[0001] Die Erfindung betrifft eine Pumpe zum Fördern von fluidem Material aus einem Materialbehälter
nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Entsprechende Pumpen werden zum Entnehmen von fluidem Material aus Materialbehältern
und zum Zuführen des Materials zu beispielsweise einer Mischeinrichtung oder Verarbeitungseinrichtung
eingesetzt. In der weiteren Beschreibung wird ausschließlich auf Verarbeitungseinrichtungen
Bezug genommen, wobei dabei auch immer Mischeinrichtungen oder ähnliche Einrichtungen
umfasst sind. Üblicherweise fördern solche Pumpen das Material in Arbeitszyklen, wobei
ein Arbeitszyklus einen ersten Arbeitsschritt umfasst, in dem zum Entnehmen von Material
aus dem Materialbehälter ein Förderraum der Pumpe mit Material gefüllt wird, sowie
einen zweiten Arbeitsschritt, in dem zum Zuführen des Materials an eine Einrichtung
das Material aus dem Förderraum der Pumpe entleert wird.
[0003] Herkömmliche Pumpen werden gemeinhin von einer Antriebseinrichtung so angetrieben,
dass ein Arbeitszyklus in einer durch die Antriebseinrichtung festlegbaren Arbeitsfrequenz
durchgeführt wird. Eine Periode dieser Arbeitsfrequenz bezieht sich dabei auf das
Zeitintervall zwischen dem Beginn des ersten Arbeitsschritts in einem Arbeitszyklus
und dem Beginn des ersten Arbeitsschritts in dem darauffolgenden Arbeitszyklus. Da
bei herkömmlichen Pumpen der Förderraum in seinen geometrischen Abmessungen konstant
eingerichtet ist, kann die Fördergeschwindigkeit von herkömmlichen Pumpen bei bekanntem
Förderraumvolumen unter Berücksichtigung der Frequenz der Antriebseinrichtung leicht
berechnet und damit durch die Antriebseinrichtung vorgegeben werden.
[0004] Es hat sich jedoch herausgestellt, dass es für viele Anwendungen vorteilhaft ist,
wenn die Fördergeschwindigkeit der Pumpe in einem bestimmten Bereich veränderbar ist,
ohne dass hierzu die Arbeitsfrequenz der Arbeitszyklen und damit die Frequenz der
Antriebseinrichtung verändert werden muss. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn
die Fördergeschwindigkeit, und damit die pro Zeitintervall geförderte Materialmenge,
genau bestimmt oder gesteuert sein muss, was nicht immer über die Frequenzsteuerung
über die Antriebseinrichtung gewährleistet werden kann.
[0005] Beispielsweise besteht häufig der Bedarf, einen Richtwert für eine Fördergeschwindigkeit
für ein Material einstellen und die Fördergeschwindigkeit während des Fördervorgangs
in einem bestimmten Bereich variieren zu können. Unhabhängig davon besteht der Bedarf,
die Fördergeschwindigkeit möglichst präzise und/oder kontinuierlich einstellen zu
können.
[0006] Häufig muss während eines Fördervorgangs auf prozessabhängige Parameter der Verarbeitungseinrichtung
dahingehend reagiert werden, dass der Verarbeitungseinrichtung mehr oder weniger Material
zugeführt wird. Die Steuerung über die Antriebseinrichtung kann hierfür zu träge,
zu ungenau oder auch zu aufwendig sein.
[0007] Darüber hinaus werden Pumpen oftmals mechanisch oder gesteuert gekoppelt angetrieben,
wobei eine jede Pumpe ein unterschiedliches Material aus einem unterschiedlichen Materialbehälter
fördert. Die Fördergeschwindigkeiten der Pumpen können somit nur gemeinsam verändert
werden. Auch hierbei besteht der Bedarf, die Fördergeschwindigkeit der jeweiligen
gekoppelt angetriebenen Pumpen unabhängig von der Antriebseinrichtung verändern zu
können.
[0008] Zur Lösung der genannten technischen Probleme wird in dem Dokument
CH 701376 B1 vorgeschlagen, eine Pumpe so auszugestalten, dass ein Teil des im ersten Arbeitsschritt
des Arbeitszyklus der Pumpe in den Förderraum gefüllten Materials in den Materialbehälter
zurückgepumpt wird und nicht in dem zweiten Arbeitsschritt zum Zuführen des Materials
an eine Verarbeitungseinrichtung aus dem Förderraum entleert wird. Dadurch kann die
Fördergeschwindigkeit über das Volumen des Materials, das vor dem Entleeren des Förderraums
von dem Förderraum in den Materialbehälter zurückgepumpt wird, variiert werden.
[0009] Allerdings ist für das Zurückpumpen des Materials aus dem Förderraum in den Materialbehälter
an der Pumpe ein eigenes Rückführsystem notwendig, das mit dem Materialbehälter in
Verbindung steht und hohe Kosten mit sich bringt. Darüber hinaus muss bei dem Zurückpumpen
ein hoher Pumpendruck aufgewendet werden.
[0010] Ausgehend von dem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine
Pumpe zum Fördern einer Menge von fluidem Material aus einem Materialbehälter bereitzustellen,
durch die die oben beschriebenen Bedürfnisse zumindest teilweise befriedigt und/oder
die genannten Probleme bei bekannten Pumpen zumindest teilweise behoben werden.
[0011] Als eine Lösung der genannten technischen Aufgabe schlägt die Erfindung eine Pumpe
zum Fördern einer Menge von fluidem Material aus einem Materialbehälter mit den Merkmalen
von Anspruch 1 vor.
[0012] Eine erfindungsgemäße Pumpe zeichnet sich dadurch aus, dass die Größe des Förderraums
der Pumpe während des Pumpenbetriebs so veränderbar ist, dass in verschiedenen Arbeitszyklen
des Fördervorgangs unterschiedliche Volumina des Materials förderbar sind. Eine erfindungsgemäße
Pumpe zeichnet sich zusätzlich oder unabhängig davon dadurch aus, dass der Förderraum
eine Ergänzungskammer mit Ergänzungsraum umfasst, und dass das Volumen des Ergänzungsraums
während des Betriebs der Pumpe veränderbar ist. Die im Folgenden beschriebenen Merkmale
einer erfindungsgemäßen Pumpe sind auf diese gesonderte Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen
Pumpe analog anzuwenden.
[0013] Die Größe des Förderraums bezieht sich dabei auf die durch die geometrischen Erstreckungen
des Förderraums festgelegte Größe des Raums. Eine Änderung der Größe des Förderraums
kann somit durch jede Änderung einer jeden Erstreckungsgröße des Förderraums herbeigeführt
werden. Zur Veränderung der Größe des Förderraums muss dabei nicht zwingend das Volumen
des Förderraums verändert werden, sondern auch eine Veränderung der Form des Förderraums
ist als eine Veränderung der Größe des Förderraums anzusehen.
[0014] Beispielsweise kann eine Veränderung der Größe des Förderraums darin bestehen, dass
sich die Erstreckung des Förderraums so ändert, dass eine Kammer oder Aussackung gebildet
oder zurückgebildet ist, die bei dem Entleeren des Materials aus dem Förderraum in
dem zweiten Arbeitsschritt nicht zugänglich ist, so dass das in einem Arbeitszyklus
geförderte Volumen des Materials durch die Veränderung der Größe der Förderraums verändert
werden kann. Eine Veränderung der Größe des Förderraums kann insbesondere auch darin
bestehen, dass eine Trennwand oder dergleichen in dem Förderraum verändert oder in
ihn eingebracht wird, so dass bestimmte Abschnitte des Förderraums bei dem Befüllen
des Förderraums mit Material und/oder bei dem Entleeren von Material aus dem Förderraum
nicht zugänglich sind. Darüber hinaus kann die Größe des Förderraums natürlich auch
dadurch verändert werden, dass zumindest eine Erstreckung des Förderraums so verändert
wird, dass sich das von dem Förderraum begrenzte Volumen verändert. Beispielsweise
ist es möglich, den Förderraum bei einer Schöpfpumpe so zu verändern, dass in einem
Arbeitszyklus, d. h. in einem Schöpfzyklus der Pumpe, je nach Größe des Förderraums
eine bestimmte Menge gefördert wird.
