[0001] Die Erfindung betrifft eine kontinuierliche Presse für die Herstellung von Holzwerkstoffplatten,
insbesondere Faserplatten oder Spanplatten, mit einem Pressengestell mit mehreren
in Pressenlängsrichtung gereihten Pressenrahmen, wobei innerhalb der Pressenrahmen
einen Presspalt bildende obere Pressenplatte und untere Pressenplatte angeordnet sind,
wobei die obere Pressenplatte oder die untere Pressenplatte mit mehreren in Pressenlängsrichtung
verteilten Reihen von Zylinderkolbenanordnungen beaufschlagt ist, welche einerseits
an die Querholme der Pressenrahmen und andererseits an die jeweilige Pressenplatte
angeschlossen sind, wobei die den Zylinderkolbenanordnungen abgewandte Pressenplatte
unter Zwischenschaltung einer oder mehrerer Druckverteilplatten an die dieser Pressenplatte
zugeordneten Querholme der Pressenrahmen angeschlossen ist, wobei an den Druckverteilplatten
zwischen jeweils zwei benachbarten Pressenrahmen Auflager für die Pressenplatte befestigt
sind. Die Auflager sind folglich vorzugsweise versetzt zu den Krafteinleitungsrichtungen
der Zylinder angeordnet. Die Auflager sind vorzugsweise als Isolierungslager ausgebildet.
[0002] Kontinuierliche Presse meint insbesondere eine kontinuierlich arbeitende Presse mit
im Pressenoberteil und im Pressenunterteil endlos umlaufenden Pressbändern, z. B.
Stahlpressbändern, welche unter Zwischenschaltung von Wälzkörperaggregaten, z. B.
Rollstäben an den Pressenplatten abgestützt sind. Holzwerkstoffplatten meint insbesondere
Faserplatten oder Spanplatten, besonders bevorzugt MDF-Platten (Medium Densified Fiber).
Die beleimten Holzwerkstoffpartikel, z. B. Fasern, werden zu einer kontinuierlichen
Pressgutmatte gestreut und diese Pressgutmatte aus beleimten Holzwerkstoffpartikeln
wird in der kontinuierlichen Presse unter Anwendung von Druck und Wärme zu der Holzwerkstoffplatte
verpresst. Die Pressenplatten sind als beheizte Pressenplatten und folglich Heizplatten
ausgebildet. An die Pressenplatten bzw. Heizplatten können einlaufseitig vorkragende
obere und untere Einlaufplatten angeschlossen sein, welche einen sich in Arbeitsrichtung
verjüngenden Einlaufspalt bilden, wobei die obere und/oder untere Einlaufplatte ebenfalls
mit Zylinderkolbenanordnungen beaufschlagt sind. Die zu verpressende Pressgutmatte
wird folglich zunächst im Bereich des Einlaufmauls in einer Verdichtungszone verdichtet.
An diese Verdichtungszone schließt sich eine Durchwärmzone an, in welcher die Matte
unter Anwendung von Druck und Wärme auf im Wesentlichen das Endmaß gepresst wird.
An diese Durchwärmzone schließt sich dann abschließend die so genannte Kalibrierungszone
an, in welcher die Pressgutmatte bei verhältnismäßig geringem Pressdruck und exakter
Pressspalteinstellung fertiggestellt wird.
[0003] Die Erfindung betrifft bevorzugt eine Presse, bei der sich die oberen Querholme und
die unteren Querholme der Pressenrahmen gegenüberliegen. Die Arbeits-Zylinderkolbenanordnungen
sind zur Verwirklichung einer einfachen Bauweise (unmittelbar) an die oberen oder
unteren Querholme angeschlossen, das heißt, die Kraft der Arbeits-Zylinderkolbenanordnungen
wird auf dem Niveau der Pressenrahmen in das Produkt eingeleitet. Bei solchen Ausführungsformen
liegen sich die Abstützungen der oberen und unteren Pressenplatten praktisch gegenüber,
so dass sich Pressspaltschwankungen ergeben können, in dem der Pressspalt in Pressenlängsrichtung
zwischen den Pressenrahmen durch den Gegendruck der Matte auffedert. Dieser Effekt
wird durch die zwischen den Pressenrahmen angeordneten Auflager verhindert bzw. verringert.
[0004] Eine kontinuierliche Presse der eingangs beschriebenen Art mit Druckverteilplatten
und Auflagern ist z. B. aus der
DE 103 20 741 B4 bekannt. Bei der
[0005] Ausführungsform als Oberkolbenpresse sind die Zylinderkolbenanordnungen an die obere
Pressenplatte angeschlossen, während die untere Pressenplatte unter Zwischenschaltung
der Druckverteilplatten mit den Auflagern auf den Pressenrahmen aufliegt. Damit wird
das so genannte "Schmiegeprinzip" auch bei herkömmlichen Rahmenkonstruktionen verwirklicht,
bei denen die Zylinderkolbenanordnungen an die Rahmenkonstruktionen angeschlossen
sind und bei denen die Arbeitsrichtung der Zylinderkolbenanordnungen im Wesentlichen
in der Rahmenebene liegt. Durch die Realisierung des Schmiegeprinzips soll in der
Praxis eine Schwankung des Pressspaltes vermieden werden. Dieses ist insbesondere
bei der Herstellung von Dünnplatten zweckmäßig.
