgestellt werden soll, beim gemeinsamen
Betrieb von manuell durch eine Bedienperson bedienten Flurförderzeugen und fahrerlos,
automatisiert betriebenen Flurförderzeugen eine unproduktive Wartezeit eines manuell
bedienten Flurförderzeugs vermieden werden, da die Bedienperson eines manuell bedienten
Flurförderzeugs über das als Touch-Screen-Bedieneinheit ausgebildeten Außendisplay
in ein fahrerlos, automatisiertes Flurförderzeug eingreifen und das fahrerlos, automatisiertes
Flurförderzeug zurückstufen kann.
[0011] Bei einem erfindungsgemäßen Flurförderzeug, das wahlweise fahrerlos, automatisiert
und durch eine Bedienperson manuell betrieben werden kann, ergeben sich besondere
Vorteile, wenn das Flurförderzuge mit einem anhebbar und absenkbar angeordneten Fahrerschutzdach
versehen ist, wobei sich das Fahrerschutzdach für den fahrerlosen, automatisierten
Betrieb in einer auf den Antriebsteil abgesenkten Stellung befindet und für den Betrieb
des Flurförderzeugs durch eine Bedienperson in einer angehobenen Stellung befindet,
wobei unterhalb des Fahrerschutzdaches ein Fahrerarbeitsplatz für eine Bedienperson
ausgebildet ist, und wobei an der Außenkontur des Antriebsteils Bedienelemente zur
Betätigung des Fahrerschutzdaches angeordnet sind. Das erfindungsgemäße Flurförderzeug
ermöglicht somit bei angehobenem, nach oben ausgefahrenem Fahrerschutzdach die Bedienung
durch ein innerhalb des Fahrerarbeitsplatzes befindliche Bedienperson und bei eingefahrenem,
auf das Antriebsteil abgesenkten Fahrerschutzdach einen fahrerlosen, automatisierten
Betrieb. Bei der Verwendung eines erfindungsgemäßen Flurförderzeugs in einer Regalanlage
oder einem Lager werden hierdurch besondere Vorteile erzielt, da das Flurförderzeug
universell einsetzbar ist und für Standardaufgaben oder auf Standardwegen fahrerlos
und automatisiert betrieben werden kann. Da sich für den fahrerlosen, automatisierten
Betrieb des erfindungsgemäßen Flurförderzeugs das Fahrerschutzdach nach unten einfährt
und auf den Antriebsteil absenkt, weist das erfindungsgemäße, fahrerlos und automatisiert
betriebene Flurförderzeug eine verringerte, kompakte Bauhöhe auf. Hierdurch wird eine
Sicht über das automatisch, fahrerlos betriebene Flurförderzeug ermöglicht und in
dem Lager oder der Regalanlage, wobei in einem gemischten Betrieb fahrerlose Flurförderzeuge
und durch Bedienpersonen bediente Flurförderzeuge eingesetzt werden, die Übersichtlichkeit
erhöht. Mit den an der Außenkontur des Fahrzeugkörpers angeordneten Bedienelemente
kann eine außerhalb des Flurförderzeugs befindliche Bedienperson auf einfache Weise
das abgesenkte Fahrerschutzdach anzuheben, um einen manuellen Betrieb des Flurförderzeugs
zu erzielen, bzw. das Fahrerschutzdach nach dem Verlassen des Fahrerarbeitsplatzes
auf den Fahrzeugkörper absenken.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung sind an der Außenkontur des Antriebsteils
weitere Bedienelemente zur Betätigung eines Fahrantriebs und/oder eines Hubantriebs
des Lastaufnahmemittels des Flurförderzeugs angeordnet. Hierdurch wird bei abgesenktem
Fahrerschutzdach von einer außerhalb des Flurförderzeugs befindlichen Bedienperson
ermöglicht, Grundfunktionen des Flurförderzeugs zu steuern, beispielsweise den Fahrantrieb
und/oder den Hubantrieb des Lastaufnahmemittels. Hierdurch wird beispielsweise ermöglicht,
das Flurförderzeug bei eingefahrenem Fahrerschutzdach zu verfahren, beispielsweise
um dieses in der Höhe platzsparend in einem Regalfach oder an einer Batterieladestation
nach dem Verlassen des Fahrerarbeitsplatzes und Absenken des Fahrerschutzdaches zu
parken bzw. zum Laden einer Traktionsbatterie abzustellen. Zudem kann beispielsweise
in einem Kommissionierbetrieb des erfindungsgemäßen Flurförderzeugs mit den Bedienelementen
an der Außenkontur das Flurförderzeug über kurze Strecken verfahren werden oder das
Lastaufnahmemittel angehoben bzw. abgesenkt werden.
