[0001] Die Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeugschloss gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1, ein Kraftfahrzeugschloss gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 2, ein Kraftfahrzeugschloss
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 13 und einen Steuerantrieb gemäß dem Oberbegriff
von Anspruch 15.
[0002] Das in Rede stehende Kraftfahrzeugschloss findet Anwendung bei allen Arten von Verschlusselementen
eines Kraftfahrzeugs. Dazu gehören insbesondere Seitentüren, Hecktüren, Heckklappen,
Heckdeckel oder Motorhauben. Diese Verschlusselemente können grundsätzlich auch nach
Art von Schiebetüren ausgestaltet sein.
[0003] Das bekannte Kraftfahrzeugschloss (
US 2010/0235058 A1), von dem die Erfindung ausgeht, ist mit den Schließelementen Schlossfalle und Sperrklinke
ausgestattet. Die Schlossfalle wirkt in üblicher Weise mit einem Schließkeil zusammen
und wird von der in ihrer eingefallenen Stellung befindlichen Sperrklinke in einer
Hauptraststellung oder in einer Vorraststellung gehalten.
[0004] Bei dem bekannten Kranfahrzeugschloss handelt es sich um ein Elektroschloss mit mechanischer
Redundanz. Dies bedeutet, dass das Ausheben der Sperrklinke motorisch mittels eines
Öffungshilfsantriebs vorgesehen ist. Zusätzlich ist ein mechanischer Betätigungsstrang
zur Sperrklinke vorgesehen, der insbesondere bei einem Ausfall der Spannungsversorgung
das manuelle Ausheben der Sperrklinke über einen Türinnengriff ermöglicht.
[0005] Das bekannte Kraftfahrzeugschloss ist in die unterschiedlichen Funktionszustände
"entriegelt', "verriegelt", "diebstahlgesichert" und "kindergesichert" bringbar. Im
Funktionszustand "entriegelt" kann die zugeordnete Kraftfahrzeugtür von innen und
von außen geöffnet werden. In dem Funktionszustand "verriegelt" kann von außen nicht
geöffnet werden, wohl aber von innen. Im Funktionszustand "diebstahlgesichert" kann
weder von außen noch von innen geöffnet werden. Im Funktionszustand "kindergesichert"
kann von außen geöffnet werden, jedoch nicht von innen.
[0006] Die obigen Funktionszustände werden bei dem bekannten Kraftfahrzeugschloss stets
in einer Schlosssteuerung gespeichert. Soweit das motorische Ausheben der Sperrklinke
betroffen ist, werden alle Funktionszustände rein steuerungstechnisch umgesetzt.
[0007] Um insbesondere die Funktionszustände "diebstahlgesichert" und "kindergesichert"
auch mechanisch im Hinblick auf den mechanischen Betätigungsstrang des Innenbetätigungshebels
umzusetzen, stellt der Betätigungsstrang bei dem bekannten Kraftfahrzeugschloss im
weitesten Sinne eine Kuppelanordnung zur Verfügung. Im gekuppelten Zustand ist der
Betätigungsstrang mit der Sperrklinke zu deren Ausheben gekuppelt, während der Betätigungsstrang
im entkuppelten Zustand freiläuft. Aus dem entkuppelten Zustand heraus bewirkt eine
erste Betätigung des Innenbetätigungshebels stets das Einkuppeln der Kuppelanordnung.
Bei Vorliegen des steuerungstechnischen Funktionszustands "diebstahlgesichert" oder
"kindergesichert" bewirkt die Schlosssteuerung allerdings unverzüglich die Rückstellung
der Kuppelanordnung in den entkuppelten Zustand, so dass eine zweite Betätigung keine
Auswirkung auf die Sperrklinke hat. Ohne diese Rückstellung lässt sich die Sperrklinke
in der zweiten Betätigung manuell ausheben. Die manuelle Betätigung folgt bei dem
bekannten Kraftfahrzeugschloss einem Doppelhubkonzept.
[0008] Die obige Rückstellung der Kupplungsanordnung ist bei dem bekannten Kraftfahrzeugschloss
stets mit der Verstellung des gesamten mechanischen Betätigungsstrangs verbunden.
Um eine hinreichende Geschwindigkeit bei der obigen Rückstellung zu erreichen, ist
der hierfür erforderliche motorische Steuerantrieb entsprechend stark auszulegen,
was zu einem hohen konstruktiven Aufwand fuhrt.
[0009] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, das bekannte Kraftfahrzeugschloss derart
auszugestalten und weiterzubilden, dass der mit der Realisierung verbundene konstruktive
Aufwand reduziert wird.
[0010] Das obige Problem wird bei einem Kraftfahrzeugschloss gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1 durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils von Anspruch 1 gelöst.
[0011] Wesentlich ist nach dieser ersten Lehre, dass die Kuppelanordnung auf ein möglichst
schnelles Entkuppeln hin ausgelegt ist. Hierfür ist die Kuppelanordnung mit einem
verstellbaren Schaltelement ausgestattet, das mittels eines Steuerantriebs verstellbar
ist. Je nach Kuppelzustand kuppelt das Schaltelement zwei vorzugsweise schwenkbare
Verstellelemente des Betätigungsstrangs miteinander bzw. entkuppelt diese Verstellelemente
voneinander.
[0012] Wesentlich ist, dass zumindest in Entkuppelrichtung eine Verstellung des Schaltelements
separat von den beiden Verstellelementen möglich ist. Eine Behinderung der Verstellung
des Schaltelements in Entkuppelrichtung durch weitere Elemente des Betätigungsstrangs
kann damit weitgehend ausgeschlossen werden.
[0013] Nach einer zweiten Lehre gemäß Anspruch 2, der ebenfalls eigenständige Bedeutung
zukommt, ist die Kuppelanordnung ebenfalls mit einem mittels des Steuerantriebs verstellbaren
Schaltelement ausgestattet.
[0014] Wesentlich nach der zweiten Lehre ist die Tatsache, dass das Schaltelement bistabil
zwischen der Kuppelstellung und der Entkuppelstellung verstellbar ist.
[0015] Mit der bistabilen, Verstellbarkeit des Schaltelements lässt sich die Überführung
zwischen der Kuppelstellung und der Entkuppelstellung auf konstruktiv einfache Weise
und bei geeigneter Auslegung mit hoher Verstellgeschwindigkeit realisieren.
