[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Pressbacke zum Herstellen einer Pressverbindung,
enthaltend eine obere um eine erste Schwenkachse schwenkbare Pressbackenhälfte mit
einer oberen Haupteinlaufkontur und eine untere um eine zweite Schwenkachse schwenkbare
Pressbackenhälfte mit einer unteren Haupteinlaufkontur, wobei die obere Pressbackenhälfte
und die untere Pressbackenhälfte relativ zueinander von einer Offenstellung in eine
Schließstellung bewegbar sind.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung ein entsprechendes Verfahren zum Herstellen einer Pressverbindung
mittels einer Pressbacke enthaltend eine obere um eine erste Schwenkachse schwenkbare
Pressbackenhälfte mit einer oberen Haupteinlaufkontur und eine untere um eine zweite
Schwenkachse schwenkbare Pressbackenhälfte mit einer unteren Haupteinlaufkontur, bei
dem die Pressbackenhälften bewegt werden, indem ein Antriebselement eines Pressbackenantriebs
entlang der oberen und unteren Haupteinlaufkontur bewegt wird und diese dadurch auseinander
bewegt.
[0003] Zum unlösbaren Verbinden eines Fittings und eines in den Fitting eingeführten Endes
eines Rohres durch Kaltverformung oder zum Schließen eines Pressverbinders in Form
einer klappbaren und verrastbaren Muffe oder dergleichen sind verschiedene Presswerkzeuge
aus dem Stand der Technik bekannt. Die Presswerkzeuge umfassen jeweils eine wie zuvor
definierte Pressbacke (auch Zugbacke genannt), die aus zwei in Längsrichtung von einem
hinteren Ende zu einem vorderen Ende verlaufenden Pressbackenhälften zusammengesetzt
ist, die gelenkig über Seitenplatten miteinander verbunden sind und die am hinteren
Ende (vom Pressmaul abgewandten Ende) jeweils eine Haupteinlaufkontur aufweisen, wobei
die Einlaufkonturen mit einem Antriebselement - gemeint ist ein beweglicher Teil wie
zum Beispiel ein Rollenpaar - eines Pressbackenantriebs (auch Presskontur genannt),
der/die ebenfalls Bestandteil des Presswerkzeugs ist, derart zusammenwirken, dass
sich der bewegliche Teil des Pressbackenantriebs, wenn er in Längsrichtung hin zum
vorderen Ende der Pressbackenhälften verschoben wird, an den Haupteinlaufkonturen
entlang bewegt und diese auseinander drückt, um die Pressbackenhälften von der Offenstellung
in die Schließstellung zu bringen.
[0004] Die sogenannte obere und untere Haupteinlaufkontur ist jeweils eine gebogene Fläche
der jeweiligen Pressbackenhälfte, die dem Antriebselement, beispielsweise dem Rollenpaar,
zugewandt ist und an der das Antriebselement dann entlang bewegt wird. Je weiter besagtes
Antriebselement in Richtung des Pressmauls bewegt wird, umso mehr spreizen sich die
Pressbackenhälften an ihrem hinteren Ende und umso mehr schließt sich am vorderen
Ende das Pressmaul.
[0005] Mit der Offenstellung ist die Stellung der Pressbackenhälften gemeint, in der das
Pressmaul die maximale Öffnungsweite hat. Entsprechend ist mit der Schließstellung
die Stellung der Pressbackenhälften gemeint, in der das Pressmaul die minimale Öffnungsweite
hat, üblicherweise der Öffnungswinkel also 0° beträgt.
[0006] Die wie zuvor beschriebenen Presswerkzeuge, die auch Gegenstand der vorliegenden
Erfindung sind und die wie gesagt eine Pressbacke und einen Pressbackenantrieb enthalten,
dienen dazu, einen bestimmten Bereich des Fittings zu umschließen oder zwei radial
vorspringende Laschen einer Muffe oder dergleichen zu greifen, nachdem das Rohr in
den Fitting bzw. die Muffe eingeführt wurde. Anschließend werden die Pressbacken durch
eine Bewegung des Antriebselements des Pressbackenantriebs in Richtung der Schließstellung
bewegt, wodurch das Pressmaul zusammengedrückt wird. Im Falle eines Fittings wird
dadurch eine Kaltverbindung der umschlossenen Bereiche erreicht. Im Falle einer Muffe
wird diese im Bereich der Laschen geschlossen, was beispielsweise über eine Rastverbindung
in diesem Bereich geschieht.
[0007] Die zur Installationstechnik verwendeten, üblicherweise hydraulischen Presswerkzeuge
arbeiten druckgesteuert. Der dabei vollzogene Hub ist wegbegrenzt, wodurch pro Verpressung
nur ein bestimmtes Arbeitsvermögen zur Verfügung steht. Übersteigt der erforderliche
Umformarbeitsbedarf des Pressverbinders, beispielsweise des Fittings oder der Muffe,
das Arbeitsvermögen des Presswerkzeugs, so ist mehr als ein Pressbackenhub erforderlich.
In solchen Fällen konnte daher eine Verpressung bisher nicht mit nur einer einzigen
Pressbacke durchgeführt werden. Stattdessen musste entweder ein Presswerkzeug verwendet
werden, dessen Hub zuschaltbar vergrößert werden kann, oder es mussten zwei verschiedene
Pressbacken unterschiedlicher Größe sowie ein Presswerkzeug mit zuschaltbarem höherem
Arbeitsvermögen verwendet werden. Der Aufwand ist in beiden Fällen beträchtlich.
[0008] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Pressbacke, ein entsprechendes
Presswerkzeug und ein Verfahren zum Herstellen einer Pressverbindung bereitzustellen,
womit mit einfachen Mitteln auch große Hübe realisiert werden können.
[0009] Die zuvor hergeleitete und aufgezeigte Aufgabe wird gemäß einer ersten Lehre der
vorliegenden Erfindung gelöst durch eine Pressbacke zum Herstellen einer Pressverbindung,
enthaltend eine obere um eine erste Schwenkachse schwenkbare Pressbackenhälfte mit
einer oberen Haupteinlaufkontur, eine untere um eine zweite Schwenkachse schwenkbare
Pressbackenhälfte mit einer unteren Haupteinlaufkontur, ein oberes Konturelement mit
einer oberen Zusatzeinlaufkontur, das mit der oberen Pressbackenhälfte derart zusammenwirkt,
dass sich eine Bewegung des oberen Konturelements auf die obere Pressbackenhälfte
überträgt, ein unteres Konturelement mit einer unteren Zusatzeinlaufkontur, das mit
der unteren Pressbackenhälfte derart zusammenwirkt, dass sich eine Bewegung des unteren
Konturelements auf die untere Pressbackenhälfte überträgt, wobei die obere Pressbackenhälfte
und die untere Pressbackenhälfte relativ zueinander von einer Offenstellung in eine
Schließstellung bewegbar sind und wobei die obere Zusatzeinlaufkontur relativ zu der
oberen Haupteinlaufkontur und die untere Zusatzeinlaufkontur relativ zu der unteren
Haupteinlaufkontur verlagerbar ist.
