[0001] In den Schlacken und Aschen der thermischen Abfallverwertung sowie in den Schlacken
der Metallerzeugung befinden sich zahlreiche Eisen und Nichteisenmetalle, die in gediegener
Form in mineralischen Schlacken eingebunden oder stark verzundert sind. Ein effiziente
Rückgewinnung dieser Metalle aus dem Materialkonglomeraten ist nur möglich, wenn diese
Metalle aus ihren Verbunden/Verzunderungen so aufgeschlossen oder getrennt werden,
das sie anschließend durch Magnete oder Nichteisenmetallabscheider aus dem Stoffstrom
abgeschieden werden können.
[0002] Nach dem Stand der Technik werden derartige Schlacken mit herkömmlichen Hammer- und
Prallmühlen zerkleinert und anschließend Magneten und Nichteisenmetallabscheider zugeführt.
[0003] Mit Hammer- und Prallmühlen ist der Aufschluss und die Rückgewinnung von Metallen
mit einer Partikelgröße von mehr als 20 mm möglich und auch effizient. Für den Aufschluss
kleinerer Metallpartikeln mit diesen Mühlen müssten sehr kleine Spaltabstände, beispielsweise
unter 20 mm eingestellt werden, was dann zu einer starken Zunahme der Mahlzerkleinerung
zu Lasten der Prallzerkleinerung führen würde. Diese Mahlzerkleinerung hätte zur Folge,
dass weiche Nichteisenmetalle so aufgerieben werden dass sie nicht mehr über einen
Nichteisenmetallabscheider separiert werden können. Damit ist die Rückgewinnung von
kleinen Metallpartikeln, die in den Schlacken in gediegener Form vorliegen, mit den
Zerkleinerungseinrichtungen nach dem Stand der Technik nur begrenzt möglich.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, mit
welcher der mechanische Aufschluss bzw. die Trennung von kleinen und kleinsten in
den Schlacken gebundenen gediegenen Metallpartikeln möglich ist. Die Erfindung soll
überdies anwendbar sein auf andere Materialkonglomerate aus Materialen unterschiedlicher
Dichte und/oder Konsistenz.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0006] Die erfindungsgemäße Vorrichtung hat eine Trennkammer mit einer Zufuhrseite und einer
Auslaßseite. Die Trennkammer ist von einer zylindrischen Trennkammerwand umgeben,
die in der Regel vertikal ausgerichtet ist, wobei sich die Zufuhrseite oben und die
Auslaßseite unten befindet. Prinzipiell ist es aber auch möglich, die Achse horizontal
anzuordnen, wenn die Anlage zur Aufbereitung nur sehr kleiner Materialkonglomerate
mittels horizontalem Luftstrom verwendet wird. Ansonsten erfolgt in der vertikalen
Anordnung die Materialzufuhr von oben gravimetrisch.
[0007] Die Trennkammer hat in Richtung der Zylinderachse wenigstens zwei, vorzugsweise drei
aufeinanderfolgende Abschnitte. In jeden dieser drei Abschnitte befindet sich jeweils
mindestens ein Rotor an welchem Schlagwerkzeuge angeordnet sind, die sich zumindest
im Betrieb der Vorrichtung radial in die Trennkammer hineinerstrecken. Falls als Schlagwerkzeuge
Ketten verwendet werden, erstrecken sich diese nur radial in die Trennkammer hinein,
wenn sich der Rotor mit einer entsprechenden Rotationsgeschwindigkeit dreht. Die Schlagwerkzeuge
dienen, eventuell in Verbindung mit späteren noch beschriebenen Prallblechen an der
Trennkammerwand, einem Aufbrechen der Materialkonglomerate in noch näher beschriebener
Weise.
[0008] Die Rotoren haben in den aufeinanderfolgenden Abschnitten einen Rotormantel in Form
eines Konus, der von der Zufuhrseite zur Auslaßseite einen zunehmenden Radius aufweist.
Auf diese Weise wird erreicht, dass sich die zugeführten Materialkonglomerate mit
zunehmenden Vordringen in die Trennkammer radial weiter nach außen gebracht werden,
wo die Absolutgeschwindigkeit der Schlagwerkzeuge viel höher als im radial innen liegenden
Bereich ist. Die Durchmesserzunahme des Konus kann kontinuierlich in Art eine Kegels
oder stufenweise, z.B. in Art einer Kaskade, erfolgen. Der Radius der Trennkammerwand
kann entweder gleich bleiben, oder vorzugsweise von der Zufuhrseite zur Auslaßseite
hin zunehmen, was ebenfalls dazu führt, dass die Absolutgeschwindigkeiten der Partikel
in der Trennkammer mit zunehmender zurückgelegter Distanz in der Trennkammer zunehmen.
Prinzipiell kann der Radius der Trennkammerwand sogar abnehmen, was wegen zunehmender
Verstopfungsgefahr jedoch eventuell problematisch ist. Fall der Radius der Trennkammerwand
nach unten zunimmt, kann die Zunahme kontinuierlich oder in Stufen erfolgen. In jedem
Fall werden der Radius des Rotormantels und der Radius der Trennkammerwand dabei in
axialer Richtung der Trennkammer so eingestellt, dass die Differenz zwischen diesen
beiden Radien von der Zufuhrseite zur Auslaßseite hin abnimmt. Hierdurch wird erreicht,
dass das Volumen der Trennkammer mit zunehmendem axialen Vordringen des Materials
in die Trennkammer kleiner wird, was zu einer Erhöhung der Partikeldichte führt und
damit einer Erhöhung der gegenseitigen Stöße und der Stöße der Partikel gegen Schlagwerkzeuge
oder Prallbleche.
[0009] Zusätzlich dazu ist die Rotationsrichtung der Rotoren in jeweils benachbarten Abschnitten
vorzugsweise gegenläufig. Auf diese Weise wird erreicht, dass die Partikel, die durch
die Schlagwerkzeuge in einem Abschnitt beschleunigt werden, im nächsten Abschnitt
frontal gegen die gegenläufig drehenden Schlagwerkzeuge treffen. Die Aufprallgeschwindigkeit
addiert sich somit aus der Partikelgeschwindigkeit und der Geschwindigkeit der Schlagwerkzeuge.
