[0001] Die Erfindung betrifft einen Schuh, insbesondere einen Berg-, Alpin- oder Wanderschuh,
bestehend aus einer Sohle, einem mit der Sohle verbundenem Oberteil, einem Schaft,
der sich an das Oberteil nach oben hin anschließt, und einer Schließvorrichtung, die
geeignet ist, den Schaft teilweise zu schließen.
[0002] Derartige Schuhe sind allgemein bekannt. Sie kommen überwiegend zum Einsatz, wenn
der Nutzer auf einem Untergrund laufen will, der unbefestigt und uneben ist. Der Schuh
soll dem Fuß des Nutzers festen Halt bieten und gleichermaßen eine notwendige Bewegungsfreiheit
für die natürliche Bewegung des Fußes beim Laufen gewährleisten. Ebenfalls soll der
Schuh gegen Verletzungen schützen, sowie eine entsprechende Haltbarkeit gegenüber
Abnutzung und Beschädigung aufweisen. Bei allen Erfordernissen soll jedoch auch eine
optimale Bequemlichkeit gewährleistet sein. Das Erfordernis der Bequemlichkeit erstreckt
sich sowohl auf die Handhabung des Schuhs beim An- und Ausziehen, als auch auf den
Tragekomfort während der Nutzung.
[0003] Bei dem Schuh kommt es darauf an, den Fuß des Trägers so aufzunehmen, dass dieser
einen ausreichend festen Halt im Schuh findet. Für den festen Halt des Fußes im Schuh
ist es wichtig, dass der Fuß des Trägers von dem Oberteil und dem Schaft so umschlossen
ist, dass der Schuh einen hinreichend engen Kontakt zum Fuß herstellt. Mit Hilfe der
Schnürung kann die Weite des Schafts in begrenztem Maße an den Fuß angepasst werden.
Eine Vorderkappe des Oberteils lässt den Zehen genügen Spielraum und schützt sie gleichermaßen.
Ein Ristbereich gibt dem Fuß überwiegend einen seitlichen Halt, und eine Hinterkappe
soll den Fersenbereich des Fußes zur Seite und nach hinten hin umschließen und entsprechenden
Halt geben. Üblicherweise erstreckt sich der Schaft über den Knöchel hinaus, um dem
Knöchel einen zusätzlichen Halt im Schuh zu bieten.
[0004] Ein wesentliches Problem bei üblichen Schuhen ist es einen Kompromiss zwischen dem
erforderlichen Halt des Fußes in dem Schuh und einer größtmöglichen Bequemlichkeit
herzustellen. Zur Lösung dieses Problems sind verschiedene Maßnahmen bekannt. Die
Wahl des Materials für einzelne Schuhkomponenten und deren Anordnung an den entsprechenden
Schuhbereichen hat eine wesentliche Bedeutung. Die Formgebung der einzelnen Schuhbereiche
ist ebenfalls dafür wichtig. Eine besondere Maßnahme mit Einfluss auf die Bequemlichkeit
und den Halt im Schuh besteht darin, nach dem Anziehen des Schuhs die Form einzelner
Schuhbereiche an den Fuß anzupassen. Hierfür wird häufig die Schließvorrichtung, beispielsweise
in Form einer Schnürung, mit entsprechenden Schließelementen benutzt.
[0005] Beispielsweise beschreibt die Druckschrift
FR 2 785 506 einen Schuh mit Tiefzugvorrichtungen, die an seitlichen Bereichen einer jeweiligen
Innen- und Außenseite des Schuhs in Bereichen der Hinterkappe angeordnet sind. Jeweils
eine Tiefzugöse ist mit einem Band verbunden, dessen erster Abschnitt an der Hinterkappe
befestigt ist. Ein zweiter Abschnitt ist zum Sohlenbereich geführt und dort an dem
Ristbereich befestigt.
[0006] Die Tiefzugösen sind durch eine Schnürung miteinander verbunden. Die Schnürung verläuft
über den Schaft des Schuhs im Bereich des Spanns und über den Ristbereich. Durch die
Schnürung wird eine Kraft auf den Ristbereich des Schuhs ausgeübt, die den Fuß mit
seiner Ferse in die Hinterkappe des Schuhs drückt. Durch die seitliche Befestigung
dieser bekannten Tiefzugvorrichtungen an der steifen Hinterkappe kann die Form des
Schuhs kaum verändert werden. Ungünstig ist dabei, dass die Haltekraft der Schnürung
zusammen mit den Tiefzugeinrichtungen die Form des Schuhs nur in einem Spann- und
Ristbereich an den Fuß anpasst. Dies kann in diesem Bereich zu einem lokalen Druck
auf den Fuß führen. Hingegen bleibt die Form des Schuhs in anderen Bereichen, besonders
im Knöchelbereich durch die bekannten Tiefzugvorrichtungen unverändert und wird nicht
an den Fuß angepasst.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schuh der eingangs genannten
Art zu schaffen, bei dem die vorgenannten Probleme nicht mehr auftreten. Der Schuh
soll dahingehend verbessert werden, dass bei einfacher Handhabung und einem guten
Komfort ein fester Halt des Fußes im Schuh gewährleistet ist.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale eines Schuhs
gelöst.
[0009] Eine bevorzugte Ausführungsform des Schuhs besteht aus einer Sohle, einem Oberteil,
einem Schaft, einer Schnürung und einem Fersenristzug-System. Der Schuh weist dabei
vorzugsweise jeweils eine im Wesentlichen zueinander symmetrische erste und zweite
Außenseite auf. Das Oberteil hat eine Vorderkappe, einen Ristbereich und eine Hinterkappe,
die jeweils mit der Sohle verbunden sind. Der Schaft ist oberhalb des Oberteils angeordnet
und mit ihm verbunden. Der Schaft weist vorzugsweise an den jeweiligen Außenseiten
entsprechende innere und äußere Knöchelbereiche und an seiner Vorderseite Schließelemente
auf. Die Schnürung als Schließvorrichtung ist geeignet, die Schließelemente des Schafts
miteinander zu verbinden.