[0010] Erfindungsgemäß wird also bei ein und derselben Pressbacke je Pressbackenhälfte sowohl
eine Haupteinlaufkontur als auch eine Zusatzeinlaufkontur genutzt. Die Zusatzeinlaufkontur
kann bei Bedarf aktiviert oder deaktiviert werden, indem sie relativ zu der Haupteinlaufkontur
bewegt wird. Nicht nur die Zusatzeinlaufkontur, sondern auch die Haupteinlaufkontur
kann relativ zu der Pressbackenhälfte, mit der sie verbunden ist (der sie zugeordnet
ist), beweglich sein.
[0011] Ist eine große Öffnungsweite notwendig, um eine Verpressung realisieren zu können,
kann das Antriebselement, also der bewegliche Teil des Pressbackenantriebs, zunächst
an der Haupteinlaufkontur entlang bewegt werden, während die Zusatzeinlaufkontur deaktiviert
ist, also nicht in den Wirkbereich des Antriebselements ragt. Indem das Antriebselement,
beispielsweise ein Rollenpaar, an der Haupteinlaufkontur entlang bewegt wird, werden
die obere und untere Pressbackenhälfte an dieser Stelle auseinander gedrückt, wodurch
sich entsprechend das Pressmaul, das heißt der vordere Teil der beiden Pressbackenhälften,
in Richtung der Schließstellung bewegt und die Öffnungsweite verringert. Nachdem das
Antriebselement die gesamte Haupteinlaufkontur entlang bewegt worden ist, ist eine
Zwischenstellung der Pressbackenhälften, die zwischen der maximalen Öffnungsweite
und der minimalen Öffnungsweite liegt, erreicht. In dieser Zwischenstellung kann dann
eine Zuschaltung bzw. Aktivierung der Zusatzeinlaufkontur erfolgen, wodurch die Zusatzeinlaufkontur
in den Wirkbereich des Antriebselements bewegt wird und sich insbesondere über die
Haupteinlaufkontur setzt, wodurch diese deaktiviert wird, dies sowohl für die obere
als auch die untere Pressbackenhälfte. Es ist auch denkbar, dass die jeweilige Haupteinlaufkontur,
bevor oder während die jeweilige Zusatzeinlaufkontur zugeschaltet (aktiviert) wird,
aus der vorherigen Stellung relativ zu der zugeordneten Pressbackenhälfte, das heißt
aus dem Wirkbereich des Antriebselements, wegbewegt und damit deaktiviert wird.
[0012] Mit anderen Worten wird erfindungsgemäß in der Zwischenstellung der Verlauf der wirksamen
Fläche der Einlaufkontur verändert. Bevor diese Veränderung bzw. das Zuschalten der
Zusatzeinlaufkontur durchgeführt wird, ist insbesondere vorgesehen, dass das Antriebselement
für diesen Umschaltvorgang aus dem Wirkbereich der Haupteinlaufkontur zurückbewegt
wird in Richtung seiner Ausgangsstellung. Gegebenenfalls kann dann wie gesagt auch
die jeweilige Haupteinlaufkontur weggeschaltet werden. Sobald dann die Zusatzeinlaufkontur
zugeschaltet worden ist, wird das Antriebselement erneut in Richtung des vorderen
Endes der Pressbacke bewegt, wodurch dieses an der Zusatzeinlaufkontur entlang bewegt
wird, wodurch wiederum die beiden Pressbackenhälften an dieser Stelle noch weiter
auseinander bewegt werden, was letztlich dazu führt, dass sich das Pressmaul noch
weiter bis in die Schließstellung schließt.
[0013] In dem Fall, dass nur eine geringe Öffnungsweite bei der Pressbacke zum Herstellen
einer Pressverbindung nötig ist, kann von vorneherein die Zusatzeinlaufkontur in der
aktiven Position angeordnet sein. In diesem Fall wird die Pressbacke nur von der Zwischenstellung
in die Schließstellung verfahren, um die Pressverbindung herzustellen.
[0014] Erfindungsgemäß wird also ein erster Hub dadurch bewirkt, dass das Antriebselement
an der Haupteinlaufkontur entlang bewegt wird. Ein zweiter Hub, der dem ersten Hub
folgt, wird dann dadurch realisiert, dass das Antriebselement an der zugeschalteten
Zusatzeinlaufkontur entlang bewegt wird. Es werden also erfindungsgemäß mit ein und
derselben Pressbacke zwei Hübe durchgeführt. Ein Wechseln von der Pressbacke während
des Verpressungsvorgangs ist damit nicht mehr notwendig. Die Bedienung der Pressbacke
wird dadurch beschleunigt und für den Bediener komfortabler. Zudem können die gewohnten
und bekannten Presswerkzeugsysteme beibehalten werden, sodass beim Bediener bzw. Kunden
keine Umstellungen erforderlich sind.
[0015] Gemäß einer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Pressbacke sind die obere und untere
Zusatzeinlaufkontur wie gesagt zwischen einer inaktiven und einer aktiven Position
verlagerbar, wobei insbesondere die jeweilige Zusatzeinlaufkontur die jeweilige Haupteinlaufkontur
teilweise oder vollständig in der aktiven Position, insbesondere in die Richtung,
aus der das Antriebselement herbewegt wird, abdeckt. Es ist also immer mindestens
eine Zusatzeinlaufkontur einer Haupteinlaufkontur zugeordnet. Das Verlagern zwischen
der inaktiven und der aktiven Position erfolgt erfindungsgemäß insbesondere gleichzeitig,
kann grundsätzlich aber auch nacheinander erfolgen.
[0016] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Pressbacke enthält diese
ferner eine erste Synchronisationsplatte, mit der das obere Konturelement derart verbunden
ist, dass sich eine Bewegung der ersten Synchronisationsplatte auf das obere Konturelement
überträgt, und eine zweite Synchronisationsplatte, mit der das untere Konturelement
derart verbunden ist, dass sich eine Bewegung der zweiten Synchronisationsplatte auf
das untere Konturelement überträgt. Durch die beiden Synchronisationsplatten, die
relativ zu den Pressbackenhälften insbesondere drehbar und/oder verschiebbar angeordnet
sind, kann die obere Zusatzeinlaufkontur relativ zur oberen Haupteinlaufkontur und
die untere Zusatzeinlaufkontur relativ zur unteren Haupteinlaufkontur verlagert werden,
mit anderen Worten also die jeweilige Zusatzeinlaufkontur zwischen der aktiven und
inaktiven Position bewegt bzw. umgeschaltet werden. Grundsätzlich ist es aber auch
denkbar, dass anstelle von zwei
[0017] Synchronisationsplatten, die jeweils mit einem Konturelement verbunden sind, für
beide Konturelemente eine gemeinsame Synchronisationsplatte vorgesehen ist, die relativ
zu sowohl der oberen Pressbackenhälte als auch der unteren Pressbackenhälfte bewegbar
ist und dadurch die beiden Konturelemente zwischen der aktiven und der inaktiven Position
hin- und herbewegen kann. Die obere und die untere Zusatzeinlaufkontur wird auf diese
Weise also jeweils in den bzw. aus dem Wirkbereich eines Antriebselements, insbesondere
eines Rollenpaars, eines Pressbackenantriebs bewegt. Der Pressbackenantrieb kann einen
mechanisch, hydraulisch oder pneumatisch aktuierbaren Stempel aufweisen.