[0015] Die erfindungsgemäße Pumpe zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass die Größe
des Förderraums der Pumpe während des Pumpenbetriebs veränderbar ist. Durch die erfindungsgemäße
Pumpe ist es daher möglich, das pro Arbeitszyklus geförderte Volumen zu verändern,
ohne dabei den Fördervorgang zu unterbrechen. Dadurch kann die Fördergeschwindigkeit
der Pumpe im Betrieb der Pumpe an die jeweiligen Bedingungen, die beispielsweise durch
die Verarbeitungseinrichtung, der die Pumpe das Material zuführt, vorgegeben sein
können, angepasst werden. Denn durch die Veränderung der Größe des Förderraums während
des Pumpenbetriebs ist es möglich, das pro Arbeitszyklus geförderte Volumen zu verändern,
so dass bei gleichbleibender Arbeitsfrequenz der Pumpe durch die Veränderung der Größe
des Förderraums während des Pumpenbetriebs die Fördergeschwindigkeit der Pumpe veränderbar
ist. Die Veränderung der Fördergeschwindigkeit kann dabei kontinuierlich oder stufenweise
erfolgen.
[0016] Insbesondere kann es vorteilhaft sein, dass die Größe des Förderraums durch eine
Steuereinheit steuerbar oder regelbar ist. Dabei kann die Steuereinheit einer Pumpe
beispielsweise die Betriebsparameter der Pumpe, die Betriebsparameter der Verarbeitungseinrichtung
und/oder Betriebsparameter von Pumpen, die Material aus weiteren Materialbehältern
zu der Verarbeitungseinrichtung fördern, berücksichtigen. Die Steuereinheit zur Steuerung
oder Regelung der Größe des Förderraums kann dabei insbesondere auch mit einer Streuereinrichtung
zum Steuern oder Regeln der Arbeitsfrequenz der Pumpe zusammenwirken. Dadurch kann
es möglich sein, die Fördergeschwindigkeit der Pumpe innerhalb eines großen Wertebereichs
schnell und präzise zu verändern.
[0017] In einer vorteilhaften Ausführungsform weist der Förderraum der Pumpe Mittel auf
oder wirkt mit diesen zusammen, durch die die Größe des Förderraums veränderbar ist,
und die während eines Arbeitszyklus zur Änderung der Größe des Förderraums einstellbar
sind, so dass das Volumenverhältnis zwischen dem Materialvolumen, das in dem ersten
Arbeitsschritt in den Förderraum gefördert wird, und dem Materialvolumen, das in dem
zweiten Arbeitsschritt aus dem Förderraum entleert wird, veränderbar ist.
[0018] Hierbei ist es beispielsweise möglich, die Mittel so einzustellen, dass ein Teil
des in den Förderraum während des ersten Arbeitszyklus geförderten Materials bei dem
Entleeren des Förderraums in dem zweiten Arbeitsschritt in den Förderraum zurückbehalten
wird.
[0019] Weiterhin kann beispielsweise Material, das in dem Förderraum zurückbehalten wurde
und sich vor Beginn des ersten Arbeitsschritts eines Arbeitszyklus in dem Förderraum
befindet, zusammen mit dem in dem ersten Arbeitsschritt in den Förderraum geförderten
Material während des darauffolgenden zweiten Arbeitsschritts aus dem Förderraum entleert
werden. Entsprechend ist je nach Einstellung der Mittel das genannte Volumenverhältnis
so veränderbar, dass das Materialvolumen, das in dem ersten Arbeitsschritt in den
Förderraum gefördert wird, größer oder kleiner als das Materialvolumen ist, das in
dem zweiten Arbeitsschritt aus dem Förderraum entleert wird. Durch die Mittel und
ihre verschiedenen Einstellungen kann damit die Fördergeschwindigkeit der Pumpe in
einem weiten Bereich variiert werden.
[0020] Vorteilhafterweise kann der Förderraum der Pumpe eine Ergänzungskammer mit einem
Ergänzungsraum umfassen, wobei das Volumen des Ergänzungsraums während des Betriebs
der Pumpe veränderbar ist. Dadurch kann das Materialvolumen, das in dem ersten Arbeitsschritt
in den Förderraum gefördert wird, und das Materialvolumen, das in dem zweiten Arbeitsschritt
aus dem Förderraum entleert wird, durch eine Veränderung des Volumens des Ergänzungsraums
verändert werden. Durch das Vorsehen einer Ergänzungskammer mit Ergänzungsraum in
dem Förderraum ist eine sehr einfache Veränderung der Größe des Förderraums möglich.
[0021] Über die Veränderung des Volumens des Ergänzungsraums kann Einfluss auf das Entleeren
und/oder Füllen des Pumpenraums genommen werden. Beispielsweise kann durch eine entsprechende
Veränderung des Volumens des Ergänzungsraums der Druck in dem Pumpenraum verändert
werden, wodurch beispielsweise Druckschwankungen bei dem Entleeren/Befüllen des Pumpenraums
ausgeglichen oder zumindest verringert werden können, so dass beispielsweise die Förderung
von Material gleichmäßiger erfolgen kann und/oder die Fördergeschwindigkeit präziser
eingestellt werden kann. Die Erfindung umfasst auch, unabhängig von der Veränderung
der Fördergeschwindigkeit, den Förderraum so vorzusehen, dass er eine Ergänzungskammer
mit Ergänzungsraum umfasst, und dass das Volumen des Ergänzungsraums während des Betriebs
der Pumpe veränderbar ist. Dadurch kann wie beschrieben auf das Befüllen und/oder
Entleeren Einfluss genommen werden. Die in der vorliegenden Beschreibungen beschriebenen
Ausgestaltungen, Merkmale und Merkmalskombinationen einer erfindungsgemäßen Pumpe
sind für diesen unabhängigen Teil der Erfindung entsprechend gültig. Insbesondere
sind die Merkmale auch jeweils miteinander kombinierbar.
[0022] Insbesondere kann es vorteilhaft sein, dass der Förderraum einen Pumpenraum umfasst,
wobei das Volumen des Ergänzungsraums unabhängig von dem Volumen des Pumpenraums veränderbar
ist. Somit kann beispielsweise der Pumpenraum während der Arbeitszyklen kontinuierlich
mit Material gefüllt und entleert werden, wobei die Änderung der Größe des Förderraums
über die Änderung des Ergänzungsraums erfolgen kann. Dabei hat es sich insbesondere
als vorteilhaft herausgestellt, in dem Pumpenraum ein Fördermittel vorzusehen, das
dem Füllen und Entleeren des Pumpenraums mit Material dient, ohne gleichzeitig ein
Füllen und Entleeren des Ergänzungsraums der Ergänzungskammer zu bewirken. Der Einfluss
der Veränderung der Größe des Förderraums auf die gesamte Pumpenkonstruktion kann
dadurch niedrig gehalten werden, was eine einfache Konstruktion der erfindungsgemäßen
Pumpe ermöglicht. Es ist jedoch auch möglich, an dem Pumpenraum mehrere Ergänzungskammern
mit Ergänzungsräumen vorzusehen oder auch den Pumpenraum unabhängig von dem zumindest
einen Ergänzungsraum in der zumindest eine Ergänzungskammer in seiner Größe veränderbar
auszubilden.
[0023] Außerdem kann der Förderraum ein Arbeitsmittel umfassen, mittels dessen das Volumen
des Ergänzungsraums während eines Arbeitszyklus der Pumpe zwischen einem ersten Volumen
und einem zweiten Volumen veränderbar ist, um das in einem Arbeitszyklus geförderte
Materialvolumen um das Volumen, das der Differenz zwischen zweitem und erstem Volumen
entspricht, zu verändern, wobei das Arbeitsmittel durch eine Steuereinheit gesteuert
ist. Erstes und zweites Volumen können dabei durch das Arbeitsmittel in einem Bereich
zwischen 0 bis zu dem Volumen der Ergänzungskammer einstellbar sein. Das erste Volumen
kann beispielsweise das Minimalvolumen des Ergänzungsraums, das zweite Volumen das
Maximalvolumen des Ergänzungsraums während eines Arbeitszyklus der Pumpe sein. Entsprechend
kann auch das zweite Volumen das Minimalvolumen und das erste Volumen das Maximalvolumen
innerhalb eines Arbeitszyklus sein. Die Veränderung des in einem Arbeitszyklus geförderten
Materialvolumens bezieht sich dabei auf das Standardmaterialvolumen, das durch die
Pumpe gefördert wird, wenn das Arbeitsmittel während eines geschlossenen Arbeitszyklus
ruht.