[0013] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand der in den schematischen
Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Hierbei zeigt
- Figur 1
- ein erfindungsgemäßes Flurförderzeug in einer perspektivischen Darstellung in einer
Betriebsart für den fahrerlosen, automatisierten Betrieb,
- Figur 2
- das Flurförderzeug 1 der Figur mit ausgefahrenem Fahrerschutzdach in einer Betriebsart
für die manuelle Bedienung durch eine Bedienperson,
- Figur 3
- das Flurförderzeug der Figur 1 mit eingeklappten Lastgabeln,
- Figur 4
- das Flurförderzeug der Figur 1 in einer Ansicht auf einen erfindungsgemäßen Außendisplay,
- Figur 5
- eine erste Seitenansicht des Flurförderzeugs mit Bedienelementen an der Außenkontur
und
- Figur 6
- eine zweite Seitenansicht des Flurförderzeugs mit Bedienelementen an der Außenkontur.
[0014] In den Figuren 1 und 2 ist ein erfindungsgemäßes Flurförderzeug 1 dargestellt, das
einen Antriebsteil 2 und einen Lastteil 3 umfasst, der von einem als Lastgabel ausgebildeten
Lastaufnahmemittel 4 gebildet ist.
[0015] Das Flurförderzeug 1 kann wahlweise von einer Bedienperson bedient werden oder in
einem unbemannten automatisierten Betrieb betrieben werden.
[0016] Hierzu ist das Antriebsteil 2 mit einem anhebbar und absenkbar angeordneten Fahrerschutzdach
5 versehen. In der Figur 1 befindet sich das Fahrerschutzdach 5 in einer auf einen
Fahrzeugkörper des Antriebsteils 2 abgesenkten und eingefahrenen Stellung für den
unbemannten automatisierten Betrieb. Durch Anheben und Ausfahren des Fahrerschutzdaches
5 nach oben kann das Flurförderzeug 1 in die in der Figur 2 dargestellte Betriebsstellung
gebracht werden, in der innerhalb des angehobenen Fahrerschutzdach 5 ein Fahrerarbeitsplatz
F für eine Bedienperson im Antriebsteil 2 ausgebildet ist und das Flurförderzeug 1
von einer Bedienperson bedient werden kann. Bevorzugt ist gemäß einer vorteilhaften
Ausführungsform der Erfindung das Fahrerschutzdach mittels einer nicht näher dargestellten
Antriebseinrichtung anhebbar und absenkbar.