[0016] Die vorschlagsgemäße Einstellung von Kuppelzuständen lässt sich konstruktiv einfach
mit der besonders bevorzugten Ausgestaltung gemäß Anspruch 5 erzielen. Hier weist
die Kuppelanordnung eine Kuppelkulisse auf, die eine Art Bewegungssteuerung für das
Schaltelement bereitstellt.
[0017] Nach einer dritten Lehre gemäß Anspruch 13, der ebenfalls eigenständige Bedeutung
zukommt, wird ein Kraftfahrzeugschloss mit einer obigen Kuppelanordnung mit Kuppelkulisse
beansprucht, ohne dass es auf die Umsetzung des obigen Doppelhubkonzepts ankommt.
Auf alle Ausführungen zu den übrigen Lehren darf insoweit verwiesen werden.
[0018] Bei den weiter bevorzugten Ausgestaltungen gemäß Anspruch 8 handelt es sich bei dem
Schaltelement 7 um einen federelastisch biegbaren Draht oder Streifen. Die Verstellung
des resultierenden Schaltelements in die unterschiedlichen Kuppelstellungen geht hier
schlichtweg auf ein entsprechendes Verbiegen des Biege-Schaltelements zurück. Auf
ein Lager- oder Führungselement kann so verzichtet werden.
[0019] Die besonders bevorzugten Ausgestaltungen gemäß den Ansprüchen 9 bis 12 betreffen
die Ausstattung des Steuerantriebs mit mindestens einem Rotorflügel, der zur motorischen
Verstellung des Schaltelements in eine Auslenkstellung, vorzugsweise in die Entkuppelstellung,
an dem Schaltelement entlang gleitet und nach der Verstellung des Verstellelements
in die Auslenkstellung, insbesondere in die Entkuppelstellung, mindestens eine volle
Umdrehung vollzieht.
[0020] Interessant bei der Ausstattung des Steuerantriebs mit mindestens einem obigen Rotorflügel
ist die Tatsache, dass eine exakte Positionierung des Steuerantriebs nicht erforderlich
ist, da der Rotorflügel ja weitgehend beliebig "auslaufen" kann. Ein ganz besonderer
Vorteil ergibt sich dadurch, dass weitgehend beliebige Rotorgeschwindigkeiten eingestellt
werden können, da ein definiertes Abbremsen ebenfalls nicht notwendig ist. Entsprechend
ist es bei einer besonders bevorzugten Ausgestaltung gemäß Anspruch 9 vorgesehen,
dass der Rotorflügel bei der motorischen Verstellung des Schaltelements mit einer
Drehzahl von mindestens 1000 U/min läuft.
[0021] Der Steuerantrieb mit Rotorflügel ist Gegenstand einer vierten Lehre gemäß Anspruch
15, der ebenfalls eigenständige Bedeutung zukommt. Auf alle Ausführungen, die geeignet
sind, den vorschlagsgemäßen Steuerantrieb als solchen zu beschreiben, darf verwiesen
werden.
[0022] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt
- Fig. 1
- ein vorschlagsgemäßes Kraftfahrzeugschloss bei unbetätigtem Innenbetätigungshebel
a) in einer Draufsicht und b) in einer perspektivischen Ansicht,
- Fig. 2
- das Kraftfahrzeugschloss gemäß Fig. 1 in der Anfangsphase der ersten Betätigung des
Innenbetätigungshebels a) in einer Draufsicht und b) in einer perspektivischen Ansicht,
- Fig. 3
- das Kraftfahrzeugschloss gemäß Fig. 1 in einer Endphase der ersten Betätigung des
Innenbetätigungshebels a) in einer Draufsicht und b) in einer perspektivischen Ansicht,
- Fig. 4
- das Kraftfahrzeugschloss gemäß Fig. 1 nach Abschluss der ersten Betätigung des Innenbetätigungshebels
a) in einer Draufsicht und b) in einer perspektivischen Ansicht,
- Fig. 5
- das Kraftfahrzeugschloss gemäß Fig. 1 in der Endphase einer zweiten Betätigung des
Innenbetätigungshebels a) in einer Draufsicht und b) in einer perspektivischen Ansicht,
- Fig. 6
- das Kraftfahrzeugschloss gemäß Fig. 1 a) in der Anfangsphase und b) in der Endphase
des motorischen Entkuppelns der Kuppelanordnung und
- Fig. 7
- das Kraftfahrzeugschloss gemäß Fig. 1 in der Ansicht A.
[0023] Es darf vorab darauf hingewiesen werden, dass in der Zeichnung nur die Komponenten
des vorschlagsgemäßen Kraftfahrzeugschlosses dargestellt sind, die für die Erläuterung
der Lehre notwendig sind. Entsprechend ist ein Schließkeil, der üblicherweise mit
der Schlossfalle 1 zusammenwirkt, in der Zeichnung nicht dargestellt.
[0024] Die Schließelemente Schlossfalle 1 und Sperrklinke 2 wirken ebenfalls in üblicher
Weise zusammen. Dabei hält die Sperrklinke 2 in ihrer eingefallenen Stellung die Schlossfalle
1 in einer Hauptraststellung, wie beispielsweise in Fig. 1 gezeigt ist. Bei dem dargestellten
Kraftfahrzeugschloss ist auch eine Vorraststellung der Schlossfalle 1 realisiert,
was vorliegend aber nicht weiter von Bedeutung ist.
[0025] Die Sperrklinke 2 lässt sich in eine ausgehobene Stellung bringen, in der sie die
Schlossfalle 1 in Richtung ihrer Öffnungsstellung freigibt (Fig. 5). Die Schlossfalle
1 kommt dann außer Eingriff von dem nicht dargestellten Schließkeil o. dgl., so dass
die zugeordnete Kraftfahrzeugtür o. dgl. geöffnet werden kann.
[0026] Das Kraftfahrzeugschloss weist mindestens einen Betätigungshebel 3 auf, der im montierten
Zustand einem Betätigungsgriff zugeordnet ist und durch dessen Betätigung die Sperrklinke
2 aus der eingefallenen Stellung aushebbar ist. Bei dem Betätigungshebel 3 kann es
sich um einen Innenbetätigungshebel, einen Außenbetätigungshebel, um einen Notbetätigungshebel
o. dgl. handeln.
[0027] Das Kraftfahrzeugschloss lässt sich in die im allgemeinen Teil der Beschreibung erläuterten
Funktionszustände wie "entriegelt", "verriegelt", "diebstahlgesichert" oder "kindergesichert"
bringen. Hinsichtlich der Bedeutung dieser Funktionszustände darf auf die dortigen
Ausführungen verwiesen werden.