[0024] Dabei kann es insbesondere vorteilhaft sein, in dem Förderraum ein Fördermittel vorzusehen,
das dem Füllen und Entleeren des Förderraums dient, ohne ein Füllen und Entleeren
des Ergänzungsraums zu bewirken. Das Standardmaterialvolumen, das durch die Pumpe
in einem Arbeitszyklus gefördert wird, kann dann beispielsweise um die Differenz zwischen
zweitem und erstem Volumen verringert werden, indem das Volumen des Ergänzungsraums
nach dem Befüllen des Förderraums von einem kleineren ersten Volumen zu einem größeren
zweiten Volumen verändert wird, so dass bei dem Entleeren des Förderraums das Materialvolumen,
das der Differenz zwischen zweitem und erstem Volumen entspricht, in dem Ergänzungsraum
zurückbehalten wird. Das zurückbehaltene Volumen kann dann in dem darauffolgenden
Arbeitszyklus beispielsweise für das Befüllen des Förderraums verwendet werden, und
eine entsprechende Veränderung des Ergänzungsraums durch das Arbeitsmittel von einem
kleinen ersten Volumen zu einem großen zweiten Volumen kann erneut eine Verringerung
des Standardmaterialvolumens bewirken. Entsprechend kann das Standardmaterialvolumen
durch die Differenz zwischen zweitem und erstem Volumen vergrößert werden, wenn das
Arbeitsmittel so gesteuert wird, dass der Ergänzungsraum während des Befüllens des
Förderraums von einem kleinen ersten Volumen zu einem größeren zweiten Volumen verändert
wird und während des Entleerens des Förderraums von dem größeren zweiten Volumen zu
dem kleinen ersten Volumen zurückverändert wird.
[0025] Dabei kann es vorteilhaft sein, dass das erste und/oder das zweite Volumen des Ergänzungsraums
während des Betriebs der Pumpe veränderbar ist. Dadurch kann in verschiedenen Arbeitszyklen
der Pumpe das in einem Arbeitszyklus geförderte Standardmaterialvolumen um ein jeweils
unterschiedliches Volumen verändert werden. Dies ermöglicht die Steuerung oder Regelung
der Fördergeschwindigkeit der Pumpe während des Betriebs der Pumpe in einem durch
die Variation des ersten und zweiten Volumens des Ergänzungsraums festgelegten Bereich.
[0026] Außerdem kann die Pumpe ein erstes Ventil und ein zweites Ventil umfassen, wobei
der Förderraum bei geöffnetem ersten Ventil zum Füllen mit Material mit dem Materialbehälter
und bei geöffnetem zweiten Ventil zum Entleeren von Material mit einer Auslasskammer
in Verbindung steht, wobei das erste Ventil und das zweite Ventil im Betrieb der Pumpe
einander abwechselnd geöffnet und geschlossen sind.
[0027] Die Auslasskammer kann dabei in beliebiger Art und Weise gestaltet sein und auch
beispielsweise durch eine Leitung, wie etwa einen Schlauch oder ein Rohr, realisiert
sein. Zudem kann sich das Volumen des Förderraums bei geöffnetem ersten Ventil von
dem Volumen des Förderraums bei geöffnetem zweiten Ventil unterscheiden. Durch das
Vorsehen von entsprechenden Ventilen ist gewährleistet, dass das Volumen des Förderraums
während des ersten Arbeitsschritts, und somit während des Befüllens des Förderraums,
getrennt von dem Volumen während des zweiten Arbeitsschritts, und damit während des
Entleerens des Förderraums, einstellbar ist, wobei sich die beiden Arbeitsschritte
nicht überschneiden. Dadurch ist eine präzise Variation der Fördergeschwindigkeit
möglich.
[0028] Die Ergänzungskammer kann in einer Ausführungsform ein Verdrängungsmittel umfassen,
wobei das Volumen des Ergänzungsraums durch die Stellung des Verdrängungsmittels in
der Ergänzungskammer festgelegt ist. Dadurch kann das Volumen des Ergänzungsraums
besonders einfach und kostengünstig festgelegt werden.
[0029] Ergänzungskammer und Verdrängungsmittel können dabei als Zylinder-Kolben Anordnung
ausgebildet sein, wobei das Verdrängungsmittel als Verdrängungskolben ausgebildet
ist, durch den der Ergänzungsraum begrenzt ist. Durch die Zylinder-Kolben Anordnung
ist das Volumen des Ergänzungsraums sehr einfach und genau veränderbar, und die Zylinder-Kolben
Anordnung lässt sich mit geringen Kosten herstellen.
[0030] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist die Pumpe als Hubkolbenpumpe ausgebildet,
deren Förderraum einen ersten Kolbenraum umfasst, und die einen zweiten Kolbenraum
aufweist sowie ein Hubkolben. Die Ergänzungskammer ist an dem ersten Kolbenraum vorgesehen,
und der Hubkolben ist in dem ersten Arbeitsschritt zum Fördern des Materials von dem
Materialbehälter in den ersten Kolbenraum von einem ersten Totpunkt zu einem zweiten
Totpunkt bewegbar und in dem zweiten Arbeitsschritt zum Entleeren des Materials von
dem ersten Kolbenraum in den zweiten Kolbenraum von dem zweiten Totpunkt zu dem ersten
Totpunkt bewegbar.
[0031] Durch die Ausbildung als Hubkolbenpumpe kann die erfindungsgemäße Pumpe besonders
günstig und robust realisiert werden. Die Pumpe kann beispielsweise über eine Folgeplatte
mit dem Materialbehälter in Verbindung stehen. Der Hubkolben stellt dabei das Fördermittel
zum Befüllen und Entleeren des ersten Kolbenraums dar. Der zweite Kolbenraum kann
beispielsweise als eine beliebig gestaltete Auslasskammer ausgebildet sein. Auch können
erster Kolbenraum und zweiter Kolbenraum durch den Hubkolben selbst voneinander getrennt
sein. Der zweite Kolbenraum kann auch so ausgebildet sein, dass er in dem zweiten
Arbeitsschritt durch die Hubbewegung des Kolbens von dem zweiten Totpunkt zu dem ersten
Totpunkt mit Material gefüllt wird und bei der Hubbewegung des Kolbens in dem ersten
Arbeitsschritt des darauffolgenden Arbeitszyklus entleert wird. Dabei kann es insbesondere
vorteilhaft sein, dass das Verhältnis der Volumina von erstem und zweitem Kolbenraum
zueinander zwei zu eins beträgt, wodurch es möglich ist, dass die Pumpe während des
gesamten Arbeitszyklus im wesentlichen durchgehend Material aus dem zweiten Kolbenraum
ausstößt.
[0032] Weiterhin kann eine entsprechende als Hubkolbenpumpe ausgebildete Pumpe einen Bypass
umfassen, durch den der erste Kolbenraum und der zweite Kolbenraum miteinander verbunden
sind, wobei in dem Bypass das zweite Ventil angeordnet ist, das als Rückschlagventil
ausgebildet ist, so dass ein Rückfluss von Material von dem zweiten Kolbenraum in
den ersten Kolbenraum verhindert ist. Der Bypass kann dabei sowohl als Materialleitung
außerhalb der Kolbenräume ausgebildet sein, die die Kolbenräume miteinander verbindet,
als auch beispielsweise durch den Hubkolben und/oder eine Hubkolbenstange zum Ansteuern
des Hubkolbens verlaufen. Durch das Vorsehen eines Rückschlagventils in dem Bypass
ist eine präzise Einstellung des pro Arbeitszyklus geförderten Materialvolumens möglich.
Das Rückschlagventil und/oder auch das erste Ventil können z. B. als Kugelventil oder
als Kugelkalottenventil ausgebildet sein, das möglicherweise selbststeuernd öffnet
und schließt.
