[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Schutz von Fahrzeugen, insbesondere militärischen
Fahrzeugen, im Nahbereich mittels nicht-letaler Wirkmittel. Schutzsysteme mit nicht-letalen
Wirkmitteln sind an sich bekannt. Es handelt sich um Sprüh- und/oder Drucksysteme
mit Wirkmitteln wie beispielsweise OC, CN, CS, Farbmittel usw.
[0002] Die bekannten Systeme werden z. B. mit tragbaren, leicht aufgebauten und einfach
zu handhabenden Geräten verwirklicht und dienen für Einzelpersonen oder Gruppen von
Personen zur Abwehr von Angriffen und zur Unterstützung von Maßnahmen der Deeskalation
im Nahbereich.
[0003] Es ist weiterhin bekannt, auf Fahrzeugen Vorrichtungen zur Abgabe nicht-letaler Wirkmittel
anzuordnen, beispielsweise in der Form von Wasserwerfern. Diese Vorrichtungen sind
aber erst auf eine größere Entfernung wirksam und im Nahbereich nicht einsetzbar.
[0004] Bei modernen, auch militärischen Einsätzen können Situationen auftreten, in denen
die Besatzung eines Fahrzeugs sich im Nahbereich, beispielsweise innerhalb einer Menschenmenge,
mit nicht-letalen Wirkmitteln zur Wehr setzen muss, beispielsweise wenn das Fahrzeug
am Weiterfahren gehindert wird oder Personen das Fahrzeug verlassen wollen.
[0005] In dem Dokument
WO 96/11822 A1 ist ein Sicherheitssystem für ein Kraftfahrzeug beschrieben mit einem am Fahrzeug
lösbar befestigten Druckbehälter für ein nicht-letales Wirkmittel, an den mehrere
Ausspritzdüsen für das nicht-letale Wirkmittel angeschlossen sind, die über ein ansteuerbares
Ausgangsventil mit dem Druckbehälter verbunden sind und mit einer Betätigungsvorrichtung
für das Ausgangsventil sowie einer im Fahrzeug angeordneten Steuervorrichtung, die
über eine Steuerstrecke mit der Betätigungsvorrichtung verbunden ist.
[0006] In dem Dokument
FR 2 562 231 A1 ist eine an einem Kampffahrzeug angeordnete Einrichtung zum Schutz des Fahrzeugs
durch Abgabe eines undurchsichtigen Nebels beschrieben. Die Einrichtung besitzt einen
am Fahrzeug befestigten Druckbehälter sowie mehrere am Rand des Fahrzeugs angeordnete
mit Ausgangsventilen versehene Austrittsdüsen, die über Leitungen mit dem Druckbehälter
verbunden sind sowie eine am Fahrzeug angeordnete Steuervorrichtung.
[0007] Ausgehend von einer Einrichtung mit den Merkmalen aus dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zu schaffen, mit der
es möglich ist, aus dem Fahrzeug heraus die Besatzung mittels nicht-letaler Wirkmittel
zu schützen, wobei die Einrichtung aus einfachen zum Teil bekannten Einzelbestandteilen
zusammensetzbar und auf oder am Fahrzeug installierbar ist und aus dem Fahrzeuginneren
heraus bedient werden kann.
[0008] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen aus dem kennzeichnenden
Teil des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Einrichtung
sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0009] Durch den speziellen Aufbau ist das erfindungsgemäße System klein, leicht und problemlos
mit wenigen Handgriffen adaptier- bzw. integrierbar und ggf. als Tragsystem einsetzbar.
Die Steuerung und Bedienung eröffnet die Möglichkeit, nicht-letale Wirkstoffe bis
zu einer Entfernung von ca. 10 m auszubringen. Das System ist außerordentlich kostengünstig
durch die mindestens teilweise Verwendung von auf dem Markt verfügbaren und international
bereits von Polizei und Militär zugelassenen Produkten.
[0010] Im Folgenden wird ein Ausführungsbeispiel für eine Einrichtung zum Schutz von Fahrzeugen,
insbesondere militärischen Fahrzeugen, im Nahbereich mittels nicht-letaler Wirkmittel
nach der Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert.
[0011] Die Zeichnung zeigt in teilweise geschnittener Seitenansicht eine Einrichtung zur
Abgabe nicht-letaler Wirkmittel. Bei dieser Einrichtung ist an einer auf der Dachplatte
21 eines Fahrzeugs angeordneten, drehbaren Lafette 20, die eine Waffe 29 trägt, über
eine Halterung 22 ein transportabler Druckbehälter 23 angeordnet. Oberhalb des Druckbehälters
23 befindet sich eine Hochleistungspumpe H und im Druckbehälter 23 eine nicht-letale
Wirkmittel enthaltende Flüssigkeit FL. Der Druckbehälter 23 ist über eine Kupplung
23.1 und eine Schlauchverbindung 23.2 mit einem an der Lafette 20 angeordneten Elektromagnetventil
24 verbunden, durch welches einer Ausspritzdüse 25 über eine Lanze 28 und einen Adapter
28.1 das nicht-letale Wirkmittel unter Druck zugeführt wird.
[0012] Das Elektromagnetventil 24 ist über eine Steuerstrecke 26, die als Kabelverbindung
oder auch als Funkverbindung ausgestaltet sein kann, mit der im Fahrzeug angeordneten
elektrischen Steuervorrichtung 27 verbunden, die mit einem Auslöseelement 27.1 versehen
ist.
[0013] Der Druckbehälter 23 ist schlagfest ausgebildet und auswechselbar. Die Reichweite
dieser Vorrichtung kann bis zu 10 m betragen.
1. Einrichtung zum Schutz von Fahrzeugen, insbesondere militärischen Fahrzeugen, im Nahbereich
mittels nicht-letaler Wirkmittel mit mindestens einem am Fahrzeug befestigten Druckbehälter
(23) für ein nicht-letales Wirkmittel, einer Ausspritzdüse (25) für das nicht-letale
Wirkmittel, die über ein steuerbares Ausgangsventil (24) mit dem Druckbehälter (23)
verbunden ist, einer Betätigungsvorrichtung für das Ausgangsventil (24) sowie einer
im Fahrzeug angeordneten Steuervorrichtung (27), die mit der Betätigungsvorrichtung
verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass auf einer am Fahrzeug angeordneten drehbaren Lafette (20) eine Halterung (22) für
einen transportablen Druckbehälter (23) angeordnet ist, der über eine Schlauchverbindung
(23.2) und ein Elektromagnetventil (24) mit einer an der Lafette (20) angeordneten
Lanze (28) verbunden ist, an deren äußerem Ende die Ausspritzdüse (25) angeordnet
ist, wobei das Elektromagnetventil (24) über eine Steuerstrecke mit einer im Fahrzeug
angeordneten elektrischen Steuervorrichtung (27) verbunden ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerstrecke als Kabelverbindung (26) ausgebildet ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerstrecke als Funkverbindung ausgebildet ist.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente