[0001] Die Erfindung betrifft einen Wandaufbau mit einer Fensteröffnung und einem an der
Fensteröffnung angeordnetem Fensterbankformteil gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1.
[0002] Derartige Fensterbankformteile werden an Fensteröffnungen eingesetzt, um einen definierten
Auflagebereich für den Fensterrahmen zu schaffen und so den Fensterrahmen schneller
exakt ausgerichtet in der Mauerwerksöffnung befestigen zu können. Das Fensterbankformteil
stellt hierbei zumeist ein vorgefertigtes Bauteil dar.
[0003] Bekannt hierzu ist beispielsweise ein Fensterbankteil nach der
EP 1 788 182 A1, welches in der Fensteröffnung fixiert ist, z.B. mittels Putz. Nachteilig hierbei
ist, dass eine sorgfältige Vorbereitung der Mauerwerksöffnung für eine ordnungsgemäße
Montage und Justierung des Fensterbankteils erforderlich ist. Ferner ist nachteilig,
dass die Verwendung eines solchen Fensterbankteils bereits bei der Planung des Rohbaus
berücksichtigt werden muss, da das in der Mauerwerksöffnung eingesetzte Fensterbankformteil
den für den Fensterrahmen zur Verfügung stehenden Platz in der Mauerwerksöffnung verkleinert.
Würde an der ursprünglichen Fenstergröße festgehalten werden, so müsste, um das Fensterbankteil
in die Mauerwerksöffnung einsetzten zu können, die Rohbauöffnung vergrößert werden.
[0004] Weiterhin ist es bekannt, Fensterbankformteile mittels dieser unterstützender Streben
zu haltern, wobei zwei oder mehr Streben in der Mauerwerksöffnung lastabtragend befestigt
werden, nämlich an der Fensterbrüstung, d.h. der Oberseite der Tragwand an der Mauerwerksöffnung.
Die Streben erstrecken sich somit einerseits zumindest über einen beträchtlichen Teil
der Tiefe der Fensterbrüstung, andererseits unterstützen diese das Fensterbankformteil.
Die Streben bestehen hierbei aus zwei gegeneinander teleskopierbaren Schienen, wobei
eine derselben oberseitig an der Fensterbrüstung und die andere unterseitig an dem
Fensterbankprofil befestigt wird. Diese Anordnung ist jedoch sehr aufwändig, da die
teleskopierbaren Schienen zur Lastabtragung sehr stabil ausgeführt sein müssen. Insbesondere
bedarf dieser Aufbau auch einer sorgfältigen Vorbereitung der Mauerwerksöffnung, um
die Streben und damit das Fensterbankprofil ausreichend genau justiert an der Wand
befestigen zu können. Zudem wird auch hierbei der für den Fensterrahmen innerhalb
der Mauerwerksöffnung zur Verfügung stehende Platz durch das Fensterbankformteil eingeschränkt,
so dass auch hier die Verwendung des Fensterbankformteils bereits bei der Rohbauplanung
zu berücksichtigen ist. Des Weiteren ist die wärmedämmtechnische Abdichtung des Wandaufbaus
im Bereich der Streben schwierig.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Wandaufbau mit Fensterbankformteil
bereitzustellen, bei welchem ohne großen Planungsaufwand oder Änderungen des Rohbaues
das Fensterbankformteil verwendbar ist, wobei das Fensterbankformteil einfach montierbar
ist und einfach in den Wandaufbau integrierbar ist. Ferner liegt der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, ein entsprechendes Fensterbankformteil bereitzustellen.
[0006] Die Erfindung wird durch einen Wandaufbau mit Fensterformteil nach Anspruch 1 gelöst
beziehungsweise durch ein Fensterbankformteil gemäß Anspruch 19.
[0007] Erfindungsgemäß ist also das Fensterbankformteil (auch kurz "Formteil") der Tragwand
vorgesetzt angeordnet, wobei das Fensterbankformteil für eine derartige Anordnung
angepasst ist und mittels eines Befestigungsmittels lastabtragend an der Tragwand
befestigt und so den außenseitig der Tragwand vorgesetzten Zwischenwandbereich zumindest
teilweise oder vollständig überkragt. Der dämmende Zwischenwandbereich, also die Dämmebene
bzw. Dämmschicht weist hierbei eine geringere Traglastfähigkeit als die Tragwand auf
und ist vorzugsweise der Tragwand unmittelbar vorgesetzt. Durch die Anordnung und
Befestigung des Fensterbankformteils an der Außenseite der Tragwand kann das Fensterbankprofil
als Vorsatzbauteil an der Außenschale der Tragwand befestigt werden, wodurch eine
besonders sorgfältige Vorbereitung der Mauerwerksöffnung entbehrlich ist, auch da
die Außenseite der Tragwand zumeist ausreichend plan ist, um eine einfache Justierung
des Fensterbankformteils und damit auch des zu montierenden Fensters zum Mauerwerk
hin zu ermöglichen. Der Montageaufwand des Fensterbankformteils und auch des Fensters
wird hierdurch wesentlich erleichtert. Ferner kann das Fensterbankformteil derart
positioniert werden, dass dessen Verwendung bei der Rohbauplanung in Bezug auf die
einzusetzende Fenstergröße nicht mehr gesondert berücksichtigt werden muss, was ein
zusätzlicher Vorteil ist. Das Formteil kann derart an der Tragwand befestigt werden,
dass dessen Korpus die Mauerwerksöffnung praktisch nicht mehr einengt. Es können ≥
25-50% oder ≥ 75%-90% oder vorzugsweise zumindest nahezu 100% der Korpushöhe unterhalb
der Fensterbrüstung angeordnet sein. Zum anderen ist auch die Befestigung des Formteils
an der Tragwand hierdurch vereinfacht, da nicht mehr wie herkömmlich aufwendige Vertikalverankerungen
in die Fensterbrüstung der Tragwand eingebracht werden müssen, sodass die Längserstreckung
dieser Verankerungen parallel zur Lastabtragrichtung der auf das Fensterbankformteil
wirkenden Schwerkraft des Fensters, also sich vertikal erstreckend, angeordnet sind
und die Verankerungen dann entsprechend dimensioniert werden müssen. Der erfindungsgemäße
Wandaufbau beziehungsweise dass bei diesem zu verwendende Fensterbankformteil ermöglichen
somit eine einfache und schnelle Befestigung und ferner einen flexiblen Einsatz am
Rohbau ohne zusätzliche Planungsmaßnahmen. Allenfalls ist somit hier die der Tragwand
vorgesetzte Wärmedämmschicht geringfügig in ihrer Höhe zu reduzieren, was jedoch ohne
Probleme durchführbar ist, da die Wärmedämmschicht nicht lastabtragend ausgebildet
ist. Das erfindungsgemäße Fensterbankformteil ist somit auch besonders einfach in
einen Wandaufbau mit Wärmedämmung integrierbar.
