[0001] Die Erfindung betrifft einen Aufzug, insbesondere einen Außenaufzug, wie er beispielsweise
als Bauaufzug zum Einsatz kommt. Die Erfindung betrifft zudem ein Verfahren zur Montage
sowie zur Demontage eines solchen Aufzugs.
[0002] Außenaufzüge kommen beispielsweise auf Baustellen des Hochbaus zum Einsatz, um Personen
und Material in die oberen Etagen des zu bauenden oder zu sanierenden Gebäudes zu
transportieren.
[0003] Solche Außenaufzüge weisen regelmäßig eine Führung auf, die an einer der Wände des
Gebäudes befestigt ist und sich somit regelmäßig in senkrechter Richtung erstreckt.
Die Führung besteht aus einem oder zwei Masttürmen, an dem/denen ein Fahrkorb verfahrbar
befestigt ist. Der Fahrkorb dient der Aufnahme der zu befördernden Personen oder des
zu befördernden Guts.
[0004] Die Masttürme dienen somit der Führung der Bewegung des Fahrkorbs, wobei diese auch
einen Teil des Antriebsstrangs darstellen können. In der Regel ist hierfür zumindest
einer der Masttürme mit zumindest einer Zahnstange versehen, die sich in längsaxialer
Richtung der Führung erstreckt und in die ein Ritzel eines elektrischen Fahrantriebs
eingreift. Bei solchen Aufzügen ist der Fahrantrieb somit im Bereich des Fahrkorbs
untergebracht und wird demnach mit dem Fahrkorb mitbewegt.
[0005] Aufgrund der nicht unerheblichen Leistung des Fahrantriebs solcher Aufzüge werden
diese nahezu ausnahmslos über Kabel mit elektrischer Energie versorgt. Bei einem mit
dem Fahrkorb mitgeführten Fahrantrieb muss das Kabel somit eine ausreichende Länge
aufweisen, um ein Verfahren des Fahrkorbs bis zu seiner höchsten Position an der Führung
zu erlauben. Derartige Aufzüge erreichen jedoch Führungshöhen von bis zu mehreren
hundert Metern, was große Anforderungen an die Lagerung und Führung des Kabels stellt.
Insbesondere muss das Kabel sicher im Bereich einer Bodenstation des Aufzugs gelagert
werden, wenn der Fahrkorb sich in einer Position relativ weit unten an der Führung
befindet. Hierbei müssen teilweise mehrere hundert Meter Kabel platzsparend und in
einer Weise gelagert werden, die ein problemloses Verlängern bzw. Verkürzen des die
Bodenstation mit dem Fahrkorb verbindenden Kabelabschnitts möglich machen. Ein solches
Verlängern und Verkürzen muss dabei in einer Vielzahl von Zyklen möglich sein, ohne
das Kabel zu beschädigen und ohne dass sich das Kabel verfängt oder ineinander verschlingt.
Zudem sollte eine unkontrollierte Kabelbewegung im Bereich der Bodenstation des Aufzugs
vermieden werden, da diese mit einer nicht unerheblichen Gefährdung von in der Nähe
stehenden Personen und Material verbunden ist.
[0006] In vielen Fällen werden die Kabel einfach mehr oder weniger gleichförmig in einem
runden, nach oben offenen Kabelbehälter, auch Kabeltopf genannt, abgelegt.
[0007] Eine verbesserte Möglichkeit zur Lagerung des nicht "benötigten" Abschnitts eines
Kabels eines solchen Aufzugs ist aus der
DE 20 2007 015 008 U1 bekannt. Dort ist vorgesehen, das als Flachkabel ausgebildete Kabel mäanderförmig
in einem schmalen Behälter abzulegen. Dadurch kann eine äußert gleichförmige Lagerung
des jeweils nicht "benötigten" Abschnitts des Kabels erreicht werden, die zudem ein
Verfangen oder Verschlingen sicher verhindert und wenig Platz benötigt.