[0010] Das Fersenristzug-System besteht aus einem ersten Fersenristzug, der an der ersten
Außenseite des Schuhs angeordnet ist, und einem zweiten Fersenristzug, der an der
zweiten Außenseite des Schuhs angeordnet ist. Der erste Fersenristzug und der zweite
Fersenristzug weisen jeweils ein erstes Band und ein zweites Band auf, die seitlich
an der entsprechenden Außenseite des Schuhs V-förmig zueinander angeordnet sind. Die
ersten Enden der ersten und zweiten Bänder bilden jeweils einen Verbindungsabschnitt,
wobei die beiden Verbindungsabschnitte mit der Schließvorrichtung verbindbar sind.
[0011] Die ersten Bänder sind an einem oberen Schaftabschnitt des Schafts und oberhalb der
Hinterkappe nach rückwärts um den Schaft geführt. Die zweiten Enden der ersten Bänder
sind im Bereich der Rückseite des Schafts miteinander verbunden. Die ersten Bänder
weisen jeweils einen Mittelabschnitt auf, der an einem entsprechenden ersten Befestigungsabschnitt
des oberen Schaftabschnitts an der jeweiligen Außenseite des Schuhs befestigt ist.
Die zweiten Bänder sind, vorzugsweise vor der Hinterkappe, in Richtung Sohle des Schuhs
geführt. Die zweiten Enden der zweiten Bänder sind an einem zweiten Befestigungsabschnitt
am Oberteil, vorzugsweise vor der Hinterkappe, befestigt.
[0012] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung nach Anspruch 1 sind
den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0013] Nach einer ersten erfindungsgemäßen Weiterbildung sind die ersten Bänder als Fersenband
ausgebildet. Zudem können die zweiten Bänder als Ristbänder ausgebildet sein. Dabei
umschließen die ersten und zweiten Bänder in vorteilhafter Weise den Schuh im Knöchel-
und Fersenbereich um derart zusätzlichen Halt für den Fuß zu erzeugen.
[0014] In vorteilhafter Weise sind die ersten Bänder in einer ersten Ausführungsform lose
um die Rückseite des oberen Schaftabschnitts des Schafts geführt.
[0015] In einer weiteren Ausführungsform sind die ersten Bänder mit der Rückseite des oberen
Schaftabschnitts des Schafts fest verbunden.
[0016] Dabei ist das jeweilige erste Band in seinem Verlauf im Wesentlichen horizontal ausgerichtet.
Das jeweilige zweite Band kann in seinem Verlauf im Wesentliche vertikal ausgerichtet
sein, wobei auch eine andere Ausrichtung des jeweiligen zweiten Bands, beispielsweise
ein schräge Ausrichtung, denkbar ist. Diese erfindungsgemäße Anordnung sichert eine
überwiegende Umschließung des Knöchel- und Fersenbereichs durch die ersten und zweiten
Bänder.
[0017] Vorteilhafterweise ist die Schließeinrichtung als eine mindestens ein Schnürband
aufweisende Schnürung ausgebildet. Die Schließelemente sind dabei vorzugweise aus
Schlaufen, Ösen oder Haken gebildet, durch welche das Schnürband der Schnürung geführt
ist. Mittels der Schnürung in Verbindung mit dem erfindungsgemäßen Fersenristzug-
System lässt sich eine individuelle Anpassung des Schuhs an den Fuß des Verwenders
realisieren. Denkbar ist jedoch auch, die Schließvorrichtung in Kombination mit den
Schließelementen in einer anderen Art und Weise auszugestalten, beispielsweise als
Klettverschluss oder unter Verwendung von Schnallen. Denkbar sind darüber hinaus auch
alle anderen Arten von für Schuhe tauglichen Schließvorrichtungen, die mit dem erfindungsgemäßen
Fersenristzug- System kombinierbar sind.
[0018] Dabei weist der Verbindungsabschnitt des ersten und zweiten Fersenristzugs zur Verbindung
mit der Schließvorrichtung vorzugsweise einen Tiefzughaken auf. Unter Tiefzughaken
ist dabei im Sinne der Erfindung insbesondere ein vorzugsweise aus Metall oder Kunststoff
gebildeter Haken zu verstehen, der mit dem Verbindungsabschnitt fest verbunden ist,
und durch welchen eine Schlaufe der Schnürung führbar ist um eine formschlüssige Wirkverbindung
zwischen Schnürung und Tiefzughaken herzustellen. Statt einem Haken kann ebenfalls
eine Schlaufe, eine Öse, ein Band, ein Klettverschluss oder dergleichen vorgesehen
sein. In jedem Fall jedoch ist unter dem Begriff Tiefzughaken auch jede andere konstruktive
Lösung zu fassen, welche eine insbesondere formschlüssige Wirkverbindung zwischen
dem Verbindungsabschnitt der ersten Bänder und der Schließvorrichtung ermöglicht.
[0019] Nach einer erfindungsgemäßen Weiterbildung sind die zweiten Bänder bis zur Sohle
geführt. Die zweiten Befestigungsabschnitte sind dabei an dem Oberteil in einem Bereich
nahe der Sohle angeordnet. Dadurch erfolgt eine Krafteinlenkung in das Oberteil nahe
der Sohle, welches einen besonders stabilen und wenig flexiblen Bereich des Schuhs
darstellt. Alternativ ist denkbar, dass die zweiten Bänder bis zur Sohle geführt sind
und ein weiterer dritter Befestigungsabschnitt in einem Bereich nahe der Sohle angeordnet
ist. Dabei weist bei beiden alternativen Ausführungsformen der Schuh eine vordere
Laufsohle und einen Absatz auf, wobei der Bereich nahe der Sohle für die Anordnung
des zweiten oder dritten Befestigungsabschnitts zwischen Laufsohle und Absatz angeordnet
ist.
[0020] Die Rückseite des Schafts oberhalb der Hinterkappe ist vorzugsweise flexibel ausgeführt.
Dadurch wird ein weitgehend natürliches Abrollverhalten des Schuhs ohne Erzeugung
von Druckstellen durch den Schaft unterstützt. Nach einer Weiterbildung ist der obere
Schaftabschnitt zwischen dem ersten Befestigungsabschnitt und dem zweiten Befestigungsabschnitt
ebenfalls bzw. alternativ flexibel auszuführen. Durch beide Maßnahmen wird jeweils
ein weitgehend natürliches Abrollverhalten des Schuhs ohne Erzeugung von Druckstellen
durch den Schaft bei gleichzeitiger gewünschter Stabilität des Schuhs gewährleistet.
[0021] Es wird weiterhin erfindungsgemäß vorgeschlagen, den Schaft und das Oberteil an den
jeweiligen ersten und zweiten Befestigungsabschnitten flexibler als in dem Bereich
des oberen Schaftabschnitts zwischen den ersten und zweiten Befestigungsabschnitten
auszuführen. Dadurch wird eine Bewegung des Oberteils während der Nutzung des Schuhs
im Bereich zwischen den ersten und zweiten Befestigungsabschnitten erleichtert, wohingegen
eine Bewegung an den ersten und zweiten Befestigungsabschnitten erschwert ist. Somit
wird eine spezifische erfindungsgemäße Verteilung von flexiblen und weniger flexiblen
Zonen im Oberteil des Schuhs erzielt, was zum einen die natürliche Bewegung des Fußes
bei gleichzeitiger notwendiger Stabilität gewährleistet, und zum anderen einen sicheren
Halt des Fußes durch individuelle Anpassungsmöglichkeiten des Oberteils in bestimmten
vordefinierten Zonen des Oberteils und Schafts sicherstellt.
[0022] Dabei wird als weiterhin vorteilhaft vorgeschlagen, dass das erste und das zweite
Band des jeweiligen Fersenristzugs derart angeordnet sind, dass sie zusammen einen
überwiegenden Teil einer in der Hinterkappe ruhenden Ferse eines Fußes umschließen.
Es wird damit ein sicherer Halt der Ferse im Schuh gewährleistet und eine Bewegung
der Ferse im Schuh und damit einhergehende Scheuerstellen während der Nutzung des
Schuhs wirksam unterbunden.
[0023] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Fersenristzug- Systems in Kombination
mit der Schließvorrichtung wird eine optimale Anpassung des damit ausgerüsteten Schuhs
an den Fuß des Nutzers realisiert. Insbesondere wird damit ein sichrer Halt der Ferse
im Schuh sichergestellt, wodurch Scheuerstellen und damit zusammenhängende Verletzungen
des Fußes wirksam unterbunden werden. Insgesamt wird ein sicherer und stabiler Halt
des Fußes im Schuh bei gleichzeitiger maximaler Flexibilität des Schuhs im Hinblick
auf einen natürlichen Bewegungsablauf erzielt.
[0024] Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in den Figuren dargestellten bevorzugten
Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erste Seitenansicht des Schuhs;
- Fig. 2
- eine zweite Seitenansicht des Schuhs; und
- Fig. 3
- das erfindungsgemäße Fersenristzug- System.
[0025] In Fig. 1 ist ein Schuh 1 in einer ersten Seitenansicht dargestellt, wohingegen Fig.
2 eine zweite Seite des Schuhs 1 zeigt.
[0026] Der Schuh 1 hat eine erste Außenseite 2 und eine zweite Außenseite 3. Beide Außenseiten
2, 3 des Schuhs sind im Wesentlichen in Bezug zu einer senkrechten und in Längsrichtung
L des Schuhs 1 verlaufenden Mittelebene E (nicht gezeigt) zueinander symmetrisch und
weisen jeweils die gleichen Merkmale auf. Insofern kann die nachfolgende Beschreibung
der ersten Außenseite 2 unmittelbar auf die zweite Außenseite 3 des Schuhs 1 angewandt
werden.
[0027] Der Schuh 1 besteht aus einer Sohle 4, einem Oberteil 5, einem Schaft 6, einer Schnürung
7 und einem Fersenristzug-System 8. Die Sohle 4 kann einteilig ausgebildet sein und
ist an ihrer Unterseite mit einer Profilierung 41 versehen. Die Profilierung weist
Stollen 42 auf, die mit einem nachgiebigen Untergrund in Eingriff kommen können. Die
Sohle 4 ist aus einem flexiblen Material, so dass sie besonders in einem Zehenbereich
43 biegsam ist, um sich einer Abrollbewegung des Fußes beim Laufen anzupassen. Der
Fersenbereich 44 der Sohle 4 weist einen Absatz 45 auf, der eine größere Dicke aufweist
als die der Sohle 4. Der Absatz 45 hat an seiner Unterseite einen Profilabschnitt
46 mit Stollen 42. Der Absatz 45 kann einen mehrlagigen Aufbau aufweisen. Eine Zwischenlage
47 kann aus einem besonders elastischen Material ausgeführt sein, um Stöße beim Laufen
abzufedern.
[0028] Das Oberteil 5 beinhaltet eine Vorderkappe 10, einen Ristbereich 9 mit einem ersten
Ristbereich 11 an der ersten Außenseite 2 und einen zweiten Ristbereich 12 an der
zweiten Außenseite 3, und eine Hinterkappe 13.
[0029] Das Oberteil 5 ist mit der Sohle 4 verbunden. Die Verbindung von Sohle 4 und Oberteil
erfolgt durch eine Nahtverbindung. Es ist aber auch eine Klebeverbindung oder eine
Vulkanisierungsverbindung möglich, oder auch eine Kombination von derartigen Verbindungen.
Die Vorderkappe 10 formt einen Aufnahmebereich für die Zehen. Die Vorderkappe 10 ist
aus einem überwiegend festen und starren Material gefertigt, um einen Schutz der Zehen
vor äußeren Einwirkungen zu bilden. An die Vorderkappe 10 schließt sich in Längsrichtung
des Schuhs 1 nach hinten an jeder Außenseite 2, 3 des Schuhs 1 jeweils der erste und
zweite Ristbereich 11, 12 an. Die Ristbereiche 11, 12 sind mit der Vorderkappe 10
verbunden. Sie können aber auch einteilig zusammen mit der Vorderkappe 10, und auch
zusammen mit der Hinterkappe 13 gefertigt sein. Die Ristbereiche 11, 12 sind ebenfalls
aus einem überwiegend festen und starren Material gefertigt, um dem Fuß in diesen
Bereichen einen festen seitlichen Halt zu geben und ihn gegen äußere Einflüsse zu
schützen.