[0018] Gemäß noch einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Pressbacke ist in der
ersten und zweiten Synchronisationsplatte jeweils mindestens eine Führungskontur,
auch Synchronisationskontur genannt, insbesondere mindestens ein Führungsschlitz oder
mindestens eine Führungsnut, ausgebildet, die mit einem dazu beweglichen Führungsgegenstück,
insbesondere einem Führungsvorsprung oder Führungsbolzen zusammenwirkt. Das Führungsgegenstück,
insbesondere also der Führungsvorsprung oder Führungsbolzen, ist insbesondere an derjenigen
Pressbackenhälfte verankert, also mit der Pressbackenhälfte verbunden, die zu der
jeweiligen Führungs- bzw. Synchronisationskontur in Querrichtung beabstandet ist.
Querrichtung meint im Sinne der Erfindung die Richtung quer zur Verlaufsrichtung der
Einlaufkonturen bzw. quer zu der Ebene, in der sich die Pressbackenhälften zwischen
der Offenstellung und der Schließstellung bewegen.
[0019] Gemäß der vorangehenden Ausgestaltung läuft das Führungsgegenstück, beispielsweise
der Führungsbolzen, an bzw. in der Synchronisationskontur entlang, wenn die jeweilige
Synchronisationsplatte relativ zu der Pressbackenhälfte bewegt wird. Der Verlauf der
Synchronisationskontur ist dabei so gewählt, dass sich die jeweilige Zusatzeinlaufkontur
auf einer vorbestimmten Bahn relativ zu den Pressbackenhälften zwischen der inaktiven
Position und der aktiven Position verlagert.
[0020] Gemäß einer zusätzlichen Ausgestaltung ist jeweils mindestens eine Führungskontur,
insbesondere mindestens ein Führungsschlitz oder mindestens eine Führungsnut, auch
in der oberen und unteren Pressbackenhälfte ausgebildet, wobei die Führungskontur
mit einem dazu beweglichen Führungsgegenstück, insbesondere einem Führungsvorsprung
oder Führungsbolzen, zusammenwirkt. Insbesondere kann die obere und untere Pressbackenhälfte
mindestens zwei solcher Führungskonturen aufweisen, die mit entsprechenden Führungsgegenstücken
zusammenwirken. Auch hier ist das Führungsgegenstück, beispielsweise der Führungsbolzen,
insbesondere an derjenigen Synchronisationsplatte verankert, die zu der jeweiligen
Führungskontur in Querrichtung benachbart ist. Der Verlauf der Führungskontur ist
hier so gewählt, dass sich durch Bewegen des Führungsgegenstücks, beispielsweise des
Führungsbolzens, die jeweilige Synchronisationsplatte auf einer vorbestimmten Bahn
relativ zu den Pressbackenhälften bewegt, die zusätzlich durch den Verlauf der Führungskontur
in der Synchronisationsplatte mitbestimmt wird. Dabei ist es denkbar, dass das Führungsgegenstück,
also beispielsweise der Führungsbolzen, in Querrichtung und/oder in oder entgegen
der Längsrichtung (Richtung von den Einlaufkonturen zum Pressmaul) aus der Pressbacke
herausragt und/oder mit einem Griffstück zur Handbetätigung versehen ist. Auf diese
Weise kann im Bedarfsfall der Bediener die Synchronisationsplatten von Hand bewegen
und dadurch eine Umschaltung zwischen der genannten aktiven und der genannten inaktiven
Position bewirken, wodurch die Zusatzeinlaufkontur relativ zur Haupteinlaufkontur
verlagert wird. Dabei ist es auch denkbar, dass das Führungsgegenstück, also beispielsweise
der aus der Pressbacke herausragende und/oder mit einem Griffstück versehene Führungsbolzen,
gegen eine Federkraft bewegt werden muss, wenn besagtes Führungsgegenstück bzw. besagter
Führungsbolzen aus seinen beiden Endstellungen, das heißt der der aktiven Position
der Zusatzeinlaufkontur entsprechenden Stellung und der der inaktiven Position der
Zusatzeinlaufkontur entsprechenden Stellung, bewegt wird. Eine Federvorspannung kann
als Sicherung gegen unbeabsichtigtes Umschalten oder zur Vereinfachung des Umschaltens
in einer oder beiden Richtungen dienen.
[0021] Gemäß noch einer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Pressbacke sind die obere Pressbackenhälfte
und die untere Pressbackenhälfte in der Offenstellung so zueinander angeordnet, dass
die obere und untere Haupteinlaufkontur im Wirkbereich und die obere und untere Zusatzeinlaufkontur
außerhalb des Wirkbereichs eines Antriebselements eines Pressbackenantriebs liegt.
Entsprechend können die obere Pressbackenhälfte und die untere Pressbackenhälfte in
der Schließstellung so zueinander angeordnet sein, dass die obere und untere Haupteinlaufkontur
außerhalb des Wirkbereichs und die obere und untere Zusatzeinlaufkontur im Wirkbereich
des Antriebselements des Pressbackenantriebs liegt. Auf diese Weise beeinflussen bzw.
stören sich die beiden Einlaufkonturen, das heißt die Haupteinlaufkontur einerseits
und die Zusatzeinlaufkontur andererseits, nicht, wenn eine der Einlaufkonturen aktiviert
ist, also im Wirkbereich des Antriebselements liegt. Wie gesagt ist es auch denkbar,
dass die jeweilige Haupteinlaufkontur, bevor oder während die jeweilige Zusatzeinlaufkontur
aktiviert wird, aus ihrer vorherigen Position wegbewegt wird, um auf diese Weise das
Zuschalten bzw. Aktivieren der jeweiligen Zusatzeinlaufkontur nicht zu stören. Dabei
kann die Haupteinlaufkontur insbesondere auch unabhängig von der Stellung der zugeordneten
Pressbackenhälfte zwischen einer aktivierten und einer deaktivierten Stellung relativ
zu der Pressbackenhälfte bewegt werden.