[0033] Weiterhin kann es vorteilhaft sein, dass das Volumen des Ergänzungsraums in der Ergänzungskammer
im Betrieb so veränderbar ist, dass das Volumenverhältnis zwischen dem Volumen des
Ergänzungsraums bei dem Passieren des ersten Totpunkts durch den Hubkolben und dem
Volumen des Ergänzungsraums bei dem Passieren des zweiten Totpunkts durch den Hubkolben
im Betrieb veränderbar ist. Dabei kann durch die Veränderung des Volumenverhältnisses
die Fördergeschwindigkeit der Pumpe verändert werden. Beispielsweise kann hierzu das
Volumen des Ergänzungsraums über die Stellung eines Verdrängungsmittels in der Ergänzungskammer
verändert werden. Die Stellung des Verdrängungsmittels kann kontinuierlich oder nur
in einem Zeitintervall während der Bewegung des Hubkolbens zwischen den beiden Totpunkten
verändert werden, und/oder bei dem Passieren der jeweiligen Totpunkte selbst. Dadurch,
dass das Volumenverhältnis im Betrieb der Pumpe veränderbar ist, kann die Fördergeschwindigkeit
der Pumpe im Betrieb der Pumpe verändert werden.
[0034] Vorteilhafterweise ist das Volumenverhältnis in Abhängigkeit von einer vorgegebenen
Fördergeschwindigkeit während eines Arbeitszyklus einstellbar. Beispielsweise kann
das Volumenverhältnis während eines Arbeitszyklus so verändert werden, dass die durch
das Volumenverhältnis beeinflusste Fördergeschwindigkeit der Pumpe in Richtung auf
eine vorgegebene Fördergeschwindigkeit verändert wird, oder dass hierdurch die vorgegebene
Fördergeschwindigkeit selbst eingestellt wird.
[0035] Weiterhin betrifft die Erfindung ein System umfassend zumindest zwei Pumpen, von
denen zumindest eine wie obenstehend erläutert erfindungsgemäß ausgebildet ist und
die jeweils einem Materialbehälter zugeordnet sind, wobei beide Pumpen so gekoppelt
angetrieben sind, dass sie die Arbeitsschritte synchron mit derselben Frequenz durchführen,
wobei die Größe des Förderraums mindestens einer der beiden Pumpen unabhängig von
dem der anderen veränderbar ist. Die Koppelung kann dabei sowohl mechanisch als auch
über eine elektronische Steuerung erfolgen. Dadurch ist gewährleistet, dass in dem
System die Fördergeschwindigkeit von zumindest einer Pumpe unabhängig von der Fördergeschwindigkeit
der anderen Pumpe veränderbar ist, während beide Pumpen gekoppelt mit derselben Frequenz
angetrieben sind. Dadurch kann auch bei einem System mit zwei gekoppelt angetriebenen
Pumpen die Fördergeschwindigkeit, mit der ein bestimmtes Material durch eine bestimmte
Pumpe gefördert wird, in Abhängigkeit von beispielsweise dem Material oder Betriebsparametern
der Verarbeitungseinheit verändert werden. Beispielsweise können somit verschiedene
Mischverhältnisse der Materialien aus den jeweiligen der Pumpe zugeordneten Materialbehältern
realisiert werden.
[0036] In dem System kann auch mittels einer Steuereinheit die Veränderung des Förderraums
einer oder beider der Pumpen steuerbar sein, um den Istwert der Fördergeschwindigkeit
der angesteuerten Pumpe in Richtung auf einen Sollwert der Fördergeschwindigkeit der
Pumpe hin zu ändern. Die Steuereinheit kann möglicherweise den Sollwert der Fördergeschwindigkeit
der Pumpe in Abhängigkeit von Betriebsparametern der Verarbeitungseinheit oder auch
in Abhängigkeit von Eigenschaften des Materials, wie etwa der Viskosität des Materials,
berechnen. Auch kann der Sollwert der Fördergeschwindigkeit der Pumpe manuell eingebbar
sein. Über die Steuereinheit kann die Veränderung des Förderraums dann so steuerbar
sein, dass der Istwert der Fördergeschwindigkeit der angesteuerten Pumpe in Richtung
auf den entsprechenden Sollwert veränderbar ist.
[0037] Insbesondere kann es vorteilhaft sein, dass die Veränderung des Förderraums einer
oder beider der Pumpen in Abhängigkeit von dem Füllstand zumindest eines der den beiden
Pumpen zugeordneten Materialbehälters steuerbar ist. Hierbei kann möglicherweise auch
die Differenz oder das Verhältnis der Füllstände in den Materialbehältern berücksichtigt
werden. Durch eine entsprechende Anpassung der Fördergeschwindigkeit der Pumpen über
die Veränderung des Förderraums kann somit beispielsweise gewährleistet sein, dass
die Materialbehälter möglichst zeitgleich entleert sind.
[0038] Weiterhin umfasst die Erfindung ein Verfahren zum Steuern der Fördergeschwindigkeit
einer Pumpe, wobei die Pumpe fluides Material aus einem Materialbehälter fördert,
indem in einem ersten Arbeitsschritt ein Förderraum zumindest abschnittsweise mit
Material gefüllt wird und in einem zweiten Arbeitsschritt das Material zumindest teilweise
aus dem Förderraum entleert wird, wobei der erste und der zweite Arbeitsschritt jeweils
Teil eine Arbeitszyklus sind. In dem erfindungsgemäßen Verfahren wird zur Veränderung
des pro Arbeitszyklus geförderten Materialvolumens der Förderraum der Pumpe während
des Betriebs der Pumpe verändert und/oder das Volumen eines Ergänzungsraums in einer
Ergänzungskammer, die von dem Förderraum umfasst ist, während des Betriebs der Pumpe
verändert.
[0039] Im Folgenden wird die Erfindung durch das Beschreiben einer Ausführungsform unter
Bezugnahme auf drei Figuren weiter erläutert.
[0040] Es zeigt
- Figur 1:
- in einer Prinzipdarstellung vier Zustände einer herkömmlichen Hubkolbenpumpe während
eines Arbeitszyklus der Hubkolbenpumpe;
- Figur 2:
- in einer schematischen Darstellung den Verlauf der Kolbenbewegungen sowie des Materialdrucks
in einer herkömmlichen und in einer erfindungsgemäßen Hubkolbenpumpe;
- Figur 3:
- in einer Prinzipdarstellung zwei Zustände einer erfindungsgemäßen Pumpe während eines
Arbeitszyklus der Pumpe;
- Figur 4:
- in einer Prinzipdarstellung zwei Zustände einer erfindungemäßen Pumpe während eines
Arbeitszyklus der Pumpe.
[0041] In den Figuren sind Elemente mit einer ähnlichen Wirkung mit identischen Bezugszeichen
versehen.
[0042] Zur Erläuterung der Funktionsweise herkömmlicher Pumpen 100 sind in Figur 1 vier
Zustände einer herkömmlichen Pumpe 100 während eines Arbeitszyklus der Pumpe 100 abgebildet.
In Figur 1 ist eine als Hubkolbenpumpe 100 ausgebildete Pumpe 100 dargestellt.
[0043] In Figur 1 sind Zustände der Pumpe 100 in einem ersten Arbeitszyklus und zu Beginn
des darauffolgenden zweiten Arbeitszyklus dargestellt. Die Zustandsdarstellungen A
bis C zeigen die Pumpe 100 in dem ersten Arbeitszyklus, die Zustandsdarstellung D
zu Beginn des zweiten Arbeitszyklus. Um deutlich zu machen, dass in dem ersten Arbeitszyklus
von der Pumpe 100 Material 2 aus dem Materialbehälter entnommen wird und in dem zweiten
Arbeitszyklus neues Material 2a entnommen wird, ist in Figur 1 das Material 2, das
im Zusammenhang mit der Entnahme im ersten Arbeitszyklus steht, gerastert dargestellt,
während das Material 2a, das im Zusammenhang mit der Entnahme im zweiten Arbeitszyklus
steht, schraffiert dargestellt ist. Dadurch soll schematisch verdeutlicht werden,
wie das in einem bestimmten Arbeitszyklus von der Pumpe 100 aus dem Materialbehälter
entnommene Material 2, 2a in den Arbeitszyklen durch die Pumpe 100 gefördert bzw.
ausgestoßen wird.
[0044] In dem Zustand A ist die herkömmliche Hubkolbenpumpe 100 in das Material 2 in dem
Materialbehälter eingetaucht. Der Materialbehälter und das in dem Materialbehälter
befindliche Material sind in Figur 1 nicht dargestellt, sondern es sind nur Prinzipdarstellungen
von Pumpen 100 sowie Material 2, 2a in den Pumpen 100 dargestellt. Dies gilt entsprechend
für die Darstellung der erfindungsgemäßen Pumpen 1 in den Figuren 3 und 4.
