[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Weiterhin
betrifft die Erfindung eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 4.
[0002] Bei der Herstellung von Spanplatten, Faserplatten und dergleichen besteht die Anforderung
nach einem gleichen Flächengewicht über die gesamte Plattenbreite.
[0003] Im Zuge der Herstellung solcher Platten wird aufbereitetes Schüttgut auf ein Transportband
aufgestreut, dann eingeebnet. Eine Scalperwalze zum Einebnen von Schüttgutmengen ist
aus der
DE 103 47 298 bekannt.
[0004] Durch das bloße Einebnen des aufgestreuten Schüttgutes wird das gewünschte gleiche
Flächengewicht über die gesamte Breite der Schüttgutbahn nicht unbedingt erreicht,
da durch Ungenauigkeiten während des Aufbereitungsprozesses örtliche Verdichtungen
und Auflockerungen vorkommen können.
[0005] Um dem zu begegnen, ist bereits in der
DE 39 38 681 bzw. in der
DE 40 15 583 A1 vorgeschlagen worden, das Transportband im Bereich der Scalpeterwalze mittels einer
Reihe von unabhängig voneinander auf- und niederbewegbarer Profilgebungselemente so
zu verformen, dass in dichteren Bereichen mehr Material als in lockeren Bereichen
abgetragen wird. Wegen der begrenzten Flexibilität des Transportbandes einerseits,
aber auch wegen der Verschachtelung und Verfilzung der Schüttgutspäne und Schüttgutfasern
andererseits, ist damit eine präzise Verformung der Oberseite der Schüttgutbahn entsprechend
den vorkommenden Flächengewichtsunterschieden nicht erreichbar. Selbst wenn dieser
Einfluss außer Acht gelassen wird, ist bei den bekannten Verfahren das Schüttgut in
relativ eng vorgegebenen Grenzen der Schüttgutdichte aufzustreuen. Soll die Dicke
der Schüttgutbahn nach der Scalperwalze beispielsweise 300 mm und das Flächengewicht
9,9 kg/m betragen, so muss die Dichte des aufgestreuten Schüttguts theoretisch, ohne
Rücksicht auf Randeinflüsse und örtliche Inhomogenitäten bei max. 20 mm Hub der Profilgebungselemente
nach der Beziehung

mit:
- ρ0
- = Schüttgutdichte
- Fgs
- = Soll-Flächengewicht
- H
- = Dicke der Schüttgutbahn nach der Scalperwalze
- Y1
- = Hub der Profilgebungselemente
zwischen
, min = 9,9/0,3 = 33 und
, max = 9,9/(0,3 - 0.02) = 35,36 g/dm liegen.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, mit dem bei erweiterten
Schüttgutdichtegrenzen vor der Scalperwalze eine präzise Einstellung des Flächengewichts
des auf dem Transportband aufliegendne und von der Scalperwalze eingeebneten Schüttguts
durchführbar ist.
[0007] Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1. Danach
wird die Schüttgutbahn in Bereichen niedrigen Flächengewichts durch Profilgebungselemente
3 von oben gesteuert verdichtet, bevor ihre Oberseite durch die Scalperwlze abtranged
egalisiert wird. Mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 2 wird ein Aufstauen
des Schüttguts vor den Profilgebungselementen vermieden.
[0008] Mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 3 wird die Obergrenze der Schüttgutdichte
vor der Scalperwalze erhöht.
[0009] Die Erfindung wird nun unter Bezugnahme auf nachfolgend angegebenen schematischen
Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen:
- Fig.1:
- ein Beispiel einer Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens in
einem ersten Seiten-Teilschnitt, bei abgesenktem unterem Profilgebungselement,
- Fig. 2:
- das Beispiel nach Fig. 1 in einem hzweiten Seiten-Teilschnitt, bei angehobenem unterem
Profilgebungselement,
- Fig. 3:
- einen Schnitt quer durch die Anordnung nach Fig. 1 und 2.
[0010] Die Schüttgutbahn 2 wird durch das Transportband 4 in Richtung des Pfeils P1 mit
Vorschubgeschwindigkeit transportiert. Im weiteren Verlauf wird die Schüttgutbahn
an ihrer Oberseite durch Profilgebungselemente 3, im Beispie Druckrollen, die jeweils
mit Vorschubgeschwindigkeit angetrieben sind, verdichtend verformt. Diese Profilgebungselemente
sind, jedes für sich, in Richtung des Doppelpfeils P2 durch Aktoren 5 auf- und niederbewegbar
und werden entsprechend der festgestellten Flächengewichtsverteilung vor der Scalperwalze
in Anpassung an die gewünschte Flächengewichtsverteilung nach der Scalperwalze in
der Höhe auf das für jeden Abschnitt 2a errechnete Maß Y2 positioniert.
[0011] In der Projektion dieser von oben wirkenden Profilgebungselemente 3 sind Profilgebungselemente
4a vorgesehen, die das Transportband 4 von unten gegen die Druckkräfte der oberen
Profilgebungselemente anheben. Diese Profilgebungselemente 4a sind einzeln in der
Höhe in Richtung des Doppelpfeils P3 bewegbar und werden entsprechend der gewünschten
Flächengewichtsverteilung auf die errechneten Masse Y1 positioniert.
[0012] Diese hier als Kufen ausgebildeten Profilgebungselemente 4a erstrecken sich mindestens
bis zur Mitte der Scalperwalze, um eine Verformung des eingestellten Schüttgutbahnprofils
vor dem Egalisieren zu vermeiden. Die schließlich durch die Scalperwalze abtragend
egalisierte Schüttgutbahn weist nach diesen Operationen über die gesamte Breite das
gleiche Flächengewicht auf. In den Grenzen der zulässigen Maximal- und Minimaldichte
des aufgestreuten Schüttguts kann aber auch jedes beliebige Flächengewichtsprofile
eingestellt werden.
[0013] Die Verteilung des Flächengewichts des aufgestreuten Schüttguts über die Breite der
Schüttgutbahn wird in bekannter Weise mittels der Röntgenzeile 6 festgestellt und
daraus werden für jeden Abschnitt 2a in der Projektion der Profilgebungselemente Durchschnitts-Dichtewerte
ρ
0 gebildet.
[0014] Ohne Rücksicht auf Randeinflüsse und örtliche Inhomogenitäten (in der Praxis sind
man diese durch empirisch ermittelte Virialfaktoren zu berücksichtigen) gelten folgende
Beziehungen:

und

mit: p = Fgs/H
(übrige Parameter siehe S. 2, Zeilen 16 ... 20 und Fig. 1, Fig. 2 und Fig. 3)
[0015] Zunächst werden nach GI. [2] Werte Y2 bei Y1 = 0 errechnet.
[0016] Ist
- a) Y2 > H1 - H, wird Y2 = H1 - H gesetzt und Y1 nach GI. [3] errechnet.
- b) HO < Y2 + H < H1, wird Y1 = H1 - HO gesetzt und Y2 nach GI. [2] neu errechnet.
- c) Y2 < HO wird Y1 = 0
[0017] Im Beispiel wie S. 2, Zeile 7ff. mit HO = 360 mm, H1 = 380 mm bewegen sich die zulässigen
Schüttgutdichten nach dem erfindungsgemäßen Verfahren zwischen

und

[0018] Wird das Verfahren ohne den Einsatz von unteren Profilgebungselementen durchgeführt,
also Y1 = 0 und H1 = HO errechnet sich die Obergrenze der Schüttgutdichte zu

[0019] Selbst ohne Einsatz von unteren Profilgebungselementen ist der Toleranzbereich der
Schüttgutdichte im Vergleich zum bekannten Verfahren erheblich vergrößert. Durch Aufnahme
des Flächengewichts vor der Scalperwalze ist eine schnelle Reaktion auf kurzweilige
Schwankungen möglich. Langwellige, system- und chargenbedingte Schwankungen lassen
sich auch durch Aufnahme des Flächengewichts nach der Scalperwalze aussteuern.
[0020] Vorrichtungsmäßig ist nach der Erfindung vorgesehen, die Schüttgutbahn in Bereichen
niedrigen Flächengewichts durch Profilgebungselemente von oben zu verdichten, bevor
ihre Oberseite durch die Scalperwalze abtragend egal isiert wird.
[0021] Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 4.
[0022] Durch den Antrieb der Druckrollen durch Reibkräfte an deren Umfang entfällt der für
sonstige Transmissionen nötige Platzbedarf.
[0023] Nach Anspruch 5 wird gegenüber einseitiger Druckrollenlagerung der für die Aufnahme
des Kippmoments nötige Platzbedarf für die Rollenhalterung verringert. Gegenüber unmittelbarer
Reibkraftübertragung von der Antriebswalze auf die Druckrollen ergeben sich durch
die nach den Ansprüchen 6 und 7 zwischengeschalteten Reibräder Vorteile hinsichtlich
Verschleissteilaustausch und Kräften der Druckrollenlager. Bei dieser Ausführung dreht
sich zudem die Antriebswalze in Richtung des Schüttgutbahnvorschubs, wodurch Störungen
im Betrieb durch Aufstauungen vor der Vorrichtung vermieden werden.
[0024] Der vorrichtungsmäßige Teil der Erfindung wird nun unter Bezugnahme auf die nachfolgend
angegebenen schematischen Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 4:
- ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Zusammenhang mit Scalperwalze
und der Schüttgutbahn in einem Seiten-Teilschnitt,
- Fig. 5:
- einen Teilschnitt quer durch Anordnung nach Fig. 4,
- Fig. 6:
- einen aufgeklappten Schnitt durch ein Reibrad und eine Druckrolle.
[0025] Die Schüttgutbahn 5 wird durch das Transportband 6 in Richtung des Pfeils P1 mit
Vorschubgeschwindigkeit transportiert.
[0026] Im weiteren Verlauf wird die Schüttgutbahn an ihrer Oberseite durch einzeln höhenverstellbare
Druckrollen 2, die über die Antriebswalze 1 und die Reibräder 4 mit Vorschubgeschwindigkeit
angetrieben sind, verdichtend verformt, bevor sie schließlich durch die Scalperwalze
7 eingeebnet wird.
[0027] Die Antriebswalze 1 ist mit der Scalperwalze synchron höhenverstellbar. Außerdem
ist das Masse, als die von den Druckrollen 2 maximal verarbeitbare Verdichtungsdicke,
zwischen Antriebswalze und Scalperwalze einstellbar.
[0028] Die Drehzahl der Antriebswalze ist mit dem Schüttgutbahnvorschub mit einer einstellbaren