[0022] Gemäß wiederum einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Pressbacke sind
die Pressbackenhälften und/oder Synchronisationsplatten derart ausgebildet, dass die
obere Pressbackenhälfte und die untere Pressbackenhälfte in einer Zwischenstellung
angeordnet sein müssen, damit die erste und zweite Synchronisationsplatte jeweils
relativ zu sowohl der oberen Pressbackenhälfte als auch der unteren Pressbackenhälfte
bewegbar ist. Dabei ist es bevorzugt, wenn in jeder anderen Stellung als der Zwischenstellung,
das heißt insbesondere auch in der Offenstellung und in der Schließstellung, die erste
und zweite Synchronisationsplatte blockiert ist. Nur in der Zwischenstellung ist daher
ein Umschalten in diesem Fall zwischen der aktiven Position der Zusatzeinlaufkontur
und der inaktiven Position der Zusatzeinlaufkontur möglich.
[0023] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Pressbacke sind die obere
Pressbackenhälfte und die untere Pressbackenhälfte in einer Zwischenstellung, insbesondere
in der Zwischenstellung, in der das zuvor beschriebene Umschalten zwischen der aktiven
und inaktiven Position der Zusatzeinlaufkontur erfolgt, blockierbar bzw. arretierbar.
Auf diese Weise erfolgt eine Sicherung der Pressbackenhälften gegen ein unbeabsichtigtes
Auseinanderbewegen. Dadurch wird verhindert, dass beim Umschalten zwischen besagter
aktiven und inaktiven Position der Zusatzeinlaufkontur sich die Pressbacke von dem
zu verpressenden Bauteil unbeabsichtigt löst. Entsprechend wird auch vermieden, dass
der Bediener der Pressbacke beim Umschalten zwischen der aktiven und inaktiven Position
das zu verpressende Bauteil in dem momentanen teilverpressten Zustand halten muss.
Eine Blockierung bzw. Arretierung der Pressbackenhälften in der Zwischenstellung erfolgt
insbesondere mit einem Sperrstift bzw. Sicherungsstift, der die beiden Pressbackenhälften
relativ zueinander feststellt. Bevorzugt erfolgt das Blockieren automatisch durch
die Bewegung der Pressbackenhälften, so dass der Sperrstift relativ zu den Pressbackenhälften
automatisch in der Zwischenstellung in eine Sperrposition gelangt.
[0024] Gemäß noch einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Pressbacke besteht
die obere Pressbackenhälfte und/oder die untere Pressbackenhälfte jeweils aus mehreren
Platten, insbesondere aus einem Plattenpaar, wobei die mehreren Platten, insbesondere
das Plattenpaar, mindestens zwei in Querrichtung nebeneinander und beabstandet zueinander
angeordnete Platten umfasst, die insbesondere dieselbe Form haben. Auf diese Weise
wird im Innern der jeweiligen Pressbackenhälfte, nämlich zwischen den mindestens zwei
einzelnen Platten, ein Hohlraum bzw. Spalt ausgebildet, in welchem die Bauteile gelagert
werden können, die zum Umschalten zwischen der aktiven und der inaktiven Position
der Zusatzeinlaufkontur dienen. Insbesondere können in diesem Spalt die Synchronisationsplatten
und/oder Konturelemente, zumindest abschnittsweise, angeordnet werden. Dabei ist es
denkbar, dass die Konturelemente im Schnitt T-förmig geformt sind, wobei der Mittelsteg
des "T"-Profils im besagten Zwischenraum zwischen den mindestens zwei einzelnen Platten
geführt wird und der übrige Teil, der die Zusatzeinlaufkontur bildet, außerhalb des
Zwischenraums bewegt wird. Dabei kann der außerhalb des Zwischenraums angeordnete
Abschnitt des Konturelements in Querrichtung mindestens eine Breite haben, die dem
Abstand der Außenseiten der mindestens zwei einzelnen Platten entspricht, die die
jeweilige Pressbackenhälfte bilden. Mit anderen Worten ist der Teil des Konturelements,
der die Zusatzeinlaufkontur bildet, mindestens genauso breit wie die jeweilige Pressbackenhälfte
und damit mindestens genauso breit wie die jeweilige Haupteinlaufkontur.
[0025] In dem Fall, dass die Pressbackenhälften jeweils von mehreren Platten gebildet werden,
kann wie gesagt vorgesehen sein, dass die erste und/oder zweite Synchronisationsplatte
in Querrichtung zwischen den mindestens zwei Platten der oberen Pressbackenhälfte
und/oder zwischen den mindestens zwei Platten der unteren Pressbackenhälfte angeordnet
ist. Auf diese Weise sind die Synchronisationsplatten auch vor Beschädigung optimal
geschützt.
[0026] Gemäß wiederum einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Pressbacke sind
die erste und zweite Synchronisationsplatte in Querrichtung nebeneinander und drehsymmetrisch
(achssymmetrisch) zueinander angeordnet. Die Synchronisationsplatten haben also dieselbe
Form und sind um eine Achse, die in Querrichtung verläuft, gedreht zueinander angeordnet.
Auf diese Weise wird ein besonders einfacher Aufbau und auch eine besonders einfache
Herstellung der Pressbacke gewährleistet.
[0027] Die erste und zweite Synchronisationsplatte ist gemäß noch einer Ausgestaltung der
erfindungsgemäßen Pressbacke aus Blech geformt und insbesondere aus einem Blech gestanzt.
Die obere und untere Pressbackenhälfte und/oder das obere und untere Konturelement
können, da auf diese im Bereich der jeweiligen Einlaufkontur relativ hohe Kräfte einwirken,
aus einem Metallgussteil, oder aber ebenfalls aus einem Blech, insbesondere Metallstanzteil,
bestehen.
[0028] Die Aufgabe wird ferner gemäß einer zweiten Lehre der vorliegenden Erfindung gelöst
durch ein Presswerkzeug mit einer Pressbacke, wie sie zuvor definiert wurde. Zusätzlich
kann das Presswerkzeug einen Pressbackenantrieb umfassen, wie er ebenfalls bereits
beschrieben wurde, wobei das Antriebselement des Pressbackenantriebs insbesondere
ein Rollenpaar ist. Der Pressbackenantrieb kann einen hydraulisch oder pneumatisch
aktuierbaren, insbesondere translatorisch bewegbaren, Stempel aufweisen, der zwischen
die beiden Pressbackenhälften derart verfahrbar ist, dass das Antriebselement, beispielsweise
das Rollenpaar, an der Haupteinlaufkontur und (im aktivierten Zustand) an der Zusatzeinlaufkontur
der jeweiligen Pressbackenhälfte entlang bewegbar ist.
[0029] Schließlich wird die Aufgabe gemäß einer dritten Lehre der vorliegenden Erfindung
gelöst durch ein Verfahren zum Herstellen einer Pressverbindung mittels einer Pressbacke
enthaltend eine obere um eine erste Schwenkachse schwenkbare Pressbackenhälfte mit
einer oberen Haupteinlaufkontur, eine untere um eine zweite Schwenkachse schwenkbare
Pressbackenhälfte mit einer unteren Haupteinlaufkontur, ein oberes Konturelement mit
einer oberen Zusatzeinlaufkontur, das mit der oberen Pressbackenhälfte derart zusammenwirkt,
dass sich eine Bewegung des oberen Konturelements auf die obere Pressbackenhälfte
überträgt, ein unteres Konturelement mit einer unteren Zusatzeinlaufkontur, das mit
der unteren Pressbackenhälfte derart zusammenwirkt, dass sich eine Bewegung des unteren
Konturelements auf die untere Pressbackenhälfte überträgt, insbesondere mittels einer
Pressbacke, wie diese zuvor definiert wurde, bei dem die Pressbackenhälften zunächst
von der Offenstellung in eine Zwischenstellung bewegt werden (erster Hub), indem ein
Antriebselement eines Pressbackenantriebs entlang der oberen und unteren Haupteinlaufkontur
bewegt wird und diese dadurch auseinander bewegt, bei dem in der Zwischenstellung
die obere Zusatzeinlaufkontur relativ zu der oberen Haupteinlaufkontur und die untere
Zusatzeinlaufkontur relativ zu der unteren Haupteinlaufkontur verlagert wird und bei
dem die Pressbackenhälften anschließend von der Zwischenstellung in die Schließstellung
bewegt werden (zweiter Hub), indem das Antriebselement entlang der oberen und unteren
Zusatzeinlaufkontur bewegt wird und diese dadurch auseinander bewegt, wodurch wiederum
die obere und untere Haupteinlaufkontur noch weiter auseinander bewegt werden.
[0030] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist gemäß einer Ausgestaltung vorgesehen, dass
in der Zwischenstellung, bevor die obere Zusatzeinlaufkontur relativ zu der oberen
Haupteinlaufkontur und die untere Zusatzeinlaufkontur relativ zu der unteren Haupteinlaufkontur
verlagert wird, das Antriebselement in die Richtung zurückbewegt wird, in der sich
das Antriebselement relativ zu den Pressbackenhälften in der Offenstellung befindet.
[0031] Ferner ist gemäß noch einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgesehen,
dass sich in der Zwischenstellung, um die obere Zusatzeinlaufkontur relativ zu der
oberen Haupteinlaufkontur und die untere Zusatzeinlaufkontur relativ zu der unteren
Haupteinlaufkontur zu verlagern, eine erste Synchronisationsplatte, mit der das obere
Konturelement derart verbunden ist, dass sich eine Bewegung der ersten Synchronisationsplatte
auf das obere Konturelement überträgt, und eine zweite Synchronisationsplatte, mit
der das untere Konturelement derart verbunden ist, dass sich eine Bewegung der zweiten
Synchronisationsplatte auf das untere Konturelement überträgt, jeweils relativ zu
sowohl der oberen Pressbackenhälfte als auch der unteren Pressbackenhälfte bewegt.
[0032] Wie gesagt wird dabei bevorzugt die erste und zweite Synchronisationsplatte gleichzeitig
und insbesondere von Hand bewegt.
[0033] Vorsorglich sei darauf hingewiesen, dass zwar vorangehend immer von einem oberen
und einem unteren Konturelement sowie von einer oberen und einer unteren Zusatzeinlaufkontur
die Rede ist. Dies schließt aber nicht aus, dass auch mehrere obere und/oder untere
Konturelemente je Pressbackenhälfte bzw. mehrere obere und untere Zusatzeinlaufkonturen
je Konturelement vorhanden sein können. Grundsätzlich gilt dies auch für die Haupteinlaufkonturen,
wobei jedoch vorzugsweise genau eine Haupteinlaufkontur der jeweiligen Pressbackenhälfte,
die durch die Haupteinlaufkontur bewegt wird, zugeordnet ist bzw. damit verbunden
ist.
[0034] Es gibt nun eine Vielzahl von Möglichkeiten, die erfindungsgemäße Pressbacke, das
erfindungsgemäße Presswerkzeug und das erfindungsgemäße Verfahren auszugestalten und
weiterzubilden. Hierzu sei einerseits verwiesen auf die dem Patentanspruch 1 nachgeordneten
Patentansprüche, andererseits auf die Beschreibung von Ausführungsbeispielen in Verbindung
mit der Zeichnung. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1a)
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Pressbacke,
- Fig. 1b)
- eine Vorderansicht der Pressbacke aus Fig. 1a),
- Fig. 2
- eine Explosionszeichnung der Pressbacke aus Fig. 1a),
- Fig. 3a) bis g)
- verschiedene Arbeitspositionen der Pressbacke aus Fig. 1a) als Teil eines Presswerkzeugs
bei der Herstellung einer Pressverbindung und
- Fig. 4
- die Funktion eines Sperrmechanismus für die Pressbacke aus Fig. 1a).
[0035] In den Figuren 1a) und b) ist in einer Seitenansicht (Fig. 1a)) und Vorderansicht
(Fig. 1b)) eine Pressbacke 1 zum Herstellen einer Pressverbindung dargestellt. Die
Pressbacke 1 weist eine obere um eine erste Schwenkachse X1 schwenkbare Pressbackenhälfte
2 mit einer oberen Haupteinlaufkontur 2.1 und eine untere um eine zweite Schwenkachse
X2 schwenkbare Pressbackenhälfte 3 mit einer unteren Haupteinlaufkontur 3.1 auf. Wie
in den Figuren 3a) und b) zu erkennen ist, wirkt die Haupteinlaufkontur 2.1 und die
Haupteinlaufkontur 3.1 mit einem Antriebselement 12.1 in Form eines Rollenpaares zusammen,
das Bestandteil eines Pressbackenantriebs 12 ist. Der Pressbackenantrieb 12 bzw. das
Antriebselement 12.1 ist hier hydraulisch in einer Richtung vom hinteren zum vorderen
Pressbackenende bewegbar (durch einen Pfeil dargestellt) und drückt dadurch die Pressbackenhälften
2 und 3 am hinteren Ende der Pressbacke auseinander, wodurch sich die Pressbackenhälften
am vorderen Ende, das heißt dem Pressmaul, aufeinander zu bewegen bzw. schließen.
[0036] Die Pressbacke 1 weist ferner ein oberes Konturelement 4 mit einer oberen Zusatzeinlaufkontur
4.1 und ein unteres Konturelement 5 mit einer unteren Zusatzeinlaufkontur 5.1 auf.
Das obere Konturelement 4 wirkt mit der oberen Pressbackenhälfte 2 derart zusammen,
dass sich eine Bewegung des oberen Konturelements 4 auf die obere Pressbackenhälfte
2 überträgt. Entsprechendes gilt auch für das untere Konturelement 5, das mit der
unteren Pressbackenhälfte 3 derart zusammenwirkt, dass sich eine Bewegung auf die
untere Pressbackenhälfte 3 überträgt.