[0006] Dazu wird in der
DE 199 26 258 A1, welche ebenfalls eine kontinuierliche Presse beschreibt, die nach dem Schmiegeprinzip
arbeitet, vorgeschlagen, dass in der Kalibrierzone der Pressstrecke die Abstützlinien
an der Pressplatte des festen Pressenholmes zu den Abstützlinien an der Pressplatte
des beweglichen Pressenholms versetzt zueinander, d. h. abweichend von den Senkrechten
angeordnet sind. Dadurch sollen sich in der Kalibrierzone Druck- und Dickenschwankungen
im Pressspalt absolut vermeiden lassen, da in diesem Bereich die Abbindereaktionen
stattfinden und diese Schwankungen im Endprodukt negative Auswirkungen auf die Qualität
und die Biegefestigkeit haben. In der Kalibrierzone werden durch Anwendung des Schmiegeprinzips
die kritischen Druckschwankungen vermieden bzw. stark reduziert, so dass bei gleicher
Leimmenge die physikalischen Eigenschaften der hergestellten Werkstoffplatten erhöht
werden oder zum Erreichen bestimmter Festigkeiten die eingesetzte Leimmenge um 3 %
bis 8 % reduziert werden soll.
[0007] Die insoweit bekannten Maßnahmen haben sich zwar grundsätzlich bewährt, sie sind
jedoch weiter entwicklungsfähig. - Hier setzt die Erfindung ein.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine kontinuierlich arbeitende Presse zu
schaffen, mit welcher sich Holzwerkstoffplatten hoher Qualität in besonders wirtschaftlicher
Weise herstellen lassen.
[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung bei einer gattungsgemäßen kontinuierlichen
Presse der eingangs beschriebenen Art, dass die Auflager zur Variation des Pressprozesses
in ihrer Höhe einstellbar sind.
[0010] Die Erfindung geht dabei zunächst einmal von der grundsätzlich bekannten Erkenntnis
aus, dass sich Pressspaltschwankungen in einer kontinuierlichen Presse vermeiden bzw.
reduzieren lassen, wenn Druckverteilplatten mit Auflagern, z. B. Isolierungsauflagern,
eingesetzt werden, die zwischen den Pressenrahmen versetzt und insbesondere versetzt
zu der Arbeitsrichtung der Zylinderkolbenanordnungen angeordnet sind. Diese Auflager
sind nun erfindungsgemäß nicht mehr als fest installierte, starre Isolierungsauflager
ausgebildet, sondern sie sind in ihrer Höhe einstellbar. Durch diese Maßnahmen gelingt
eine variable Anpassung der Druckverteilung und/oder Pressspalteinstellung. Dabei
liegt es im Rahmen der Erfindung, dass die Auflager z. B. vor Produktionsbeginn oder
auch während Wartungsunterbrechungen, z. B. bei druckloser Presse in ihrer Höhe angepasst
werden, um die gewünschte Einstellung zu realisieren. Besonders bevorzugt erfolgt
jedoch eine automatisierte und folglich fern betätigte Variation der Höhe der Auflager,
wobei die in Pressenlängsrichtung verteilten Auflager variabel und folglich auch unterschiedlich
in ihrer Höhe eingestellt werden können, um die gewünschte Pressencharakteristik zu
realisieren.
[0011] Durch diese Maßnahme lässt sich nun zunächst einmal das grundsätzlich bekannte "Schmiegeprinzip"
realisieren und optimieren. So lassen sich die Auflager optimal in ihrer Höhe einstellen,
um dadurch z. B. die optimale Einstellung für einen sich über die Pressenlängsrichtung
nicht oder nicht wesentlich variierenden Pressspalt einzustellen. Die Erfindung ermöglicht
jedoch ebenso die gezielte Variation des Pressspaltes über die Pressenlängsrichtung,
und zwar nicht nur unter Einsatz der herkömmlichen Arbeits-Presszylinder, sondern
insbesondere durch das Zusammenspiel zwischen den Arbeits-Presszylindern einerseits
und der Variation der Höhe der Auflager andererseits. Der Pressprozess lässt sich
damit in besonderer Weise optimieren, so dass nicht nur die Produkteigenschaften verbessern,
sondern insbesondere eine erhebliche Leimersparnis erzielt werden kann. Das Prinzip
lässt sich im Übrigen nicht nur bei dünnen Platten und Dünstplatten einsetzen, bei
denen bislang in erster Linie ein Schmiegeprinzip realisiert werden sollte, sondern
besonders bevorzugt lassen sich mit der erfindungsgemäßen Presse auch Standardplatten
bzw. Dickplatten herstellen, bei denen bislang der Einsatz von Druckverteilplatten
und Auflagern von untergeordneter Bedeutung war.
