Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Personenhebeeinrichtung, insbesondere zum
Anheben des Oberkörpers einer Person zur Anwendung in der Alten- und Krankenpflege
sowie in der notfall- und unfallmedizinischen Versorgung.
Hintergrund
[0002] In der Notfallmedizin, insbesondere bei Kraftfahrzeugunfällen, müssen verletzte Personen
möglichst schnell aus Fahrzeugen geborgen werden. Hierbei ist insbesondere in Hinblick
auf eine mögliche Wirbelsäulenvorschädigung der Person darauf zu achten, dass der
Oberkörper der zu rettenden Person keinerlei Verkippung oder Torsion erfährt.
[0003] Zwar existieren im Stand der Technik bereits unterschiedlichste Rettungskorsetts,
die den Rumpf der Person unterhalb der Achseln umschließen und somit den Oberkörper
einer Person stabilisieren können. Für das Anlegen solcher Korsetts ist bei einer
Unfallrettung einer Person jedoch oftmals nicht ausreichend Platz vorhanden oder die
Person müsste bereits für das Anlegen des Korsetts in einer an sich unzulässigen Art
und Weise bewegt werden.
[0004] Ferner ist aus der
WO 2010/043289 A1 eine Personenhebeeinrichtung mit einem Grundkörper und einer den Grundkörper umgebenden
Umhüllung bekannt. Der Grundkörper ist dabei aus einem weichelastischen Material und
die Umhüllung aus einem reißfesten und wasserabweisenden Material gebildet. Die in
sich schlauchartig ausgebildete Hebeeinrichtung kann dabei mit einem Mittelabschnitt
in den Nacken einer zu verlagernden Person gelegt werden. Die Endabschnitte der Hebeeinrichtung
werden sodann nach vorne geführt, unter den jeweils zugehörigen Arm geschlungen und
schließlich nach hinten zum Rücken geführt.
[0005] Durch Anheben der um die Person geschlungenen Hebeeinrichtung kann die Person besonders
schonend und weitgehend torsionsfrei angehoben oder verlagert werden. Hierbei sind
jedoch die Endabschnitte der Personenhebeeinrichtung zum Beispiel miteinander zu verknoten,
damit Bergungskräfte bevorzugt mit beiden Händen die Hebeeinrichtung zum Anheben der
Person ergreifen können.
[0006] Je nach Körperumfang sowie Leibesfülle der zu rettenden Person sind zum Teil auch
mehrere Helfer erforderlich, um die Person in vorgesehener Art und Weise anzuheben
oder zu bewegen, beispielsweise auch zu schleifen. Aufgrund der Knotenbildung der
Hebeeinrichtung sind die Möglichkeiten zum direkten Ergreifen der die Person umschlingenden
Hebeeinrichtung jedoch recht begrenzt.
Aufgabe
[0007] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine hinsichtlich Anwenderfreundlichkeit
verbesserte Hebeeinrichtung bereitzustellen, die besonders einfach und zuverlässig
anwendbar ist, die einen weitreichenden Schutz für die anzuhebende oder zu rettende
Person bietet, die ferner möglichst klein verstaubar und bei Rettungseinsätzen mitführbar
ist und die zudem möglichst einfach und kostengünstig herstellbar ist.
Erfindung und vorteilhafte Wirkungen
[0008] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird mit einer Personenhebeeinrichtung
gemäß dem unabhängigen Patentanspruch 1 gelöst, wobei vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung jeweils Gegenstand abhängiger Patentansprüche sind.
[0009] Die Personenhebeeinrichtung ist zum Umschlingen zumindest eines Körperteils einer
Person ausgebildet. Sie weist hierzu einen flexiblen längserstreckten Schlingenkörper
auf. Der Schlingenkörper kann zum Beispiel um den Hals einer aus einem Kraftfahrzeug
zu rettenden Person als auch unter den Schultern und den Achseln der Person um die
Brust und/oder um eine Rückenpartie gelegt werden oder jene Körperpartien umschlingen.