[0017] An einem ersten stirnseitigen Bereich des Antriebsteils 2 ist ein Hubgerüst 6 zum
Anheben und Absenken des Lastaufnahmemittels 4 angeordnet. Das Hubgerüst 6 besteht
aus zwei in Fahrzeugquerrichtung beabstandet angeordneten teleskopierbaren Hubgerüstsäulen
6a, 6b. Das als Lastgabel ausgebildete Lastaufnahmemittel 4 besteht aus zwei Gabelzinken
11 a, 11 b, die an einem in dem teleskopierbaren Hubgerüst 6 anhebbar und absenkbar
angeordneten Gabelträger 7 angeordnet sind. Die Gabelzinken 11 a, 11 b weisen um eine
horizontale Schwenkachse 8 klappbar angeordnete Lastabschnitte auf, die insbesondere
um 90° nach oben eingeklappt werden können. In den Figuren 1 und 2 befinden sich die
Lastabschnitte der Gabelzinken 11 a, 11 b in einer nach unten ausgeklappten, im Wesentlichen
horizontalen Stellung, in der mit den Gabelzinken 11 a, 11 b ein Ladungsträger angehoben
werden kann. In der Figur 3 befinden sich die klappbaren Gabelzinken 11a, 11 b in
einer um die Schwenkachse 8 nach oben eingeklappten Stellung dargestellt, in der die
Gabelzinken 11 a, 11 b an das Hubgerüst 6 herangeklappt sind und bevorzugt bündig
in das Hubgerüst 6 eingeklappt sind. Die Klappbewegung der Gabelzinken 11a, 11 b kann
durch eine nicht näher dargestellte Antriebseinrichtung erzielt werden.
[0018] Das Flurförderzeug 1 ist als batterie-elektrisch betriebenes Flurförderzeug ausgebildet,
wobei an dem zweiten, dem Hubgerüst 6 gegenüberliegenden stirnseitigen Bereich des
Antriebsteils 2 eine Traktionsbatterie 10, beispielsweise eine Lithium-lonen-Batterie,
angeordnet ist.
[0019] Im Bereich des Hubgerüstes 6 und somit dem lastzugewandten Bereich ist der Antriebsteil
2 mit lastnahen Rädern 9a versehen. In Längsrichtung des Flurförderzeugs 1 gesehen
gegenüberliegend zum Lastteil 3 ist mindestens ein lastfernes Rad an dem lastfernen
Bereich des Antriebsteils 2 angeordnet. Bevorzugt ist das lastferne Rad als lenkbares
Antriebsrad ausgebildet, wobei die lastnahen Räder 9a als Laufrollen ausgebildet sind.
Der Fahrantrieb ist von mindestens einem elektrischen Fahrmotor gebildet. Im Bereich
der Traktionsbatterie 10 ist weiterhin ein Aggregateraum für eine nicht mehr dargestellte
Arbeitshydraulikeinheit, beispielsweise ein elektrisches Hydraulikaggregat, zur Versorgung
eines Hubantriebs, ausgebildet, mittels dem das am Hubgerüst 6 angeordnete Lastaufnahmemittel
4 auf- und abbewegbar ist und das zur Versorgung gegebenenfalls vorhandener hydraulischer
Zusatzantriebe bzw. Zusatzverbraucher dient.
[0020] Die im Antriebteils 2 angeordnete Traktionsbatterie 10 weist weiterhin die Funktion
eines dem Lastteil 3 gegenüberliegenden Gegengewichts 11 des Flurförderzeugs 1 auf.
Die Traktionsbatterie 10 ist bevorzugt in Querrichtung des Flurförderzeugs 1 angeordnet
und erstreckt sich über die gesamte Fahrzeugbreite.
[0021] Der bei angehobenem Fahrerschutzdach 5 gebildete Fahrerarbeitsplatz F für eine Bedienperson
ist zwischen dem Lastteil 3 und der als Gegengewicht 11 wirkenden Traktionsbatterie
10 am Antriebsteil 2 angeordnet und umfasst bevorzugt eine als Standplattform ausgebildete
Bodenplattform und einen Fahrersitz. Ein Ein- und Ausstieg in den Fahrerarbeitslatz
5 kann durch eine an einer Fahrzeugseite angeordnete Tür 17 gebildet werden.
[0022] In der abgesenkten Stellung für den fahrerlosen Betrieb des Flurförderzeugs 1 befindet
sich das Fahrerschutzdach 5 unmittelbar an der Oberseite des Fahrzeugkörpers des Antriebsteils
2 und schließt den innerhalb des Antriebsteils 2 ausgebildeten, unteren Bereich des
Fahrerarbeitsplatzes F oberhalb der Tür 17 deckelartig nach oben ab. In der angehobenen
Stellung des Fahrerschutzdaches 5 wird der Fahrerarbeitsplatz F für die Bedienperson
in der unteren Hälfte von dem Fahrzeugkörper K des Antriebsteils 2 und in der oberen
Hälfte von dem angehobenen Fahrerschutzdach 5 gebildet.