[0008] Unter dem Begriff "lastabtragend" in Bezug auf die Tragwand sei hier verstanden,
dass diese die Last der Fenster aufnimmt (vorzugsweise vollständig aufnimmt) und sicher
in den tragenden Baukörper abträgt oder Teil des tragenden Baukörpers ist. Vorzugsweise
nimmt die Tragwand auch die Dachlast auf. In Bezug auf die Befestigungsmittel sei
unter "lastabtragend" verstanden, dass die Last des Fensters überwiegend (zu ≥ 50%
oder ≥ 75%) oder vorzugsweise vollständig in die Tragwand übertragen wird.
[0009] Vorzugsweise liegt das Fensterbankformteil unmittelbar an der Außenseite der Tragwand
an, allenfalls bis auf eine dünne Zwischenschicht zwischen Formteil und Tragwand,
welche vorzugsweise eine Stärke von ≤ 3-5 mm oder ≤ 0,5-1 mm aufweist, bevorzugt ≤
0,02-0,05 mm, wie z.B. einer Folie. Vorzugsweise ist eine solche Zwischenschicht nicht
vorgesehen.
[0010] Der im Lagenaufbau der Wand der Tragwand außenseitig vorgesetzte Zwischenwandbereich
in Form der Dämmebene bzw. Dämmschicht ist der Tragwand vorzugsweise unmittelbar vorgesetzt.
Die Dämmschicht liegt vorzugsweise flächig oder vollflächig an der Tragwand an. Die
Dämmschicht kann an der Tragwand befestigt sein, vorzugsweise so, dass ≥ 50-75% oder
vorzugsweise ≥ 85-95% des Eigengewichtes der Dämmschicht von der Tragwand aufgenommen
wird oder über die zwischen diesen wirkenden Befestigungsmittel (zumeist Dübel oder
Verklebung) zumindest aufgenommen werden kann (auch wenn gegebenenfalls eine gewisse
Lastabtragung noch in andere Wandbereiche erfolgen kann). Die Dämmebene stellt somit
wie auch die Tragwand eine Lage beziehungsweise Schicht des Wandaufbaus dar und erstreckt
sich somit in Bezug auf die jeweilige Wand vorzugsweise zumindest im Wesentlichen
über die gleiche Fläche wie die Tragwand, gegebenenfalls bis auf geringfügige Bauteilanpassungen,
Bauwerksanschlüsse z.B. im Bereich von Mauerwerksöffnungen, Balkonen oder dergleichen.
Unter dem Begriff "Dämmebene" sei hiermit allgemein bauphysikalisch der wärmedämmende
Bereich zwischen Tragwand und Vorsatzschale (welche den Außenbereich des Wandaufbaus
bildet) zu verstehen. Der Begriff "Dämmschicht" bezeichnet eine konkrete Schicht eines
Wärmedämmmaterials wie Mineralwolle, Styropor oder dergleichen.
[0011] Die Dämmschicht, welche von dem Fensterformteil zumindest teilweise überkragt wird,
kann zumindest überwiegend (d.h. zur ≥ 50-75 Gew.-% oder ≥ 85-95 Gew.-% oder zumindest
praktisch vollständig) aus einem üblichen Dämmstoffmaterial bestehen, wie beispielsweise
Mineralwolle, Faserplatten wie Holzfaserplatten und insbesondere Schaumstoffplatten,
im speziellen Styroporplatten. Der vorgesetzte Wandbereich kann selbsttragend sein,
so dass dieser lediglich an der Tragwand zu befestigen ist, beispielsweise mit durch
Verklebung und/oder Verdübeln.
[0012] Das Dämmstoffmaterial kann eine Wärmeleitfähigkeit λ
R von ≤ 0,15 W/mK aufweisen, vorzugsweise von ≤ 0,08-0,1 W/mK, besonders bevorzugt
von ≤ 0,05-0,06 W/mK, beispielsweise auch im Bereich von 0,035 bis 0,04 W/mK.
[0013] Die Stärke der Dämmschicht kann ≥ 2-3cm sein, vorzugsweise im Bereich von 5-30cm
oder größer liegen, meist im Bereich von 10-25cm oder 10-20cm.
[0014] Vorzugsweise überkragt das Fensterbankformteil erfindungsgemäß die Wärmedämmschicht
in ihrer Tiefe weitestgehend, beispielsweise um ≥ 50-75% der Tiefe der Wärmedämmschicht
(Erstreckung von innen nach außen) oder ≥ 85-95% deren Tiefe, vorzugsweise praktisch
vollständig, das Fensterbankformteil kann gegebenenfalls auch über den Zwischenwandbereich
bzw. die Wärmedämmschicht nach außen vorkragen, gegebenenfalls sich auch außenseitig
bis zur Wetterschutzverkleidung bzw. Außenschale oder einen Teilbereich derselben
ausbilden, obwohl dies meist nicht notwendig ist. Durch das Formteil, welches die
Dämmschicht am Fenster vorzugsweise weitestgehend überkragt, wird zudem die Oberseite
der Dämmschicht mechanisch geschützt, z.B. bei weiteren Baumaßnahmen. Das Fensterbankformteil
kann insbesondere außenseitig im Wesentlichen bündig mit der Dämmschicht abschließen.
[0015] Das Fensterbankformteil weist einen Korpus auf, welcher eine an die Tragwand anlegbare
und/oder oder an dieser festlegbare Seitenfläche (in Einbaulage "Rückseite") aufweist,
als auch eine raumaußenseitige Seitenfläche ("Vorderseite") sowie eine Ober- und Unterseite,
wobei ferner an dem Korpus ein vorzugsweise oberseitig von diesem vorstehender Auflagebereich
für einen Fensterrahmen vorgesehen ist. Der Auflagebereich kann als von dem Korpus
nach oben vorstehende Rippe mit gegebenenfalls strukturierter Oberseite ausgeführt
sein. Das Formteil ist dann derart an der Tragwand befestigt oder befestigbar, dass
der Auflagebereich für den Fensterrahmen gegenüber der Tragwand außenseitig vorstehend
angeordnet ist. Der Fensterrahmen kann somit besonders vorteilhaft durch Verwendung
des erfindungsgemäßen Formteils der Tragwand zumindest teilweise oder vollständig
vorgesetzt angeordnet sein. Hierbei kann der Fensterrahmen mit seiner Rückseite an
der Tragwand anliegen. Hierdurch kann der Fensterrahmen teilweise oder vorzugsweise
vollständig mit seinem Querschnitt innerhalb der der Tragwand vorgesetzten Dämmschicht
angeordnet sein, was aus wärmedämmtechnischen Gesichtspunkten besonders vorteilhaft
ist.