[0028] Dem Kraftfahrzeugschloss ist eine Schlosssteuerung 4 zugeordnet, die u.a. der Speicherung
des jeweils aktuellen Funktionszustands dient. Für die mechanische Umsetzung der verschiedenen
Funktionszustände ist eine Kuppelanordnung 5 vorgesehen, durch die der Betätigungshebel
3 je nach Funktionszustand mit der Sperrklinke 2 zu deren Ausheben kuppelbar ist.
Die Fig. 1 bis 3 zeigen den entkuppelten Zustand, während die Fig. 4 und 5 den gekuppelten
Zustand der Kuppelanordnung 5 zeigen. Die Funktionsweise der Kuppelanordnung 5 wird
im Einzelnen weiter unten erläutert.
[0029] Wesentlich ist zunächst lediglich, dass aus dem entkuppelten Zustand heraus (Fig.
1) eine Betätigung des Betätigungshebels 3 (Fig. 2, 3) stets das Einkuppeln der Kuppelanordnung
5 (Fig. 4) bewirkt. Eine anschließende, in Fig. 5 dargestellte zweite Betätigung kann
dann grundsätzlich das Ausheben der Sperrklinke 2 bewirken. Hierfür ist es allerdings
erforderlich, dass die Schlosssteuerung 4 auf die erste Betätigung hin nicht das Entkuppeln
der Kuppelanordnung 5 ausgelöst hat.
[0030] Vorschlagsgemäß ist es nämlich so, dass die Schlosssteuerung 4 auf die erste Betätigung
hin die Kuppelanordnung 5 mittels eines Steuerantriebs 6 je nach aktuellem funktionszustand
wieder in den entkuppelten Zustand überführt, derart, dass die zweite Betätigung gerade
kein Ausheben der Sperrklinke 2 bewirkt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn es
sich bei dem Betätigungshebel 3 um den Innenbetätigungshebel handelt und der aktuelle
Funktionszustand "diebstahlgesichert" oder "kindergesichert" in der Schlosssteuerung
4 vorliegt. Auch dies wird weiter unten noch erläutert.
[0031] Wesentlich für die vorschlagsgemäße Lösung ist die spezielle Ausgestaltung der Kuppelanordnung
5, die ein mittels des Steuerantriebs 6 von der Kuppelstellung (Fig. 4, 5) in die
Entkuppelstellung (Fig. 1 bis 3) verstellbares Schaltelement 7 aufweist, das je nach
Kuppelzustand 2 hier und vorzugsweise schwenkbare Verstellelemente 3, 13 des Betätigungsstrangs
miteinander kuppelt oder voneinander entkuppelt. Bei den Verstellelementen 3, 13 handelt
es sich hier und vorzugsweise einerseits um den Betätigungshebel 3 und andererseits
um einen mit der Sperrklinke 2 verbundenen Sperrklinkenhebel 13. Zwischen dem Betätigungshebel
3 und der Sperrklinke 2 kann grundsätzlich eine beliebige Hebelkette angeordnet sein,
wobei es sich bei den Verstellelementen dann um beliebige, einander nachgeschaltete
Verstellelemente dieser Hebelkette handeln kann.
[0032] Nach der ersten Lehre wird vorgeschlagen, dass das Schaltelement 7 zumindest in Richtung
der Entkuppelstellung separat von den beiden Verstellelementen 3, 13 verstellbar ist.
Diese separate Verstellbarkeit des Schaltelements 7 ergibt sich aus einer Zusammenschau
der Fig. 1 und 6. Es ergibt sich vor allem aus der Darstellung gemäß Fig. 6, dass
die separate Verstellbarkeit bei geeigneter Auslegung das Entkuppeln mit besonders
geringem Kraftaufwand ennöglicht, da eine Behinderung durch die Verstellelemente 3,
13 nicht oder nur kaum vorliegt.
[0033] Nach der zweiten Lehre wird vorgeschlagen, dass das Schaltelement 7 bistabil zwischen
der Kuppelstellung und der Entkuppelstellung verstellbar ist. Die bistabile Verstellbarkeit
des dargestellten Schaltelements 7 ergibt sich noch aus den folgenden Erläuterungen.
[0034] Grundsätzlich kann es sich bei dem Kraftfahrzeugschloss um ein rein mechanisches
Schloss handeln. Hier und vorzugsweise ist das Kraftfahrzeugschloss aber ein Elektroschloss
mit mechanischer Redundanz. Entsprechend ist ein über einen Öffnungsstrang 8 mit der
Sperrklinke 2 gekoppelter Öffnungshilfsantrieb 9 vorgesehen, der dem motorischen Ausheben
der Sperrklinke 2 dient. Der Öffnungshilfsantrieb 9 ist in der Zeichnung lediglich
angedeutet. Im Sinne eines modularen Aufbaus ist der Öffnungshilfsantrieb 9 vorzugsweise
separat von dem Steuerantrieb 6 ausgestaltet.
[0035] Eine Betätigung des Betätigungshebels 3 geht vorzugsweise mit einem Betätigungshub
(Fig. 1 nach Fig. 3) und mit einem Rückstellhub (Fig. 3 nach Fig. 4) einer. Der Betätigungshub
stellt hier die Hinbewegung, der Rückstellhub die Rückbewegung des Betätigungshebels
3 dar.
[0036] Der Betätigungshub der zweiten Betätigung (Fig. 5) schließt sich dann an den Rückstellhub
der ersten Betätigung an. Alternativ kann es aber auch vorgesehen sein, dass sich
der Betätigungshub der zweiten Betätigung direkt an den Betätigungshub der ersten
Betätigung anschließt. Im letztgenannten Fall ergänzen sich der erste Betätigungshub
und der zweite Betätigungshub zu einem Gesamthub.
[0037] Hier und vorzugsweise handelt es sich bei dem Betätigungshebel 3 um einen Innenbetätigungshebel,
der im montierten Zustand mit einem Türinnengriff gekoppelt ist. Dies wurde weiter
oben bereits angedeutet. In diesem Fall entkuppelt die Schlosssteuerung 4 die Kuppelanordnung
5 auf die erste Betätigung hin nur dann, wenn der aktuelle Funktionszustand "diebstahlgesichert"
oder "kindergesichert" vorliegt. Nur in diesen beiden Funktionszuständen muss ja sichergestellt
werden, dass von innen weder manuell noch motorisch geöffnet werden kann.