Hierdurch wird eine extrem hohe Aufprallgeschwindigkeit der Metallpartikel auf den
Prallwerkzeugen und/oder Prallblechen an der Trennkammerwand erzielt, was zu einem
Aufbrechen der Materialkonglomerate führt, sofern sich darin Materialen unterschiedlicher
Dichte und/oder Konsistenz z. B. Elastizität befinden. Schließlich nimmt erfindungsgemäß
die Rotationsgeschwindigkeit der Rotoren in den Abschnitten von der Zufuhrseite zur
Auslaßseite der Trennkammer hin zu. Auf diese Weise wird erzielt, dass die Aufprallgeschwindigkeiten
der Materialkonglomerate im Bereich zunehmender Partikeldichte in Richtung auf die
Auslaßseite hin zunimmt, da sich dort auch die Rotationsgeschwindigkeiten der Rotoren
und damit die Absolutgeschwindigkeiten der Schlagwerkzeuge erhöhen.
[0010] Die Kombination der oben dargelegten technischen Merkmale führt somit dazu, dass
zum einen die Geschwindigkeit der Materialkonglomerate der Auslaßseite hin stark zunimmt,
gleichzeitig die Partikeldichte, was schließlich dazu führen soll, dass sich im letzten
Abschnitt vor dem Ausgang der Trennkammer die Materialkonglomerate Geschwindigkeiten
von über 200 m/s gegen Prallbleche oder Schlagwerkzeuge prallen, was zu einem Zersprengen
der Materialkonglomerate führt, ohne das diese wie beim Stand der Technik zermahlen
werden. Die Größe der in den Materialkonglomeraten erhaltenen Metallpartikeln wird
somit nicht reduziert.
[0011] Die Vorrichtung der Erfindung erlaubt somit eine Abtrennung z. B. von Eisen oder
Nichteisenmetallen aus Schlacken oder Verzunderungen, die durch die bekannten Vorrichtungen
nach dem Stand der Technik kaum möglich ist. Die Erfindung bedient sich hierbei einer
Konstruktion, die zu einer Maximierung der Aufprallenergie der aufizuschließenden
Materialkonglomerate auf Schlagwerkzeugen und/oder Prallblechen in der Trennkammer
führt, ohne das die Metallteile dabei selbst zerkleinert werden. Somit lassen sich
durch die Erfindung auch kleinste Metallteile in Schlacken noch ökonomisch sinnvoll
abscheiden. Mit der Erfindung werden somit höchste Aufprallgeschwindigkeiten von zu
trennenden Materialkonglomeraten auf Schlagwerkzeugen erzielt, die bei nur geringer
Mahlwirkung zu einem Aufbrechen der der Materialkonglomerate führen.
[0012] Während es prinzipiell möglich ist, einen Antrieb für die Rotoren in den drei Abschnitten
zu verwenden und die gegenläufige Drehrichtung und unterschiedliche Rotationsgeschwindigkeiten
über entsprechende Getriebe vorzusehen, ist es vorzuziehen, dass der Rotor in jedem
Abschnitt seinen eigenen Antrieb hat, der unabhängig von den Rotoren der anderen Abschnitte
betreib- bzw. steuerbar ist. Auf diese Weise können die Rotationsgeschwindigkeiten
individuell an unterschiedliche aufizuschließende Materialkonglomerate angepasst werden,
was mit einem einzigen Antrieb für alle Rotoren nur aufwändiger zu realisieren wäre.
[0013] Vorzugsweise ist der Rotormantel kegelstumpfartig ausgebildet, was zur Folge hat,
dass die Materialkonglomerate und Metallpartikel in den weiter außen liegenden radialen
Bereich der Trennkammer überführt werden, ohne das ihre Fallgeschwindigkeit erheblich
reduziert wird. Die Rotormäntel in den aufeinanderfolgenden Abschnitten bilden dann
vorzugsweise einen Kegelstumpf, in welchem der Durchmesser Kegelstümpfe in den einander
zugewandten Abschnitten sich jeweils entspricht und zur Auslaßseite hin mit zunehmendem
Radius fortgeführt wird. Auf diese Weise kann in der gesamten Trennkammer eine Überführung
der zugeführten Metallpartikel und Materialkonglomerate in den radial äußeren Bereich
erfolgen, ohne das der Materialdurchsatz in axialer Richtung der Trennkammer nennenswert
herabgesetzt wird. Es ist jedoch prinzipiell auch möglich, eine Durchmesserzunahme
des Rotormantels in Stufen zu realisieren, wobei in jedem Abschnitt dann vorzugsweise
eine oder mehrere axiale Bereiche mit konstantem Rotormanteldurchmesser ausgebildet
sind, denen stufenartig nachfolgende Bereiche größeren Durchmessers folgen. Diese
Version hat den Nachteil, dass der axiale Materialdurchsatz durch die Trennkammer
stärker beeinträchtigt wird.
[0014] Vorzugsweise sind die Schlagwerkzeuge auswechselbar am Rotor ausgebildeten Aufnahmen
gehalten, wodurch sie leicht ersetzbar sind.
[0015] Vorzugsweise ist in gleicher Weise der Rotormantel aus mehreren auswechselbar an
dem Rotor gehaltenen Rotormantelelementen gebildet. Der Rotormantel ist bei der Überführung
der Materialpartikel in den radial äußeren Bereich der Trennkammer einer gewissen
Abnutzung ausgesetzt, so dass eine in Austausch lediglich der Rotormantelelemente
wesentlich kostengünstiger ist, als wenn der gesamte Rotor ersetzt werden muss.
[0016] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer Trennkammer mit drei Abschnitten erläutert.
