[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Rangierkupplung für spurgeführte Fahrzeuge,
insbesondere Schienenfahrzeuge.
[0002] Eine Rangierkupplung ist eine spezielle automatische Kupplung, die üblicherweise
an Rangierfahrzeugen (Rangierlokomotiven) angebracht ist und vom Fahrzeugrangierführer
gesteuert werden kann.
[0003] Beispielsweise ist aus der Druckschrift
DE 2 745 158 A1 eine selbsttätige Rangierkupplung für Schienenfahrzeuge bekannt, wobei diese herkömmliche
Rangierkupplung eine in senkrechter Ebene schwenkbare Zugstange aufweist. Am vorderen
Endbereich der Zugstange ist ein Fangmaul vorgesehen, mit welchem die Rangierkupplung
selbsttätig mit einem Zughaken eines benachbarten Fahrzeuges kuppelbar ist. Der gegenüberliegende
Endbereich der Zugstange, d.h. der rangierfahrzeugseitige Endbereich der Zugstange,
ist am Bolzen des Zughakens des Rangierfahrzeuges angelenkt.
[0004] Aus der Druckschrift
DE 1 026 773 A ist ebenfalls bereits eine Rangierkupplung bekannt. Diese Rangierkupplung ist mit
Hilfe eines Bolzens in der Vertikalebene schwenkbar am Zughaken des Rangierfahrzeuges
angelenkt und gegen ein Absenken unter die genäherte horizontale Lage gestützt. In
dieser Lage ist es möglich, mit dem Zughaken eines benachbarten Wagenkastens zu kuppeln,
wobei die Öse der Rangierkupplung in das Zughakenmaul des zu kuppelnden Wagenkastens
einfällt. Damit das Rangierfahrzeug über seinen üblicherweise an der Stirnseite vorgesehenen
Zughaken mit einer Schraubenkupplung eines benachbarten Wagenkastens gekuppelt werden
kann, wird in diesem Stand der Technik vorgeschlagen, die Rangierkupplung am Zughakenbolzen
derart aufzuhängen, dass die Rangierkupplung von ihrer im Wesentlichen horizontalen
Lage in eine vertikale Stellung gebracht werden kann, so dass der an der Stirnseite
des Rangierfahrzeuges angeordnete Zughaken frei wird zum Kuppeln mit der Schraubenkupplung
eines benachbarten Wagenkastens.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Rangierkupplung für spurgeführte
Fahrzeuge, insbesondere Schienenfahrzeuge anzugeben, mit welcher unterschiedliche
Kupplungen verbindbar sind, so dass mit ein und derselben Rangierkupplung ohne Wechsel
der Rangierkupplung und unter Minimierung von Rüstzeiten unterschiedliche Rangieraufgaben
erfüllt werden können. Insbesondere soll eine Rangierkupplung angegeben werden, mit
welcher nicht nur ein UIC-Zughaken automatisch gekuppelt werden kann, sondern auch
Vollbahn-Kupplungen und wahlweise Metro-Kupplungen gekuppelt werden können.
[0006] Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand des unabhängigen Patentanspruches 1 gelöst.
[0007] Demgemäß wird insbesondere eine Rangierkupplung für spurgeführte Fahrzeuge, beispielsweise
Schienenfahrzeuge, vorgeschlagen, wobei die Rangierkupplung eine Schnittstelle aufweist
zum Verbinden der Rangierkupplung mit einem spurgeführten Rangierfahrzeug. Ferner
weist die erfindungsgemäße Rangierkupplung eine mit der Schnittstelle verbundene Tragstruktur
sowie einen mit der Tragstruktur verbundenen Kupplungskopfwechsler auf. Der Kupplungskopfwechsler
dient zum vorzugsweise automatischen Einwechseln von Kupplungsköpfen unterschiedlicher
Bauart und/oder unterschiedlichen Typs in eine von der Rangierkupplung definierte
vertikale Kupplungsebene.
[0008] Die mit der erfindungsgemäßen Lösung erzielbaren Vorteile liegen auf der Hand: durch
das Vorsehen eines Kupplungskopfwechslers kann mit ein und derselben Rangierkupplung
je nach Bedarf ein Kupplungskopf einer speziellen Bauart bzw. eines speziellen Typs
in die von der Rangierkupplung definierte vertikale Kupplungsebene gebracht werden,
so dass die Rangierkupplung dann mit einem entsprechenden Gegenkupplungskopf eines
zu rangierenden Fahrzeuges automatisch verbunden werden kann. Da der Kupplungskopfwechsler
über mehrere Kupplungsköpfe unterschiedlicher Bauart bzw. unterschiedlichen Typs verfügt,
die bedarfsweise in die Kupplungsebene der Rangierkupplung gebracht werden können,
eignet sich die erfindungsgemäße Rangierkupplung zum Kuppeln von Fahrzeugen mit Kupplungen
unterschiedlicher Bauart bzw. unterschiedlichen Typs, wobei insbesondere kein Wechsel
der Rangierkupplung erforderlich ist. Mit der erfindungsgemäßen Rangierkupplung können
somit unterschiedliche Rangieraufgaben erfüllt werden, so dass es sich hierbei um
ein äußerst flexibel einsetzbares System handelt.
[0009] Vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Lösung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0010] So ist in einer bevorzugten Realisierung der erfindungsgemäßen Rangierkupplung vorgesehen,
dass der Kupplungskopfwechsler einen drehbar an der Tragstruktur gelagerten Magazinträger
aufweist, wobei der Magazinträger mindestens eine Verbindungseinrichtung aufweist
zum lösbaren Befestigen eines Kupplungskopfes an dem Magazinträger. Bei dieser Ausführungsform
ist der Kupplungskopfwechsler als Revolver- bzw. Karussellwechsler ausgeführt, so
dass bei Bedarf die einzelnen Kupplungsköpfe über den Kupplungskopfwechsler in die
von der Rangierkupplung definierte vertikale Kupplungsebene eingeschwenkt werden.
Anstelle der Revolver- bzw. Karusselllösung, bei welcher die Kupplungsköpfe über eine
Kreisbewegung in die Kupplungsebene der Rangierkupplung eingeschwenkt werden, sind
aber auch Lösungen denkbar, z.B. Lösungen, bei denen die Kupplungsköpfe über eine
Linearbewegung eingewechselt, d.h. in die von der Rangierkupplung definierte vertikale
Kupplungsebene, gebracht werden.