[0012] Besonders bevorzugt sind nicht nur zwischen den einzelnen Pressenrahmen bzw. zwischen
den Zylinderkolbenanordnungen Auflager vorgesehen, sondern außerdem ist die Pressenplatte
im Bereich der Pressenrahmen selbst unter Zwischenschaltung von zusätzlichen Auflagern,
nämlich Rahmenauflagern an die Druckverteilplatten angeschlossen, wobei die höhenverstellbaren
Auflager nun zwischen jeweils zwei benachbarten Rahmenauflagern angeordnet sind. Anders
als bei einer herkömmlichen Presse mit Druckverteilplatten und fest installierten
Auflagern sind nun folglich zwischen den Auflagern zusätzlich auf Rahmenniveau Rahmenauflager
vorgesehen, die gleichsam Rahmenverlängerungen bilden. Die Kombination der auf Rahmenniveau
angeordneten (festen) Rahmenauflager einerseits und der zwischen den Rahmen angeordneten
(höhenverstellbaren) Auflagern andererseits ermöglicht nun in besonders bevorzugter
Weise eine optimale Anpassung der Pressencharakteristik. Bevorzugt lässt sich die
Höhe der Auflager sowohl gleich oder auch geringer als die Höhe der Rahmenauflager
als auch größer als die Höhe der Rahmenauflager einstellen, so dass die von den Presszylindern
erzeugte Presskraft wahlweise und variabel über die Auflager und/oder die Rahmenauflager
in die Pressenrahmen eingeleitet werden kann.
[0013] So können in einem Extremfall z. B. die höhenverstellbaren Auflager vollständig eingezogen
werden, so dass die Höhe geringer als die Höhe der Rahmenauflager ist. Damit wird
dann eine Presse mit klassischer Pressencharakteristik geschaffen, bei welcher die
Presskräfte von den Zylinderkolbenanordnungen direkt in den darunter fluchtend angeordneten
Pressenrahmen eingeleitet werden, so dass es zwischen den einzelnen Pressenrahmen
zu dem grundsätzlich bekannten Auffedern des Pressspaltes kommt oder kommen kann.
In dem anderen Extremfall lässt sich die Höhe der zwischen den Pressenrahmen angeordneten
Auflager so groß einstellen, dass die Rahmenauflager im Bereich der Pressenrahmen
gleichsam außer Funktion gesetzt werden, so dass dann eine Presse geschaffen wird,
die nach dem herkömmlichen Schmiegeprinzip arbeitet. Von besonderer Bedeutung ist
nun die Tatsache, dass durch Variation und folglich Anpassung der Höhe der Auflager
nahezu beliebige Konstellationen einstellbar sind, so dass die Pressencharakteristik
zwischen den beiden beschriebenen Extremfällen beliebig variierbar ist.
[0014] Die höhenverstellbaren Auflager können von senkrecht zur Pressenplattenebene verstellbaren
Stellantrieben, z. B. Linearantrieben, gebildet werden oder mit solchen versehen sein.
So besteht beispielsweise die Möglichkeit, dass die höhenverstellbaren Auflager selbst
als Zylinderkolbenanordnungen ausgebildet sind, die z. B. über die Pressenbreite verteilt
sind.
[0015] Alternativ können die höhenverstellbaren Auflager z. B. auch von Keilgetrieben mit
parallel zur Pressenplattenebene bzw. entlang der Pressenlängsrichtung gegeneinander
verschiebbaren Keilstücken oder Keilleisten gebildet werden, wobei an ein oder mehrere
Keilstücke Stellantriebe angeschlossen sind. Durch Verschiebung der Keilstücke gegeneinander
in Pressenlängsrichtung lässt sich folglich die Höhe des Auflagers an die Gegebenheiten
anpassen. Die Stellantriebe können - unabhängig von der Ausführungsform - als hydraulische
Antriebe, z. B. Hydraulikzylinder ausgebildet sein. Alternativ besteht die Möglichkeit,
elektromotorische Antriebe, z. B. Spindelantriebe einzusetzen, mit denen sich beispielsweise
auch die Keilstücke gegeneinander verschieben lassen.
[0016] Insbesondere wenn die höhenverstellbaren Auflager selbst von Linearantrieben gebildet
werden, z. B. von Hydraulikzylindern, ist es zweckmäßig, wenn über die Pressenplattenbreite
mehrere Stellantriebe verteilt sind. So ist es besonders zweckmäßig, wenn die Anzahl
der über die Pressenplattenbreite verteilten Stellantriebe, z. B. Hydraulikzylinder
der Anzahl der über die Pressenplattenbreite verteilten Arbeits-Presszylinder entspricht.
[0017] Besonders bevorzugt schlägt die Erfindung vor, dass die höhenverstellbaren Auflager
oder deren Stellantriebe mit einer Steuereinrichtung verbunden sind, mit welcher die
Höhe der Auflager in Abhängigkeit von einem oder mehreren Prozessparametern steuerbar
oder regelbar ist. So können die höheverstellbaren Auflager oder deren Stellantriebe
mit der Steuereinrichtung in Abhängigkeit von den Eigenschaften der zu pressenden
Pressgutmatte und/oder der gepressten Holzwerkstoffplatte gesteuert oder geregelt
werden. Auf diese Weise gelingt eine variable Anpassung und damit Optimierung der
Druckverteilung und/oder der Pressspalteinstellung in Abhängigkeit von den jeweiligen
Prozessparametern bzw. Eigenschaften der Pressgutmatte und/oder der Holzwerkstoffplatte.