Es soll jedoch klargestellt werden, dass die Erfindung auch mit zwei Abschnitten oder
auch vier oder mehr Abschnitten in gleicher Weise funktioniert. Der erste, der Zufuhrseite
zugewandte Abschnitt wird hiernach Vorbehandlungskammer genannt. Dieser Vorbehandlungskammer
folgt ein zweiter Abschnitt, welcher Beschleunigungskammer genannt wird. Der dritte
Abschnitt, welcher der Auslaßseite zugewandt ist, wird Hochgeschwindigkeitsaufprallkammer
genannt.
[0017] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung sind in dem ersten und/oder zweiten
und/oder dritten Abschnitt, d. h. in der Vorbehandlungskammer, in der Beschleunigungskammer
und/oder in der Hochgeschwindigkeitsaufprallkammer zwei axial versetzte Aufnahmen
für die Schlagwerkzeuge vorgesehen. Auf diese Weise kann die Anzahl der Schlagwerkzeuge
pro Abschnitt der Trennkammer in weiten Bereichen eingestellt werden, was in den ersten
beiden Abschnitten eine Verbesserung der Beschleunigung der Partikel und Materialkonglomerate
mit sich bringt und im dritten Abschnitt eine Erhöhung der Wahrscheinlichkeit eines
Aufpralls des Materialkonglomerats auf ein Schlagwerkzeug.
[0018] Vorzugsweise hat der Rotormantel zumindest und vorzugsweise im zweiten Abschnitt
Mitnehmerleisten, die sich axial und radial in die Trennkammer hineinerstrecken. Diese
Mitnehmerleisten nehmen Materialpartikel mit, welche sich radial weiter innen im Bereich
des Rotormantels entlang bewegen und beschleunigen sie in den radial außen liegenden
Bereich der Trennkammer, so dass dieses Material dann durch die Schlagwerkzeuge der
Hochgeschwindigkeitsaufprallkammer wirksamer zerschlagen werden kann, da die Absolutgeschwindigkeit
der Schlagwerkzeuge im radial außen liegenden Bereich höher ist als im radial weiter
innen liegenden Bereich.
[0019] Gerade dieses Merkmal ist der Grundidee der Erfindung dienlich, die kinetische Energie
möglichst aller Materialpartikel in der Trennkammer so zu erhöhen, dass ein Aufprall
der Materialpartikel oder Materialkonglomerate mit Schlagelementen oder Prallblechen
mit einer gewissen Geschwindigkeit erreicht wird, die in den Bereich von etwa 200
m/s liegt. Die Anmelderin hat herausgefunden, dass eine derartige Prallgeschwindigkeit
relativ sicher zu einem Aufbrechen der Materialkonglomerate führt, ohne dass die Metallanteile
selbst zerkleinert werden. Nach oben hin ist die Prallgeschwindigkeit praktischer
Weise durch die Schallgeschwindigkeit begrenzt, wie sozusagen eine gewisse praktikable
physische Grenze für die Absolutgeschwindigkeit der Schlagelemente darstellt.
[0020] Um die Anzahl der Zusammenstöße von Materialpartikeln bzw. Materialkonglomeraten
in der Trennkammer zu erhöhen, können an der Trennkammerwand Prallbleche ausgebildet
sein, die sich axial und radial nach innen erstrecken. Materialpartikel können nach
der Beschleunigung durch Schlagwerkzeuge gegen diese Prallbleche prallen und dann
aufbrechen.
[0021] Vorzugsweise sind in einem in Aufgaberichtung des Materials folgenden Abschnitt mehr
Schlagwerkzeuge angeordnet als in dem davor angeordneten Abschnitt. Dies hat den Vorteil
dass die Anzahl der Zusammenstösse von Material und Schlagwerkzeug zu einem Abschnitt
hin verlagert wird, in welchem die Schlagwerkzeuge eine höhere Schlaggeschwindigkeit
haben. So kann z. B. in der Vorbehandlungskammer die Zahl der Schlagwerkzeuge noch
geringer sein, da die Aufgabe dieser Kammer darin liegt, die Materialpartikel radial
nach außen zu befördern, damit sie dort in den Wirkungsbereich der Schlagwerkzeuge
der darauffolgenden Beschleunigungskammer geraten, in welchem bereits mehr Schlagwerkzeuge
angeordnet sind als in der Vorbehandlungskammer. In der Vorbehandlungskammer können
darüber hinaus Mitnehmerleisten an dem Rotormantel ausgebildet sein, um eine effektive
Überführung der Materialpartikel in dem radial außen liegenden Bereich zu realisieren.
[0022] In der Beschleunigungskammer, welche der Vorbehandlungskammer in Aufgaberichtung
des Materials folgt, sind deutlich mehr Schlagwerkzeuge angeordnet als in der Vorbehandlungskammer.
Diese Schlagwerkzeuge dienen dazu, die zunehmend in größerer Dichte vorhandenen Materialpartikel
nach außen und unten in Richtung auf die Hochgeschwindigkeitsaufprallkammer zu beschleunigen.
Auch der Rotormantel der Beschleunigungskammer kann Mitnehmerleisten aufweisen, um
die Partikel in den radial außen liegenden Bereich zu überführen, wo sie durch die
zahlreicheren Schlagzeuge in der Beschleunigungskammer stark in Richtung auf die Hochgeschwindigkeitsaufprallkammer
beschleunigt werden.
[0023] In der Hochgeschwindigkeitsaufprallkammer, also dem dritten Abschnitt, sind die meisten
Schlagwerkzeuge angeordnet, die dazu dienen, die aufgrund des zunehmenden Rotormantelradius
stark gestiegene Materialpartikeldichte in diesem Abschnitt der Trennkammer mit einer
hohen Wahrscheinlichkeit zu zerschlagen. Vorzugsweise drehen sich die zahlreichen
Schlagwerkzeuge in der Hochgeschwindigkeitsaufprallkammer mit der höchsten Rotationsgeschwindigkeit,
die vorzugsweise so gewählt wird, dass sie im Außenbereich an der Außenkante der Schlagwerkzeuge
über 200 m/s jedoch unter 300 m/s, d.h. unter der Schallgeschwindigkeit liegt.