[0011] In einer bevorzugten Weiterbildung der zuletzt genannten Ausführungsform, bei welcher
der Kupplungskopfwechsler einen drehbar an der Tragstruktur der Rangierkupplung gelagerten
Magazinträger aufweist, ist vorgesehen, dass dieser Magazinträger zwei einander gegenüberliegende
Verbindungseinrichtungen aufweist, über welche gleichzeitig zwei Kupplungsköpfe vorzugsweise
unterschiedlicher Bauart und/oder unterschiedlichen Typs mit dem Magazinträger befestigbar
sind. Hierbei ist es beispielsweise denkbar, einen Kupplungskopf vom Typ 10 an eine
der beiden Verbindungseinrichtungen anzuschließen, während an der anderen Verbindungseinrichtung
ein Kupplungskopf vom Typ 55 oder vom Typ 330 befestigt ist. Auf diese Weise kann
die Rangierkupplung Fahrzeuge, die mit einer Kupplung vom Typ 55 oder vom Typ 330
ausgerüstet sind, aber auch Fahrzeuge, die mit einer Kupplung vom Typ 10 ausgerüstet
sind, manövrieren, ohne dass ein Austausch der Rangierkupplung erforderlich ist.
[0012] Grundsätzlich eignet sich die zuvor beschriebene Revolver- bzw. Karusselllösung des
Kupplungskopfwechslers nicht bloß zur Aufnahme von nur zwei Kupplungsköpfen. Demgemäß
ist es bevorzugt, wenn der Magazinträger eine den von dem Kupplungskopfwechsler aufzunehmenden
Kupplungsköpfen entsprechende Anzahl an Verbindungseinrichtungen aufweist, wobei jede
Verbindungseinrichtung derart ausgebildet ist, dass an der Verbindungseinrichtung
vorzugsweise lösbar ein Kupplungskopf anschließbar ist.
[0013] Da eine Rangierkupplung - im Unterschied beispielsweise zu einer Übergangskupplung
- relativ lang ausgeführt sein muss, ist es bei der vorliegenden Erfindung bevorzugt,
wenn die Kupplungsköpfe mit Hilfe des Kupplungskopfwechslers in einer horizontalen
Schwenkbewegung in die Kupplungsebene der Rangierkupplung eingeschwenkt werden. In
einer leicht zu realisierenden aber dennoch effektiven Realisierung ist dabei der
Magazinträger mit der Tragstruktur über einen senkrecht zur Längsrichtung der Tragstruktur
verlaufenden Bolzen verschwenkbar verbunden. Selbstverständlich sind hier aber auch
andere Lösungen denkbar, um die Kupplungsköpfe mit Hilfe des Kupplungskopfwechslers
über eine horizontale Schwenkbewegung in die Kupplungsebene der Rangierkupplung zu
bringen.
[0014] Damit ein in der Kupplungsebene der Rangierkupplung eingeschwenkter Kupplungskopf
nicht versehentlich wieder aus der Kupplungsebene herausschwenkt, ist in einer bevorzugten
Weiterbildung der erfindungsgemäßen Rangierkupplung eine Arretierung vorgesehen, mit
welcher der Magazinträger in einer bestimmten Position relativ zu der Tragstruktur
arretiert werden kann.
[0015] Um mit Hilfe der erfindungsgemäßen Rangierkupplung eine möglichst große Anzahl von
unterschiedlichen Kupplungskopftypen adaptieren zu können, ist es bevorzugt, wenn
die Kupplungsköpfe lösbar mit dem Magazinträger verbindbar sind. Insbesondere ist
es bevorzugt, wenn mindestens eine Verbindungseinrichtung des Magazinträgers einen
modularisierten Aufbau aufweist, um einen ebenfalls vorzugsweise modular aufgebauten
Kupplungskopf an dieser Verbindungseinrichtung anschließen zu können. Der modulare
Aufbau der mindestens einen Verbindungseinrichtung des Magazinträgers garantiert eine
Schnittstelle, mit welcher Kupplungsköpfe unterschiedlichen Typs bzw. unterschiedlicher
Bauart mit dem Magazinträger verbunden werden können, ohne dass hierzu die Verbindungseinrichtung
konstruktiv abgeändert werden müsste.
[0016] In einer bevorzugten Realisierung der erfindungsgemäßen Lösung weist die Rangierkupplung
einen in dem Kupplungskopfwechsler aufgenommenen ersten Kupplungskopf und mindestens
einen weiteren in dem Kupplungskopfwechsler aufgenommenen Kupplungskopf auf, wobei
der Kupplungskopfwechsler ausgebildet ist, wahlweise einen der in dem Kupplungskopfwechsler
aufgenommenen Kupplungsköpfe in die Kupplungsebene einzuschwenken. Denkbar ist hierbei
insbesondere, dass der erste Kupplungskopf und/oder der mindestens eine weitere Kupplungskopf
ein Kupplungskopf vom Typ 10, Typ 35, Typ 330, Typ 430, Typ 55 oder Typ 140 ist, wobei
allerdings auch andere Kupplungskopftypen und Kupplungskopfbauarten in Frage kommen.
[0017] Der Kupplungskopftyp 10 ist weltweit bei fast allen Staatsbahnen zu finden und wird
auch im Hochgeschwindigkeitsbereich eingesetzt, wie etwa beim ICE, TGV aber auch bei
der spanischen Staatsbahn AVES-102/S-103 sowie dem chinesischen Hochgeschwindigkeitszug
BSP. Der Kupplungskopftyp 10 zeichnet sich besonders durch seine hohe Festigkeit und
den großen horizontalen und vertikalen Greifbereich aus.
[0018] Der Kupplungskopftyp 35 eignet sich für Fahrzeuge, die über keine Druckluftanlage
verfügen und alles nur elektrisch steuern. Er kommt vor allem in Regional- und Metrofahrzeugen
zum Einsatz.
[0019] Der Kupplungskopftyp 330 wird bevorzugt in Metro- und Light Rail-Fahrzeugen eingesetzt,
während der Kupplungskopftyp 430 eine besonders leichte Bauart für Niederflur-Straßenbahnen
ist.
[0020] Bei den Kupplungstypen 55 und 140 handelt es sich um Sonderkupplungen, die sich insbesondere
für extrem hohe Belastungen in rauer Umgebung eignen.