Voreilung - zur Vermeidung von Aufstauungen - synchronisierbar.
[0029] Je eine Druckrolle 2 und ein Reibrad 4, einschließlich dem regulierbar druckmittelbeaufschlagten
Zylinder 8, je ein Höhenverstellsupport 9 und ein Positionieraktor 10 bilden eine
Funktionsgruppe 11. Diese Funktionsgruppen sind im Beispiel an der Absaughaube 7a
der Salperwalze befestigt.
[0030] Die Druckrollen 2 sind jeweils in zwei Teil-Druckrollen 2a und 2b aufgeteilt. Dem
entspricht die Aufteilung der Reibräder 4 in je zwei Teil-Reibräder 4a und 4b.
[0031] Durch diese Aufteilung verringert sich der Hebelarm zur Druckrollen-, bzw. Reibradhalterung,
welche somit besonders schmal ausgeführt werden können.
[0032] Im Beispiel sind die druckmittelbeaufschlagten Zylinder 8 doppeltwirkend ausgeführt.
Der Zylinderhub ist dabei so bemessen, dass bei ganz eingefahrenem Kolben das Reibrad
4 von der Antriebswalze freikommt und für Austauscharbeiten hochgeschwenkt werden
kann.
1. Verfahren zur Einstellung des Flächengewichts von auf ein Förderband aufgestreutem
Schüttgut bestehend insbesondere aus aufgestreuten Spänen und Fasern aus Holz und
anderen Werkstoffen, im Zuge der Herstellung von Spanplatten, Faserplatten und dergleichen,
wobei wenigstens eine Scalperwalze, welche etwa quer zur Förderrichtung des Förderbandes
oberhalb dieses angeordnet ist, die abfließende Schüttgutbahn abtragend egalisiert,
dadurch gekennzeichnet,
dass in Flussrichtung vor der Scalperwalze (1) die zugeführte Schüttgutbahn (2) in Abschnitten
(2a) über ihre Breitenerstreckung mittels einer Reihe von unabhängig voneinander in
der Höhe positionierbaren Profilgebungselementen (3) von oben, nach der beabsichtigten
Flächengewichtsverteilung gesteuert, verdichtet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckelemente (3) im Kontaktbereich (3a) zwischen Druckelement und Schüttgutbahn
(2) jeweils mit der Vorschubgeschwindigkeit der Schüttgutbahn angetrieben sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, das Förderband (4) im Bereich von den Profilgebungselementen (3) bis zur Scalperwalze
(1) über seine Breitenerstreckung mittels einer Reihe von unabhängig voneinander in
der Höhe positionierbaren Profilgebungselementen (4a) von unten, nach der beabsichtigten
Flächengewichtsverteilung gesteuert, angehoben wird.
4. Vorrichtung zur Profilgebung der Oberseite einer Schüttgutbahn aus aufgestreuten Spänen
und Fasern aus Holz und anderen Werkstoffen, im Zuge der Herstellung von Spanplatten,
Faserplatten und dergleichen, mittels einer Reihe von über ihre Breitenerstreckung
nebeneinander angeordneter, jeweils unabhängig voneinander in ihrer Höhe durch Positionieraktoren
einstellbarer, von einer zentralen Antriebswelle angetriebener Druckrollen,
dadurch gekennzeichnet,
die Antriebswelle als Antriebswalze (1) ausgestaltet ist, von deren Umfangsfläche
die Umfangskraft auf die Umfangsflächen der Druckrollen (2) durch Reibung übertragen
wird.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckrollen jeweils zwei Teil-Druckrollen (2a, 2b) bestehen, die in einer mittleren
Rollenhalterung (3) drehbar aufgenommen sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Antriebswelle (1) und Druckrollen (2) jeweils Reibräder (4) geschaltet sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Reibräder (4) umfangsseitig mit einem Elastomer beschichtet sind.