[0024] Die zunehmende Anzahl von Schlagwerkzeugen in den aufeinanderfolgenden Abschnitten
als auch die zunehmende Rotationsgeschwindigkeit in den aufeinanderfolgenden Abschnitten
in Verbindung mit der gegenläufigen Drehrichtung führt somit in allen Übergangsbereichen
von einem Abschnitt zur nächsten zu einer Maximierung der Aufprallenergie, die zu
einem effektiven mechanischen Aufschließen der Materialkonglomerate führt. Die in
die Einzelbestandteile zerlegten Materialkonglomerate können später nach dem Abführen
aus der Trennkammer in an sich bekannten Abscheidungs- oder Trennkammern von einander
getrennt werden, wie z. B. Windabscheidern, magnetischen Abscheidern etc.
[0025] Um eine Maximierung der Aufprallgeschwindigkeit der Metallpartikel in der Trennkammer
zu realisieren, als auch um die Wahrscheinlichkeit eines Aufpralls eines Metallpartikels
auf ein Schlagwerkzeug zu erhöhen, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, das Verhältnis
der Rotationsgeschwindigkeit der Rotoren zwischen einem in Aufgaberichtung nachfolgenden
Abschnitt und dem davor angeordneten Abschnitt zwischen 1,5 und 5, insbesondere zwischen
2 und 4 einzustellen.
[0026] Die Absolutgeschwindigkeiten der Rotoren sind dann vorzugsweise derart einzustellen,
dass Absolutgeschwindigkeit der Außenkante der Schlagwerkzeuge im dritten Abschnitt
zwischen 100 und 300 m/s, vorzugsweise zwischen 200 und 300 m/s liegt.
[0027] Vorzugsweise liegt das Verhältnis der Radien des Rotormantels zur Trennkammerwand
im ersten Abschnitt zwischen 0,25 und 0,6, im zweiten Abschnitt zwischen 0,4 und 0,7
und im dritten Abschnitt zwischen 0,5 und 0,8. Mit einem derartigen Verhältnis der
Radien wird zum einen eine wirksame Überführung der Materialpartikel in den radial
außen liegenden Bereich verbunden mit einer entsprechenden Erhöhung der Dichte der
Metallpartikel erzielt wohingegen zum anderen der von Strom durch die Aufweitung des
Rotorsmantels nicht zu stark beeinträchtigt wird, denn der Radius der Trennkammerwand
nimmt nicht im gleichen Maße zu, wie der Radius des Rotormantels, was letztendlich
zu einer Erhöhung der Partikeldichte und zu einer Erhöhung der Prallenergie führt,
da in diesen Radialweiten außen liegenden Bereichen die Absolutgeschwindigkeiten der
Prallwerkzeuge höher sind als in Radial weiter innen liegenden Bereichen.
[0028] Beispielsweise kann der Durchmesser des Rotormantels in einer Trennkammer von oben
nach unten von 500 mm auf 1400 mm zunehmen. Gleichzeitig kann der Durchmesser der
Trennkammerwand von 1200 mm oben nach 1900 mm unten zunehmen oder in einem Bereich
von 1700 bis 1900 mm konstant bleiben. Der Abstand zwischen Rotormantel und Trennwand
nimmt somit zur Auslaßseite hin ab. Diese Abnahme liegt zumindest im Mittel über eine
gewisse axiale Distanz vor. Natürlich kann der Abstand zwischen Rotormantel und Trennwand
kurzzeitig zum Ausgang der Trennkammer hin zunehmen, wenn z.B. in der Trennwand gerade
eine kaskadische Aufweitungsstufe vorliegt. Die Rotorgeschwindigkeiten (Drehzahlen)
können in diesem Beispiel in den drei Abschnitten von oben nach unten 600, 1000 und
1500 U/min. betragen, wobei sich die Rotoren im ersten und zweiten Abschnitt gleichsinnig
und im zweiten und dritten Abschnitt gegensinnig drehen. Die Absolutgeschwindigkeit
der Schlagwerkzeuge im Außenbereich des dritten Abschnitts (Hochgeschwindigkeitsaufprallkammer)
liegt damit über 140 m/s. In Verbindung mit der Gegenbeschleunigung der Partikel in
der Vorbehandlungskammer und der Beschleunigungskammer lassen sich so Aufprallgeschwindigkeiten
von über 200 m/s realisieren.
[0029] Auf diese Weise werden die Aufprallgeschwindigkeit und damit die Aufprallenergie
der Metallpartikel beim Auftreffen auf Schlagwerkzeuge und/oder Prallbleche in der
Trennkammer innerhalb der physikalisch möglichen und sinnvollen Grenzen maximiert.
[0030] Die Schlagwerkzeuge sind in an sich bekannter Weise, wie es z. B. durch die
DE 10 2005 046 207 gezeigt ist, durch Ketten und/oder Schlagleisten gebildet.
[0031] Die erfindungsgemäße Vorrichtung hat vorzugsweise eingangsseitig einen Aufgabetrichter
und auslaßseitig einen Ausgabetrichter, über welchen das mechanisch aufgeschlossene
Material z. B. auf ein Förderband oder eine Abscheidungsvorrichtung geleitet werden
kann.
[0032] Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf die Anwendung von Metallpartikeln
in Schlacken begrenzt, sondern kann angewandt werden auf alle Arten von Materialkonglomeraten
die aus Materialen unterschiedlicher Dichte oder Elastizität besteht.
[0033] Falls der Rotor jeden Abschnitts einen eigenen Antrieb aufweist, können die Rotoren
über an einem Ende der Trennkammer angeordnete Antriebe über zueinander konzentrische
Wellen separat angetrieben sein, oder die Antriebe können sich radial innerhalb der
Rotormäntel der entsprechenden Rotoren befinden, insbesondere in Form von Außenläufermotoren.
