[0001] Die Erfindung beschäftigt sich mit einer Vorrichtung und einem Verfahren, mit denen
eine einfache, realere Verschleißerscheinung eines Waffenrohres bestimmt und / oder
ermittelt werden kann.
[0002] Einen großen Einfluss auf den Verschleiß einer Waffe hat die Schussbefastung bzw.
Schusshäufigkeit des Waffenrohres. Der Verschleiß kann dann zusammen mit anderen Daten
wie Gesamtschusszahl und Rohrstatik beim Einstellen bzw. Richten der Waffenanlage
von der Feuerleitung berücksichtigt werden (
DE 197 16 198 C2). Andererseits bestimmt der Verschleiß eines Waffenrohres auch Inspektionsintervalle
der Waffe, den möglichen Austausch des Waffenrohres und / oder die Verschrottung etc.
[0003] Eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Ermittlung des Verschleißes eines Gewehrlaufs
offenbart die
DE 602 07 797 T2 (
EP 1 291 599 B1). Grundlegende Idee hierbei ist die Messung des Querschnitts eines Rohres mittels
eines endoskopischen Werkzeuges, wie beispielsweise eines Laserkopfes, zur Inspektion
der inneren Wand des Rohres. Eine Vorrichtung zum Ermitteln des Verschleißes einer
Schusswaffe offenbart zudem die
DE 42 03 585 C2. Ein Sensor misst dabei die Dauer und Häufigkeit der Auslenkung eines beweglichen
Teils der Schusswaffe aus seiner Ruhelage. Die
DE 10 2007 056 500 B3 beschreibt ein Prüfgerät, mit dem auch der Verschleiß eines Waffenrohres bestimmt
werden kann.
[0004] Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zur effektiveren
Verschleißbestimmung eines Waffenrohres aufzuzeigen.
[0005] Gelöst wird die Aufgabe durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 bzw. Patentanspruchs
10. Vorteilhafte Ausführungen sind in den Unteransprüchen aufgelistet.
[0006] Dabei geht die Erfindung von der Möglichkeit aus, dass der Verschleiß eines Waffenrohres
durch die Anzahl der Schüsse beschrieben und dieser Verschleiß dann durch diese Größe
ermittelt werden kann. Nachteilig bei dieser einfachen Variante ist jedoch, dass auch
die "Schüsse" mitgezählt werden, die beispielsweise beim Aufmunitionieren "erschossen"
werden. Derartige Zählungen beim Beladen reduzieren dann die Laufzeit eines Waffenrohres
- angegeben mit "XXX-Schuss pro Rohr".
[0007] Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, neben der einfachen Verschleißbestimmung durch
Einbindung eines Schusszählers eine vom Beladen und / oder vom Entladen der Waffe
unabhängige Schusszählung vorzunehmen. Es sollen dabei nur die wirklichen (scharfen)
Schüsse gezählt werden, da nur diese auf die Rohrlaufdauer direkten Einfluss haben.
[0008] Die
AT 43 643 B offenbart einen Schusszähler, der im Wesentlichen aus einem Zählwerk besteht, dass
mit einem beweglichen Teil des Verschlusses verbunden ist, sodass mit jeder Betätigung
des Verschlusses die Anzahl der abgegebenen Schüsse verzeichnet wird. Die Verbindung
zwischen dem Verschluss und dem Zählwerk stellt eine verschiebbare Stange sicher.
[0009] Einen Impulszähler als Schusszähler einer Maschinenwaffe beschreibt die
CH 21 03 62 A. Dieser arbeitet nach dem elektromagnetischen Grundprinzip.
[0010] Ein weiterer Schusszähler ist der
DD 28 29 77 A entnehmbar. Dieser verwendet einen Permanentmagneten, der an einem beweglichen Schlagstück
befestigt ist, das an einem Magnetsensor vorbeigeführt wird.
[0011] Einen manipulationssicheren Schusszähler schlägt die
DE 10 2007 056 421 A vor. Dieser umfasst ein Piezoelement, das durch die Kraft der Verschlussbewegung
ausgelöst wird und einen Schusszähler um 1 heraufsetzt. Der spannungslose Zähler wird
seinerseits versiegelt.
[0012] Einen anderen Ansatz für einen Schusszähler zeigt die
DE 60 222 708 T2 auf. Die Zählvorrichtung arbeitet hier mit einer Elektronik zusammen, die die, aus
der Patronenkammer ausgestoßene Patronenhülse auswertet.
[0013] Die eigene Lösung sieht vor, für die Messung der Schussanzahl die Waffe mit einem
beispielsweise potentialfreien Kontakt, vorzugsweise als Schieberkontakt, auszurüsten.