So kann über die Steuereinrichtung die Höhenverstellung der Auflager in Abhängigkeit
von den Eigenschaften der einlaufenden Pressgutmatte, z. B. Flächengewicht, Dicke
usw. erfolgen. Die Charakteristik lässt sich an verschiedenste Parameter des einlaufenden
Pressgutes oder auch an andere äußere Parameter anpassen. Die Steuereinrichtung bildet
einen Prozessrechner. Die Steuereinrichtung kann folglich Bestandteil des ohnehin
für den Betrieb der Presse vorgesehenen Prozessrechners sein, der mit verschiedensten
Sensoren verbunden und insbesondere auch mit den übrigen Pressensteuerungen, z. B.
der Steuerung der Presszylinder verbunden ist. Ebenso kann eine Anpassung in Abhängigkeit
von den Eigenschaften der gepressten Holzwerkstoffplatte erfolgen. Insgesamt ist eine
Anpassung im Sinne einer adaptiven Regelung möglich, so dass eine dynamische Maschine
geschaffen wird, die adaptiv an das Produkt angepasst werden kann. Bei dieser adaptiven
Regelung können Modellrechnungen einfließen.
[0018] Grundsätzlich liegt es im Rahmen der Erfindung, wenn sämtliche Auflager, die zwischen
den einzelnen Pressenrahmen angeordnet sind, höhenverstellbar sind. Es liegt jedoch
ebenso im Rahmen der Erfindung, wenn nur ein Teil dieser Auflager in der beschriebenen
Weise höhenverstellbar ist. So kann es zweckmäßig sein, in bestimmten Bereichen der
Pressen höhenverstellbare Auflager vorzusehen. Ebenso kann es zweckmäßig sein, über
die Pressenlänge verteilt einige feste Auflager einzurichten, indem eine bestimmte
Anzahl der Auflager, z. B. jedes zweite Auflager oder jedes drittes Auflager, verschiebbar
zu positionieren. Auflager meint dabei stets ein im bestimmten Bereich der Pressenlänge
angeordnetes Auflager, welches sich über die Pressenbreite erstrecken kann und auch
aus mehreren Stellantrieben zusammengesetzt sein kann.
[0019] Die Presse ist besonders bevorzugt als Oberkolbenpresse ausgebildet, wobei die Zylinderkolbenanordnungen
zwischen den oberen Querholmen der Pressenrahmen und der oberen Pressenplatte angeordnet
sind. Dann liegt die untere Pressenplatte unter Zwischenschaltung der Druckverteilplatten
mit den Auflagern auf den unteren Querholmen der Pressenrahmen auf. Grundsätzlich
lässt sich die Erfindung aber auch bei Unterkolbenpressen realisieren. Jedenfalls
sind die Auflager vorzugsweise als Isolierungsauflager ausgebildet.
[0020] Die kontinuierliche Presse kann in an sich bekannter Weise zusätzlich zu den Pressenplatten
mit einlaufseitig vorkragenden Einlaufplatten ausgerüstet sein, welche einen sich
in Arbeitsrichtung verjüngenden Einlaufspalt bilden, wobei die obere Einlaufplatte
und/oder die untere Einlaufplatte ebenfalls mit an den Querholmen der Pressenrahmen
abgestützten Zylinderkolbenanordnungen beaufschlagt sind. Es liegt dabei im Rahmen
der Erfindung, wenn im Bereich der Einlaufplatten auf die erfindungsgemäßen Druckverteilplatten
und Auflager verzichtet wird. Alternativ liegt es jedoch ebenso im Rahmen der Erfindung,
wenn auch die obere oder untere Einlaufplatte unter Zwischenschaltung von Druckverteilplatten
mit Auflagern an dem jeweiligen Querholm der Pressenrahmen abgestützt ist. Auch diese
Auflager können in der beschriebenen Weise höhenverstellbar sein.
[0021] Dabei ist es grundsätzlich zweckmäßig, wenn die Druckverteilplatten und die Auflager
in Pressenlängsrichtung über einen Bereich angeordnet oder verteilt sind, der mehr
als 75 % der Länge der Pressenplatten und ggf. Einlaufplatten, vorzugsweise mehr als
90 % der Länge der Pressenplatten und ggf. Einlaufplatten (entspricht).
[0022] Bei den Druckverteilerplatten kann es sich um eine Vielzahl von Druckverteilplatten
handeln, die über die Pressenlänge hintereinander angeordnet sind, z. B. jeweils zwischen
zwei Pressenrahmen angeordnet sind und auf den unteren Querholmen der Pressenrahmen
aufliegen. Alternativ können aber auch durchgehende Druckverteilplatten vorgesehen
sein, welche mehrere Pressenrahmen oder auch sämtliche Pressenrahmen überspannen.
Stets ist es zweckmäßig, wenn die Druckverteilplatten sich über (in etwa) die Breite
der Pressenplatten erstrecken. Die Druckverteilplatten können als Guss- oder Stahlplatten
ausgebildet sein.
[0023] Sofern nicht nur die beschriebenen höhenverstellbaren Auflager, sondern auch die
zusätzlich vorgesehenen Rahmenauflager auf Rahmenniveau vorgesehen sind, ist es außerdem
zweckmäßig, wenn auch diese Rahmenauflager als Isolierungsauflager ausgebildet bzw.
mit thermischen Isolierungen versehen sind.