[0016] Allgemein kann der Fensterrahmen unabhängig von dem Fensterbankformteil mit zusätzlichen
Befestigungselementen an der Tragwand lastabtragend befestigt sein. Unabhängig hiervon
ist jedoch das Formteil zusammen mit seiner tragwandseitigen Befestigung vorzugsweise
derart ausgebildet, dass es in Bezug auf das anzubringende Fenster vollständig lastabtragend
ausgebildet ist, also derart an der Tragwand festgelegt ist, dass das gesamte Fenstergewicht
durch das Formteil aufgefangen werden kann. Die horizontal ausgerichtete Aufnahmebasis
erleichtert die Fenstermontage wesentlich.
[0017] Besonders bevorzugt ist hierbei das Fensterbankformteil ausschließlich lastabtragend
an der Tragwand befestigt und nicht lastabtragend an der der Tragwand außenseitig
vorgesetzten Dämmschicht. Die Dämmschicht muss hierbei keine lastabtragende Funktion
übernehmen.
[0018] Allgemein kann sich das Befestigungselement zur Festlegung des Fensterbankformteils
einer Tragwand raumaußenseitig bis zumindest zum Auflagebereich für den Fensterrahmen
erstrecken oder diesen vorzugsweise vollständig unterstützen. Vorzugsweise weisen
die Befestigungselemente eine derartige Länge auf, dass dieser raumaußenseitig von
dem der Tragwand vorgesetzten Wandbereich überkragt werden, sodass keine Wärmebrücken
nach außen entstehen.
[0019] Das Befestigungsmittel für das Fensterbankformteil ist vorzugsweise derart ausgebildet,
dass dieses einerseits das Fensterbankformteil lastabtragend unterstützt, andererseits
mit einem Haltebereich zwischen Tragwand und Dämmebene angeordnet ist. Das Befestigungsmittel
kann somit an der Außenseite der Tragwand festgelegt sein. Das Befestigungsmittel
kann insbesondere als Winkelprofil ausgebildet sein. Hiermit ist zum einen eine einfache
und sichere Festlegung des Formteils und damit auch des auf diesem angeordneten Fensters
ermöglicht, zum anderen wird nicht ein Bauraum innerhalb der Fensteröffnung durch
das Befestigungsmittel in Anspruch genommen. Ferner wird das Befestigungsmittel außenseitig
von dem Zwischenwandbereich überdeckt, so dass zur Außenseite hin keine Wärmebrücken
entstehen, was von wesentlicher Bedeutung für den wärmedämmtechnischen Wandaufbau
im Bereich der Mauerwerksöffnung ist. Nach einer anderen bevorzugten Ausführungsform
kann das Fensterbankformteil mit seiner rückwärtigen Seitenfläche an der Außenseite
der Tragwand gegebenenfalls zusätzlich verklebt sein. Die Verklebung kann lastabtragend
erfolgen, gegebenenfalls auch zusätzlich zu den oben beschriebenen Befestigungsmitteln.
Auch erstrecken sich somit die Befestigungsmittel für das Formteil vollständig innerhalb
des Bereichs zwischen Außenseite des Zwischenwandbereichs und der Tragwand, und zwar
von der Außenseite der Dämmschicht beabstandet, d.h. nach Innen zurückversetzt.
[0020] Gegebenenfalls können die Befestigungsmittel auch in Form von das Fensterbankformteil
im Wesentlichen horizontal durchsetzende Befestigungselementen wie Schrauben/Dübel
ausgeführt sein.
[0021] Besonders bevorzugt besteht das Fensterbankformteil aus einem wärmedämmenden Material
wie Polystyrolhartschaum, so dass dieses gleichzeitig als Wärmedämmelement in Bezug
auf die Tragwand dient. Das Formteil kann hierbei aus einem Material bestehen, welches
eine Wärmeleitfähigkeit von ≤ 0,15 W/mK aufweist, vorzugsweise ≤ 0,1 bis 0,12 W/mK,
besonders bevorzugt ≤ 0,06 bis 0,08 W/mK, ohne weiteres auch im Bereich von 0,035
bis 0,04 W/mK, wie für Wärmedämmmaterialien typisch. Hierdurch liegt auch im Bereich
des Formteils eine gute Dämmung der Tragwand vor. Durch Verwendung des erfindungsgemäßen
Formteils ist somit ein Wandaufbau möglich, welcher einerseits eine einfache lastabtragende
Befestigung des Fensters ermöglicht, andererseits eine wärmedämmtechnisch vorteilhafte
Ausgestaltung des Wandaufbaus, insbesondere bei hinterlüfteter Fassade. Die Wärmedämmwirkung
des Fensterbankformteils kann der der Dämmebene zumindest etwa entsprechen, z.B. mit
einer Abweichung von ± ≤ 30-50 derselben, vorzugsweise ± ≤ 10-20 derselben. Das Fensterbankformteil
kann eine vorzugsweise innenliegende Armierungen, beispielsweise auch in Form von
das Formteil durchsetzenden Armierungsstreben oder Hohlprofilen, V- oder U-Profilen
oder anderen geeigneten Profilen usw. aufweisen, wodurch auch bei schweren Fenstern
das Formteil in seinem Volumen aus einem vorzugsweise wärmedämmendem Kunststoff bestehen
kann.