An den voneinander beabstandeten und gegenüberliegenden Längsenden des Schlingenkörpers
sind zueinander korrespondierend ausgebildete Handhaben vorgesehen, die ein Ergreifen
des um die Person gewickelten Schlingenkörpers ermöglichen. Indem der Schlingenkörper
an seinen außenliegenden Längsenden jeweils zumindest eine Handhabe, etwa in Form
eines Griffs oder einer Grifflasche aufweist, kann ein zum Beispiel den Oberkörper
und/oder den Halsbereich einer zu rettenden Person umschließender Schlingenkörper
zum einen recht einfach, zum anderen auch wohl definiert ergriffen werden. Ein Verknoten
der Enden des Schlingenkörpers ist aufgrund der Handhabenausbildung hierbei nicht
notwendig. Zudem kann durch die korrespondierende oder sogar symmetrische Anordnung
der Handhaben an den gegenüberliegenden Längsenden des Schlingenkörpers eine weitreichend
symmetrische Krafteinleitung in das Körperteil oder die Körperteile der mittels der
Personenhebeeinrichtung anzuhebenden oder zu bewegenden Person erfolgen.
[0010] Es ist hierbei insbesondere vorgesehen, die anzuhebenden Körperteile der Person etwa
mittig bzw. symmetrisch mit dem Schlingenkörper zu umschließen, sodass die an den
freien Enden des Schlingenkörpers vorgesehenen Handhaben von einer Hilfskraft in besonders
einfacher Art und Weise dergestalt ergriffen werden können, und eine Krafteinleitung
in die entsprechende Körperpartie möglichst homogen und gleichmäßig erfolgt.
[0011] Sowohl in einem längserstreckten Ausgangszustand als auch nach Umschließen des anzuhebenden
Körperteils, befinden sich die Handhaben an einem freien Ende der Personenhebeeinrichtung.
Sie können sich hierbei insbesondere auch nach außen, von der Körperpartie oder der
zu hebenden Person weg erstrecken. Auf diese Art und Weise kann die Personenhebeeinrichtung
auch noch in einem vorgegebenen Abstand zur Person von Hilfskräften ergriffen werden.
Dies erleichtert ein gleichzeitiges Ergreifen der Personenhebeeinrichtung von mehreren
Hilfskräften.
[0012] Nach einer ersten vorteilhaften Ausführungsform ist zumindest eine Handhabe als Durchgangsöffnung
eines bandartigen Fortsatzes des Schlingenkörpers ausgebildet. Insoweit weist der
Schlingenkörper beidseits an seinen Längsenden einen bandartigen Fortsatz auf, wobei
bevorzugt beide Fortsätze im Wesentlichen symmetrisch zueinander ausgestaltet sind
und etwa nach Umschließen oder Umschlingen des Körperteils ineinander überdeckend
anordenbar sind. Die an den Fortsätzen ausgebildeten Durchgangsöffnungen können von
Vorteil hierbei unmittelbar überlappend zueinander zu liegen kommen. So können zwei
Durchgangsöffnungen zweier bandartiger Fortsätze in vergleichsweise einfacher Art
und Weise ergriffen werden. Durch das gemeinsame Umgreifen können die Fortsätze somit
in Längsrichtung des Fortsatzes bzw. des Schlingenkörpers zueinander fixiert werden,
ohne dass es einer Knotenbildung oder einer anderweitigen wechselseitigen Verbindung
der Fortsätze oder entsprechender Schlingenkörperabschnitte bedarf.
[0013] Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist die Handhabe bzw. deren Durchgangsöffnung
als ein sich in Längsrichtung des Schlingenkörpers bzw. des bandartigen Fortsatzes
erstreckender Schlitz ausgebildet. In Querrichtung betrachtet durchsetzt der Schlitz
den bandartigen Fortsatz der Hebeeinrichtung in etwa mittig zwischen den Seitenrändern
des Fortsatzes. Zum einen kann der Schlitz somit von beiden Seitenrändern des Fortsatzes
sicher umschlossen werden. Zum anderen kann sich eine schlitzartige Ausgestaltung
der Handhabe auch insoweit als vorteilhaft erweisen, als dass eine Hilfsperson mit
gestreckter Hand durch den Schlitz greifen und hiernach unter Bildung einer Faust
überwiegend über den Handflächen- oder Handwurzelbereich eine nennenswerte Zugkraft
auf den Fortsatz, respektive auf den Schlingenkörper übertragen kann.
[0014] Somit können weitaus höhere Zugkräfte auf die Personenhebeeinrichtung übertragen
werden als dies bei einem fingerumschließenden Ergreifen der Personenhebeeinrichtung
der Fall wäre.
[0015] Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung sind an jedem der Fortsätze zumindest
zwei in Längsrichtung des jeweiligen Fortsatzes bzw. des Schlingenkörpers voneinander
beabstandete Handhaben ausgebildet. Beide Handhaben weisen hierbei von Vorteil eine
schlitzartige Kontur auf. Indem zumindest zwei voneinander beabstandete Handhaben
vorgesehen sind, können mit ein und derselben Personenhebeeinrichtung ohne Weiteres
auch Personen unterschiedlichen Körperumfangs angehoben oder bewegt werden. Auch bieten
mehrere in Längsrichtung voneinander beabstandete Handhaben eine erhöhte Flexibilität
hinsichtlich der Vielzahl an Umschlingungsmöglichkeiten von Körperteilen.
[0016] Bei vergleichsweise kleinen Körperpartien können die körpernah liegenden Handhaben
zur Anwendung kommen, damit der anzuhebende Körper oder Oberkörper von der oder den
Hilfspersonen gut kontrollierbar bleibt. Bei größeren Personen oder bei solchen mit
einer vergleichsweise großen Leibesfülle, können die körpernah liegenden Handhaben
jedoch zum Beispiel voneinander beabstandet am Körperteil der Person anliegen, sodass
erst die dem freien Ende der Hebeeinrichtung zugewandten Handhaben miteinander zur
Überdeckung bringbar und dementsprechend vom Hilfspersonal ergreifbar sind.
[0017] Es ist aber auch denkbar, dass mehrere in den gegenüberliegenden Fortsätzen ausgebildete
Schlitze jeweils nach Umschließen des betreffenden Körperteils in überdeckender Art
und Weise zur Anlage gebracht werden, sodass auch mehrere Hilfspersonen gleichzeitig
mit jeweils einer Handhabe eine entsprechende Kraft auf die Personenhebeeinrichtung
ausüben können.
[0018] Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist zumindest der Schlingenkörper gepolstert
ausgebildet. Er kann ein Außenpolster aufweisen. Bevorzugt ist der Schlingenkörper
jedoch mit einem Innenpolster versehen, sodass eine Körperpartie möglichst sicher
und rutschfest umschlossen werden kann.
[0019] Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist lediglich der Schlingenkörper gepolstert,
während der an den Längsenden des Schlingenkörpers vorgesehene Fortsatz als flaches
Band ausgebildet ist Eine weitgehend ungepolsterte Fortsatzausgestaltung ist für das
Aufeinanderlegen der miteinander korrespondierenden Fortsätze als auch für deren Ergreifen
mittels der daran ausgebildeten Handhaben von Vorteil.