[0030] Die Hinterkappe 13 bildet den rückwärtigen Abschluss des Oberteils 5 des Schuhs 1
und nimmt die Ferse des Fußes auf. Die Hinterkappe 13 ist ebenfalls aus einem festen
und starren Material gefertigt. Die Hinterkappe 13 ist um das hintere Ende des Schuhs
1 herum geführt und mit den Ristbereichen 11, 12 verbunden bzw. einteilig zusammen
mit ihnen gefertigt. Die Hinterkappe 13 umschließt kappenförmig die Ferse des Fußes
und wird von zwei in Längsrichtung nach hinten sich verbreiternde Kappenabschnitten
49 gebildet ist. Die Kappenabschnitte 49 erstrecken sich an der jeweiligen Außenseite
2, 3 des Schuhs 1 an den Ristbereichen 11, 12 beginnend bis zu einer Schuhmitte 48
an der Rückseite des Schuhs 1. Durch die Hinterkappe 13 wird die Ferse gegen einen
seitlichen Versatz im Schuh gehalten. Die Hinterkappe 13 wird von einem oberen Rand
40 des Oberteils 5 begrenzt. Die Hinterkappe hat insgesamt eine becherförmige Form.
Dadurch wird die Wölbung der Ferse teilweise seitlich und nach oben umschlossen, wodurch
eine Bewegung der Ferse (Fersenschlupf) im Schuh 1 begrenzt und erschwert wird.
[0031] Der Schaft 6 schließt sich nach oben hin an das Oberteil 5 an und ist mit dem Oberteil
5 an dessen oberem Rand 40 verbunden. Der Schaft 6 umschließt das Sprunggelenk und
den Knöchel des Fußes. Der Schaft 6 hat an seiner Vorderseite 63 zur Vorderkappe 10
hin eine Öffnung 68, die an ihren Rändern 69a, b von jeweils einer parallel zur Mittelebene
E (nicht gezeigt) verlaufenden Schnürleiste 16, 17 begrenzt ist. Die Schnürleisten
16, 17 weisen Schnürelemente bzw. Schließelemente 18 auf, die jeweils an den Schnürleisten
16, 17 befestigt sind oder in sie eingesetzt sind.
[0032] Der Schaft 6 beinhaltet einen unteren Schaftabschnitt 64, der mit dem Rand 40 des
Oberteils 5 verbunden ist, und einem oberen Schaftabschnitt 65, der einen ersten Knöchelbereich
61 auf der ersten Außenseite 2, einen zweiten Knöchelbereich 62 an der zweiten Außenseite
3 und einen Schaftabschluss 60 beinhaltet. Der erste und zweite Knöchelbereich 61,
62 des oberen Schaftabschnitts 65 nimmt den Knöchel des Fußes auf. Der Schaft 6 erstreckt
sich nach oben hin über den Knöchel hinaus bis zu dem Schaftabschluss 60 oberhalb
des Knöchels. Der untere Schaftabschnitt 64 und der obere Schaftabschnitt 65 sind
aus unterschiedlichen Materialien gefertigt, wobei der untere Schaftabschnitt 64 aus
einem festeren Material besteht als der obere Schaftabschnitt 65. Der obere Schaftabschnitt
65 ist aus einem weichen und/ oder flexiblen Material gefertigt, und kann in vorteilhafter
Ausbildung im Abschnitt der Knöchels und der Fersensehne oberhalb der Ferse mit zusätzlichen
Polstern 67 versehen sein. Der untere Schaftabschnitt 64 ist mit dem oberen Schaftabschnitt
65 teilweise überlappend verbunden. Die Verbindung ist als Nahtverbindung, Klebeverbindung
oder Vulkanisierungsverbindung ausgeführt. Es sind aber auch andere geeignete Verbindungen
oder Kombinationen von Verbindungen einsetzbar.
[0033] Der untere Schaftabschnitt 64 umschließt den Fuß hin im Wesentlichen unterhalb des
Knöchelbereichs 61. Der untere Schaftabschnitt 64 beinhaltet ein erstes Stützteil
641, das an der ersten Außenseite 2 des Schuhs 1 angeordnet ist und sich nach oben
in einen Bereich des oberen Schaftabschnitts 65 erstreckt. Das erste Stützteil 641
ist dabei halbmondförmig um den ersten Knöchelbereich 61 des oberen Schaftabschnitts
65 herum angeordnet. Das erste Stützteil 641 ist mit dem oberen Schaftabschnitt 65
verbunden.
[0034] Der untere Schaftabschnitt 64 beinhaltet weiterhin ein zweites Stützteil 642, das
an der zweiten Außenseite 3 des Schuhs 1 angeordnet ist und sich nach oben in einen
Bereich des oberen Schaftabschnitts 65 erstreckt. Das zweite Stützteil 642 ist dabei
halbmondförmig um den zweiten Knöchelbereich 62 des oben Schaftabschnitts 65 herum
angeordnet. Das zweite Stützteil 642 ist mit dem oberen Schaftabschnitt 65 verbunden.
[0035] Die ersten und zweiten Stützteile 641, 642 des unteren Schaftabschnitts 64, die sich
in Bereiche des oberen Schaftabschnitts 65 hinein erstrecken, sind jedoch nicht in
Bereichen des Knöchels und der Fersensehne angeordnet. Die Bereiche des Knöchels und
der Fersensehne werden überwiegend von dem oberen Schaftabschnitt 65 bedeckt. Dadurch
werden der Knöchel und die Fersensehne überwiegend durch den oberen Schaftabschnitt
65 aufgenommen, der aus einem verhältnismäßig weichen und flexiblen Material gefertigt
ist. Somit sind die Beweglichkeit und die Bequemlichkeit in diesen Bereichen des oberen
Schaftabschnitts 65 besonders ausgeprägt, und die flexiblen Bereiche wirken besonders
vorteilhaft mit dem erfindungsgemäßen Fersenristzug-System 8 zusammen, wie später
beschrieben wird.
[0036] Die Schnürelemente 18 können als Haken, Schlaufen oder Ösen ausgebildet sein, die
geeignet sind, eine Schnürung 7 aufzunehmen und die Schnürelemente 18 mit der Schnürung
7 zu verbinden.
[0037] Die Schnürung 7 besteht aus einem Schnürsenkel oder Schnürband aus einem beweglichen
und zugfesten Material, und ist geeignet, die Schnürelemente 18 der Schnürleisten
16, 17 miteinander zu verbinden. Für die Verbindung der Schnürelemente 18 wird die
Schnürung 7 zumeist wechselweise durch jeweils ein Schnürelement 18 hindurch geführt,
und jeweilige Enden 71 der Schnürung 7 unter Zug miteinander verbunden. Es ist aber
auch jede andere Art der Führung der Schnürung 7 denkbar, um die Schnürleisten 16,
17 zueinander zu ziehen und die Öffnung 68 des Schafts 6 veränderbar zu schließen.