[0038] Von besonderer Bedeutung ist vorliegend die Ausgestaltung der Kuppelanordnun 5. Die
Kuppelanordnung 5 weist vorzugsweise eine Kuppelkulisse 10 mit zwei seitlich benachbarten
Kulissenabschnitten 11, 12 unterschiedlicher Höhe auf. Die beiden Kulissenabschnitte
11, 12 bilden hier zusammen genommen eine Stufe.
[0039] Das Schaltelement 7 liegt zur Einstellung der Entkuppelstellung bzw. der Kuppelstellung
auf dem jeweiligen Kulissenabschnitt 11, 12 auf. Im Folgenden wird der der Entkuppelstellung
zugeordnete Kulissenabschnitt 11 als Entkuppelabschnitt 11 und der der Kuppelstellung
zugeordnete Kulissenabschnitt 12 als Kuppelabschnitt 12 bezeichnet. Die Ausstattung
der Kuppelanordnung 5 mit einer Kuppelkulisse 10 führt bei geeigneter Auslegung des
Schaltelements 7 zu besonders einfachen konstruktiven Anordnungen. Dies trifft insbesondere
für ein aus einem federelastisch biegbaren Draht ausgestaltetes Schaltelement 7 zu,
wie noch erläutert wird.
[0040] Die Funktion der Kuppelanordnung 5 basiert darauf, dass das Schaltelement 7 in seiner
Kuppelstellung einen Formschluss zwischen dem Betätigungshebel 3 und der Sperrklinke
2 bzw. dem mit der Sperrklinke 2 gekoppelten Sperrklinkenhebel 13 herstellt und in
seiner Entkuppelstellung diesen Formschluss wieder aufhebt. Entsprechend weisen sowohl
der Betätigungshebel 3 einen Betätigungsabschnitt 14 und die Sperrklinke 2 oder der
mit der Sperrklinke 2 gekoppelte Sperrklinkenhebel 13 einen Betätigungsabschnitt 15
auf. Im entkuppelten Zustand, also wenn das Schaltelement 7 auf dem Entkuppelabschnitt
11 der Kuppelkulisse 10 aufliegt, befindet sich das Schaltelement 7 außerhalb des
Bewegungsbereichs zumindest eines der beiden Betätigungsabschnitte 14, 15, hier außerhalb
des Bewegungsbereichs beider Betätigungsabschnitte 14, 15. Im gekoppelten Zustand
liegt das auf dem Kuppelabschnitt 12 der Kuppelkulisse 10 aufliegende Schaltelement
7 im Bewegungsbereich beider Betätigungsabschnitte 14, 15, wie eine Zusammenschau
der Fig. 4 und 5 ergibt. Im letztgenannten Fall nimmt der Betätigungshebel 3 bei seiner
Betätigung die Sperrklinke 2 zu deren Ausheben mit.
[0041] Eine besonders kompakte Ausgestaltung ergibt sich bei dem dargestellten und insoweit
bevorzugten Ausführungsbeispiel dadurch, dass der sperrklinkenseitige Betätigungsabschnitt
15 als ein Bestandteil der Kuppelkulisse 10 ausgestaltet ist.
[0042] Interessant ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel auch die Federvorspannung
des Schaltelements 7. Das Schaltelement 7 ist hier und vorzugsweise in Höhenrichtung
16 der Kuppelkulisse 10 in den Kuppelabschnitt 12 der Kuppelkulisse 10 vorgespannt.
Hierbei handelt es sich in Fig. 1b) um eine Federvorspannung nach unten.
[0043] Zusätzlich ist das Schaltelement 7 in Seitenrichtung 17 der Kuppelkulisse 10 in den
Entkuppelabschnitt 11 der Kuppelkulisse 10 vorgespannt. Dies entspricht einer Vorspannung
des Schaltelements 7 in Fig. 1b) im Wesentlich nach links.
[0044] Durch die von den beiden Kuppelabschnitten 11, 12 der Kuppelkulisse 10 gebildete
Stufe und durch die obige Federvorspannung des Schaltelements 7 wird erreicht, dass
sich das Schaltelement 7 sowohl in seiner Entkuppelstellung (Fig. 1) als auch in seiner
Kuppelstellung (Fig. 4) in einem stabilen Zustand befindet. Damit ist die oben angesprochene,
bistabile Verstellbarkeit des Schaltelements 7 auf besonders einfache Weise realisiert
worden. Die Federvorspannung ergibt sich hier und vorzugsweise durch die noch zu erläuternde
Federelastizität des Schaltelements 7 selbst.
[0045] Das dargestellte und insoweit bevorzugte Ausführungsbeispiel ermöglicht eine einfache
Überführung der Kuppelanordnung 5 vom entkuppelten Zustand (Fig. 1) in den gekuppelten
Zustand (Fig. 4, 5). Hierfür ist es vorgesehen, dass eine Verstellung des Schaltelements
7 entlang der Kuppelkulisse 10 von dem Entkuppelabschnitt 11 in den Kuppelabschnitt
12 mit einem Einfallen des Scbaltelements 7 von der Entkuppelstellung in Richtung
der Kuppelstellung einhergeht. Dies ist der Folge der Fig. 1, 2 und 3 zu entnehmen.
[0046] Im Laufe des Betätigungshubs der ersten Betätigung des Betätigungshebels 3 wird das
Schaltelement 7 entsprechend entlang der Kuppelkulisse 10 von dem Entkuppelabschnitt
11 in den Kuppelabschnitt 12 verstellt (Fig. 1, 2 und 3), wobei ein vollständiges
Einfallen des Schaltelements 7 in die Kuppelstellung jedoch bis zu einer Endphase
des Rückstellhubs der ersten Betätigung (Fig. 4) unterdrückt wird. Damit wird sichergestellt,
dass die erste Betätigung des Betätigungshebels 3 zwar die Überführung der Kuppelanordnung
5 in den entkuppelten Zustand wirkt. Ein Ausheben der Sperrklinke 2 ist mit der ersten
Betätigung des Betätigungshebels 3 aber noch nicht verbunden.
[0047] Im Einzelnen weist der Betätigungshebel 3 einen Auslöseabschnitt 18 auf, der sich
bei einer Betätigung des Betätigungshebels 3 entlang der Kuppelkulisse 10 bewegt,
wie in den Fig. 1 bis 3 dargestellt. Dabei kommt der Auslöseabschnitt 18 beim Betätigungshub
der ersten Betätigung des Betätigungshebels 3 in Eingriff mit dem in der Entkuppelstellung
befindlichen Schaltelement 7 und verstellt das Schaltelement 7 von dem Entkuppelabschnitt
11 in den Kuppelabschnitt 12 der Kuppelkulisse 10. Das Schaltelement 7 fällt dann,
getrieben durch die oben angesprochene Vorspannung, in Richtung der Kuppelstellung
auf einen gegenüber dem Kuppelabschnitt 12 der Kuppelkulisse 10 höher gelegenen Stützabschnitt
19 des Betätigungshebels 3. Dies ist durch den Übergang von Fig. 1 auf Fig. 2 gezeigt.