[0020] In einem weiteren Aspekt weist der Schlingekörper eine mit einem Polstermaterial
gefüllte Umhüllung auf. Der Füllstoff kann hierbei aus einem weichelastischem Material
gebildet sein oder er kann ein solches aufweisen. Das Polstermaterial kann eine granulare,
gewickelte oder geschäumte Struktur aufweisen. Von Vorteil weist das Füllmaterial
einen Kunststoff, wie zum Beispiel Polyamid, Polyester, Polyethylen, Polypropylen,
Polystyrol oder ein auf Silikaten basierendes Granulat, wie zum Beispiel Aluminium-Silikat
oder Aluminium-Eisen-Magnesium-Silikat auf.
[0021] Die Umhüllung des Schlingenkörpers und/oder der Fortsatz der Personenhebeeinrichtung
weist nach einer Weiterbildung bevorzugt ein Gewirke oder ein Gewebe aus einer Natur-
oder Kunstfaser auf. Das Gewirke oder Gewebe ist hierbei besonders reißfest ausgebildet.
Das Gewirke oder Gewerbe ist ferner waschbar und trocknergeeignet, sodass die Hebeeinrichtung
etwa infolge einer Verschmutzung gewaschen bzw. auch waschdesinfiziert und somit mehrfach,
für unterschiedliche Personen Gebrauch finden kann.
[0022] Hierbei ist nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ferner vorgesehen, dass
der Fortsatz und/oder die Umhüllung an ihren außenliegenden Seitenrändern nach innen
umgeschlagen sind. Das heißt, der Schlingenkörper als auch der Fortsatz, weisen über
nahezu sämtliche Flächenabschnitte eine Materialdopplung des Gewirkes oder Gewebes
auf. Indem die Seitenränder durch Umschlagen eines Materialzuschnitts nach innen ausgebildet
sind, weist die Umhüllung an ihren Außenrändern im Querschnitt eine dementsprechend
geschwungene oder gebogene Kontur auf.
[0023] Die zur Bildung der Umhüllung oder der Fortsätze vorzusehenden Nähte des Gewirkes
oder Gewebes liegen somit stets außerhalb des Außenrandes der Personenhebeeinrichtung.
Auf diese Art und Weise kann ein von vergleichsweise festen Nähten ausgehendes Verletzungsrisiko
sowohl für die anzuhebende Person als auch für die Hilfskräfte minimiert werden.
[0024] Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weisen die Umhüllung und/oder der Fortsatz
einen reißfesten Baumwollstoff auf. Neben einer besonders einfachen Verarbeitung und
geringen Materialanschaffungskosten weist ein Baumwollgewebe oder -gewirke ferner
eine für die Bildung einer Schlinge vorteilhafte Oberflächenbeschaffenheit auf. Die
Ausgestaltung der Umhüllung als Baumwollgewebe oder -gewirke unterstützt eine Selbsthemmung
der Personenhebeeinrichtung, insbesondere bei Bildung einer eine Körperpartie umschließenden
Schlinge. Wird die Personenhebeeinrichtung zum Beispiel um den Hals einer Person gelegt,
so zieht sich diese Schlinge aufgrund der Haftreibung aneinander anliegender Schlingenkörperabschnitte
nicht oder nur unwesentlich weiter zu.
[0025] Daneben erweist sich eine Umhüllung aus Baumwollstoff auch beim Umschlingen von in
Kleidung steckenden Körperteilen als vorteilhaft, da zwischen dem schlingenseitigen
Baumwollstoff und der Kleidung der anzuhebenden Person eine für die Zwecke eines möglichst
schonenden und gleichmäßigen Anhebens vorteilhafte hohe Haftreibung bereit gestellt
werden kann.
[0026] Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist der Schlingenkörper im Querschnitt
zumindest zwei, durch eine Längsnaht der Umhüllung gebildete Kammern für das Polstermaterial
auf. Die beiden Kammern können für sich genommen eine ovale oder runde Querschnittskontur
aufweisen, sodass der Schlingenkörper an sich eine gesteppte wurst- oder schlauchartige
Kontur annimmt. Die Unterteilung des Schlingenkörpers in zumindest zwei in Querrichtung
nebeneinander liegende Kammern für das Polstermaterial ist zum einen für eine Oberflächenvergrößerung
des Schlingenkörpers, zum anderen auch für ein Stabilisieren und Fixieren des in den
Kammern aufgenommenen Polstermaterials von Vorteil.