[0021] Vorzugsweise sind nicht nur die Verbindungseinrichtungen des Kupplungskopfwechslers,
über die die Kupplungsköpfe mit dem Kupplungskopfwechsler verbunden werden, sondern
auch die Kupplungsköpfe selber modular aufgebaut. Insbesondere ist es von Vorteil,
wenn die von dem Kupplungskopfwechsler aufgenommenen oder aufzunehmenden Kupplungsköpfe
ein modular aufgebautes Kupplungskopfgehäuse mit einer vorzugsweise lösbar an dem
Kupplungskopfgehäuse befestigten Stirnplatte aufweisen, wobei die Stirnplatte alle
den Kupplungskopftyp definierenden Konstruktionsmerkmale aufweist. Das Kupplungskopfgehäuse
sollte modular ausgeführt und insbesondere eine vom Kupplungskopftyp unabhängige mechanische
Schnittstelle aufweisen, über welche der Kupplungskopf mit einer entsprechenden Verbindungseinrichtung
des Kupplungskopfwechslers vorzugsweise lösbar verbindbar ist. Durch den modularen
Aufbau wird die Flexibilität und die Einsatzmöglichkeiten der Rangierkupplung vergrößert.
[0022] Grundsätzlich ist es denkbar, dass der Kupplungskopfwechsler manuell betätigt wird,
um einen bestimmten von dem Kupplungskopfwechsler aufgenommenen Kupplungskopf in die
vertikale Kupplungsebene der Rangierkupplung einzubringen. In einer bevorzugten Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Lösung hingegen ist dem Kupplungskopfwechsler ein Antrieb zugeordnet,
welcher über eine Steuerung derart ansteuerbar ist, dass ein vorab festlegbarer Kupplungskopf
der in dem Kupplungskopfwechsler aufgenommenen Kupplungsköpfe in die Kupplungsebene
der Rangierkupplung einschwenkbar ist. Als Antrieb eignet sich hier insbesondere ein
elektrischer, aber auch ein pneumatischer bzw. hydraulischer Antrieb.
[0023] Im Hinblick auf die Tragstruktur der erfindungsgemäßen Rangierkupplung ist es von
Vorteil, wenn diese als ein an seinen Seiten offener Tragrahmen ausgebildet ist, welcher
einen oberen Tragarm und einen unteren Tragarm aufweist, die derart voneinander beabstandet
sind, dass ein nicht in die Kupplungsebene der Rangierkupplung von dem Kupplungskopfwechsler
eingebrachter, insbesondere eingeschwenkter, Kupplungskopf zwischen den Tragarmen
zumindest teilweise aufnehmbar ist. Mit dieser Lösung kann die erfindungsgemäße Rangierkupplung
besonders kompakt ausgeführt werden, wobei gleichzeitig der nicht in die Kupplungsebene
der Rangierkupplung eingebrachte (eingeschwenkte) Kupplungskopf zumindest teilweise
vor mechanischen Beschädigungen geschützt ist.
[0024] In einer bevorzugten Weiterbildung der zuletzt genannten Ausführungsform, bei welcher
die Tragstruktur als ein an seinen Seiten offener Tragrahmen ausgebildet ist, ist
vorgesehen, dass der obere und untere Tragarm des Tragrahmens an ihrem rangierfahrzeugseitigen
Endbereich miteinander und mit der Schnittstelle der Rangierkupplung verbunden sind.
[0025] Im Hinblick auf die Schnittstelle der Rangierkupplung ist es denkbar, diese so auszuführen,
dass die Rangierkupplung mit Hilfe eines Bolzens in der Vertikalebene schwenkbar am
Zughaken des Rangierfahrzeuges anlenkbar ist und gegen ein Absenken unter die genährte
horizontale Lage gestützt ist. Aus diesem Grund ist in einer Weiterbildung der erfindungsgemäßen
Lösung vorgesehen, dass die Schnittstelle der Rangierkupplung einen horizontal verlaufenden
Bolzen aufweist zum schwenkbaren Anlenken der Tragstruktur mit dem an der Tragstruktur
verbundenen Kupplungskopfwechsler an dem Rangierfahrzeug, wobei die Schnittstelle
ferner eine Abstützvorrichtung zum vertikalen Abstützen der Tragstruktur umfasst.
Der horizontal verlaufende Bolzen kann beispielsweise den Zughakenbolzen des am Rangierfahrzeug
gegebenenfalls vorhandenen Zughakens ersetzen. Denkbar ist aber auch, dass die Rangierkupplung
über den horizontal verlaufenden Bolzen in dem Maul des gegebenenfalls an dem Rangierfahrzeug
vorgesehenen Zughakens aufgehängt wird. Um die Tragstruktur vertikal abstützen zu
können, ist es denkbar, dass die Rangierkupplung mittels Federn an der Pufferbohle
des Rangierfahrzeuges abstützbar und dadurch in der Horizontalen haltbar ist.
[0026] Andererseits kommt aber auch eine Abstützvorrichtung in Frage, die eine Stützstruktur
mit zwei an den Enden des horizontal verlaufenden Bolzens gelagerte und miteinander
verbundene Stützarme und einen zwischen den beiden Stützarmen angeordneten und mit
den Stützarmen verbundenen Abstützstempel aufweist. Dieser Abstützstempel kann beispielsweise
über ein Federelement mit den Stützarmen der Stützstruktur verbunden sein.
[0027] Die Verwendung eines horizontal verlaufenden Bolzens zur Ausbildung der Schnittstelle
der Rangierkupplung hat den Vorteil, dass die Tragstruktur der Rangierkupplung zusammen
mit dem Kupplungskopfwechsler um den horizontal verlaufenden Bolzen von einer ersten
horizontalen Position, in welcher ein mit dem Kupplungskopfwechsler verbundener Kupplungskopf
mit einem Gegenkupplungskopf eines benachbarten Fahrzeuges kuppelbar ist, in eine
zweite vertikale Position verschwenkbar ist, in welcher ein an dem Rangierfahrzeug
gegebenenfalls angeordneter Zughaken mit einer Schraubenkupplung eines benachbarten
Fahrzeuges kuppelbar ist.