Vorzugsweise kommt das Schaltelement 7 dabei außer Eingriff von der Kuppelkulisse
10, so dass der weitere Betätigungshub gemäß Fig. 3 frei von der Kuppelkulisse 10
von Statten gehen kann.
[0048] Bei dem sich an die in Fig. 3 dargestellte Situation anschließenden Rückstellhub
folgt das Schaltelement 7 zunächst der Bewegung des Betätigungshebels 3, wird dann
in der Endphase des Rückstellhubs der ersten Betätigung allerdings vom Betätigungshebel
3 in die Kuppelstellung freigegeben. Hierfür ist ein Anlageabschnitt 20 vorgesehen,
der das Schaltelement 7 im Kuppelabschnitt 12 zurückhält, so dass der Stützabschnitt
19 am Schaltelement 7 entlang gleitet und schließlich das Schaltelement 7 wie oben
angegeben freigibt. Der Anlageabschnitt 20 ist hier und vorzugsweise im Sinne einer
kompakten Bauweise als ein Bestandteil der Kuppelkulisse 10 ausgestaltet.
[0049] Für die Anordnung der Kuppelkulisse 10 sind unterschiedliche vorteilhafte Varianten
denkbar. Hier und vorzugsweise ist die Kuppelkulisse 10 an der Sperrklinke 2, im Einzelnen
an dem mit der Sperrklinke 2 gekoppelten Sperrklinkenhebel 13, angeordnet.
[0050] Für die Ausgestaltung des Schaltelements 7 sind ebenfalls verschiedene Varianten
denkbar. Bei dem dargestellten und insoweit bevorzugten Ausführungsbeispiel ist das
Schaltelement 7 als federelastisch biegbarer Draht oder Streifen ausgestaltet, so
dass dieser als Schaltelement zwischen der Entkuppelstellung und der Kuppelstellung
verstellbar ist Es lässt sich einer Zusammenschau der Fig. 1 und 4 die Tatsache entnehmen,
dass das Schaltelement 7 im Wesentlichen um eine geometrische Biegeachse biegbar ist,
die senkrecht zu der Längserstreckung zumindest eines Teils des Schaltelements 7 ist.
[0051] Bei dem dargestellten und insoweit bevorzugten Ausführungsbeispiel weist das Schaltelement
7 einen geraden Abschnitt 7a und einen Wickelabschnitt 7b auf, wobei das federelastische
Biegen zumindest zum Teil im Wickelabschnitt 7b von Statten geht. In besonders bevorzugter
Ausgestaltung ist das Schaltelement 7 nach Art eines Biegebalkens ausgestaltet.
[0052] Vorzugsweise erstreckt sich zumindest ein Teil des Schaltelements 7 im Wesentlichen
senkrecht zu der Höhenrichtung 16 und im Wesentlichen senkrecht zu der Seitenrichtung
17 der Kuppelkulisse 10.
[0053] Es lässt sich der Zeichnung entnehmen, dass das Schaltelement 7 hier zumindest abschnittsweise,
insbesondere in dem Eingriffsbereich 7a zwischen den zu kuppelnden Verstellelementen
3, 13, gerade ausgestaltet ist, wobei die Betätigungskraft dabei im Wesentlichen senkrecht
zu der Erstreckung des Schaltelements 7 verläuft.
[0054] Ein Kraftfahrzeugschloss mit einer Kuppelanordnung, die den grundsätzlichen, in der
Zeichnung dargestellten Aufbau mit einer Kuppelkulisse 10 aufweist, ist Gegenstand
einer dritten Lehre, der eigenständige Bedeutung zukommt. Das obige Doppelhubkonzept
des Betätigungshebels 2 zum Ausheben der Sperrklinke ist für diese weitere Lehre nicht
erforderlich.
[0055] Besondere Bedeutung kommt vorliegend auch dem Steuerantrieb 6 des Kraftfahrzeugschlosses
zu. Der Steuerantrieb 6 weist eine Abtriebswelle 21 mit mindestens einem Rotorflügel
22, 23 auf, der im Wesentlichen radial von der Abtriebswelle 21 abragt. Hier und vorzugsweise
sind zwei Rotorflügel 22, 23 vorgesehen, die sich im Wesentlichen in entgegengesetzter
radialer Richtung erstrecken. Die Bezeichnung "radial" ist hier stets auf die Abtriebswelle
21 bezogen.
[0056] Zur motorischen Verstellung des Schaltelements 7 in eine Auslenkstellung, hier in
die Entkuppelstellung, gleiten die Rotorflügel 22, 23 wechselweise an dem Schaltelement
7 entlang. Dabei reicht regelmäßig das einmalige Entlanggleiten einer der Rotorflügel
22, 23 aus, um das Schaltelement 7 in die Entkuppelstellung zu überführen. Dieser
Vorgang ist der Folge der Fig. 6a) und 6b) zu entnehmen.
[0057] Wesentlich ist nun, dass nach der Verstellung des Schaltelements 7 in die Auslenkstellung,
hier in die Entkuppelstellung, mindestens eine volle Umdrehung, hier und vorzugsweise
mehrere volle Umdrehungen, von den Rotorflügeln 22, 23 vollzogen werden. In einer
besonders bevorzugten Ausgestaltung ist es sogar vorgesehen, dass die Rotorflügel
22, 23 bei der motorischen Verstellung des Schaltelements 7 mit einer Drehzahl von
mindestens 1000 U/min, vorzugsweise von mindestens 4000 U/min und weiter vorzugsweise
von mindestens 6000 U/min laufen. In besonders bevorzugter Ausgestaltung liegt die
Drehzahl in einem Bereich zwischen 5000 U/min und 19000 U/min, vorzugsweise zwischen
8000 U/min und 16000 U/min.
[0058] Hier wird deutlich, dass durch die Möglichkeit des "Auslaufens" der Rotorflügel 22,
23 der Steuerantrieb 6 zur motorischen Verstellung des Schaltelements 7 auf eine Drehzahl
gesteuert werden kann, die eine optimale Leistungs- bzw. Drehmomentabgabe ermöglicht.