[0027] Es ist ferner von Vorteil, wenn nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der
Fortsatz an den Schlingenkörper angenäht oder einstückig mit der Umhüllung des Schlingenkörpers
ausgebildet ist. Insoweit kann eine vergleichsweise feste und strapazierfähige Verbindung
von Fortsatz und Schlingenkörper bereitgestellt werden. Der Fortsatz ist mit dem Schlingenkörper
bevorzugt über seine gesamte Quererstreckung, also senkrecht zur Längserstreckung
von Fortsatz und Schlingenkörper verbunden, sodass die von Hilfspersonen über die
Handhaben in den Fortsatz eingeleiteten Zug- oder Hebekräfte möglichst homogen und
gleich verteilt in den Schlingenkörper eingeleitet werden können.
[0028] Schließlich ist nach einer weiteren Ausgestaltung am Schlingenkörper eine den Schlingenkörper
in Längsrichtung im Wesentlichen symmetrisch unterteilende Markierung vorgesehen.
Die Markierung dient in vorteilhafter Weise dazu, die Mitte des sich in Längsrichtung
erstreckenden Schlingenkörpers bzw. der gesamten Hebeeinrichtung zu markieren. Um
eine möglichst symmetrische Krafteinleitung in die Körperpartie der anzuhebenden Person
aufbringen zu können, ist es von Vorteil, beim Anlegen der Hebeeinrichtung mit der
mittigen Markierung an einer körpermittigen Stelle der Person zu beginnen und den
Schlingenkörper, ausgehend von der Markierung in beiden Richtungen weitgehend symmetrisch
um etwa den Oberkörper- und/oder Halsbereich der Person zu schlingen.
[0029] Mittels der Markierung kann in besonders einfacher Art und Weise erreicht werden,
dass die miteinander korrespondierenden Handhaben an den gegenüberliegenden Endabschnitten
des Schlingekörpers, respektive der Personenhebeeinrichtung in einem hohen Grad zur
Überlappung bringbar sind.
Kurzbeschreibung der Figuren
[0030] Weitere Ziele, Merkmale sowie vorteilhafte Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung
werden in der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die Figuren erläutert. Hierbei bilden sämtliche im Text beschriebene als auch
in den Figuren bildlich dargestellten Merkmale sowohl in Alleinstellung als auch in
jeglicher sinnvollen Kombination untereinander den Gegenstand der Erfindung.
[0031] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf eine Personenhebeeinrichtung in längserstreckter Ausgangskonfiguration,
- Fig. 2
- eine zu Darstellungszwecken gekrümmte Konfiguration der Personenhebeeinrichtung,
- Fig. 3
- eine perspektivische vergrößerte Darstellung eines bandartigen Fortsatzes des Schlingenkörpers,
- Fig. 4
- eine vergrößerte Darstellung des Übergangsbereichs zwischen Schlingenkörper und Fortsatz
sowie
- Fig. 5
- einen Querschnitt entlang A-A durch den Schlingenkörper gemäß Fig. 4.
Detaillierte Beschreibung
[0032] Die in den Fig. 1 und 2 vollständig dargestellte Personenhebeeinrichtung 10 ist als
längserstreckte Schlinge mit einem Schlingenkörper 12a, 12b ausgebildet. Der Schlingenkörper
12a, 12b weist eine mittige Markierung 14 auf, die die Mitte der Personenhebeeinrichtung
10, bezogen auf ihre Längserstreckung, kennzeichnet. Beidseits jener Markierung 14
ist die Personenhebeeinrichtung 10 weitgehend symmetrisch ausgebildet. Der Schlingenabschnitt
12a ist insoweit weitgehend identisch zum Schlingenabschnitt 12b ausgebildet. Die
Abschnitte sind zur Bildung eines gemeinsamen Schlingenkörpers bevorzugt einstückig
miteinander ausgebildet.