[0023] Erfindungsgemäß ist an der Außenkontur des Antriebsteils 2 - wie in den Figuren 3
und 4 näher dargestellt ist - mindestens ein aus der Umgebung wahrnehmbares Außendisplay
30 zur Darstellung von Fahrzeuginformationen des Flurförderzeugs 1 angeordnet. Im
dargestellten Ausführungsbeispiel befindet sich das Außendisplay 30 an der dem Lastteil
3 zugewandten Stirnwand des Antriebsteils 2 bzw. ist die Stirnwand von dem Außendisplay
30 gebildet, wobei der gesamte Bereich oberhalb des in die unterste Stellung abgesenkten
Gabelträgers 7 und der gesamte Bereich zwischen den hochgeklappten Gabelzinken 11
a, 11 b an der Stirnwand und gegebenenfalls dem oberen Übergangsbereich zu dem Fahrerschutzdach
5 von dem Außendisplay 30 eingenommen bzw. als Außendisplay ausgebildet ist.
[0024] Der Außendisplay 30 dient zur Darstellung von Fahrzeuginformationen des Flurförderzeugs
1, um diese von der Umgebung aus wahrnehmen zu können.
[0025] In der Außendisplay 30 kann hierzu in verschiedene Bereiche aufgeteilt sein, so dass
gleichzeitig mehrere Fahrzeuginformationen dargestellt werden können.
[0026] In einem ersten Bereich 31 des Außendisplays 30, der flächenmäßig den Hauptteil des
Außendisplays 30 einnimmt, wird als Hauptinformation der aktuelle Fahrzeugzustand
angezeigt. Im dargestellten Beispiel wird in einem von einer oberen und einer unteren
Klammer begrenzten grafischen Abschnitt des Bereichs 31 mit einem Pfeil bei fahrendem
Flurförderzeug 1 die aktuelle Fahrtrichtung des Flurförderzeugs 1 angezeigt, wobei
in einem Textfeld des Bereichs 31 unterhalb des grafischen Abschnitt mit einem Begriff,
beispielsweise "direction" , der Fahrbetrieb angezeigt wird. Eine nach unten weisende
Pfeilspitze kann hierbei eine Fahrtrichtung in Richtung des Lastteils 3 und eine nach
oben gerichtete Pfeilspitze eine Fahrtrichtung in Richtung des Gegengewichts 11 verdeutlichen.
Durch entsprechende grafische Gestaltung des Pfeiles, beispielsweise einer zunehmenden
Füllung des Pfeils kann weiterhin die Fahrgeschwindigkeit verdeutlicht werden. Bei
stehendem Flurförderzeug 1 kann dieser Fahrzeugzustand durch einen leeren grafischen
Abschnitt verdeutlicht werden. Sofern sich das Flurförderzeug 1 in einem Heben-Senkenbetrieb
des Lastaufnahmemittels 4 befindet, wird dieser Fahrzeugzustand in dem grafischen
Abschnitt des Bereichs 31 mit einem entsprechenden nach oben für den Hebenbetrieb
bzw. nach unten für den Senkenbetrieb gerichteten Pfeil dargestellt, wobei in dem
Textfeld des Bereichs 31 der Heben- bzw. Senkenbetrieb entsprechend beschrieben wird,
beispielsweise mit den Begriffen "Work-Up" bzw. "Work-Down".