[0037] Die obere Pressbackenhälfte 2 und die untere Pressbackenhälfte 3 sind, wie die Figuren
3a) bis g) zeigen, von einer Offenstellung (Fig. 3a)) über eine Zwischenstellung (Figuren
3b) bis e)) in eine Schließstellung (Fig. 3g)) bewegbar. Dabei ist die obere Zusatzeinlaufkontur
4.1 relativ zu der oberen Haupteinlaufkontur 2.1 und die untere Zusatzeinlaufkontur
5.1 relativ zu der unteren Haupteinlaufkontur 3.1 verlagerbar, wie im Folgenden noch
näher beschrieben wird.
[0038] In den Figuren 3a) und b) ist dargestellt, wie ein erster Hub ausgeführt wird von
der Offenstellung in die Zwischenstellung, indem der Pressbackenantrieb 12 das Rollen
enthaltende Antriebselement 12.1 an den Haupteinlaufkonturen 2.1 und 3.1 entlang bewegt.
Die Figuren 3c) bis e) zeigen dann, wie in der Zwischenstellung die Zusatzeinlaufkonturen
4.1 und 5.1 von einer inaktiven in eine aktive Position verlagert werden, in denen
sie die jeweilige Haupteinlaufkontur 2.1 bzw. 3.1 teilweise zum hinteren Pressbackenende
hin abdecken und in den Wirkbereich des Antriebselements 12.1 ragen. Für den Umschaltvorgang
von der inaktiven in die aktive Position wird der Pressbackenantrieb 12 zunächst in
die Ausgangsstellung zurückgefahren, die er in Fig. 3a) ursprünglich eingenommen hat.
Nachdem die Zusatzeinlaufkonturen 4.1 und 5.1 aktiviert worden sind, wird der Pressbackenantrieb
12 erneut betätigt, wodurch die Pressbackenhälften 2 und 3 einen zweiten Hub von der
Zwischenstellung in die Schließstellung ausführen, was in den Figuren 3e) bis g) dargestellt
ist. In der Schließstellung (Fig. 3g)) beträgt der Öffnungswinkel des Pressmauls 0°.
[0039] Die Bauteile, die die Aktivierung und Deaktivierung bzw. Verlagerung der Zusatzeinlaufkonturen
4.1 und 5.1 zwischen der inaktiven und der aktiven Position ermöglichen, sind in der
Explosionszeichnung in Fig. 2 im Detail dargestellt. So weist die Pressbacke 1 eine
erste Synchronisationsplatte 6 und eine zweite Synchronisationsplatte 7 auf. Die erste
Synchronisationsplatte 6 ist mit dem oberen Konturelement 4 fest verschraubt, und
zwar derart, dass sich eine Bewegung der ersten Synchronisationsplatte 6 auf das obere
Konturelement 4 überträgt. In entsprechender Weise ist die zweite Synchronisationsplatte
7 mit dem unteren Konturelement 5 verbunden. Die erste Synchronisationsplatte 6 und
die zweite Synchronisationsplatte 7 ist jeweils relativ zu sowohl der oberen als auch
der unteren Pressbackenhälfte 2 und 3 bewegbar.
[0040] In der ersten und zweiten Synchronisationsplatte 6 und 7 ist jeweils als Synchronisationskontur
ein Führungsschlitz 6.1 bzw. 7.1 ausgebildet, der mit einem Führungsbolzen 8a bzw.
8b als Führungsgegenstück zusammenwirkt. Der Führungsbolzen 8a bzw. 8b ist dabei an
derjenigen Pressbackenhälfte 2 bzw. 3 verankert, die zu dem jeweiligen Führungsschlitz
6.1 bzw. 7.1 in Querrichtung X benachbart ist.
[0041] Ferner ist in beiden Pressbackenhälften 2 und 3 jeweils ein erster Führungsschlitz
2.2 bzw. 3.2 und ein zweiter Führungsschlitz 2.3 bzw. 3.3 ausgebildet. Der Führungsschlitz
2.2 wirkt mit einem Führungsbolzen 10a und der Führungsschlitz 3.2 mit einem Führungsbolzen
10b zusammen. Der weitere Führungsschlitz 2.3 wirkt mit einem weiteren Führungsbolzen
9a und der weitere Führungsschlitz 3.3 mit einem Führungsbolzen 9b zusammen. Die Führungsbolzen
sind alle an derjenigen Synchronisationsplatte 6 bzw. 7 verankert, die in Querrichtung
X zu dem zugehörigen Führungsschlitz 2.2, 2.3, 3.2, 3.3 benachbart ist. Die beiden
Führungsbolzen 10a und 10b sind ferner mit Griffstücken 11a und 11b versehen, mit
denen die Bolzen 10a und 10b im Führungsschlitz 2.2 bzw. 3.2 verlagert werden können.
[0042] Der Verlauf aller Führungsschlitze 2.2, 2.3, 3.2, 3.3, 6.1, 7.1 sowohl in den Pressbackenhälften
2 und 3 als auch in den Synchronisationsplatten 6 und 7 ist jeweils so gewählt, dass
bei Betätigung bzw. Verlagerung der Führungsbolzen 10a und 10b die Synchronisationsplatten
6 und 7 zusammen mit den Konturelementen 4 und 5 so verdreht und verschoben werden,
dass die zugehörigen Zusatzeinlaufkonturen 4.1 und 5.1 zwischen einer inaktiven und
einer aktiven Position, wie dies zuvor erläutert wurde, umgeschaltet werden können.
[0043] Insbesondere sind die obere Pressbackenhälfte 2 und die untere Pressbackenhälfte
3 in der Offenstellung so zueinander angeordnet, dass die obere und untere Haupteinlaufkontur
2.1 und 3.1 im Wirkbereich und die obere und untere Zusatzeinlaufkontur 4.1 und 5.1
außerhalb des Wirkbereichs des Antriebselements 12.1 des Pressbackenantriebs 12 liegt.
In der Schließstellung sind die obere und untere Pressbackenhälfte 2 und 3 so angeordnet,
dass die obere und untere Haupteinlaufkontur 2.1 und 3.1 außerhalb des Wirkbereichs
und die obere und untere Zusatzeinlaufkontur 4.1 und 5.1 im Wirkbereich des Antriebselements
12.1 liegt. Ferner ist vorgesehen, dass die beiden Pressbackenhälften 2 und 3 sowie
die Synchronisationsplatten 6 und 7 so angeordnet und geformt sind, dass die Pressbackenhälften
2 und 3 in der bereits erwähnten Zwischenstellung angeordnet sein müssen, damit die
Synchronisationsplatten 6 und 7 jeweils relativ zu den Pressbackenhälften 2 und 3
bewegt werden können. In jeder anderen Stellung als der Zwischenstellung sind die
Synchronisationsplatten 6 und 7, die hier drehsymmetrisch ausgebildet und angeordnet
sind, blockiert.
[0044] Wie Fig. 2 besonders anschaulich zeigt, bestehen die Pressbackenhälften 2 und 3 jeweils
aus einem Plattenpaar, welches wiederum jeweils aus in Querrichtung X nebeneinander
und beabstandet zueinander angeordneten Platten 2a und 2b bzw. 3a und 3b besteht,
die dieselbe Form haben. Die solchermaßen ausgebildeten Pressbackenhälften 2 und 3
werden von Seitenplatten 13a und 13b zusammengehalten, die wiederum zur Aufnahme zweier
Hauptbolzen 14a und 14b dienen, an denen letztlich die Pressbackenhälften 2 und 3
schwenkbar gelagert sind.