[0008] Unabhängig von diesen Vorteilen ist die aus der
DE 20 2007 015 008 U1 bekannte Art der Führung und Lagerung eines Kabels nicht optimal bei einem Aufzug
mit einem relativ hohen Fahrgestell nutzbar. Insbesondere das für einen solchen Aufzug
erforderliche lange Kabel wird während des Betriebs durch das zyklische Auf- und Entschichten
stark belastet. Dies gilt insbesondere für den unteren Abschnitt des Kabels, der von
dem hohen Gewicht des langen, darüber liegenden Abschnitts belastet wird.
[0009] Aus diesen Gründen werden insbesondere bei Aufzügen mit einer relativ hohen Führung
auch sogenannte Kabelwagen eingesetzt, die eine Umlenkrolle aufweisen, über die der
sich zwischen dem Fahrkorb und der Bodenstation erstreckende Abschnitt des Kabels
geführt ist. Der von der Bodenstation kommende Abschnitt des Kabels wird auf ca. halber
Höhe des Fahrgestells fixiert. Der Abschnitt zwischen der Fixierung und dem Fahrkorb
weist eine Länge auf, die ein Erreichen der höchsten und niedrigsten Haltepositionen
an der Führung durch den Fahrkorb ermöglicht. Unkontrollierte Schwingbewegungen des
oberen, d.h. des sich zwischen der Festlegung und dem Fahrkorb erstreckenden Abschnitts
des Kabels werden durch den Kabelwagen verhindert.
[0010] Ein wesentlicher Vorteil dieser Art der Kabelführung liegt darin, dass im Bereich
der Bodenstation kein Kabeltopf erforderlich ist, um den in Abhängigkeit von der Position
des Fahrkorbs jeweils nicht "benötigten" Abschnitt des Kabels aufzunehmen. Vielmehr
wird dieser Abschnitt des Kabels in einer Schlaufe über die Umlenkrolle des Kabelwagens
geführt. Nachteilig an einer solchen Kabelführung ist jedoch der wesentliche Aufwand
bei der Montage und Demontage des Aufzugs. Bei der Montage bzw. Demontage des Aufzugs
werden einzelne Abschnitte der Masttürme (Mastsegmente)nach und nach aus dem Fahrkorb
heraus aneinandergesetzt und miteinander verbunden bzw. voneinander getrennt. Der
Kabelwagen wird erst nach dem Erreichen von in etwa der halben Fahrgestellhöhe und
dem erst dann möglichen Fixieren/Lösen des unteren Kabeiabschnitts de-/montiert. Bis
dahin bzw. ab dann wird die gesamte Restlänge des Kabels im Bereich der Bodenstation
gelagert. Dies erfordert nicht nur entsprechend großzügige Platzverhältnisse, sondern
kann auch zu einer Beschädigung des Kabels führen, weil dieses - aus Mangel einer
geordneten Lagerung, wie sie beispielsweise ein Kabeltopf gemäß der
DE 20 2007 015 008 U1 ermöglichen würde - relativ unsortiert gelagert ist und daher durch die Fahrbewegungen
des Fahrkorbs bei der Montage/Demontage unter relativ hohem Verschleiß mehrfach aufgeschichtet
und entschichtet wird.
[0011] Ausgehend von diesem Stand der Technik lag der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen
verbesserten Aufzug anzugeben. Zudem sollte ein vorteilhaftes Verfahren zur Montage
bzw. Demontage eines solchen Aufzugs angegeben werden.
[0012] Diese Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Patentansprüche gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche und
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der Erfindung.
[0013] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, einen gattungsgemäßen Aufzug, wie er beispielsweise
aus der
DE 20 2007 015 008 U1 bekannt ist, nicht nur mit einem Kabelbehälter auszurüsten, der den in Abhängigkeit
von der jeweiligen Position des Fahrkorbs an dem Fahrgestell nicht "benötigten" Kabelabschnitt
aufnimmt, sondern zusätzlich einen entlang der Führung bewegbaren Kabelwagen vorzusehen,
der mindestens eine Umlenkeinrichtung (vorzugsweise eine Umlenkrolle) aufweist, über
die das Kabel, das sich von einer Bodenstation der Führung bis zu dem Fahrkorb erstreckt,
geführt ist.
[0014] Diese erfindungsgemäße Ausgestaltung eines Aufzugs weist insbesondere bei der Montage
und Demontage des Aufzugs Vorteile auf, denn sie ermöglicht, das Kabel bis zu der
Montage des Kabelwagens, die vorzugsweise kurz nach dem Erreichen der halben Führungshöhe
erfolgt, sicher und schonend in dem Kabelbehälter (gepackt) zu lagern.
