[0001] Die Erfindung betrifft eine Wäschespinne mit einem Standrohr und mit einem zum Öffnen
der Wäschespinne entlang des Standrohrs verschieblich gelagerten Gleitgelenk, an dem
insbesondere Tragarme oder Spreizarme der Wäschespinne angelenkt sein können und das
insbesondere durch Betätigung einer Aufzugseinrichtung aus einer unteren Stellung,
in der die Wäschespinne geschlossen ist, in eine obere Stellung, in der die Wäschespinne
geöffnetist, überführbar ist.
[0002] Wäschespinnen dieser Art sind dem Fachmann allgemein geläufig und beispielsweise
aus der
EP 0 649 935 A1 bekannt. Im zusammengeklappten Zustand der Wäschespinne befindet sich das Gleitgelenk
am unteren Ende des Standrohrs und die Tragarme sind im Wesentlichen parallel zum
Standrohr ausgerichtet bzw. an diesem angelegt. Zum Öffnen der Wäschespinne kann der
Nutzer eine Aufzugseinrichtung betätigen, beispielsweise am Ende einer Aufzugsleine
eines Leinenaufzugs ziehen. Durch die hiermit auf das Gleitgelenk ausgeübte Kraft
wird das Gleitgelenk aus der unteren Position in Richtung der oberen Position verschoben,
bis es die Endposition erreicht, in der die Tragarme, die die Wäscheleinen tragen,
bestimmungsgemäß gespreizt sind und das Gleitgelenk selbst mit dem Standrohr verrastet.
[0003] Bedingung für das Funktionieren einer solchen Aufzugseinrichtung ist, dass über den
Zug an der Aufzugsleine eine auf das Gleitgelenk wirkende und dieses nach oben fördernde
Kraft ausgeübt wird. Daher muss bei der Verwendung einer Leinenaufzugseinrichtung
die Aufzugsleine über zumindest einen Umlenkpunkt, vorzugsweise eine Umlenkrolle,
auf das Gleitgelenk wirken. Dies hat zur Folge, dass sich das Aufzugsleinenende, das
der Nutzer zur Betätigung der Leinenaufzugseinrichtung greift, bei zusammengeklappter
Wäschespinne tief unten am Standrohr angeordnet ist. Dies macht in der Regel ein Bücken
des Nutzers nicht nur beim Greifen des Aufzugsleinenendes zum Öffnen der Wäschespinne
erforderlich, sondern auch beim Schließen, wenn der Nutzer das Aufzugsleinenende zwecks
eines sanften Schließvorgangs hält, bis das Gleitgelenk in der unteren Stellung angekommen
ist.
[0004] Eine Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Wäschespinne der eingangs genannten
Art derart weiterzubilden, dass insbesondere das Öffnen der Wäschespinne für den Nutzer
bequemer gemacht wird.
[0005] Weiter sind dem Fachmann aus der bereits genannten
EP 0 649 935 A1 Wäschespinnen bekannt, bei denen das Standrohr eine zumindest zum Teil im Standrohrinneren
angeordnete Funktionsmechanik aufweist, die durch im oberen Ende des Standrohrs vorgesehene
Öffnungen hindurch auf außerhalb des Standrohrs angeordnete Bauteile wirkt. Durch
solche Öffnungen hindurch können - insbesondere wenn die Wäschespinne über einen längeren
Zeitraum geöffnet ist und sich die Trag- oder die Spreizarme nicht wie in geschlossener
Stellung schützend vor die Öffnungen legen - Schmutzpartikel, Feuchtigkeit oder Kleintiere
leicht in das Standrohrinnere gelangen. Dies kann zu Funktionseinschränkungen und
Feuchtigkeitsschäden führen.
[0006] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Wäschespinne der eingangs genannten
Art derart weiterzubilden, dass die Gefahr des Eindringens von Schmutz, Feuchtigkeit
oder Kleintieren in das Standrohrinnere verringert wird.
[0007] Beide zuvor genannten Aufgaben werden nach der Erfindung dadurch gelöst, dass oberhalb
des Gleitgelenks ein dem Gleitgelenk bei zumindest einem Teil der Öffnungsbewegung
vorauseilendes Gleitelement angeordnet ist.