[0045] Wie in Fig. 2 ferner auch zu erkennen ist, sind verschiedene Zugfedern 15 vorgesehen,
von denen einige die Bewegungen der Bauteile unterstützen, die die Verlagerung der
Zusatzeinlaufkonturen 4.1 und 5.1 zwischen der aktiven und der inaktiven Position
bewirken, und von denen einige durch Vorspannung helfen, verschiedene Stellungen der
Bauteile untereinander beizubehalten.
[0046] Schließlich ist in Fig. 2 auch ein sogenannter Sperrstift 16a bzw. 16b je Pressbackenhälfte
2 bzw. 3 dargestellt, mit dessen Hilfe die Pressbackenhälften 2 und 3 in der Zwischenstellung
blockierbar sind. Der dadurch realisierte Sperrmechanismus wird im Folgenden anhand
von Fig. 4 erläutert.
[0047] Zur Realisierung der erwähnten zwei Hübe in der Pressbacke 1 ist es wünschenswert,
wenn ein Sperrmechanismus die Öffnung der Pressbacke 1 zwischen dem ersten Hub und
dem zweiten Hub blockiert bzw. sperrt, so dass der Bediener die Pressbacke 1 nicht
abnehmen bzw. die Verpressung nicht abbrechen kann. Der Sperrmechanismus hat vier
Schaltstellungen inne, die in Fig. 4, Bild 11 dargestellt sind und die durch ein federndes
Kugeldruckstück stabilisiert werden können. Der Sperrstift 16a kann in axialer Richtung
y
s und in Richtung des Langlochs 20 im Hohlbolzen 17a geschaltet werden. Zu Beginn ist
der Sperrstift 16a in der in Fig. 4, Bild 1 dargestellten Seitenplatte 2a eingetaucht
und wird mit zunehmender Schließbewegung durch die Führungsnut 18a in der Seitenplatte
2a in axialer Richtung y
s in die gegenüberliegende Seitenplatte 2b geschaltet (Fig. 4, Bild 2 und 3). Ein Hinterschnitt
in der Seitenplatte 2b verhindert daraufhin die Umkehr der Rotationsbewegung der Pressbacke
1 (Fig. 4, Bild 10). Bei fortlaufender Schließbewegung wird der Sperrstift 16a in
Richtung des Langlochs 20 nach innen geschaltet (Fig. 4, Bild 4 und 5). Nach Abschluss
der Verpressung kehrt der Sperrstift 16a auf der zweiten Führungsnut zurück und wird
zunächst axial geschaltet (Fig. 4, Bild 6 und 7) und im Anschluss in Richtung des
Langlochs 20 nach außen geschaltet (Fig. 4, Bild 8 und 9). Auf diese Weise ist der
Sperrstift 16a wieder in der Ausgangsposition aus Fig. 4, Bild 2 angekommen, womit
die Pressbacke 1 wieder vollständig geöffnet werden kann.
1. Pressbacke (1) zum Herstellen einer Pressverbindung, enthaltend:
- eine obere um eine erste Schwenkachse (X1) schwenkbare Pressbackenhälfte (2) mit
einer oberen Haupteinlaufkontur (2.1),
- eine untere um eine zweite Schwenkachse (X2) schwenkbare Pressbackenhälfte (3) mit
einer unteren Haupteinlaufkontur (3.1),
- ein oberes Konturelement (4) mit einer oberen Zusatzeinlaufkontur (4.1), das mit
der oberen Pressbackenhälfte (2) derart zusammenwirkt, dass sich eine Bewegung des
oberen Konturelements (4) auf die obere Pressbackenhälfte (2) überträgt,
- ein unteres Konturelement (5) mit einer unteren Zusatzeinlaufkontur (5.1), das mit
der unteren Pressbackenhälfte (3) derart zusammenwirkt, dass sich eine Bewegung des
unteren Konturelements (5) auf die untere Pressbackenhälfte (3) überträgt,
wobei die obere Pressbackenhälfte (2) und die untere Pressbackenhälfte (3) relativ
zueinander von einer Offenstellung in eine Schließstellung bewegbar sind und wobei
die obere Zusatzeinlaufkontur (4.1) relativ zu der oberen Haupteinlaufkontur (2.1)
und die untere Zusatzeinlaufkontur (5.1) relativ zu der unteren Haupteinlaufkontur
(3.1) verlagerbar ist.
2. Pressbacke (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die obere und untere Zusatzeinlaufkontur (4.1, 5.1), insbesondere gleichzeitig, zwischen
einer inaktiven und einer aktiven Position verlagerbar sind, wobei insbesondere die
jeweilige Zusatzeinlaufkontur (4.1, 5.1) die jeweilige Haupteinlaufkontur (2.1, 3.1)
teilweise oder vollständig in der aktiven Position abdeckt.
3. Pressbacke (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass sie ferner enthält:
- eine erste Synchronisationsplatte (6), mit der das obere Konturelement (4) derart
verbunden ist, dass sich eine Bewegung der ersten Synchronisationsplatte (6) auf das
obere Konturelement (4) überträgt, und
- eine zweite Synchronisationsplatte (7), mit der das untere Konturelement (5) derart
verbunden ist, dass sich eine Bewegung der zweiten Synchronisationsplatte (7) auf
das untere Konturelement (5) überträgt,
wobei die erste Synchronisationsplatte (6) und die zweite Synchronisationsplatte (7)
jeweils relativ zu sowohl der oberen Pressbackenhälfte (2) als auch der unteren Pressbackenhälfte
(3) bewegbar ist, wobei in der ersten und zweiten Synchronisationsplatte (6, 7) insbesondere
jeweils mindestens eine Führungskontur (6.1, 7.1) ausgebildet ist, die mit einem dazu
beweglichen Führungsgegenstück (8a, 8b) zusammenwirkt, das vorzugsweise an derjenigen
Pressbackenhälfte (2, 3) verankert ist, die zu der jeweiligen Führungskontur (6.1,
7.1) in Querrichtung (X) benachbart ist.
4. Pressbacke (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass in der oberen und unteren Pressbackenhälfte (2, 3) jeweils mindestens eine Führungskontur
(2.2, 2.3, 3.2, 3.3) ausgebildet ist, die mit einem dazu beweglichen Führungsgegenstück
(9a, 9b, 10a, 10b) zusammenwirkt, das vorzugsweise an derjenigen Synchronisationsplatte
(6, 7) verankert ist, die zu der jeweiligen Führungskontur (2.2, 2.3, 3.2, 3.3) in
Querrichtung (X) benachbart ist, wobei das Führungsgegenstück (10a, 10b) insbesondere
in Querrichtung und/oder Längsrichtung aus der Pressbacke (1) herausragt und/oder
mit einem Griffstück (11a, 11b) zur Handbetätigung versehen ist.