[0015] Ein Verfahren zur Montage eines erfindungsgemäßen Aufzugs, dessen Führung sukzessive
durch ein Aneinandersetzen einzelner Führungssegmente bis zu einer Gesamtlänge verlängert
wird, wobei die Führungssegmente aus dem entlang des bereits bestehenden Führungsabschnitts
verfahrbaren Fahrkorb angesetzt werden, ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet,
dass der Kabelwagen nach dem Erreichen von in etwa (und vorzugsweise etwas mehr als)
der halben Gesamtlänge der Führung montiert wird.
[0016] Das Kabel kann somit während der Montage - der Positionsverschiebung des Fahrkorbs
entsprechend - aus dem Kabelbehälter herausgezogen oder in diesem abgelegt werden.
Dies kann bis zum Erreichen von ca. der halben Gesamtlänge der Führung vorgesehen
sein; dann erfolgt erfindungsgemäß die Montage des Kabelwagens, wobei zuvor vorgesehen
sein kann, dass das Kabel auf ca. halber Höhe der Gesamtlänge der Führung mittels
eines an der Führung befestigten Kabelhalters fixiert wird. Zuvor kann das Kabel soweit
aus dem Kabelbehälter herausgezogen werden kann, dass der Fahrkorb die beiden Endpositionen
an der Führung erreichen kann, ohne dass die Fixierung des Kabels in dem Kabelhalter
wieder gelöst werden muss.
[0017] Nach der Montage des Kabelwagens erfolgt somit vorzugsweise kein Herausziehen/Ablegen
des Kabels aus dem/in den Kabelbehälter mehr, sondern die - in Abhängigkeit von der
Position des Fahrkorbs - jeweils überschüssige Kabellänge wird in einer Schlaufe über
die Umlenkeinrichtung des Kabelwagens geführt. Während des Betriebs des vollständig
montierten Aufzugs kann der Kabelbehälter somit "nur" noch die Aufgabe haben, einen
gegebenenfalls "unnötigen" Abschnitt des Kabels geschützt aufzunehmen. Ein solcher
"unnötiger" Abschnitt kann sich beispielsweise dadurch ergeben, dass das verwendete
Kabel die Montage einer größeren Gesamtlänge der Führung ermöglicht, als im Einzelfall
vorgesehen ist.
[0018] Ein Verfahren zur Demontage eines erfindungsgemäßen Aufzugs, dessen Führung sukzessive
durch ein Entfernen einzelner Führungssegmente ausgehend von einer Gesamtlänge verkürzt
wird, wobei die Führungssegmente aus dem entlang des noch bestehenden Führungsabschnitts
verfahrbaren Fahrkorb heraus entfernt werden, ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet,
dass der Kabelwagen vor dem Erreichen von in etwa (und vorzugsweise etwas mehr als)
der halben (ursprünglichen) Gesamtlänge der Führung demontiert wird.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Aufzugs kann vorgesehen
sein, dass der Kabelwagen ebenfalls an der Führung geführt ist. Dadurch kann verhindert
werden, dass dieser - beispielsweise durch Windeinfluss - in Schwingungen versetzt
wird, wodurch die Kabelführung behindert werden könnte.
[0020] Der Kabelwagen des erfindungsgemäßen Aufzugs kann so ausgebildet sein, dass dieser
stets unterhalb des Fahrkorbs angeordnet ist. Insbesondere bei dieser Ausgestaltung
des Aufzugs kann vorgesehen sein, dass der Kabelbehälter in einer Richtung senkrecht
zur Längsachse der Führung verschieb- oder verschwenkbar ist, wodurch eine Kollision
des Kabelwagens mit dem Kabelbehälter beim Erreichen der Bodenstation verhindert werden
kann.