[0008] Das Vorsehen eines zusätzlichen Gleitelements oberhalb des Gleitgelenks ermöglicht
zum einen, an diesem einen Umlenkpunkt für die Aufzugsleine anzubringen, so dass das
Aufzugsleinenende gegenüber den herkömmlichen Wäschespinnen mit Aufzugsleinen für
den Nutzer an einer höheren Stelle positioniert werden kann. Der Nutzer muss nicht
mehr so weit nach unten reichen, um das Aufzugsleinenende zu greifen zu können.
[0009] Zum anderen ermöglicht ein dem Gleitgelenk bei der Öffnungsbewegung vorauseilendes
Gleitelement, dass Öffnungen in der Standrohrwandung, die im geöffneten Zustand der
Wäschespinne zwischen Gleitgelenk und oberem Standrohrende vorhanden sind, auch im
geöffneten Zustand der Wäschespinne von dem Gleitelement abgedeckt werden können.
Denn mittels des oberhalb des Gleitgelenks befindlichen Gleitelements lässt sich der
Abstand vom Gleitgelenk bis zu den Öffnungen in der Standrohrwandung überbrücken,
so dass die Öffnungen vom Gleitelement, das beispielsweise von einer Gleithülse gebildetist,
überdeckt werden.
[0010] Bei einer Wäschespinne, die im Bereich des oberen Standrohrendes Öffnungen im Standrohr
aufweist, ist bevorzugt vorgesehen, dass das Gleitelement durch eine dem Gleitgelenk
bei der Öffnungsbewegung vorauseilende Gleitgelenksverlängerung gebildet ist, die
im geöffneten Zustand der Wäschespinne die Öffnungen verdeckt. Eine Gleitgelenksverlängerung
wird insbesondere eine an dem Gleitgelenk befestigte oder nur auf dem Gleitgelenk
schwerkraftbedingt aufliegende Verlängerungshülse angesehen, die das eigentliche Gleitgelenk
nach oben hin so weit verlängert, dass das als Verlängerungshülse ausgebildete Gleitelement
Öffnungen in der Wandung des Standrohrs, die vom Gleitgelenk selbst nicht überdeckt
werden würden, zu verdecken vermag. Eine solche Gleitgelenksverlängerung kann aber
selbstverständlich auch als integraler Bestandteil des Gleitgelenks werkstoffeinstückig
mit dem Gleitgelenk ausgeführt sein.
[0011] Ungeachtet der konkreten Ausgestaltung Gleitgelenksverlängerung ist diese bevorzugt
so bemessen, dass deren axiale Höhe H größer ist als die axiale Höhe h des Gleitgelenks,
insbesondere ist H mehr als doppelt so groß wie h. Sofern die Gleitgelenksverlängerung
integraler Bestandteil eines Bauteils ist, dass Gleitgelenk und Gleitgelenksverlängerung
in sich vereint, ist die Höhe H des Teils des Bauteils, das von der Gleitgelenksverlängerung
gebildet ist, ebenfalls größer, bevorzugt mindestens doppelt so groß, wie die Höhe
h des Teils des Bauteils, das das Gleitgelenk ausmacht und das für die Funktion des
Bauteils als Gleitgelenk genutzt wird und als erforderlich anzusehen ist.
[0012] Um das Aufzugsleinenende gegenüber herkömmlichen Konstruktionen weiter nach oben
zu verlagern, kann vorgesehen sein, dass die Aufzugseinrichtung von einem Leinenaufzug
gebildet ist und das am Gleitelement ein Umlenkpunkt für eine Aufzugsleine des Leinenaufzugs
angeordnet ist. Die Aufzugsleine, die nach wie vor am Gleitgelenk angreifen muss,
kann von diesem ausgehend weiter nach oben zum am Gleitelementvorgesehenen Umlenkpunkt
geführt werden, um dann im Bereich dieses Umlenkpunkts das Leinenaufzugsende zu bilden,
das der Nutzer zur Betätigung der Aufzugseinrichtung greift.
[0013] Vorteilhaft kann außerdem vorgesehen sein, dass der Umlenkpunkt oberhalb des Gleitgelenks
im Bereich des oberen Endes der Gleitgelenksverlängerung angeordnet ist und das vom
Nutzer zu greifende Aufzugsleinenende ausgehend vom Umlenkpunkt zwischen den Spreizarmen
hindurchgeführtist.