[0034] Die Trennwand als auch die Schlagwerkzeuge und der Rotormantel bestehen vorzugsweise
aus harten schlagfesten Materialen wie aus Metall oder Keramikmetallverbundmaterialien.
[0035] Die Anzahl der Rotoren pro Abschnitt muss nicht unbedingt 1 betragen sondern es können
auch in axialer Abfolge zwei oder mehr Rotoren in einem Abschnitt vorgesehen sein.
Zudem ist die Erfindung nicht auf die Ausbildung von zwei Abschnitten beschränkt,
sondern die Erfindung kann prinzipiell mit drei oder mehr aufeinanderfolgenden Abschnitten
realisiert werden, so z.B. mit vier oder fünf axial aufeinanderfolgenden Abschnitten.
[0036] Die Kammerwand kann mehrere ringförmig umlaufende Vorsprünge haben, um Material,
das die Kammerwand entlang nach unten fällt, in Richtung auf den Rotor abzulenken.
Hierdurch wird das Material in den Wirkungsbereich der Schlagwerkzeuge gebracht und
somit effektiv einer Zerkleinerung zugeführt.
[0037] Die Erfindung wird nachfolgend beispielsweise anhand der schematischen Zeichnung
beschrieben. In dieser zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht auf eine mechanische Trennvorrichtung der Erfindung mit drei Rotoren,
- Fig. 2
- ein teilgeschnittenes Detail des Rotors aus Fig. 1,
- Fig. 3a, b
- eine geschnittene Ansicht und Aufsicht eines Details der Aufhängung der Schlagwerkzeuge
aus Fig. 1,
- Fig. 4
- eine Detail aus Figur 1, und
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung des Prinzips des mechanischen Aufschließens von Materialkonglomeraten
gemäß der vorliegenden Erfindung.
[0038] Fig. 1 zeigt im teilgeschnittenen Längsschnitt eine erfindungsgemäße Vorrichtung
10 zum mechanischen Trennen von Materialkonglomeraten aus Materialen unterschiedlicher
Dichte und/oder Konsistenz. Die Endvorrichtung 10 hat eine zylindrische Trennwand
12, die senkrecht angeordnet ist und deren Durchmesser konstant ist. Er kann jedoch
auch z.B. von oben nach unten zunehmen. Konzentrisch in der zylindrischen Trennwand
12 ist eine Rotoranordnung 14 angeordnet, die aus drei übereinander angeordneten separat
antreibbaren Rotoren 16, 18, 20 besteht.
[0039] Zwischen diesen Rotoren 16, 18, 20 und den entsprechenden axialen Abschnitten der
zylindrischen Trennwand 12 sind drei Abschnitte 22, 24, 26 einer Trennkammer gebildet.
Der obere erste Abschnitt 24 der Trennkammer kann als Vorbehandlungskammer bezeichnet
werden, der in der Mitte liegende zweite Abschnitt 24 als Beschleunigungskammer und
der letzte untere Abschnitt 26 vor der Auslaßseite als Hochgeschwindigkeitsaufprallkammer.
[0040] Die Rotoren 16, 18, 20 sind über zugehörige Wellen 28, 30, 32 separat antreibbar.
Diese Wellen sind jeweils mit (nicht dargestellten) oberhalb der Trennvorrichtung
10 angeordneten Antrieben verbunden. Die Trennkammer bildet an ihrem oberen Ende eine
Zufuhrseite 34 mit einem Aufgabetrichter 36 für das zuzuführende zu trennende Materialgut.
[0041] Am unteren Ende der durch die Abschnitte 22, 24, 26 gebildeten Trennkammer befindet
sich die Auslaßseite 38 mit einem Auslauftrichter 40, um das zerkleinerte und mechanisch
aufgeschlossene Schüttgut z. B. einem Bandförderer zu übergeben.
[0042] Die Rotoren 16, 18, 20 haben einen kegelförmigen Rotormantel 17, 19, 21 konzentrisch
zum Rotor, dessen Durchmesser von oben nach unten zunimmt. Auf diese Weise hat die
Rotoranordnung 14 insgesamt die Form eines Kegelstumpfes. Der Übersichtlichkeit halber
sind nachfolgend die einzelnen Rotoren und Abschnitte in ihrer Anordnung in Materialflußrichtung
von oben nach unten durchnummeriert. Der erste Rotor 16 hat axial zueinander versetzt
zwei über den Umfang verteilte Reihen 42, 44 von Schlagwerkzeugen, welche in näher
beschriebener Weise mit dem Rotor 16 verbunden sind. In gleicher Weise hat der zweite
Rotor 18 eine dritte und vierte Reihe 46, 48 von Schlagwerkzeugen, die ebenfalls axial
zueinander versetzt sind. Schließlich hat auch der dritte Rotor 20 an der Auslassseite
zwei axial zueinander versetzte Reihen 50, 52 von Schlagwerkzeugen.
[0043] Diese Schlagwerkzeuge sind z.B. Ketten oder Metallstangen, die an ihrem äußeren Ende
und an ihrer in Drehrichtung vorderen Seite eine Schlagkante aus Hartmetall haben.
[0044] Während die Rotoranordnung 14 von oben nach unten, d.h. von einer Einlassseite zur
Auslassseite kontinuierlich in Art eines Kegelstumpfes zunimmt, ist der Durchmesser
der zylindrischen Trennwand 12 konstant.
[0045] In axialer Richtung hintereinander sind mehrere ringförmig umlaufende Vorsprünge
64 an der Kammerwand 12 ausgebildet. Diese Vorsprünge dienen dazu, Material, das entlang
der Kammerwand nach unten fällt, in Richtung auf den Rotor abzulenken, und somit effektiv
einer Zerkleinerung zuzuführen. Die Vorsprünge können ― in nicht dargestellter Weise
- von außen oben nach innen unten abgeschrägt sein, um eine bessere Führungswirkung
zu erzielen. Falls die Kammerwand im Radius von oben nach unten zunimmt, sind keine
ringförmigen Vorsprünge notwendig, um eine effektivere Zerkleinerung des Materials
zu erzielen, weil in diesem Fall das Material von der Wand weg in Richtung des Rotormantels
fällt. Beispielsweise kann der Innendurchmesser der Trennkammerwand 12 1760 mm betragen,
während der Innendurchmesser der ringförmig umlaufenden Vorsprünge 1600 mm beträgt.