[0028] Alternativ zu der Anlenkung der Rangierkupplung an der Stirnseite eines Rangierfahrzeuges
mit Hilfe eines horizontal verlaufenden Bolzens ist es aber auch denkbar, eine Gelenkanordnung
zu verwenden, über welche die Tragstruktur der Rangierkupplung mit dem Kupplungskopfwechsler
in horizontaler Ebene verschwenkbar mit dem Rangierfahrzeug verbindbar ist. Insbesondere
ist es von Vorteil, wenn die Gelenkanordnung als Elastomerfedergelenkanordnung ausgeführt
ist, wobei die Elastomerfedergelenkanordnung einen mit dem Rangierfahrzeug fest verbindbaren
Lagerbock und ein an dem Lagerbock in horizontaler Ebene verschwenkbar angelenktes
Federpaket aufweist, über welches der rangierfahrzeugseitige Endbereich der Tragstruktur
mit dem Lagerbock verbunden ist. Das Vorsehen eines derartigen Federpaketes hat den
Vorteil, dass im Rangierbetrieb auftretende und über die Tragstruktur übertragene
Zug- und/oder Druckkräfte abgedämpft werden können und nicht direkt in das Untergestellt
des Rangierfahrzeuges eingeleitet werden.
[0029] Im Hinblick auf die Crashsicherheit ist es bei der zuletzt genannten Ausführungsform,
bei welcher die Tragstruktur über eine Gelenkanordnung mit dem Rangierfahrzeug verbindbar
ist, von Vorteil, wenn das Federpaket der Gelenkanordnung über mindestens ein Abscherelement
mit dem Lagerbock in horizontaler Ebene verschwenkbar angelenkt ist. Nach Überschreiten
einer kritischen Stoßkraft spricht das mindestens eine Abscherelement an und verliert
seine Verbindungsfunktion, so dass das Federpaket und die mit dem Federpaket verbundene
Tragstruktur von dem Lagerbock gelöst und somit aus dem Kraftfluss genommen werden.
Dies ist insofern erforderlich, als dass dann seitliche Crashelemente zum Einsatz
kommen können.
[0030] Grundsätzlich ist es von Vorteil, wenn in der Tragstruktur und vorzugsweise im rangierfahrzeugseitigen
Endbereich der Tragstruktur ein Energieverzehr-und/oder Dämpfungselement integriert
ist zum Abdämpfen von im Fahrbetrieb über die Tragstruktur übertragenen Zug- und/oder
Druckkräften. Das Energieverzehr- und/oder Dämpfungselement ist vorzugsweise regenerativ
beispielsweise in Gestalt einer Federeinrichtung ausgebildet. Selbstverständlich ist
es aber auch denkbar, destruktiv ausgebildete Verzehrelemente zu verwenden, oder eine
Kombination aus destruktiven und regenerativen Bauteilen.
[0031] Nachfolgend wird die erfindungsgemäße Lösung anhand von in den Zeichnungen gezeigten
Ausführungsbeispielen näher beschrieben.
[0032] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht auf eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Rangierkupplung ohne in dem Kupplungskopfwechsler aufgenommene Kupplungsköpfe;
- Fig. 2a
- eine perspektivische Ansicht auf einen modular ausgeführten Kupplungskopf vom Typ
10 zur Aufnahme in dem Kupplungskopfwechsler gemäß Fig. 1;
- Fig. 2b
- eine perspektivische Ansicht eines modularen Kupplungskopfes vom Typ 330 zur Aufnahme
in dem Kupplungskopfwechsler gemäß Fig. 1;
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht der Rangierkupplung gemäß Fig. 1 mit zwei im Kupplungskopfwechsler
aufgenommenen Kupplungsköpfen vom Typ 10 bzw. Typ 55, wobei der Kupplungskopf vom
Typ 10 in die vertikale Kupplungsebene der Rangierkupplung eingeschwenkt ist;
- Fig. 4a
- eine Draufsicht auf die Rangierkupplung gemäß Fig. 3;
- Fig. 4b
- eine Seitenansicht der Rangierkupplung gemäß Fig. 3;
- Fig. 5
- eine perspektivische Ansicht der Rangierkupplung gemäß Fig. 3, wobei allerdings der
Kupplungskopf vom Typ 55 in die vertikale Kupplungsebene der Rangierkupplung eingeschwenkt
ist;
- Fig. 6
- eine Seitenansicht der Rangierkupplung gemäß Fig. 5;
- Fig. 7a
- die in Fig. 5 gezeigte Rangierkupplung, welche in ihre vertikale Position verschwenkt
ist;
- Fig. 7b
- eine Seitenansicht der Rangierkupplung gemäß Fig. 7a; und
- Fig. 8
- ein weiteres Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Rangierkupplung mit zwei im
Kupplungskopfwechsler aufgenommenen Kupplungsköpfen vom Typ 330 bzw. Typ 55, wobei
der Kupplungskopf vom Typ 330 in die vertikale Kupplungsebene der Rangierkupplung
eingeschwenkt ist.
[0033] In Fig. 1 ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Rangierkupplung 100 in
einer perspektivischen Darstellung gezeigt, wobei diese Rangierkupplung 100 noch nicht
mit entsprechenden Kupplungsköpfen 1a, 1b, 1c versehen ist. Beispiele für geeignete
Kupplungsköpfe 1a, 1b sind in den Figuren 2a und 2b gezeigt.
[0034] Die Rangierkupplung 100 gemäß der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform weist eine
Tragstruktur 20 sowie einen mit der Tragstruktur 20 verbundenen Kupplungskopfwechsler
30 auf. Wie es nachfolgend im Detail beschrieben wird, ist der Kupplungskopfwechsler
30 ausgelegt zum vorzugsweise automatischen Einwechseln von in Fig. 1 nicht dargestellten
Kupplungsköpfen unterschiedlicher Bauart und/oder unterschiedlichen Typs in eine von
der Rangierkupplung 100 definierte vertikale Kupplungsebene K.
[0035] Im Einzelnen kommt bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform ein Kupplungskopfwechsler
30 vom Revolver- bzw. Karusselltyp zum Einsatz. Hierbei weist der Kupplungskopfwechsler
30 einen drehbar an der Tragstruktur 20 gelagerten Magazinträger 31 auf. Zu diesem
Zweck kommt bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform ein senkrecht zur Längsrichtung
L der Tragstruktur 20 verlaufender Bolzen 33 zum Einsatz, über den der Magazinträger
31 mit der Tragstruktur 20 verschwenkbar verbunden ist.