[0014] Alternativ zu einer sich unmittelbar an das eigentliche Gleitgelenk anschließenden
Gleitgelenksverlängerung kann vorgesehen sein, dass das Gleitelement von einem oberhalb
des Gleitgelenks angeordneten Gleitschlitten, insbesondere von einer Gleithülse gebildet
ist. Es ist also nicht notwendiger Weise erforderlich, dass das Gleitelement sich
als Gleitgelenksverlängerung unmittelbar an das Gleitgelenk anschließt, auf diesem
schwerkraftbedingt aufliegt, an diesem befestigt oder werkstoffeinstückig mit diesem
ausgebildet ist. Auch ein vom Gleitgelenk getrennt und oberhalb von diesem angeordneter
Gleitschlitten, insbesondere ein Gleitschlitten in Form einer Gleithülse, kann die
gestellten Aufgaben lösen.
[0015] Ein solcher Gleitschlitten kann insbesondere auch von einer am Standrohr angeordneten
Rückhalteeinrichtung in einer beliebigen Position oberhalb des Gleitgelenks gehalten
werden, so dass die Höhe des vom Nutzer zu greifenden Aufzugsleinenendes im Wesentlichen
frei zwischen dem Gleitgelenk oder dem oberen Standrohrende positioniert werden kann.
Der Gleitschlitten wird bei geschlossener Wäschespinne also durch die Rückhalteeinrichtung
oberhalb des Gleitgelenks und mit Abstand zu diesem gehalten. Dabei ruht der Gleitschlitten
bzw. die Gleithülse insbesondere schwerkraftbedingt auf der Rückhalteeinrichtung,
die in einer einfachen Ausgestaltung von einem am Standrohr angeordneten Anschlag
gebildet wird, auf und wird, wenn der Nutzer die Aufzugseinrichtung betätigt, durch
das von unten kommende Gleitgelenk mitgenommen, sobald dieses mit seinem oberen Rand
am unteren Rand des Gleitelements anliegt. Somit wird der Gleitschlitten bzw. die
Gleithülse erst nach einem ersten Teil der Öffnungsbewegung von dem Gleitgelenk erfasst,
um dem Gleitgelenk bei einem zweiten Teil der Öffnungsbewegung vorauszueilen.
[0016] Die Rückhalteeinrichtung ist bevorzugt derart am Standrohr angeordnet, dass diese
bei der Öffnungsbewegung vom Gleitgelenk überfahren wird. Hierzu sollte die Rückhaltevorrichtung
hinter dem äußeren Umfang des Standrohres radial zurückstehen oder diesen zumindest
nicht radial überragen. Sollte die Rückhalteeinrichtung den äußeren Umfang des Standrohres
radial überragen, sollte das Gleitgelenk innenseitig eine Ausnehmung, beispielsweise
eine an der Innenseite längs verlaufende Nut aufweisen, um die Rückhalteeinrichtung
bei der Öffnungsbewegung überfahren zu können.
[0017] Auch ein solcher Gleitschlitten bzw. eine solche Gleithülse kann selbstverständlich
in seinen axialen Maßen derart bemessen sein, dass im Bereich des oberen Standrohrendes
vorgesehene Öffnungen, die die Wäschespinne aufweist, durch den Gleitschlitten im
geöffneten Zustand der Wäschespinne verdeckt sind.
[0018] Bei der Verwendung eines vom Gleitgelenk getrennt angeordneten Gleitelements kann
ebenfalls vorgesehen sein, dass dann, wenn die Aufzugseinrichtung von einem Leinenaufzug
gebildet ist, am Gleitschlitten ein Umlenkpunkt für eine Aufzugsleine des Leinenaufzugs
angeordnet ist. Wie zuvor beschrieben wird die Aufzugsleine bevorzugt zunächst am
Gleitgelenk nach oben in Richtung des Gleitschlittens umgelenkt um dann dort nach
Umlenkung über einen weiteren Umlenkpunkt dem Nutzer das Aufzugsleinenende zur Betätigung
der Aufzugseinrichtung anzubieten. Aber auch andere Aufzugsleinenführungen sind selbstverständlich
denkbar.