Der obere Durchmesser des Rotormantels kann z.B. 60 mm betragen, während der untere
auslaßseitige Durchmesser 1120 mm betragen kann, so dass der Spalt zwischen Trennkammerwand
und Rotormantel von der Zufuhrseite zur Auslaßseite hin von 580 mm auf 320 mm abnimmt.
[0046] Diese Tatsache, dass der Abstand zwischen dem Rotormantel 17, 19, 21 und dem entsprechendem
Abschnitt der Trennkammerwand 12 von oben nach unten abnimmt und sich radial nach
außen verlagert ist ein wesentlicher Aspekt an der Fig. 1 gezeigten Anordnung, die
ein effektives Aufbrechen der Materialkonglomerate unterstützt.
[0047] Dies hat zufolge, dass zum einen das Volumen der Trennkammer nach unten hin reduziert
wird, wodurch sich die Dichte des Materials in der Trennkammer erhöht, und dass zudem
das Material in den weiter außen liegenden radialen Bereich der Trennvorrichtung 10
überführt wird, wo die Absolutgeschwindigkeit der Schlagwerkzeuge 41, 44, 46, 48,
50, 52 ansteigt.
[0048] Weiterhin ist die Drehrichtung des zweiten Rotors 18 und des dritten Rotors 20, d.h.
des Rotors vor der Auslaßseite 38 gegenläufig, so dass das durch die Schlagwerkzeuge
46, 48 des zweiten Rotors 18 beschleunigte Material auf die in Gegenrichtung rotierenden
Schlagwerkzeuge 50, 52 des dritten Rotors 20 treffen, wodurch sich die Geschwindigkeit
der Materialpartikel als auch die Geschwindigkeit der Schlagwerkzeuge basierend auf
der Rotation des dritten Rotors 20 aufsummieren. Dies kann zur Aufprallgeschwindigkeiten
der Materialpartikel auf den Schlagwerkzeugen von über 200 m/s führen, was zu einem
relativ sicheren Aufbrechen von Materialverbunden aus Materialen unterschiedlicher
Dichte und/oder Konsistenz führt.
[0049] In dem Ausführungsbeispiel sind die drei Rotoren 16, 18, 20 über konzentrische Wellen
28, 30, 32 durch Antriebe von oben angetrieben. Die Wellen können sich alternativ
auch zur Ausgangsseite hin erstrecken. Ebenso ist es möglich, die Antriebe selbst
radial innerhalb der den entsprechenden Rotoren 16, 18, 20 zugeordneten Rotormänteln
17, 19, 21 anzuordnen, womit sich das Herausführen von Antriebswellen aus der Trennvorrichtung
10 erübrigt.
[0050] Es soll weiterhin klargestellt werden, dass in der Ausführungsform der Figur 1 statt
drei axiale Abschnitte 20, 22, 24 auch zwei oder vier und mehr Abschnitte verwendet
werden können. Ebenso ist das Vorsehen eines Eingabetrichters und/oder eines Auslauftrichters
optional. Des weiteren ist die Frage, ob die Durchmesserzunahme der Rotormäntel 17,
19, 21 und gegebenenfalls der Trennkammerwand 12 kontinuierlich oder stufenweise erfolgt,
nicht wesentlich für die Erfindung.
[0051] Fig. 2 zeigt exemplarisch ein Detail des oberen ersten Rotors 16 aus Fig. 1. Der
erste Rotor 16 enthält drei mit der zugeordneten Rotorwelle 28 verbundene Telleraufnahmen
70, 72, 81 die drehfest mit der Welle 28 (nicht dargestellt) verbunden sind und sich
konzentrisch zur Rotorachse drehen. Die obere Telleraufnahme 70 hat einen kleineren
Außendurchmesser als die darunter liegenden Telleraufnahmen 72 und 81. In dem Außenumfang
der oberen beiden Telleraufnahmen 70, 72 sind Ausnehmungen 74 vorgesehen, in welche
die ersten Glieder 76, 78 von Schlagketten 44, 46 eingeschoben sind (Fig. 4). Alle
Telleraufnahmen 70, 72, 81 des Rotors 16 haben vertikale Bohrungen, welche von Bolzen
80, 80b durchsetzbar sind. Zwischen jeweils zwei Telleraufnahmen 70, 72 und 72, 81
sind Rotormantelelemente 82, 84 angeordnet, die ebenfalls eine senkrechte Bohrung
86 aufweisen, die fluchtend mit den Bohrungen der Telleraufnahmen 70, 72 ausgerichtet
sind. Den Rotormantelelementen 82, 84 zugewandt sind an der Unterseite der oberen
Tellaufnahme 70 und an der Oberseite der darunter liegenden Telleraufnahme 72 Anschläge
73, 75 ausgebildet, an denen die dem Rotor zugewandte Seite von horizontalen Stützwänden
der Mantelelemente 82, 84 zu liegen kommt. Hierdurch werden die Rotormantelelemente
lagerichtig an dem Rotor zentriert und abgestützt. Mittels Bolzen 80, 80b werden die
Rotormantelelemente 82, 84 dann an dem Rotor 16 in der abgestützten Position festgelegt.
Falls die Rotormantelelemente 82, 84 ausgewechselt werden müssen, ist dies einfach
durch Herausnehmen der Bolzen 80, 80b und Austauschen der entsprechenden Elemente
möglich.