[0022] Das Fensterbankformteil kann derart an der Tragwand befestigt sein, dass die Oberseite
des rauminnenseitig gerichteten Teils des Fensterbankformteils zumindest im Wesentlichen
bündig mit der Fensterbrüstung abschließt. Weitere Bauelemente zwischen Formteil und
Tragwand in Bezug auf den Lagenaufbau der Wand von der Rauminnenseite zur Raumaußenseite
her, sind dann nicht erforderlich. Zudem kann hierdurch das Formteil auf einfache
Weise gegenüber der Tragwand ausgerichtet und damit auch die Solllage des zugeordneten
Fensters bestimmt werden. Es versteht sich, dass diese Ausrichtung des Formteils an
der Tragwand exakt bündig erfolgen kann, oder gegebenenfalls unter Berücksichtung
von Klebe- oder Ausgleichschichten. Der Höhenversatz zur Fensterbrüstung sollte hierbei
nach Möglichkeit nicht mehr als ± 1-2 cm betragen, vorzugsweise ≤ ± 3-5 mm oder besonders
bevorzugt ≤ ± 1-2 mm. Vorzugsweise steht das Formteil nicht nach oben über die Fensterbrüstung
vor.
[0023] Vorzugsweise ist ein einen Bereich des Fensterbankformteils und die Fensterbrüstung
übergreifendes Abdeckelement vorgesehen, z.B. in Form eines plattenförmigen Deckelementes,
wodurch der Übergang zwischen Tragwand und Formteil überdeckt wird. Das Deckelement
kann im einfachsten Fall als ebene Deckplatte ausgebildet sein. Das Formteil kann
hierbei der Rauminnenseite zugewandt einen Absatz aufweisen, dessen Höhe an die Dicke
des Deckelementes angepasst ist, so dass das auf dem unteren, vorzugsweise horizontalen,
Bereich des Absatzes aufgelegte Deckelement bündig mit der Oberkante des Absatzes
des Formteils abschließt, gegebenenfalls unter Berücksichtung einer Klebemittelschicht.
Das Deckelement kann hierbei derart bemessen oder abgelängt sein, dass dieses rauminnenseitig
mit der Rückseite der Tragwand bündig abschließt. Hierdurch kann auf einfache Weise
die Mauerwerksöffnung zur Aufnahme eines Fensters sowie einer rauminnenseitigen Fensterbank
vorbereitet werden, und zwar mit wenigen Bauteilen und wenig Arbeitsaufwand. Insbesondere
kann das Deckelement derart an dem Absatz des Formteils angeordnet sein, dass dieses
stirnseitig mit dem Fensterbankformteil anstößt, gegebenenfalls kann auch eine Rinne
zwischen den Bauteilen verbleiben. Die Anlageflächen von Fensterbankformteil und Deckplatte
erstrecken sich in Montageanordnung vorzugsweise vertikal, die Anlageflächen können
jedoch auch auf andere Weise ausgeführt und aneinander angepasst sein, beispielsweise
in Form von mehrstufigen Absätzen, in Form einer Haltenut mit in diesem eingreifenden
Haltevorsprung an den beiden genannten Bauteilen, um eine radial einwärts gerichtete
Lageveränderung des Deckelementes zu vermeiden oder dergleichen. Gegebenenfalls kann
das Deckelement auch rauminnenseitig einen Kragen aufweisen, welcher beispielsweise
die Oberkante der Tragwand rauminnenseitig übergreift, um einen sauberen Abschluss
zu ergeben, oder welcher auf der Brüstung aufsitzt. Der Kragen dient einer einfachen
Aufnahme der Fensterbank.
[0024] Anstelle eines Absatzes an der Rauminnenseite können bei dem Fensterbankformteil
auch die rauminnen- und raumaußenseitige Oberseite ein unterschiedliches Niveau haben,
so dass das Deckelement sich bis zum Auflagebereich des Formteils erstrecken kann.
Die Oberseite des Deckelelementes kann dann zumindest im Wesentlichen das gleiche
Niveau aufweisen wie raumaußenseitige Oberfläche des Formteils. Die zuvor genannte
Variante ist jedoch vorteilhafter, da der Korpus am Auflagebereich für das Fenster
stabiler ausgeführt sein kann.
[0025] Der Raumaußenseite zugewandt kann der Korpus des Fensterbankformteils über den Auflagebereich
für den Fensterrahmen hinausstehen, vorzugsweise mit einer sich zumindest im Wesentlichen
horizontal erstreckenden Oberseite, welche vorzugsweise einen Winkel von ≤ 5° oder
≤ 2-3° gegenüber der Horizontalen aufweist, wodurch das Fensterbankformteil zur Anordnung
an einer hinterlüfteten Fassade besonders geeignet ist. Der gegenüber dem Auflagebereich
für den Fensterrahmen nach außen vorstehende Bereich des Korpus des Formteils kann
im Bereich von 5 bis 100 mm liegen, beispielsweise im Bereich von 10 bis 50 mm oder
im Bereich von 20 bis 40 mm, entsprechend den jeweiligen Erfordernissen des Wandaufbaus.
Der Auflagebereich für den Fensterrahmen ist raumaußenseitig der Tragwand vorgesetzt
angeordnet. Der Auflagebereich für den Fensterrahmen ist raumaußenseitig der Tragwand
vorgesetzt angeordnet. Der Auflagebereich ist in Höhe des Wärmedämmverbundsystems
angeordnet.
[0026] Vorzugsweise weist der Korpus des Fensterbankformteils Trennmarkierungen auf, welche
in Abständen in der Längsrichtung (in Einbaulage Tiefenerstreckung) des Formteils
angeordnet sind, im Besonderen auf der dem Raumminneren zugewandten Seite Korpus,
vorzugsweise von dem Fensterauflagebereich zur Rückseite des Korpus hin. Die Trennmarkierungen
können in einem gleichmäßigen Raster über die Formteillänge angeordnet sein. Die Trennmarkierungen
können als reine graphische Markierungen oder als Einschnitte in den Korpus ausgebildet
sein, welche sich über einen Teil dessen Dicke erstrecken und als Sollbruchstellen
bzw. vorgefertigte Bereich von Trennschnitten ausgebildet sein können. Die Trennmarkierungen
können paarweise einander gegenüberliegend angeordnet sein, beispielsweise an beiden
Seitenflächen des Formteils, wobei die Verbindungslinie gegenüberliegender Markierungen
(oder entsprechend lange Trennmarkierungen) parallel zur Erstreckung des Fensterauflagebereichs
verlaufen. Durch diese Trennmarkierungen ist eine Ablängung des Korpus zur Anpassung
an die Stärke des Zwischenwandbereichs wesentlich erleichtert.
[0027] Außenseitig der Wärmedämmschicht bzw. Wärmedämmebene weist der Wandaufbau vorzugsweise
eine Außenschale auf, welche eine Wetterschutzverkleidung des Wandaufbaus darstellt.