[0019] Um sicherzustellen, dass die Ausrichtung des Gleitschlittens und des daran bevorzugt
angeordneten Umlenkpunkts und damit auch die Ausrichtung des Aufzugsleinenendes bzw.
des Endes der Aufzugsleinenführung relativ zum Standrohr festgelegt ist, ist der Gleitschlitten
bevorzugt verdrehsicher am Standrohr geführt. Dies kann durch eine im Standrohr vorgesehene,
längs des Standrohrs verlaufende Führungsnut erreicht werden, in die der Gleitschlitten
eingreift. Aber auch ein radial nach außen hervortretender Steg ist denkbar.
[0020] Sofern die Wäschespinne an den Tragarmen Abdeckleisten aufweist, die bei geschlossener
Wäschespinne das Standrohr zumindest über einen Teilbereich gemeinsam umschließen,
sind für den Durchtritt des Aufzugsleinenendes Aussparungen in den Abdeckleisten vorgesehen.
Solche Abdeckleisten sind bevorzugt an den in der Regel vier Tragarmen der Wäschespinne
angeordnet. Befindet sich die Wäschespinne in zusammengeklappten Zustand, so überdeckt
jeder Abdeckflügel im Wesentlichen 90° (ein Viertel) des Standrohrumfangs. Da zwei
zueinander benachbarte Abdeckflügel als Sicht- und Witterungsschutz für die im zusammengeklappten
Zustand schlaff herunter hängenden Wäscheleinen oder für eine Wäscheleineneinzugsmechanik
zum selbsttätigen Einziehen der Wäscheleinen in die Tragarme dient, ist der Restspalt,
der zwischen zwei zueinander benachbarten Abdeckflügeln vorzusehen ist, möglichst
klein zu halten. Um ein Verklemmen des Aufzugsleinenendes in diesem Restspalt zu verhindern
und um dem Nutzer einen möglichst bequemen Zugriff auf das Aufzugsleinenende oder
ein daran befestigtes Griffteil zu ermöglichen, ist in dem Bereich, in dem das Aufzugsleinenende
zwischen den Tragarmen hervortritt, ein solcher Durchtritt sinnvoll.
[0021] Auch wenn der Begriff "Standrohr" insbesondere ein innen hohles Strangpressprofil
aus Leichtmetall oder Kunststoff beschreibt, versteht es sich von selbst, das der
Begriff "Standrohr" weder notwendiger Weise bedeutet, dass es sich um ein Rohr mit
einem runden Querschnitt handeln muss, noch das es sich um einen über die Länge innen
hohl ausgebildeten Gegenstand handeln muss. Der Begriff Standrohr umfasst vielmehr
auch andere Querschnittsformen sowie eine Stange bzw. einen Mast aus Vollmaterial,
beispielsweise aus Holz oder Kunststoff. Auch kann es sich um eine Kombination aus
Abschnitten verschiedener Materialen und Querschnittsformen handeln.
[0022] Ergänzend sei erwähnt, dass die Form des Gleitelements, insbesondere die des Gleitschlittens,
nicht notwendigerweise nach Art einer Hülse das Standrohr umgreifen muss. Es kann
sich insbesondere dann, wenn man auf das Verschließen von im Standrohr angeordneten
Öffnungen verzichten will oder wenn das Standrohr solche Öffnungen gar nicht erst
aufweist, bei dem Gleitelement auch um einen das Standrohr nicht umgreifenden Gleitschuh
handeln, der beispielsweise in einer sich entlang des Standrohrs erstreckenden Führungsnut
oder von einem entsprechend ausgebildeten Führungssteg geführtist.
[0023] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele anhand der
Zeichnungen.
[0024] In den Zeichnungen zeigt:
- Fig. 1a
- eine geschlossene Wäschespinne in einer Gesamtansicht,
- Fig. 1b
- die in Figur 1 dargestellte Wäschespinne im Schnitt B - B,
- Fig. 2
- eine Detailansicht der geöffneten Wäschespinne aus Figur 1a und 1b,
- Fig. 3
- eine geschlossene Wäschespinne gemäß einer alternativen Ausgestaltung,
- Fig. 4
- Einzelheit A aus Figur 3.
[0025] In Figur 1a ist eine geschlossene Wäschespinne 1 in einer Gesamtansicht und in Figur
1b in einer Schnittdarstellung gemäß dem in Figur 1a dargestellten Schnitt B - B dargestellt.