[0036] Wie es insbesondere der Darstellung in Fig. 1 entnommen werden kann, weist der Magazinträger
31 zwei einander gegenüberliegende Verbindungseinrichtungen 32 auf, über welche gleichzeitig
zwei Kupplungsköpfe, beispielsweise die in den Figuren 2a und 2b dargestellten Kupplungsköpfe
1a, 1b mit dem Magazinträger 31 befestigbar sind. Die Verbindungseinrichtungen 32
des in Fig. 1 dargestellten Magazinträgers 31 weisen einen modularisierten Aufbau
auf, was es gestattet, dass modular aufgebaute Kupplungsköpfe entsprechend anschließbar
sind.
[0037] Ein modularer Aufbau der Verbindungseinrichtungen 32 zeichnet sich insbesondere dadurch
aus, dass die Verbindungseinrichtung 32 keine von der Bauart und/oder dem Typ der
mit der Verbindungseinrichtung 32 zu verbindenden Kupplungsköpfe spezifischen Konstruktionsmerkmale
enthält. Insbesondere eignen sich die Verbindungseinrichtungen 32 des Magazinträgers
31 zur Aufnahme von Kupplungsköpfen unterschiedlicher Bauart und/oder unterschiedlichen
Typs, ohne dass die Verbindungseinrichtung 32 konstruktiv verändert werden müsste.
[0038] Obgleich bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Rangierkupplung
100 der Magazinträger 31 nur zwei einander gegenüberliegende Verbindungseinrichtungen
32 aufweist, so dass von dem Kupplungskopfwechsler 30 lediglich zwei Kupplungsköpfe
unterschiedlicher Bauart und/oder unterschiedlichen Typs in die von der Rangierkupplung
100 definierte vertikale Kupplungsebene K einbringbar sind, ist es gleichwohl denkbar,
dass der Magazinträger 31 mehr als zwei Verbindungseinrichtungen 32 aufweist, so dass
mehr als zwei Kupplungsköpfe mit dem Magazinträger 31 verbindbar sind.
[0039] Der Magazinträger 31 ist über eine Arretierung 34 (bei der in Fig. 1 dargestellten
Ausführungsform mit einer manuell zu betätigenden Arretierung 34) relativ zu der Tragstruktur
20 arretierbar.
[0040] Am rangierfahrzeugseitigen Endbereich der Rangierkupplung 100 ist eine Schnittstelle
10 ausgebildet, über welche die Rangierkupplung 100 mit einem (nicht dargestellten)
Rangierfahrzeug verbindbar ist. Im Einzelnen weist bei der in Fig. 1 dargestellten
Ausführungsform der erfindungsgemäßen Rangierkupplung 100 die Schnittstelle 10 einen
horizontal verlaufenden Bolzen 11 auf, über den die Tragstruktur 20 mit dem an der
Tragstruktur 20 verbundenen Kupplungskopfwechsler 30 an dem (nicht dargestellten)
Rangierfahrzeug schwenkbar anlenkbar ist. Der horizontal verlaufende Bolzen 11 der
Schnittstelle 10 kann beispielsweise identisch mit dem Zughakenbolzen eines UIC-Zughakens
sein, wenn die Stirnseite des Rangierfahrzeuges mit einem derartigen UIC-Zughaken
ausgerüstet ist. Andererseits wäre es aber auch denkbar, wenn der Bolzen 11 in dem
Zughakenmaul eines an der Stirnseite des Rangierfahrzeuges angebrachten UIC-Zughakens
aufnehmbar ist.
[0041] Die bei der Rangierkupplung 100 gemäß der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform
zum Einsatz kommende Schnittstelle 10 ist ferner mit einer Abstützvorrichtung versehen,
um die Tragstruktur 20 vertikal abstützen zu können, wenn die Rangierkupplung 100
über den horizontal verlaufenden Bolzen 11 schwenkbar an dem Rangierfahrzeug angelenkt
ist. Im Einzelnen kommt bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform eine Abstützvorrichtung
zum Einsatz, die eine Stützstruktur 12 und einen Abstützstempel 13 aufweist. Die Stützstruktur
12 umfasst zwei an den Enden des horizontal verlaufenden Bolzens 11 gelagerte und
miteinander verbundene Stützarme. Zwischen diesen beiden Stützarmen ist der Abstützstempel
13 angeordnet. Im Einzelnen wird der Abstützstempel 13 über ein Federelement 14 mit
den Stützarmen der Stützstruktur 12 verbunden. Selbstverständlich kommen für die vertikale
Abstützung der Tragstruktur 20 auch andere Ausführungsformen in Frage.
[0042] In den Figuren 2a und 2b sind beispielhafte Ausführungsformen für Kupplungsköpfe
gezeigt, welche geeignet sind, von dem Kupplungskopfwechsler 30 der Rangierkupplung
100 aufgenommen zu werden. Im Einzelnen ist in Fig. 2a ein Kupplungskopf 1 vom Typ
10 in einer perspektivischen Ansicht gezeigt, während in Fig. 2b ein Kupplungskopf
vom Typ 330 ebenfalls in einer perspektivischen Ansicht gezeigt ist.
[0043] Die in den Figuren 2a und 2b beispielhaft dargestellten Kupplungsköpfe 1a, 1b weisen
einen modularen Aufbau auf. Insbesondere zeichnen sich diese Kupplungsköpfe 1a, 1b
dadurch aus, dass sie jeweils eine vom Kupplungskopftyp unabhängige mechanische Schnittstelle
5 aufweisen, über welche der Kupplungskopf 1a, 1b mit einer entsprechenden (ebenfalls
modular ausgeführten) Verbindungseinrichtung 32 des Kupplungskopfwechslers 30 bzw.
des zum Kupplungskopfwechsler 30 gehörenden Magazinträgers 31 lösbar verbindbar ist.
[0044] Sowohl der in Fig. 2a dargestellte Kupplungskopf 1a vom Typ 10 als auch der in Fig.
2b dargestellte Kupplungskopf 1b vom Typ 330 weisen ein modular aufgebautes Kupplungskopfgehäuse
3 mit einer vorzugsweise lösbar an dem Kupplungskopfgehäuse 3 befestigten Stirnplatte
4 auf. Die Stirnplatte 4 weist alle den Kupplungskopftyp definierenden Konstruktionsmerkmale
auf, so dass der Aufbau der jeweiligen Kupplungskopfgehäuse 3 zumindest im Prinzip
identisch ist.