[0027] Weiterhin ist an dem Außendisplay 30 ein Bereich 32 ausgebildet, in dem der aktuelle
Fahrzeugbetriebszustand dargestellt wird. In diesem Bereich wird das Flurförderzeug
als vereinfachtes Symbol dargestellt. Im dargestellten Beispiel ist das Fahrerschutzdach
5 eingefahren sowie die Gabelzinken 11 a, 11 b nach oben eingeklappt, so dass dieser
Fahrzeugbetriebszustand durch ein würfelartiges Symbol des Flurförderzeugs 1 dargestellt
wird. Sofern das Fahrerschutzdach 5 nach oben ausgefahren ist, die Gabelzinken 11a,
11 b nach unten abgeklappt sind oder das Lastaufnahmemittel 4 angehoben ist, kann
dies durch entsprechende Veränderung des Symbols im Bereich 32 verdeutlicht werden.
[0028] Weiterhin ist an dem Außendisplay 30 ein Bereich 33 ausgebildet, in dem die aktuelle
Betriebsart des Flurförderzeugs 1 angezeigt wird. Hierzu kann eine entsprechendes
Textfeld vorgesehen werden, in dem die Betriebsart fahrerlos, automatisiert durch
einen geeigneten Begriff, beispielsweise "aut", oder der manuelle Betrieb durch eine
Bedienperson mit einem geeigneten Begriff, beispielsweise "man", verdeutlicht werden
kann.
[0029] In einem weiteren Bereich 34 des Außendisplays 30 kann der Ladezustand der Traktionsbatterie
10 angezeigt werden. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist hierzu ein Balkendiagramm
mit mehreren Säulen vorgesehen. Hierdurch kann auf einfache Weise von Außen der Ladezustand
der Traktionsbatterie 10 von Außen abgelesen werden, beispielsweise bei einem an einer
Batterieladestation abgestellten Flurförderzeug 1 während eines Ladebetriebs der Traktionsbatterie.
[0030] In dem dargestellten Außendisplay 30 ist ein weiterer Bereich 35 vorgesehen, in dem
beispielsweise ein Fahrzeugmenue dargestellt wird. Um durch das Fahrzeugmenue navigieren
zu können, können Bereiche des Außendisplays 30 drucksensitiv ausgebildet sein, um
nach Art eine Touch-Screens eine Bedienung und Menueführung zu ermöglichen. Hierdurch
wird es beispielsweise möglich, von einer Bedienperson in das Verhalten eines fahrerlos,
automatisierten Flurförderzeugs einzugreifen, beispielsweise ein an einer stationären
Fördertechnik einen Zugriff anforderndes fahrerloses Flurförderzeug zurückstufen.
Zudem können an einer derartigen, von Außen aus der Umgebung zugänglichen Touch-Screen-Bedieneinheit
einem fahrerlos, automatisiert betriebenen Flurförderzeug von einer Überwachungsperson
oder einer Bedienperson ein bestimmter Arbeits- und Transportauftrag vergeben werden,
wobei anhand des Menues eine Auswahl bzw. Eingabe von verschiedenen Arbeits- und Transportaufträgen
sowie die Auswahl bzw. die Eingabe eines gewünschten Ziels erfolgen kann.
[0031] An der Außenkontur des Antriebsteil 2 sind weiterhin Bedienelemente 40 angeordnet,
mit denen eine außerhalb des Flurförderzeugs 1 befindliche Bedienperson das Fahrerschutzdach
5 absenken und ein abgesenktes Fahrerschutzdach 5 anheben kann, um den Fahrerarbeitsplatz
F für einen manuellen Betrieb zu erzeugen. Weiterhin können an der Außenkontur des
Antriebsteils 2 Bedienelemente 41 angeordnet sein, mit denen außerhalb des Flurförderzeugs
1 befindliche Bedienperson eine oder mehrere Grundfunktionen des Flurförderzeugs 1
steuern kann, beispielsweise den Fahrantrieb des Flurförderzeugs 1 in beide Richtungen
steuern kann. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Bedienelemente 40, 41
- wie in den Figuren 5 und 6 näher dargestellt ist - an beiden Fahrzeugseiten des
Antriebsteils 2 angeordnet. Weiterhin können Bedienelemente 42 vorgesehen werden,
mit denen eine Belegung der Bedienelemente 40, 41 verändert werden kann, so dass mit
den Bedienelementen 40, 41 weiterhin das Lastaufnahmemittel 4 angehoben und abgesenkt
werden kann und/oder die Gabelzinken 11a, 11 b ein- bzw. ausgeklappt werden können.