[0038] Das in den Fig. 1 bis 3 gezeigte Fersenristzug-System 8 besteht aus einem ersten
Fersenristzug 200, der an der ersten Außenseite 2 des Schuhs 1 angeordnet ist, und
einem zweiten Fersenristzug 300, der an der zweiten Außenseite 3 des Schuhs 1 angeordnet
ist.
[0039] Der erste Fersenristzug 200 enthält ein erstes Band 210 und ein zweites Band 220,
die V-förmig zueinander angeordnet sind. Ein erstes Ende 211 des ersten Bands 210
und ein erstes Ende 221 des zweiten Bands 220 bilden an der Spitze der V-förmigen
Anordnung einen ersten inneren Verbindungsabschnitt 260, der seitlich an der entsprechenden
Außenseite 2 des Schuhs 1 angeordnet ist. Das erste Ende 211 des ersten Bands 210
und das erste Ende 221 des zweiten Bands 220 können in einer besonderen Ausbildung
miteinander verbunden sein. Das erste Band 210 und das zweite Band 220 können auch
einteilig gebildet sein und den ersten Verbindungsabschnitt 260 an der Spitze der
V-förmigen Anordnung bilden. Das erste Band 210 und das zweite Band 220 sind aus einem
biegsamen, jedoch wenig elastischen Material gefertigt. Beispielsweise können das
erste Band 210 und das zweite Band 220 aus einem Kunststoff gefertigt sein, und mit
einem nicht elastischen und somit zugfesten Gewebeband hinterlegt sein.
[0040] Die V-förmige Anordnung des ersten Bands 210 und des zweiten Bands 220 des ersten
Fersenristzugs 200 kann so gewählt werden, dass das erste Band 210 oberhalb des Knöchels
über den ersten Knöchelbereich 61 des oberen Schaftabschnitts 65 geführt wird, und
das zweite Band 220 vor dem ersten Knöchelbereich 61 des oberen Schaftabschnitts 65
geführt wird. Dabei ist das erste Band 210 im Wesentlichen horizontal ausgerichtet,
und das zweite Band 220 kann vertikal ausgerichtet sein. Denkbar ist aber auch, dass
die V-förmige Anordnung des ersten Bands 210 und des zweite Bands 220 so gewählt wird,
dass sich ein im Wesentlichen spitzer Winkel zwischen dem ersten Band 210 und dem
zweiten Band 220 ergibt. In anderen Worten, Teile des erste Bands 210 und das zweite
Bands 220 begrenzen einen vorderen Bereich des Knöchelbereichs 61 des oberen Schaftabschnitts
65, so dass der Knöchel von Teilen des ersten Bands 210 und des zweiten Bands 220
teilweise umfasst wird. Dadurch wird der Knöchel in einem vorderen Bereich des Knöchelbereichs
61 von Teilen ersten Fersenristzugs 200 umfasst ist, die aus einem festeren Material
bestehen, das fester ist als das Material des oberen Schaftabschnitts 65 in dem Knöchelbereich
61. Ein weiterer Teil des Knöchels wird in einem hinteren Bereich des Knöchelbereichs
61 an der ersten und zweiten Außenseite 2, 3 von jeweils den sich nach oben erstreckenden
Stützteilen 641, 642 des unteren Schaftabschnitts 64 begrenzt, so dass der hintere
Bereich des Knöchels von dem Teil des unteren Schaftabschnitts 64 umfasst ist, das
aus einem festen Material besteht, das fester ist als das Material des oberen Schaftabschnitts
65 in dem Knöchelbereich 61.
[0041] Der zweite Fersenristzug 300 enthält ein erstes Band 310 und ein zweites Band 320,
die V-förmig zueinander angeordnet sind. Ein erstes Ende 311 des ersten Bands 310
und ein erstes Ende 321 des zweiten Bands 320 bilden an der Spitze der V-förmigen
Anordnung einen zweiten Verbindungsabschnitt 360. Das erste Ende 311 des ersten Bands
310 und das erste Ende 321des zweiten Bands 320 können auch in einer besonderen Ausformung
miteinander verbunden sein. Das erste Band 310 und das zweite Band 320 können auch
einteilig ausgeformt sein und den zweiten Verbindungsabschnitt 360 an der Spitze einer
V-förmigen Ausformung bilden. Das erste Band 310 und das zweite Band 320 sind aus
einem biegsamen, jedoch wenig elastischen Material gefertigt. Beispielsweise können
das erste Band 310 und das zweite Band 320 aus einem Kunststoff gefertigt sein, und
mit einem nicht elastischen aber zugfesten Gewebeband hinterlegt sein. Der zweite
Verbindungsabschnitt 360 ist an einem Seitenbereich der zweiten Außenseite 3 des Schuhs
1 angeordnet.
[0042] Der erste Verbindungsabschnitt 260 des ersten Fersenristzugs 200 ist mit der Schnürung
7 verbunden. Der zweite Verbindungsabschnitt 360 des zweiten Fersenristzugs 300 ist
ebenfalls mit der Schnürung 7 verbunden. Die ersten und zweiten Verbindungsabschnitte
260 und 360 weisen jeweils ein Verbindungselement 270, 370 auf, das geeignet ist,
die Schnürung 7 aufzunehmen und mit dem jeweiligen Verbindungselement 270, 370 verbunden
zu sein, um eine Verbindung zwischen den jeweiligen Verbindungsabschnitten 260, 360
und der Schnürung 7 herzustellen. Die Verbindungselemente 270, 370 sind als Schlaufen
ausgeführt, in denen die Schnürung geführt ist, können jedoch auch als Haken oder
Ösen ausgebildet sein. Das jeweilige Verbindungselement 270, 370 kann auch als Tiefzughaken
ausgeführt sein.
[0043] Die V-förmige Anordnung des ersten Bands 310 und des zweiten Bands 320 des zweiten
Fersenristzugs 300 kann so gewählt werden, dass das erste Band 310 oberhalb des Knöchels
über den zweiten Knöchelbereich 62 des oberen Schaftabschnitts 65 geführt wird, und
das zweite Band 320 vor dem zweiten Knöchelbereich 62 des oberen Schaftabschnitts
65 geführt wird. In vorteilhafter Weise kann das erste Band 310 im Wesentlichen horizontal
ausgerichtet, und das zweite Band 320 kann im Wesentlichen vertikal ausgerichtet.