[0024] Es liegt im Rahmen der Erfindung, wenn zwischen jeweils zwei benachbarten Pressenrahmen
jeweils ein oder mehrere Auflager mittig positioniert sind. So kann beispielsweise
zwischen jeweils zwei benachbarten Pressenrahmen jeweils ein Auflager bzw. eine Auflagerreihe
zentral angeordnet sein, wobei diese in der beschriebenen Weise höhenverstellbar ist.
Es liegt jedoch auch im Rahmen der Erfindung, dass einem Pressenrahmen jeweils zumindest
zwei Auflager bzw. Auflagerreihen zugeordnet sind, welche jeweils mit vorgegebenem
Abstand zu dem Pressenrahmen in Pressenlängsrichtung beidseitig des Pressenrahmens
angeordnet sind.
[0025] Jedenfalls ragen die höhenverstellbaren Auflager als Erhebungen um ein vorgegebenes
(einstellbares) Maß aus der der Pressenplatte zugeordneten Oberfläche der Druckverteilplatte
hervor, so dass sich in Pressenlängsrichtung die diskreten Abstützpunkte bzw. Abstützflächen
ergeben, und zwar in höhenverstellbarer Weise.
[0026] Bei den verwendeten Leimen handelt es sich insbesondere um Harnstoff-Formaldehyd-Harze.
Holzwerkstoffplatte meint insbesondere Faserplatte und ganz besonders bevorzugt MDF-Platte.
Es werden aber auch Spanplatten und insbesondere OSB-Platten erfasst. Die erfindungsgemäßen
Leimeinsparungen und Optimierungen des Pressprozesses lassen sich jedoch auch bei
anderen Holzwerkstoffplattentypen und insbesondere auch mit anderen Leimen bzw. Bindemitteln
erzielen.
[0027] Gegenstand der Erfindung ist außerdem ein Verfahren zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten
mit einer kontinuierlich arbeitenden Presse der beschrieben Art. Im Rahmen dieses
Verfahrens kommt es in besonderem Maße darauf an, dass die Höhe der Auflager über
die Stellantriebe mit einer Steuereinrichtung in Abhängigkeit von einem oder mehreren
Prozessparametern eingestellt wird und ggf. während des Pressprozesses gesteuert oder
geregelt wird. So gelingt eine dynamische Anpassung der Maschine an das Produkt und
damit eine Optimierung des Pressprozesses, z. B. im Sinne einer adaptiven Regelung.
[0028] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße kontinuierliche Presse in einer vereinfachten Seitenansicht,
- Fig. 2
- einen vergrößerten Ausschnitt aus dem Gegenstand nach Fig. 1,
- Fig. 3
- einen nochmals vergrößerten Ausschnitt aus dem Gegenstand nach Fig. 2 in abgewandelter
Ausführungsform und
- Fig. 4
- eine weitere Ausführungsform des Gegenstandes nach Fig. 2.
[0029] In den Figuren ist eine kontinuierlich arbeitende Presse zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten,
insbesondere MDF-Platten dargestellt. In dieser kontinuierlichen Presse wird eine
in Arbeitsrichtung A in die Presse einlaufende Pressgutmatte aus beleimten Holzpartikeln,
z. B. beleimten Fasern, zu einer Holzwerkstoffplatte verpresst. Die Presse weist im
Pressenoberteil eine obere Pressenplatte 1 und im Pressenunterteil eine untere Pressenplatte
2 auf, die jeweils als Heizplatten ausgebildet sind. Die Pressenplatten 1, 2 sind
in einem Pressengestell angeordnet, welches aus einer Vielzahl von in Pressenlängsrichtung
gereihten Pressenrahmen 3 zusammengesetzt ist. Diese Pressenrahmen sind im Ausführungsbeispiel
in Fensterbauweise aus Stahlblechzuschnitten realisiert. Ferner weist die Presse im
Pressenoberteil und im Pressenunterteil endlos umlaufende Stahlpressbänder 4 auf,
welche unter Zwischenschaltung von Wälzkörperaggregaten, z. B. Rollstäben 5 an den
Pressenplatten 1, 2 abgestützt sind. Die Presse ist im Ausführungsbeispiel als Oberkolbenpresse
ausgebildet. Das bedeutet, dass auf die obere Pressenplatte 1 eine Vielzahl von in
Reihen angeordneten Zylinderkolbenanordnungen 6 arbeitet. Im Bereich jedes Pressenrahmens
3 ist folglich eine Reihe von Zylinderkolbenanordnungen 6 vorgesehen, wobei diese
Zylinderkolbenanordnungen 6 einerseits an den oberen Querholm 3a des Pressenrahmens
3 und andererseits an die obere Pressenplatte 1 angeschlossen sind. In den Figuren
ist erkennbar, dass die Zylinderkolbenanordnungen 6 jeweils in der Rahmenebene der
Pressenrahmen 3 angeordnet sind, so dass die Arbeitsrichtung bzw. Arbeitsebene der
Zylinderkolbenanordnungen in der Rahmenebene liegt.