[0052] Das weiter unten liegende Rotormantelelement 84 weist eine Mitnehmerleiste 88 auf,
die sich radial und axial von der kegelstumpfartigen Außenfläche des Rotormantelelements
84 nach außen erstreckt. Die Mitnehmerleiste 88 ist dafür vorgesehen, die in den Bereich
des Rotormantels 17 gelangenden Materialteile radial nach außen zu beschleunigen,
um sie dort in den Bereich höherer Geschwindigkeiten der Schlagwerkzeuge zu überführen.
Diese Mitnehmerleisten 88 sind insbesondere auch an den Rotormantelelementen des zweiten
Rotors 18 vorgesehen. Das untere Rotormantelelement 84 weist darüber hinaus eine die
unterste Telleraufnahme 81 des Rotors 16 übergreifende Außenkante 79, die gegen die
Telleraufnahme abgestützt ist und damit in ähnlicher Weise wie die Anschläge 73, 75,
77 die Rotormantelelemente am Rotor in ihrer Lage festlegt, die dann durch die Bolzen
80, 80b fixiert wird.
[0053] Die Figur zeigt weiterhin eine Telleraufnahme 70b des zweiten Rotors 18 der Rotoranordnung
14 aus Figur 1. Aufgrund des größeren Durchmessers dieses zweiten Rotors 18 verglichen
mit dem Durchmesser des ersten Rotors 16 ist die Aufnahme 74b für die Schlagelemente
46 und die Bohrung für den Bolzen 80c radial weiter nach außen versetzt.
[0054] Die Figuren 3a und b zeigt die Verbindung zwischen der Telleraufnahme 70 und des
als Schlagkette ausgebildeten Schlagwerkzeugs 42, 44, 46, 48, 50, 52. Die Schlagkette
42, 44, 46, 48, 50, 52 besteht aus einem dem Rotor zugewandten ersten Kettenglied
76, in welchem ein vertikaler Bolzen 78 eingeschweißt ist. In das erste Kettenglied
76 greift ein zweites halboffenes Kettenglied 43 ein, in welches ein Schlagbolzen
45 aus einem hochverschleißfestem Stahl eingeschweißt ist. In den Telleraufnahmen
70, 72, 81 befinden sich verteilt auf den Umfang mehrere (z.B. bis 8) ausgefräste
Taschen 46 (siehe insb. Fig. 3b), in die die Schlagketten 42, 44, 46, 48, 50, 52 mit
ihren Bolzen 78 nur noch eingehängt werden. Fig. 3 zeigt darüber hinaus einen ringförmigen
umlaufenden Vorsprung 64 der Trennkammerwand 12, welcher dem Schlagwerkzeug 44 gegenüberliegt.
Man sieht, dass das aufgegebene Material von dem Vorsprung 64 in den Bereich des Schlagwerkzeugs
gelangt.
[0055] Fig. 4 zeigt ein Detail aus Fig. 1, welches verdeutlicht, wie ein Prallelement 92
in der Trennkammerwand 12 befestigt ist. Das Prallelement hat eine Prallfläche 97,
die für das von den Schlagwerkzeugen 42 beschleunigte Material als Aufprallfläche
dient und dort zu einem Aufbrechen der Metallkonglomerate führt. Die Konglomerate
brechen selbstverständlich auch an den Schlagwerkzeugen selbst auf. Die Drehrichtung
des Rotors ist mit einem Pfeil dargestellt.
[0056] Die Prallelemente 92 bilden an der zylindrischen Trennwand 12 eine in den Rotorraum
hineinragende " Verzahnung ", indem sie sich axial und radial nach innen erstrecken.
Die Prallelemente 92 können in dafür vorgesehenen Taschen 95 eingesetzt werden, die
über den Umfang der Trennkammerwand 12 verteilt sind. So können z.B. 4 - 8 Taschen
95 über den Umfang verteilt sein. Die Prallelemente 92 werden von außen in diese Taschen
95 eingesetzt und an der Außenseite der Trennkammerwand verschraubt. Die der Drehrichtung
entgegenstehende und in die Trennkammer hineinragende Seite 97 des Prallelements 92
bildet die Prallfläche. Wenn eine glatte zylindrische Trennwand, d.h. keine Prallflächen
gewünscht werden, wird in diesen Taschen 95 ein sogenannter Platzhalter 94 eingesetzt.
Die Platzhalter 94 haben die gleiche Stärke wie die Trennkammerwand 12 inklusive deren
Schleißauskleidung 93, womit sie mit der Innenseite 96 der Trennkammerwand fluchten,
was zu einer durchgängig glatten zylindrischen Innenseite 96 der Trennkammerwand 12
führt. Hingegen ragen die Prallelemente 92 in die Trennkammer hinein.
[0057] Fig. 5 verdeutlicht die prinzipielle Wirkungsweise der Trennvorrichtung gemäß der
vorliegenden Erfindung.
[0058] Erfindungsgemäß werden die Materialkonglomerate 100 bestehend aus Metallpartikeln
102 und Schlackeresten 104 durch Schlagwerkzeuge der erfindungsgemäßen Trennvorrichtung
beschleunigt. Sie erhalten dadurch eine Geschwindigkeit v
2. Diese treffen dann im nächsten Abschnitt 26 der Trennkammer auf die mit hoher Geschwindigkeit
und gegenläufig drehenden Schlagwerkzeuge 50, 52, womit sich beim Aufprall die Geschwindigkeit
v
2 der Materialkonglomerate 100 und die Geschwindigkeit v
1 der Schlagwerkzeuge 50, 52 aufaddiert, was beim Aufprall zu einem sicheren Zersprengen
der Materialkonglomerate in ihre Einzelkomponenten 102, 104 führt. Durch die Erfindung
können somit Aufprallgeschwindigkeiten von 200 m/s und mehr erzielt werden. Die dabei
freiwerdende Energie führt zu einem sicheren Aufspalten auch fest zusammen gebackener
Materialkonglomerate.
[0059] Die Erfindung ist nicht auf das vorliegende Ausführungsbeispiel begrenzt sondern
Variationen sind innerhalb des Schutzbereichs der nachfolgenden Ansprüche möglich.