[0045] In der Zustandsdarstellung A in Figur 1 ist demnach ein Zustand der Hubkolbenpumpe
100 zu Beginn des ersten Arbeitszyklus dargestellt, in dem die Hubkolbenpumpe 100
noch kein Material 2 aus dem Materialbehälter gefördert hat. Das Material 2 ist demnach
nur bis zu dem ersten Ventil 6, über das die Hubkolbenpumpe 100 mit dem Material 2
in dem Materialbehälter in Verbindung bringbar ist, in die Hubkolbenpumpe 100 eingetreten.
Der erste Kolbenraum 3 und der zweite Kolbenraum 4 sind jeweils nicht mit Material
befüllt. Der Hubkolben 8 der Pumpe 100 befindet sich in seinem ersten Totpunkt. Das
erste Ventil 6 ist in dem dargestellten Zustand A geöffnet. Es ist jedoch auch möglich,
dass das erste Ventil 6 erst mit dem Einsetzen der Hubbewegung des Hubkolbens 8 öffnet.
[0046] In der Zustandsdarstellung B ist ein Zustand der Pumpe 100 am Ende des ersten Arbeitsschritts
dargestellt. Zwischen Zustand A und Zustand B bewegt sich der Hubkolben 8 von dem
ersten Totpunkt in Richtung zu dem zweiten Totpunkt, wodurch der erste Kolbenraum
3 mit Material 2 gefüllt wird. Die Bewegungsrichtung des Hubkolbens 8 ist in den Figuren
jeweils durch einen Pfeil in dem Hubkolben 8 angezeigt. Während der Bewegung des Hubkolbens
8 wird somit Material 2 von dem Materialbehälter in den ersten Kolbenraum 3 geschöpft,
wobei das erste Ventil 6 während des Schöpfvorgangs entsprechend der Schöpfrichtung
selbst steuernd geöffnet ist.
[0047] In der Zustandsdarstellung C ist ein Zustand der Pumpe 100 während des zweiten Arbeitschritts
dargestellt. Der Hubkolben 8 bewegt sich von dem zweiten Totpunkt in Richtung zum
ersten Totpunkt, wodurch der Hubkolben 8 Druck auf das Material 2 in dem ersten Kolbenraum
3 ausübt, so dass das erste Ventil 6 selbststeuernd geschlossen ist und das zweite
Ventil 7 selbststeuernd geöffnet ist. Entsprechend tritt durch den Bypass 9, in dem
das zweite Ventil 7 angeordnet ist, Material in den zweiten Kolbenraum 4, wobei sich
sowohl erster Kolbenraum 3 als auch zweiter Kolbenraum 4 abschnittsweise in den Bypass
9 erstrecken. Da das Volumen des ersten Kolbenraums 3 größer als das des zweiten Kolbenraums
4 ist, stößt die Pumpe 100 noch während des zweiten Arbeitsschritts nach dem Füllen
des zweiten Kolbenraums 4 durch den Auslass 5 Material 2 aus. Der Materialausstoß
ist durch einen Pfeil in dem Auslass 5 angezeigt.
[0048] In der Zustandsdarstellung D ist ein Zustand der Pumpe 100 nach der Durchführung
des ersten Arbeitszyklus und während des ersten Arbeitsschritts des zweiten Arbeitszyklus
dargestellt. Der Hubkolben 8 bewegt sich von dem ersten Totpunkt in Richtung zum zweiten
Totpunkt, und sowohl erstes Ventil 6 als auch zweites Ventil 7 sind geschlossen.
[0049] Da das Volumen des ersten Kolbenraums 3 größer als das des zweiten Kolbenraums 4
ist, ist der zweite Kolbenraum 4 auch im Zustand D nach Abschluss des ersten Arbeitszyklus
der Pumpe 100 mit Material 2 gefüllt. Mit dem Einsetzen des ersten Arbeitsschritts
des zweiten Arbeitszyklus der Pumpe 100 bewegt sich der Hubkolben 8 erneut von seinem
ersten Totpunkt aus in Richtung zum zweiten Totpunkt, wodurch Material 2a von dem
Materialbehälter in den ersten Kolbenraum 3 gefüllt wird. Zur Erläuterung des Arbeitsprinzips
der Pumpe 100 ist der Einfachheit halber in der Zustandsdarstellung D in dem ersten
Kolbenraum 3 nur das Material 2a dargestellt. Dadurch ist deutlich gemacht, dass in
dem ersten Arbeitsschritt des zweiten Arbeitszyklus von dem Materialbehälter das Material
2a in den ersten Kolbenraum 3 geschöpft wird. Dabei sollte berücksichtigt werden,
dass in dem ersten Arbeitsschritt des zweiten Arbeitszyklus das Material 2 aus dem
ersten Kolbenraum 3 durch Material 2a kontinuierlich in den zweiten Kolbenraum verdrängt
wird. Gleichzeitig wird während des ersten Arbeitsschritts des zweiten Arbeitszyklus
von der Pumpe 100 Material 2 aus dem Auslass 5 ausgestoßen, da, wie erläutert, auch
am Ende des ersten Arbeitszyklus der zweite Kolbenraum 4 mit Material 2 gefüllt ist
und während des ersten Arbeitsschritts des zweiten Arbeitszyklus im Wesentlichen das
restliche Material 2 aus dem ersten Kolbenraum 3 in den zweiten Kolbenraum 4 verdrängt
wird, so dass der Hubkolben 8 während seiner Bewegung von erstem Totpunkt zu zweitem
Totpunkt Material 2 in dem zweiten Kolbenraum 4 verdrängt und somit den Ausstoß von
Material 2 aus dem Auslass 5 bewirkt.
[0050] Aus der Darstellung der Funktionsweise der herkömmlichen Pumpe 100 in Figur 1 wird
deutlich, dass mit der herkömmlichen Pumpe 100 in einem Arbeitszyklus ein vorbestimmtes,
nicht veränderbares Materialvolumen förderbar ist.
[0051] Die Druckkurve 32 des Materialdrucks in dem Material 2, 2a in dem zweiten Kolbenraum
4 der Pumpe 100 ist in Figur 2 dargestellt. Die Hubkolbenkurve 31 stellt dabei die
Hubbewegung des Hubkolbens 8 der Pumpe 100 dar. Die Pfeile geben dabei die Bewegungsrichtung
des Hubkolbens 8 an. Ein aufwärts gerichteter Pfeil zeigt die Bewegung des Hubkolbens
8 von dem ersten Totpunkt in Richtung zum zweiten Totpunkt, ein abwärts gerichteter
Pfeil von dem zweiten Totpunkt in Richtung zum ersten Totpunkt an. Der erste Totpunkt
ist somit als Minimum, der zweite Totpunkt als Maximum der Hubkolbenkurve 31 dargestellt.
Aus der Druckkurve 32 wird ein Problem einer herkömmlichen Pumpe ersichtlich: Am zweiten
Totpunkt des Hubkolbens 8 erfolgt ein Druckeinbruch, so dass die Förderung des Materials
2, 2a nicht kontinuierlich erfolgen kann und somit nicht präzise über den Arbeitszyklus
der Pumpe 100 hinweg einstellbar ist. Dieses Problem kann mit einer wie in den Figuren
3 und 4 dargestellten erfindungsgemäßen Pumpe 1 zumindest teilweise behoben werden.
Dies wird später im Zusammenhang mit der Beschreibung der Funktionsweise einer erfindungsgemäßen
Pumpe 1 nach Figur 3 weiter erläutert.
[0052] In Figur 3 sind Zustände einer erfindungsgemäßen Pumpe 1 während eines Arbeitszyklus
der Pumpe 1 dargestellt. An dem ersten Kolbenraum 3 der erfindungsgemäßen Pumpe 1
ist eine Ergänzungskammer 10 mit Ergänzungsraum 12 angeordnet, die einen Verdrängungskolben
11 umfasst.