[0032] Das erfindungsgemäße Flurförderzeug 1 ermöglicht auf einfache Weise eine Automatisierung
von Teilprozessen, und kann beispielsweise für Standardaufgaben oder auf Standardwegen
in einem Lager oder einer Regalanlage fahrerlos und automatisiert betrieben werden.
[0033] Das erfindungsgemäße Außendisplay 30 ermöglicht es hierbei, dass bei geschützter
Anordnung ein großflächiges Display zur Verfügung gestellt werden kann, an dem eine
oder mehrere Fahrzeuginformation des Flurförderzeugs 1 dargestellt und von der Umgebung
aus leicht wahrgenommen werden können. Insbesondere in Lagern oder Regalanlagen, in
denen fahrerlos betriebene Flurförderzeuge 1 und manuell durch eine Bedienperson betrieben
Flurförderzeuge 1 gemeinsam eingesetzt werden, können Überwachungspersonen von fahrerlos,
betriebenen Flurförderzeugen und/oder Bedienpersonen von manuell bedienten Flurförderzeugen
1 den Status der fahrerlos, automatisiert betriebenen Flurförderzeuge 1 über die Außendisplays
30 der fahrerlos betriebenen Flurförderzeug 1 von Außen leicht und sicher erkennen
und somit deren Verhalten abschätzen. Hierdurch kann die Effizienz der eingesetzten
Flurförderzeuge 1 verbessert werden und mit den eingesetzten Flurförderzeugen 1 eine
hohe Umschlagsleistung erzielt werden.
1. Flurförderzeug mit einem Antriebsteil und einem Lastteil, das ein bezüglich des Antriebsteils
anhebbares und absenkbares Lastaufnahmemittel aufweist, wobei das Flurförderzeug fahrerlos,
automatisiert betreibbar ist und/oder durch eine Bedienperson bedienbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass an der Außenkontur des Antriebsteils (2) mindestens ein aus der Umgebung wahrnehmbarer
Außendisplay (30) zur Darstellung von Fahrzeuginformationen vorgesehen ist.
2. Flurförderzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass an dem Außendisplay (30) des Flurförderzeugs (1) eine oder mehrere der folgenden
Fahrzeuginformationen dargestellt werden:
• Ladezustand einer Traktionsbatterie
• aktuelle Betriebsart
• aktueller Fahrzeugbetriebszustand
• aktueller Fahrzeugstatus, insbesondere Fahrtrichtung und/oder Heben-Senkenbetrieb
des Lastaufnahmemittels
• aktueller Arbeitsauftrag
• nächstes Ziel
• Aufnahmeort einer aufgenommenen Ladung.
3. Flurförderzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Außendisplay (30) mit einer berührungssensitiven Oberfläche versehen ist, um
eine Bedienung des Flurförderzeugs (1) von Außen zu ermöglichen.
4. Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Flurförderzeug (1) mit einem anhebbar und absenkbar angeordneten Fahrerschutzdach
(5) versehen ist, wobei sich das Fahrerschutzdach (5) für den fahrerlosen, automatisierten
Betrieb in einer auf den Antriebsteil abgesenkten Stellung befindet und für den Betrieb
des Flurförderzeugs (1) durch eine Bedienperson in einer angehobenen Stellung befindet,
wobei unterhalb des Fahrerschutzdaches (5) ein Fahrerarbeitsplatz (F) für eine Bedienperson
ausgebildet ist, wobei an der Außenkontur des Antriebsteils (1) Bedienelemente (40)
zur Betätigung des Fahrerschutzdaches angeordnet sind.
5. Flurförderzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass an der Außenkontur des Antriebsteils (2) Bedienelemente (41) zur Betätigung eines
Fahrantriebs und/oder eines Hubantriebs des Lastaufnahmemittels des Flurförderzeugs
(1) angeordnet sind.