Bei der BK27 der Anmelderin wäre zumindest ein weiterer (Schieber-)Kontakt dieser
Art vorzusehen. Dieser / diese Kontakt(e) ist /sind im scharfen Zustand der Waffe
an dieser angeschlassen. Bei jedem Schuss wird der Schieber kurz geöffnet und wieder
geschlossen. Wenn sich diese Impulsfolge in einem bestimmten Zeitzyklus (Schusszyklus)
befindet, wird ein Zähler um 1 erhöht. Da beim Beladen / Entladen der Waffe dieser
Zyklus (Zeit) gegenüber einem Schusszyklus überschritten wird, wird dieser nicht mitgezählt.
Alternative Zählungen aus dem Stand der Technik sind hier ebenfalls einbindbar, wenn
das Grundprinzip - Berücksichtigung der Zeitdifferenz - hier greifen kann. In Auswertung
einer Zeitdifferenz wird dann auf einen scharfen Schuss oder auf das Beladen / Entladen
geschlussfolgert- Das Beladen selbst wird im Ergebnis nicht als Schuss gezählt. In
einer einfachsten Form wird die Waffe also mit einem zweiten potentialfreien Schaltschieberkontakt
aus- oder nachgerüstet.
[0014] Einen ähnlichen Ansatz der Berücksichtigung einer Zeitdifferenz offenbart die
DE 101 48 677 A, die eine Pistole mit einer Einrichtung zur Schusszahlermittlung beschreibt. Zur
Ermittlung der Schusszahl ist ein Mikroprozessor mit Speicher vorgesehen, wobei der
Mikroprozessor mit einem ersten und einem zweiten Sensor verbunden ist. Der erste
piezoelektrische Sensor gibt bei der Aufnahme des Rückstoßimpulses beim Abschuss ein
Signal an den Mikroprozessor. Beim Zurückgleiten eines Schlittens wird ein zweites
Signal an den Mikroprozessor abgegeben. Dieser ermittelt ein Zeitintervall zwischen
Abschuss und Zurückgleiten des Schlittens und gibt einen Zählimpuls an den Speicher.
Dadurch soll ein scharfer Schuss von einem fehlerhaften Schutz unterschieden werden.
Die Nutzung eines derartigen Ansatzes für eine optimalere Verschleißbestimmung eines
Waffenrohres, insbesondere einer automatischen Waffe wie Maschinenkanone, ist nicht
angedacht.
[0015] Das Aufmunitionieren wird elektrisch, beispielsweise durch einen Motor, oder manuell
durchgeführt. Erst nach einer Anzahl von Schieberbewegungen wird dann mit dem Zählen
(wieder) begonnen. Beim Schuss erfolgt die Bewegung des Schiebers durch den Gasdruck
nach hinten und anschließend durch Federkraft, wo sich die Messstelle befindet.
[0016] Bei Nichtnutzung des Schusszählers wird der Mikrocontroller in einen Energiesparmodus
gesetzt, sodass der Messstrom minimiert wird. Dies hat den Vorteil, dass die Batterielebensdauer
erhöht wird.
[0017] Im Ergebnis der Auswertung des Verschleißes anhand der tatsächlichen Schussanzahl,
d.h., der Anzahl des scharfen Schusses, kann festgestellt werden, dass das Waffenrohr
(nach einer vorgegebenen Schussanzahl) ausgewechselt etc. werden muss.
[0018] Anhand eines Ausführungsbeispiels mit Zeichnung soll die Erfindung näher erläutert
werden.
[0019] Als Einbauort für den Schusszähler 1 kann ein Platz am Zuführschieber 10 einer Waffe
12 vorgesehen werden. Einen möglichen Zuführschieber 10 zeigt Figur 1. Der Schusszähler
1 ist hierbei am Gegenstück 11 eines Schieberteils 13 des Zuführschiebers 10 eingebunden.
Mit 14 sind Kontaktfedern - wenigstens eine - gekennzeichnet, die mit einem vorzugsweise
als Schieberkontakt 15 ausgeführten Gegenkontakt funktional zusammen wirken. Das Schieberteil
13 wird mit Schussauslösung oder beim Beladen in Richtung Z bewegt. Der Schiebekontakt
15 verlässt die Kontaktfeder(n) 14 und geht nach jedem Schuss oder nach jedem Beladen
auch manuell gesteuert wieder in die Ausgansstellung zurück.