[0053] Die Pumpe 1 ist in dem in Figur 3 dargestellten Arbeitszyklus so angesteuert, dass
pro Arbeitszyklus der Pumpe 1 mehr Volumen des Materials 2 gefördert wird als das
Standardvolumen einer nach Figur 1 dargestellten herkömmlichen Pumpe 100 mit identischem
Aufbau, bei der nicht entsprechend der Erfindung eine Ergänzungskammer 10 mit Verdrängungskolben
11 und Ergänzungsraum 12 vorgesehen ist.
[0054] In der Zustandsdarstellung A' der erfindungsgemäßen Pumpe 1 ist ein Zustand der Pumpe
1 am Ende des ersten Arbeitsschritts dargestellt, in dem Material 2 über das offene
erste Ventil 6 in den ersten Kolbenraum 3 geschöpft wird. Der Hubkolben 8 ist nahe
seines zweiten Totpunkts, und der erste Kolbenraum 3 ist im wesentlichen mit Material
2 gefüllt. Das zweite Ventil 7 ist selbststeuernd geschlossen.
[0055] Im Zustand A' der Pumpe 1 ist der Ergänzungsraum, dessen Volumen durch die Stellung
des Verdrängungskolbens 11 in der Ergänzungskammer 10 festgelegt ist, mit Material
2 gefüllt. In der beschriebenen Ausführungsform ist die Stellung des Verdrängungskolbens
11 zwischen einer ersten Stellung, die in Figur 3 in der Zustandsdarstellung B' dargestellt
ist, und einer zweiten Stellung, die in Figur 3 in der Zustandsdarstellung A' dargestellt
ist, veränderbar. Bei der ersten Stellung des Verdrängungskolbens 11 hat der Ergänzungsraum
12 ein erstes Volumen, bei der zweiten Stellung des Verdrängungskolbens 11 ein zweites
Volumen.
[0056] Bei der beschriebenen erfindungsgemäßen Pumpe 1 mit der in Figur 3 dargestellten
Funktionsweise ist das Füllen des Ergänzungsraums 12 mit Material 2 dadurch sichergestellt,
dass der Verdrängungskolben 11 während des ersten Arbeitsschritts von der ersten Stellung
in die zweite Stellung bewegt wird und sich dadurch das Volumen des Ergänzungsraums
12 von dem ersten zu dem zweiten Volumen verändert. Je nach der Beschaffenheit des
Materials 2, wie etwa der Viskosität, und der Anordnung der Ergänzungskammer 10 kann
das Volumen des Materials 2, das sich in dem Zustand A' in dem Ergänzungsraum befindet,
durch die Differenz zwischen zweitem und erstem Volumen des Ergänzungsraums 12 oder
alleine durch die zweite Stellung des Verdrängungskolbens 11 festgelegt sein. In dem
dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Volumen des Materials 2 in dem Ergänzungsraum
12 im Zustand A' durch die zweite Stellung des Verdrängungskolbens 11 festgelegt.
[0057] Die Veränderung der Stellung des Verdrängungskolbens 11 kann dabei sowohl gleichzeitig
als auch vor oder nach der Bewegung des Hubkolbens 8 von dem ersten Totpunkt zu dem
zweiten Totpunkt erfolgen. Die Stellung des Verdrängungskolbens 11 kann insbesondere
erfolgen, wenn der Hubkolben in einem Totpunkt verharrt. Das erste Ventil 6 ist bei
der Veränderung der Stellung geöffnet. Das durch die Veränderung der Stellung des
Verdrängungskolbens 11 in den Ergänzungsraum 12 gefüllte Materialvolumen, das der
Differenz zwischen zweitem und erstem Volumen des Ergänzungsraums 12 entspricht, wird
somit während des ersten Arbeitsschritts aus dem Materialbehälter entnommen. Durch
eine Steuerung der Stellung des Verdrängungskolbens 11 kann somit das in dem ersten
Arbeitsschritt in den ersten Kolbenraum 3 geförderte Materialvolumen verändert werden.
[0058] In dem Zustand B' in Figur 3 ist die Pumpe 1 in einem Zustand während des zweiten
Arbeitsschritts. Dabei bewegt sich der Hubkolben 8 von dem zweiten Totpunkt zu dem
ersten Totpunkt und verursacht dabei wie zu Figur 1 erläutert das zumindest teilweise
Entleeren von Material 2 von dem ersten Kolbenraum 3 in den zweiten Kolbenraum 4 sowie
einen Ausstoß von Material 2. Wie oben erläutert ist in dem zweiten Arbeitsschritt
das erste Ventil 6 geschlossen und das zweite Ventil 7 geöffnet. Während des zweiten
Arbeitsschritts wird in der beschriebenen erfindungsgemäßen Pumpe 1 der Verdrängungskolben
11 so angesteuert, dass er sich von der zweiten Stellung in die erste Stellung bewegt,
wodurch der Ergänzungsraum 12 in der Ergänzungskammer 10 verkleinert wird. Das Volumen
des Materials 2, das der Differenz der in der ersten Stellung und der zweiten Stellung
des Verdrängungskolbens 11 gebildeten Ergänzungsraumvolumina entspricht, wird demnach
während des zweiten Arbeitsschritts aus der Ergänzungskammer 10 in den ersten Kolbenraum
3 gefördert. Da das Material 2 in dem ersten Kolbenraum 3 während des zweiten Arbeitsschritts
durch die Bewegung des Hubkolbens 8 von dem zweiten Totpunkt zu dem ersten Totpunkt
unter Druck steht und dadurch wie oben beschrieben in den zweiten Kolbenraum 4 gefördert
wird, wird das Volumen des Materials 2, das während des zweiten Arbeitsschritts von
der Ergänzungskammer 10 in den ersten Kolbenraum 3 entleert wird, auch in den zweiten
Kolbenraum 4 gefördert. Der Verdrängungskolben 11 kann dabei so angesteuert sein,
dass er sich zum Verkleinern des Ergänzungsraums 12 von der zweiten Stellung in die
erste Stellung bewegt, wenn der Hubkolben 8 zu Beginn des zweiten Arbeitsschritts
in dem zweiten Totpunkt ist, am Ende des zweiten Arbeitsschritts in dem ersten Totpunkt
ist oder während sich der Hubkolben 8 von dem zweiten Totpunkt zu dem ersten Totpunkt
bewegt. Dabei ist stets das erste Ventil 6 geschlossen und das zweite Ventil 7 geöffnet.
[0059] In der beschriebenen Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Pumpe 1 ist der Verdrängungskolben
11 so ansteuerbar, dass erste Stellung und zweite Stellung des Verdrängungskolbens
11 zwischen einer ersten und einer zweiten Endstellung des Verdrängungskolbens 11
kontinuierlich wählbar sind. Wenn die Stellung des Verdrängungskolbens 11 während
eines Arbeitszyklus nicht verändert wird, wird das Material 2, das in dem ersten Arbeitsschritt
in den Ergänzungsraum 12 gelangt, in dem zweiten Arbeitsschritt im wesentlichen nicht
in den zweiten Kolbenraum 4 gefördert, da der Hubkolben 8 das Material 2 in dem Ergänzungsraum
12 während des zweiten Arbeitsschritts in Richtung zu dem Verdrängungskolben 11 unter
Druck setzt. Demnach fördert die erfindungsgemäße Pumpe 1, wenn die Stellung des Verdrängungskolbens
11 während des Arbeitszyklus nicht verändert wird, pro Arbeitszyklus im wesentlichen
dasselbe Standardmaterialvolumen, das durch eine entsprechende herkömmliche in Figur
1 beschriebene Pumpe 100 in einem Arbeitszyklus gefördert wird.
[0060] Bei der in Figur 3 beschriebenen Funktionsweise der erfindungsgemäßen Pumpe 1 kann
demnach zusätzlich zu dem Standardmaterialvolumen in einem Arbeitszyklus der Pumpe
1 das Volumen gefördert werden, das der Differenz zwischen den zweiten Volumen des
Ergänzungsraums 12 in der zweiten Stellung des Verdrängungskolbens 11 und dem ersten
Volumen des Ergänzungsraums 12 in der ersten Stellung des Verdrängungskolbens 11 entspricht.
Über die Steuerung des Verdrängungskolbens 11 kann demnach durch Veränderung von erster
Stellung und zweiter Stellung des Verdrängungskolbens 11 in der Ergänzungskammer 10
das pro Arbeitszyklus der Pumpe 1 geförderte Materialvolumen verändert werden. Entsprechend
ist die Fördergeschwindigkeit der erfindungsgemäßen Pumpe 1 veränderbar.