[0021] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Darin zeigt:
- Fig. 1:
- in einer isometrischen Ansicht einen erfindungsgemäßen Aufzug in einer ersten Phase
der Montage;
- Fig. 2:
- den Aufzug gemäß Fig. 1 in einer schematischen Seitenansicht;
- Fig. 3:
- den Aufzug gemäß Fig. 1 in einer schematischen (Teil-)Aufsicht;
- Fig. 4:
- in einer isometrischen Ansicht den Aufzug gemäß Fig. 1 in einer zweiten Phase der
Montage;
- Fig. 5:
- den Aufzug gemäß Fig. 4 in einer schematischen Seitenansicht;
- Fig. 6:
- den Aufzug gemäß Fig. 4 in einer schematischen (Teil-)Aufsicht;
[0022] Der in den Zeichnungen dargestellte Aufzug umfasst eine Bodenstation 1, von der aus
sich eine Führung 2 in senkrechter Richtung erstreckt. Die Führung 2 besteht aus einzelnen
Führungssegmenten, die miteinander verbunden sind. Die Führungssegmente sind als Fachwerk
aus miteinander verbundenen Streben aufgebaut, wobei drei parallel verlaufende Vertikalstreben
3 vorgesehen sind, die über eine Vielzahl von Querstreben miteinander verbunden sind.
Der Querschnitt der Führung 2 ist dreiecksförmig. An einer der Seiten der Führung
2 ist ein Fahrkorb 4 verfahrbar geführt. Hierzu sind mehrere Führungsrollen 5 vorgesehen,
die an den zwei entsprechenden Vertikalstreben 3 abrollen. Der Fahrkorb 4 umfasst
einen Fahrantrieb mit zwei Elektromotoren 6, deren Antriebsritzel in eine Zahnstange
7 eingreifen, die an einer der Vertikalstreben 3 befestigt ist und parallel dazu verläuft.
Durch einen Betrieb der Elektromotoren 6 kann der Fahrkorb 4 entlang der Führung 2
verfahren werden.
[0023] Die Elektromotoren 6 werden über ein Kabel 8 mit elektrischer Energie versorgt. Das
Kabel 8 erstreckt sich zwischen dem Fahrkorb 4 und der Bodenstation 1, wo dieses an
eine elektrische Energiequelle angeschlossen werden kann. Infolge der Verfahrbewegung
des Fahrkorbs 4 verändert sich die Distanz zwischen dem Fahrkorb 4 und der Bodenstation
1 und dementsprechend auch die Länge des entlang der Führung 2 verlaufenden ("benötigten")
Kabelabschnitts. Der in Abhängigkeit von der jeweiligen Position des Fahrkorbs 4 nicht
"benötigte" Abschnitt des Kabels 8 sollte dann so gelagert werden, dass ein Verfangen
oder Verschlingen des Kabels 8 verhindert und ein reibungsbedingter Verschleiß minimiert
wird. Dies erfolgt bei dem dargestellten erfindungsgemäßen Aufzug mittels sowohl eines
Kabelbehälters 9 als auch eines eine Umlenkeinrichtung, konkret eine Umlenkrolle 10
aufweisenden Kabelwagens 11.
[0024] Die Fig. 1 bis 3 zeigen den Aufzug während der Montage und bevor die Führung 2 eine
Höhe erreicht hat, die ungefähr der Hälfte der für den späteren Betrieb vorgesehenen
Gesamtlänge entspricht. Für die Montage werden die einzelnen Führungssegmente sukzessive
aneinandergesetzt und miteinander verbunden. Dies erfolgt aus dem Fahrkorb 4 heraus,
wobei dieser bis in die Nähe des oberen Endes des bereits montierten Führungsabschnitts
verfahren wird, so dass (manuell) ein weiteres Führungssegment angesetzt werden kann.
Der Fahrkorb 4 kann nur eine begrenzte Anzahl an Führungssegmenten aufnehmen. Daher
muss dieser, nachdem alle zuvor geladenen Führungssegmente montiert wurden, zur Bodenstation
1 zurück verfahren werden, um neue Führungssegmente laden zu können. Somit wird der
Fahrkorb 4 bereits auch während der Montage des Aufzugs mehrfach zwischen der Bodenstation
1 und dem jeweiligen oberen Ende der Führung 2 verfahren. Hierbei muss das Kabel 8,
dessen Länge so ausgelegt ist, dass es für den Betrieb des vollständig montierten
Aufzugs geeignet ist und somit mindestens die geplante Gesamtlänge der Führung 2 aufweist,
sicher geführt und (der nicht "benötigte" Abschnitt) gelagert werden.