[0030] An die Pressenplatten 1, 2 sind einlaufseitig vorkragende Einlaufplatten 1a, 2a angeschlossen,
welche einen sich in Arbeitsrichtung A verjüngenden Einlaufspalt E bilden, an den
sich der von den Pressplatten 1, 2 gebildete Pressspalt P anschließt. Im Ausführungsbeispiel
handelt es sich um flexible, biegeelastische Einlaufplatten zur Einstellung einer
variablen Einlaufkontur. Alternativ können jedoch auch ein oder mehrere gelenkig angeschlossene
Einlaufplatten verwendet werden, die ggf. aus mehreren gelenkig miteinander verbundenen
Plattenabschnitten zusammengesetzt sind. Die untere Einlaufplatte 2a ist - wie die
untere Pressenplatte 2 - auf den unteren Querholmen 3b der Pressenrahmen 3 abgestützt,
während an die obere Einlaufplatte 1a - wie an die obere Pressenplatte 1 - Zylinderkolbenanordnungen
6 angeschlossen sind.
[0031] Die untere Pressenplatte 2 ist unter Zwischenschaltung von Druckverteilplatten 7
an die unteren Querholme 3b der Pressenrahmen angeschlossen. Diese Druckverteilplatten
7 sind mit Auflagern 8 ausgerüstet, welche zwischen jeweils in Pressenlängsrichtung
benachbarten Pressenrahmen auf den Druckverteilplatten 7 befestigt sind.
[0032] In Fig. 1 ist angedeutet, dass diese Druckverteilplatten 7 mit den Auflagern 8 im
Ausführungsbeispiel im gesamten Pressenbereich und insbesondere im gesamten Bereich
der Pressenplatten 1, 2 angeordnet sind. Die Druckverteilplatten 7 und die Auflager
8 sind folglich in Pressenlängsrichtung über einen Bereich angeordnet und verteilt,
der mehr als 90 % der Länge der Pressenplatten 1, 2 und im Ausführungsbeispiel auch
mehr als 90 % der Gesamtlänge von Pressenplatten 1, 2 und Einlaufplatten 1a, 2a entspricht.
Der Einsatz der Druckverteilplatten und Auflager beschränkt sich folglich nicht nur
auf die auslaufseitige Kalibrierzone der Presse, sondern ist sowohl in der Durchwärmzone
und der Kalibrierzone, besonders bevorzugt zusätzlich auch in der Einlaufzone und
folglich Verdichtungszone realisiert.
[0033] Die zwischen den einzelnen Pressenrahmen 3 angeordneten Auflager 8 sind nun erfindungsgemäß
höhenverstellbar, das heißt in ihrer Höhe h einstellbar. Dieses ist in den Figuren
angedeutet.
[0034] Dabei ist in den Figuren erkennbar, dass in den Ausführungsbeispielen nicht nur diese
höhenverstellbaren Auflager 8 zwischen dem Pressenrahmen 3 angeordnet sind, sondern
dass auf dem Niveau der Pressenrahmen 3 selbst Rahmenauflager 11 angeordnet sind.
Die untere Pressenplatte 2 ist folglich im Bereich der Pressenrahmen 3 unter Zwischenschaltung
dieser Rahmenauflager 11 an die Druckverteilplatten 7 angeschlossen, so dass die höhenverstellbaren
Auflager 8 zwischen jeweils zwei benachbarten Rahmenauflagern 11 angeordnet sind.
Die Rahmenauflager 11 bilden folglich gleichsam Rahmenverlängerungen bzw. Rahmenstützen.
[0035] Da nun die zwischen den Rahmenstützen 11 angeordneten Auflager 8 höhenverstellbar
sind, gelingt eine individuelle Anpassung der Presseneigenschaften. Wird nun beispielsweise
in einem Extremfall die Höhe h der Auflager 8 minimiert, so wird die Presskraft der
Zylinder 6 unmittelbar über die Rahmenauflager 11 in die Pressenrahmen eingeleitet.
Dieses entspricht dem klassischen Pressenaufbau, bei dem der Pressspalt zwischen den
einzelnen Rahmen gleichsam auffedern kann. In dem anderen Extremfall lässt sich die
Höhe h der variablen Auflager 8 maximieren, so dass die Höhe h größer als die Höhe
H der Rahmenauflager 11 ist. Dann werden die Rahmenauflager 11 gleichsam außer Funktion
gesetzt, so dass die Presskraft der Zylinder 6 in die Auflager 8 und von dort in die
Pressenrahmen eingeleitet wird. Die Krafteinleitung von den Presszylindern entweder
in die Rahmenauflager 11 oder die höhenverstellbaren Auflager 8 ist in den Figuren
durch Pfeile dargestellt. Durch Anpassung der Höhe h der einstellbaren Auflager 8
lässt sich diese Krafteinleitung nun individuell anpassen.
[0036] Dabei lassen sich die Auflager 8 automatisiert in ihrer Höhe h anpassen, denn die
Auflager 8 sind entweder selbst als Stellantriebe 9 ausgebildet oder mit Stellantrieben
9 versehen.
[0037] Dazu zeigt Fig. 2 ein erstes Ausführungsbeispiel, bei welchem die Auflager 8 selbst
als höhenverstellbare Stellantriebe 9, nämlich als Hydraulikzylinder ausgebildet sind.