[0061] In Figur 2 ist beispielhaft die Verdrängungskolbenkurve 21 einer nach der in Figur
3 beschriebenen Funktionsweise arbeitenden Pumpe 1 dargestellt. Die Stellung des Verdrängungskolbens
11 wird dabei während des ersten Arbeitsschritts von der ersten Stellung in die zweite
Stellung dahingehend verändert, dass das Volumen des Ergänzungsraums 12 von dem ersten
Volumen zu dem zweiten Volumen vergrößert wird. Nach der Durchquerung des zweiten
Totpunkts durch den Hubkolben 8 wird dann die Stellung des Verdrängungskolbens 11
von der zweiten Stellung in Richtung zur ersten Stellung verändert. Das Volumen des
Ergänzungsraums 12 wird demnach zu Beginn des zweiten Arbeitsschritts von dem zweiten
Volumen auf das erste Volumen verkleinert. Dadurch wird zu Beginn des zweiten Arbeitsschritts
Druck auf das Material 2 in dem ersten Kolbenraum 3, und über das zweite Ventil 7
demnach auch auf das Material 2 in dem zweiten Kolbenraum 4 aufgebracht. Dadurch kann
der Druckabfall, der in der Druckkurve 32 einer herkömmlichen Pumpe 100 in Figur 2
dargestellt ist, gemäß dem Verlauf der Druckkurve 22 einer erfindungsgemäßen Pumpe
1 deutlich verringert werden. Dies kann zu einer kontinuierlichen Förderung von Material
2 und zu einer präziseren Einstellung der Fördergeschwindigkeit beitragen. Diesen
Vorteil kann eine erfindungsgemäße Pumpe 1 auch bei konstant gleichbleibender Fördergeschwindigkeit
bieten.
[0062] In Figur 4 sind die Zustände A'' und B'' einer erfindungsgemäßen Pumpe 1 dargestellt,
wobei die erfindungsgemäße Pumpe so angesteuert ist, dass das pro Arbeitszyklus geförderte
Materialvolumen kleiner als das pro Arbeitszyklus geförderte Standardmaterialvolumen
einer entsprechenden herkömmlichen Pumpe 100 ist.
[0063] In dem Zustand A" ist die Pumpe 1 in einem Zustand am Ende des ersten Arbeitsschritts.
Das erste Ventil 6 ist geöffnet und das zweite Ventil 7 ist geschlossen, und Material
2 wird von dem Materialbehälter in den ersten Kolbenraum 3 gefördert. In dem Zustand
B'' ist die Pumpe 1 während des zweiten Arbeitsschritts dargestellt, bei dem durch
den über den Verdrängungskolben 11 ausgeübten Druck auf das Material 2 Material 2
von dem ersten Kolbenraum 3 in den zweiten Kolbenraum 4 gefördert wird. In dem Zustand
B'' ist das erste Ventil 6 geschlossen und das zweite Ventil 7 geöffnet.
[0064] Bei der in Figur 4 beschriebenen Funktionsweise der erfindungsgemäßen Pumpe 1 ist
der Verdrängungskolben 11 in der Ergänzungskammer 10 so gesteuert, dass das erste
Volumen des Ergänzungsraums 12 in der ersten Stellung des Verdrängungskolbens 11 während
des ersten Arbeitsschritts der Pumpe 1 kleiner ist als das zweite Volumen des Ergänzungsraums
12 in der zweiten Stellung des Verdrängungskolbens 11 während des zweiten Arbeitsschritts
der Pumpe 1. Wie oben beschrieben kann die Stellung des Verdrängungskolbens 11 sowohl
während der Bewegung des Hubkolbens 8 erfolgen als auch dann, wenn der Hubkolben 8
in seinem ersten oder zweiten Totpunkt ist oder verharrt.
[0065] Bei der in Figur 4 beschriebenen Funktionsweise der erfindungsgemäßen Pumpe 1 gelangt
somit ein Volumen des Materials 2, das der Differenz zwischen erstem und zweitem Volumen
des Ergänzungsraums 12 entspricht, nach dem Abschluss des ersten Arbeitsschritts,
und somit nach dem Befüllen des ersten Kolbenraums 3 mit Material 2, von dem ersten
Kolbenraum 3 in den Ergänzungsraum 12 in der Ergänzungskammer 10. Die Pumpe 1 ist
so ausgestaltet, dass der Hubkolben 8 bei dem Entleeren des Materials 2 von dem ersten
Kolbenraum 3 in den zweiten Kolbenraum 4 nicht gleichzeitig ein Entleeren von Material
2 aus dem Ergänzungsraum 12 in den zweiten Kolbenraum 4 bewirkt. Entsprechend fördert
die in Figur 4 beschriebene erfindungsgemäße Pumpe 1 pro Arbeitszyklus ein Materialvolumen,
das dem Standardmaterialvolumen abzüglich der Differenz zwischen erstem Volumen und
zweitem Volumen des Ergänzungsraums 12 entspricht. Somit ist die Fördergeschwindigkeit
der erfindungsgemäßen Pumpe 1 nach Figur 4 gegenüber einer entsprechenden herkömmlichen
Pumpe 100 verringert.
[0066] Während des ersten Arbeitsschritts eines auf einen ersten Arbeitszyklus folgenden
Arbeitszyklus kann die Stellung des Verdrängungskolbens 11 von der zweiten Stellung
in die erste Stellung zurückbewegt werden. Dadurch wird das Volumen des Materials
2, das der Differenz zwischen erstem und zweitem Volumen des Ergänzungsraums 12 entspricht,
während des ersten Arbeitsschritts, und damit bei dem Befüllen des ersten Kolbenraums
3 mit Material 2, von dem Ergänzungsraum 12 in den ersten Kolbenraum 3 entleert. Diese
Entleerung erfolgt, bevor der Hubkolben 8 den zweiten Totpunkt erreicht. Entsprechend
wird in diesem ersten Arbeitsschritt aus dem Materialbehälter ein Volumen entnommen,
das der Differenz zwischen dem Volumen des ersten Kolbenraums 3 und dem aus dem Ergänzungsraum
12 entleerten Materialvolumen entspricht. Die Fördergeschwindigkeit der Pumpe 1 ist
also effektiv verringert.
[0067] In der beschriebenen Ausführungsform der Pumpe 1 erfolgt das Befüllen und Entleeren
des ersten Kolbenraums 3 mit Material 2 durch die Bewegung des Hubkolbens 8. Dabei
bewirkt der Hubkolben 8 zumindest nicht das Entleeren des Ergänzungsraums 12 gleichzeitig
mit dem Entleeren des ersten Kolbenraums 3. In der beschriebenen Ausführungsform wird
dies dadurch gewährleistet, dass der Hubkolben 8 in dem zweiten Arbeitsschritt, und
damit bei der Bewegung zur Förderung von Material 2 von dem ersten Kolbenraum 3 in
den zweiten Kolbenraum 4, Druck auf das Material 2 von dem ersten Kolbenraum 3 weg
in Richtung zu der Ergänzungskammer 10 ausübt. Es ist jedoch auch möglich, eine erfindungemäße
Pumpe 1 zu realisieren, indem Trennwände vorgesehen sind, deren Stellung veränderbar
ist und die ein entsprechendes Entleeren und/oder Befüllen des Ergänzungsraums 12
in Abhängigkeit von ihrer Stellung verhindern oder ermöglichen können. Die Ergänzungskammer
10 muss dabei nicht zwingend als Zylinder-Kolben Einrichtung ausgebildet sein, sondern
kann beispielsweise auch durch entsprechende Membranen, deren Stellung ansteuerbar
ist, realisiert sein. Auch kann die Ergänzungskammer 10 bei einer erfindungsgemäßen
Hubkolbenpumpe 1 innerhalb des ersten Kolbenraums 3 angeordnet sein.
[0068] Bei den in Figur 3 und 4 beschriebenen Funktionsweisen einer erfindungsgemäßen Pumpe
1 ist der Verdrängungskolben 11 in der Ergänzungskammer 10 durch eine Steuereinheit
ansteuerbar. Die Steuereinheit kann dabei möglicherweise auch mit einer Steuerung
oder Antriebseinrichtung des Hubkolbens 8 gekoppelt sein.