5. Pressbacke (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die obere Pressbackenhälfte (2) und die untere Pressbackenhälfte (3) in der Offenstellung
so zueinander angeordnet sind, dass die obere und untere Haupteinlaufkontur (2.1,
3.1) im Wirkbereich und die obere und untere Zusatzeinlaufkontur (4.1, 5.1) außerhalb
des Wirkbereichs eines Antriebselements (12.1) eines Pressbackenantriebs (12) und/oder
die obere Pressbackenhälfte (2) und die untere Pressbackenhälfte (3) in der Schließstellung
so zueinander angeordnet sind, dass die obere und untere Haupteinlaufkontur (2.1,
3.1) außerhalb des Wirkbereichs und die obere und untere Zusatzeinlaufkontur (4.1,
5.1) im Wirkbereich des Antriebselements (12.1) des Pressbackenantriebs (12) liegt.
6. Pressbacke (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Pressbackenhälften (2, 3) und/oder Synchronisationsplatten (6, 7) derart ausgebildet
sind, dass die obere Pressbackenhälfte (2) und die untere Pressbackenhälfte (3) in
einer Zwischenstellung angeordnet sein müssen, damit die erste und zweite Synchronisationsplatte
(6, 7) jeweils relativ zu sowohl der oberen Pressbackenhälfte (2) als auch der unteren
Pressbackenhälfte (3) bewegbar ist, wobei in jeder anderen Stellung als der Zwischenstellung
die erste und zweite Synchronisationsplatte (6, 7) insbesondere blockiert ist.
7. Pressbacke (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die obere Pressbackenhälfte (2) und die untere Pressbackenhälfte (3) in einer Zwischenstellung,
insbesondere automatisch durch die Bewegung der Pressbackenhälften (2,3), blockierbar
sind.
8. Pressbacke (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die obere Pressbackenhälfte (2) und/oder die untere Pressbackenhälfte (3) jeweils
aus mehreren Platten, insbesondere einem Plattenpaar, besteht, wobei die mehreren
Platten mindestens zwei in Querrichtung (X) nebeneinander und beabstandet zueinander
angeordnete Platten (2a, 2b, 3a, 3b) umfassen, die vorzugsweise dieselbe Form haben,
wobei insbesondere die erste und/oder zweite Synchronisationsplatte (6, 7) in Querrichtung
(X) zwischen den beiden Platten (2a, 2b) des Plattenpaares der oberen Pressbackenhälfte
(2) und/oder zwischen den beiden Platten (3a, 3b) des Plattenpaares der unteren Pressbackenhälfte
(3) angeordnet sind.
9. Pressbacke (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und zweite Synchronisationsplatte (6, 7) in Querrichtung (X) nebeneinander
und drehsymmetrisch zueinander angeordnet sind.
10. Pressbacke (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und zweite Synchronisationsplatte (6, 7) aus Blech geformt ist.
11. Pressbacke (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die obere und untere Pressbackenhälfte (2, 3) und/oder das obere und untere Konturelement
(4, 5) aus einem Metallgussteil oder Metallstanzteil besteht.
12. Presswerkzeug mit einer Pressbacke (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche.
13. Verfahren zum Herstellen einer Pressverbindung mittels einer Pressbacke (1) enthaltend
eine obere um eine erste Schwenkachse (X1) schwenkbare Pressbackenhälfte (2) mit einer
oberen Haupteinlaufkontur (2.1), eine untere um eine zweite Schwenkachse (X2) schwenkbare
Pressbackenhälfte (3) mit einer unteren Haupteinlaufkontur (3.1), ein oberes Konturelement
(4) mit einer oberen Zusatzeinlaufkontur (4.1), das mit der oberen Pressbackenhälfte
(2) derart zusammenwirkt, dass sich eine Bewegung des oberen Konturelements (4) auf
die obere Pressbackenhälfte (2) überträgt, ein unteres Konturelement (5) mit einer
unteren Zusatzeinlaufkontur (5.1), das mit der unteren Pressbackenhälfte (3) derart
zusammenwirkt, dass sich eine Bewegung des unteren Konturelements (5) auf die untere
Pressbackenhälfte (3) überträgt, insbesondere mittels einer Pressbacke (1) nach einem
der Ansprüche 1 bis 11,
- bei dem die Pressbackenhälften (2, 3) zunächst von der Offenstellung in eine Zwischenstellung
bewegt werden, indem ein Antriebselement (12.1) eines Pressbackenantriebs (12) entlang
der oberen und unteren Haupteinlaufkontur (2.1, 3.1) bewegt wird und diese dadurch
auseinander bewegt,
- bei dem in der Zwischenstellung die obere Zusatzeinlaufkontur (4.1) relativ zu der
oberen Haupteinlaufkontur (2.1) und die untere Zusatzeinlaufkontur (5.1) relativ zu
der unteren Haupteinlaufkontur (3.1) verlagert wird und
- bei dem die Pressbackenhälften (2, 3) anschließend von der Zwischenstellung in die
Schließstellung bewegt werden, indem das Antriebselement (12.1) entlang der oberen
und unteren Zusatzeinlaufkontur (4.1, 5.1) bewegt wird und diese dadurch auseinander
bewegt, wodurch wiederum die obere und untere Haupteinlaufkontur (2.1, 3.1) noch weiter
auseinander bewegt werden.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass in der Zwischenstellung, bevor die obere Zusatzeinlaufkontur (4.1) relativ zu der
oberen Haupteinlaufkontur (2.1) und die untere Zusatzeinlaufkontur (5.1) relativ zu
der unteren Haupteinlaufkontur (3.1) verlagert wird, das Antriebselement (12.1) in
die Richtung zurückbewegt wird, in der sich das Antriebselement (12.1) relativ zu
den Pressbackenhälften (2, 3) in der Offenstellung befindet.
15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass sich in der Zwischenstellung, um die obere Zusatzeinlaufkontur (4.1) relativ zu der
oberen Haupteinlaufkontur (2.1) und die untere Zusatzeinlaufkontur (5.1) relativ zu
der unteren Haupteinlaufkontur (3.1) zu verlagern, eine erste Synchronisationsplatte
(6), mit der das obere Konturelement (4) derart verbunden ist, dass sich eine Bewegung
der ersten Synchronisationsplatte (6) auf das obere Konturelement (4) überträgt, und
eine zweite Synchronisationsplatte (7), mit der das untere Konturelement (5) derart
verbunden ist, dass sich eine Bewegung der zweiten Synchronisationsplatte (7) auf
das untere Konturelement (5) überträgt, jeweils relativ zu sowohl der oberen Pressbackenhälfte
(2) als auch der unteren Pressbackenhälfte (3) bewegt, wobei die erste und zweite
Synchronisationsplatte (6, 7) insbesondere gleichzeitig bewegt werden.