Die Wäschespinne 1 weist ein Standrohr 2 auf, an dessen unterem Ende ein Gleitgelenk
3, an dem Tragarme 4 der Wäschespinne 1 angelenkt sind. Die Tragarme 4 können durch
Betätigung einer Aufzugseinrichtung, in dem dargestellten Ausführungsbeispiel konkret
durch Zug an einem am Ende einer Aufzugsleine angeordneten Knebelgriff 5, in die in
Figur 2 dargestellt Ausrichtung überführt werden. Dabei wird durch Zug an der Aufzugsleine
das Gleitgelenk 3 nach oben gezogen, wobei die Tragarme 4 durch die daran angreifenden
Spreizarme 6 aufgespreizt werden.
[0026] Der am Ende der Aufzugsleine angeordnete Knebelgriff 5 ist gegenüber dem Gleitgelenk
3 erkennbar an einer deutlich erhöhten Position angeordnet, die etwa in Hüfthöhe des
üblichen Nutzers oder sogar darüber angeordnet sein kann. Ermöglicht wird diese gegenüber
dem Gleitgelenk 3 deutlich erhöhte Anordnung dadurch, dass das Aufzugsleinenende bzw.
der daran angeordnete Knebelgriff 5 dem Nutzer nicht am Gleitgelenk 3 selbst angeboten
wird, sondern an einem zwischen Gleitgelenk 3 und oberen Standrohrende angeordneten
Gleitelement, das in Figur 1 bis Figur 4 von einem hülsenartigen Gleitschlitten 7
gebildet ist.
[0027] Bei Zug an dem Knebelgriff 5 wird das Gleitgelenk 3 nach oben gezogen und kommt im
Laufe der Öffnungsbewegung mit dem Gleitschlitten 7 in Anlage. Sodann treibt das Gleitgelenk
3 den Gleitschlitten 7 vor sich her, bis die Öffnungsbewegung abgeschlossen ist.
[0028] In Figur 2 ist ein Anschlag 8 erkennbar, auf dem der Gleitschlitten 7 dann, wenn
die Wäschespinne geschlossen ist, schwerkraftbedingt aufliegt. Der Anschlag 8 dient
als Rückhalteeinrichtung und verhindert während der Schließbewegung das weitere Absinken
des Gleitschlittens 7. Der Anschlag 8 steht gegenüber dem äußeren Standrohrumfang
nur minimal radial nach außen vor. Das Gleitgelenk 3 weist in dem Bereich der zum
Standrohr 2 gerichteten Innenseite eine Nut auf, so dass es bei der Öffnungs- und
Schließbewegung den Anschlag 8 überstreicht und nicht mit dem Anschlag 8 kollidieren
kann. Außerdem greift der Gleitschlitten 7 mit einem nach innen gerichteten Fortsatz
9 in eine Führungsnut 10 ein, die ein Verdrehen des Gleitschlittens 7 gegenüber dem
Standrohr 2 verhindert und gewährleistet, dass die Lage aller Umlenkpunkte 11, über
die die Aufzugsleine 12 geführt ist, sich während des Gebrauchs nicht verdrehen, sondern
immer optimal zueinander ausgerichtet sind.
[0029] In Figur 2 ist erkennbar, dass der Gleitschlitten 7 als vom Gleitgelenk 3 separates
Bauteil auf dem Gleitgelenk 3 aufliegt und einen großen Teil des Abstands zwischen
der am oberen Standrohrende angeordneten Endkappe 13 und dem Gleitgelenk 3 schließt.
Insbesondere überragt der Gleitschlitten 7 in der Standrohrwandung vorgesehene Öffnungen
(in den Figuren nicht erkennbar), in die in geschlossener Stellung der Wäschespinne
1 die an den Spreizarmen 6 angeordneten Spreizfortsätze 14 hineinragen, um zu Beginn
der Öffnungsbewegung die von einem im Standrohr 2 angeordneten Spreizdorn 15 darauf
ausgeübten Kräfte zur Unterstützung der anfänglichen Öffnungsbewegung aufzunehmen.