Die Außenschale kann sich unmittelbar an die Wärmedämmschicht anschließen oder von
dieser in Richtung der Tiefe des Wandaufbaus beanstandet sein, beispielsweise durch
eine Luftschicht oder eine Zwischenlage eines Baustoffes, beispielsweise einer Folie,
eines Abstandshalters oder dergleichen.
[0028] Der erfindungsgemäße Wandaufbau ist nach einer Ausführungsform besonders bevorzugt
Bestandteil einer hinterlüfteten Fassade mit außenseitiger Wetterschutzverkleidung
wie einer Verklinkerung, Ständerwerk mit Außenhaut o.dgl.
[0029] Der Hinterlüftungsbereich zwischen Fensterbankprofil und Außenseite der Wetterschutzverkleidung
kann durch eine Fensterbank oder dergleichen abgedeckt sein. Das erfindungsgemäße
Fensterbankformteil ist als Teil des Wandaufbaus einer hinterlüfteten Fassade besonders
angepasst und hierfür besonders vorteilhaft einsetzbar. Zum einen ist dies zur Anordnung
und Befestigung in Bereich zwischen Tragwand und Wetterschutzverkleidung besonders
angepasst, zum anderen kann dieses besonders einfach in die Wärmedämmschicht der Fassade
eingepasst werden.
[0030] Nach einer alternativen Ausführungsform ist der erfindungsgemäße Wandaufbau besonders
bevorzugt Bestandteil eines Wärmedämmverbundsystems. Hier kann unmittelbar auf der
Wärmedämmschicht eine außenseitige Wetterschutzverkleidung angeordnet sein, beispielsweise
in Form einer Putzschicht oder sonstigen Außenhaut. Die Außenhaut kann an der Wärmedämmschicht
befestigt sein, insbesondere die Außenhaut tragend. Beispielsweise kann die Außenhaut
an der Wärmedämmschicht haftend befestigt sein, beispielsweise klebend, wovon eine
auf die Wärmedämmschicht aufgespritzte oder sonst aufgetragene Putzschicht mit umfasst
ist.
[0031] Allgemein wird vorzugsweise das Fensterbankformteil außenseitig von der Außenschale
des Wandaufbaus zumindest teilweise oder vollständig abgedeckt.
[0032] Die Tragschicht kann allgemein 25-75% der Stärke des Wandaufbaus oder 35-65% oder
vorzugsweise 40-60% der Stärke des Wandaufbaus ausmachen. Unabhängig hiervon oder
in Kombination hiermit kann die Wärmedämmschicht 75-25% der Stärke der Wandaufbaus
oder 65-35% oder vorzugsweise 60-40% der Stärke des Wandaufbaus ausmachen. Dies gilt
im Rahmen der Erfindung insbesondere bei einem Wärmedämmverbundsystem, wie oben beschrieben.
[0033] Die Erfindung umfasst ferner ein Fensterbankformteil, wie es sich in Bezug auf den
zuvor beschriebenen Wandaufbau ergibt, insbesondere mit zugeordnetem Befestigungselement.
[0034] Es versteht sich, dass anstelle der Fensteröffnung allgemein auch eine Wandöffnung
vorgesehen sein kann und anstelle des eingesetzten Fensters auch eine Klappe oder
ein anderes entsprechendes Teil eines Verschlusses einer Wandöffnung.
[0035] Die Erfindung sei nachfolgend beispielhaft anhand der Figuren beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1, 2
- eine schematische Schnittdarstellung des Wandaufbaus mit einem Fensterbankformteil
einer ersten Ausführungsform (Fig. 1) und einer zweiten Ausführungsform (Fig. 2),
- Fig. 3
- ein Fensterbankformteil gemäß den Fig. 1 und 2 vor Montage,
- Fig. 4
- eine Abwandlung des Fensterbankformteil gemäß Fig. 1 mit Deckelement.
[0036] Die Figuren 1 und 2 zeigen in Bezug auf die Erfindung einen Fensterauflagebereich
mit Fensterbankformteil 10 im montierten Zustand (Fig. 1) bzw. mit Formteil in nicht-konfektiertem
Ausgangszustand (Fig. 3). Der Wandaufbau 1 weist hier eine Tragwand 2 mit raumaußenseitiger
Vorderseite 2a und rauminnenseitiger Rückseite 2b auf. Der Tragwand 2 ist im Lagenaufbau
der Wand außenseitig benachbart eine Dämmebene (im Folgenden auch Dämmschicht genannt)
3 vorgesetzt, welcher hier verglichen mit der Tragwand für eine geringere Traglast
ausgelegt ist, genauer gesagt hier praktisch keine lastabtragende Wirkung aufweist.
Im Speziellen besteht die Dämmschicht aus üblichen Dämmstoffen wie beispielsweise
Polystyrolplatten usw., das Dämmebenenmaterial kann eine Wärmeleitfähigkeit von ca.
0,04 W/mK aufweisen. Die Dämmschicht 3 überdeckt die Tragwand 2 außenseitig zumindest
im Wesentlichen vollständig. Die Dämmschicht 3 kann auf übliche Weise mit der Tragwand
2 verbunden sein, beispielsweise durch Verkleben, Verdübeln oder dergleichen.
[0037] Die Tragwand 2 ist nach dem Ausführungsbeispiel Teil einer hinterlüfteten Fassade,
so dass in üblicher bautechnischer Ausführung vor der Dämmebene ein Luftspalt 4 zur
Hinterlüftung sowie eine Wetterschutzverkleidung 5, beispielsweise als Klinkerfassade,
vorgesetzt ist. Die Tragwand 2 begrenzt eine Fensteröffnung oder allgemein Mauerwerksöffnung.
Nach einem anderen bevorzugten Ausführungsbeispiel ist der Wandaufbau als Wärmedämmverbundsystem
ausgeführt, wobei die Außenhaut des Wandaufbaus unmittelbar auf der Wärmedämmschicht
angeordnet ist, beispielsweise in Form eines Spitz- oder Kratzputzes (nicht dargestellt).