[0045] An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass die Erfindung selbstverständlich nicht
auf eine Rangierkupplung 100 beschränkt ist, bei welcher mit Hilfe des Kupplungskopfwechslers
30 lediglich Kupplungsköpfe vom Typ 10 und/oder vom Typ 330 in die vertikale Kupplungsebene
K der Rangierkupplung 100 einschwenkbar sind. Vielmehr eignet sich die erfindungsgemäße
Lösung auch für andere Kupplungskopftypen bzw. Kupplungsköpfe anderer Bauart, wie
etwa auch für Kupplungsköpfe vom Typ 35, 430, 55 und/oder 140.
[0046] In diesem Zusammenhang wird auf die in Fig. 3 dargestellte Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Rangierkupplung 100 verwiesen. Der Aufbau der in Fig. 3 dargestellten Rangierkupplung
100 ist im Prinzip identisch mit dem Aufbau der zuvor unter Bezugnahme auf die Darstellung
in Fig. 1 beschriebenen Rangierkupplung, wobei allerdings in der Darstellung gemäß
Fig. 3 der Kupplungskopfwechsler 30 mit zwei Kupplungsköpfen 1a, 1c ausgerüstet ist.
Bei dem mit der Bezugsziffer "1a" bezeichneten Kupplungskopf handelt es sich um einen
modular aufgebauten Kupplungskopf vom Typ 10 (vgl. Fig. 2a), wobei der mit der Bezugsziffer
"1c" bezeichnete Kupplungskopf vom Typ 55 ist.
[0047] In der in Fig. 3 gezeigten Darstellung befindet sich der Kupplungskopf 1a vom Typ
10 in seiner über den Kupplungskopfwechsler 30 in die vertikale Kupplungsebene K der
Rangierkupplung 100 eingeschwenkten Zustand. In diesem Zustand ist die Übergangskupplung
100 somit ausgelegt, Fahrzeuge, die ebenfalls mit einer Kupplung vom Typ 10 ausgerüstet
sind, zu manövrieren bzw. rangieren.
[0048] Den Darstellungen in den Figuren 1 und 3 ist insbesondere zu entnehmen, dass die
Tragstruktur 20 der Rangierkupplung 100 als ein an seinen Seiten offener Tragrahmen
ausgebildet ist, welcher einen oberen Tragarm 21 und einen unteren Tragarm 22 aufweist.
Die beiden Tragarme 21, 22 sind derart voneinander beabstandet, dass ein nicht in
die Kupplungsebene K der Rangierkupplung 100 von dem Kupplungskopfwechsler 30 eingebrachter
(eingeschwenkter) Kupplungskopf, wie etwa der Kupplungskopf 1c vom Typ 55 in der Darstellung
gemäß Fig. 3, zwischen den Tragarmen 21, 22 der Tragstruktur 20 zumindest teilweise
aufgenommen ist. Der obere und untere Tragarm 21, 22 sind an ihrem rangierfahrzeugseitigen
Endbereich miteinander und mit der Schnittstelle, und insbesondere mit dem vertikalen
Bolzen 11 der Schnittstelle 10 verbunden.
[0049] In den Figuren 4a und 4b ist die in Fig. 3 dargestellte Rangierkupplung 100 in einer
Draufsicht bzw. Seitenansicht dargestellt. Anhand dieser Zeichnungen ist zu erkennen,
wie die jeweils modular ausgeführten Kupplungskopfgehäuse 3 der beiden Kupplungsköpfe
1a, 1c mit den Verbindungseinrichtungen 32 des Magazinträgers 31 bzw. des Kupplungskopfwechslers
30 verbunden sind. Im Einzelnen sind die Schnittstellen 5 der Kupplungskopfgehäuse
3 in die jeweiligen kammartig ausgeführten Verbindungseinrichtungen 32 eingesteckt
und werden über einen horizontal verlaufenden Stift 2 fixiert. Diese Art der Befestigung
der modular ausgeführten Kupplungsköpfe 1a, 1c an dem Kupplungskopfwechsler 30 erlaubt
ein rasches Austauschen der Kupplungsköpfe, wenn ein Typwechsel der Rangierkupplung
100 erforderlich ist.
[0050] In Fig. 5 ist in einer perspektivischen Ansicht die Rangierkupplung 100 gemäß Fig.
3 dargestellt, wobei allerdings diesmal der Kupplungskopf 1c vom Typ 55 in die vertikale
Kupplungsebene K der Rangierkupplung 100 eingeschwenkt wurde. Fig. 6 zeigt die Rangierkupplung
100 gemäß Fig. 5 in einer Seitenansicht.
[0051] Nach alledem bleibt festzuhalten, dass die erfindungsgemäße Rangierkupplung 100 ein
Kuppeln mit unterschiedlichen Kupplungskopftypen gestattet, wobei ein Typwechsel entweder
durch den Kupplungskopfwechsler 30 realisiert wird, indem ein bestimmter Kupplungskopf
1a, 1b, 1c in die Kupplungsebene K eingeschwenkt wird, oder wobei ein Typwechsel durch
Austausch der in dem Kupplungskopfwechsler 30 aufgenommenen und vorzugsweise modular
ausgebildeten Kupplungsköpfe 1a, 1b, 1c erfolgt.
[0052] In den Figuren 7a und 7b ist die Rangierkupplung 100 gemäß Fig. 5 in ihrer vertikal
verschwenkten Position gezeigt, und zwar in einer perspektivischen Ansicht (siehe
Fig. 7a) sowie in einer Seitenansicht (siehe Fig. 7b). Indem für die Schnittstelle
10 der Rangierkupplung 100 ein horizontal verlaufender Bolzen 11 zum Einsatz kommt,
ist die Tragstruktur 20 mit dem Kupplungskopfwechsler 30 um diesen Bolzen 11 von einer
ersten (horizontalen) Position, in welcher eine mit dem Kupplungskopfwechsler 30 verbundener
Kupplungskopf 1a, 1b, 1c mit einem Gegenkupplungskopf eines benachbarten Fahrzeuges
kuppelbar ist, in eine zweite (vertikale) Position verschwenkbar, in welcher ein an
dem Rangierfahrzeug angeordneter Zughaken 101 mit einer (nicht dargestellten) Schraubenkupplung
eines benachbarten Fahrzeuges kuppelbar ist. Hierzu weist die Tragstruktur einen Anschlag
24 auf, um die vertikale Schwenkbewegung der Tragstruktur 20 relativ zu dem Zughaken
101 zu begrenzen.