[0033] An den außenliegenden Längsenden des Schlingenkörpers 12a, 12b ist jeweils ein flacher
Fortsatz 16a, 16b ausgebildet. Beide Fortsätze weisen in Fortsatzlängsrichtung voneinander
beabstandete, als Handhaben oder Griffe ausgebildete Schlitze 18a, 18b, 20a, 20b auf.
Wie in Fig. 2 in Ansätzen dargestellt, kann der Schlingenkörper 12a, 12b in einer
bevorzugt symmetrischen Art und Weise, etwa um den Hals und/oder um den Brustkorb
und Schulterbereich einer Person gelegt werden. Die beiden Fortsätze 16a, 16b kommen
dabei entweder an der Brust oder im Schulterblattbereich überdeckend zur Anlage und
können dort überlappend mit den fluchtend zueinander anzuordnenden Schlitzen 18a,
18b bzw. 20a, 20b ergriffen werden.
[0034] Es sind hierbei unterschiedliche Schlingenkonfigurationen denkbar. Beispielsweise
kann der Schlingenkörper mit seiner Markierung 14 auf einen mittigen Abschnitt eines
Nackens einer Person gelegt, anschließend nach vorn geführt, unter den jeweils zugehörigen
Arm geschlungen und schließlich nach hinten zum Rücken geführt werden.
[0035] Alternativ ist denkbar, den Schlingenkörper 12a, 12b mit seiner Markierung 14 im
Halsbereich der Person zu positionieren und dabei die beiden Endabschnitte des Schlingenkörpers
12a, 12b mit den daran vorgesehenen Fortsätzen 16a, 16b über die Schulter nach hinten
zu führen, diese im Rückenbereich der Person zu kreuzen und unter den jeweils zugehörigen
Arm hindurch nach vorne zu führen. In dieser Schlingenkonfiguration kann beispielsweise
eine auf dem Rücken liegende Person angehoben werden.
[0036] Die symmetrische Umschlingung von Körperpartien, insbesondere des Halswirbel- und
Oberkörperbereichs ermöglicht eine achsgerechte Verlagerung sowie ein achsgerechtes
Anheben etwa einer verletzten Person. Auf diese Art und Weise kann auch ohne Anlegen
eines Rettungskorsetts, zum Beispiel eine Person, die eine Wirbelsäulenvorschädigung
aufweist, in ihrem Halsbereich gesondert mit einer Cervikalstütze versehen werden
und anschließend mit der die Cervikalstütze und den Schulter- bzw. Oberkörperbereich
umschlingenden erfindungsgemäßen Hebeeinrichtung 10, zum Beispiel aus einem verunfallten
Fahrzeug, gehoben werden. Neben Anwendungen in der Unfall- oder Notfallmedizin eignet
sich die hier beschriebene Personenhebeeinrichtung 10 auch gleichermaßen in der Alten-
und Krankenpflege, etwa zum Aufrichten des Oberkörpers einer liegenden Person.
[0037] Wie aus den Fig. 4 und 5 hervorgeht, weist der mittige Schlingenkörper 12a, 12b der
Personenhebeeinrichtung 10 eine mit einem Polstermaterial 40 gefüllte Umhüllung 38
auf. Die Umhüllung 38 ist bevorzugt aus einem Gewirke oder Gewebe aus einer Natur-
oder Kunstfaser gebildet. Von Vorteil weist die Umhüllung 38 einen reißfesten Baumwollstoff
auf. Das Füllmaterial 40 ist bevorzugt ein Kunststoff, etwa ein Kunststoffgranulat
oder eine geschäumte oder gewickelte Kunststoffstruktur, bevorzugt aus Polyester.