Da eine definierte Endstellung nicht angefahren werden muss, kann eine einfache Zeitsteuerung
Anwendung finden.
[0059] Für den Eingriff mit dem Schaltelement 7 sind die Rotorflügel 22, 23 vorzugsweise
jeweils mit einer radial außenliegenden Rotorkante 24, 25 ausgestattet, die sich im
Wesentlichen entlang der Abtriebswelle 21 erstreckt.
[0060] Eine interessante Auslegung der Rotorflügel 22, 23 zeigt sich insbesondere in Verbindung
mit der vorschlagsgemäßen Kuppelanordnung 5. Ausgehend von dem in Fig. 5 dargestellten,
gekuppelten Zustand bewirkt das Drehen der Rotorflügel 22, 23 ein Anheben des Schaltelements
7, bis die Höhe des Entkuppelabschnitts 11 erreicht ist. Durch die Vorspannung des
Schaltelements 7 schnappt das Schaltelement 7 anschließend in den Entkuppelabschnitt
11.
[0061] Interessant ist die Tatsache, dass die Rotorflügel 22, 23 jeweils einen axialen Schaltabschnitt
22a, 23a und einen axialen Freilaufabschnitt 22b, 23b aufweisen, wobei die Schaltabschnitte
22a, 23a jeweils eine größere radiale Erstreckung aufweisen als die Freilaufabschnitte
22b, 23b. Dabei sind die Freilaufabschnitte 22b, 23b so auf die Höhe des Entkuppelabschnitts
11 abgestimmt, dass bei auf dem Entkuppelabschnitt 11 aufliegenden Schaltelement 7
die Rotorflügel 22, 23 frei vom Schaltelement 7 sind.
[0062] In besonders bevorzugter Ausgestaltung weist der Steuerantrieb 6 einen elektrischen
Steuerantriebsmotor 26 auf, der die Abtriebswelle 21 des Steuerantrieb 6 ohne zwischengeschaltetes
Getriebe bereitstellt. Das trägt dem Umstand Rechnung, dass wie oben erläutert mit
der bevorzugten Ausgestaltung des Steuerntriebs 6 durch eine entsprechende Einstellung
der Drehzahl eine optimale Leistungs- bzw. Drehmomentabgabe einstellbar ist.
[0063] Der Steuerantrieb 6 mit mindestens einem oben erläuterten Rotorflügel 22, 23 ist
Gegenstand einer vierten Lehre, der ebenfalls eigenständige Bedeutung zurkommt. Auf
alle obigen, den Steuerantrieb 6 gerichteten Ausführungen darf in vollem Umfange verwiesen
werden.
[0064] Es darf noch auf eine steuerungstechnische Besonderheit des dargestellten Ausführungsbeispiels
hingewiesen werden, die vor allem im Hinblick auf das obige Doppelhubkonzept interessant
ist Dem Betätigungshebel 3 ist hier ein weiterer Betätigungshebel 3a vorgeschaltet,
der im montierten Zustand über einen Bowdenzug o. dgl. mit einem Türinnengriff o.
dgl. gekoppelt ist und der hier als "äußerer Betätigungshebel 3a" bezeichnet wird.
Dem äußeren Betätigungshebel ist nun ein Schalter 27 zugeordnet, der mit der Schlosssteuerung
4 elektrisch gekoppelt ist (nicht dargestellt) und der drei Schaltzustände einnehmen
kann. Dieser Schalter 27 kann beispielsweise auch dem Betätigungshebel 3 oder einem
anoderen Hebel der Betätigungshebelkette zugeordnet sein.
[0065] Ein erster Schaltzustand des Schalters 27 entspricht dem unbetätigten Zustand wie
in Fig. 1 dargestellt. Bei der ersten Betätigung durchläuft der Schalter 27 einen
zweiten Schaltzustand, der in Fig. 2 gezeigt ist und erreicht schließlich den in Fig.
3 gezeigten, dritten Schaltzustand. Das Erreichen des dritten Schaltzustands löst
das motorische Ausheben der Sperrklinke 2 mittels des Öffnungshilfsantriebs 9 aus,
sofern der entsprechende Funktionszustand in der Schlosssteuerung 4 vorliegt. Das
Erreichen der ersten Schaltstellung im Rahmen des Rückstellhubs löst schließlich das
Rückstellen des Schaltelements 7 mittels des Steuerantriebs 6 aus, sofern, wiederum
der entsprechende Funktionszustand in der Schlosssteuerung 4 vorliegt.
[0066] Besonders vorteilhaft bei der obigen Ansteuerung mit dem Schalter 27 ist die Tatsache,
dass lediglich ein einziger Schalter 27 vorgesehen sein muss. Dabei dient der zweite
Schaltzustand gewissermaßen als "Abstandhalter" zwischen dem ersten Schaltzustand
und dem dritten Schaltzustand, so dass u.a. sichergestellt werden kann, dass ein Ausheben
der Sperrklinke 2 erst bei voll ausgelenktem Betätigungshebel 3 erfolgt.
[0067] Schließlich darf noch darauf hingewiesen werden, dass zusätzlich zu dem beschriebenen
Betätigungshebel 3 weitere Betätigungshebel vorgesehen sein können. Hierzu gehört
beispielsweise ein Außenbetätigungshebel, der ggf. über eine weitere Kuppelanordnung
mechanisch mit der Sperrklinke 2 kuppelbar ist.