Es ist aber auch denkbar, dass die V-förmige Anordnung des ersten Bands 310 und des
zweite Bands 320 so gewählt wird, dass sich ein im Wesentlichen spitzer Winkel zwischen
dem ersten Band 310 und dem zweiten Band 320 ergibt. In anderen Worten, Teile des
ersten Bands 310 und des zweiten Bands 320 begrenzen einen vorderen Bereich des zweiten
Knöchelbereichs 62 des oberen Schaftabschnitts 65, so dass der Knöchel von diesen
Teilen des ersten Bands 310 und des zweiten Bands 320 teilweise umfasst wird. Dadurch
wird der Knöchel in dem vorderen zweiten Knöchelbereich 62 an der zweiten Außenseite
3 von Teilen des zweiten Fersenristzugs 300 umfasst, die aus einem festen Material
bestehen, das fester ist als das Material des oberen Schaftabschnitts 65 in dem zweiten
Knöchelbereich 62. Ein weiterer Teil des zweiten Knöchelbereichs 62 wird in einem
hinteren Bereich von dem nach sich nach oben erstreckenden Stützteil 642 des unteren
Schaftabschnitts 64 begrenzt, so dass der Knöchel in dem hinteren Bereich des zweiten
Knöchelbereich 62 von dem zweiten Stützteil 642 des unteren Schaftabschnitts 64 umfasst
ist, das aus dem festen Material besteht, das fester ist als das Material des oberen
Schaftabschnitts 65 in dem zweiten Knöchelbereich 62.
[0044] Das erste Band 210 des ersten Fersenristzugs 200 ist in einem Bereich des oberen
Schaftabschnitts 65 des Schafts 6 oberhalb des unteren Schaftabschnitts 64 und oberhalb
der Hinterkappe 13 um die Rückseite des Schafts 6 geführt. Das erste Band 310 des
zweiten Fersenristzugs 300 ist ebenfalls in einem Bereich des oberen Schaftabschnitts
65 des Schafts 6 oberhalb des unteren Schaftabschnitts 64 und oberhalb der Hinterkappe
13 um die Rückseite des Schafts 6 geführt. Die zweiten Enden 212, 312 der ersten Bänder
210, 310 der Fersenristzüge 200, 300 sind im Bereich der Rückseite des Schuhs 1 miteinander
verbunden. Dadurch bilden die ersten Bänder 210 und 310 ein Fersenband, das über dem
relativ weichen und flexiblen Teil des oberen Schaftabschnitts 65 oberhalb der Hinterkappe
13 angeordnet und relativ zueinander beweglich ist.
[0045] In einer alternativen Ausführung ist das jeweilige erste Band 210 und 310 oberhalb
der Hinterkappe 13 mit der Rückseite des oberen Schaftabschnitts 65 fest verbunden.
[0046] Die Teile der um die Rückseite des oberen Schaftabschnitts 65 geführten jeweiligen
ersten Bänder 210, 310 bilden zusammen einen Stützabschnitt 215 für den rückwärtigen
Teil des Fußes oberhalb der Ferse. Dieser Stützabschnitt 215 ist geeignet, den hinteren
Bereich des oberen Schaftabschnitts 65 in Längsrichtung des Schuhs 1 nach vorne zu
verformen, wenn eine Zugkraft durch die Schnürung 7 auf die jeweiligen ersten Bänder
210, 310 des ersten und zweiten Fersenristzugs 200, 300 aufgebracht wird. Durch diese
Verformung des oberen Schaftabschnitts 65 wird eine sichere Anlage des oberen Schaftabschnitts
65 an den Bereich des Fußes oberhalb der Ferse erreicht. Dadurch wird beim Laufen
eine Bewegung der Ferse nach innerhalb der Hinterkappe 13 oben in vorteilhafter Weise
eingeschränkt.
[0047] Das erste Band 210 des ersten Fersenristzugs 200 weist einen ersten Mittelabschnitt
280 auf. Der erste Mittelabschnitt 280 ist an einem ersten oberen Befestigungsabschnitt
510 des Schafts 6 in einem Seitenbereich an der ersten Außenseite 2 des Schuhs 1 oberhalb
der Hinterkappe 13 befestigt. Der erste obere Befestigungsabschnitt 510 ist an dem
Stützteil 641 des unteren Schaftabschnitts 64 gebildet, der sich in den oberen Schaftabschnitt
65 hinein und oberhalb des ersten Knöchelbereichs 61 erstreckt. Der erste obere Befestigungsabschnitt
510 besteht aus dem festen Material des unteren Schaftabschnitts 64, das fester und
starrer ist als das Material des oberen Schaftabschnitts 65.
[0048] Das zweite Band 220 des ersten Fersenristzugs 200 ist an der ersten Außenseite 2
des Schuhs 1 vor der Hinterkappe 13 in Richtung Sohle 4 geführt. Das zweite Band 220
ist im Wesentlichen lose geführt und liegt in engem Kontakt auf der äußeren Oberfläche
des oberen Schaftabschnitts 65 an. In vorteilhafter Weise ist das zweite Band 220
im Wesentlichen vertikal ausgerichtet. Ein zweites Ende 222 des zweiten Bands 220
ist an einem zweiten Befestigungsabschnitt 520 des Oberteils 5 befestigt, der an der
ersten Außenseite 2 des Schuhs 1 vor der Hinterkappe 13 gebildet ist. Der zweite Befestigungsabschnitt
520 befindet sich in einem Bereich des Schuhs 1 der den Rist des Fußes aufnimmt. Das
zweite Band 220 ist ein Ristband, und ist geeignet, die erste Außenseite 2 des Schuhs
1 im ersten Ristbereich 11 nach innen zu verformen, wenn durch die Schnürung 7 eine
Zugkraft auf das zweite Band 220 des ersten Fersenristzugs 200 aufgebracht wird. Durch
diese Verformung des ersten Ristbereichs 11 wird der erste Ristbereich 11 des Oberteils
5 an den Rist des Fußes angelegt. Dadurch wird beim Laufen eine seitliche Bewegung
des Fußes in vorteilhafter Weise eingeschränkt.