[0060] Insbesondere kann die Anzahl und die Verteilung der Schlagwerkzeuge von dem dargestellten
Beispiel abweichen. Es können unterschiedliche Schlagwerkzeuge wie Ketten und Schlagleisten
verwendet werden. In den Reihen 50 und 52 der Schlagwerkzeuge im dritten Abschnitt
26 der Trennkammer können sehr viel mehr Schlagwerkzeuge über den Umfang verteilt
werden als in dem ersten Abschnitt 22. Dies führt im Bereich des dritten Abschnitts,
der auch als Hochgeschwindigkeitsaufprallkammer bezeichnet werden kann, zu einer erhöhten
Wahrscheinlichkeit von Zusammenstößen.
[0061] Die Trennkammerwand kann einen Sektor haben, der zu öffnen ist, um damit z.B. für
Wartungsarbeiten Zugang zur Trennkammer zu ermöglichen. Der Austausch von Verschleißteilen,
wie z.B. der Schleißauskleidung 93, den Schlagwerkzeugen 42, 44, 46, 48, 50, 52 oder
den Rotormantelelementen 82, 84 kann so stark vereinfacht werden.
1. Vorrichtung (10) zum mechanischen Trennen von Materialkonglomeraten aus Materialien
mit unterschiedlicher Dichte und/oder Konsistenz,
umfassend eine Trennkammer (22, 24, 26) mit einer Zufuhrseite (34) und einer Auslaßseite
(38), welche Trennkammer von einer zylindrischen Trennkammerwand (12) umgeben ist
und wenigstens zwei in axialer Richtung aufeinanderfolgende Abschnitte (22, 24, 26)
aufweist, in denen jeweils mindestens ein Rotor (16, 18, 20) mit sich in die Trennkammer
radial erstreckenden Schlagwerkzeugen (42, 44, 46, 48, 50, 52) angeordnet ist, mit
folgenden Merkmalen:
- die Rotoren haben in den von der Zufuhrseite zur Auslaßseite aufeinanderfolgenden
Abschnitten einen Rotormantel (17, 19, 21), dessen Radius zur Auslassseite hin zunimmt,
- die Differenz zwischen dem Radius des Rotormantels und dem Radius der Trennkammerwand
nimmt von der Zufuhrseite zur Auslaßseite hin ab,
- die Drehrichtungen des Rotors (20) in dem der Auslaßseite zugewandten Abschnitt
(26) und des Rotors (18) des in Richtung des Materialflusses davor liegenden Abschnitts
(24) sind gegenläufig, und
- die Rotationsgeschwindigkeit der Rotoren nimmt in den Abschnitten (22, 24, 26) von
der Zufuhrseite zur Auslaßseite der Trennkammer hin zu.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotor (16, 18, 20) jedes Abschnitts (22, 24, 26) einen eigenen Antrieb hat, der
unabhängig von den Rotoren der anderen Abschnitte betreib- bzw. steuerbar is.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotormantel (17, 19, 21) kegelstumpfartig ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotormäntel (17, 19, 21) der Rotoren (16, 18, 20) in den aufeinanderfolgenden
Abschnitten (22, 24, 26) einen Kegelstumpf bilden.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Achse der Trennkammer (22, 24, 26) senkrecht und mit der Zufuhrseite (34) nach
oben ausgerichtet ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlagwerkzeuge (42, 44, 46, 48, 50, 52) auswechselbar in am Rotor (16, 18, 20)
ausgebildeten Aufnahmen (74, 74b) gehalten sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass in wenigstens einem Abschnitt (22, 24, 26) zwei axial versetzte Aufnahmen (74) für
die Schlagwerkzeuge (42, 44, 46, 48, 50, 52) vorgesehen sind.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotormantel (17, 19, 21) aus mehreren auswechselbar an dem Rotor (16, 18, 20)
gehaltenen Rotormantelelementen (82, 84) gebildet ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rotormantel (17, 19, 21) zumindest in dem in Materialaufgaberichtung vorletzten
Abschnitt (24) über Mitnehmerleisten (88) verfügt, die sich axial und radial in die
Trennkammer (22, 24, 26) erstrecken.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in wenigstens einem Abschnitt (22, 24, 26) Prallfläche angeordnet sind, die sich
axial und radial von der Trennkammerwand (12) nach innen erstrecken.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem in Aufgaberichtung des Materials folgenden Abschnitt (24, 26) mehr Schlagwerkzeuge
(46, 48, 50, 52) angeordnet sind als in dem davor angeordneten Abschnitt (22, 24).
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis der Rotationsgeschwindigkeiten des Rotors (16, 18, 20) zwischen einem
Abschnitt (24, 26) und dem in Durchgangsrichtung des zu behandelnden Materials davor
angeordneten Abschnitt (22, 24) zwischen 1,5 und 5, insbesondere zwischen 2 und 4
liegt.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationsgeschwindigkeit des Rotors (20) in dem der Auslaßseite zugewandten letzten
Abschnitt (26) so gewählt ist, dass die Absolutgeschwindigkeit der Außenkanten der
Schlagwerkzeuge (42, 44, 46, 48, 50, 52) zwischen 100 und 300 m/s, insbesondere zwischen
130 und 200 m/s liegt.
14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass über der Trennkammer (22, 24, 26) ein Aufgabetrichter (36) und/oder unter der Trennkammer
ein Auslauftrichter (40) angeordnet ist/sind.
15. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Verhältnis der Radien des Rotormantels (17, 19, 21) zur Trennkammerwand (12) im in
Materialaufgaberichtung an der Zufuhrseite (34) zwischen 0,25 und 0,6, und an der
Auslaßseite zwischen 0,5 und 0,8 liegt.
16. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlagwerkzeuge (42, 44, 46, 48, 50, 52) durch Ketten und/oder Schlagleisten
gebildet sind.
17. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser der Trennkammerwand von der Zufuhrseite zur Auslassseite hin zunimmt.