[0053] In Fig. 8 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Rangierkupplung
100 dargestellt. Der Aufbau dieser Rangierkupplung 100 ist im Prinzip vergleichbar
mit dem Aufbau der zuvor beispielsweise unter Bezugnahme auf die Darstellung in Fig.
3 beschriebenen Rangierkupplung, wobei allerdings bei der in Fig. 8 gezeigten Ausführungsform
die Schnittstelle 10 keinen horizontal verlaufenden Bolzen 11 aufweist. Vielmehr ist
hier vorgesehen, dass die Schnittstelle 10 eine Gelenkanordnung 6 aufweist, über welche
die Tragstruktur 20 mit dem Kupplungskopfwechsler 30 in horizontaler ebene verschwenkbar
mit dem (nicht dargestellten) Rangierfahrzeug verbindbar ist.
[0054] Bei der in Fig. 8 dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Rangierkupplung
100 ist die Gelenkanordnung 6 als Elastomerfedergelenkanordnung ausgeführt, wobei
die Elastomerfedergelenkanordnung einen mit dem Rangierfahrzeug fest verbindbaren
Lagerbock 7 und ein an dem Lagerbock 7 in horizontaler Ebene verschwenkbar angelenktes
Federpaket 8 aufweist. Über dieses Federpaket 8 ist der rangierfahrzeugseitige Endbereich
der Tragstruktur 20 mit dem Lagerbock 7 verbunden.
[0055] Bei der in Fig. 8 dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Rangierkupplung
100 kommt ferner ein Energieverzehr- und/oder Dämpfungselement 23 zum Einsatz. Dieses
Energieverzehr- und/oder Dämpfungselement, welches bei der dargestellten Ausführungsform
regenerativ ausgebildet ist, ist im rangierfahrzeugseitigen Endbereich der Tragstruktur
20 integriert und dient zum Abdämpfen von im Rangierbetrieb über die Tragstruktur
20 übertragenen Zug- und/oder Druckkräften.
[0056] Die Erfindung ist nicht auf die in den Zeichnungen exemplarisch dargestellten Ausführungsformen
der Rangierkupplung 100 beschränkt, sondern ergibt sich aus einer Zusammenschau sämtlicher
hierin offenbarter Merkmale.
Bezugszeichenliste
[0057]
- 1a
- Kupplungskopf vom Typ 10
- 1b
- Kupplungskopf vom Typ 330
- 1c
- Kupplungskopf vom Typ 55
- 2
- Fixierstift
- 3
- Kupplungskopfgehäuse
- 4
- Stirnplatte
- 5
- modulare Schnittstelle des Kupplungskopfes
- 6
- Gelenkanordnung
- 7
- Lagerbock
- 8
- Federpaket
- 10
- Schnittstelle der Rangierkupplung
- 11
- horizontal verlaufender Bolzen der Schnittstelle
- 12
- Stützstruktur
- 13
- Abstützstempel
- 14
- Federelement
- 20
- Tragstruktur
- 21
- oberer Tragarm
- 22
- unterer Tragarm
- 24
- Anschlag
- 30
- Kupplungskopfwechsler
- 31
- Magazinträger
- 32
- Verbindungseinrichtung
- 33
- Bolzen
- 34
- Arretierung
- 100
- Rangierkupplung
- 101
- Zughaken
- K
- Kupplungsebene
- L
- Längsrichtung der Tragstruktur
1. Rangierkupplung (100) für spurgeführte Fahrzeuge, insbesondere Schienenfahrzeuge,
wobei die Rangierkupplung (100) folgendes aufweist:
- eine Schnittstelle (10) zum Verbinden der Rangierkupplung (100) mit einem spurgeführten
Rangierfahrzeug, insbesondere Rangierlokomotive;
- eine mit der Schnittstelle (10) verbundene Tragstruktur (20); und
- einen mit der Tragstruktur (20) verbundenen Kupplungskopfwechsler (30) zum vorzugsweise
automatischen Einwechseln von Kupplungsköpfen (1a, 1b, 1c) unterschiedlicher Bauart
und/oder unterschiedlichen Typs in eine von der Rangierkupplung (100) definierte vertikale
Kupplungsebene (K).
2. Rangierkupplung (100) nach Anspruch 1,
wobei der Kupplungskopfwechsler (30) einen drehbar an der Tragstruktur (20) gelagerten
Magazinträger (31) aufweist, und wobei der Magazinträger (31) mindestens eine Verbindungseinrichtung
(32) aufweist zum lösbaren Befestigen eines Kupplungskopfes (1a, 1b, 1c) an dem Magazinträger
(31).
3. Rangierkupplung (100) nach Anspruch 2,
wobei der Magazinträger (31) zwei einander gegenüberliegende Verbindungseinrichtungen
(32) aufweist, über welche gleichzeitig zwei Kupplungsköpfe (1a, 1b, 1c) vorzugsweise
unterschiedlicher Bauart und/oder unterschiedlichen Typs mit dem Magazinträger (31)
befestigbar sind.
4. Rangierkupplung (100) nach Anspruch 2 oder 3,
wobei der Magazinträger (31) eine den von dem Kupplungskopfwechsler (30) aufzunehmenden
Kupplungsköpfen (1a, 1b, 1c) entsprechende Anzahl an Verbindungseinrichtungen (32)
aufweist, wobei jede Verbindungseinrichtung (32) derart ausgebildet ist, dass an der
Verbindungseinrichtung (32) vorzugsweise lösbar ein Kupplungskopf (1a, 1b, 1c) anschließbar
ist.
5. Rangierkupplung (100) nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
wobei der Magazinträger (31) über einen senkrecht zur Längsrichtung (L) der Tragstruktur
(20) verlaufenden Bolzen (33) mit der Tragstruktur (20) verschwenkbar verbunden ist.
6. Rangierkupplung (100) nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
wobei ferner eine Arretierung (34) vorgesehen ist zum Arretieren des Magazinträgers
(31) relativ zu der Tragstruktur (20).
7. Rangierkupplung (100) nach einem der Ansprüche 2 bis 6,
wobei mindestens eine Verbindungseinrichtung (32) des Magazinträgers (31) einen modularisierten
Aufbau aufweist zum Anschließen eines vorzugsweise modular aufgebauten Kupplungskopfes
(1a, 1b, 1c).