[0049] In einer vorteilhaften (nicht gezeigten) alternativen Ausbildungsform des Erfindungsgegenstandes
ist das zweite Band 220 bis zur Sohle 4 geführt, und an einem dritten Befestigungsabschnitt
530 der ersten Außenseite 2 des Schuhs 1 befestigt, der nahe der Sohle 4 an dem Oberteil
5 angeordnet ist. Als weitere vorteilhafte Weiterbildung (nicht gezeigt) ist das zweite
Band 220 sowohl an dem zweiten Befestigungsabschnitt 520 des Oberteils 5 an der ersten
Außenseite 2 vor der Hinterkappe 13 befestigt, und zusätzlich an einem dritten Befestigungsabschnitt
530 der ersten Außenseite 2 nahe der Sohle 4 an dem Oberteil 5 befestigt.
[0050] Die Befestigung des ersten und zweiten Bands 210, 220 an den jeweiligen ersten, zweiten
und dritten Befestigungsabschnitten 510, 520 und 530 der ersten Außenseite 2 erfolgt
durch Nähverbindungen, oder durch andere Befestigungsarten, die für eine feste Verbindung
zur Übertragung von Kräften geeignet sind.
[0051] Das erste Band 310 des zweiten Fersenristzugs 300 weist einen zweiten Mittelabschnitt
380 auf. Der zweite Mittelabschnitt 380 ist an einem zweiten oberen Befestigungsabschnitt
610 des Schafts 6 in einem Seitenbereich an der zweiten Außenseite 3 des Schuhs 1
oberhalb der Hinterkappe 13 befestigt. Der zweite obere Befestigungsabschnitt 610
ist an dem Stützteil 642 des unteren Schaftabschnitts 64 gebildet, das sich in den
oberen Schaftabschnitt 65 hinein und oberhalb des zweiten Knöchelbereichs 62 erstreckt.
Der zweite obere Befestigungsabschnitt 610 besteht somit aus dem festen Material des
unteren Schaftabschnitts 64, das fester und starrer ist als das Material des oberen
Schaftabschnitts 65.
[0052] Das zweite Band 320 des zweiten Fersenristzugs 300 ist an der zweiten Außenseite
3 des Schuhs 1 vor der Hinterkappe 13 in Richtung Sohle 4 geführt. Das zweite Band
320 ist im Wesentlichen lose geführt und liegt in engem Kontakt auf der äußeren Oberfläche
des oberen Schaftabschnitts 65. In vorteilhafter Weise ist das zweite Band 320 im
Wesentlichen vertikal ausgerichtet. Ein zweites Ende 322 des zweiten Bands 320 ist
an einem zweiten Befestigungsabschnitt 620 befestigt, der an der zweiten Außenseite
3 des Schuhs 1 an dem Oberteil 5 vor der Hinterkappe 13 gebildet ist. Der zweite Befestigungsabschnitt
620 befindet sich in einem Bereich des Schuhs 1 der den Rist des Fußes aufnimmt. Das
zweite Band 320 ist ein Ristband, und ist geeignet, die zweite Außenseite 3 des Schuhs
1 im zweiten Ristbereich 12 nach innen zu verformen, wenn durch die Schnürung 7 eine
Zugkraft auf das zweite Band 320 des zweiten Fersenristzugs 300 aufgebracht wird.
Durch diese Verformung des Schuhs 1 wird der zweite Ristbereich 12 des Oberteils 5
an den Rist des Fußes angelegt. Dadurch wird beim Laufen eine seitliche Bewegung des
Fußes in vorteilhafter Weise eingeschränkt.
[0053] In einer vorteilhaften (nicht gezeigten) Weiterbildung ist das zweite Band 320 bis
zur Sohle 4 geführt, und an einem dritten Befestigungsabschnitt 630 befestigt, der
an der zweiten Außenseite 3 des Schuhs 1 nahe der Sohle 4 an dem Oberteil 5 gebildet
ist. Als weitere (nicht gezeigte) vorteilhafte Weiterbildung ist das zweite Band 320
sowohl an dem zweiten Befestigungsabschnitt 620 an dem Oberteil 5 vor der Hinterkappe
13 befestigt, und zusätzlich an dem dritten Befestigungsabschnitt 630 der zweiten
Außenseite 3 des Schuhs 1 nahe der Sohle 4 an dem Oberteil 5 befestigt.
[0054] Die Befestigung des ersten und zweiten Bands 310, 320 an den jeweiligen ersten, zweiten
und dritten Befestigungsabschnitten 610, 620 und 630 der zweiten Außenseite 3 erfolgt
durch Nähverbindungen, oder durch andere Befestigungsarten, die für eine feste Verbindung
zur Übertragung von Kräften geeignet sind.