[0025] Dies erfolgt während der Montage bis zu in etwa der halben Gesamtlänge der Führung
2 (und vorzugsweise etwas darüber) mit Hilfe des Kabelbehälters 9. Dieser weist in
dem dargestellten Ausführungsbeispiel ein quaderförmiges Gehäuse 12 auf, dessen (in
Richtung des oberen Endes der Führung weisende) Oberseite offen ist. Das Gehäuse 12
des Kabelbehälters 9 ist um ein Vielfaches breiter als tief. Durch diese Ausgestaltung
des Kabelbehälters 9 kann das Kabel 8 mäanderförmig in dem Kabelbehälter 9 abgelegt
werden, wie dies schematisch in der Fig. 2 dargestellt ist. Die mäanderförmige Kabellagerung
in dem Kabelbehälter 9 ist - durch die Stapelung in vertikaler Richtung - relativ
platzsparend, sicher und mit einem verhältnismäßig geringen Kabelverschleiß verbunden.
[0026] Die Fig. 4 bis 6 zeigen den Aufzug, nachdem bereits mehr als die Hälfte der Gesamtlänge
der Führung 2 montiert wurde. Der Aufzug umfasst nunmehr noch den Kabelwagen 11, über
dessen Umlenkrolle 10 eine Schleife des Kabels 8 geführt ist. Der Kabelwagen 11 selbst
ist - wiederum über Führungsrollen - an denselben Vertikalstreben 3 der Führung 2
geführt, wie der Fahrkorb 4, wobei der Kabelwagen 11 unterhalb des Fahrkorbs 4 positioniert
ist.
[0027] Für die Montage des Kabelwagens 11 wird das Kabel 8 zunächst so weit aus dem Kabelbehälter
9 herausgezogen, dass der herausgezogene Kabelabschnitt ein Erreichen der beiden geplanten
Endpositionen des Fahrkorbs 4 an der fertig montierten Führung 2 ermöglicht, und dann
knapp oberhalb der halben Führungshöhe in einem an der Führung 2 befestigten Kabelhalter
13 (vgl. Fig. 3, wobei dort die Führung aus Gründen der Übersichtlichkeit deutlich
verkürzt dargestellt ist) fixiert. Der Abschnitt des Kabels 8, der sich zwischen dem
Kabelhalter 13 und dem Fahrkorb 4 erstreckt, weist eine Länge auf, die größer als
der Abstand zwischen dem Kabelhalter 13 und dem Fahrkorb 4 ist, wobei sich die überschüssige
Kabellänge in Abhängigkeit von der jeweiligen Position des Fahrkorbs 4 ändert. Die
überschüssige Kabellänge wird in einer Schlaufe über die Umlenkrolle 10 des Kabelwagens
11 geführt. Bei einem Verfahren des Fahrkorbs 4 wird das Kabel 8 dann nicht mehr aus
dem Kabelbehälter 9 herausgezogen bzw. darin mäanderförmig abgelegt. Vielmehr wird
der für die Positionsänderung des Fahrkorbs erforderliche Längenausgleich durch eine
sich ändernde Distanz zwischen dem Fahrkorb 4 und dem Kabelwagen 11 ausgeglichen.
Der Kabelwagen 11 bewegt sich in derselben Richtung wie der Fahrkorb 4, jedoch - aufgrund
der einfachen Umlenkung - mit nur der halben Geschwindigkeit. In dem Kabelbehälter
9 befindet sich dann nur noch ein zum Erreichen der vorgesehenen Gesamtlänge der Führung
nicht erforderlicher Kabelabschnitt (vgl. Fig. 5).
[0028] Damit der Aufzug mit montiertem Kabelwagen 11 die unterste Position im Bereich der
Bodenstation 1 erreichen kann, ist es erforderlich, den Kabelbehälter 9 aus der in
der Fig. 1 dargestellten Position zu entfernen, um eine Kollision mit der Umlenkrolle
10 des Kabelwagens 11 zu vermeiden. Dies wird bei dem dargestellten Aufzug dadurch
erreicht, dass der Kabelbehälter 9 um eine Achse, die parallel zu der Längsachse 19
der Führung 2 liegt, (um lediglich ca. 20 cm) verschwenkt wird, wie dies in den Fig.