[0038] An der Fensteröffnung ist ein Fensterbankformteil 10 vorgesehen, welches eine Vorderseite
11 (raumaußenseitig gerichtet) sowie eine Rückseite 12 (rauminnenseitig ausgerichtet)
sowie eine Unterseite 13 und eine Oberseite 14 aufweist. An der Oberseite 14 ist ein
Auflagebereich 15 für einen Fensterrahmen 50 vorgesehen, welcher von dem Korpus 16
des Fensterbankformteils 10 nach oben vorsteht. Die Oberseite des Auflagebereichs
15 kann profiliert sein, um an die Anlagefläche eines Fensterrahmens angepasst zu
sein. Das Fensterbankformteil 10 ist erfindungsgemäß an der Vorderseite 2a der Tragwand
2 lastabtragend befestigt, wozu als Befestigungselement 17 ein oder mehrere Winkel
vorgesehen sein können, welche einerseits das Fensterbankformteil 10 unterstützend
an diesem festgelegt sind, andererseits mit dem anderen Schenkel 17b an der Außenseite
2a der Tragwand 2. Die Befestigung ist hierbei derart ausgelegt, dass das Fensterbankformteil
das auf dieses aufgesetzte Fenster alleine tragen kann, ohne dass das Fenster mittels
weiterer Befestigungselemente an der Tragwand oder anderen Einrichtungen festgelegt
wird. Gegebenenfalls kann das Fensterbankformteil jedoch zumindest beim endmontierten
Fenster auch nur einen Teil der Last des aufgesetzten Fensters übernehmen, wobei eine
zusätzliche Lastabtragung über andere Lastabtragungseinrichtungen erfolgen kann, welche
beispielsweise die Last in die Tragwand übertragen, beispielsweise durch zusätzliche
Haltelaschen, Winkelelemente oder dergleichen.
[0039] Das Befestigungselement 17 erstreckt sich hierbei bis zum Auflagebereich 15 für das
Fenster oder über diesen hinaus, was allgemein gelten kann. Das Fensterbankformteil
ist hierbei - gegebenenfalls bis auf die Befestigungsmittel 17 - einstückig ausgebildet,
was allgemein gelten kann und bevorzugt ist. Die einstückige Ausbildung bezieht sich
insbesondere auf den Querschnittsaufbau des Fensterbankformteils. Das Fensterbankformteil
kann sich einstückig über die gesamte Länge der Fensteröffnung erstrecken oder auch
durch andere (ansonsten vorzugsweise baugleiche) Fensterbankformteile längs gestoßen
werden, so dass also die zugeschnittenen Formteile eine Länge haben, die durch eine
bestimmte Ausnutzung von Schaumblöcken entsteht.
[0040] Gemäß dem Ausführungsbeispiel ist das Fensterbankformteil ausschließlich lastabtragend
an der Tragwand 2 und nicht lastabtragend an der vorgesetzten Wärmedämmschicht 3 angeordnet.
Das Befestigungselement 17 kann mittels nicht dargestellter Schrauben oder anderer
Einrichtungen einerseits an dem Fensterbankformteil 10 befestigt sein, so dass die
beiden Bauteile gegeneinander gegen Verschiebung gesichert und gehaltert sind, sowie
auch verschiebungssicher und lastabtragend an der Tragwand 2 befestigt sein.
[0041] Das Befestigungsmittel 17 ist zur Außenseite bzw. zur Wetterschutzverkleidung 5 hin
von der Dämmschicht und dem Fensterbankformteil 10 abgeschirmt. Dies gilt insbesondere
für den zur Tragwand 2 hin lastabtragenden Bereich des Befestigungsmittels 17, hier
des Schenkels 17b. Das Befestigungselement 17, hier der Schenkel 17a, ist jedoch von
der raumaußenseitig angeordneten Vorderseite 3a der Dämmschicht 3 beabstandet. Hierdurch
werden Wärmebrücken nach außen minimiert.
[0042] Alternativ oder zusätzlich kann das Fensterbankformteil 10 auch durch eine Klebeschicht
18 mit der Vorderseite 2a der Tragwand 2 verbunden sein, wobei diese Klebeschicht
18 gegebenenfalls für sich alleine vollständig lastabtragend in Bezug auf das an dem
Auflagebereich 15 aufgesetzte Fenster 50 sein kann. Fig. 2 zeigt eine weitere mögliche
- wenn auch weniger bevorzugte - Befestigungsmöglichkeit, wobei das Fensterbankformteil
10 durch Befestigungselemente 19 in Form von Schraubbolzen lastabtragend an der Tragwand
2 gehaltert ist und die Befestigungselemente 19 sich im Wesentlichen horizontal erstrecken
und das Fensterbankformteil durchsetzen.
[0043] Das Fensterbankformteil 10 weist eine derartige Horizontalerstreckung auf, dass die
Vorderseite 11 des Fensterbankformteils 10 zumindest im Wesentlichen bündig mit der
Vorderseite 3a der Dämmebene bzw. Dämmschicht 3 abschließt. Die Unterseite 13 des
Formteils 10 liegt auf der Oberseite des Wandbereichs 3 auf. Zur Erleichterung einer
Ablängung und Anpassung an den Wandbereich 3 sind gemäß Fig. 3 an dem ursprünglichen
Formteil 10a Trennmarkierungen 10b, ggf. in Form von Einschnitten oder vorgefertigten
Sollbruchstellen oder lediglich in Form optischer Markierungen, vorgesehen. Gegebenenfalls
kann das Fensterbankformteil 10 auch mehr oder weniger, vorzugsweise nur geringfügig,
über die vorgesetzte Dämmschicht 3 nach außen vorstehen. Das Fensterbankformteil 10
überkragt hierbei die vorgesetzte Dämmschicht 3, wobei diese unmittelbar an die Unterseite
13 des Fensterbankformteils anstoßen kann, um einen Luftspalt zu vermeiden und eine
optimale Wärmedämmung zu ergeben.
[0044] Hierdurch kann insgesamt das Fensterbankformteil 10 auf besonders einfache Weise
an der Tragwand 2 befestigt werden, ohne zudem die Weite der Fensteröffnung zu beschränken
und damit die Größe des einzusetzenden Fensters zu limitieren. Weiterhin kann hierdurch
das Fensterbankformteil in die Wärmedämmschicht integriert werden und diese teilweise
oder vorzugsweise vollständig überkragen. Der Wandaufbau ist hier in Kombination mit
einer hinterlüfteten Fassade 5, z.B. einer Verklinkerung oder Wärmedämmung (WDVS)
mit Putz realisiert. Hierdurch kann das Fenster auf einfache Weise innerhalb der Wärmedämmschicht
des Wandaufbaus angeordnet werden, was bauphysikalisch vorteilhaft ist. Das Fensterbankformteil
10 deckt die Dämmschicht ferner oberseitig ab und sichert diese dadurch gegen mögliche
Beschädigungen durch Krafteinwirkung von oben, beispielsweise beim Einsetzen des Fensters.