Ein solcher Hydraulikzylinder 9 ist lediglich beispielhaft, schematisch dargestellt.
Dabei ist es zweckmäßig, wenn die sich über die Pressenplattenbreite erstreckenden
Auflager 8 von einer Mehrzahl von Hydraulikzylindern 9 gebildet werden, das heißt
über die Pressenplattenbreite sind mehrere Hydraulikzylinder 9 als höhenverstellbare
Auflager 8 verteilt. So kann die Anzahl der über die Breite verteilten Hydraulikzylinder
8 beispielsweise der Anzahl der über die Breite verteilten Presszylinder 6 entsprechen,
wobei die Zylinder 8 und die Zylinder 6 entlang der Pressenquerrichtung fluchten,
jedoch quer dazu betrachtet - so wie in den Figuren dargestellt - versetzt zueinander
angeordnet sind.
[0038] In der abgewandelten Ausführungsform nach Fig. 3 sind die höhenverstellbaren Auflager
8 als Keilgetriebe ausgebildet, welche parallel zur Pressenplattenebene gegeneinander
verschiebbare Keilstücke oder Keilleisten 8a, 8b aufweisen. An eines oder beide Keilstücke
bzw. Keilleisten 8a, 8b sind dann Stellantriebe 9 angeschlossen, die jedoch in den
Figuren lediglich angedeutet sind. Durch Verschiebung der Keilstücke 8a, 8b entlang
der Arbeitsrichtung erfolgt eine Variation der Höhe der Auflager 8 (vgl. Fig. 3).
Die Keilleisten können sich beispielsweise über die gesamte Pressenplattenbreite erstrecken,
wobei an die Keilleisten dann vorzugsweise mehrere Stellantriebe 9 angeschlossen sind.
[0039] Ferner ist im Ausführungsbeispiel eine lediglich angedeutete Steuereinrichtung 10
vorgesehen, wobei diese Steuereinrichtung z. B. als Prozessrechner für die kontinuierliche
Presse mit den übrigen Pressenkomponenten und insbesondere in Presszylindern 6 und
verschiedensten Sensoren verbunden ist. Erfindungsgemäß sind nun auch die Auflager
8 bzw. deren Stellantriebe 9 mit diesem Prozessrechner 10 verbunden, so dass eine
Höhenverstellung der Auflager in Abhängigkeit von einem oder mehreren Prozessparametern
im Sinne einer Steuerung oder Regelung möglich ist. So kann mit Hilfe der höhenverstellbaren
Auflager bzw. deren Stellantrieben und mit Hilfe der Steuereinrichtung 10 eine dynamische
Anpassung der Maschine an die Eigenschaften des Produktes erfolgen, z. B. im Sinne
einer adaptiven Regelung.
[0040] Mit der erfindungsgemäßen Presse, die beispielhaft in den Figuren dargestellt ist,
lassen sich nicht nur Dünnplatten oder Dünstplatten, sondern besonders bevorzugt Dickplatten
mit einer Dicke von 4 mm bis 30 mm, vorzugsweise 6 mm bis 30 mm mit grundsätzlich
üblicher Querzugfestigkeit herstellen, jedoch mit deutlich reduzierten Leimmengen.
Andererseits besteht auch die Möglichkeit, Platten mit besonders hoher Querzugfestigkeit
bei üblichen Leimmengen herzustellen.
[0041] Während die Fig. 2 und 3 Ausführungsformen zeigen, bei welcher zwischen zwei benachbarten
Pressenrahmen jeweils ein Auflager 8 bzw. eine Reihe von Auflagern angeordnet ist,
zeigt Fig. 4 eine alternative Ausführungsform, bei welcher jedem Pressenrahmen 3 jeweils
zwei Auflager 8 bzw. zwei Auflagerreihen 8 zugeordnet sind. Auch diese sind in der
erfindungsgemäßen Weise höhenverstellbar, wobei die im Zusammenhang mit den Fig. 2
und 3 dargestellten Ausführungsformen bei der Fig. 4 ebenfalls zum Einsatz kommen
können.
1. Kontinuierliche Presse für die Herstellung von Holzwerkstoffplatten, insbesondere
Faserplatten oder Spanplatten,
mit einem Pressengestell mit mehreren in Pressenlängsrichtung gereihten Pressenrahmen
(3),
wobei innerhalb der Pressenrahmen einen Pressspalt (P) bildende obere Pressenplatte
(1) und untere Pressenplatte (2) angeordnet sind,
wobei die obere Pressenplatte (1) oder die untere Pressenplatte (2) mit mehreren in
Pressenlängsrichtung bzw. Arbeitsrichtung (A) verteilten Reihen von Zylinderkolbenanordnungen
(6) beaufschlagt ist, welche einerseits an die Querholme (3a, 3b) der Pressenrahmen
(34) und andererseits an die jeweilige Pressenplatte (1, 2) angeschlossen sind,
wobei die den Zylinderkolbenanordnungen (6) abgewandte Pressenplatte (1, 2) unter
Zwischenschaltung von Druckverteilplatten (7) an die dieser Pressenplatte (1, 2) zugeordneten
Querholme (3a, 3b) der Pressenrahmen angeschlossen ist,
wobei an den Druckverteilplatten (7) zwischen jeweils zwei in Pressenlängsrichtung
benachbarten Pressenrahmen (3) Auflager (8) für die Pressenplatte (1, 2) befestigt
sind, dadurch gekennzeichnet, dass
die Auflager (8) zur Variation des Pressprozesses in ihrer Höhe (h) einstellbar sind.