[0030] Zur Erleichterung des ersten Teils Öffnungsbewegung aus der geschlossenen Stellung
kann neben der dargestellten Aufspreizmechanik außerdem eine Aufzugsleinenführung
derart vorgesehen sein, dass diese einen Flaschenzug ausbildet, der insbesondere zwischen
Gleitschlitten 7 und Gleitgelenk 3 oder - wie in Figur 2 dargestellt - zwischen Endkappe
13 und Gleitgelenk 3 wirkt.
[0031] In Figur 2 ist außerdem ein Einrastmechanismus 16 erkennbar, der unterhalb des Gleitgelenks
3 angeordnet ist und das Gleitgelenk 3 bei geöffneter Wäschespinne 1 in Position hält.
Selbstverständlich kann der Einrastmechanismus 16 auch, wie insbesondere aus der Darstellung
der in Figur 3 und Figur 4 gezeigten alternativen Ausgestaltung ersichtlich, auch
oberhalb des Gleitgelenks angeordnet sein.
[0032] Weiter zeigt Figur 2 an den Tragarmen angeordnete Abdeckleisten 18, die die Wäschespinne
1 im geschlossenen Zustand schützend umschließen. Wie aus Figur 1a ersichtlich, befindet
sich an der Stelle, an der dem Nutzer bei geschlossener Wäschespinne der Knebelgriff
5 angeboten wird, eine Aussparung 19 zur Ermöglichung des Aufzugsleinendurchtritts
zwischen den Abdeckleisten 18. Gleiches gilt für die nachfolgend noch beschriebene
Ausgestaltung gemäß Figur 3 und Figur 4.
[0033] Figur 3 und Figur 4 zeigen eine alternative Ausgestaltung einer Wäschespinne 1. Hierbei
ist das Gleitelement nicht von einem separat vom Gleitgelenk ausgebildeten Gleitschlitten
gebildet, sondern von einer Gleitgelenksverlängerung in der Form einer Verlängerungshülse
17, die in den Figuren beispielhaft werkstoffeinstückig mit dem Gleitgelenk 3 ausgebildet
ist, gleichwohl aber auch als ein lediglich auf dem Gleitgelenk 3 aufliegender Gleitschlitten
ausgebildet sein kann. Im letzteren Fall entspräche die Ausgestaltung im Wesentlich
der in den vorherigen Figuren gezeigten, mit der Ausnahme, das kein Anschlag 8 vorgesehen
ist, der das Absinken des Gleitschlittens nach unten begrenzen würde.
[0034] Auch durch das vorsehen einer Verlängerungshülse 17, die das Gleitgelenk als vorauseilendes
Gleitelement nach oben verlängert, wird erreicht, dass etwaige Öffnungen in der Wandung
des oberen Standrohrendes in geöffneter Stellung der Wäschespinne 1 verdeckt sind
und das das vom Nutzer zu greifende Aufzugsleinenende gegenüber dem Gleitgelenk 3
erhöht ist. Die in den Figuren 3 und 4 gezeigte Ausgestaltung hat allerdings den Nachteil,
dass das Aufzugsleinenende gegenüber der in den vorherigen Figuren gezeigten Variante,
bei der ein vom Gleitgelenk 3 deutlich beabstandeter Gleitschlitten zum Einsatz kommt,
eine geringere Erhöhung des Aufzugsleinenendes gegenüber dem Gleitgelenk ermöglicht.
[0035] Generell gilt, dass die axiale Ausdehnung des dem Gleitgelenk bei der Öffnungsbewegung
vorauseilenden Gleitelements, also insbesondere die axiale Länge des Gleitschlittens
oder die der Gleitgelenksverlängerung, durch den minimal einzuhaltenden Abstand zwischen
dem unteren Rand der am oberen Standrohrende angeordneten Endkappe und dem höchsten
zulässigen Punkt der am Gleitgelenk angeordneten Tragarmanlenkpunkte begrenzt ist.
Gleichzeitig ermöglicht eine Abstimmung der axialen Länge des Gleitelements einen
wirksamen Anschlagschutz, so dass ein Überdehnen und ein damit möglicherweise einhergehendes
Beschädigen der Wäschespinne wirksam vermieden werden kann.