[0038] Wie aus dem Querschnitt gemäß der Fig. 5 hervorgeht, ist die Umhüllung 38 mit ihren
Profilenden nach innen, zur in Längsrichtung verlaufenden Naht 32 hin umgeschlagen,
um nach außen, zu den Seitenrändern hin, ein möglichst rundes und kantenfreies Profil
bereitzustellen. Durch die Bildung zweier Kammern 28, 30 kann die Oberfläche der Umhüllung
bzw. des Schlingenkörpers 12a, 12b in vorteilhafter Weise vergrößert werden, um eine
zu Hebezwecken vorteilhafte Haftreibung zu erhöhen.
[0039] Wie ferner aus den vergrößerten Darstellungen der Fig. 3 und 4 hervorgeht, setzt
sich die kammerartige Struktur 28, 30 des Schlingenkörpers 12a in der Ausgestaltung
des in Längsrichtung daran angrenzenden Fortsatzes 16a fort. Der Fortsatz 16a weist
gleichermaßen zwei parallel verlaufende Längsabschnitte 22a, 24a auf, zwischen deren
Innennähten in Längsrichtung bereichsweise ein Schlitz 18a, 20a gebildet ist. Der
Fortsatz 16a ist, im Querschnitt betrachtet, zwar ohne Polstermaterial ausgebildet.
Er weist aber eine aus dem Umhüllungsmaterial gebildete Doppellage 22a, 24a auf, die
sich von einem Übergangsbereich 26a bis hin zum freien Ende der Personenhebeeinrichtung
10 erstreckt.
[0040] In Fig. 4 sind die innenliegenden Nähte 35 der materialgedoppelten Abschnitte 22a,
24a gezeigt, die im hier gezeigten Ausführungsbeispiel eine konkave Kontur aufweisen.
Grundsätzlich wäre zur Bildung von Schlitzen 18a, 20a auch denkbar, eine mittige Naht
32, 34, 36, wie sie in Fig. 3 durchgehend gezeigt ist, zur Bildung von Schlitzen 18a,
20a Y-artig zu verzweigen und wieder zusammenzuführen und im verzweigten Bereich den
gesteppten oder genähten lediglich Stoff aufzutrennen.
[0041] Das in Fig. 5 gezeigte Doppelprofil der Umhüllung 38 dient ferner dazu, den Schlingenkörper,
bezogen auf die Darstellung gemäß Fig. 5, in Horizontalrichtung möglichst breit auszubilden.
Auf diese Art und Weise kann die Auflage- oder Anlagefläche zwischen Schlingenkörper
12a, 12b und der aufzunehmenden Person erhöht, und damit auch eine auf die Person
einwirkende Punktbelastung minimiert werden. Die Baumwollumhüllung 38 kann ferner
mit einer in den Figuren nicht explizit dargestellten aufgerauhten Oberfläche, wie
zum Beispiel mit einer Riffelung oder einer cordähnlichen Struktur versehen werden,
um eine möglichst hohe Reibung übereinanderliegender Abschnitte des Schlingenkörpers
12a, 12b sowie seiner Fortsätze 16a, 16b bereitzustellen.
[0042] Die Unterbrechung, respektive Verzweigung der Nähte 36, 34 im Fortsatzabschnitt 16a
stellen in die Personenhebeeinrichtung integrierte Transport- oder Griffschlaufen
bereit, die insbesondere ein gleichzeitiges Ergreifen beider Endabschnitte 16a, 16b
der Personenhebeeinrichtung 10, auch für mehr als nur eine Hilfskraft ermöglichen.