Ferner muss zur Anordnung des erfindungsgemäßen Fensterbankformteils an der Tragwand
lediglich die vorgesetzte Dämmschicht 3 mit ausreichender Höhe bemessen werden, um
das Fensterbankformteil 10 an der Tragwand 2 befestigen zu können. Dies ist jedoch
einfach, da das Wärmedämmmaterial einfach handwerklich den jeweiligen Anforderungen
entsprechend dimensioniert werden kann.
[0045] Das Fensterbankformteil 10 weist an dem rauminnenseitigen Bereich 21 einen Absatz
22 auf, so dass die Formteiloberfläche 23, welche rauminnenseitig zu dem Absatz 22
angeordnet ist, auf gleicher Höhe wie die Fensterbrüstung 2c der Tragwand 2 angeordnet
ist (gegebenenfalls kann hier auch ein geringer Höhenversatz vorliegen, vorzugsweise
von weniger als die 1- bis 2-fache Stärke des nachfolgend beschriebenen Deckelementes,
oder weniger als die 0,5- bis 0,25-fache Stärke desselben, was allgemein im Rahmen
der Erfindung gelten kann). Weiterhin ist ein Deckelement 24 z.B. in Form einer Deckplatte
vorgesehen, deren Stärke der Höhe h des Absatzes 21 zumindest im Wesentlichen entspricht
und deren Länge derart bemessen ist, dass diese mit einer Schmalseite 24a an dem Absatz
22 des Formteils 10 anstößt, zum anderen mit der rauminnenseitigen Kante 2d der Tragwand
2 abschließen kann. Der gesamte Abschnitt im Bereich der Fensterbrüstung ausgehend
von der Vorderseite 3a der Dämmschicht bis zur Rückseite 2b der Tragwand wird somit
durch das Formteil 10 sowie die Abdeckplatte 24 zur Mauerwerksöffnung hin abgedeckt.
Der Absatz 22 ist derart ausgebildet und zu der Tragwand positioniert, dass das auf
dem unteren horizontalen Schenkel 22a und der Fensterbrüstung aufgelegte Deckelement
horizontal angeordnet ist. Der raumaußenseitige Bereich 14a der Oberseite 14 des Formteils
10 verläuft im Einbauzustand desselben horizontal. Der außenseitige Bereich 14a der
Formteiloberfläche ist hier auf gleicher Höhe wie der rauminnenseitige Oberflächenbereich
14b (oberhalb des Absatzes 22) angeordnet.
[0046] Das Formteil 10 sowie die Abdeckplatte 24 bestehen unabhängig voneinander aus einem
Kunststoffmaterial, vorzugsweise aus demselben Material, hier einem Wärmedämmmaterial
wie Polystyrol, Mineralfaser oder andere Dämmmaterialien. Das Material weist einen
Wärmeleitfähigkeitswert von ≤ 0,06 W/mK auf.
[0047] Gemäß Fig. 3 weist das Fensterbankformteil 10 weiterhin eine Armierung 30 auf, welche
fakultativ ist, beispielsweise in Form eines Metall- oder Kunststoffprofils, beispielsweise
aus PVC oder PE. Die Armierung kann ein Hohlprofil darstellen, beispielsweise ein
extrudiertes Profil sein. Die Armierung kann innerhalb des Hohlraums derselben Versteifungen,
z. B. in Form von Zwischenwänden aufweisen. Die Armierung 30 untergreift den Auflagebereich
15 für das Fenster, so dass ein Teil oder die gesamte Quererstreckung des Auflagebereichs
15 (also die rauminnenseitige-raumaußenseitige Erstreckung desselben) von der Armierung
untergriffen bzw. unterstützt wird. Das Befestigungsmittel 17 für das Formteil 10
ist derart ausgebildet, dass dieses sich über einen Teil oder die gesamte Quererstreckung
der Armierung (rauminnenseitig-raumaußenseitig) hin erstreckt, wodurch das Fensterbankformteil
auch sehr hohe Lasten aufnehmen und über dessen Befestigung in die Tragwand abtragen
kann. Die Armierung grenzt an die Unterseite des Formteils an, so dass diese mit einem
Teilbereich 30a derselben unmittelbar auf dem Befestigungselement 17 aufsitzt und
lastabtragend von diesem unterstützt wird. Diese Ausgestaltung kann für alle Ausführungsformen
der Erfindung gelten.
[0048] Gemäß einer weiteren Abwandlung kann nach Fig. 4 der Korpus 16 des Fensterbankformteil
40 rauminnenseitig auch einen Absatz 41 aufweisen, welcher von der Rückseite des Korpus
bzw. der Anlagefläche des Formteils an der Tragwand beabstandet ist. In Montageanordnung
des Formteils wird ferner eine Stufe 42 zur Fensterbrüstung hin ausgebildet, welche
die Fensterbrüstung überragt. Die Stufe 42 weist vorzugsweise zumindest in etwa dieselbe
Höhe h auf, wie der Absatz 41. Das Deckelement 45, hier als Abdeckplatte, weist hier
ebenfalls eine Stufe 46 oder sonstigen Höhenübergang auf, hier unter Ausbildung eines
überkragenden Bereiches 47, welcher auf die Oberseite der Stufe 42 des Formteils 40
auflegbar ist. Der Endbereich 47 des Deckelementes stützt sich im Montagezustand auf
der Oberseite der Fensterbrüstung ab. Die Oberseiten 48, 49 des Absatzes 41 und das
Deckelementes 45 liegen hier wiederum auf einer Höhe und bilden so eine vorzugsweise
horizontale Auflagefläche für ein weiteres Bauelement wie eine Fensterbank. Durch
Verschieben des Deckelementes in Pfeilrichtung, also zur Rückseite 2b der Tragwand
2, kann die Lage des Deckelementes an die Fensterbrüstungsbreite angepasst werden,
ohne dass ein Abtrennen eines Teils des Deckelementes erforderlich ist. Es verbleibt
dann eine Rinne zwischen Absatz 41 und Stirnseite 45a, dennoch wird durch die Oberflächenbereiche
48, 49 eine stabile Auflage für eine Fensterbank o. dgl. bereitgestellt.