4 und 6 dargestellt ist (in der Fig. 4 ist der zwischen dem Kabelbehälter 9 und dem
Kabelhalter 13 liegende Abschnitt des Kabels 8 aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit
nicht dargestellt). Der Kabelbehälter 9 ist hierzu über ein Scharnier 14 mit der Bodenstation
1 des Aufzugs verbunden.
[0029] Der dargestellte Aufzug ist noch mit einer Mehrzahl von beabstandet voneinander an
der Führung 2 befestigten Kabelführungen 15 versehen, die ebenfalls dazu vorgesehen
sind, ein unkontrolliertes Schwingen des Kabels zu vermeiden. Die Kabelführungen 15
umfassen jeweils einen rechteckigen Rahmen, dessen dem Fahrkorb zugewandte Seite aus
zwei elastisch deformierbaren Teilstreben gebildet wird. Das Kabel wird innerhalb
des Rahmens geführt, wobei dieser so groß dimensioniert ist, dass auch die Umlenkrolle
10 des Kabelwagens 11 durch diesen hindurch fahren kann. Die beiden elastisch deformierbaren
Teilstreben des Rahmens erlauben dabei ein Passieren eines die Umlenkrolle 10 tragenden
Horizontalstrebens 16 des Kabelwagens 11 bzw. eines Befestigungsbügels 17, über den
das Kabel 8 in einen Schaltkasten 18 des Fahrantriebs geführt wird.
1. Aufzug mit einer Führung (2), einem entlang der Führung (2) verfahrbaren Fahrkorb
(4) sowie einem sich zwischen dem Fahrkorb (4) und einer Bodenstation (1) der Führung
(2) erstreckenden Kabel (8), wobei zumindest ein Abschnitt des Kabels (8) im Bereich
der Bodenstation (1) in einem Kabelbehälter (9) gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Kabel (8) über mindestens eine Umlenkeinrichtung eines entlang der Führung (2)
bewegbaren Kabelwagens (11) geführt ist.
2. Aufzug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kabelwagen (11) an der Führung (2) geführt ist.
3. Aufzug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kabelbehälter (9) in einer Richtung senkrecht zur Längsachse der Führung (2)
verschieb- und/oder verschwenkbar ist.
4. Aufzug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen zwischen dem Kabelbehälter (9) und dem Kabelwagen (11) an der Führung (2) befestigten
Kabelhalter (13) zur Fixierung des Kabels (8).
5. Aufzug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kabelhalter (13) ca. auf halber Höhe an der Führung (2) befestigt ist.
6. Aufzug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen oder mehrere entlang der Führung (2) angeordnete Kabelführungen (15).
7. Verfahren zur Montage eines Aufzugs gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
die Führung (2) sukzessive durch ein Aneinandersetzen einzelner Führungssegmente bis
zu einer Gesamtlänge verlängert wird, wobei die Führungssegmente aus dem entlang des
bereits bestehenden
Führungsabschnitts verfahrbaren Fahrkorb (4) heraus angesetzt werden, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Erreichen von in etwa der halben Gesamtlänge der Kabelwagen (11) montiert
wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass bis zur Montage des Kabelwagens (11) das Kabel (8) dem Verfahren des Fahrkorbs entsprechend
aus dem Kabelbehälter (9) heraus gezogen oder darin abgelegt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass für die Montage des Kabelwagens (11) das Kabel (8) bis zu der für das Erreichen der
Gesamtlänge der Führung (2) erforderlichen Länge aus dem Kabelbehälter (11) herausgezogen
wird und dann mittels eines an der Führung (2) befestigten Kabelhalters (13) fixiert
wird.
10. Verfahren zur Demontage eines Aufzugs gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
die Führung (2) sukzessive durch ein Entfernen einzelner Führungssegmente ausgehend
von einer Gesamtlänge verkürzt wird, wobei die Führungssegmente aus dem entlang des
noch bestehenden Führungsabschnitts verfahrbaren Fahrkorb (4) heraus entfernt werden,
dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Erreichen von in etwa der halben Gesamtlänge der Kabelwagen (4) demontiert
wird.