8. Rangierkupplung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
welche ferner einen in dem Kupplungskopfwechsler (30) aufgenommenen ersten Kupplungskopf
(1a, 1b, 1c) und mindestens einen weiteren in dem Kupplungskopfwechsler (30) aufgenommenen
Kupplungskopf (1a, 1b, 1c) aufweist, wobei der Kupplungskopfwechsler (30) ausgebildet
ist, wahlweise einen der in dem Kupplungskopfwechsler (30) aufgenommenen Kupplungsköpfe
(1a, 1b, 1c) in die Kupplungsebene (K) der Rangierkupplung (100) einzuschwenken,
wobei der erste Kupplungskopf (1a, 1b, 1c) und/oder der mindestens eine weitere Kupplungskopf
(1a, 1b, 1c) vorzugsweise ein Kupplungskopf vom Typ 10, Typ 35, Typ 330, Typ 430,
Typ 55 oder Typ 140 ist.
9. Rangierkupplung (100) nach Anspruch 8,
wobei der erste Kupplungskopf (1a, 1b, 1c) und/oder der mindestens eine weitere Kupplungskopf
(1a, 1b, 1c) ein modular aufgebautes Kupplungskopfgehäuse (3) mit einer vorzugsweise
lösbar an dem Kupplungskopfgehäuse (3) befestigten Stirnplatte (4) aufweist, wobei
die Stirnplatte (4) alle den Kupplungskopftyp definierenden Konstruktionsmerkmale
aufweist, und wobei das Kupplungskopfgehäuse (3) eine modular ausgeführte und insbesondere
vom Kupplungskopftyp unabhängige mechanische Schnittstelle (5) aufweist, über welche
der Kupplungskopf (1a, 1b, 1c) mit einer entsprechenden Verbindungseinrichtung (32)
des Kupplungskopfwechslers (30) vorzugsweise lösbar verbindbar ist.
10. Rangierkupplung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
wobei ferner ein dem Kupplungskopfwechsler (30) zugeordneter Antrieb vorgesehen ist,
welcher über eine Steuerung derart ansteuerbar ist, dass ein vorab festlegbarer Kupplungskopf
(1a, 1b, 1c) der in dem Kupplungskopfwechsler (30) aufgenommenen Kupplungsköpfe (1a,
1b, 1c) in die Kupplungsebene (K) der Rangierkupplung (100) einschwenkbar ist.
11. Rangierkupplung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
wobei die Tragstruktur (20) als ein an seinen Seiten offener Tragrahmen ausgebildet
ist, welcher einen oberen Tragarm (21) und einen unteren Tragarm (22) aufweist, die
derart voneinander beabstandet sind, dass ein nicht in die Kupplungsebene (K) der
Rangierkupplung (100) von dem Kupplungskopfwechsler (30) eingebrachter, insbesondere
eingeschwenkter Kupplungskopf (1a, 1b, 1c) zwischen den Tragarmen (21, 22) zumindest
teilweise aufnehmbar ist, und wobei vorzugsweiseder obere und untere Tragarm (21,
22) an ihrem rangierfahrzeugseitigen Endbereich miteinander und mit der Schnittstelle
(10) der Rangierkupplung (100) verbunden sind.
12. Rangierkupplung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
wobei die Schnittstelle (10) einen horizontal verlaufenden Bolzen (11) aufweist zum
schwenkbaren Anlenken der Tragstruktur (20) mit dem an der Tragstruktur (20) verbundenen
Kupplungskopfwechsler (30) an dem Rangierfahrzeug, und wobei die Schnittstelle (10)
ferner eine Abstützvorrichtung zum vertikalen Abstützen der Tragstruktur (20) aufweist,
wobei die Abstützvorrichtung vorzugsweise eine Stützstruktur (12) mit zwei an den
Enden des Bolzens (11) gelagerten und miteinander verbundenen Stützarmen und einen
zwischen den beiden Stützarmen angeordneten und mit den Stützarmen verbundenen Abstützstempel
(13) aufweist, und wobei die Abstützvorrichtung noch bevorzugter ferner ein Federelement
(14) aufweist, über welches der Abstützstempel (13) mit den Stützarmen der Stützstruktur
(12) verbunden ist.
13. Rangierkupplung (100) nach Anspruch 12,
wobei die Tragstruktur (20) mit dem Kupplungskopfwechsler (30) um den horizontal verlaufenden
Bolzen (11) von einer ersten Position, in welcher ein mit dem Kupplungskopfwechsler
(30) verbundener Kupplungskopf (1a, 1b, 1c) mit einem Gegenkupplungskopf eines benachbarten
Fahrzeuges kuppelbar ist, in eine zweite vertikale Position verschwenkbar ist, in
welcher ein an dem Rangierfahrzeug angeordneter Zughaken (101) mit einer Schraubenkupplung
eines benachbarten Fahrzeuges kuppelbar ist.
14. Rangierkupplung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
wobei die Schnittstelle (10) eine Gelenkanordnung (6) aufweist, über welche die Tragstruktur
(20) mit dem Kupplungskopfwechsler (30) in horizontaler Ebene verschwenkbar mit dem
Rangierfahrzeug verbindbar ist, wobei die Gelenkanordnung (6) vorzugsweise als Elastomerfedergelenkanordnung
ausgeführt ist, wobei die Elastomerfedergelenkanordnung einen mit dem Rangierfahrzeug
fest verbindbaren Lagerbock (7) und ein an dem Lagerbock (7) in horizontaler Ebene
verschwenkbar angelenktes Federpaket (8) aufweist, über welches der rangierfahrzeugseitige
Endbereich der Tragstruktur (20) mit dem Lagerbock (7) verbunden ist,
wobei das Federpaket (8) insbesondere über mindestens ein Abscherelement mit dem Lagerbock
(7) in horizontaler Ebene verschwenkbar angelenkt ist.
15. Rangierkupplung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
wobei in der Tragstruktur (20) und vorzugsweise im rangierfahrzeugseitigen Endbereich
der Tragstruktur (20) ein Energieverzehr- und/oder Dämpfungselement integriert ist
zum Abdämpfen von im Rangierbetrieb über die Tragstruktur (20) übertragenen Zug-und/oder
Druckkräften, und
wobei das Energieverzehr- und/oder Dämpfungselement vorzugsweise regenerativ ausgebildet
ist.