[0043] Es ist hierbei ferner denkbar, das Ende des Fortsatzes 16a, 16b auch um eine gedachten,
den Fortsatz in Querrichtung durchsetzende, in den Figuren nicht explizit gezeigte
Knicklinie nach innen umzuschlagen, sodass die Schlitze 18a, 20a eines Fortsatzes
16a zueinander zur Überdeckung gelangen. Durch eine solche Dopplung und Faltung kann
der Griff nochmals dicker ausgebildet werden, was dessen Griffigkeit sowie Stabilität
weiter erhöht.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 10
- Personenhebeeinrichtung
- 12a
- Schlingenkörper
- 12b
- Schlingenkörper
- 14
- Markierung
- 16a
- Fortsatz
- 16b
- Fortsatz
- 18a
- Handhabe
- 18b
- Handhabe
- 20a
- Handhabe
- 20b
- Handhabe
- 22a
- Materialdopplung
- 24a
- Materialdopplung
- 26a
- Übergangsbereich
- 28
- Polsterkammer
- 30
- Polsterkammer
- 32
- Naht
- 34
- Naht
- 35
- Naht
- 36
- Naht
- 38
- Umhüllung
- 40
- Füllung
1. Personenhebeeinrichtung zum Umschlingen zumindest eines Körperteils einer Person mit
einem flexiblen längserstreckten Schlingenkörper (12a, 12b), dadurch gekennzeichnet, dass an gegenüberliegenden Längsenden des Schlingenkörpers (12a, 12b) zueinander korrespondierend
ausgebildete Handhaben (18a, 18b, 20a, 20b) zum Ergreifen des um die Person wickelbaren
Schlingenkörpers (12a, 12b) vorgesehen sind.
2. Hebeeinrichtung nach Anspruch 1, wobei zumindest eine Handhabe (18a, 18b, 20a, 20b)
als Durchgangsöffnung eines bandartigen Fortsatzes (16a, 16b) des Schlingenkörpers
(12a, 12b) ausgebildet ist.
3. Hebeeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Handhabe als ein
sich in Längsrichtung des Schlingenkörpers (12a, 12b) erstreckender Schlitz (18a,
18b, 20a, 20b) ausgebildet ist.
4. Hebeeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 oder 3, wobei an jedem der
Fortsätze (16a, 16b) zumindest zwei in Längsrichtung voneinander beabstandete Handhaben
(18a, 18b, 20a, 20b) ausgebildet sind.
5. Hebeeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Schlingenkörper
(12a, 12b) gepolstert ausgebildet ist.
6. Hebeeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 5, wobei der Fortsatz
(16a, 16b) als flaches Band ausgebildet ist.
7. Hebeeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Schlingenkörper
(12a, 12b) eine mit einem Polstermaterial (40) gefüllte Umhüllung (38) aufweist.
8. Hebeeinrichtung nach Anspruch 7, wobei die Umhüllung (38) und/oder der Fortsatz (16a,
16b) ein Gewirke oder ein Gewebe aus einer Natur- oder Kunstfaser aufweist.
9. Hebeeinrichtung nach Anspruch 8, wobei die Umhüllung (38) und/oder der Fortsatz (16a,
16b) an ihren außen liegenden Seitenrändern nach innen umgeschlagenen sind.
10. Hebeeinrichtung nach eine der vorhergehenden Ansprüche 7 bis 9, wobei die Umhüllung
(38) und/oder der Fortsatz (16a, 16b) einen reißfesten Baumwollstoff aufweist.
11. Hebeeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Schlingenkörper
(12a, 12b) im Querschnitt zumindest zwei durch eine Längsnaht (32) der Umhüllung (38)
gebildete Kammern (28, 30) für das Polstermaterial (40) aufweist.
12. Hebeeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 10, wobei der Fortsatz
(16a, 16b) an den Schlingenkörper (12a, 12b) angenäht oder einstückig mit der Umhüllung
(38) des Schlingenkörpers (12a, 12b) ausgebildet ist.
13. Hebeeinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Schlingenkörper
(12a, 12b) eine den Schlingenkörper in Längsrichtung im Wesentlichen symmetrisch unterteilende
Markierung (14) aufweist.