1. Kraftfahrzeugschloss mit den Schließelementen Schlossfalle (1) und Sperrklinke (2),
wobei die Sperrklinke (2) in ihrer eingefallenen Stellung die Schlossfalle (1) in
einer Hauptraststellung und ggf. auch in einer Vorraststellung hält, wobei ein Betätigungshebel
(3) vorgesehen ist, der im montierten Zustand einem Betätigungsgriff zugeordnet ist
und durch dessen Betätigung die Sperrklinke (2) aus der eingefallenen Stellung aushebbar
ist,
wobei das Kraftfahrzeugschloss in unterschiedliche Funktionszustände wie "entriegelt",
"verriegelt", "diebstahlgesichert" oder "kindergesichert" bringbar ist und wobei der
aktuelle Funktionszustand stets in einer Schlosssteuerung (4) gespeichert ist,
wobei eine Kuppelanordnung (5) vorgesehen ist, durch die der Betätigungshebel (3)
je nach Funktionszustand mit der Sperrklinke (2) zu deren Ausheben kuppelbar ist,
wobei aus dem entkuppelten Zustand heraus eine erste Betätigung des Betätigungshebels
(3) stets das Einkuppeln der Kuppelanordnung (5) bewirkt und durch eine anschließende,
zweite Betätigung das Ausheben der Sperrklinke (2) bewirkbar ist,
wobei die Schlosssteuerung (4) auf die erste Betätigung hin die Kuppelanordnung (5)
mittels eines Steuerantriebs (6) je nach aktuellem Funktionszustand wieder in den
entkuppelten Zustand überführt derart, dass die zweite Betätigung kein Ausheben der
Sperrklinke (2) bewirkt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kuppelanordnung (5) ein mittels des Steuerantriebs (6) von einer Kuppelstellung
in eine Entkuppelstellung verstellbares Schaltelement (7) aufweist, das je nach Kuppelzustand
zwei vorzugsweise schwenkbare Verstelleiemente (3, 13) des Betätigungsstrangs, insbesondere
den Betätigungshebel (3) und die Sperrklinke (2) oder einen mit der Sperrklinke (2)
gekoppelten Hebel (13), miteinander kuppelt oder voneinander entkuppelt und das zumindest
in Entkuppelrichtung separat von den beiden Verstellelementen (3, 13) verstellbar
ist.
2. Kraftfahrzeugschloss mit den Schließelementen Schlossfalle (1) und Sperrt klinke (2),
wobei die Sperrklinke (2) in ihrer eingefallenen Stellung die Schlossfalle (1) in
einer Hauptraststellung und ggf. auch in einer Vorraststellung hält,
wobei ein Betätigungshebel (3) vorgesehen ist, der im montierten Zustand einem Betätigungsgriff
zugeordnet ist und durch dessen Betätigung die Sperrklinke (2) aus der eingefallenen
Stellung aushebbar ist,
wobei das Kraftfahrzeugschloss in unterschiedliche Funktionszustände wie "entriegelt",
"verriegelt", "diebstahlgesichert" oder "kindergesichert" bringbar ist und wobei der
aktuelle Funktionszustand stets in einer Schlosssteuerung (4) gespeichert ist,
wobei eine Kuppelanordnung (5) vorgesehen ist, durch die der Betätigungshebel (3)
je nach Funktionszustand mit der Sperrklinke (2) zu deren Ausheben kuppelbar ist,
wobei aus dem entkuppelten Zustand heraus eine erste Betätigung des Betätigungshebels
(3) stets das Einkuppeln der Kuppelanordnung (5) bewirkt und durch eine anschließende,
zweite Betätigung das Ausheben der Sperrklinke (2) bewirkbar ist,
wobei die Schlosssteuerung (4) auf die erste Betätigung hin die Kuppelanordnung (5)
mittels eines Steuerantriebs (6) je nach aktuellem Funktionszustand wieder in den
entkuppelten Zustand überführt derart, dass die zweite Betätigung kein Ausheben der
Sperrklinke (2) bewirkt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kuppelanordnung (5) ein mittels des Steuerantriebs (6) von einer Kuppelstellung
in eine Entkuppelstellung verstellbares Schaltelement (7) aufweist, das je nach Kuppelzustand
zwei vorzugsweise schwenkbare Verstellelemente (3, 13) des Betätigungsstrangs, insbesondere
den Betätigungshebel (3) und die Sperrklinke (2) oder einen mit der Sperrklinke (2)
gekoppelten Hebel (13), miteinander kuppelt oder voneinander entkuppelt und das bistabil
zwischen der Kuppelstellung und der Entkuppelstellung verstellbar ist.
3. Kraftfahrzeugschloss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet dass ein Öffnungshilfsantrieb (9) zum motorischen Ausheben der Sperrklinke (2) vorgesehen
ist, vorzugsweise, dass der Öffnungshilfsantrieb (9) separat von dem Steuerantrieb
(6) ausgestaltet ist.
4. Kraftfahrzeugschloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach der ersten Betätigung des Betätigungshebels (3) die Schlosssteuerung mittels
des Steuerantriebs (6) den Betätigungshebel (3) wieder von der Sperrklinke (2) entkuppelt,
wenn der aktuelle Funktionszustand "diebstahlgesichert" oder "kindergesichert" vorliegt.
5. Kraftfahrzeugschloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kuppelanordnung (5) eine Kuppelkulisse (10) mit zwei seitlich benachbarten Kulissenabschnitten
(11, 12) unterschiedlicher Höhe aufweist, auf denen das Schaltelement (7) zur Einstellung
der Entkuppelstellung bzw. der Kuppelstellung aufliegt vorzugsweise, dass der Betätigungshebel
(3) einen Betätigungsabschnitt (14) und die Sperrklinke (2) oder ein mit der Sperrklinke
(2) gekoppelter Hebel (13) einen Betätigungsabschnitt (15) aufweisen, dass das auf
dem Entkuppelabschnitt (11) der Kuppelkulisse (10) aufliegende Schaltelement (7) außerhalb
des Bewegungsbereichs zumindest eines der beiden Betätigungsabschnitte (14, 15) liegt
und dass das auf dem Kuppelabschnitt (12) der Kuppelkulisse (10) aufliegende Schaltelement
(7) im Bewegungsbereich beider Betätigungsabschnitte (14, 15) liegt, so dass der Betätigungshebel
(3) die Sperrklinke (2) mitnimmt, vorzugsweise, dass der sperrklinkenseitige Betätigungsabschnitt
(15) als ein Bestandteil der Kuppelkulisse (10) ausgestaltet ist.
6. Kraftfahrzeugschloss nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verstellung des Schaltelements (7) entlang der Kuppelkulisse (10) von dem Entkuppelabschnitt
(11) in den Kuppelabschnitt (12) mit einem Einfallen des Schaltelements (7) von der
Entkuppelstellung in Richtung der Kuppelstellung einhergeht, vorzugsweise, dass der
Betätigungshebel (3) im Laufe des Betätigungshubs der ersten Betätigung das Schaltelement
(7) entlang der Kuppelkulisse (10) von dem Entkuppelabschnitt (11) in den Kuppelabschnitt
(12) verstellt, ein vollständiges Einfallen des Schaltelements (7) in die Kuppelstellung
jedoch bis zu einer Endphase des Rückstellhubs der ersten Betätigung unterdrückt,
weiter vorzugsweise, dass der Betätigungshebel (3) das Schaltelement (7) in einer
Endphase des Rückstellhubs der ersten Betätigung in die Kuppelstellung freigibt.