[0069] In einer nicht dargestellten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Pumpe 1 kann
die Stellung eines Verdrängungsmittels in einer Ergänzungskammer 10 auch während eines
Arbeitszyklus konstant gehalten werden, wobei mittels der Stellung des Verdrängungsmittels
in der Ergänzungskammer 10 das pro Arbeitszyklus geförderte Materialvolumen veränderbar
ist.
Bezugszeichenliste
[0070]
- 1
- Pumpe, Hubkolbenpumpe
- 2, 2a
- Material
- 3
- erster Kolbenraum
- 4
- zweiter Kolbenraum
- 5
- Auslass
- 6
- erstes Ventil
- 7
- zweites Ventil
- 8
- Hubkolben
- 9
- Bypass
- 10
- Ergänzungskammer
- 11
- Verdrängungskolben
- 12
- Ergänzungsraum
- 100
- herkömmliche Pumpe, herkömmliche Hubkolbenpumpe
- 21
- Verdrängungskolbenkurve
- 22
- erfindungsgemäße Druckkurve
- 31
- Hubkolbenkurve
- 32
- herkömmliche Druckkurve
1. Pumpe zum Fördern einer Menge von fluidem Material aus einem Materialbehälter in einem
Fördervorgang mit einer Vielzahl von Arbeitszyklen, wobei die Pumpe einen Förderraum
umfasst, der in einem ersten Arbeitsschritt der Pumpe zumindest abschnittsweise mit
Material gefüllt wird und in einem zweiten Arbeitsschritt der Pumpe zumindest abschnittsweise
entleert wird, um das Material zu fördern, wobei der erste und zweite Arbeitsschritt
jeweils Teil eines Arbeitszyklus sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Größe des Förderraums der Pumpe während des Pumpenbetriebs so veränderbar ist,
dass in verschiedenen Arbeitszyklen des Fördervorgangs unterschiedliche Volumina des
Materials förderbar sind,
und/oder dass
der Förderraum eine Ergänzungskammer mit Ergänzungsraum umfasst, und dass das Volumen
des Ergänzungsraums während des Betriebs der Pumpe veränderbar ist.
2. Pumpe nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Förderraum Mittel aufweist oder mit diesen zusammenwirkt, durch welche die Größe
des Förderraums veränderbar ist, und die während eines Arbeitszyklus zur Änderung
der Größe des Förderraums einstellbar sind, so dass das Volumenverhältnis zwischen
dem Materialvolumen, das in dem ersten Arbeitsschritt in den Förderraum gefördert
wird, und dem Materialvolumen, das in dem zweiten Arbeitsschritt aus dem Förderraum
entleert wird, veränderbar ist.
3. Pumpe nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Förderraum eine Ergänzungskammer mit Ergänzungsraum umfasst, und dass das Volumen
des Ergänzungsraums während des Betriebs der Pumpe veränderbar ist.
4. Pumpe nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Förderraum einen Pumpenraum umfasst, wobei das Volumen des Ergänzungsraums unabhängig
von dem Volumen des Pumpenraums veränderbar ist.
5. Pumpe nach einem der Ansprüche 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Förderraum ein Arbeitsmittel aufweist, mittels dessen das Volumen des Ergänzungsraums
während eines Arbeitszyklus der Pumpe zwischen einem ersten Volumen und einem zweiten
Volumen veränderbar ist, um das in einem Arbeitszyklus geförderte Materialvolumen
um das Volumen, das der Differenz zwischen zweitem und erstem Volumen entspricht,
zu verändern, wobei das Arbeitsmittel durch eine Steuereinheit
gesteuert ist.
6. Pumpe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das erste- und/oder das zweite Volumen des Ergänzungsraums während des Betriebs der
Pumpe veränderbar ist.
7. Pumpe nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Pumpe ein erstes Ventil und ein zweites Ventil umfasst, wobei der Förderraum bei
geöffnetem ersten Ventil zum Füllen mit Material mit dem Materialbehälter und bei
geöffnetem zweiten Ventil zum Entleeren von Material mit einer Auslasskammer in Verbindung
steht, wobei erstes Ventil und zweites Ventil im Betrieb der Pumpe einander abwechselnd
geöffnet und geschlossen sind.
8. Pumpe nach einem der Ansprüche 3 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Ergänzungskammer ein Verdrängungsmittel umfasst, wobei das Volumen des Ergänzungsraums
durch die Stellung des
9. Pumpe nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
Ergänzungskammer und Verdrängungsmittel als Zylinder-Kolben Anordnung ausgebildet
sind, wobei das Verdrängungsmittel als Verdrängungskolben ausgebildet ist, durch den
der Ergänzungsraum begrenzt ist.
10. Pumpe nach einem der Ansprüche 3 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Pumpe als Hubkolbenpumpe ausgebildet ist, deren Förderraum einen ersten Kolbenraum
umfasst, und die einen zweiten Kolbenraum aufweist sowie einen Hubkolben, dass an
dem ersten Kolbenraum die Ergänzungskammer vorgesehen ist, und dass der Hubkolben
in dem ersten Arbeitsschritt zum Fördern des Materials von dem Materialbehälter in
den ersten Kolbenraum von einem ersten Totpunkt zu einem zweiten Totpunkt bewegbar
ist und in dem zweiten Arbeitsschritt zum Entleeren des Materials von dem ersten Kolbenraum
in den zweiten Kolbenraum von dem zweiten Totpunkt zu dem ersten Totpunkt bewegbar
ist.
11. Pumpe nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Pumpe einen Bypass umfasst, durch den der erste Kolbenraum und der zweite Kolbenraum
miteinander verbunden sind, dass in dem Bypass das zweite Ventil angeordnet ist, welches
als Rückschlagventil ausgebildet ist, so dass ein Rückfluss von Material von dem zweiten
Kolbenraum in den ersten Kolbenraum verhindert ist.
12. Pumpe nach einem der Ansprüche 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Volumen des Ergänzungsraums in der Ergänzungskammer im Betrieb so veränderbar
ist, dass das Volumenverhältnis zwischen dem Volumen des Ergänzungsraums bei dem Passieren
des ersten Totpunkts durch den Hubkolben und dem Volumen des Ergänzungsraums bei dem
Passieren des zweiten Totpunkts durch den Hubkolben im Betrieb veränderbar ist.
13. Pumpe nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Volumenverhältnis in Abhängigkeit von einer vorgegebenen Fördergeschwingkeit während
eines Arbeitszyklus einstellbar ist.
14. System umfassend zumindest zwei Pumpen, von denen zumindest eine nach einem der vorangehenden
Ansprüche ausgestaltet ist und die jeweils einem Materialbehältern zugeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
beide Pumpen so gekoppelt angetrieben sind, dass sie die Arbeitsschritte synchron
mit derselben Frequenz durchführen, und dass die Größe des Förderraums mindestens
einer der beiden Pumpen unabhängig von dem der anderen veränderbar ist.
15. System nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
mittels einer Steuereinheit die Veränderung des Förderraums einer oder beider der
Pumpen steuerbar ist, um den Istwert der Fördergeschwindigkeit der angesteuerten Pumpe
in Richtung auf einen Sollwert der Fördergeschwindigkeit der Pumpe hin zu ändern.
16. System nach einem der Ansprüche 14 oder 15,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Veränderung des Förderraums einer oder beider Pumpen in Abhängigkeit von dem Füllstand
zumindest eines der beiden den beiden Pumpen zugeordneten Materialbehältern steuerbar
ist.
17. Verfahren zum Steuern der Fördergeschwindigkeit einer Pumpe, wobei die Pumpe fluides
Material aus einem Materialbehälter fördert, indem in einem ersten Arbeitsschritt
ein Förderraum zumindest abschnittsweise mit Material gefüllt wird und in einem zweiten
Arbeitsschritt das Material zumindest teilweise aus dem Förderraum entleert wird,
wobei der erste und zweite Arbeitsschritt jeweils Teil eines Arbeitszyklus sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
zur Veränderung des pro Arbeitszyklus geförderten Materialvolumens der Förderraum
der Pumpe während des Betriebs der Pumpe verändert wird,
und/oder dass
das Volumen eines Ergänzungsraums in einer Ergänzungskammer, die von dem Förderraum
umfasst ist, während des Betriebs der Pumpe verändert wird.