[0020] Ein die Wirkungsweise des erfindungsgemäßen Schusszählers 1 erläuterndes Flussdiagramm
ist in der Figur 2 aufgezeigt. Wenn die Impulsfolge innerhalb von beispielsweise 800
bis 1800 Schuss/min befindet - entspricht 75 ms bis 33 ms (vorgegebener Schießzyklus)
- wird der Zähler 1 um "1" erhöht, ein Schießen als solches, d.h., als "scharfer Schuss",
registriert. Beim Beladen beträgt der Zyklus mehr als 75 ms. Dieser wird nach einer
zeitlichen Auswertung dann nicht mit gezählt, der Zähler 1 nicht erhöht, da es nicht
zu einem Schuss im Sinne eines Waffenrohrdurchganges eines Geschosses oder Projektils
gekommen ist. Die Zeitdifferenz wird anhand der geöffneten Kontaktzeit zwischen den
Kontakten 13, 14 ermittelt. Die in der Regel waffentechnisch vorgegebenen Schusszyklen
sind ihrerseits im Mikrocontroller 2 hinterlegt.
[0021] Der Schusszähler 1 kann in einer besonderen Ausführung nach dem Aufmunitionieren
in den Stand-by gebracht und durch Öffnen des / der Kontakte 13, 14 aktiviert werden.
[0022] Die Anzeige der Schussanzahl kann in einer einfachen Ausführung analog in Form einer
Zahl etc. erfolgen. In einer bevorzugten Ausführung ist jedoch vorgesehen, dass der
Mikrocontroller 2 ein - möglicherweise auch zusätzliches - Signal generiert, dass
den Verschleißzustand anhand von Vergleichswerten etc. signalisiert. So kann die Anzeige
in Form beispielsweise einer Farbanzeige erfolgen. Dazu können die Vergleichswerte
etc. im Mikrocontroller 2 hinterlegt werden. Die Anzeige kann dabei zwischen grün
bis rot tendieren, wobei rot beispielsweise angezeigt wird beim Erreichen des Verschleißpunktes
für eine Inspektion, Wartung oder einen Austausch. Entsprechende andere Möglichkeiten
sind dem Fachmann ausreichend bekannt.
1. Vorrichtung zur Ermittlung des Verschleißes eines Rohres einer Waffe (12) mit einem
Schusszähler (1), welcher einen Mikrocontroller (2) umfasst, der eine Impulsfolge
der Schüsse auswertet, wobei, wenn ein Schuss sich in einem vorgegebenen Schusszyklus
befindet, ein scharfer Schuss erkannt und der Schusszähler (1) um "1" erhöht wird,
während beim Beladen und / oder Entladen der Waffe dieser vorgegebene Schusszyklus
überschritten wird, sodass dieser nicht mitgezählt und der Schusszähler (1) nicht
erhöht wird, und aus der als scharfer Schuss erkannten Schussanzahl im Schusszähler
(1) Rückschlüsse auf den Verschleiß des Rohres gezogen werden können.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der gezählte Schusszyklus beispielsweise zwischen 75 ms bis 33 ms beträgt und der
nicht gezählte Schusszyklus größer ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei Nichtbenutzung der Mikrocontroller (2) in den Sparmodus versetzt wird, sodass
der Messstrom ca. <1 % des aktiven Messstroms entspricht.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Waffe (12) mit einem beispielsweise potentialfreien Schieberkontakt (15) ausgerüstet
ist, der mit dem an der Waffe (12) angebrachten Schusszähler (1) über dessen Kontaktfedern
(14) elektrisch verbindbar ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Schusszähler (1) an einem Zuführschieber (10) der Waffe (12) eingebunden ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzeige der Schussanzahl analog erfolgt.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzeige digital erfolgt, wozu der Mikrocontroller (2) ein Signal generiert, dass
den Verschleißzustand des Rohres signalisiert.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass Vergleichswerte etc. im Mikrocontroller (2) hinterlegt sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass, die Anzeige in Form beispielswiese einer Farbanzeige erfolgt.
10. Verfahren zur Ermittlung des Verschleißes eines Rohres einer Waffe (12) mit einem
Schusszähler (1) umfassend einen Mikrocontroller (2), der eine Impulsfolge der Schüsse
auswertet, wobei, wenn ein Schuss sich in einem vorgegebenen Schusszyklus befindet,
ein scharfer Schuss erkannt und der Schusszähler (1) um "1" erhöht wird, während beim
Beladen und / oder Entladen der Waffe dieser vorgegebene Schusszyklus überschritten
wird, sodass dieser nicht mitgezählt und der Schusszähler (1) nicht erhöht wird, und
aus der als scharfer Schuss erkannten Schussanzahl im Schusszähler (1) Rückschlüsse
auf den Verschleiß des Rohres gezogen werden können.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Schusszähler (1) nach dem Aufmunitionieren in den Stand-by gebracht und durch
Öffnen des / der Kontakte (13, 14) aktiviert werden kann.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass für die Ermittlung der Zyklen eine Zeitdifferenz anhand der geöffneten Kontaktzeit
zwischen einem Kontakt (14) des Schusszählers (1) und einem Kontakt (15) an der Waffe
(12) ermittelt und ausgewertet wird.