7. Kraftfahrzeugschloss nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungshebel (3) einen Auslöseabschnitt (18) aufweist, der sich bei einer
Betätigung des Betätigungshebels (3) entlang der Kuppelkulisse (10) bewegt und der
beim Betätigungshub der ersten Betätigung des Betätigungshebels (3) in Eingriff mit
dem in der Entkuppelstellung befindlichen Schaltelement (7) kommt und das Schaltelement
(7) von dem Entkuppelabschnitt (11) der Kuppelkulisse (10) in den Kuppelabschnitt
(12) der Kuppelkulisse (10) verstellt, wodurch das Schaltelement (7), getrieben durch
seine Vorspannung, in Richtung der Kuppelstellung auf einen gegenüber dem Kuppelabschnitt
(12) der Kuppelkulisse (10) höher gelegenen Stützabschnitt (19) des Betätigungshebels
(3)fällt und dadurch vorzugsweise außer Eingriff von der Kuppelkulisse kommt.
8. Kraftfahrzeugschloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltelement (7) als federelastisch biegbarer Draht oder Streifen ausgestaltet
ist und so als Schaltelement zwischen der Entkuppelstellung und der Kuppelstellung
verstellbar ist, vorzugsweise, dass das Schaltelement (7) im Wesentlichen um eine
geometrische Biegeachse biegbar ist, die im Wesentlichen senkrecht zu der Längserstreckung
zumindest eines Teils des Schaltelements (7) ausgerichtet ist, vorzugsweise, dass
das Schaltelement (7) nach Art eines Biegebalkens ausgestaltet ist
9. Kraftfahrzeugschloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerantrieb (6) eine Abtriebswelle (21) mit mindestens einem, vorzugsweise
zwei, im Wesentlichen radial von der Abtriebswelle (21) abragende Rotorflügel (22,
23) aufweist, der zur motorischen Verstellung des Schaltelements (7) in eine Auslenkstellung,
insbesondere in die Entkuppelstellung, an dem Schaltelement (7) entlang gleitet und
nach der Verstellung des Schaltelements (7) in die Auslenkstellung, insbesondere in
die Entkuppelstellung, mindestens eine volle Umdrehung, vorzugsweise mehrere volle
Umdrehungen, vollzieht, vorzugsweise, dass der Rotorflügel (22, 23) bei der motorischen
Verstellung des Schaltelements mit einer Drehzahl von mindestens 1000 U/min, vorzugsweise
von mindestens 4000 U/min, weiter vorzugsweise von mindestens 6000 U/min, läuft.
10. Kraftfahrzeugschloss nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotorflügel (22, 23) eine radial Außen liegende Rotorkante (24, 25) für den Eingriff
mit dem Schaltelement aufweist, vorzugsweise, dass sich die radial Außen liegende
Rotorkante(24, 25) im Wesentlichen entlang der Abtriebswelle (21) erstreckt.
11. Kraftfahrzeugschloss nach. Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotorflügel (22, 23) einen axialen Schaltabschnitt (22a, 23a) und einen axialen
Freilaufschnitt (22b, 23b) aufweist und dass der Schaltabschnitt (22a, 23a) eine größere
radiale Erstreckung aufweist als der Freilaufabschnitt (22b, 23b), vorzugsweise, dass
sich das in der Auslenkstellung, insbesondere in der Entkuppelstellung, befindliche
Schaltelement (7) seitlich des Schaltabschnitts (22a, 23a) des Rotorflügels (22, 23)
befindet und damit außer Eingriff von dem Rotorflügel (22, 23) steht.
12. Kraftfahrzeugschloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerantrieb (6) einen elektrischen Steuerantriebsmotor (26) aufweist, der die
Abtriebswelle (21) des Steuerantriebs (6) ohne zwischengeschaltetes Getriebe bereitstellt.
13. Kraftfahrzeugschloss mit den Schließelementen Schlossfalle (1) und Sperrklinke (2),
wobei die Sperrklinke (2) in ihrer eingefallenen Stellung die Schlössfall (1) in einer
Hauptraststellung und ggf. auch in einer Vorraststellung hält, wobei ein Betätigungshebel
(3) vorgesehen ist, der im montierten Zustand einem Betätigungsgriff zugeordnet ist
und durch dessen Betätigung die Sperrklinke (2) aus der eingefallenen Stellung aushebbar
ist,
wobei das Kraftfahrzeugschloss in unterschiedliche Funktionszustände wie "entriegelt",
"verriegelt", "diebstahlgesichert" oder "kindergesichert" bringbar ist und wobei der
aktuelle Funktionszustand stets in einer Schlosssteuerung (4) gespeichert ist,
wobei eine Kuppelanordnung (5) vorgesehen ist, durch die der Betätigungshebel (3)
je nach Funktionszustand mit der Sperrklinke (2) zu deren Ausheben kuppelbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kuppelanordnung (5) ein verstellbares Schaltelement (7) aufweist, das je nach
Kuppelzustand zwei vorzugsweise schwenkbare Verstellelemente (3, 13) des Betätigungsstrangs
miteinander kuppelt oder voneinander entkuppelt und dass die Kuppelanordnung (5) eine
Kuppelkulisse (10) mit zwei seitlich benachbarten Kulissenabschnitten (11, 12) unterschiedlicher
Höhe aufweist, auf denen das Schaltelement (7) zur Einstellung der Entkuppelstellung
bzw. der KuppelStellung aufliegt.
14. Antrieb nach Anspruch 13, gekennzeichnet durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils eines oder mehrerer der Ansprüche 1 bis 12.
15. Steuerantrieb für die motorische Verstellung eines Schaltelements (7) eines Kraftfahrzeugschlosses
in eine Auslenkstellung, insbesondere eines Schaltelements (7) eines Kraftfahrzeugschlosses
nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einer Abtriebswelle (21),
dadurch gekennzeichnet,
dass der Steuerantrieb (6) mindestens einen, vorzugsweise zwei, im Wesentlichen radial
von der Abtriebswelle (21) abragende Rotorflügel (22, 23) aufweist, der zur motorischen
Verstellung des Schaltelements (7) an dem Schaltelement (7) entlang gleitet und nach
der Verstellung des Schaltelements (7) in die Auslenkstellung mindestens eine volle
Umdrehung, vorzugsweise mehrere volle Umdrehungen, vollzieht.
16. Steuerantrieb nach Anspruch 15, gekennzeichnet durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils eines oder mehrerer der Ansprüche 9 bis 12.