[0049] Es versteht sich, dass diese Abwandlung mit den anderen Ausführungsformen gemäß der
Erfindung jeweils kombiniert werden kann. Zwar wird die Mauerwerksöffnung durch die
Stufe 42 geringfügig eingeengt. Der lastabtragende Bereich des Korpus des Fensterbankformteils
ist jedoch auch hier mit der Vorderseite der Tragwand verbunden, so dass die Einengung
nur sehr geringfügig ist. Die Höhe der Stufe 42 und/oder des Absatzes 41 beträgt vorzugsweise
≤ 3-4 cm oder ≤ 1-2 cm. Die Höhe der Stufe 42 und/oder des Absatzes 41 beträgt vorzugsweise
≤ 25-33% der Höhe des Anlagebereichs des Formteilkorpus an der Tragwand, besonders
bevorzugt ≤ 15-20% oder ≤ 5-10% desselben. Die Höhe der Stufe 42 und/oder des Absatzes
41 beträgt vorzugsweise ≤ 25-33% der Höhe des Korpus an der Formteilrückseite, welche
vorzugsweise flächig an die Tragwand anlegbar ist.
1. Wandaufbau mit Fensteröffnung und an der Fensteröffnung angeordnetem Fensterbankformteil,
wobei der Wandaufbau eine lastabtragende Tragwand (2) mit Fensterbrüstung und eine
dieser im Lagenaufbau der Wand außenseitig vorgesetzte, verglichen mit der Tragwand
(2) unbelastete Dämmebene als Zwischenwandbereich aufweist, und ferner eine außenseitig
der Dämmebene angeordnete Außenschale, und dass das Fensterbankformteil (10) einen
Auflagebereich zur Unterstützung eines Fensters aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Fensterbankformteil (10) der Tragwand (2) vorgesetzt angeordnet und mittels eines
Befestigungsmittels (17, 19) lastabtragend an der Tragwand (2) befestigt ist und den
als Dämmebene ausgebildeten Zwischenwandbereich zumindest teilweise oder vollständig
überkragt.
2. Wandaufbau nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsmittel (17) des Fensterbankformteils derart ausgebildet ist, dass
dieses einerseits das Fensterbankformteil (10) lastabtragend unterstützt und andererseits
mit einem Haltebereich zwischen Tragwand (2) und Dämmebene angeordnet ist.
3. Wandaufbau nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsmittel (17) für das Fensterbrüstungsteil einen Haltebereich aufweist,
welcher lastabtragend an der Außenseite der Tragwand (2) befestigbar oder befestigt
ist.
4. Wandaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die der Tragwand (2) vorgesetzte Dämmebene sich in der Höhe bis zur Unterseite des
Fensterbankformteils und/oder bis zur Unterseite des Befestigungsmittels (17) des
Fensterbankformteils erstreckt.
5. Wandaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsteil für das Fensterbankformteil (10) ein Winkelelement ist und/oder
dass das Fensterbankformteil (10) mittels sich im Wesentlichen horizontal erstreckender
Befestigungselemente (19) lastabtragend an der Tragwand (2) befestigt ist.
6. Wandaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Fensterbankformteil (10) mit der Vorderseite der Tragwand (2) verklebt ist.
7. Wandaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Fensterbankformteil (10) eine sich in dessen Längsrichtung erstreckende Armierung
(30) aufweist, welche von den Befestigungsmitteln für das Fensterbankformteil (10)
unterstützt wird.
8. Wandaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Fensterbankformteil (10) rauminnenseitig hin gerichtet eine Oberseite aufweist,
welche zumindest im Wesentlichen bündig abschließend mit der Fensterbrüstung angeordnet
ist.
9. Wandaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Fensterbankformteil (10) außenseitig zumindest im Wesentlichen bündig mit dem
der Tragwand (2) vorgesetzten Zwischenwandbereich abschließt.
10. Wandaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass (i) das Fensterbankformteil (10) rauminnenseitig einen Absatz (22) aufweist, welcher
eine untere Auflagefläche für eine rauminnenseitig angeordnete Deckplatte (24) aufweist,
und dass der Absatz (22) derart in der Höhe zur Fensterbrüstung angeordnet ist, dass
die Deckplatte (24) auf dem Absatz (22) und der Brüstung aufliegend im Wesentlichen
horizontal angeordnet ist, oder dass (ii) die rauminnen- und raumaußenseitige Oberseiten
des Fensterbankformteils ein unterschiedliches Niveau haben, so dass das Deckelement
(24) sich bis zum Auflagebereich des Formteils erstrecken kann.
11. Wandaufbau nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckplatte (24) an deren raumaußenseitig angeordneter Seite auf dem Fensterbankformteil
(10) abstützt oder an diese anstößt und rauminnenseitig mit der Innenseite der Tragwand
(2) zumindest im Wesentlichen bündig abschließt.
12. Wandaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Fensterbankformteil (10) einen sich von dessen Korpus nach oben erstreckenden
Auflagebereich (15) für ein Fenster aufweist und dass dieser Auflagebereich raumaußenseitig
zu der Seite der Tragwand (2) angeordnet ist.
13. Wandaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Fensterbankformteil (10) und/oder die Deckplatte aus einem wärmedämmenden Material
bestehen.
14. Wandaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragwand (2) Bestandteil (i) einer hinterlüfteten Fassade mit außenseitiger Dämmung
und einer Wetterschutzverkleidung oder (ii) eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS) ist.
15. Fensterbankformteil, insbesondere zur Verwendung bei einem Wandaufbau nach einem der
Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Fensterbankformteil (10) einen Auflagebereich (15) zur Unterstützung eines Fensters
aufweist, einen sich von dem Auflagebereich (15) zur Raumaußenseite hin erstreckenden
ersten Seitenbereich sowie einen sich zur Rauminnenseite hin erstreckenden zweiten
Seitenbereich mit einer zur Rauminnenseite hin gewandten Seitenfläche sowie eine Unterseite
aufweist, dass das Fensterbankformteil (10) sowie dessen rauminnenseitige Seitenfläche
(24) und/oder Unterseite zur lastabtragenden Befestigung an der Vorderseite einer
Tragwand (2) ausgebildet sind und dass dem Fensterbankformteil (10) Befestigungsmittel
zugeordnet sind, mittels welcher das Fensterbankformteil (10) an der rauminnenseitigen
Seitenfläche und/oder der Unterseite lastabtragend an der Tragwandvorderseite befestigbar
sind.
16. Fensterbankformteil (10) nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass dieses rauminnenseitig einen Absatz (22) aufweist und dass dem Fensterbankformteil
(10) eine Deckplatte mit einer Stärke entsprechend der Höhe des Absatzes zugeordnet
ist.