Bezugszeichen
[0055]
- 1 -
- Schuh
- 2 -
- Erste Außenseite
- 3 -
- Zweite Außenseite
- 4 -
- Sohle
- 5 -
- Oberteil
- 6 -
- Schaft
- 7 -
- Schnürung
- 8 -
- Fersenrist-Zugsystem
- 9 -
- Ristbereich
- 10 -
- Vorderkappe
- 11 -
- Erster Ristbereich
- 12 -
- Zweiter Ristbereich
- 13 -
- Hinterkappe
- 16 -
- Schnürleiste
- 17 -
- Schnürleiste
- 18 -
- Schnürelement
- 40 -
- Oberer Rand
- 41 -
- Profil
- 42 -
- Stollen
- 43 -
- Zehenbereich
- 44 -
- Fersenbereich
- 45 -
- Absatz
- 46 -
- Profilabschnitt
- 47 -
- Zwischenlage
- 48 -
- Schuhmitte
- 49 -
- Kappenabschnitt
- 60 -
- Schaftabschluss
- 61 -
- Erster Knöchelbereich
- 62 -
- Zweiter Knöchelbereich
- 63 -
- Vorderseite
- 64 -
- Unterer Schaftabschnitt
- 65 -
- Oberer Schaftabschnitt
- 67 -
- Polster
- 68 -
- Öffnung
- 69 -
- Rand
- 71 -
- Enden
- 200 -
- Erster Fersenristzug
- 210 -
- Erstes Band
- 211 -
- Erstes Ende des ersten Bands
- 212 -
- Zweites Ende des ersten Bands
- 220 -
- Zweites Band
- 215 -
- Stützabschnitt
- 221 -
- Erstes Ende des zweiten Bands
- 222 -
- Zweites Ende des zweiten Bands
- 260 -
- Innerer Verbindungsabschnitt
- 270 -
- Erstes Verbindungselement
- 280 -
- Erster Mittelabschnitt
- 300 -
- Zweiter Fersenristzug
- 310 -
- Erstes Band
- 311 -
- Erstes Ende des ersten Bands
- 312 -
- Zweites Ende des ersten Bands
- 320 -
- Zweites Band
- 321 -
- Erstes Ende des zweiten Bands
- 322 -
- Zweites Ende des zweiten Bands
- 360 -
- Äußerer Verbindungsabschnitt
- 370 -
- Erstes Verbindungselement
- 380 -
- Erster Mittelabschnitt
- 510 -
- Erster oberer Befestigungsabschnitt
- 520 -
- Zweiter Befestigungsabschnitt
- 530 -
- Dritter Befestigungsabschnitt
- 610 -
- Zweiter oberer Befestigungsabschnitt
- 620 -
- Zweiter Befestigungsabschnitt
- 630 -
- Dritter Befestigungsabschnitt
- 641 -
- Erstes Stützteil
- 642 -
- Zweites Stützteil
- E -
- Mittelebene
- L -
- Längsrichtung
1. Schuh (1) mit einer ersten und zweiten Außenseite (2, 3) bestehend aus einer Sohle
(4);
einem mit der Sohle (4) verbundenen Oberteil (5) mit einer Vorderkappe (10), einem
Ristbereich (9) und einer Hinterkappe (13);
einem oberhalb des Oberteils (5) angeordneten und mit dem Oberteil (5) verbundenen
Schaft (6), der Schließelemente (18) aufweist;
einer Schließvorrichtung (7), die geeignet ist, die Schließelemente (18) des Schafts
(6) miteinander zu verbinden; und
einem Fersenristzug-System (8) bestehend aus:
einem an der ersten Außenseite (2) angeordneten ersten Fersenristzug (200) und einem
an der zweiten Außenseite (3) angeordneten zweiten Fersenristzug (300),
wobei der erste und zweite Fersenristzug (200, 300) jeweils ein erstes Band (210,
310) und ein zweites Band (220, 320) aufweist,
wobei das erste und das zweite Band (210, 310; 220, 320) jeweils V-förmig zueinander
angeordnet sind, und deren erste Enden (211, 311; 221, 321) jeweils einen Verbindungsabschnitt
(260, 360) bilden, der mit der Schließvorrichtung (7) verbindbar ist,
wobei die ersten Bänder (210, 310) an einem oberen Schaftabschnitt (65) des Schafts
(6) und oberhalb der Hinterkappe (13) nach rückwärts um den Schaft (6) geführt sind,
und deren zweite Enden (230, 330) im Bereich der Rückseite des oberen Schaftabschnitts
(65) miteinander verbunden sind,
wobei die ersten Bänder (210, 310) jeweils einen Mittelabschnitt (280, 380) aufweisen,
der an einem entsprechenden ersten Befestigungsabschnitt (510, 610) des oberen Schaftabschnitts
(65) an der jeweiligen Außenseite des Schuhs (1) befestigt ist, und
wobei die zweiten Bänder (220, 320) in Richtung Sohle (4) geführt sind, und deren
zweite Enden (222, 322) an einem jeweiligen zweiten Befestigungsabschnitt (520, 620)
am Oberteil (5) befestigt sind.
2. Schuh (1) nach Anspruch 1, wobei das erste Band (210, 310) als Fersenband ausgebildet
ist.
3. Schuh (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die ersten Bänder (210; 310) lose um die Rückseite
des oberen Schaftabschnitts (65) geführt sind.
4. Schuh (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die ersten Bänder (210; 310) mit der Rückseite
des oberen Schaftabschnitts (65) fest verbunden sind.
5. Schuh (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das zweite Band (220, 320)
als Ristband ausgebildet ist.
6. Schuh (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das erste Band (210, 310)
in seinem Verlauf im Wesentlichen horizontal ausgerichtet ist.
7. Schuh (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Schließeinrichtung (7)
als Schnürung ausgebildet ist und die Schließelemente (18) aus Schlaufen, Ösen oder
Haken gebildet sind.
8. Schuh (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Verbindungsabschnitt
(260, 360) des ersten und zweiten Bands (210, 220, 310, 320) zur Verbindung mit der
Schließvorrichtung (7) einen Tiefzughaken aufweist.
9. Schuh (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 7, wobei der Verbindungsabschnitt
(260, 360) des ersten und zweiten Bands (210, 220, 310, 320) zur Verbindung mit der
Schließvorrichtung (7) eine Schlaufe, eine Öse, ein Band, einen Klettverschluss oder
dergleichen aufweist.
10. Schuh (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die zweiten Bänder (220,
320) bis zur Sohle geführt sind und die zweiten Befestigungsabschnitte (520, 620)
an dem Oberteil (5) in einem Bereich nahe der Sohle (4) angeordnet sind.
11. Schuh (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 9, wobei die zweiten Bänder
(220, 320) bis zur Sohle geführt sind, und ein weiterer dritter Befestigungsabschnitt
(530, 630) in einem Bereich nahe der Sohle (4) angeordnet ist.
12. Schuh (1) nach Anspruch 10 oder 11, wobei die Sohle (4) eine vordere Laufsohle (41)
und einen Absatz (45) aufweist und der Bereich nahe der Laufsohle (41) für die Anordnung
des zweiten oder dritten Befestigungsabschnitts (520, 530, 620, 630) zwischen Laufsohle
(41) und Absatz (45) angeordnet ist.
13. Schuh (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Rückseite des Schafts
(6) oberhalb der Hinterkappe (13) flexibel ausgeführt ist.
14. Schuh (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der obere Schaftabschnitt
(65) zwischen dem ersten Befestigungsabschnitt (510) und dem zweiten Befestigungsabschnitt
(520) flexibel ausgeführt ist.
15. Schuh (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Schaft (6) im Bereich
des ersten Befestigungsabschnitts (510) des oberen Schaftabschnitts (65) flexibler
ausgeführt ist als in dem Bereich des oberen Schaftabschnitts (65) zwischen den ersten
und zweiten Befestigungsabschnitten (510, 520).
16. Schuh (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das erste Band (210, 310)
und das zweite Band (220, 320) so angeordnet sind, dass sie einen überwiegenden Teil
einer in der Hinterkappe (13) ruhenden Ferse eines Fußes umschließen.