Bezugszeichenliste
[0036]
- 1
- Wäschespinne
- 2
- Standrohr
- 3
- Gleitgelenk
- 4
- Tragarme
- 5
- Knebelgriff
- 6
- Spreizarme
- 7
- Gleitschlitten
- 8
- Anschlag
- 9
- Fortsatz
- 10
- Führungsnut
- 11
- Umlenkpunkt
- 12
- Aufzugsleine
- 13
- Endkappe
- 14
- Spreizkeile
- 15
- Spreizdorn
- 16
- Einrastmechanismus
- 17
- Verlängerungshülse
- 18
- Abdeckleisten
- 19
- Aussparung
1. Wäschespinne mit einem Standrohr (2) und mit einem zum Öffnen der Wäschespinne (1)
entlang des Standrohrs (2) verschieblich gelagerten Gleitgelenk (3), das aus einer
unteren Stellung, in der die Wäschespinne (1) geschlossen ist, in eine obere Stellung,
in der die Wäschespinne (1) geöffnet ist, überführbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass
oberhalb des Gleitgelenks (3) ein dem Gleitgelenk (3) bei zumindest einem Teil der
Öffnungsbewegung vorauseilendes Gleitelement angeordnetist.
2. Wäschespinne nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Wäschespinne (1) im Bereich des oberen Standrohrendes Öffnungen im Standrohr
(2) aufweist und dass das Gleitelement durch eine dem Gleitgelenk (3) bei der Öffnungsbewegung
vorauseilende Gleitgelenksverlängerung (17) gebildet ist, die im geöffneten Zustand
der Wäschespinne (1) die Öffnungen verdeckt.
3. Wäschespinne nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitgelenksverlängerung (17) als integraler Bestandteil des Gleitgelenks (3)
werkstoffeinstückig mit dem Gleitgelenk (3) ausgeführt ist.
4. Wäschespinne nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzugseinrichtung von einem Leinenaufzug gebildet ist und das am Gleitelement
(3) ein Umlenkpunkt (11) für eine Aufzugsleine (12) des Leinenaufzugs angeordnetist.
5. Wäschespinne nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Umlenkpunkt (11) oberhalb des Gleitgelenks (3) am oberen Ende der Gleitgelenksverlängerung
(17) angeordnet ist und das von Nutzer zu greifende Aufzugsleinenende ausgehend vom
Umlenkpunkt (11) zwischen den Tragarmen (4) hindurchgeführtist.
6. Wäschespinne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gleitelement von einem oberhalb des Gleitgelenks (3) angeordneten Gleitschlitten
(7) gebildet ist.
7. Wäschespinne nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Gleitschlitten (7) nach einem ersten Teil der Öffnungsbewegung von dem Gleitgelenk
(3) erfasst wird, um dem Gleitgelenk (3) bei einem zweiten Teil der Öffnungsbewegung
vorauszueilen.
8. Wäschespinne nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wäschespinne (1) im Bereich des oberen Standrohrendes Öffnungen im Standrohr
(2) aufweist und dass der Gleitschlitten (7) im geöffneten Zustand der Wäschespinne
die Öffnungen verdeckt.
9. Wäschespinne nach einem der vorhergehenden Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzugseinrichtung von einem Leinenaufzug gebildet ist und dass am Gleitschlitten
(7) ein Umlenkpunkt für eine Aufzugsleine (12) des Leinenaufzugs angeordnet ist.
10. Wäschespinne nach einem der vorhergehenden Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Gleitschlitten (7) verdrehsicher am Standrohr (2) geführt ist.
11. Wäschespinne nach einem der vorhergehenden Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Gleitschlitten (7) bei geschlossener Wäschespinne durch eine Rückhalteeinrichtung
(8) oberhalb des Gleitgelenks (3) und mit Abstand zu diesem gehalten ist.
12. Wäschespinne nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückhalteeinrichtung (8) derart am Standrohr (2) angeordnet ist, dass diese bei
der Öffnungsbewegung vom Gleitgelenk (3) überfahren wird.
13. Wäschespinne nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an Tragarmen (4) Abdeckleisten (18) vorgesehen sind, die bei geschlossener Wäschespinne
das Standrohr (2) zumindest über einen Teilbereich umschließen, wobei für den Durchtritt
des Aufzugsleinenendes zumindest eine Aussparung (19) in zumindest einer der Abdeckleisten
(18) vorgesehen ist.