2. Presse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Pressenplatte (1, 2) im Bereich der Pressenrahmen (3) unter Zwischenschaltung
von Rahmenauflagern (11) an die Druckverteilplatten (7) angeschlossen ist, wobei die
höhenverstellbaren Auflager (8) zwischen jeweils zwei benachbarten Rahmenauflagern
(11) angeordnet sind.
3. Presse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe (h) der Auflager (8) sowohl gleich oder geringer als die Höhe (H) der Rahmenauflager
als auch größer als die Höhe (H) der Rahmenauflager (11) einstellbar ist, so dass
die von den Zylinderkolbenanordnungen (6) erzeugte Presskraft wahlweise und variabel
über die Auflager (8) und/oder die Rahmenauflager (11) in die Pressenrahmen (3) einleitbar
ist.
4. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die höhenverstellbaren Auflager (8) von senkrecht zur Pressenplattenebene verstellbaren
Stellantrieben (9), z. B. Linearantrieben gebildet werden oder mit solchen versehen
sind.
5. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die höhenverstellbaren Auflager (8) von Keilgetrieben mit entlang der Pressenlängsrichtung
gegeneinander verschiebbaren Keilstücken oder Keilleisten (8a, 8b), gebildet werden,
wobei an eine oder mehrere Keilstücke oder Keilleisten Stellantriebe (9) angeschlossen
sind.
6. Presse nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellantriebe (9) als hydraulische Antriebe, z. B. Hydraulikzylinder oder als
elektromotorischer Antriebe, z. B. Spindelantriebe ausgebildet sind.
7. Presse nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass über die Pressenplattenbreite, z. B. als Auflager, mehrere Stellantriebe (9), z.
B. mehrere Hydraulikzylinder verteilt sind.
8. Presse nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der über die Pressenbreite verteilten Stellantriebe (9), z. B. Hydraulikzylinder,
der Anzahl der über die Pressenplattenbreite verteilten Arbeits-Zylinderkolbenanordnungen
(6) entspricht.
9. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die höhenverstellbaren Auflager (8) oder deren Stellantriebe (9) mit einer Steuereinrichtung
(10) verbunden sind, mit welcher die Höhe der Auflager (8) in Abhängigkeit von einem
oder mehreren Prozessparametern steuerbar oder regelbar ist.
10. Presse nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die höhenverstellbaren Auflager (8) oder deren Stellantriebe (9) mit der Steuereinrichtung
(10) in Abhängigkeit von den Eigenschaften der zu pressenden Pressgutmatte und/oder
der gepressten Holzwerkstoffplatten steuerbar oder regelbar sind.
11. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 10, in der Ausführungsform als Oberkolbenpresse,
wobei die Zylinderkolbenanordnungen (6) zwischen den oberen Querholmen (3a) der Pressenrahmen
(3) und der oberen Pressenplatte (1) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Pressenplatte (2) unter Zwischenschaltung der Druckverteilplatten (7)
mit den Auflagern (8) auf den unteren Querholmen (3b) der Pressenrahmen (3) aufliegt.
12. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass den Pressenplatten (1, 2) einlaufseitig vorkragende obere und untere Einlaufplatten
(1a, 2a) vorgeordnet sind, welche einen sich in Arbeitsrichtung verjüngenden Einlaufspalt
(E) bilden, wobei die obere und/oder untere Einlaufplatte (1a, 2a) mit an den Querholmen
(3a, 3b) der Pressenrahmen abgestützten Zylinderkolbenanordnungen (6) beaufschlagt
sind, dadurch gekennzeichnet, dass die obere oder untere Einlaufplatte (1a, 2a) unter Zwischenschaltung von Druckverteilplatten
(7) an die der Einlaufplatte zugeordneten Querholmen (3a, 3b) angeschlossen ist, wobei
an den Druckverteilplatten (7) zwischen zwei benachbarten Pressenrahmen (3) Auflager
(8) für die Pressenplatte befestigt sind.
13. Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflager (8) und/oder die Rahmenauflager (11) als Isolierungsauflager mit thermischen
Isolierungen ausgebildet sind.
14. Verfahren zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten, insbesondere Faserplatten oder
Spanplatten, mit einer kontinuierlichen Presse nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe der Auflager über die Stellantriebe mit einer Steuereinrichtung in Anhängigkeit
von einem oder mehreren Prozessparametern eingestellt wird und ggf. während des Pressprozesses
gesteuert oder geregelt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe der Auflager über die Stellantriebe mit der Steuereinrichtung in Abhängigkeit
von den Eigenschaften der zu verpressenden Pressgutmatte und/oder der gepressten Pressgutplatte
eingestellt und ggf. während des Pressprozesses gesteuert oder geregelt wird, z. B.
im Sinne einer adaptiven Regelung.